Arcmv Tur
Frankfurts
Geschichte
und Kunst
Frankfurter Verein
für Geschichte und
Landeskunde
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ARCHIV-
.- FÜR 1 1 ■■■ ■
FRANKFURTS GESCHICHTE
UND
KUNST,
Dritte Folge.
Herausgegeben
Vereine für Geschichte und Altertumskunde
Frankfurt am Main.
Achter Band.
Mh i« Rissen, i Kam und i Tilwllc.
FRANKFURT IL M.
K. TH. VÖLCKER'S VERLAG.
1905.
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3-!. 3.3
*mm cnnrnr iibbafv
DEC 8.-1805
HOHIMtOLLCHM COLLICTION
qift OF*.a cooLiaoe
INHALT.
Dr. K. Jung. Krimi.-j-,m K an Stiunir Dr. l-rail von Oven .
(icficlifflfUichc Mlltcil 11 Ilgen.
I. Bericht f.kr Jk- T.ni ( ikd[ Jts Vc,
IL RechDUliH5üb5chlus5 für das Jahi
Hl. Bericht über Jk- Tatiglcir .1« Vci
IV. Rechnungsabschluß für das Jähr
V. Bericht über die Tätigkeit du Vo
VI. BediminüSjL^liKi« dir da- Jalu- .
VII. Beridii über dk- 'l",ili i; ki-;i .1- Vr
VIII. Kcdinunfpabschlu!» für dar, Jalif
Die Landwehren
der
Reichsstadt Frankfurt a
Topographisch-historische Untersuch u
mit einer Übersichtskarte und 16 SpetLilrissei)
PROF. DL< EDUARD PELISSIER.
II J« Un-hrtu XKlt
Ml tuLigc dr. XXII
V Bit ii»d L'niniiallunfl Jer ] mduihl ... . XXX
V, l'jien.l ,jt UbRwjch»^ jn d BcJ.ni.i.n dr. tjnA.il» . XXX III
VII Venntnduvj d>r Lio^nehi ,r. Ct()l.r XI.1IJ
v:il <khlj: B u-(!ti. ..'ci Lio.'w^i , .......... XLVI
lnpnnrnphi«o'i*.-r Ti.il
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- XIV -
ling-HcIlcr. Udler.
4 D h = iid h
S, = k Wk.-Z. - o,jS46ioi ml
1. = « F.-Z.
= .q ¥.-/.. = °,}}S7«t ™»
0,788699 W.-R. =» r,mx)ooo F.-R,' = ),äoS mi
1,000000 W.-R. = 1,167910 F.-R." — i.sfj mi
«VHBOOO W.-R, = Jl.OOOOOD F.-R.
übe. Morgen. nRuien. □Schuh. d
F.-H, = so F.-M. = 4S00O F.-R.
j F.-M. — 160 □ F.-R. = 16000 p F. -S.
100 F.-M. = ;
WiHmnc 1
.V. U. - m W.-M.
1 W.-M. = i6oO W.-M. — lAnooQ W.-S.
- XV
Abkürzungen.
I. BQeiicr und Akten.'
Ball. = Ballonn, Önlid» Bradir. der Stadl Frankfurt a. M., cd. Eitler l8oi-;i-
Bumb. = llunieisterbiidi.
Chrom = Frankfurt«! Chroniken.
F. r= Folio.
Fielt. Kdscttr. Jj. = FicturJs lunJiditlKUt!« Nadilass JJ.
rlaunuk, = Hauptkunden.
Kgfc. M. = Kriegt, h:.ndsdiril!litlie Ausüiffc -ni- versdiie Jenen Archiv allen.
Mb Ib. = MinelgewOlbsakten.
Hb. — Rechenbuch.
Reich». = Reiehssachtn.
Rep. = Repmorien.
Uglb. — Untcrgewölbialttcn.
2. Kut-toti, Hisse und MAnu.'
Bd. PI. a- Bclagcrungsplan von [551.
Flurb. — Flurbuch der Frau Wirrer un.l Saihwrilijuitv (..■uiartlllig. Hilde dn
XVÜI. lahilunJc.^. jL,:.;i i; . t l>j,..L-. Zimmer 19.
(ir. R. = UnbezcicIlTU'N.T, unii-ilL'rNrT-. • .■kr UTii^er. larl.iger Riss des Geländes
zwischen Ijndweli] und C'iru-.lLL'iin. [11 u- i r:ci l:ck.: dLsselbeii liiss der
,'tb.m- Frankfurts 1:1 kleinerem Masssubc. L'sisjcl.i'ir uteich/emf; mil Jeu
Kissen de. Archivs 1 No. 5 n. 6, von 15X5 um! ] ;>„ mul einem Martuiwi-
von 1501 Febr. [ 1 (Marli. Fi ijgi, Bl. 1),
M. I - Risse und Pläne in Mappe I.
M. II = ebenso in Majtpc II, u. s. v.
Marb. - Risse des K,:iü:;l. Siaats-Arcliies zu Marburg,
O G ='c'li T Clin". .| felill.
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V.... füf die Städte d.e Mauern und Gt I ■. . <bs waren im
Mittelalter gui?t Stadtgebiete i-ud '.andliche Heipke diejenigen
Schutzanlagen, die meist uoier dem Namen dei Landwehren
bekannt sind Unter llinen nahmen die der Reichsstadt Frankfurt
eme hervor ragende Stellung ein. Tiotudem sind sie noch nicht einer
umfassenden Bearbeitung gewürdigt worden Wahrend Battonn, und
Ficbard' und spater Kriegk' die auf Landwehren bezüglichen
Nachrichten nur zusammenstellten, behandelte von Cohauscn 1
den Gegenstand tmn ausführlicher, besonders nach der technischen
Seite, Auch Scharf! 1 lieferte wertvolle Beiträge. Auf den Genannten
beruht, was Hörne 1 über die Landwehren sagt. Für die Warten
liefen die gründlichen Untersuchungen von Wolff und jung' vor,
die in erster Linie die bauliche Seite berücksichtigen.
der erwähnten Vorarbeiten wurde das Städtische Archiv I nach
weiteren Nachrichten durchsucht und die Karten und Risse der
Archive 1 und II herangezogen. Zahlreiche Begehungen im Stadt-
gebiete wurden gleichzeitig unternommen, Am 20, Januar 1B98
konnte im hiesigen Verein für Geschichte und Altertumskunde ein
vorläufiger Überblick über die topographischen und historischen
in Frankfurt a. M„ IL, FraiM 1897-
- XVIII -
wehren der Reichsstadt Frankfurt«, ein anderer 1902 in
meiner Frciburger Inauguraldissertation oZur Topographie des
rcchtsmainischen Gebietes der Reichsstadt Frank-
furt a. M. und der sogenannten Landwehr um die Stadt«
Besch reib u 11 g all.
Schutzanlagcn, ii
geschichtlichen Nacl
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- XlJt -
Die Drucklegung des topographischen Teils war bereits voll-
endet, als die Auffindung einer Nachricht die Umgestaltung der
Abschnitte »Buchwal dl and wehre und «Lücke» erforderte. Wir geben
sie ;u;f Sl-Icu im und hitu-n, dieselbe an Stelle der genannten Ab-
schnitte, lesen zu wollen. Bald darauf kamen im S'.iiJsisdiai Ak1i;v 1
eine Anzahl alter Risse zum Vorschein, die über mehrere dunkle
Punkte unerwartetes Licht verbreiteten. Die hierdurch und infolge
fortschreitender Vertiefung in den Gegenstand nachträglich notwendig
gewordenen Berichtigungen und Zusätze zu der ganzen Arbeit belinden
sich am Ende des Buches. Auch sie wolle man vor dem Lesen
berücksichtigen.
Die vorliegende Arbeit entstand in den Mussestunden eines an-
strengenden Berufes und war deshalb t:ii^ililij;a! L'iucrbrin-liiir.gs.'ii
ausgesetzt. Es erklärt sich daraus eine gewisse Ungleichmäßige it
in der Behandlung der einzelnen Teile, die wohl auf nachsichtige
Beurteilung rechnen darf. Erst zuletzt konnte ich liingere Zeit zu-
sammenhängend arbeiten und so das Ganze zum Abschluss bringen,
nachdem mir dank dem lebhaften Interesse des Herrn Oberbürger-
meisters Dr. Adickes- fi;r die topographischen Verhältnisse unserer
Vaterstadt und der Geneigtheit des Kuratoriums der höheren
Sehulen ein ir-ehrwochentucrier Urlaub erteilt worden war Es
gereicht mir zur besonderen Genugtuung beiden, dem Herrn Über-
bürgen nent er und dem Kuratorium biet meinen wärmsten Dank
ergebenst aussprethen zu können. Auch den Behörden und Personen,
die mich bei meinen ho'scbungen auf das wirksamste uwerstutzi
haben, sei der gebünrenJe Dank ausgebrochen, beenden dein
Herrn StaJtarchivar D( (ung.
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Einleitung.
Bevor wir die Lind wehren im Gelände aufsuchen und ihre
Schicksale durch die Jahrhunderte verfolgen, sollen über Namen
und Zweck, Anlage und Bestandteile, Bau und Unter-
haltung derselben, über das Personal, dem ihre Überwachung
und Bedienung anvertraut war, ihre Verwendung in Gefahr und
endlich die Schädigungen, denen sie ausgesetzt waren, einige
Bemerkungen vorausgeschickt werden. Diese beschränken sich jedoch
auf das Unentbehrliche und wollen nur als Skizze betrachtet werden.
I. Kamen der Landwehr.
Die Name» für die in Rede stehenden Anlagen sind folgende:
1. die lantwere, lantwer, Landwehr, häufigster Aus-
druck, zuerst 1393;' auch vereinzelt oder Landweh r«, z.B. 1397 »den
lantwer uff zu werffeno,' 1618 »Länge des Land weh res«, 1 1799
nein Strick Land weh resu,' 1619 der Sultzenbrunnen beim Land-
2. die lanigewer(e), nicht selten, z. B. 1427;* »die Land-
gewehrai 1 die Langewehr;'
3. die lantgewerde, z. B. 1418;'
4. der Landgraben 1488" von der Sacbsenhäuser Landwehr;
1497" von der Wallgrabenlandwehr. " Der Ausdruck kommt auch
ausserhalb Frankfurts für Landwehr vor;
5. der graben, graben und lantwer, je einmal 1444;''
6. der zun oder die zune: nbjm zune gein Raden = an
der Landwehr gegen Oberrad 1502;"' 1469 wird einer gefangen, als
er "inwendig der stedc zunen und siegen« Vogelfang trieb.' 1
■ Rb. 1391 F. jjb. — * Hb. ij57 F. 37b. — 1 Hb. 161& bei Fich. Hdjchr.
JJ. 63b. - « Forslarnisal™ TJ. April 175g. - 1 Rb. 1619. - ' Rb. 1417- -
J Chroniken, Karten von 1637, 1715, 17.13. — 'Chroniken, Verl, der Riedhot-
gütsr 1716, und öfter. — ' Rb. 1417. - " Reichss. 6391. — " Mglb. E. 51,
L. 91. — " S. S. 77. — 'I Bgmb. r444, F. 10b, Rb. 1444, F. 45. - '* Ab-
sieinung des Neuen Btrges 1502, Ugtb. A, 01 N. — '< Mglb. E. ig N. 4.
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— XXII —
II. Zweck der Landwehr.
angliche Zweck der Landiw
s Stadtgebiets gegen
i XIV. und XV. Jabr-
n Fehden Frankfurts
: die Rjjlsi;;« a..l d;e Sicherheit sowie auf den /.nilscbuiz
chränken für got (and, was früher in tcvollkommener Wc.sc
irch Schlage an den Strassen erreicht wurde. Nach Cohausei.
die Landwehr auch die Stadtmauern, die bei der Vervoll-
g der Feuerwaffen nicht mehr genügende Wicierstandskrah
besauen, vor plötzlichen Überfallen bewahren. Hierbei ist aber zu
bedenken, dass grosse Heere vor dem XVI. Jahrhundert Seltenheiten
waren, und, wenn sie später die Stadt bedrohten, wie 1552, auch von
der Landwehr nicht aufgehalten wurden.
III. 1
Der Lauf der Landwehr suchte in erster Linie der Gebiets-
grenze zu folgen. Doch blieb er nicht selten hinter ihr zurück.
Wo dies der Fall ist, lässt sich einer oder mehrere von folgenden Um-
ständen als wirksam vermuten: I. unbequeme St äffe hing der Grenz-
linie; 2. starke Ausbuchtung derselben; j. nicht unbestrittene Geltung
DiQiEized b/Cl
- XXIII -
Gebietsteil; 4. bewaldeter oder wenig angebauter Zustand desselben;
S. fortifikatoiische Rücksichten.
Die Landwehr kann also nicht schlechthin als Gebietsgrenze
betrachtet werden, wie dies von lunanisciier Scit-j (it'iers, aber un-
berceh'.iger Weise mit dem Hinweis auf den Umstand geschah, dass
in der ganzen Wetterai] und in den Gegenden um Frankfurt die
■j Landwehren t:rul l..i:icgrahe:i:< aal" de:) Grenzen .mge'c;;; seien. Sie
war vielmehr, was Frankfurt initiier wieder hervorhob, eine »Sichcr-
iii-LTs.iiiljijL'ti, über welche das Gebiet vielfach bimm-reichie.' Trotz-
dem wurde sie, nachdem sie einmal da war, für verschiedene Ver-
hältnisse teils vertragsmäßig, teils einseitig als Grenze angesehen :
a. für die Jurisdiktion; li.üiauh.che Ju:^actiLinsa.nsprüchc kamen
namentlich bei dem ausserhalb der Landwehr liegenden Gelände der
Höfe Rieden) und Rebstock immer von neuem vor;
b. für das Geleite; bei Riedern z. B. reichte das hanauische
Geleitsrecht bis an die Landwehr; 1
c. für die Jagd; in einem Abkommen mit Isenburg von 1578'
erhielt Frankfurt innerhalb der pinksmwnischen] Landwehr das
alleinige unbeschränkte Jagdrecht, ausserhalb derselben aber, jedoch
bloss in den Feldern und nicht im Stadtwald, die Befugnis das »kleine
Weidwerk mit Hunden und Garnen, ohne Schi es sge wehr treiben zu
dürfen ;
d. für die Behau dlerij; «m Frevlern; in dem genannten Vertrag
verpflichtete sich Frankfurt, liiul'iiro die ausser der Landwehr
in Wald und Feld betretenen Frevler Hos nachbarlich pfänden, nicht
mehr wie bisher, »fallen, gef.iupi.-li, ■.vei^ch-elfen und schlagen" zu
wollen ;
e. für die Brachordnung-, die Brachpflicht auf dem rechten Main-
ufer haftete nur an den Feldern innerhalb der Landwehr;*
f. für den Viehtrieb; beim Einschlagen der Schweine in den
Wald wurden neben den Frank! a::cr Neus-.jJiern und den Sachsen-
häusern die »hoff lüde in der hinix-weren be^indcrs genannt.'
Lief die Landwehr nicht auf der Grenze, so wurde sie, wo
möglich, längs einem Wege angelegt und zwar am liebsten an
dessen Innenseite, um die Zahl der Durchgänge zu vermindern.
in Mnb. LH. D. N. 17V". 4. - ' S. S. 92. - 1 TJglb. D. sq. No. 1, vgl. auch
S. 91. — • Brachardnung von 1504. — > Fontmottentclm. ijal; vgl. lach
Unli'iatx'ljktcii Nu. I1J.
- XXIV -
A. Der Landwehrkörper.
QrSbes. Den Kern der Landwehr bildete stets ein Graben, der je nach
dem Gelände uass oder trocken war. Die ältesten Landwehren
waren eingrabig. Einige blieben es immer, andere wurden später
durch Hinzufügung eines zweiten Grabens verdoppelt. Die jüngsten
Landwehren wurden sofort zweigrabig angelegt.
Mittut- Bei den /wei;jr.il'ii;eii Landwehren li^t /wisJicn beiden Gräben
* '*"' ein mehr oder weniger breiter Mittelstreifen. Ist er schmal, so
erscheint er durch das Zusammenfallen des inneren Auswurfs beider
Gräben als erhöhter Kamm oder Wall. So heißt es 1621, die Mark-
bach, d. h. die Ginnheimer Landwehr, sei neine kleine Landwehr mit
mit 2 Gräben, in der mitten hoch, darauf!" allcthandt holt; wachst.»
Dieselbe Beschreibung würde auch auf die Tannenwaldlaudwchr
passen. Bei beiden ist diese Eigentümlichkeit noch jetzt zu erkennen.
Die Breite der cingrabigen Anlage betrug VH R. bei der Born-
heimer Landwehr (bezeugt), bei der Buchwaldlandwehr (im Flurb.
schwankend) und wahrscheinlich bei den meisten übrigen Linien.
Einige können sclimiilet gewesen sein. Die Breite der zweigrahi:;eii
Anlage betrug 3 it. bei der Steglach (im Flurb. schwankend); 4 R.
von der Südostecke von Rudolf zum Humbrachts Wiese bis zu
Stein 82 an der Rödelhcimer Strasse (im Flurb. schwankend) sowie bei
der Ginnheimer Landwehr (bezeugt) ; 5 R. vom Gutleuthof zur Steg-
lach und von Stein S2 an der liödellieimer Strasse bis zur Ecken-
heimer Straße (beides im Flurb, schwankend); endlich von 4 bis 7, ja
bis zu 13 WR. schwätzend i".vi;;:ie:i Riedschlag und Viehweg (Flurb.).
Genaueres unten bei der Beschreibung der einzelnen Strecken.
Bäum«. Zur Verstärkung der Hindernisse wurden auf den Landwehren
Bäume gepflanzt. Sie standen sowohl bei den ein- als auch bei den
zweigrabigen Anlagen .ml" K-.Je:: Crabenrandcrn. Diese An der Bc-
pllanzung zeigt noch eine Abbildung der Bockenheim« Warte von
1804, wo südlich der Warte ein von hochstämmigen Bäumen über-
ragtes Buschwerk beginnt; ebenso eine etwa gleichzeitige Darstellung
der Sachsenhäuser Warte. 1 Dass der Mittelstreifen der zweigrabigen
Landwehren, wenn er grössere Breite hatte, regelmässig ganz mit
Bäumen besetzt gewe^n wart. \'-k;\ sidi Grund der Darstellungen
nicht behaupten. Von allen Baumen kommen am häutigsten die
Weiden vor, die sich, wo nasse Gräben waren, bis in die letzte Zeit
' Mus. C. 4)46 u. C. 150..
Digitale; Oy Google
- XXV -
der Landwehr erhielten. Sie empfahlen sich durch ihre grosse N'm;-
barkeit. Der »Weidenhaun auf der Landwehr wird oft erwähnt und war
nicht selten Veranlassung zu Streitigkeiten. Aber auch andere Bäume
wurden schon früh in die Landwehr gesetzt, so z.B. Hieben 141& 1
Obstbäume, die dort wild wuchsen, scheint man nicht geduldet zu
haben. 1+5; sollen die Rechenmeister bestellen, «alle Kirschbäume
uf!" der landwere abeezehauwen,»' Später, als die Landwehr kaum
noch zur Verteidigung diente, finden sich auf ihr die verschiedensten
Arten von Bäumen.
Sowohl die eingrabigen als die zweigrabigen Landwehren hatten
auf der Feld- wie auf der Stadtseite Zäune oder Hecken. 'Diese
sollten juf beiden Seiten dem Weidevieh und den Frevlem, auf der
Feldseite aber hauptsächlich dem Feinde, den Eintritt in die Land-
wehr unmöglich machen. Die Hecken bestanden meist aus Dornen,
von deren Pflanzung sehr oft die Rede ist. So wurden z. B. 14t:
8sh. gezahlt »umb ; vierteil dorn an die lantwer zu eim zu n c h 1 n. 1
und 145 j, als der Dornenzaun der Landwehr auf die Äcker überge-
wachsen war, heisst es »die dorne mag Clais hauwen, so ferre sie
off sinem acker steen, so daz der lantwere rude [vom Graben-
rande aus| blybe als auderswa.n*
Auch Gcbücke kommen bei der Landwehr vor, und auf sie
beziehbare Nachrichten fehlen nicht. So erscheinen z. B. am 8. Januar
1412 Ausgaben »dise wochen hecken zu bücken uff der Lantwer.» 1
Besonders, sagt Cohausen, wurde die Hainbuche »an die Vcr-
teidigungsgräben gepflanzt, zum Gebück. So an der Landwehr beim
Wendclswcg;* die alten B.hime stehen noch, das Gebück ist ver-
schwunden. 0 Die Gebücke scheinen aus den auf Jen Ciraben rändern
stehenden Bäumen gebildet worden zu sein und von den .innersten
Dornenzäunen unterschieden werden zu müssen.
Da sich die Landwehr mit Vorliebe an die Innenseiten von :
Wegen lehnte, sd hatte sie fast iuiruer von selbst einen äusseren
Bcgleitweg. Auch ein innerer Begleitweg wurde begreif-
licherweise meistens angelegt, oder mju )ic-\ w u Acker :nu;r,:n;-Ten,
wenigstens einen Wich, der nicht bebaut werden durfte. 7 Wenn
bei zweigrabigen Anlagen ausnahmsweise ein Weg zwischen beiden
Gräben führt, so kann dies aus der Beibehaltung eines Beglcitwegs
aus der eingrabigen Zeit erklärt werden.»
■ Hamb. 1416, f. j6b. — ■ Bgrab. 145). F. 71b. — 1 Rb. 1411, V. 54. -
< Hamb. 1455, F. 5!. — i Rb. 1411, F. j(. — * Oberrider Landwehr, s. S. ]8r —
' Von einem solchen ist Bgrab. 145,}, F. Sib die Rede. — > S. S. j8 und 188.
- XXVI -
Zur Landwehr gehörte endlich noch eine inner« und eine äussert
Den Landwehten dem Zwecke nach verwandt und zuweilen
diesen zeitlich vorausgehend -lud einfachere Sehlis: anlagen, bestehend
aus Ii ecken und Holzza'uncn, die sich i:en: an passende Gelinde-
^cgcrist.'indc, wie Hriidic, siüiisii^e Wiesen, sie:!-.' Riisc!ii:i'.i;cn, Graben,
Weiher u. s. w. atilehnen. Auch sie sind tinter Umstanden in den
Kreis unserer Untersuchungen zu ziehen; als eigentliche Land-
wehren jedoch werden wir nur diejenigen Anlagen bezeichnen,
denen dieser Name nachweislich beigelegt worden ist.
B. Die Durchgänge.
I Fusswcjjt überschritt er. den ein Li. Ii tu l.an.kv ehr ; ;:.ihct] auf einem,
den doppelten aufzwei St egen. Die Stege waren bis in spjte Zeilen
aus Holz ' und konnten bei Gefahr abgenommen werden. Auf letzteres
he'.ngüche Anordnungen konimeii vor. Spater gab es auch steinerne
Stege. Zum Schutz gegen Heiter und gegen Vieh stand an den
Durch ;;a:ii.'C!i der I-'usswcr-e. nicht selten das heute noch übliche
Drehkreuz, meist Haspel genannt.
Bei Fahrwegen setzte der einfache Graben selten aus, gewohnlich
war er überbrückt. Auch bei Doppellandwehren ist das Aussetzen
beider Graben selten, meistens trugen entweder beide oder nur der
äussere eine Brücke. Auch die Brücken waren ursprünglich hölzern
und einige von ihnen abnehmbar. Zuweilen ruhte die Holzbrücke
auf einer Zunge n mauer. Schon früh aber finden sich, besonders
bei den Warten, gewölbte Steinbrücken mit z. T. ziemlich hohen
rund heisst dann ».,lci-shaf:iger.: < oder »beslussi-
ind folgende Teile zu unterscheiden :
t Pfosten, der Dreh- und der Sehliesspfost
ijr.ibenr und zu »richten (' .sind. Stüter linden si
i der Schlag geht,*' wa!
' Dir Stege am üinnheim« Stadtweg (16) wurden nnch IJJj aus Tann
lioli repariert, U g lb, A. 91 t. 1J7J. - ' Bumb, 1418, F. 22b, — ' Dgnib. 14
F, 17b. — ' Nachricht von 160; bei J>'c!u:rt. llornh. [k-ig, ; 59. — 1 Bumb. 14
F, 49. - 1 S. S. 60 und 90.
b. der eigentliche Schlug, dessen Teile sind:'
o. die Angel, ein senkrechtes Holz neben dem Drchpfostcn.
ß. der Bug,' der den Schwengel mit der Angel verbindet
und in wagerechter Lage erhält. Er besteht entweder aus
zwei Krummhölzern je unter und über,' oder jus einem
Krummholz unter," oder endlich später' aus einem Schräg-
holz unter dem Schwengel.
y. derSchwengcl oder Uicg tl - der wj^erechu: Haupthaiken.
c. die Hängevorrichtungen am Drchpfostcn. Vermittelst
der Angel wird der Schlag an dem Drehpfosten ugchenkt.a*
Hierzusind an Angel undDrehpfosteu folgende Vorrichtungen nötig.
o. 2 Pfannen oder Angelpfannen.'
ß. in späterer Zeit wurde die Angel mit z Scharnicrbä'n -
dem am Pfosten befestigt. 1
Die Schläge öffneten sich stets nach innen.
d. die Schliessvorrichtungen am Schliesspfosten.
a. das ruwisen,' zur Aufnahme des freien Endes des
Schwengels (?)
r . 4 »schiner»" — eiserne Binder zur Befestigung der Kette
an dem Pfosten (?)
3. der Krappen, am Ende der Kette, der in das Schloss
gesteckt und von dessen Riegel festgehalten wird. 1462
wurden die SdiLii'liLLV: -.;:-.u:i St ;:i I .tc: ilrti h li in; cnv.'.ir
der Schläge zu warten und udie krappen inne czu werffen.a"
.. das Schloss.
t. der Schlüssel,
die Schlinke oder Sc blinken.
1414 wurden Schloss und Schlinken am Kudrecksschlage ge-
bessert." I481 erhielt Frankfurt das Recht, »siege und slinkcno
an einen Graben zu setzen.'* Das Wort scheint an der ersten Stelle
einen Teil der Verse hlussvorrichtung zu bedeuten, an der zweiten ein
Synonymen von Schlag zu sein,
Hin mit Schloss und Kette vcrschliessbnrcr Schlag steht noch
jetzt in der Allee von Babenhausen nach Harreshausen.' 1
' Erklärung zu einem Riss von l7JtS, GuÜCVtboTlfcun, M e lb. B, SS, No. 7. —
'S. Grimm unter .Bu K - ' Taf. VI, XI, XIII. XV. - 1 Ii!. XI. - sTaf.XH];
' Butub. 1418. F. }6. — "Sb. 1)78, F. J4. — "ibid. — " %mb. 1461.
F. 74b. — '1 Chroo. Uli i6 ( . — »' S. S. 117. — 'I Ansicht desselben auf de.
Übersichtskarte.
- XXVIII -
c. Als Zubehör zu einem Schlag kommen endlich vor;
p. i Zipfen und ein zugehörig liiiij;;'
ß. mehrere Ringe;'
Doch fragt sich, an welcher Stelle und zu welchem Zweck.
Seit dem XVII. Jahrhundert zeigen Abbildungen den Schwengel,
od mit hoheo eisernen -Stacheln besetrt; die Akten haben dann
die Bezeichnung shiserner Schlaga.
2. Der doppelte Prehschlaß (Doppel sei; jag), bei welchem
den Schwengel e:n Rahmen venriii, dir u- 2 L.iif:h!>!zrrn und
mehrerer. (er.!.rc;hrtr- n:\. Si. ufcen \>r:vi li:r,'.hulzrn; histihi, wie
bei den in Knglar.d häufigen Gaf.crthoren.'
j Der Schlagbaum oder Fallriegel' ist bei den Warten
die Regel* Auch er ist seil dem XVII. Jahrhundert od gestachelt.
An den belebteren Strassen stand neben dem Schlag eine Hütte
zum Schütz für den Hüter. Sie heisst in älterer Zeit huttichin,
stelchin, huschin und war mit einer Tür und einem Glasfenster
versehen.* »An der Schlaghüttc« heisst noch jetzt die Gegend am
nördlichen Ausgang von Bornheim.'
Auch der Name portlius kommt vor. Das »porthus zun guden
ludcnu, welches man 1413, als die Holzwartc wahrscheinlich zerstört
war, nzu einer [provisorischen!] warte machen" !iess, E wird ein etwas
grösserer Bau gewesen sein, als die gewöhnlichen Hüttchen.
Nicht selten standen 2 Schläge hinter einander, wodurch die
Ankommenden leicht an jeder Bewegung gehemmt werden konnten.
So am Vichweg in Oberrad. Neben den Schlägen linden sich häutig
Als Verstärkung finden sich bei manchen Schlägen die (der)
Brustwehr," 1 die (der) Schnecke" und der Erker."
Wmt». An den wichtigsten Durchgängen standen Warten, d. h. Hoch-
bauten zur Ausschau und ZeicheniH'bimg. W.iütn wurden teils auf
den bereits vorhandenen, in die Landwehr einbezogenen Hofen, wie
dem Knoblauchshof und dem grossen Riedhof, eingerichtet oder
eigens erbaut. Die letzteren waren in der ersten Zeit von Holz, erst
i6(. - ' S. S. HI. - ' Bwnb. 141,, F. ,4b- - » S. S. 191 und Tlf. XV, 3. -
"> S. S. 160. - " Ibid. - " S. S. 16a.
Hi8, F. 0. — 1 TiC XV, 1, - 1 Gelcin-
11a und die Dmtellurippi der Warten. -
nb. 1440. F. 4b, [447, F. Sät, Cbron. Uli
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- XXIX -
Hölzerae Warten, natürlich van geringem Umfang, wurden auch EelnraHt*.
zur Beaufsichtigung der Weinberge, wie es scheint periodisch, er-
richtet, Sie ruhten auf hölzernen Kreuzen, welche dauernd vor-
handenwaren. 1463 sollen »die gesworn . . . wider in die w in garten
Warthe [PluralJ seezen lassen.«' 1471 beschloss man, noch nicht
zuzusagen »den heckern' holz czu den warthen in die wingarten
czu sture [zu] gebcn.a' 1477 wird bestimmt, »wer die krueze,
daraff die warte im ltiederberge gestanden han, abgebrochen hait,
sal die Widder machen.»* Das Gleiche kommt bald darauff wieder vor.
Ähnlich werden die Warten eingerichtet gewesen sein, die man
in den Rats Dörfern vorübergehend zu Sicherheilszwecken errichtete.
Am 28. Mai 1459 beschloss man z. B. »die Warthe czu Bonamese oft-
slagen noch eyn zyt ansteen lassen». 1
Von den Steinwarten standen die drei rechtsmainischen und wahr- steinharten,
scheinlicb die alte Sachsenhäuser Steinwarte am Miihlbcrgweg links,
die jetzige Sachsenhäuscr rechts vom Ankommenden. Von den vier
erhaltenen Warten besteht jede aus einem ummauerten, verteidigungs-
fähigen Hof oder Zwinger,* in welchem sich ein von einem Mantel
umgebener Turm (Bergfried) erhebt. Das oberste Ceschoss desselben
bildete die verschli essbare Schützen kämmet.' Zum Abgeben sieht-
barer Signale dh
■nten derKo
rb.dii
■1-eue
rpfanne und das Bjnncr.
Der Korb wurdi
! an einem S
eilt !
Luf gezogen, das über eine Scheibe
lief,' oder an e
aufgesteckt.
Die Darstellungen zeigen
nur die letzte»
i Einrichtung.
Ein
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grosser Korb 14
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'arte iß 6 h. »Als [ij 16]
, den warten zutun, domit
die Korb deste
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.■rden,,. beschloss man »die
Knopf stehen [t
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fannen waren nicht fest,
s >ußsl
ecken»." Auch Fackeln
kommen auf de
72 erhi
elten die 4 Warten, (d. h.
die Galgen-, Bockenheim er-,
Riedl
;r- und
Sachsenhäuser -Warte) je
1 Banner »uff
Sachen und ger,
zu stecken ui
•nne jme Feie
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n damit zu geben, 50 sich
1 Bgmb. 146), F 86b. - ■ •Hecke» sind die Ratsfreimde, die Ober die
Wicgerte gesellt sind, vgl.Uglb. B. j68b. - I Bgmb. 1471, F. lt. - 'Ibid. 1476.
F. 75. — * Ibid. F, 10b. — ■ Bgmb. T470, F. 73; Bau der jetzigen
Sachsenhlusei Warte. — J Bumb. 1461 bei Kgk. M. 4. 130. — ■ Bumb. 145«,
F. ) und J4S9 bei Kck. M. 4, 108 und sonst. — ' Chron. iJIi aoi. — u Rit-
ichlagsprot. JL |6. F. 14], I ; 16. — " Bgmb. 149), F. 10. — " Ibid. 1480, F. 10. —
Digitized B/ Google
- xSiX -
Zum Aufliehen von Hob. und Essen diente ebenfalls ein aus
Seil und Scheibe bestehender Aufzug.' Der Schlüssel zum Hofior
wurde an einer Schnur herabgercicht.' Ausser dem Turm enthielt
der Hof die Wohn- und Wirtschaftsgebäude für den Wartmann, —
Der Brunnen stand bei den 4 erhaltenen Warten so in der Hofmauer,
dass er von innen und aussen benutzt werden konnte.
gingen oft Ruhebänke, ursprünglich von Holl, die erhaltenen
steinernen meist aus -Bocken hei m er Blauem» (Basalt), sehen aus
rotem Sandstein. Ihr niederer Teil diente als Sitz, der höhere zum
Abstellen der Kopflasten. Die Ruhebänke stehen meist innerhalb
oder in seltenen Fällen ausserhalb der Landwehr, fast immer parallel
dem Wege, aber bald rechts, bald links.
C. Ergänzungen der Landwehr.
Als Ergänzungen des Landwehrsystems kann man die Dorf-
befest ig ung en von Oberrad und Bornheim, sowie die meisten Höfe um
Prankfurt und Sachsenhauscn betrachten. Die Befestigungen beider
Dörfer und unter den Höfen der Gutleuthof, der Knoblauchshof und
der Ricdcrhof waren der Landwehr ijimiinelb.ii- einverleibt. Ausser-
dem besass der Rat auf den genannten Höfen und den meisten
anderen Höfen vor der Stadt das Öffnungsrecht und die Befugnis
zur Besetzung mit Mannschaften und Geschütz. Auch durften die Höfe
an keine Ausmärker uder Geistlichen gi^ckr; werden. Diese wich-
tigen Rechte der Stadt sind jedesmal durch einen Revers festgelegt,
Jen jeder neue Besitzer wieder unterschreiben musste.
hatten sidi zuweilen Ratsfreunde zu Pferd nach einem verabredeten
Ort in der Umgegend zu begeben. Sodann galt es, den Lauf der
Landwehr festzustellen, wo/u ebenfjlls Ratsfreunde, wohl auch mit
Zuziehung von Sachverständigen, hinausritten. Wo die Landwehr
Privatbesitz durchschneiden sollte, mussten Enteignungen gegen Celd-
entschädigungen vorgenommen werden. Hinmal hinderten die Rcchts-
■ Rb. 143a. — 1 S. S. ti.
Oigilizofl Oy Google
- xxxi -
Wo der Lauf der
man ihn durch ei
Falk bezeugt ist.'
der Dorfleuie kommen vo
folgte das »rumen« d.h.
Erdarbeilen. Darauf wnrd
gepflanzt und die Zäune
On für die Warte wurden luiiili- z;ilet?: benimmi und erforden
noch besondere BesiehtigOOgStitte der Raisfreunde. In einzelr
Fällen wurde die neu errichtete Landwehrs trecke in ztisamm«
hangender Arbeit auf einmal fertig gestellt; gewöhnlich aber z
etlichen jaren an orthen, da eß euch zu thun gehütet (= auf den
westlichen joo Ruten), nit u f f gc w o rf f e n , odder in wasser
gehalten worden, das man an vil orthen dadurch ungehindert
reithen mag, darumb unser bitt, ir wollet die selbige vergraben
und versehen lassen, das nit dar durch tu reithen sy.« Die
Untcrhaltungsarbcitcn, die in grösserem oder geringeren] Masse fast
jährlich vorkamen, bestanden in Offenhalten der Graben (»uffen«).
Nachpflanzen und »Bucken« der Hecken, richtigen Beschneiden der
Bäume und im Anbringen von Planken usw. an gefährdeten Stellen.
u Anljrij; lIc: l.Jrjilwdir ■■. S. t)
- XXXII -
Besonders an den Schlägen, an denen sich die feindlichen Nachbarn mit
Vorliebe vergolten, waren beständige Reparaturen nötig.
Zum Unterhalten dir Graben waren die Anlieger verpflichtet,
Sicher war dies der Fall bei der Sachsenhijser und Ooerräder Land-
«.ehr und der Nieder rader Zwerchlaudwthr. hn Verjeicbnis sinnl-
icher Anleger dieser Streiken, neben welchen auch der Rat mit
;c> Ruen bc; Jet «erbrochenen« Stein warte lurkommt, ist aus der
Mute des XIV. Jahrhunderts erhalten.
Ferner heisst es am 8 August 1441 im Burgermeisterbuch :
■•m.t der lantwer ?u Sas;cnl;;ser. v \r ö c .^tosscr l f 1 1 r.ha I dt
und (man soll) das vert/e i-./;i(in) . und wer das ml tut, wjl der
Kai das lassen machen und von den jhenen wyder r.emen und yne
phender. lassen; und (man soll) das den jhenen lassen sagen, end
die xchuuen und evn schribei sollen das verzeichnen." ' Dir An-
Siset dien :e:t den /weiten vt:m Hat.- I:vei. : iiiei;ii Wey giwiUi
zu haben. Denn am tS, Auguit lieisst es »der Rad sal die lantwer
l/u Sassenhusen um machci; und man sa". cdeirtunn s.r. c;-ei oder
wingarten (die aul die Landwehr süsser. ') tun messen und die
czinse für folle nemen, 50 vi! sie hin.«' Von einer Abmessung der
Äcker im Neuen Berg auf der Sachsenhäuser Landwehr ist auch
wieder 1443 und 1448 die Rede, ' — Von der Oberräder Landwehr
aber heisst es 1442: »dem obersten rithter und Jeckeln uff der
brücken (einem Sdii.tzen r) ':>c:el:n:ri. die anstosser an dem l'ehepide
(Viehweg) die lantwer heisien uff schiessen (= aufwerfen?)
und iglichen sin teil lassen machen, und Jockel darby heissen zu-
sehen; weLii iDÜcbs iiii tede, ])!ieiiden.s'
Rcchtsmainisch kenne ich nur bei einzelnen Strecken Belege
für die Verpflichtung der Anlieger zur Crabcmmicrh.iltung. Betreffs
der Diebsgrundlaiidwelir heschiuss man 1443 »Meister Voys befelhen,
die lantwer umb den Knoblauchshof besehenu uud darauf: «Voyss
von der Winterbach > den graben hinder dem Knoblauch shole heissen
uffwerffen.u s Von der Landwehr vor liicdern wird S. 80, von der
Seckbacher S. 127 die Rede sein. Bei der Ginnheimer Landwehr
weigerte sich 1468 der frankfurter Sifrid 1-olckcr gegen den Cent-
grafen zu Ginnheim, die Landwehr an seiner dortigen Wiese her-
stellen zu lassen.'
I Reichäjcten 1598.
- XXXItl —
Als Entgelt für die Liucrh.-.ltiir::; fiel den Anliegern die Nutzung
der Landwehr zu, namentlich der Weidenliaii. Auch der Rat hatte
die Nutzung, wo et die Gräben unterhielt.
Von den regelmässigen Untcrhaltungsar heilen sind zu unter-
scheiden grössere Herstellungs-, Erwciterungs- und Verstärkungs-
arbeiten, die der Rat in dem gleichen Verfahren wie bei den Neu-
bauten ausfuhren liess.
VI. Personal lur Überwachung und Bedienung der Landwehr.
I. Die Oberaufsicht.
Die Oberaufsicht über die Landwehr führten von jeher die 6
Rechenmeistet, deren Amt später die Recheney oder das
Recheneyamt hiess. i .f 3 6 sollen die Rechenmeister diejenigen
pfänden lassen, "die ir aduchen [nA manchen« für Abwässer] in der
lantwer nit abetun«.' In den Rechenbüchern rinden sich denn auch
die Ausgaben für Anlage und Unterhaltung der Landwehr. Noch
1723 lag »die Besorgung der Landwchru dem »Recheneyamt« ob.*
Aber schon 1727 war bereits a die Landwehr von der Recheney
ab und dem Ackergericht zugezogen».' Dieses Amt bestand aus
2, seit 1507 aus 3 Ratsfreunden, welchen hauptsächlich die Feld-
polizei und die Wege Verwaltung zustand. In manchen Jahren gab
es 2 Ackergerichte, eines für Frankfurt und eines für SjlIim;]i Innren. '
Zur Begründung der Fürsorge des Ackcrgcrichts für die Landwehr
heisst es 1767 und 176S. die Landwehren seien von verschiedenen
Kaisern privilegiert und durch die Stadt reformatio ' und
kaiserliche Resolutionen' gegründet. Nach letzteren dürfe ihre
Unterhaltung nie unterbleiben, weswegen die Act ergeschworenen ,
Wartleute und der expresse dazu bestellte G rabe nmei ster ver-
verpflichtet würden. 7
1807 wurde das Ackergericht samt dem Kornamt mit dem
Landarm vereinigt und am 1. Januar 183a abgeschafft.
' Bgmb. 1436, — 1 Bericht des Ackerger. 1715 in Atliergcr.-Ijnuv.clir. —
' Siehe Augenschein dus Ajl-^r^urj^it.- ■-■.11 dci .d : rin^'.i:[i:r M.ui?.i:;ia 1777 Lind
Stricht desselben vom ij. Dercmbcr 1767 und 11. April 176S, all« in Fair.
■Adcrgcr.-Landwcriri. — ' Kirchner, I, 41B. — ' = die 1500-1509 entstandene
.■iLü.^ljiniLr.f: lcs i : uui.!L:rt^ SudsiTC/m. ■ ' = l-esmidiT. von 1725 — 1712
in Saclien des Zwisln der rl-.irsiTschart mi; den: Hm nbwenen kaiserlichen Ver-
tagungen. — T Bericht des Ackerger. vom i]. Detember 1765 und Gutachten einer
Ralsdcpiitaliou vom jo. September 176B.
- XXXIV -
2. Die Grabenmeister.
Die Sorge für das Game des Landwehrkörpers, d. h. die Gräben
mit dem Holze, dem Grase und den Hecken, die Leitung der in der
Landwehr auszuführenden Arbeiten und die Aufsicht über die Arbeiter,
hatte ursprünglich ein vereidigter Knecht ohne besondere Amts-
bezeichnung.
Das aAlt Aidt Bucha aus dem Anfang des XV. Jahrhunderts
enthält' folgende Instruktion für ihn:
»Der knccht der in der Stüde lantgcwer geet und dem die
li.i.i'ili.n ivin sal in guden uuwen geloben und run heiligen sweren,
1. auch off der siede Rechenmeistere eytlichen zu Wirten und by ine m sin
sin. Was lüde oder anders er Auch von befehle der Rcchcnmeistere gewynnct und
schiebet, das soil er tun, und bestellen mit den iheaen, die iren lonc wolc ver-
dienen mögen und den äUCll Iii: nie liL'i'.jiL'n rii-.t r..:,lcrn .r.m 'Inen la.livn l.mi',
und jne den auch sonder vertiehe iu rechten lyten geben und kcvne rc:>n:i:.
sdiencke noch gäbe van den fordern noch nemen;
4. er sal auch ane erlaubung der Rechenmeistere aymurt, wer der sy,
Samstage ia der Itede Reellem 11 ■ 1 ■. n::\ ■!. ■ . ■ 1 I üi'l : 1 1 ■: 1 ■!. .
5. a. Was er auch sehe oder erfure, das der lantgewcre, wyden, geholtae,
dornen, wellen oder anders schaden gescheen were oder wyderfareri mochte, und
b. was jne sost beduchte der lantwere not sin ; c. desgliclien, wan jne
beduncket lyl sin, das die wyden, holtie und dornen in der lantwer an buefcen
und binaren sin, das er soliches den Rechenmeistern furbringen solle, befclhe und
bescheit davon ru nemen.
6. Und in allen und glichen ■d-::en ^Jchuvf des Rades, der stede und auch
der lantwer schaden in warnen, sril'iT kevn ir l'rMes zu werben und für-
rm Rade und der stat arheiden, Ireynerley geholt! noch anders
mit ine oder sost hinweg tragen oder füren lafflen, noch auch selber nil tun,
uflgescheiden alle argclistc und gcverdei."
Ob es von Anfang an immer zwei solcher Aufseher gab, ist
nicht bekannt. Es scheint der Fall gewesen zu sein hei den Land-
' F. 97. — J Die Einteilung des Teiles ist von mir.
Dlgiiizcd by Google
- XXXV -
wehrbauten von 1414— 16, bei welchen zum Unterschied von den
übrigen «Kncehtcns iwci, die nur als Aufseher aufgefasst werden
können, im Rechenbuch stets mit Namen genannt werden und einen
höheren Lohn erhalten.' Aus den Vereidigungsvermerken des Eid-
buchs ergibt sich nichts über die Zahl der gleichzeitigen Aufscher.
Der Titel Grabenmeister kommt im Eidbuch zum ersten
Mal 1534 vor; 1568 machen der Grabenmeister und seine 9 Knechte
»Gräben bei der Marbach am KlobelauchshorTe.«' Zwei Graben-
meister, von denen der eine nein Grabenmeistei zu Sachsenhausen
und Oberrad« heisst, waren feste Einrichtung noch vor dem Über-
gang der Landwehr an das Ackergericht.' 1782 heisst der eine
sNeb engrabenmeistem und dB e y g ra b e nm ei sie rn. H
Im XVIII. Jahrhundert hatten die Grabenmeister neben der
Überwachung der ganzen Landwehr noch, gleich den Wartleuten,
die besondere Aufsicht über einzelne Landwehrstrecken, die den
Warten entlegen waren ; so der rechtsmainische Grabenmeister, der
in Bornheim wohnte, über die Strecke vom Ginnheimer zum
Bräun gesheim er Steg 1 und die ganze Seckbacher Landwehr vom
Sulzenschlag zum Bornheimer Bruch [Stein 261 oder 262],' der links-
mainischc über die Landwehr von Oberrad zum Hainer Steg und
vom Hasen pfadsteg zum Langen Bruch.'
Nachdem die Landwehr an das Ackergericht gekommen war,
Hess dieses 1776 eine neue Instruktion* drucken, in welcher zu der
des alten Eidbuchs noch Folgendes hinzukam: der Grabenmeister soll
1. täglich einmal bei Tage und wöchentlich mindestens zwei-
mal bei Nacht die Landwehr abgehen;
2. Abackeruiisjctvunft igt! Sd-,:ii. ikrungen und Grenzverrückungen
dem Ackergericht melden;
J. Holzdiebe und Frevler ohne Ansehen der Person angeben;
4. auch bei unbekannten Thätern die Frevel anzeigen;
5. eingefallene Landwehrgräben wieder aufwerfen, verbotene
Fusswege und »Falineno' abgraben;
Commisim. Bogen ohne Datum, Anfing d« XVU1. g ]«hthuad«is ad. B. 49 ii
der Rep. — * AcfcerßLi ';:i^'r:.i. :. Ili*i'i:ibcr lj&l. — I S. S. 45 und in. —
i S. S. .16. - ISA 17; und 180. - > Uglb. B. 9a n. 1 9 K. A. - > = Herden-
»■ige; "gl- ■Klepperfahn. und .Bci-jeusiuriduhn« im Walde; der Hin .fährt,
mit seiner Herde auf ein Gelände.
— XXXV] —
6. Lücken in der Bepfhnzim;: ausfielen und jungt- Bäume
schneidcln;
7. keinen Unterschleif mit den Tageloluuetteln begehen oder
dulden;
K. das aufgemachte Holz treulich anzeigen.
Die Bestallung der Grabenme ister betrug Anfang des XVIII.
Jahrhunderts' wöchentlich 1 fl, also jährlich 52 II. Dazu erhielten sie
als Ac cidenü tu: I. im Hauptamt : »wenn die Landwehr behauen,
Treidel und Wellen gemacht» waren, für nObsicht" 20 Kr. wöchent-
lich, so lange die Arbeit währte; dazu alle 2 Jahre grünes Tuch zum
Kleid; 2. im Nebenamt, ebenso wie die Wirtleute, auf ihren >Distriltteno
dis Gras und was in Wildobst gewachsen war, lind ein Drittel der
Strafen von denen, die die Landwehr geschädigt oder an ungewöhn-
lichen Orten passiert hatten.
Geraume Zeit vor 1774 wurde das »wenig einträgliche! [rechts-
mäinisdiel Grabenmeisteramt mit dem des Wart mann s der Fried -
berger Warte verbunden. Dies war zuerst der Fall mit Balthascr
Bloch (vereidig! i/j-l),' auf welchen sein Sohn Julunu Bloch in den
gleichen Stellungen folgte. Dienst« uhnuRg war jetzt die Warte, von
wo aus der Grabenmeister bei Holzdiebsühlen in der Landwehr, be-
sonders bei Nacht, schneller zur Stelle sein konnte.'
3. Die Wartleute.
Auf jeder VVarte sass ein Warrmann. In der ältesten Zeit
lieisst er einfach »der uf der warten.' Der Wartmann der Bocken-
henner \V,;rte lieisst einmal dormann 1 , der der Riederwartc seit
ijjo nieist Sc hn euni.ir.ii ii.lcIi seinen. Schlage, der Schnappe.'
Auf dem liniililauchsbof' verschwand der Wartmanu nach der Er-
richtung Oer 1-ricdherger Warle, ijO'j ist dies bereits der Fall;' auf
der vom Unglück verfolgten alten Sachsenhäi^er Warte .1111 Steinwey
(MOhlbergweg) ist ein ständiger Wartmann nicht nachzuweisen.
Die Verpflichtungen der Wirtleute und deren Veränderungen
im Laufe der Zeit ersieht man am besten aus ihrem Diensteid, von
welchem wir auf S. XXXVIII und XXXIX vier Fassungen aus ver-
schiedenen Zeiten zusammenstellen.*
' S. S. XXXV, Anm. j. - ' Act. Maibich Uglb. A. 91 177). — 1 Bericht
•les Ackerger. ti. n«eiiiK-r 1771 :n Uglb. 11. und 19. — ' 1. Ii. »KiJhu.-ln il\
F. «■ - 1 Fehden No. 114. MO bd Kgk M. 14. 14. - ' S, S. B9. -
7 Lcrsn. 1, 57.5. ■ Wir bitten .iie Seiten N.XXV1Ü und XXXIX vor
XXXV11 lesen zu »ollen!
Digiiized bjr Google
- XXXVII -
Zu diesen Instruktionen der Wartlcute ist noch folgendes zu
bemerken:
Zu y. Anstalt /.u ^hiesscu nllegte:! früher die Wattlcurc wie
die andern Türmer, zu blasen, wozu auf jede Warte ein Horn ge-
liefert wurde." 1462 heissr es »die ulT den Warten sollen blasun
und banyer ullstosscn, woe wenn] sie reysige sehen,»' Unter
Umständen wurde aiicli, wohl der Sicherheit halber, das Blasen unter-
sagt und nur oplisdse Sipnale angeordnet. 1456 bcschloss man »den
wartluden underseyn |— uincrsas'en | ?u Hann, [dafür ihnen zu be-
fehlen) mit dem banner zu zeugen und [man beschloss] ein Korbe
Zu j: Die »forport.cn und torc» scheinen der Eingang des
Warihofs zu sein. Diesen zuzuhalten wird öfter und besonders ein-
geschärft, I.B. soll 1462 der Wartmann der Bocken heim er Wirte,
Cuno von Solms selber da sy.«>
Zu 8: War es nötig, dass die ganze Nicht gewacht wurde,
so wurde dem Wartmann ein besonderer Wächter beigegeben.
Auf der Galgenwarte war es 14 iS seit mehreren Jahren vorgekommen,
dass einer »nächtlich ein h.Ljin.idite wachen musstc, wofiir er viertel-
jährig 2 1t erhielt.'
Ursprünglich halte der Wartm.inn, wie Instruktion I zeigt, nur
mit der Wart« selbst und deren Schlag zu tun. Aber nach dem
Bau der Bockenheimer Warte [1434] erhielt jeder Wartmann noch
dazu imstande war [Ii, nl Am Anfang des XVIII. Jahrhunderts'
bestanden folgende Aul'siclitsJistrikre : fJ;ili:ertw:irte: vom Gutlcuthof
zur Steglach; Bockenheimer Warle: von der Steglach zum Ginn-
heimer Steg; Friedbergcr Warte: vom Preungesheim er Steg zur
Schlaghütte; Bieder Watte: vom Bornheimer Bruch [Stein 261 oder
262] zum Main; Sachscnhäuscr Warte : vom Haiiicrstcg zum Hasen-
' Öfter; für die SubKntliuxf Warle 1. B. Rb. 147D, F. 41. — 1 B^mb. 1461,
F. 5. - > Ibid. hü, F. 67b. - ■ Ibid. 146a, F. ;. - i Ibid. F. ib. - » Rb. 141S,
F. 8, Kgb. U. S. 16, 90. — ' In dcn> erwähnten Beriet».
DigiüzGd ö/ Google
Digitized ö/ Google
- XL -
Als Neben verdienst betrieben die Wartleute oft auf eigene Faust
die Schinkwinscli.il>. D-.c : . wurde ihnen wiederhol i v:rbo:e:i. ; [77.:
wende die Schankwirts; hafi der Wartmanne: von neuem beraten und.
wie der Eid von 1776 ze:gt, mit gewissen Beschränkungen gestattet
Von der Vereinigung dei einen Crj'jer.m eist er stelle mit der
des Wartmanns aul der r-tiedberger Wanc war die Rede.
Der Rieder Watt oder Schnappen mann veriah schon lü] zu
gleich die Stelle eines Hosp italt'or stets, 1 stand also gleichzeitig
im Dienste der Stadt und des Hospitals zum Heiligen Geist Der
letzte, der beide Ämter vereinigte, wai Andreas Ludwig. Nach
seinem Tode waren sie wieder getrennt.
Zuletzt waren um! ile \Vi;t.r-:« einschliesslich des Sthnappen
mannes gleich-eilig Chans-Cegeldetheber bis ms XIX. Jahrhur.dert
hinein.
Die Besoldung der 4 Knechte, die 1396 an den 4 Warten —
der hölzernen Galgcnwarte, der hölzernen Sachsenhäuser Warte am
Steinweg und den beiden Warten auf dem Knoblauchshof und zu
Riedern — hüteten und den späteren Wartleuten entsprachen, betrug
je 14 Eh. wöchentlich, d. Ii. je 3688 s!]. oder 30 fl. 20 kr. jährlich.'
Die Knechte »zun guten Luden« und auf dem Knoblauchshof erhielten
1396 dazu noch je einen Kock. 1
In der Folgezeit betrug die Besoldung der Wartmänner auf der
Galgen-, Bockenheims, S.idiserihäuser und Fried b erger Warte viertel-
jährig 61t, also jährlich 248 = 20 fl.' Auch lieferte ihnen der Rat,
wie auch sonst den Türmern, Pclzröcke.* Daneben gehörten zu
ihrer Bestallung die sog. Wartäcker. Diese wurden später ab-
gelöst.' Im Anfang des XVIII, Jahrhundens erhielt jeder der 4 eigent-
lichen Wartmänner jährlich:
Betallung 18 fl. 24 kr.
Broigeld 20 „ 48 „
Stiefel- und Kohlengeld. ... 2 „ 3, „
Zusammen . 41 fl. 47 kr.
Dazu als Accidcntien Gras und Wildobst im Aufsichtsdistrikt
und '/j der Strafen für Litidwehlfrevel.*
Der Rieder Schiiüppenmann nahm eine besondere Stellung ein.
Fr erhielt nachweislich seit 1550 den üblichen Schlaghütcrlohn von
1 u Ii. Bgnib, 1471, F. 85 b. - "Mglb. E 51 I. Estr. Ricdcm. — 1 Rb. 1196,
F. 48. — 1 Rb. IJ96. — 1 Rb. 1468, 1480, 1484, 1190. — <Lom. I, 574 zu IS09. —
7 Uglb. A. 1 ? , Nc 8. - • S, 5. XXXV, Ann.. (.
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■
- XT.I -
8 sh. = 20 kr. die Woche, also jährlich 20 S 16 sh. ™ 17 fl. 20 kr.'
und dazu einen Pelz wie die anderen Wartleute. Zu seiner Bestallung
gehörte die Schnappwicsc.' Im XVIII, Jahrhundert erhielt er
jährlich :
Bestallung [wöchentlich 30 kr.] . 17 fl. 20 kr.
Brotgeld 20 „ 48 „
wozu die erwähnten Accideniicn der andern Wirtleute kirnen.
Die Schläge zerfielen in bewachte und unbewachte, letztere
wieder in solche, die für den ganzen Tag, und solche, die nur nach
Bedürfnis geöffnet wurden. Die Schlagbäuine der Warten, deren
Bedienung den Wartleuten zufiel, sind hier ausser Betracht gelassen.
Isur die bewachten Schläge hatten ständige Hüter. Sie heissen
»die an den siegen», uslageknechteo ' und häufig nponencr«.* Der
Schlaghütcreid aus dem XV. Jahrhundert' schreibt vor: »Die an den
sk-'jeii oll' der lantwere sollen in guten truwen globen und zun
heiligen sweren, morgens, so die porten zu Frankfurt offgetan werden,
von siont in sinen slag [es fehlt aoffentunuj und abendes, so er den
zugesloßen und verwart hat, auch zu rechter zyt von dannen zugeen
und die slußele mit jme zutragen und stedichiieh tage daran zusin,
zuhuden und zubliben und mit dem slagc und andern Sachen uß und
ynne zulaßen, als er dan zu iglicher zyt bescheiden wirdet.it Die
folgenden Bestimmungen Uber Verhalten bei Gerennen und beim
Nahen von Reisigen und Gefangenentransporten, über Beaufsichtigung
der Landwehr, freundliche Behandlung der Leute und Vermeiden von
Flurschaden entsprechen genau den Vorschriften für die Wartleute
(I und II).
Als Lohn erhielten die ständigen Schlaghüter gewohnlich 8 sh.
wöchentlich, also zo % 16 sh. jährlich.'
Das tägliche Auf. und Zuschliessen unbewachter Schläge be-
sorgten Leute, die sonst eine andere Beschäftigung hatten, nebenbei.
Rb. 1401, 1403 11. o. - 1 «Alt Aidt-Buchi. — * Belege bieten die Rechenbücher
des XIV. und XV. Jahrhunderts, z. B. Rh. 1199, F. 4g; 14», F. »; rjoo, F. 37.
Nach Rb. 1597, F. j8 erhielt der Hüter an der Vilheler Sirasse ml 8 h.; dasselbe
gleichzeitig ein Hüter auf einem Turm; 140J, F. 4>b erhielten 4 Schlaghtjier m-
samiDen 26 I, also jeder 6 j 6 h.| 1409, F. 41 einer 6 f wöchentlich.
Zusammen . 38 fl. 8 kr.
4. Die Schlaghüter.
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- XLII -
l: . »siege bv Sinei Wendelm« sdiUe&st 141} auf uod 111 »Henne
in der dutsciitn hern garteohus»;' den Prcungeshcir.icr Schlag 14)1
»Rudolff sbgeknscht an Borr.heimrrstTassent;' und vom RieJuhlag
heisst ei 1490 in der Instruktion für den Schäfer auf dem damals
erbauten Schafhol »den sloiTel zu dem ulTet (laß soll der Scheffer
haben und morgens und abends uff und zusbeßen«.' Als Jahrlohn
für das tägliche Auf- und Zuscbhessen erschein! öfter Geld für ein
Paar Schuhe, die z. B. 1431 4 ff, 1440 4 ß 4 h. kosten.'
Zu den in der Kegel vcii;hlo>ienen und nur nach Bedürfnis
geöffneten Sciiljgrn gehören j B. ii.e bt;den Si:..jj;e a:i der Oppen-
heimer Strasse beim Langen Bruch und der Eiserne Schlag an der
seit 1462 zur »Notstrassen herabgesunkenen Eschenheimer Strasse.
Van ersteren erfahren wir, dass sie 1430 Henne Kurcze, Portener
an der Oppenheimer Pforte, »zu noden uff und czu slüfßet«' und
dass man 1440 beschloss »dem dutscliherren den floffel czun siegen
lyhen und ime den bevelhen und den Glauben uff in stellen«* Der
Schlüssel zum Eisernen Schlage aber wurde nur in besonderen Fällen
zuweilen gegen eidliche Versicherung der Treue geliehen. 1
5. Die Schützen.
Ausser dem »knecht der in die lantwer geet«, oder dem Graben-
wärter, den Wartlcuten und den Schlüghütern gab cs noch besondere
Schützen, die die Aufgabe hauen, die Landwehr täglich zu be-
gehen. Zu diesem Zweck zerfiel die recht smainische Landwehr nach-
weislich seit Frühling 1427 in zwei Bezirke, vom Uniermain beim
Guileuthof zum Knoblauchshof und vom Knoblauch shof zum Ober-
main bei Riedem. Jeder Bezirk wurde von 3 Schützen überwacht,
die jährlich je 10 iE c= 8 fl. 8 sh. empfingen. Von ihrem zweiten
Vierieljahrlohn heisst es am 6. September 1427:
»item 71A (7 Wernher Widdich und peder von Kebel [Kobel]
und Walther Kerlog iren andern viertel jarlon zuverdienen von dem
mein by den gudenluden biß an den Clobelaurhs hoff;
item 7 Vi G pedere hoppeland und geiste 1 iren andern viertel
jarlon der lantwer von dem clobelauchs hoffe bifl oben in den mein
und am 15. November erhalten die drei zuerst genannten ihren
dritten Vierteljahrlohn »von der lantwer«.'
■ Rb. 141; nach Fich. Hdsdn. JJ. 6s. — ' Bb. 1431, F. jS. — I HiusnA.
HOfe Sithienli. - < Bb. 14JI, F. j8 und 1440, F. 44b. — 1 Ibid. 1450, F. 70. —
* Bgmb. 144D, F. 74b. — 'S.S. 60. — > Hier ist offenbar ein Name au^elaiM»,
da der Lohn derselbe Ist, wie vorher für i Scheues, — » Rb. 1417, F. ]7 und J9.
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Für die linksnia mische Landwehr finden wir 1444 einen Schulzen
mit 8 fl. Jahrlohn angestellt. Am 24. Oktober zahlte nun »2 fl. CI*s
Stutnpe schuczen, die lantwer czu Sassenhusen al!e nacht gein morgen
czu besehen von dem vergangenen lirtel jarlona.'
Auch die Ginnheimer Landwehr wurde nur von einem
Schützen überwacht. Dieser erhielt den beträchtlichen Jahrlohn von
tj fl. — 15 8 12 ß. Da Frankfurt und Hanau alle Ausgaben für
die Ginnheimer Landwehr im Verhältnis von 5 zu 6 teilten, so
betrug der
Jilirlohn. ViertrJjlhrlabn.
Frankfurter Anteil . 7* ij?8h 1 11 15 fl 4 h
Hanauer Anteil . . 8 a 10 » 4 * 2 » !■ 8»
Ganzer Lohn . . , IJ % 13 ß — 3 (C t8 ß —
Am 27, Oktober 1408 heisst es: »7 iE 1 ß 8 h han wir gegeben
Wemher Korber[?J zu unßem antzal zu jarlon, der nuwen lantwer
by ginheim zu warten, als er zu jar [™ auf ein Jahr] gewonnen
ist der lantwer umb 13 gülden zu warten und mit innen wan wir
von der stede Frankfurt wegen fünft" prienige gebin, so sal die
bornheimer zint seß phennige gebin». 1
Einmal teilten sich ausnahmsweise 2 Schützen in diesen Lohn.
Im November 1410 verzeichnet das Rechenbuch: »35 fl 4 h Bechtold
von eckinheim und Wigel von Ginheim iren ersten viertel jarlon, als
uns geburt in [ihnen] zu gebin an der lantwer zu ginheim zu
huden».
VH. Verwendung der Landwehr In Gefahr.
In Zeiten drohender Gefahr, in »Warnungen" wurden an die
Leistungsfähigkeit der Landwehr die höchsten Anforderungen ge-
stellt. Dann galt es, die Gefährdeten zu warnen, die Landwehr
mit verdoppelter Sorgfalt zu besichtigen und sie mit Mannschaften
und Geschütz zu besetzen. Auch zur Messzeit wutde die Land-
wehr scharf überwacht und in verteidigungsfähigen Zustand versetzt.
1. Warnung der Gefährdeten.
Als 1493 Gefahr drohte, liess der Rat den Oberrädern sagen,
sie sollten »ihr Viehe hcrin in die Schläge schlage™ und fertigte
eine Frau auf den Schafhof, osie warnen [zu] lassen, dass sie ihr
1 Rb. 1444, K. 48. — * Rb. 1408, K. jo. Die gleicht Ausgabe :n den
Rechenbüchern von 1409, 1410, 1411, 1417. - > Ibid. 14m, F. 4jb.
- xuv* -
Vidi in der Landwehr behalten.!)' — Audi den Nachbarn erlaubte
man zuweilen, ihr Viel, in die Landwehr zu treiben. 146a liess man
herinne, wann der slag [der BockenheimerVarte] offen ist, will man
geschecn lassen« , doch durfte ihnen der Wartliof nicht aufgetan
werden,'
1. Besichtigung der Landwelir.
Die ausserordentlichen Brikiiti^uii^cii erst riskiert sich zunächst
auf die Landwehr nubir allen 1 oder »all amb und umbu.' Sie er-
folgten täglich, 5 oder »cc^wyhnqc«. czuczvdeti' und zwar Nachts,'
oder Morgens vor Tage,' oder Morgens und Nachmittags* durch
Diener oder Knechte, entweder *u Fuss oder zu Pferde, zuweilen
auch durch Flauen," vielleicht, weil diese weniger auffielen.
1412 musste ein Fischer eine Zeit lang 2 Knechte morgens
iibersL-./c'i aJii- [linksniainisihej lamwer zu besehen in diesen War-
nungen.»" — 1441 liess man in der Messe die Landwehr alle Tage
besehen.' 1 — 1471 erhielten 2 »bullende Kl: L-chi^n 16 ,i »diu verji.mjienc
woche 12 nacht ußwendig oli" der lamwer czu Sassenhusen wyder
so fu re [wie zuvor] czugecn, czu warten und czusehen, obe
imant da inne lige oder sy oder dadurch gangen oder geriden habe,
oder [obe] die [lantwerj ingezogen [Bedeutung?] sy; und was
ine begegnet sy, das an der AlTennorten, so mau die offslusset, czu
sagen und anzubringen.«' 1
Die Tätigkeit de* Wachens und Spähen* heisst oft die warte;
daher die Ausdrücke »uff die warte rideno, »die warte beridenn,
»die warte in nernen« und zwar zu Fuss oder zu Pferde, welche
sich aber nicht immer auf die Landwehr zu beziehen brauchen. 1442
liess man «den d i enern sagen under andern das si morgens vor
tage und auch nach mittage die warte beryden und ver-
sehen, als vormals geschehen ist, uff da* man schaden vorkeime.« "
1451 beschlos5 man »die dienet morgens degelich uff die
warthe lassen ryden und die lantwer lassen besehen,«' 1 1395
z.ibhc nun) Lohn :>eim knechte, 14 tage zu Riedcm zu bilden und
die warte in zu nernen«,'* und 1 397 anderen Knechten "die
1 Letsn. IV. 409. — • Bflmb. 146a, F. i. — ' Bgnib. 1441. — 1 Ibid. 1448,
' F. [. — » Ibid. 1441. F. (I. - *Rb. 14.3 und .448, F. jjb. - 7 Ibid. F. 71 b. -
■ Ibid. 1412. — » ßgrab. 1441, F. 55b. — " Bgmb. 1440, F. s, 1448, F. );b. —
" Rb. 1419, 2. Juli. — " Bgob, 1441, F. jt. — '1 Hb. 1471, F. 71b. —
■« Bgmb. 1441, F. nb. — "I Ibid. 1451, F. 8. — <* Hb. 1)95, F. ]j.
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- XLV -
Warthe zu fuße in zu nemen, als man gewamet waz.i' Die
beiden letzten Notizen sind keine Beweise für das Vorhandensein
eines Wartengebäudss.
Inden Ausdrücken » die Warte verslagenu oder »b es lag en«
scheint die gleiche Bedeutung vorzuliegen. 1390 zahlle man »6 ß
zwein gesellen, die ein nacht [= eine Nacht lang!] die warte in dem
nyder walde" virsiugen 1= dort wachten], als man die kaufflude des
morgens von der messe geleiden soldeo,' 1491 mfiift fl. t alb. für
ein phert zu e3'ncm für rider [Vorrciter] die wart zu beßlagen» 1
und 1402 heisst es 11] 3 grossen atzete der diener ein teil, als sie hern
Kuno von Ro.lenstein gein Frideberg geliehen Warden und auch als
ir ein teil die warte vor der höhe [vor dem Taunus!] bisluge,
da man die von l ; ridel>erg ... in die messe geleidet. « ' Die Nach-
richt von t ;ijo beweist ebensowenig das Vorhandensein einer hölzernen
(lalyai warte, wie die von 1402 das einer sonst nicht bekannten «Warte
vor der Höhe.«
Auch wenn 1453 Lohn gezahlt wird «len frauwen, dieß wuchen
im walde du ßlege [welche?! z" beßlagen«, 1 wird beschlagen =
einnehmen, in Beschlag nehmen sein. 6 Die l'raucn sollten wohl in
unaulTalliytr Weise sich an den Schlagen aufhalten und eiwui^L- Vor-
kommnisse melden.
Die zum Wachen bestimmte Mannschaft heisst ebenfalls ndie
warten 1440 erlaubte man Konrad von Glauburg »die Warthe
tun by sinen phig und auch anderswo, so man der diener nit bedarff.a 1
Auch die Höfe vor der Stadt wurden in »Warnungen» auf ihren
Verteidigungszustand geprüft. 1459 wurden »die Leuthe auf dem
Clobelauchs-lk:i, der Ode ::nJ andern dergleichen Hausern tescl::ci:t
und verhöret, was Geschütz darauf seye, auch den Herren befohlen,
ihre I Liu-cr und Sachen in Obacht zu iidum-n, und wenn der Magistrat
Leuthe darauf schicket, solche einzulassen.«'
3. Besetzung der Landwehr.
Die Landwehr, d. h. die Warten und Schläge, dazu die Höfe
vor der Stadt und die Dörfer Hess man bei Gefahren mit Mann-
schaften und Geschützen »besetzen" oder •bestelle na.
* Rb. 1)97. - 1 Rb - >i9°< F - 45 b - — ' lbiJ - M9*i F - 9 1 - — * Rb ' '*»>
F. 6l b. — S Rb. M9(, F. 74- - 'S. Grimm «beschlagen. IJ{I). - 1 Bgrob. [4411.
F. 10. — « Leri. 0. t;8o iu 1459 fa. III p. Dom. Trin,
- XLVI -
T444 beschloss man, otegeüch die lantwer off beyden syten
tun bestellen«; 1 14 J9 sollten die Rechenmeister die warte (Plur.)
bestellen»;' 1449 dieselben "besetzen und bestellen mit
gesch ut zt« und 1397, als ein »gerenne vor du sudo war,
«.irden ; 1E 4 h bezahlt »von Steinen aß die wart he |Plui.| zu
bnogent.* — [4)7 wurde beschlossen =Bvtsack an den Slag czu
Deinen und ime ein armbrujt mit daran zugebene,' und 1426
11 j Sit er. Tage lang zwei reue^ch.rzei: ..jf den. ör jsrgev. erde
by Sani Wendel ing und in Rudolf zum Humbrachts hofe [— Brommen-
hofj in warnunge hudem.*
Oberrad licss man 149; »mit 40 knechten stercken«' und Ijjo
"die ußersten slosse, als Bonamese, Irlebach, Husen; KnobclauchshotF,
Riedern; die czwo warthen [Galgen- und Bockenheimer] bestellen
diesen obend, das die mit luden und geschueze beste 1t syen«. 1
VIII. Schädigungen der Landwehr.
Abgesehen von Zerstörungen durch den Feind kamen absicht-
liche Schädigungen der Landwehr sehr häufig vor. Der Frevler
hatte wo möglich den Schaden gut zu machen und dazu unter Um-
ständen noch eine Busse zu zahlen. So wurde 1438 beschlossen,
die «ur alden Wagen' die lantwet wider heissen machen und
busse eingeben. 1 " Folgende i-'revel sind die häufigsten:
t. Gebictsschmälcrung;
a. durch Überackern: im 15. Jahrhundert hatten nach einem
undatierten Verzeichnis" an der Sachsenhäuser Landwehr
viele Anlieger ȟber arno; [723 haben die Bocken-
heimer zwischen der Bocken heim er Warte und dem
Eisernen Schlag udermassen nach nah) der Landwehr«
angebaut, udass nicht ein Fuss breit räum zu finden ist,
da doch einige Steine zeigen, wie weit sie davon zu bleiben
schuldig sind«; J727 kommt die gleicht Beschwerde am
gleichen Ort und an der Ginnheimer Landwehr vor; 1 '
und später an der Oberräder Landwehr beim Thürchespfad.
■ Bgmb. 1444, i : . 9b. - ' I^d- '419 F. - I Ibid. J. 1449. F. 14b. -
' Rb. 1)5*. F. 46. — l Bgmb. 1417, F. JO. — » Hb. 1416 bei Fich. Hdschr. JJ. —
' Leis. 111,409. - 1 Bgmb. uso, F. 19b. - • Haus .m alten Wage in der Kallelosh-
gas«, Batt. IV, Jii. — ™ Bgmb. 14)». — " Uglb. A. 95 V. - " In Fl» Acterger.-
Landwehr.
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— XLVII -
b. durch Baum pflanzung, 1467 heisst es »Sifrit Fulkern und
andern sagen, die gesaste beume off der lantwere
c. durch Gebäude; 1458 sollen »die frunde . . . Sifrit Wclders
buwe by der lanlWCr besehene. '
2. Widerrechtliche Nutzung.
a. von Holz: Über das Fällen und Beschneiden von Land-
wehrbäumen wurde zu allen Zeilen geklagt. Im XVIII.
Jahrhundert gab das ordnungsmässige Erbsenreiserhauen
vielfache Gelegenheit dazu. 1761 haben die Beständer des
Gutleuthofs und des Hellerhofs Reisig in der Landwehr
gehauen, letzterer sogar 2 Eichbäume in der Landwehr
hinter seinem Hofe »abgestumpft«. >
b. von Früchten : 1723 masste sich der Bockenheimer
Schilling von den auf Hanauisches Territorium über-
hängenden Bäumen der Frankfurter Landwehr Obst und
Eicheln an.*
c. von Gras: 1777 bat der TaglOhncr Traub in der Landwehr
[beim Eckenheimer uuJ IVeiLüjieslieiLiicr Sieg] gegrast.'
Vieheintrieb: 14 12 musste Busse bezahlt werden, »als (che
in die lantwere gelanffen waw* und 1459 beschloss man »mit dem
meister von den gudenluden zu redden, als sine vehe den luden
schaden tud und der lantwere.» 7 Besonders war die Schäferei dei
Landwehr nachteilig. 1446 heisst es »mit Maderne in der Gin-
heimer lantwere bestellen und redden von des scheffers wegen, der
die schaff in die lantwer drybit.i* 1782 klagt Oberförster Vogel,
zwischen der Bockenheimer Warte und dem Eisern tri Scbhu w-.jrtii:
das »tlackcn und besäen [der Landwehr] neben den Ackern beiderseits
der Gräben . . . wegen der Schäferei nicht viel helfen,» und im
folgenden Jahre hat einer in der »Landwehr im alten Berga
|Riederberg| Sihafe geweidet. Überall waren dort Pfade von
Schafen in der Landwehr. '°
* Bgmb. 1467, F. ji. Es hudelt sich entweder am den nördlichsten Teil
der Galgenleidlandwehr u der S. 1, genannten iVökkeri sehen Wiesei. nder lim
die Ginnlieiroer Landwehr (S, S. XXX11) - ' Benib. 1458. Es handelt .siel, um
die Ludwehr rwischen Knoblauch sweg und östlichen. V/lllopLuL S. S, 16 und 17;
.buwec konnte vielleicht auch Inf den Ackerbau gehen. -- I Fan Acktiger.-
Landwehr. - < Ibid. - > Ibid. - ' Rb. 1413, F. 11 b. - ' Ibid. I4i9, F. Bob. -
■ Bgmb. 1446, F. iä. Madern aar wohl der Schaue der Ginnheimer Landwehr
wie die S. XUII genannten. — » Bericht voni S. Män IjBi. - " AekergokhB-
iktcn vom ji. Juli 1783.
- XLVffl -
4, Anlage von Privat wegen : 144; versuchte Gerlach von Lons-
dorff, der sich 1470 unter den Hauprleuten der zum Schutz des
Baues der Sachsenhäuser Landwehr aufgebotenen Schaar befand,
einen Steg über die Landwehr iu machen, was ihm aber der Kat
untersagte. 1
5. Zuleitung von Abwässern: 14)6 wird bestimmt die Rechen-
meister sollen lassen penden, die ir aduchen in die lantwer
nit abetun.« 1
■ Hgnib. I44j. S. auch S, i[6. — ' Bgrob, 1416.
— »•**«•*-
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Topographischer Teil.
lirsics Kapitel.
Das reehtsmainisehe Stadtgebiet.
Um du- Anlage der rt;.i:s":jv- wln~; I. judv. el;:eu m ver>tc-hen.
ii: es noiwendip, juvor von den redusrnjiniiclien Scilsgtbici m
Hinsicht auf seine natOilicb« liesöaffer.heii, seioe S'achLargebieK.'.
« :".c Cren/ui, -in IV. I; ur.l t;M:j;:i J.t :^ c.fcluii-U'ndir WVpt
eine \ oisieiljnf; lu gcwiw u i
Natürliche Beschaffenheit.'
Der Boden des rcchtsniainiiciu-n St.id^'cl'iijics bratcht aus der
Höhe und der Flussebene. Ersterc ist das Endsifick des vom
Vogelsberg zwischen Nidder, Nidda und Main herabziehenden Rückens,
niii höchster Erhebung bei der Bcrficr Warte. Von dieser Höhe
[rennt die Mulde des Diebsßruri des, der von Seckbich her zwischen
durch Weg MocknlLurii-fniüiliLiiu i'Ji ui5 lui Peilenfabril« ; sodann durch den
Praunheim« Weg 03d). — ' L r n. T e:'iiir l^t r.ir.k- Allerheiligen-, 'IVjii^us-,
alle Schleiingeigj™. KelrenlinfVe^ ([.(). — ' Ritetisieiii, A I i^iiem.. C bcrsiclits-
plan 1 : 10,000, 1880. — * Hin «was hellerer Rand von 1!0 ni lieh! sieb von
der Kiniiiüiidung des Arl'eiKlrisier V-'t^s (it>) in die llsehertheimer Strasss (r;)
südlich uni die Irrenan-ull 1:1: J die WinY .'.i.-^ecYu.k- -ler Griineburg.
der deutlich hervortritt zwischen Sulz und Pfingstweide, sowie an
Je- jL'LKiser: WiilihcliiuiJ'.iir. L-.-.L-, vlr.v scher am Wege Bockenheim er
Sirasse-Ginnheini (16) hinter der ehemaligen Villa Leonhards brutin
und zweimal am Praunheimer Wege (:8c). Seine Abdachung ist
zwischen Sulz und Pfingstweide kurz und steil; zwischen Pfingst-
weide und Ginnheimer Weg(ifi) sehr lang und sehr sanft; zwischen
letzterem und Diebsgrund wieder kürzer und steiler, besonders am
Praunheimer Weg (18 c) nördlich von dessen Kreuzung mit dem
Diebsweg (48). Der Abfall zum Diebsgrund tritt nur westlich der
Eschersbeimer Strasse (17) allmnhh'g stärker hervor. Den südlichen
Teil der Höhe unterbrechen folgende Huden Senkungen : .. die Sulz;
wird, zieht von Seckbach her das Oslbrueh, ein alter Mainarm,
der den ältesten Stadtgraben bildete" und bei der späteren Neuen
Mainzerstrasse in den Hauptstrom zurückkehrte. Das Ostbruch be-
gleitet bis zum Eselsfurt den Rand der Höbe, mit welchem es dann
bis zur Pfingstweidgasse (;S) ein zweizipfcliges Stück der Ebene
einschüesst. Unterhalb der Stil?, ist es durch eine An schwemm uns
aus letzterer stark überdeckt, die den natürlichen Wasserabfluss von
Seckbach herab hemmt und der Gelnliauser Strasse (28) einen be-
quemen Übergang gestattet. In das Ostbruch münden von rechts:
[. die ticfeingcsclinittene Sulz, in welcher aber ein standiger
Wasserlauf auch für frühere Zeiten nicht nachgewiesen ist; 2. der
Spessartgrabe 11 der aus dem 1-icliw.tlJ kommt und durch die
Bomhcimcr Mulde flies«; 3. das kleine Hospitalbruch; 4. der
Pfingstborn; 5. der Elkenbach mit dem Abfluss des Her-
Riederbruch. - Durch die üntcrmaincbcnc, die sich nach Westen
zu verbreitert, zieht, mir wem;; vun deisel'uen nördlich lassend, das
Westbruch zur Nidda, deren alter Zufluss es ist. Es setzt ein mit
dem Rastensee' und biegt einmal stark nach Süden aus. Zum
1 Born urs[T = tingle ei:il Al':l;::i, JiT^I-ei] ; ,mcll J.15 englische
bounie iti Ortsnamen. — * Bau. 1 öfter. — 1 Herr Ingenieur Weimer vermutet
Spes-liart = Eichwjlil! (?) — 4 Auch Rüstcrscc, 1658 fast gjiii lUJgettlll,
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Westbrueh Iiiessen von rechts: I. die Leerbach, ■ die alle Ge-
wässer zwischen Eschersheimer Strasse (17) und Ginnheimcr Weg
(16] sammelt und in den Rosiensee mündet; 2. der Leonhards-
born u. s, w.; von links: 1. die Sieglach, die das Wasser des
Wolfensccs abführt. — Die Niddaebene endlich schliesst sich im
Westen an die Untermaincbcnc.
Nachbargebiele.
Das rechtsEYuüni.Jie Su.:r;,e:^t mit Einschluss von Rieden:,
aber mit Ausschluss von Bornheim, grenzte an die Gemarkungen
der neun Dörfer: Griesheim, Nied, Rödelheim, liuckeiilieim, Giim-
heim, Eckenheim, Bornheim, Seckbach, Fechenheim.
Von diesen grenzte Ginnhcim nur zeitweilig in Frankfurt, und
zwar nur mit dem südlich vom Diebsweg (48) und westlich von
Jer Eschersheimer Strasse (17) gelegenen »Feldchen«, dessen Zu-
i;ch.':ri:;k-.'i: zwisilu-r: C ji nr.ii ein! und licekcniiam geschwankt zu
haben scheint. Da es durch die Ginnhcimer Landwehr von 1406*
jiiiüi;:.:lil(!:,ie:i wird, so b.;t ei \\<:\\. Jamals, und vielleicht ursprüng-
lich, zu Ginnheim gehört. Nach 1728 heisst es .das Kleine Ginn-
hcimer Feld«,' dagegen schon 1677 »das Bockenheimer
Feldgenu,* und die letzte Steir.uas ;:"is:he!i Bockenheim und
Ginnheim ] 7i 6 zog es endgültig zu ersterein.
Politisch nahm Rödelheim eine besondere Stellung ein. Seine
Burg war schon im 15. j ah rhu 11 dort Ga 11 erben haus , seit 1443 ist
Frankfurt Mitbesitzer.' Die acht übrigen Dörfer gehörten mit elf
anderen zur Grafschaft des Burnheinier Berges, deren Geschichte
mit der der Landwehr vielfach verflochten ist. 6 Gerichtsplatz der
Grafschaft war der Gailenberg Sei Üoniltcini, 7 Hdsitzer die Zent-
iJw die M.irt.uh, l.' B Lb. A. 01, Ar - • L'iii&jüinj: von 1677. - i Die sehr ver-
wickelten Verhältnisse bejundd: Eulcr, D.uf" und S;]iloss U .id. -du- im, Ncujahrsb]
des Vereins f. Gesch. u. Alien. 1B50. — * Schitff, die Grafkhaf! des Bomheime.
Bergs, Arch. f. Frltf. Gesch. u. Kunst, Neue Fulgc II, (. Dicier ^leidlichen
Mcirat.^liic siiut die folgende:: A lieben ubsr EinHdilei:).' end SchiAs.ik der
Graadii!: entlehnt, die y\i'.u ViTjMü.lni: .Vs Kokenden nicht entbehrt werden
tonnten. — 1 Auf dem iKuth-l'cri;», ni^d'a.i midi im 10. Jjhrh. der ■Armen-
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grafen der neunzehn Dörfer. Den Vorsitz führte ursprünglich ein
königlicher Beamter und ein Richter aus Frankfurt. Als später die
Grafschaft an Hanau verpfändet war, hatten sich Frankfurt und Hanau
in den Vorsitz zu teilen. In richtiger Erkenntnis der hierin liegenden
Gefahr bewarb sich die Stadt um die Befugnis, das Pfand einzulösen.
Sie wurde ihr zwar 1529, 1336 und Ijfi6 erteilt, doch fehlte es ihr
an der Macht, die Einlösung durchzuführen. 1454 belehnte Kaiser
Sigismund Hanau mit der Grafschaft, verfügte aber trotzdem 1436,
dass alles beim alten bleiben, und Frankfurt mit Hanau gemein-
sdtaftlich den Vorsitz führen sollte. Frankfurt suchte nun wenigstens.
Bornheim zu erwerben. Nach langen Verhandlungen wurde am
18. September 1475 Dorf und Gericht Bornheim vom Reiche der
Stadt verliehen und am 14. April 14S1 in einem Venrage mit Philipp
von Hanau — vom Kaiser bestätigt am 18. November 1481 — dem Rate
die Oberkeit und Herrlichkeit über Bentheim, Hausen und Überrad
zugesprochen. Ostern versammelte sielt die Grafschaft /ism
Gebietsgrenzen.
Die Frankfurter 1 lolicitsgtenze gegen die neun I
f in der Zeit, wo der L a 11 dv. ehrbau begann, also na
1 14. Jahrhunderts, an mehrere!! Stellen anders als Ii
1. Zwischen Main und Mainzer Landsirasse (2) v
vas unregelmässiger als jetzt.'
2. Die ..Dammwiesen« (etwa vom Biegwald
ubirsiduil;. i.HKN. Dir Str«:-^ UiLl^iK.ii:i-K;r S ;.r^;:t n-,i,Jr an mir mibrk
Zeit, dir Strecke Hic;::T::cNt-Ü:..-r:i],i:i (n.mirlidi mii Kinschluss Hontheims)
die Creme iwischeit Fr.isikrur: n.i.l fWnhtiii] 178; luleru pesteiill. Im Folj
sind Angaben rem (Jrcijisii-iixsi ahne Weiteres von den Sleinungen von
nnd 17E7 zu verstehen. Gteiven ■in ! v,m^.r-.:iliv. iv- .larl daher der alle Zl
im All^-em einen ab erhalten gehen, wo nicht tu'iie'iseil J'ekini.! i-
' Landschrideb. von 1578. Uglb. A, oj.
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rcme von [785 mehrere Wingerte, <li
trittiger Hoheit.' Noch [793 wurden
tz und Zehendii nach Fraotfurt gaben, vi
1, aber 1785 nmii Hoheit und Privat
eien,' jedoch aus unbekannten Gründen
ichlussen. 7 Spater wurden sie mir. Bo.
|. Der Diebsfjrund. zwischen lischerth
eitner Grenze, nördlich bis zum Diebs«.
c zwischen l ; r;mkiiirt und Ricdern »
ind das kleine Riederbruch zum
ch 1471 »das rais bruchcr, 1 * letztere:
Bruch« oder »Frankfurier Siadt Br
iciden zu Riedern gehörte, ist mir
den der Fall."
7 Flurr
jn BoraheEm 1772.
- •' Marr sehe die Risse Mglb. E. 57 1 ji, M. I, 3, 1(75, woselbst der
Arnjburpcr Atter »ii> iil.eini'.'r St I" i : : .r ! -.lr i n ;f M. ], l.i L 1C17K; Ried. 7, 1774. —
'I Ried. 1, 171X - " Mglb. E.JI, I, 147' - " [Ued.7, 1774.- '* Ried. 1, 1711.
Zwischen Hanauer Riras.e (3,1) uuJ Main litt die clmr/c, «»lange wir sie kirnen,
(Orr jeher, wörlk!, v,> 11, Weiie Kk-Jem-Maii, Cf.[... in l-e!r.re!i:lidi;:v.
Iben. Der Ostraird dieses Wune. Iiil.kie spater die Jagd K rttlze
und Riedtrn. Sic wurde <n!ti/[ -esKmi 17.W mir 6 noch vol-
leren Seilen so bc*ciehnct sind:
HI
RI
n Wäl.
mark aus drei Feldern zusammen: dem Galgenfeld, dem liiederfeld
und dem die Stadt nicht berührenden Friedberger Feld,' die in regel-
mässigem Wechsel von Winter-, Sommer- und Brachfeld bebaut
wurden. Die Feldmarken der um ließen den Hofe und Dörfer waren
ursprünglich sowohl von einander als von der Frankfurter Feldmark
durch breite Waldstreifen getrennt, die mit dem fortschreitenden
Anbau allmählig bis auf einige Reste schwanden.' Von dem Gelände
zwischen Stadt und Friedberger Feld wurde zu einer bestimmten
Zeit der südliche Teil in Garten verwandelt, später, und zwar in
mindestens zwei Perioden, dir nördliche meist in Wingcrtc.
Wcstbruch und O-üuuch teilen die TcMiiincv in eine untere,
mittlere und obere Gegend. Hierbei rechne ich das Westbruch
zur unteren, den Ostbruch zur oberen Gegend.
A. Untere Gegend.
Die untere Gegend wird niirdlicli betraut vom Weg zur
Leerbachbrücke (])), der Hüdelheimer Strasse (la) bis zum Abfluss
des Leonhardsboriis und dem Nordrande des Westbruchs. Zu ihr
gehören: der untere Mamwaseii, die westliche Fbene zwischen Stadt,
Grenze, Mainwasen und Weitbruch und das Westbruch selbst. Die
Teile der unteren Gegend sind:
1. der untere Mainwasen, zwischen dem Main und dem
alten MarazerweB der Siadt gehörend.
In der westlichen Ebene:
2. das Frankfurter Gelände im Galgenfeld;
' R. Felln«, Ucitr. zur Gesch. des Stadtwalds von Frankfurt i. M„ FrukT.
iStjj. — ' Min sehe i. B. die Bn L -]iorJ:u]i^- w.a 1 ;u | im Archiv. — J En solcher
war i. B. der Schcidswalu jmsJicii fu-Ahn uiul ISornl.eiii]. Der Name
bedeutet aber nicht Greniwald, sondern weist nach He.™ Archivar Dr. Jnn B
auf einen spateren Besitzer Namens Sclicid.
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}. das GulleuthrJfer Gelände;
4. das Hcllerhöfer Gelände;
j. das Rebstöcker Gelinde;
(,. das Gelände einiger ausgegangener Höfe.'
Galgcnfcld h:c:,s ui-äpnnLvic'i vuli! nur Jas vim Frankfurter
Bürgern bebaute Ackerland, in welchem sich der Galgen erliob.'
N:ith Hrntliiju^ der Landwehr aber reichte, wie Jit- Hiiickordmiu;!
von 1504 ausweist, das brachpflichrige Galgenfeld, das erste und
vornehmste der drei Stadtfclder, westlich bis zur Landwehr, umfasste
also auch Teile des Gutleuthofur und Hcllerhiifcr Geländes.
Im Wcstbrudi, dessen oberer Teil bis tum Grenzstein 65 öfter
Nicdenau heisst,' lägen:
7. der Rostensec, von dessen östlichstem Zipfel sich ein Rest
bis ins ig. Jahrhundert erhalten hat;'
8. der HofNiedenau, da, wo im 19, Jahrhundert der Marti'sche
9. derkleine (ostliche) Keuenhof;
10. der grosse (westliche) Keuenhof* mit den westlich
daran stossenden Kettenhöfer Wiesen;
11. die Wiesen in der schwarzen Gelen Loch, von den
n Wiesen bis Stein 6; ;
:. die Dammwiesen bis zum Biegwald.
B. Mittlere Gege
e Gegend liegt nördlich
Ostbruch,
liehe brat
Feld, die •
Vor der Städter Weiterung von 1333 bedeckten »die Gärten«
n ziemlich ausgedehntes Gelände, das sich an die nördliche Stadl-
auer lehnte. Als aber durch jene Erweiterung ein Teil der Gärten
H6fc im Flurbuch.
zur Stadt gezogen wurde, bildeten diese nur noch einen Streifen
im Norden derselben. 1 Als westliche Grenze der Gürten nennt
Baldemar' IJju die ßoekenheimer Strasse (15), als östliche die
Riederstrasse (= Hanauer Sirasse 34). Die nordliche i>Lbt er nitht
an, doch liisst sie sich stellenweise noch feststellen, c B. zwischen
Keiner weg {16a) und Eschersheimer Strasse (17), sowie zwischen
Berber- (a8) und Riederstrasse (34).
II. Das westliche bruelifreie Gelände.
Als nicht zu den drei Heldern gehörend bezeichnet die Brach-
reldordoung von [504 das zusammenhangende Gelände nördlich der
Garten mit folgender Begrenzung nach Aussen: Rödelheimer Strasse
(14); Bockenheimer Grenze mit ßnschluss der Äcker zwischen
gren/c des Hiedcibergs. Das so umschriebene Gelände erscheint —
mit Ausnahme des Bnckcnliciüier Sandes und der Umgebung der
beiden Öden — spater dur;lnves mit Winccnc:: bedeckt, 1 die nach
später teilweise Äckern Platz machen.'
Teile dieses Geländes sind:
I. Der Bockenheimer Sand, Er tritt zwischen dem West-
bruch und dem Lindau (siehe das Folgende) als sandige Insel her-
vor, üher welche der Weg nach Bockenheim führt. Von seiner Ver-
wendung um :;;u ist nichts bekannt; Joch imiss sein westlicher
Teil zwischen Rödelheimer (14) und Bockenheimtr Strasse (15)
damals noch mit Wald bedeckt gewesen sein, da noch viel später
dort der Bockenheims Ktihwalti stand, von dem von Gohüusen
noch Reste gesehen zu haben angibt. 1 Um die Wende des ^.Jahr-
hunderts finden wir den Saud .<)• Ackerland J l t lirachordnung unter-
worfen, und zwar als Anhang des nicht sehr umfangreichen Rieder-
iclilcs behandelt.*
Bildern») von Pcicrweil ikstliTL'ibuiiB vimPranWurl i-, ,Wh. f. IVjnkfuni t.wh.'
u. Kunst, drille HoIrc V 1S96. — > B. 45. - ' Thomas, Gruner.; Flure. -
' Arth. f. Fnmlif. Gesch. u. K-, neue Folge IV. A >. - * R. 4i EiplieiBo.
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3. Der Affenstein, nördlich vom Lindau zwischen Weg
EUseuskreuz- Praunheim und Eyersheimer Strasse, ursprünglich wohl
auch Wald. In ihm stand die Wolfgangskapelle, zu der von der
Eschersheimer Strasse der Wolfis wer; foqito.
Weiter östlich sind hervorzuheben:
4. Die Holzhausens Ode.'
5. Die Stalburgs Öde."
6. Das Leimenrodt, zwischen Öderweg (20) und Ecken-
heimer Strasse (21), begrenzt nördlich von der Swlburgs Öde, süd-
lich vom »Weg unter dem Leimnull«, dum jetzigen Oberweg. '
7. Der Z eissei, auch Zaissel und Zei ss i ng* genannt,
zwischen Eckcnhcim-r (n) und Yill'der Str,is.se (27), Gänen und
Friedbergcr l*'eld. Sein nördlicher Zipfel heisst Obcrzaisscl. !
Weinberge im Zeissel werden oft erwähnt und sind auf der Geleits-
karte von IS72 verzeichnet.
die Gegend zwischen Ostbruch und Ricderbcrg. Wenn man an-
nehmen darf, dass dies Gelände westlich bis zur Stidt reichte, so
war es nördlich von der Hanauer Strasse (34) und dem Unteren
Hiederbcrgweg (57) begrenzt. Da es meist Ackerland enthält, so war
es vielleicht älteres Kulturland als das westliche brachfreie Gelände.
Doch schein: es später ansjckiiu als iiih Hiederfeld.
Zu ihm gehören:
1. Das Gelände zwischen Sradt und Hanauer Brücke.
Sein Zustand um 1350 ist unbekannt. Um 17m waren dort Gemüse-
■ Aldi. f. Funk:'. fJtsdi. 11.
(.1^111 LI Li 1 : ::i v.vri.m.l,-i. >
vom w.Sept I8(J9. - J Flnrb. 1;
' Ackergcridilsaktcu 4)1,
□igitized b/ Google
2. Das Hospitülfiui unter dem Alten Bure, von der
[-Immer Rriickt l'i im HiimliL-mier Gmi/L-. rmlulteiid einen Garten,
ein BaumstOek, viel Ackerland und eine eigentlich schon nun] Bruch
gehörende Wiese.' Es gehörte seit unbekannter Zeit dem Hospital
■/.um I leiliyen Geist.
J. Der Arnstädter Acker, 1814 Dcu tschurdensack er,
14S7 derRicdcrbcr£\vc(;(;s)]- An ihm entstand westlich der nahen,
östlich der »neue Berg«.* Später drang der Anbau auch von Norden
vor, auf dem »Neuen Wen," wie 14R7 die Sclieidswald Strasse heisst.
■ RieJ. 1, 1750. — ■ Neuere Form «Röaerberg.« — I Uglb. B. 56, E'; vgl
Priigntlim S. II. - < Wj, SC r.lrijug (a.|uac Julius). — i N'jlicics imltn. —
k'i M. II r.i. — ' \<d, \:^t^ i;n K i'j l' it l'c r ! r .Lil- hcu^HLLiiiTt::
iüWdlJ,. -im Wakklien.. im u\V\.U^imi.ll.. - S.S. Karte II, C. 1691
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Allmählif; bedeckte sich der Berg mit Wingettcn bis auf seine Süd-
ostecke, wo sich der Wald bis ins 17. Jahrhundert erhielt.'
V. Das Fried bergor Feld.
Das FricJbcrger Feld, das dritte der brachpllichtigen Stadtfeldcr,
gelegen zwischen dem westlichen brachfreien Gelände, der Vilbeler
Strasse (27) und der nördlichen Gemarkungsgrenze, hatte folgende
Teile :
1. Das Affensteiner Feld zwischen Ginnheimer Weg (16)
v.i:i Fsch-cr^ii-micr Strasse (17).
2. Das Knoblauchsfcld zwischen Ksdicrshi-inier und F.cken-
heimer Strasse (21). In ihm der Knoblauchshof mit der »Bunde.«'
5. Das Friedbcrgerfeld im engeren Sinne, zwischen Fckcn-
heimer und Vilbelcr Strasse (27). Sein nördlichster Teil, der Diebs-
t; r 11 ti d , war :udi \~; rrirkuvi; i!rr 1 . .: 1 ■ l!v.i.!i ; v,:ii J-r !>r:id>]>flicl>t
VI. Die Oslsske.
Die Gegend zwischen dem westlichen brachfreien Gelinde, der
Vilbelcr Strasse und der Bornhcimer Grenze nenne ich die Ost-
ecke. In ihr liegen :
1. Die Dicknit, ehemals ein Wald. Gehörte noch 1697 der
Stadt.'
2. Die grosse HunJsweide, nürdlidi der Dicknit.
3. Der Nordfipfel (von mir so genannt), der später aus einigen
Ackern und Weiden bestand.
Der Frankfurter Wasen, nördlich von vorigem und ost-
lich an der Vilbelcr Strasse; gelegen, neben den Steinen S, 9, io
der Burn heimer Grenze.
Die ganze Ostecke wird in der Brachordnnng von [504 gar
nicht erwähnt, scheint also damals, und somit auch um 1350, noch
Dicknit noch Wald und der Nordzipfel entweder Wald oder Wiese.
Als die Gegend später angebaut wurde, bildete sie nebst der Feld-
mark des seit 1475 frank furtischen Hornheim einen Teil des Fried-
berg er Feldes.'
' Mit. vergL M. I 11, 1678 und R. .15, vor 1698 mit Thomm Grnndr. 1790,
«■eich letzterer an Sltlk W.ildn i.^^nländer «igi. - ' Bnchcrdn. von
1304. - 1 ibid. — 1 So R. 4i, vor 1698.
Die übern Gegend Uttlfosst das Ostbruch, die östliche
Ebene und den oberen Mainwasen. Ihre Teile sind:
a. Im Ostbruch:
1. Das Mctzgcrbruch zwischen l'isdierfcldgrahcn und Hanauer
Brücke; der Siadi gehörend.
2. Die Hospitalwiese, dem Hospital zum Heiligen Geist
gehörend. Ihr östlicher Teil besteht aus einem Anhang des Bruches,
der Seile m unter III; herein erwähnt ist.
3. Die Reiherwicse oder Cleeische Wiese,' die in ihrem
unteren Teile nur die halbe Breite lU-s Usihr.ich;. einnimmt und im
Westen und Norden mit einem behinderen (,r.ihen umfasst ist.
a,. Das Vincent viertel,* der Sudi nehm end. Iis war ursprüng-
lich Wiese, wurde aber i:e!;e!i bilde des Iii. J.ihrlnmderts erhob!
und in Ackerfeld verwandelt. Das zur Erböhong nötige Erdreich
scheint dem westlich anstossenucn Teile des liiederfeldes entnommen
zu sein, wo jetzt noch eine dreieckige Ausschachtung vorhanden
ist. Heute ist das Vincenzviertel wieder Wiese.
5. Das grosse Riederbruch.
6. Das kleine Riederbruch.
7. Das Köntgsbruch.' Es umfnsst den Teil des Ostbruchs
oberhalb der Bomheimer Grenze nebst der Suk untl war bis 1481
Ried. 5, 177s Huri I • ül I IH ndlieli milgrtcillc'in-
ge e nd (esch h 'on
L : rinkfurt, S. i5 6. - 1 Mglb. E. 51, I, 1471 urnl sonst ofl erwjlral. San Osl-
L^r.iI'LT] liciw .nicli Kii]ii!^^rjll^:i. :.. H. Ititd. 9, 3799.
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ii Kiinisjsä'iit, wurde aber
ja, von den aidic«tiuk'n
e brachpflicbiige Suthfeld, vom
hisclierfeldgraben zur Grenze und vom oberen Mainwasen zum Ost-
bruch und Wallgrahcn. Sein östlicher Teil sithiirte, wie wir sahen,
zur Riederhi'dcr Teimincv. Seinen Nur dran d !>es:!i.v.eie vom 1 lananer
Hrückchen zum kleinen Riederbruch der Feldßraben;" vom Rleder-
brückchen nach Osten der Wallgraben,» während am Südrande
des kleinen Riederbruchs ein Graben nicht nachzuweisen ist.
9. Das äussere Riederhüfer Gelände, zwischen Riedelfeld,
Ostbruch und Fechenheimer Grenze, mit den Rieder Höfen. Die
Ostbaltte dieses Geländes war nach mit Wald bedeckt, wie sie es
c. Für sich bestehend:
10. Der obere Mainwasen, zwischen Leinpfad (45) und
Main, der Stadt gehörend.
Wegeverzeichnis.
Es sollän hier die wicht i^erni Weue angezahlt werden, die
bei der Anlage der Landwehr mit Sicherheit oder Wahrscheinlich-
keit vorhanden waren.
A. Wege, von Frankfurt.
Geordnet nach ihrem Ursprung an der Stadtmauer nach der
Erweiterung von 1335.
L Von der Mainzer Pforte: alter Mainzer Weg(t)* am Main-
wasen entlang, südlico .im C^'intlioi' 1 und an Griesheim vorbei,
endlich in Weg 4 mündend.
II. Zwischen Mainzer und Galgenpforte in der Verlängerung
der Münzgasse* entspringend: Gutleutweg (a|' nördlich am Gut-
1776- Flurbuch. — > Auch Wal- und Wihlgrab«n[ auf Hieii. i, 1677, neben
letzterem auch Wal d graben, 'v^ Jj' iliotu ^lnjini. Benannt nach einem
ehemals ein- oder ausgeschlossenen WaMeV — 'So Landschcidcb. 140J. —
1 WegesietouDg 1517, L s lb. B. 5«. ii.«. - ' Haue hin die ilteste Sudr eine
Pforte! — ' aMsittcr >i ( Jtr van ;;uWH luden Rellin (je«, gccl an nvischcu
Xalgenporten 11. nu-iiit^"^^!!-. UiL.I'diciJcb. 1404.
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leuthof vorbei, durch Griesheim, dann als "Kirchwega zur N'idJa-
brücke bei Nied.
III. Von der Galgenpforte: Galten Strasse (j)' zum Galten;
dann als Mainzer Landstrasse südlich am Wollenste-, nördlich am
Langen See vorbei und vur Nied :ni: dem Kitdiwcg vereinigt.
IV. Von der Bockenheimer Prorte, die etwas südlicher stand,
als das spatere Thor:
1. Weg Bockenheimer Pforte-RabensteinCi).' Dieserieilt
sich westlich vom Rabenstein, etwa wo jetzt Mainzer Land;; ras . i-
und Westend sirasse- sich treffen, in folgende ; Wege: 1
a. Weg Rabcnsiein-Galgenstrasse (j) und Galgen-
strssse-Gutleuthof (6). Der Zug Ii Ockenheim er Pforte -Rabensteiii
+ Rabe n sie in- Galgetisiras.se + Galgcnstrasse (4 + S + j) ward schon
früh Hauptweg nach M;inz; gecadegelegi 1770
b. Weg Rabrnsie.n Heyerhof Rebstock (7).
c. WegRaber.stcin-LcTd>rsbergSr.CKl:chReb;iock(K);
im Flurbuch »Weg auf den Lercheiberg., iSiy .-Weg von dem
Wjs.rr;.;j:/n.' Nördlich ar. ihm liegt ein Kornarn lecker imodo
li;:i,Jn;.:seli». I ili3i.i i I3j.
d. Weg Kjbensiein-Üaninigriben(9); Ring ober das Bruch
ju Grenzstein 6s.
e. Weg Rabeiistein-Rödelheimer Strasse (10), jetzt
Niederau.'
2. Weg zur Leerbachbrücke (ij).' Kr teilt sich jenseits
der Brücke in:
a. Rödelheimer Strasse (14), = Kettenhofwcg + Weg nach
der Landu-chr + Sandweg nach Rödelheim, fuhrt über den Ablluss
des Leoiiharikhinis >.u: \i JJ.-.hiück-.- br: l'iidelheim.
b. Bockenheimcr Strasse (15), Sic lief auf Frankfurter Gebiet
nördlicher als die jetzige Chaussee, emsprcdiend dem »Weg nach
den Hören« im Flurbuch,' dann über den Abfluss des Leonhards-
borns zur Bockenheimer Kirche. Auf Bockenheimcr Gebiet heisst
sie auf einer Karte des 18. Jahrhunderts »Kirdiwegu, jetzt Frankfurter
Strasse. Von ihr entspringt: Weg liockenheimer Strasse-Ginn -
■ So Üebfrjueiiurt. Ii, üio; vgl. Thomas Grundr. 1790. - " Der R.ibc.r-
steiti wird Uli beim R..-te:i-ci; erwilmi in l'ick Hdsclir. J. J. F. 14b; fehlt auf
Dl!. PI. ist Iber auf M. I, la, 1678 vorhanden. - > s. Ulfkn, gram.
(,ri:r:Jr. [S19. — ' ibid. — 'S M. I, 13, .678. — S SpiKSWIS T j ^2 «i-irliTiii Bri:cl:e,
die der Bei. PI. gm «kirnet. Sic wurde beim Ran de. Hrätl Füntenbof bloss-
geregr, südlich der jctzk-c:i ]!o:!!i:ihniiicr i.sniisirjsse, — 'Vgl, Ulrich Grundr, 1819.
heim (IG), der innerhalb der Grenze oft »alter Ginnheimer Wcgo,'
ausserhalb derselben »Ginnheimer Stadlwegs beisji.
c. Weg Leerbaehbr&cke-Eschersheini (?) (163). Zu ihm
Schüren Rcutcrweg und Feldstrasse. Lethert wird bis zur Crcnje
durch eine Ackergrenze fortgeselzt. Jenseits der Grenze zieht der
Weg auf einer Darstellung des 17. Jahrhunderts 1 nach Norden auf
die Eschersheimer Strasse zu, hört aber vor derselben auf.
V. Von der Eschenheimer Pforte:
1. Eschersheimer Strasse (17). Aus ihr entspringt: Weg
Eliseuskreuz-Praunheim (18), bestehend aus den Strecken:
a) Grimeburgweg bis Liebigstrasse (iSa); b) Licbigstrassc bis Grenze
(Stein 119 am Ginnheimer Steg) (18b). Diese Strecke ist nirgends
bezeugt, muss aber ursprünglich vorhanden gewesen sein; c) von
Stein 119 bis zur Perle 11 fabrik am Wege Bockenheim-Ginnheim (iSc),
bezeugt für 1753,' jetzt verschwunden; d) von der Perlen fabrik bis
Praunheim (i8d); bis zur Main-Weser-Bnlm teils erhalten, teils in
Spuren erkennbar. Weiterhin führte der jetzt verschwundene Weg
wj:ir.-.il]Cin;ioii wesili,:;] an der »l-'nrilnvicsi;» über- Jen Woog. Die
letzte Strecke vor der Ptaunheimer Brücke ist 1777 dargestellt.* —
Von Weg 18 zweigte bei der jetzigen Liebigstrasse ab: Praun-
heimer Seitenweg (19), bestehend aus den Strecken: a) Grüne-
burgweg von Liebigstrasse bis zum alten Ginnheimer Weg (19a);
b) von da über Greil/stein it.] Krim i.cmiliarjshiri] in Jen heutigen
Praunheimer Weg {19b); nicht bezeugt, doch vorauszusetzen;
c) Praunheimer Weg bis zur I'erlcnfabrik.
Von den beiden Praunheimer Wegen (j8 und 19) scheint nach
Errichtung der Landwehr innerhalb (1er Grenze nur der dem heutigen
Grüneburgweg entsprechende Zug (18a + 19a) fortbestanden zu
haben. Er geht »vom alliseus [alias Eliseus] kreutz* an bis in alten
ginheimer weg (tfi>< und heisst 1404 «die twerchstraze die da
geci uz dem Eschersheimer wege twerchs durch die garthen gein
Ginheim wert«,' später »der Alte oder Gailsweg.«'
2. Öderweg (zo), zwischen den beiden Öden hindurch zur
Eckenheimer Strasse (21). In der Wegesteinung von 1517 ist mit
• Wegesldnung ijr?. — 1 Mjrb. D. 2:8a, Bl. 2; die Streite rani Grüne-
burgwqi nach Noideo lekhoR M. I, u, [67S. - ' R. 10. Grenirio vor 17Ü,
berubend auf 1677 u. 1691. - * Grafsrtl. Bornheimerbcrn, Hand/, im Muituni
v > '777- — 1 An der KrciKui.; Kaiser ilitiiu:: S'.tüsm' .uid ürjncbur^wcg; ab|>=-
bildel GcLcltsbane i;;a iM. II, r;;f. — Wi^i-SEmim»,; 1517. - 7 Landidieide-
bucli 14114 u, I40S. — ' Flurb,
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■Eckenheimcr weg" der öderweg gemeint, da die Ecken heim er
Strasse (21) dort als »alter Steinwego besonders genannt wird.
Auch beachte man Folgendes. Sowohl die Iis dien heimer Gasse als
der Thorweg des 1428 vo]]eiide:e:i l-sdienliehner Turmes haben
nicht die Richtung der Fsdicrshcimer Strasse, sondern die des Oder-
wegs. ' Letzterer ist ein Teil des allen Fahrwegs vom Kcinigsgut am
l.jon.!:ardi[hn:- ■jier Huclis.-S'.c. Kornmurk; '.:tid |-..Jii.-iMCimcr Gasse
nach Preungesheim und Ockenheim und über beide nach Friedberg. 1
Die ij$6 erwähnte »strata ubi [tut Fridcberg per portam Bocken-
Strasseim» war sie die Westlichste und wahrscheinlich anfangs die
wichtigste. Die Bezeichnung Friedberger Strasse schlechthin vor
1476, wo die jem«ir Friedheryer Strasse allein (Uiliig wurde, scheint
von der Eckenheime: Strasse verstanden werden zu müssen. Aus
ihr entspringen:
a. Knoblauchs weg (22)» zum Ostthore des Knoblauchshofs;
fortgesetzt als fwestlicher] »Wcllerpfad« oder ■Weller Fuss-
weg«* 0 nach Fckcnbeim.
b. Hofweg (23) zum Knoblauchshof.
c. Preuiigesheimer Strasse (26), vielleicht am späteren
Hirschgartensieg als Fortsetzung des Oderwegs. Zog zwischen den
Grenzsteinen 1S2 und 189 nach Preungesheim und der Haarhcimcr
Niddabrficke. " Siefmki ocr ;imÜ,Ih- We'.lviphnl) lu-issi 1 4 ;6 »Brungiß-
heimersrrassen ;" 14,-5 '"1" mittel Friedberger weg.e' 1 Die 1774 '<
S-idJabrQcke: III. w.i l-;.L„,:„:r ,:l u J.:: /,:r Vilbeler Niddabl
Als Nomrassc Jicr.lt Jtr Wcc l : uiiihjrt .:'jr I£i;!]crslicimer Niddibrückc.
M. I, .c Ende des 17. Jahrh. - ' Sein Ursprung j c „ilii:li auf GeleilslaTlc v.
- Ried. 7, 1774. — " Dargen. M. it - " Rb. 1456 bei Kglc. M. .<
— 'i Bjiab. — •< Riid. 7, 1774.
erwähnte mite Landstr:>se.< zwischen Landwehr und Diebsweg scheint
mii ihr identisch.
d. Östlicher Wcllerpfad (2,). Entsprang etwas südlich der
späteren Zeissell.inJwchr, 7.0g, du- ursprüngliche Richtung der Fcken-
heimer Strasse fortsetzend, ii'.'cr J.i;, K li[-^L:llirün riclicii und über Wappen -
stein 191 der Grenze nach i'i eimgeslieiiii ' und vereinigte sieh turn vor
dem Dorfe mit der Preungesheim er Strasse (26). Er heisst: »Brunges-
heimer weg oder Wcdlcr (sie!) Weg« ijjj;* nWelderpfadn 1540;'
»Wellerpfad« und »Weiler fuspfad» ij.Srj;' ..Weiler Pfad« 1790;' War
sicher ursprünglich ein Fahrweg, was er in seinem südlichen Teile Siels
blieb. Von ihm geht ein YcrNi: Jungs weg nach der Vilbclcr Strasse.
VILVonderStelledesspüterenNeuiluirsOetztl-nedbergerThors):
gisse + Alte Gasse) die vor der Stadt er Weiterung von 133} bei der
Bomlicimcr Pforte an der Falirgas.se begann , entsprang bei der
späteren Pcterskirchc:
Vilbeler Strasse (27), zuerst = Vilbeler Gasse + Friednerger
I.andstrassc bis zur grosser 1 lundsivii Je ; dann in nicht mehr erkemi-
barem Zuge zum Wege liomhdm-Prcmigoheim (j5); ^ätin auf der
Bornhcim-Seckbacher Grenze zur jetzigen »Festen Burg« und schliess-
lich zur Vilbelcr Niddabrücke. — Von ihr entsprangen wieder:
a. Gelnliäuser Strasse (28), vom Gasthaus zum Pfau auf
der Vilbeler Gasse zuerst als »Berger Strassen über Hammelsgasse
Teile Bornheims vorüber über das Komgshriicb und endlich nach
b. iiornheimer FussweR (29), wohl ursprünglich ein l ahr-
Keg, etwa von der Gegend de', jetzigen Frie.lkTger Thores durch das
jetzige ßcthmann'sche Gut /tun Spcssartgrahcn, woselbst Brücke am
Siideck des Bornburggeländcs. Jenseils der Brücke geteilt: der eine
Zweig (29a) führt zur Hornburg, der andere (;ob) über den »l'riirlingii
zur Iiornheimer Kirche."
ohllm. - ' Scharrl, die Sirasicn der Funken fürt. - • äiid.
durch die (alte) [■Yiejber S er ['forte ilbtr Jic -hiscruc ll.md« [Wc» ;o).
den Bomheimer Fussweg und die Berger Strasse von der Vilbeler
Strasse aus, .ml" einem der je'.^ai »Korn hei mur Lindstrassc« ent-
sprechenden Wege (31).'
VIII. Von der ISomln-innT l'foru- (.mt Kmle der Rreitengassc !):*
Bornhcimer Strasse (32) — Sindweg, zur Brücke über den
S|iessaii;:r:thcn, jenseits deren ste in die Gelnlüuser Strafe (2K)
mündet. Sie war seit 1333 der Hauptweg nach Bornheim. Nach
Schliessung der Bornhcimer Pforte (an der Breitengasse) erreichte
zildu allerer Wege ™s.uiiiiieii» wem, |eJoeli, wie ts seliciut. mm T,
ir l.andivctircsir. — ' Iis sinJ dort zwei Rrücten, über Redietiey- i
, Fhub. — > Flurb. — ' = ». — > ibid. — * WtgevenKkhnis v
B 56 1!». - > Ried. t. 1711; Ried. 5, 7750. — Florl), die Lini
;r> iLiinek-jüc /wcr.'ii-r.iK-,,. - " Flurb.
Digitizcd bjr Google
c. Zwcrchwcg zur Pfingstweide den liicderbcrgweg
kreuzend; 1487 opingstgasse die man nennet die Bmchgasse und
dienet uff die steynbruckena [■■- Hanauer Brücke]. 1
d. Weg am Sildrand des kleinen Li iederbruch s (39).
südlich:
Weg Hanauer Strasse — Hoher Steg 54a) mit Abzwei-
gung zur Brücke des Heiliggeistpfads (34b).
X. Von der Fischerfcldpforte:
1. Weg zum Fisehcrfeldgrabcn (4t), zugleich als Leinpfad
dienend. Jenseits der Brücke des genannten Grabens Teilung:'
». Weg über das Metzgerbruch (42).
h. Weg zur Hanauer Brücke (43).'
C. Weg zum Südosteck von Riedern (44a) und von dort
auf Brücke über den Wallgraben zur Hanauer Strasse (44b).*
2. Leinpfad (45). Bis zur jüngsicn Mainkanalisation zog der
Leinpfad von Main/ Iiis l-V.mkfiin auf dem linken Ufer. Beim Ulrich-
stein gingen die BLeinreutem mit ihren Pferden auf einer Fnrt durch
den Main und erreichten das rechte Ui'cr oberhalb der allen Brücke,
»0 der Leinpfad von neuem begann.
B. Wege von Bockenheim.
1. Weg Bockenheim — Frankfurt [= is). - 2. Weg
früh als Ganzes ausser Gebrauch gekommen zu sein. Von ihm
zweigt ab: Nebenweg Bockenheim - Bornheim (46a) von der
Frankfurter Strasse beim Steinweg zum Grenzstein 115. — ;. Weg
Bockenheim — Knoblauchs!)»!" (];)? Zum Teil --- Grenze von Stein
123— ijo? — 4. Weg Bockenheim — Seckbach (48) oder Diebs-
weg. - j. Weg Bockenheim— Ginnheim (49) über die Marbach.
- 6. Weg Bockenheim - Hausen ( S o). - 7. Weg Bocken-
heim-Nied (51). — 8. Weg Bockenheim-DammbrQckefsz). '
% Weg Bockenheim-Heiiigenstücke (yj). 1
1 Wcgcver/. v, 1487, Uglb. B 56 Et - ■ S. Bei. PI, — > Gr. K. 1589. —
' M. I, 1 1605 11 ich 157;; lud im, Arilin. Rick-rkl.lljtidiirlir, licgliiilivrgi:.
- I M. I, 11 1678.
l, Weg Bornheim-ViJbeler Gasse ( *sb + -
2. Weg Bornheim— Bockenheim ( - ,]6). - 5. Weg Bornheiro-
Ginnheim = Schlinkenweg (53 1) + + Hofweg (25)? +
-1- Bnmlieime: Weg (>)!')- ■! w e« Bornheim- Hckenheim {54).
- (. Weg Bornheim - Preungesheim - Weg Born-
beim-Künigsbruch -Kiedern (56J; hebst von West nach Ost
erst Rwhs-, dann Wasen-, endlich Kirch**eg - 7 Weg Born.
beim-EseWfurt (57); aus ihm: Weg in den Buchwald (58).
- K üclnhiuser Str.issc ( >8> Von ihr gehl ab vor dem
Ostende Jes spateren Dnrfumfanges ; 9. Weg Bornbeim -Seck-
bach ( i9 ).
1. Weg Riedern-l-raukfurt und 2. Weg R ieder n — H an au ,
neide lusairimen - Hanauer Strasse (.4) Diese zog ursprünglich nach
ihrem Austritt aus dem Kieder Hofhe/irk eis-, nach Norden { der
jetzigen Kirschenallce) und bog erst nahe dem Bahnwärterhäuschen
nach Osten um. worauf sie d.c Richtung des von Westen in sie
mündenden Hanauer Pfades ((;) .lufnahm. 1 Krst seit 1785 zieht
sie :n gerader Richtung lur Grenze, die <.:e mischen Stein )ti und
31t überschreitet Von ihr entspr.ngen:
a- Weg Riedern-Main ((*>).' - b. Weg Riedern-I : echen-
he,m Hcligge.s.pfad (61). - c. We,
d ((,2);
des grossen Rieder Hofes, geh; m den Heilipgeistpfad. - d- Weg
Riedem-Bergcn (61) alte Berne. Strasse, beginnt östlich
-nn Rieden, nebt über das .Seckbach« Bruckclchen. nach Beigen '
E. Wogp von Ginnheim.
t. Weg Ginnheim -Bockenhcimer Strasse, »Siadtwcg.
( lt.). - 2. Weg Ginnheim — Bockenheim (= «). - 1- Weg
Ginnheim — Hausen (64). — 4. Weg Ginnheim — Praunheim
(fij). ■ - 5. Weg Ginnheim Knnbla uchshnf-- Bornheim ( üb
und sp).
' Vgl. Ried. 1, 171'- — ' S. oben S. 5, Aura. 16. - 1 M, la 1678.
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F. Woge vom Hellerhof.
i. Weg Hellerhof- Rabenstein (-7). - 2. Weg Hcllcr-
hof— Ken tnh öfc (na + 11)? - 3. Weg Hcllcrhof-Damm-
briieke (66). - Weg Hcllerhof— Rebstock (= 7). — 5. Weg
Hellerhof— Gatteuthof (67) innerer Bcglcitwcg der Land-
wehr. Bestand er vor dieser?
G. Wege von den Kettenhöfen.
1. Weg Kettcnhöfc-Lecrbachbrücke {— 14). — Weg
Kettenhöfe -Bockenheimer Strasse 12). - 3. Weg
Kettenhöfe -Rödelheim (- 14). — 4. Weg Ketlcnhöfe-
Hcllcrhof (II + IIa)? davon abzweigend; Weg Kettenhöfe —
Galgcnstrasse (nb).
Zweites Kapitd.
Die „Landwehr um die Stadt".
Den Kern des recht smaini sehen Landwehrsystems bildet eine
Wdir.inkige, die am Untcrmain beginnt, in u «regelmässiger, an einer
Stelle unterbrochener, Linie die Stadt umzieht und am Übermain
endet. Wir nennen sie nach einer im 14. Jahrhundert vorkommen-
den Bezeichnung' »Landwehr um die Stadt«. An sie schliesst
sich im Westen die 1406 von Frankfurt und der Grafschaft Hanau
gemeinschaftlich angelegte Ginnheimer Landwehr, im Osten
aber zunächst drei Anlagen von 1476, von denen die eine den
grüssten Teil der llornhcimer Termincy einsehliesst, die andere die
erwähnte Lücke in der Landwehr um die Stadt ausfüllt, die dritte
die gleiche Landwehr um ein Beträchtliches abkürzt, sodann die
Landwehr von 148t, die die bis dahin ausgeschlossenen Teile der
Bornheimer Tcrminey aufnimmt.
Ob die Landwehr um die Stadt aus ursprünglich selbständigen
Teilen allmählich z-.isam.ii entwachsen, oder nach einem einheit-
1(56 V. 41, vom 18. Nov. 1)96.
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«^•"mplao, «er»,:*«., in Je /„sc« fesuund, bevor die
Ausführung der einzelnen Teile begann.
Die Unterscheidung und Benennung der Teile und ihre gegen-
seitige Abgrenzung, wie sie im Folgenden Begeben wird, beruht
zum Teil auf alter l'hu-lid'uruiä:, zum Teil aber mnsstc sie nach
pr.ikti-dien Gesiditspunkien unter llctikkaiditigiing der i<i|>[j;;r.if>l]i-
adien Vi-ikiiltnissi; von Lina erat vorgenommen wurden. Demnach
zerlegen wir die Landwehr um die Siadt in folgende Abschnitte:
[. Die Galgenfeldlandwehr; 2. die Bockenheimer Landwehr; 3. die
Xoi\io:i'.l;.iiiKvdn ; .]. die IStidinddlarHlwehr und die Lücke am
Riederberg; 5. die Riederfeidlandwehr.
Die Ga Igen feldlanil wehr.
I. BeiirllT.
Den ersten Abschnitt der »Landwehr um die Stadt« vom Maine
beim Gutlemhoi bis zum Stein fc; der liodienbeimci Grenze, nenne
ich, weil sie das Galgenfeld im Westen und teilweise im Nord-
Westen abschliesst, Galgenf cldbndwehr. Als alte Bezeichnung
ist mir nur olantwcr zun guden ludcno von 1414 bekannt. Da
diese Landwehr beiderseits nur Frankfurter Gebiet berührt, so ist
sie eine reine Bimitnljndwchr.
Die Gdiiei-.lelcLHiJwelir
•tWeg (i) und dem Gut
■te ein Brand das Wohnhaus bis auf den untersten Stock, die
n Gebäude bis auf den Grund. Xur das notwendigste wurde
teilt. 1 Den Zustand vor dem Brande im Verhältnis zum heutigen
wir auf einem liisse veranschaulicht.
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Die Teils l recken der Gülgcnfckilandwchr sind folgende:
1. Die Landwehr zwischen Main und Gutlenthof.'
2. Der Gutleuthof."
5. Die Landwehr zwischen Gutleuthof und Sleplac
luss des Well
von dcmselbei
r Landwehr n
die Vermutung, man hab^ vielleicht ursprünglich das Nordthor in
die Landwehr einbeziehen wollen, aber nachträglich diesen Plan
geändert. Die Landwehrstrecke Gutleuthof- Hellerhof scheint näm-
lich ursprünglich so gedacht zu sein, dass sie einen bereits vor-
handene» (?) Verbindungsweg (67)' vom Nordthor des ersteren zum
Thor des letzteren Hofes aussen begleiten sollte. Sie stiess dann
an die Mauer des Guilcuthofs westlich neben dem Nordthor, an die
des Ilellerhofs zwischen Thor und Westeck. Die Landwehr hätte
dann ursprünglich beim Nordeck des Hellerhofs neben dem See-
graben von neuem begonnen, und sowohl die Krümme, wie das
aussaugende Knie beim Dellerhof wären Abänderungen der ersten
Anlage.
4. Die Landwehr an der Steglach. Sie begleitet die Lache
auf deren Westseite.
5. Die Landwehr am Westbruch, Vom West brach begleitet
die Landwehr zuerst den Südrand bis zu der Stelle, wo das Bruch
durch Anschwemmung von Norden her eine starke UeberUgerung
erleidet. Auf dieser überschreitet sie, in zweimal geknickter Linie
das Bruch, um Grenzstein 65 zu erreichen.
' Der Grundr. d« Hofe vom Hude da i3. Jh. in F lurb. u. R. 171 darf so
ziemlich als der ursprüngliche gellen. — • Näheres unter «BcsJutfetilicit«. —
> S. besonders Vorlage m Tiranas GllillJr,, color. Eiempl. (Senck.) und L-'lurb.;
sehr deutlich auch Klein, Iii« 17:7. — 4 S. S. ai F.
6. Zur Begründung des geschilderten Verlaufs der Und«,
lässt sich folgendes hervorheben. Dass die Landwehr nicht auf i
Wesrgrcnzc des St.idijjehiess angelegt wurde, dürfte hauptsächl
bedingt sein durch die weile Entfernung und grosse Ausdehnt
dieser Grenze. Die Anlage wäre fast viermal so lang gewon
Gutleut- und Hellerhol ausgezeichnete Stutzpunkte für die Vertei-
digung. Dass auch hanauischc Ansprüche bei der Anlage zum Teil
bestimmend waren, ist deshalb nicht ausgeschlossen. Wenn Hanau
im 16. Jahrhundert Wildbann, Obrigkeit und Jurisdiction über alles
Gd.isiJ.' Ms ,:n die il-.v r ^earsspruonte, x> üinJ diese .■Vv.pnidic
gewiss zum Teil übertrieben und auf das Vorhandensein der Land-
ivclir zuf-cs-climuen, sie Zinnien ;iber auch teilweise auf berechtigte
Forderungen zurückgehen aus der Zeit, wo die Grafschaft Horn-
heimer Berg in Hanau verpfändet war. So vielleicht gerade beim
Rebsiöcker Gelände. Um seine doriigen Ansprüche durchzusetzen,
unternahm Hanau 1578 sogar einen Überfall auf den Kebstock.' -
Vom Hellerhof bis zum Grenzstein 6; sehliesst sich die Landwehr
natürlichen Verhältnissen an. Dass sie aber das Westbruch nicht
in der Verlängerung der Steglach auf Grenzstein $3 au überschritt,
woiu die natürlichen Verhältnisse einluden, und dann am Nordrand
des Bruches lief, bat offenbar seinen Grund in dem Umstand, dass
1. »Das grosse Dreieck« (Fluib. No. jjy), der durch die
Landwehr abgetrennte Teil des Gutleutböfer Geländes.
2. Der Virneburg Hol, später Hellerhof, der, wie andere
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3 . Di« Wüstung längs der Landwehr zwischen [lellcrhof-
eingang und Steglach, ^ Flurb. No. 100 u. 101. Von ihrem früheren
Zustand ist nichts bekannt.
Zeit eine Wiese, benannt Johl nach dem Steg im Wege Rabenstcin-
Rebstock (8).
5. Der Lcrchcsbe-rg, eine limk-is.-liwt'lliici^ ni">rdlich vom
Gii-.ei h.ihulmf, :u:S welcher jutz: il.is l-VUstliiii/.i.'tiiijiisi.-lii.'ii sieht.
Über ihn führt Weg 8. »Acker auf dem Lcrchcsbcrg neben der
Lind wehr« — l-'lurb. Mo. 121.
6. «Wiese an der Schwangoldnen Laag« = Flurb.No. 124,
jetzt Acker.
7. Wiesen im schwänzen gulcn loch genannt,' wo die
Landwehr Jas Bruch überschreitet.
Aussen.
Aus sogleich crsidulidiui prakiisditii Gr.-.ndeu gehen wir hier
von Norden nach Süden.
I. »Die Wiesen im Log«. So heisst 1586' der nordliche
Teil des Bruchs zwischen Dammgrabeu und Grenze von Siein 6;
bis hinab gegen 561 — Flurb.No. 38. Dieselbe Gegend heisst 1677'
»wiessen so auswendig der lantwehr in Schwarzengulenloch und
Ibmuricli guleucn.'; Dar. N.uiSümicI; Kwischun Grenze und Land-
13 Ruten gegraben »neben ItnJolli /.um I lumbrechts
[--hinaus], sowie ] Ruten « m dem loche [---loche]
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graben mochte.« ' Beide Nachrichten beziehen sich auf den gleichen
Or!, Die Bezeichnung »yn dem loch» weist auf das Broch. Die
Gegend muss tief liegen, da die Arbeit durch Wasser unterbrochen
wurde. Dieser Forderung entspricht allein die Stelle, wo die Land-
wehr im Bruch die doppeile Knickung erfährt An dieser noch
jetzt sehr tiefen Stelle wird das Wasser aus dem oberen Teil des
Bruchs durch einen von Osten sudlich neben Weg n herabziehenden
Graben noch vermehrt. Ich nehme daher als liudolf zum Nümbrechts
Wiese dasStück Hurb. No. ig zwischen Dammgrabeu und Landwehr an.
j. Rudolf zum Humbrechts Büsche. Das Bumeisterbuch
von 141s erwähnt wiederholt Arbeiten an der Landwehr »by liudolff
zum Nümbrechts huschen». Da wir soeben den südlichen Teil der
Damm wiesen als Rudolf zum Humbrcchts Wiese angesprochen haben,
su vermute ich, dass die Bezeichnung »Rudolf zum Humbrcchts
Büschen sich auf die Genend westlich neben di-r Stegkich bezieht,
die den Grundstücken 19, 18, 35c des Flurbuchs entspricht. Im
Vertrag mit Hanau 17S; werden die »Dammwiescn mit dem zu-
gehörigen Wäldchen« an Frankfurt cediert. Dies Wäldchen kann
nur die fragliche Gegend sein. Wald aber war auf den Stücken 18
und 19 noch 1779 vorhanden." Er wird 177.1 »Gutleulhßffer jung
Wäldchen» genannt.» Rudolf zum Humbrecht hatte, wie wir noch
sehen werden, 1413 den Knoblauchshof von der Stadt gekauft. Zu
dessen Gelände können aber die in Rede stehenden Grundstücke —
die Wiese und die Büsche - ihrer Lage wegen nicht gehört haben.
Welchen Hof Rudolf sonst noch 14IJ besass, ist mir nicht bekannt.
Den Hellerhof jedenfalls nicht, da dieser 1415 von den Virnbur K ern
an Johann zum Eber überging." Es könnte aber der ausgcg-iugene
grosse I Linnich 1 in Betracht kommen. Der Weg von den Heiligen-
stücken an der Rödelheimer Strasse {Fortsetzung von Weg jj), der
östlich an den Sc Iii essständen vorbei nach Süden führt, wird J57H
«noch immer gcn[annt] der weg zum alten hoffe zun. 1 Er zieht
.ml' ein uiireije!:iia:.s!ces GriuiiistucLs,' (las .]:.•■ FJurhich (N'o. 21) als
'.IScstaliiii^saclier des 1 loh.hausischai Försters« bezeichnet. Dieses
könnte der alten Hofraithe entsprechen. Übrigens befanden sich
nach dem Flurbuch auch die Stucke lS, i>c, sowie 29 in IIolz-
l'iiuseiiscliem Besitz.
R 67, 1774. — * Mitteilur
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- xj -
Die Wirt-Wiese. Sie ist, wie das oben erwähnte »grosse
Dreiecko ein durch die Landwehr abgetrennter Teil des Hellerhöfcr
einem Henss aus Bornheim.' Das 1410' erwähnte Land, «gelegen
zwischen den finden luden und der nuwen Warthe [- hölzerne
Galjicnwartc!] und );eet die [damals noch eiiifirabigc !| lantgcwcrdc
dadurch« kann nur sein entweder Wartwiese + grosses Dreieck
oder Wartwiese + Teil des «rossen Dreiecks.
--l.cn Main und Gotlei
Main und Gutleuihof koa
und bchmogglern, besondc
haben sieh iinttrsundci. tmen r.ejcrlulien Wey Innrer der Galgen-
»arte herunrer auf' den Cuileuhof [ äusserer Hcgloiweg der I and-
webl /n machen und durch den Main be. niedrigem wasser, acch
woh! mir zollbaren Wahren zu fahren-.'
Die Sicherungsmiiiel wiren Graben, Planken, Stakeuauo
und Pfahle.
a. Graben, Wühl von der Südwest-, als von der Südosiccke
der Uofmauer lief ,e ein rrockner Graben in den Mai", die Pon-
seiiungen der vor der westlichen und östlichen llotmauer jedenfalls
vorhandenen Graben. Diese Graben werden zwar nie erwähnt, doch
beweisen die Siege in. allen Mainzer Weg (1) auf einem Kissc> ihr
VorhanJensem Der Kaum zwischen beiden Graben war >'Om Main
bis zum Mainzer Weg in der Kegel mit Biiumen bcpflanzr,* wie wir dies
auch linksmainiscli ki den: ent-.rr.v-i.ikkn U.iu'ie /wischen Main und
Offenbacher Fussweg an der Gerbermahle wieder finden werden. Zur
1 Üwsr Hiss .kr C.-iMi.l um Nk-in, 1717. — ■ Urkunde lies Licbfruoen-
stif» von 1410, bei Kgk M. 11.17. — ' Bgmb. F. izb. — ' Mjjlb. E. 6(. —
. von Terhel] . »Bg. Maib. Konn. A. «er. 10. - » ibid. u. R. ijt, sowie Hiw von
Klein 1717,
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Zeit der Belagerung von i;j2 waren jedoch am Gutleuthof die
Bäume in der angegebenere Weise nid« vorhanden.'
b. Planken. Unier Planken verstehe man die nocli jetzt ge-
bräuchliche SperrvorricheutiR, bei welcher auf weitgestellten [Tosten
wagerechie Riegel ruhen, die mit eisernen Dübeln auf ersteren
befestigt sind. Wo zwei Riegel znsanioiinMossen, ist die Fuge in
der Regel mit einem Schutzblech überdeckt.* Die hölzernen Pfosten
wurden spater oft durch steinerne ersetzt. Diese Vorrichtung konnte
natürlich nur Heiter und Wagen, nicht aber iussgänger abhalten.
Am 20. April 1408 wird Lohn gezahlt für Arbeit nan den
blancken by den guten luden an der laniwerei;' 1415 ebenso für
■planken by den gudenluiien in den meyne zu slageno; 1 1444 soll
man die lantwcr by Gudcn luden (und by Rydern) im Meyne
beblenckcn und vermachen |= zumachen] lassen«, 1 Wie die
beiden letzten Stellen zeigen, gingen die Planken nicht nur bis an,
sondert) auch eine Strecke in den Fluss hinein. Sic standen sicher
am westlichen Graten und zwar nach der gleichen Hinrichtung bei
Flanken von der oben beschriebenen Form, sondern einen Staket-
zaun und vor ihm nach Westen eine Reihe dicht st eh ender Bäume.
Verstehe ich die Darstellung recht, so ist die Baumreihe auf dem
inneren Graberrand siehcnd gedacht. Diese Absperrung reicht aber
nicht bis zum Ufer; es bleibt ein Durchgang frei, auf welchem wir
einen schiessenden Soldaten nach Westen schreiten sehen. Diese
Lücke dürfte das Hrgcbnis zeitweiliger Zerstörung oder Vernach-
lässigung sein.
d. Pfähle. Dass heim Gntleuthof auch Pfahle im Main ver-
wendet worden seien, wird zwar nirgends ausdrücklich gesagt, ist
aber wegen des gleichen Verfahrens bei Riedern' wahrscheinlich.
Auf Pfähle ebenso gut wie auf Planken lässt sich die Nachricht
von 1419 beziehen : Lohn ftir 2 buhlen Holz »uz dem Forst by den
gudcn luden c/ufuhren, den Mein by der lantwer czu v erslah enc*
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- 29 -
2. Gutleuthof.
Ausserhalb der Mauer (oder Hecke) scheint im Osten, Norden und
liehe Hoftrauer und der westliche Teil der nordlichen in Betracht,
beide nach dem eben gesagten wahrscheinlich mit vorliegendem
trockenen Graben. Audi der Gutleuthof wurde in Zeiten der Gefahr
vom Rate, dem er gehörte, mit Wachen und Geschütz besetzt. 1
3, Landwehr zwischen Gutleuthof und Gr e Ull-
stein Sj.
Diese Strecke hatte ursprünglich nur einen Graben. Erst I4IS
erhielt sie einen zweiten,' jedoch mit Ausnahme des Abschnitts au
der Steglach, der stets eingrabig blieb. Datstellungen des 18. Jahr-
hunderts geben diesen Unterschied deutlich an. 1 Diese Gräben
konnten nur trockene sein vom Gutleuthof zur Steglach. Der
Gr.ibcn bei der Stcgladi war gewiss ein nasser, ebenso die beiden
Gräben zwischen Stcglach und Stein 63.' Die Breite' der Land-
wehr zeigt folgende Maasse in Feldratcn ;
lüingr.ihige Strecke an der Stcglach: 2°5'.|" — j'i'o". Ähnlich
wohl überall vor der Verdoppelung. - Krümme: ca. 3°o'o"- 4 ° j'o'.
- Zwischen Gutleutweg (2) und Südende des Wangärtchens:
5°cf4'— s°2'4-. - Au der Galgenstrasse (3) südlich: ca. 12V0";
daselbst nördlich: ca. 11V0". - Gleich nördlich der Warte: to°2'2".
Vom Ende der Verbreiterung bis 30 Ruten südlich der Sieglach:
5*0*0"— Wo", — Vom letzteren Punkt bis Steglach: 6*1*0* bis
|°4'M", nach Norden schmj'lei werdend. — Im Hck .111 der Stcgl.icli-
mündung: 7*0' 2"— 7*8* S". Südlich neben Stück 29 (Flurb.): 4°4'2"
bis s°8'4". — Rest: i'j'o-— 3*8'o".
!kk:hr. ; J i7 li. ■ < S. hi.L. TeI. - ; U. ](. 17S3 ( Hliii..;l): I'IliiIi. <j. 170.
t'ür Jic Strecke SleKi-idiiiiüiiduti;: - Mein (>; Judi liiss v. V,. W.mibacl] H. aia u.
41b 1779. - « LtwriTi'i senju .ml' Ii. 41 u. Copien. — ' IDas Flurbuch g\t! lür
J!c l..iii.ki-t!ir vrnn tuitlti.llni! bis zur »KivtrilsljriiKvL-lLr. an Jei I-^ktnhrinitr Str.i-t-
Li-i ;ui!ciu Minern i'ii.l .'ui^iTii t. i r,:i--Mc:n lik 1 lll.iic it""i: I ^, iü.^vlii, J.I.II
iki;Il vIlIh: an.liTL' I>:m L117.-1. 13.;! .U:i mii 01 1— ■ tir;3l KvL'kliiiLt.'i] .']i;:.:k'n ■.■u<l
Hillen niel.l >iiH'ili.-:Vi I, si:iuk-iii vi.|: iniy y : ■ r^"l l i;-. I u i r i \ T<i--..'n : Ii: :.,'.m.^.-;i
jilJ Jl-sIiiII. nur Jniu! mrilJ richtig.
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— JO -
V. Begleltwege.
Äusserer.
1. Vom Main an der Wesumoer des Gulleuthofes hinauf zum
Ki.irdthnr und vu:i J:i /Lim Knie beim Heilcrlmf hat stets ein Weg
dicht neben der Landwehr geführt.' liei der Wartwiese fühlt er
zwar im Flurbuch, deich zieht dafür ein anderer Weg am Westrand
dieser Wiese zur Galten Strasse (Rest eines Grenzwegs zwischen der
Giitlcuthüfer und Hellerhofer Tenuincy '•). Jedoch 17:17 lief er noch
neben der Landwehr bis zur Warte.'
2, Vom Knie beim Hellerhof bis Stein 6j ist ein Weg dicht
neben der Landwehr nicht erwiesen. Der auf M. I 9 Jon gezeichnete
V,'i-)- kann ehensn gut als stellenweise der Landwehr k-nddeilirnd
aiiiiSL't.isit werden, wi«u Jas Gelände Anhalt bietet.
1. Zwischen Gutleuthof und Galgenwarte hat Bei. PL einen
breiten Weg dicht neben der Landwehr, der auf späteren Dar-
stellungen fehlt. — 2. Zwischen Warte und I lellerhof ist der Begleit-
weg schon als Zugang zum Hofe vorhanden. — J. Zwischen Hellerhol
und Sieglaeh kann die Wüstung (h'lurb. No. 100 u, töl, letzteres Stück
zwischen I aniiwehr und Sccgrahen) als Begleit weg gelten. — .1. Neben
dem einfachen Graben an der Steglach zeichnet Bunsen 1782' einen
Weg, der südlich in die Wüstung, nördlich über den l.andwehrgi ahen
ir. den Weg G.dgeuwartc- Diimmhiiciie mündet. — 5. Vom Lck an
der Sieglachmündung bis Stein (15 hat einen Weg I!. 1 ;, vom Damm-
graben bis Stein 65 auch Terhell. Bei Ravenstein 1 läuft der Weg
bis zum Lude des Stückes z<) als schmaler l-'ahrwcg /wischen den
später bezüglich der Lage der [l;iiwce.s l eim Knoblauchshof kennen
lernen werden.
Auf den innem liegleiiweg vnii Giitleuthnf bis Stein 6; bezieht
sich der Beschluss von 1496: »die b r ü c k el c h in czu machen ... .
dmuit man möge muh die hmtgewere vim Guileu Luden hyli an ilie
1 S« die lueisttn Darstellung«!. — ' Riss Klein 1727. — ' K.46. — ' SpeiiaJ-
plan 1879.
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Ricdclnheimer | ■ Hocke nheirner] warte ryden. 1 Solche «Bruekelehen«
müssen gelegen haben filier: I. dem Steglachabfluss; I. dem Graben
neben Weg Rabcnstein— Dammgrabcn (i r); j. dem Abfluss aus den
Wiesen im Schwarzen Gelen Loch (Flurb. 225 u. 226); 4. dem
Ablluv. des Leonhardsbornes.
VI. Wegenetz.
Die Anlage der Galgenfeldlandwchr bewirkte folgende Ver-
änderungen im Wegenetz:
r. Der alte Mainzer (1) und der Gutleutweg (2) wurden vor
dem Ostemgang des Gutleuthofs vereinigt und durch den Hof ge-
leitet. Von einer Veränderung des alten Mainzcrwegcs ist 1414
die Rede.'
2. Der frühere Zug des alten Mainzer Weges führte sicher, die
Wege Hab en si ein- -Hellerhof— Rebstock (7) und Rabenstein— I.crchcs-
berg — Rcbstocfe (K) wahrscheinlich fortan nur noch als Fusswege
durch die Landwehr. Die beiden ersteren sehen wir beim Verfall
der Landwehr sieh wieder sl:> halii-wcgi 1 geltend machen. 1
Als einziger Weg für den grossen Verkehr blieb die Galgcn-
strasse {;). F.s ciUMimdtii d.iher nder Linien in Gebrauch folgende
Zugangswege nach und von der Galgenwarte:
A. für die Verbindung vom Alten Mainzer Weg und vom Gm-
kutweg nach Griesheim: a. Weg Alter Mainzerweg -Galgen warte
(673).' — b. Weg Galgenwarte-Griesheim (fi 7 b), nicht weit westlich
der Warte von der Galgenstrasse fj) abzweigend mitten durch den
Langen See.'
B. für die Verbindung Hellerhof— Rebstock (7) : a. Weg Heller-
hof- Galgen warte (- innerer Bcgleiiwcg). - b. äusserer Bcgleit-
weg + Weg Warte- Rebstock (68).«
C. (Ür die Verbindung Hellerhof— Dammbrucke: 1. Weg Heller-
hof- .Galgenwarte, - b. äusserer Begleitweg bis zum Knie der Land-
wehr (bei ü) + alter Weg Hcllcrhof-Dammbrfickc (66).
VII. Durchgänge.
1. Alter Mainzcrwcg (1). Xach Schliessung des Raumes
zwischen Main und Gutleuthof bestand er, wie erwähnt, nur als
• «grub. !.((*, F. 7S. - 1 Bclcsc Mc.c-.i imii r ..[ Ju^ eli-.T..j h ^ : üjlgemlrjsse.. -
> M, Ira, r«;8. — ' Bei. PI, u. M, 1,9. — ' Thnau CbuwIt. - 1 M. [, .) a.
Riss von iS]i, wo «Fahrweg auch Rebunik«.
— jz -
Fassweg fori, mit je einem Steg über den östlichen und west-
lichen Graben. '
i. Weg durch Jen Gutleuthof. Als die Anlage der Warte
den Durchgangsverkehr auf die Ca Igen Strasse gezogen hatte, diente
der alte Mainzer- und der Gutleutweg nur noch den Bedürfnissen
des Hofes. Der Verkehr dieser Wege ging nun durch den Hof.
Der Eintritt von der Stadt her konnte sowohl durch das Süd- als
auch durch das Osiilmr erfolgen. Vielleicht ging er uis]nüii!;lie:i
vorzugsweise durch das ersten-. 1 Die Missstande des Hochwasser:,
mögen bewirkt haben, dass allmählifi das Ostthor der alleinige Ein-
gang wurde. Nach ihm ziehen sich spater der alte Mainzer- und
der Gutleutweg zusammen. Letzterer scheint der wichtigere ge-
worden zu sein. Darstellungen nach i jlSy lassen em weder ihn allein,'
oder auch den alten Mainzer Weg zur Ostpfortc ziehen, diesen
alsdann mittelst einer starken Biegung.' Der Austritt des Fahrwegs
erfolgte durch das Nordthor, welches nach den Darstellungen einen
Matthchen Thorbau besass.
j, Galgenstrasse.
A. F.ingrabige Zeit, vor i 4 1 4.
Hölzerne Galgcnwanc.
Nachricht«!. Die Warte bestand schon an-. 17. September 1390, an welchem
dem tivdcr w.ilde versinken | in Verteidigungszustand setzten] als
man die Kauflude des morgens von der messe geleiden soldc.n"
Kur/ vor oder im Jahre [410 scheint sie erneuert zu sein, da sie
1410 die mniwe warthe« heisst." Sehen 1.315 scheint sie nicht mehr
bestanden zu haben, weil man damals nicht die I lolzwartc, sondern
nur das »porthus | = Hütte des Schlaghilters] zu den guden ludet»
zur |steinernen| Warte machen wollte. "■
Standort. Der Standort der I hilzwarte dürfte südlich von der späteren
Steinwarte gewesen sein, 1 ' denn mit der Errichtung der letzteren
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war, Hie wie scher, werden, e.nc Vmchscbuni; der Cj!;ii:iti'.h,
um! zwar «ahrscbeiolicli nach Süden, verbunden
Bei der Hol?ajttc siand e.;. Vltla^- Ii: heiss: : »V.tneb'Jtger Sebti
Hofs Schlage '}S"V »Schlaf; bei Vimeburghof« 1410;' islag zun
(luden lucent 1402,' 1412 ' Kr wurde 1410 samt dem Kudrecks-
schlag' von den L' bet h oh 1 sehen | Taunusrineri:| gebrochen-*
Ein »porthener« daselbst tommt 1401 7 und 1401* vur; das Hut
sporthus zun Gudcnluden« 141;.°
B. Zwcigrabige Zeit, seit 1414.
Die Holzwar ic wurde durch die jei/i°e Sruinwarie ersetzt, die
Landweht erhielt gleich darauf Jen zweiten Graben.
Steinerne Galgen warte,
guden luden« 1414," 1418," J419,'* 144V 1445 "* ; (warte by den
guden luden« 1441,'' I490;' 1 »warte im Galgen fei de« 1418; 1 ' »warte
by Vi m bürg s hoffe« 1415.'° Nach Errichtung der Bockenheimer
Warte (1454) auch: »alte warte« 1447," 146S," 1475,*' 1481.'*
Der Plan, »das porthus zun guden luden zu einer Warte zu Bm
machen« bestand, wie erwähnt, schon 1413. Errichtet wurde die
Warte gleichzeitig mit der Sachscnhäuser Stein warte am Offen-
bacher Weg'* 1414 zwischen Mitte Juni und Ende September.' 1 Bei
der Belagerung von Ijjz brannte der Hehn des Turmes. 1 '
Die Stellung der Warle war beding: citiersLits durch, die bereits Stund
vorhandene Landwehr, andererseits durch die GaljjL-r.srr.is-iL'. Ihc.:-
Strasse, deren älterer Zug inner- und ausserhalb der Landwehr südlich
von der 1770 angelegten jetzigen GniissOe hs," erlitt 1414, zugleich
ivi'iil .1-' nl i'ii erwllimen AliSilr.iel.s nhi n' iL.-r \vj"ij.j.:
. Aber im W.ilde hat eine Warte keinen Sinn. Entweder llal die
Gegend der rlntiwirte die alte Beieicbniuig Ion einem vtrseWun denen Wilde
beibehalten, oder es muss 1190 Iltissen .vor dem nyder wilde». - ■ Chron. III»,
104-, die obige Orthographie ist die der Chronik - ' v. Cohsusen, Aich, N. F.
IV, 54- - 1 Hb. 1401, F. »■ - ' ibid. 1413, F. 9). - 1 An der RadtDramer
Vri; c (14). - <■ - 7 ith. i.(ot, bei Kc>. M. II, J47- - * Rb. 14m, F. 14- -
lelle entfall™. - '* Rb, 1418, F. 50. - » liee.lbndi der Nudi-tsMdl l.|ts.
. - * Fieh. Handschr. JJ„ F. J6. - " Hb. 1468, F. St. - 'I Bj>mb, 147
■b. - " Rb. 1481, F. )6b. - ■! S. diese nnten. — 1 W. J. a. a. O, -
I. PI. leirjt dies. - t Man sehe die Ackereren™ südlich der Mainzer Lan.
e im Flurbuch.
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mit dem alten Mainzer Weg, eine Veränderung, und zwar wahrsdidn-
lkh bei der Walte, Iis verzehrten damals so und so viel »des Rates
frunde, d.c «tfc ur.d lantwcrc zun gudcn Wen, die alden strafien
alter Mainzer Weg) und bei Vi.nebur fi er hofe - TGalgen-
Strasse! zu besehen und zu verendereno.* Vielleicht handelte es
sich um t.r.c leichte Ausbiegung nxh Norden, um der neuen Warte
einen aus irgcn
emem Gr
nnde besseren Plaiz zu verschaffen. Die
esunauer ti
Wanhofei
[ lehnte sich - so vermute ich - an
e der dam
a\ 1 i-.'.ij;rahi(:cn i.. ndwehr, d.c Sud-
iiijnerar- 6 dic'(n
rcguliei
te>) Galgensirassc. Da aber letztere die
1 and weht nicht
reditwiL-k!
ig schnitt, so erhielt das Südwesteck des
Warthofes den !
yi-.rxn Wi
nkel. 1 Als man !4 t 5 die Landwehr ver-
doppelte, gab m.
in ihr hei
der Warte dadurch eine besondere Breite,
on Norde,
1 kommenden innem Graben nach dem
Xordosteck des
Hofes lenkte, wo er sich tot lief, und den von
Süden kommend
em Ende ebenso weit nach Osten heraus-
zog.' - Die Ga
sieht links vom Ankommenden.'
Für die ba
richtung verweisen wir auf die Dar-
Stellung von W.
,lff-Jung, e
ier wir Folgendes hinzulügen.
a. Der Tun
fder am meisten gefährdeten Südwestecke
des Hofes, und i
;t sein Mantel mit etwa »/' des Umfanges
über die Ecke v.
jr.' Diese
Stellung ist weder auf Bei. PL noch aul
M. I, 7 und M.
rkennen. Dieselben Darstellungen lassen
auch den Erker
am Mantel
weg. — Das oberste Stcingeschoss hat
auf M. J, 7 ein
cn w«erec
hl vorstehenden Balken, wohl für die
Holle eines Auf
:uges, auf M. I, 9 sieht man zwei solcher Haiken.
- Eine Schnu:
-, «den slofsel von der nuwen warte damide herabc
Ciu reichen«, wird 1414 erwähnt." — Am Helm erscheinen 5 (im
Ganzen sind es 4) kleine Spitzchen Über den Luken auf M. I. 9,
ein Signalkorb ist ausgesteckt auf M. I, 7 und M. 1, 9.
b. Der Brunnen stand ursprünglich so in der südlichen Hof-
mauer, dass er von innen und aussen benutzt werden konnte. Er
wurde von aussen mit einem Schwengel betrieben.' Spater war
die Einrichtung anders.'
' Kb. 11 m bei K R fc„ M. IV, 43. - • S. Crwulr. lici W. J. - 1 Flurb. u,
S. 171 um 180«: v K l. auch M. I, 7 u. M. i. 9. - " ÜbcTiiu s"Klll i.: tii^ HoJn-n-
iitimiT. ifcc l : ricJttrpiT mi.l iv.i;irsditial:ili dit iii-baule aliu Sadi-tnli.m-^r
S;.i:nv.lr[L'. RecHtf Wim i:J:m.::ir:Jul «t 1 ('■.); beabjitllligle Warle in der
I. Ji.-'.iuiii.-i Sim.h: Jii LLiiii ntiieSach'.tiiliJu'.er n'arre, - i S.CJrundr.
btiW.J. - tBdKgk.M.VII,)i._ ! M. 1,7 u.M. F, 9. — ■ S. Fig. 71 bei V. .J. II.
Der iussere La n durchreiben hatte urspiüfiglKh eine (abr.chm- B™.*.
bin}) HoljbrQcke, deren Tragbalken sowohl auf den Crabenrandern,
als auf einer Zungenmauer in der Mint des Grabens ruhten. Man
zabltc 141 j Lohn tmeister Wigand dem morer von 6 ragen cm
tnuerchen in dem graben by der nuwen narre Mir dem thotn
anaufoieno ; auch erscheinen Ausgaben f'jr das Auswerfen de: Erde
ind für die Ste;ne zur ZunRenmaucr.' Sparer seit unbekannte: üeir
gewölbte Steinbocke, mit Schuttmaoem beiderseits.'
Der Schlag, wahrscheinlich seit Bestehen der Steinwarte ein Sohle*
Scbbgbaum, wurde nach Cohausen Ende September 1414 errichtet.'
Frwihnt wird er 14t; als »riefiel by den guden luden«' Sein
Drehpunkt lag wahncheinlicb, wie dies bei der neuen SacbseohSuser
und der Friedberger Warle noch zu erkennen ist, im Man'.el de*
Turms. Abgebildet ist er zwischen 1 [ja und [568 als glatter, 1
1804 als gestacheltcr Schlagbaum.' Südlich neben dem Schlag-
baum stand früher ein Haspel. 7
Um 1800 finden wir etwa in der Verlängerung der östlichen Zn.iter
Hofmaucr einen zweiten, innern Schlag als glatten Schlagbaum Schlag,
mit Drehpunkt im Süden. Südlich neben ihm das zu ihm gehörige
Hüttchen. 1
Nach einer Bestimmung von 1584' ging das Mainzer Messgeleit Geleits lein,
für die heraufkommenden bis zur Galgen warte. Dort stand aber
kein Gelcitstein. Ein solcher befand sic:i Ursprünge: Ii nicht weit
vom Galgenihor. Als er kurz vor 1645 in dem dort errichteten
Bollwerk verschwand, wurde 28 Buten von ihm ein neuer nin der
(i:!.~tn:.:-.Lv;e vnr der Stadt» «eset/t. " Beide Steine 'Rheinen sich
nie In mehr nuf ilasMess-, -inali-rn a'if das l-üstensideli Kvugell zu haben.
4. Weg Rabcnstein-Hellerhof-Rebstock (7). Er iiber-
schrciiet die Landwehr dicht oberhalb der .Stcglacli. Von einem
Stege ist nichts bekannt.
j. Weg Rabcnstcin-Lerchcsbcrg-Rcbstock (8). Er über-
schreitet die Landwehr unterhalb der Stcglacll. Die Landwehr hat
in dem 1'ek, das sie dun bildet, eine ganz bedeutende Breite," der
V.'VKck derselben ;:,t aber s;.'m/l : ..li ■.ink'k.innt. Ebenso der Steg,
der trotzdem mit Isi'ieliMer Walirseheinlithkeit dnrt aii/nuehnien ist.
' Hb. 1415, F. 17. S — ' M. !, 7- — '' Karte C. 'tili, Maninil. - ' M. [, 7 und
M. 1,5; 1S04 nielii mehr Vorhand™. — * R. [7: und Museum C. 4j4j. —
» Kgfc. M. III. 117. - '" ibi«"- VI, im. - 11 Flurb,
- i6 -
Die Bockenheimer Landwehr.
I. Begriff.
Bockenheimer Landwehr nenne ich den Abschnitt der »Land-
weht um die Stadt«, der die Bockenheim er Creme von 1785 von
Stein 6j bis Siein 15S an der Eschersheimer Stusse (17) begleitet.
Coerheferrc Namen sind »laniwer by Nydeniaw.;' oltmwer iu
Bockenheim« 1409;* «lantwet by Redeinheim» 1419;' .lan (fi ewer
im Redeloheymer leidet I494.« Benennungen, nach Rädelheim anstatt
nach dem näherer?, aber Ir-Jher gan; unbedeutenden Bockenheim sind
in alterer Zeit überhaupt nicht selten.' Von Stern 1;; bis Stein ij8
berührte Jicc Land-c.n jrsjir .npjch du (inti'litimer Tim: mi '
Vom Frankfurter Gebiet schliesst sie nur die Atter \oi der Bocken-
heim er Warte aus,' ist also fast reint.' Gru-tmLinJwdif. l-in.mjschlossei!
wird von ihr ein Teil des Westbruchs, der Saud, das Lindin und
das ArTenstcincr Feld.
Lauf der Grenze voraus. Kür den Ausschluss der Äcker vor der
Warte liegt von Seiten der Landwehr kein technischer Grund vor, 1
in. Umgebung.
1. "Die Wiesen im Loch.a So genannt mit dem
Zusatz uolim das Censeloch;« i*>77 »Wielen. ... im ich «amen
Goten loch.« Reichen von Stein 65 bis Sj, entsprechen den Stücken
21} ond 226 im Hurbuch. Altere Horm des viel entstellten Namens
ist gewiss nin der warzen Geler. lochs, die auch vorkommt und
nach Dr. (ong eine Besitzerin bezeichnet
2. Der Bockenheimer Busch. Da in ihn 1434 beim Bau
der Warte die Ramme gefahren wird," so möchte man ihn nördlich
der Bockenheimer Strasse zwischen dieser und der Landwehr an-
HS. oben S. 6. j. - t S. S. f . - ; S. S. s, f. - « ibid. - > Umbg! v. i;86.—
" Umbg. von 1677. - " Cahauscn i. a. O. 54.
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;. »Im Lindey.n Hin viereckiges Gelände neben den
Steinen io6 bis 109, das im Westen von der Landwehr, im Norden,
Osten und Süden aber von drei landwchrartigcn Streifen begrenzt
wird. Bezeugt für 1677, i6yi, 1753 und 1769. 1 Der Einschluss
erinnert an den des Bornackers in Saehsenhausea.* Näheres ist leider
nicht bekannt. Die Notiz von 1410 »S morgen Landes... gelegen
in dem Lindey ulF der lanigcwerdc« ' kann sich auf diese Örtlich-
4. Der Leonhardsborn in der Landwehr, zwischen Stein
11; und 114. Sein Wasser floss im äussern Landwehrgraben zum
Westbruch hinab/ 1787 soll Maurermeister Bell den Brunnen er-
höhen und in Stand stellen. 1 Nicht weit davon lag ein Acker des
Leonhardsstifts an der Landwehr - Flurb. No. 16.
5. sFrau Rat Goethes Baum stück oder Wiese a
zwischen Stein 116 und 119, -- Flurb. No. 1,' erwähnt 17S5.
6. uDie Buttcrsup p.«, beginnt nördlich von Stein 119, endet
bei Stein 127, — Flurb. No. 83. Bei Thomas, Grundr. heisst die
Gegend Linden feld.
7. Am Sauborn, nahe Stein 140,
Äussere.
i.. Bocken heimer Wäldchen -- Gegend zwischen Stein 65
und Kz und noch weiter südlich. Land weh [grab ung daselbst wird
für 1415 erwähnt.'
2. Die Hammelfangsheiden' bei Stein 66.
3. Die Bockenheimer oder alte Schindkaut"* zwischen
Stein So und 82.
4. Die Frankfurter Äcker vor der Warte.'
5. Am Kloster, von Stein 12; bis etwa 129.
6. An den Fuchslöchern, zwischen Stein 140 und 14t.
7. Das Ginnheimer, später Bockenheimer Feldchen,'"
IV. Bcachaffenlieit.
Auch die Bockenheimer Landwehr li.;i;e ursprünglich nur einen
Graben. Die spätere Hinzufügung eines zweiten geschah wahr-
scheinlich auf der Innenseite, wie auch Cohausen annimmt. Von
■ Umbj;. v. 1677 u. 1691 und H. ( u. - ' S. on«n •Suht«MiiltI Landwehr,
* Hutnb. f|is filier, -'i Riss! »Imsen 1786. - *"u ra bg. 1677 'flu««" 17«. -
J S. oben S. ^, - '° S. oben S. i.
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- i» -
Stein dj bis mindestens i i'j wurde der zweite Gräber, 1415 angelegt.'
Wann dies auf den übrigen Strecken geschah, ist nicht bekannt.
Hin deutliches Bild der doppclgrabigen Anlage zwischen Rödelheim«
und Bockenheimer Strasse gibt der Belai;eriiugsplaii von 1552. Es
graben: 3. Hecke; 4. weniger tiefer Innengraben. Der Raum zwischen
den Glm;'i.ii, in Wirklichkeit Jit breiteste Tai der Anlage, ist in der
Z l- • j j 1 :i 11 ] : ^j; .r s ;lm'..il :iust; 1.- i'.i i 1 u :i . Hink' Jus [ti. J.diriuindcrts linden
wir au ]" diuscr Strecke der Wjik anst.ni der Hecke ebicn Ss.ik c-'.-
zaun ausserhalb do Aussetigr.ibens." Bei der Vermessung von 178)
f.mdtn sieb uberall die beiden Graben. Noch 190U sah ich ihre deur-
beiien Spuren /wischen Stein dj und So, hn Ausscn;;raben linss
von Stein ItJ bis 82, wie erwähnt, das Wasser des Leonhards ho ms
herab. Die Gegend der Landwehr zwischen der Bockenheim er und
Rödelheim« Strasse muss früher sumpfig gewesen sein, da der
Bockenheimer Schlag auch als »Schlag auf der Landwehrlache vor
Kcdclnhcim, bezeichnet wird. 1
Über Tiefe und Breite der Graben erfahren wir folgendes:
16t» wurde die Landwehr »von der Bockenheimer Warte bis an
den Ginnheimer Steg [hei Stein 113] S Schuh tief und 6 breit auff
beider; Seiten» aufgeworfen und ausgegraben, und 161 ] geschah
dasselbe mit der Strecke »vom Ginnhcimcr Steg an bis in den
Eisern Schlag,,' Bei dieser Reparatur wurden also beide Graben
gleich breit und gleich tief gemacht.
Js'ass waren beide Gräben von Stein ö; bis 82;' der äussere
von Stein 82 bis rtj zum Leonhardsborn, ob dort auch der innere,
ist zweifelhaft. Von 113 bis tjj waren wohl beide wegen ihrer
Lage auf der Hohe trocken; endlich von ijj bis ijS der äussere
jedenfalls, der innere möglicherweise von der Marbach gespeist.
Die Breite der alten eingrabigen Landwehr ist nirgends mehr
erkennbar, die der zweigrabigen war nach dem Flurbuch folgende.
Zwischen Stein 65 und 82: 3°7'o" bis 4° 6' 6"; zwischen Stein Sz
und 91: J°8'4" bis S°J'8"; an der Bockenheimer Strasse südlich;
S°i'S"; daselbst nördlich ohne die Warte ca. 4°o'n"; mit der \Varte
ca. uVo"; zwischen Stein 96 und 119 : 4" 2' 0" bis 5° 5' 1"; zwischen
Stein 119 und 158: .i°4'o" bis ij 0 3'o".
■Museum C. 15)2. 176 (—Sa. — ' Gollau»]], a. 1.0. SJ. —
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Begleitwege.
A
i. Von Stein 63 bis
82 an der Rüdelheimcr Strasse
zog ein Fahrweg dicht an J
Hoheit, Ja die Grenzsteine
er Landwehr.' Er lag in Frankfurter
dort um Vi Ruten nach Frankfurt zu
eingezogen sind, doch übte
auf ihm Bockenheim allein die Hut-
«ei-ecliiigkcit ans.'
2. Von Stein 82 bis ;
16 bildete die Rödelheimer Strasse den
Begleitwcg. Sie lief gewiss
wehr, findet sich aber bereits
ursprünglich iitiidlkh neben der I.and-
17S6 auf die Landwehr verdrückt.'
3. Von Stein 86 bis 91, zw-ischen Rödclheimcr und Bocken-
heinier Strasse ist ein Weg dicht neben der Landwehr nichi erwiesen,
Joch zog der unter 1. erwähnte Fahrweg von Stein 82 in der
Richtung der heutigen Strasse »auf dem Kies« nach der Bocken-
heim« Strasse.'
4. Von Stein 92 bi<
Waite-Ginnheira {69b) den E
5 . Von Stein 9 S bis
: 9; bildete der Weg Bockenheimer
■egleitweg.
112, wo die Äcker vor der Warte
liegen, ist von einem Wege 1
Strecke behandelt wie die fol
lichts bekannt. Vielleicht wurde diese
eende.
mit ihrer Feldbestellung von
Ks war also ausserhalb an £
der Landwehr fern zu bleiben hatten.'
ier Landwehr ein »Wich« abgesteinr,
■ aben kann. 172; lütten Jlc lioeken-
der auch als Wee bedient t
heimer zwischen Wune und 1 Gelier shdmcr Strasse »dermafsen nach
[ - nahe] der Landwehr ang.
cbaut. dass nicht ein Fuss breit räum
zu finden war«.' Derselbe »Eingrifft wird 1727 gerügt. Damals
konnte man »vom Eisern Schlag [In der Eschenheimer Strasse|
fast bis an die Bockenheimer Warte thcils onh.cn änderst nicht
als über die Flucht gehenc.? Ein Teil dieses Wiehes ist der Nebcn-
weg Bornheim-B Ockenheim (,|6a) von Stein 114 bis 119, ein anderer
der Ginnheimei Stadtweg (15a) von Stein 119 bis 122.
■ Nach Act. Scn. Stab :8D von 1781 lief neben der Graue .ein Fahrweg
von ilcr Dnnmwiesc bis l-ci:w!ii: llockcnk-Wr Warte«. ILr ist noch vorhanden.
Abccbildct Flurb. u. Kauen des 19. Jahrli. — • Abjteraung gegen Hanau 176;
in Hglb. A. 60. Tom. IV u. V. - 1 Bimsen 17W; Flurb. - • Dirgeslelh M. I, 9
(um 1(7Ö? — I Kotii von 173) in Fase. ..Acker «er icln-I.aiiiJv.Tlir«, — ' ibid. —
r A^«l:i schein bc!r. .lie Mirbach 1717.
Warte: lt. Ij; von ebenda nur bis über die Rödelh.
Gr. R. 1 589 ; von Rüdclhcimcr bis Bockenheim« Strasse
deutlich; von letzterer Iii:, ^egeniiber dem Eck bei Steh"
Gr. K. und Ii. 15- Letztere Strecke ist der Weg Cail
heimer Warte (69a).
2, Im übrigen ist nur noch von Stein 119 nach 120
weg bekannt, der «Eingang zur Bunersupp«. ' An
Stellen dürfte er jedoch in alter Zeit ebenfalls bestand
Durch die Bockenheimer Landwehr wurde
Seitenweg (19) ganz geschlossen. Die Wege Eliseuskreuz- Praun-
heim (18) und Bornhdm-ßockenheim (46) samt seinem Neben-
weg (46a) gingen fortan nur als 1-usswege durch die Landwehr.
Vom Wege i.eerbachbrucke-Hschersheim (16a) ist unbekannt, ob er
geschlossen wurde, oder als Fussweg fortbestand. Wenn eine Dar-
stellung von r6 7 8 richtig ist,' so wäre er damals wieder als Fahr-
weg durch die Landwehr gezogen. Hauptdurchgang war vor [434
die Röiiclhcimcr Strasse, die Bockenheimer diente als Nebenweg.
War der Schlag der letzteren geschlossen, 50 ging auch der Verkehr
nach Bockenheim, Praunheim und Ginnheim durch den Scjil.ig dir
Rödelheimer Strasse, und zwar I. nach Bockenheim über den Weg
Heihgenstikkc-Bockenheim ($2); 2. nach Praunheim und Ginnheiiii
(und auch nach Bockenheim) über den Weg von 5tein 82 zur
liodenheimer Strasse und von da weiter wie nach 1434 (siehe unten).
Als 143.) durch den Bau der Warte die Bockcnheimer Str.ti.sc
1 l.'.u)-t'vi.g virile, kamen folgende Zugangswege auf:
A. Für die Verbindung Hiiddhcimer Strasse-Rödclheim: a. Weg
Ket'.rniiuii' ■ ]i.^ke:il;ciu:i'r Warte (dSa).* — b. Weg Bockenheimer
Warte-Heiligenstöcke (68b) der spateren Strasse »Schöne Aussicht«.«
a. Weg Gailsweg - Bockenheimer Warte (69a), 1 auch «Wartwega
genannt. — b. Weg Bodenlieimei Wjrte-Gismheimer S-.aiitwti; (£■>!>),
welcher die beiden Praunhcinicr Wege (18 u. 19) schneidet. 6
i, Heslcr. - » M.l. ta, ifi;«. - « ibid.; Bungen tjS6,
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Rödelheimer Strasse (ti).
zu haben, da keine Spur von einer Brücke vorhanden ist.
Brücke des Aussengrabens erwähnt als hölzern 140S,' 141
ohne diese Bezeichnung 1414,' 1475;* dargestellt auf Bei. PI.
Holzbrückc mit Geländer, auf einem hölzernen Joch mitten
Graben ruhend. Später Steinbocke, die 1901 noch bestand.
Schlag. Namen: 1. »slag zu [öder by] nydenauwcn 135
1401,« 1403,' 1410,« 141 1,» 1413-" - 1415 hat einer »zu Nidenau
des sla B es gein den wiesen- zu warten. " - 2. Kudrcgs (-cks, gl
und off die andern ußk»
r Red
Kudreg uffsicitt.« Kudrejäs Frau erscheint öfters ah Hüterin des
Schlags zu Nydenauwc, z.B. 141 1,'« 1414.''. - ;. »Slag by Redcln-
heimee 1429."° — 4. Grosser Schlag hei Niedenau im Gegensatz zum
kleinen an der Bockenheimer Strasse."
Entstanden ist der Schlag gewiss mit der Landwehr, bekannt
seit 1396. Kr wurde 1410 von den Überhöhi sehen gebrochen, aber
wieder hergestellt;" 1411'' und 1414" wird ein Schlüssel zu ihm
erwähnt; 1414 Schloss und Schlinken an ihm gebessert;' 1 [415 wird
' Bumb. 1408. F. 10b. — ■ ibid. 1.115, F. 44b. Dort werden Nägel erwähnt
iir Brücke *by dem FI-l?c:i1^1l (^1, J.irjLi'vn stchi von moderner Hand aKnn-
drfcliMchlüg.. — > Bumb. 1414, P, 48. _ ' Bgmb. 117;, F. 10b. — 1 Bb, ijj6,
F. ]8b. — » ibid. 1401, F. 71b. — ' ibid. 140), F. 84 f. — « Cohuuen «. a.O.—
' Und. — « Bb. 14.}, F. 89. — " ibid. 1415. F. »7 b. - " Bumb. 1414, F. 48. —
■l ibid. 1415, F. 46, ja, $jc, 51 b. — " Bgmb. 1419, F. 8b. — ■! ibid. 1475,
F. 40 b. — * Bumb. 1415. F. 51. — 1 ibid. 1411, F. 49. — ,s Cohiiuen, 1. a.O.—
'' Cbron. lila. i6j. — " Bgiiib, 1419, F. 16 b. — 11 Cohausen, a.3.0, Der Abtiuss
des Leontiardsbonis hat nffcnbjr als Zubehör des Westbruchs in älterer Zeit an
ittisen Beieielinunj; 1I3 »NvJtnsu™. u il jiemmmien. — " Cohausen.a. 1. U. —
libid. - «Rb.1411 bei Kgk. M. IV. ja. - >i Chron. [IIa. tbi-
Digitizod by Google
- 4* -
er erneuert, und Schlot und Kette* daran geseilten. ' Auch spät«
wurde er öfter erneuert.
Ob sein Standort inner- oder ausserhalb des Grabens war, ist
unbekannt. Bei. PI. hat zwar die Brücke, aber nicht Jen Schlag.
Hüter. Der Portener des Schlags kommt öfters vor. Zuweilen halle
er zugleich des Kostensees zu warten,' d. h. wohl eine Schlcusse
am unteren Ende des Sees zu versehen, die dessen Wasserstand regelte.
München. Ein Hüttchen beim Schlage wird erwähnt 1410, erneuert 1415.'
2. Bockenheimer Strasse (j 5 ).
Eingrabige Zeit.
Nachrichten fehlen. Anzunehmen ist: durchziehender
Graben, Holzbrücke und Schlag.
Zweigrabige Zeit vor 1434.
Ausscngrabcn durchziehend. Imitiigrahen gewiss, wie später,
aussetzend. - Fahrbare Holzbrücke, 141J Bockenheimer Steg
genannt 1 — Der Seisla« lieisü Ri-deiiieiinei SJiI.il;; kleiner Schlaf;
von Xii.iler.au; Schlag auf der Land wehrlache vor Kedclnhcim ; alle:;
nach Cohausen, der aber weder Datum noch Quelle angibt. — Ob
hier vor 1434 eine Holzwarie bestand, ist bei dem Fehlen von Nach-
richten nicht auszumachen,
Zweigrabifie Zeit seit 1434.
Steinerne Bockenheimer Warte,
Namen. Namen: »warte bv .nieiis'.ein« 1434;' »warte by kuwedregks-
slage« 1434;' »nuwe wart by kuwedrcgsslagc«. 1434;" »nuwe wart*
1435,' 1440,"' 4441," 1456," 1468"' im Gegensatz zur Galgenwarte,
die im letztgenannten Jahr auch als »alte Warthe« neben der Bocken-
heimer vorkommt;" «nuwe Warthe gein Bockenheim« 1441;''
nBockenheimer(Buckenheimer) warte [452 1462;'' 15Ä0;'" 1578;''
»nuwe wart gein licdelnhcim« 1441;'° »Kedelnheimcr wart« 1459,"
J4SJ," J490," 1496 ;' 1 abwechselnd fluekenheimer und Riidelheimey
Warte 149S. J1
' Cehausst., a. 2. O. - i Uumb. 1.115, F.' 54. '- t Kij. ]', ; | nach Cnhaitsen. -
F. 11 - " Rb. 1441, I'. Sa. - *» Rb. .456, F. Sit. - " Rb. MSB.'p. 79. -
1 Bumb. 146t, angehängtes Blau. — ■< Hb, 1560. — FuindKbddeb. 1(78. —
» Bgrob. 1441, F. 10. - " Bumb. 1458, F. jb. — » Hb. 1787 bei Bau. —
•i liclesä iiiclii au [zu linden. — « Bgnlb. 1496, ]■'. 18. — »I Rb. 1498 bei BatL
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Da die Warte viel später errichtet wurde als die erste Anlage, standen
ja als die Verdoppelung der Landwehr, so ist ihre Stellung durch
die Landwehr bedingt. Man legte den Warthof nordlich der Sirasse
so an, dass die Westmaucr sich an den inneren Landwehrgraben,
die Südmauer sich an die Strasse lehnte. Dies ergab auch hier im
Grundriss schiefe Winkel. Ob der innere Graben neben der Hof-
maucr sich erhielt oder einging, ist unbekannt. Nach dem Del, PI.
zu schliessen, scheint man Stein 56 gegenüber den innem Graben
nach der Nordostecke der Hofmaucr abgelenkt und so die Land-
wehrbreite vergrüssert ZU haben, wie dies aucli bei der Galgenwarte
jj esc heben war.
Auf dem Bei. PI. sind die feindlichen Pferde in folgender Weise Pf.rd,
an der Landwehr untergebracht. Zwischen Rödelheimer und Bocken- ^ *"
heimer Strasse stehen sie auf Bockenheimer Gebiet ausserhalb der
den Aussengraben -westlich begleitenden Heeke, und zwar die Pferde
nächst der Rödelheimer Strasse unter einem Dache. Nördlich der
Bockenheimer Strasse sind sie zunächst auf eine Strecke ebenso
gestellt. Sodann aber beginnt eine zweite Pferdereihe am Nordost-
eck des Hofes, westlieh von dem seiner Hecke beraubten inneren
Graben und zieht sich bis ungefähr zu Stein 100 hin. Diese stehen
alle unter Dächern. Beide Pfcrdcicihcn stehen mit den Köpfen nach
der Stadt.
Der Plan zeigt ausserdem eine Hecke, die nördlich von der Hocke.
Bockenheimer Strasse beim Aussengraben beginnend zuerst dem Lauf
der späteren Grenzsteine 92 bis 95 entspricht, die — z. B. 1785 —
Ja:. WartL'artdiiT. wotiicli begrenzen, dann aber der äusseren Grenze
der »Äcker vor der Warte.« Diese Hecke umschliesst also alles,
■-'.■.i-, Lrankturt dort .ui>.ser:ulh Je; Landwehr besass. Es ist nämlich
hier nachzutraben. J.m die Landwehr auf der Linie von der Bockcn-
und 96 hinter der Grenze zurückbleibt. Der Raum zwischen ihr und
der Grenze, der später zusammen mit der cassierten Landwehr das
Wartgärtchen bildete, 1 scheint zu Zeiten mit Recht oder Unrecht
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als zur Landwehr gehörig bei rächtet worden zu sein, denn das in
ihm bei Stein 45 stehende BrünnchiT. Iruisst iOy; "das Urtinnlein so
in der Landwehr stehet.«
Hinsichtlich der baulichen EinrichWng ist der ausführlichen
Darstellung von Wolff-Jung folgendes Ii in zu zu fügen.
Der Turm steht nicht auf, sondern ganz nahe der am meisten
r\[>i>riR'[-tcn Siidv.es lecke in der SüduisuiT des Hufes, eins der sein
Mantel mit etwa '/« seines Umfanges vorspringt. Der Erker am
Mantel fehlt auch hier auf älteren Darstellungen. ' Hin Gemach des
Turmes hiess dit SLhi'nzenkammer. 1 Der H el m hat auf dem Bei. PI.
vier kleine, nach Gemüsen c'eicli vua Anfang an errichtete Tümt-
cliell, von denen ilri-| sichtbar sind, liuvas spater fehlen sie.' Den
Signalkorb am Helm ausgesteckt zeigt M. I, 7 und M. I, 19. im
Jahre 1560 errichtete ein Georg Müller auf der Warte eine Wind-
mühle, wozu der Rat 8 Gulden beitrug.* Eine Abbildung der Warte
mit der Windmühle besitzt Herr Oberförster Haus auf Goldstein.
Das spitzbogige Hofthor ist auf Bei. Pd. und M. I, 9 mit
rundem Abschluss gezeichnet.
Der Brunnen stein, wie bei de: Galg erwarte, mitten in der
Holrr.auci. ■ Der Hei. !'". hat aus cer S:.;rie übet i!:n t;a z*c:ics
Hofthoi gemacht, M I, <j zeichnet din richtig, und war als Zieh-
brunren, 1r.1t einem Liener Djj.i; .i?tr dem Kaue, einest ihn aber
zu weit nach Ovca Richtig zeichnet :an auch Riese 1R114 *
D.e Brücke .be: Jc;i A- .igr l-tn war ie:t Jen Bai. Jti
Warte gev.ulhic ^ : e i :i b r ü c k e. I:'.i Rechnungsjahr 1435/36
erscheinen Kosten «das Geweihe durch die Wegen zu mauern, 1 was
nur von der Brücke verstanden werden kann. Vom Südvvesteck des
Warthofs bis zum Westende der Brücke war der Weg auf beiden
Seiten von ziemlich hohen Wangen mauern eingefasst, die in der
erwähnten Rechnung die »zwei Muren durch die Siegen genannt
werden.' Das Brückengewölbe und die zwei Wangcnmaueni zeigt
Bei. PL mir voller Deutlichkeit; die südliche Wange um auer ist Ende
des 18. Jahrhunderts ,» die nördliche 1R04" abgebildet. Die Grundrisse
der Wangenmauern bei Bunsen 1786."
1 Bd. PL, M. [, ■}. M. ], 9, — ' Bumb. .mgcliariglcs Rlatt: «in nuc
sloßd ati der fc hoc* cn komm er uff Bockenheim« wart.. — im 9
[wischen t)(a u. 156c. — * Hb. i;Cd, — i W. J. Grundr. - • Zeichnung
von Riet :V|. Uinuiim C. — 7 ColiJiiH-n. .1 ,1. O., S. - ' ,-\ uir.il LtuI
der l'lurjl »Sie»«, wie oliui Je, l'lurjl uWegcn. Doch s. unten. - * Mus. C.
ijia, 1764-84. - " = - " R. 48.
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bäum. Seine Axe lag nach M. I, 7 und M. I, 9 deutlich im Mantel
des Turmes, und auch der Riss von 1804 lässt sich so auffassen.
Auf Bei. PI. aber scheint er sich nach der anderen Seite zu lieben.
Dieser Plan ist aber bei der Ilockcnhcimcr Warte auch sonst ungenau.
Ein Hüttchen neben dem Schlagbaum auf der Nordseite der Hüttebu.
Strasse ist bezeugt aus der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts.'
Den Haspel südlich neben dem Schlage hat auch hier M. I, 7
und M. I, 9.
Ein zweiter, innerer SclilaRbaum mit Drehpunkt im Süden [ DD ercr
ist 1804 zwischen dem Brunnen und der Südostecke des Hofes über- s °« "9 ■>»<"»•
liefen. 1 Auch er hat ein Hütttk':i iiciitn sich, und zwar, wie zu
Auch eine Ruhebank bei der Warte wird 161S erwähnt.' R
Sie muss innerhalb der Landwehr gestanden haben, doch bleibt
Endlich ist zu erwähnen das Ginnheimer Brucltchen im
Wege Bockenheimer Warte-Ginnlieimer Stwltweg (69b) neben Grenz-
3. Weg Bockenheimer Strasse -Ginnheim (16) :
Eingrabige Zeit.
Graben wahrscheinlich schon durchziehend mit Steg für Fuss-
gänger.
Zweigrabige Zeit.
Der äussere Graben zog durch; vielleicht auch der innere,
ni^k'idi c-. bis mki/.t in sicheren Nachrichten immer der Ginn-
heimer Steg heisst,' so können doch zwei Stege bestanden haben.
■ Bei, PI.. M. I, 7 und M. [,9. — ' Mus. 1551,1764-84. - 1 Zeichnung von
Riese 1804, Museum C. »46. — « ibid. und Museum C. ijjj. 1764—84, wo
beide Hütrehen vorkommen, — ■ Onh, Rei;U : .nir«,::i. S. r 1 7 f. — 1 R.47, 1787. —
' limtib. Tom. XIX, 1S18, F. 110 bei Kg*. M. VII, JS7. - * Umb K . 1677. -
' t, B. •Gienlieimer Sick in der Landwehr. 11 1677, Eiplicitio. -
□ igWzed hyGoOgfe
- 46 -
e Nachriehl von M58'
r Sieg Cber den Aussei
; der Landwehr.' Eine
lieh ;
: -.-id
diesen DurchganR
)en bestand noch
.ebank innerhalb
und 1787 ver-
Als Nordustlar
die als reine Binnen]*
l:>^i:i:shc!T.cr Strasse -
und Dicknitlandw,
Bornheiir.er Ciren?e ziel
feld, das brachfreie C
Sirasse und das brach
Huri:: in nur Fussr>:':J,
berger Feld im engen
: Nordnsllandwfthr.
L Ii .;. :i
c Landwehrsirecke,
i.S
lieh a
'eld-, Zeisse!-
j Stein ji der Frankfurt-
.0: das südliche Knobiiuchs-
Eckenheimer und Vilbeler
ischen Vilbeler Strasse und
e Knoblauchsleld, das Fried-
Genend awischen Vilbeler
1- Ü.e Knohlauchsfeldlandwehr.
Die KnobUuehsfeldlandwehr sollte das Knoblauchs feld und die
dahinter liege 11 Jeu Oden sdiütien. Ihren nördlichen Schenkel nenne
ich Dicbsgrundlandwchr, weil sie den Diebsgtund ausschliesst,
für den östlichen ist der Name Zwerchtandwehr hergebracht
. Die
:.. .1
ehr.
Sic benutzte d;e Vorteile, die der bereits vorhandene Knob-
lauchs- oder Kuhornshof mit seinem befesügteo Hoffelde bot. Sie
folgte daher nicht der HnhciugreoJe am Diebs u-cg (4.!), sondern
befinüKtc sich damit, die offenen Kjuir.e iwischen dem Hol und
i.er tschc:s.ieu:ic.' (17) e: ö edieiuiet SrijsM-(at) fu -.ci. hissen.
Bevor wir uns daher ru: Beschreibung dieser Landwehr wenden, ist
der Knoblauchsliof in historischer, topographischer und fariiiicatori-
schcr Hinsicht zu betrachten.
■ Bomb. 1458, F. jb, bei Kgk. M. IV, 107 werden 2 Tigdahne geubtt
icyn slae iu foren und von 1 Stegen by das Lyndenlra.n.» Das Lindenborn
kann der l.eijnhir.l.linni sein, tk-nn r;lu ließ! es nahe der Badienheimer Warle
und einer langen WIlii: (s= Flurb. I + i :). Dann können sich die Siege auf
Je;] (.iiriiljciii.cj VV'l- ; ^■lelleri. il.r S.-Iil.ie. :l'er Ilx^.'.r v,]:i cijlel.l a:] Je: i] ^'c,;e ve: -
>l.uiik-ii ivtnleu. - 1 Karle C. y<*)-. iWi;, Museum. ■ ! Kii..k-r(.r;T.^- Ljt-äfen ll.ii.iu.
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wischen Eschersheim
und das »Hoffeld«'
darauf an seinen Freund Jakob Knoblauch den Alten,* der es
zuletzt ab Eigen besass. Er kaufte mehrere Grundstücke dazu,' von
denen eines an die Südseite der Bunde stiess. Auf letzterem legre
er t;29 einen Hof an, der aber nur Wirtschaftsgebäude enthielt.
Hof und Bunde wurden in dein gleichen Jahre von dem Zehnten
an das BartholomäuMiiü befreit.* Jakobs Solln, Jakob Knoblauch
der Junge, erbaute auf dem Hofe ein wehrhaftes Wohnhaus, den
»steinernen Stock« mit einem den Hoffleck umgebenden Wasser-
graben. Dies geschah noch vor 1396, weil damals der steinerne Stock
erwähnt wird;' ich vermute 1585, weil zu diesem Jahr die Chronik
meldet, dass im Frühling «ein Newe Wart uf dem Knoblauchs Hof
Zubehör, also samt dem steinernen Stock und der Bunde um 800
Gulden an den Rat,' trotz dem Einspruch seines Druders Adolf, der
den Hof für ein Lehen erklärte, das auf Jakobs Brüder übergehen
müsse (J.). Damals, sowie später 1413 werden alle Bestandteile des Hof-
besitzes aufgezählt. Es sind ausser der Bunde™ und den 1 Morgen, auf
denen der Huf sraml.o vor: viTSi-tv.e.UüoTir'.iwiii ei Grundstücke.
Am 22. Februar 1402 gab der Rat dem Wölfl" Kode und drei
andern in Bestand aur ti Jahre das Gelände des Hofes «doch abge-
schieden den steynen Stög und daz werde als wyt daz begriffen
hat" [- die den Hofflek bildende Insel in ihrem ganzen Umfang |.
Auch sollten die Heständer haben »den Graben der umb den steinen
e, Frank f. ijij. Andere .Bunden. (Neben-
l ,!:. v,.,: As|-.ili. l'r.v,: n:
' Üb. ja,, cumn. beiFkh. HdKlir. JJ. 15;
Bm. a.a.O. - 1 Mirldludg von Dr. Jung.
he*eiclitiel. — « Der ['rohst vcrjfclitclc
id dem tiobc [llofc] der dagemichei
1. Diente die Wiehe nur dem Hille
Sicherung? — ' Böhmer, Urkunden
ich Jer Plural idie Bunden* in Jen Urkunden
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s:oti geet«, aber sie sollten »dem Rade... die fische... halb Kissen
gefallenu und auf ihre Kosten iiden Graben tun rumen und fegen.« 1
An »Petri ad vineulao 14 t ( verkaufte dann der Ri: an
»Kudolff mm Humbcacln und Gr« de toaekh hoifrauwea den
Hof samt dem Meinemen block und »aller zugehörige« f.,< ■>»
Gulden unter gewissen, spater zu erwähnenden Vorbehalten, ' worauf
d,e Knohlauehschen Verwandten 1414 unter der Erklärung, d;ss der
Hof kein Lehen sei, auf alle ihre Ansprüche verzichtetet:.' Rudolf
starb 1421. Den gleichen Revers wie er inussten alle spateren Hof-
be a ,uer dein Ka:e abstellen.
Es folgte der Münzmeister Foyss von der Winler-
bacb. In seinem Revers ist neu der Zusatz, dass jeder spatere
Besitzer die Versehreibung erneuern soll.' Konig Sigismund hatte-
den Hof all verfallenes Reicbsleheo an sein« Karde: Beamter. »Michel
von Priest, Probst zu Boieslaw prothonotufp und Caspar Schlick,
Notar, gegeben, dem Foiss ibti \ n-gcliaK-n. den II»: nvcrswigen«
und mein zu Lehen empfangen zu haben, und ihn aufgefordert,
denselben Angesichts de; Brief es den vor. ihm belehnten ahmtietcn.
Der Rat machte darauf geltend, dass der Hof Jakob Knoblauchs
Eigen und kein Lehen gewesen sei. und bat den Konig, von seiner
Forderung abzastebeo, 1434,' wie es scheint., mit Erfolg. Foyss
lebte noch ,442 *
Von den spaterer. Besitzern sind hervorzuheben: Friedrich
Rorbach bis r;6l (J) J ; sodanr. Bernhard Kuhorn 1561-15X6»
und Hermann Bertram se;t 16(0, dessen Familie bis 1742 den
Hof innehatte (J0- Nach beiden letzteren wird der Hof oft ge-
nannt. Jetzt gehört er der Familie von Rothschild.
b. Zur Topographie des Knoblauchshofs,
k. Der Hoffleck war ein Rechteck mit abgerundeten Ecken.
Ein breiter und tiefer Wassergraben umgab ihn. Die Gebäude standen
längs den vier Seiten.' An der Ostscitc stand der 1)85 erbaute
steinerne Stock. Er muss ein hoher, turmartiger oder von einem
Turme gekrönter Steinbau gewesen sein. 1404 verdingte der Rat
dem Zimmermetstcr Mengoz den Helm auf dem Turme.'" Die 2S
neuen Fenster, die der Rat in dem gleichen Jahre auf dem Hofe
einbinden Hess, zeiHtn, dass dort ein stattlicher Bau stand." Im
reparari nun poiest, nisi de novo edificetnr.« Der Bei. PI- zeigt wieder
ein hohes Haus. Das jetzt an seiner Stelle stehende und wahrschaiTÜch
im XVI. Jahrhundert auf den alten Fundamenten errichten' Wohnhaus
hat als Rest des alten Baues in der Nord wand des erslen Obergeschosses
ein nur im Innern sichtbares s;'i:/no;;iges Plortchen. Die Haustür auf
der Westseite ist später eingeseut. Sie tragt die Jahreszahl 1715. Nörd-
lich neben dem steinernen Stock führte die Zugbrücke über den Ost-
S rabcn. Die .uff ziehend brücken am Clobelshoffc wird ijoj erwähnt.'
Der Umfang bestand aus dem rechteckigen Grundstück sud- 1
lieh der Bunde. Seine Ostgrenze fiel mit der der Bunde in eine
Linie, nach Westen war er kurzer.' Nahe dem Südosteck des
des Umfangs, eine Spitzbogige überwölbte Brücke.' — Von
der Zugbrücke ging der Hofweg (13) zur lickenheimer Strasse.
Die Bunde oder das Hoffeld bildete ein grosses Rechteck, n, f Buodp.
das im Norden vom Diebsweg (48) im Westen, Süden und Osten
vom westlichen, südlichen und östlichen Bund enw eg*
h'^ltitet wurde. Letzterer Weg (= Weg :2, weMiieiiev WeilerpMd)
lief innerhalb des Umfangs bis zum Hofweg,
c. Zur Befestigung des Hofes.
Der Knoblauchshol' selbst diente, auch abgesehen von Oer Hof
seinen Landwehrfunktionen, gleich den anderen Höfen vor der Stadt, '•»•»'■
• Quellen jur Fr. Geich. I, iS.. - ' Colnu™, j 3. O. 46. - i Flurb. —
< Ürundr. auf K. .(■), Bimsen; ln.-.|.r. .^1 .l-ii von lU'ilien'.idii. Test m Jen BMJem
aus FraM. VII ,i„j ^uk'l/t im [nlL-l]i f ;en;H.nl -A Si-|>l. [.,1.., « L . f e]fc«,! AM-ifJnn,;
Jcs l.Hitc. fiele eilen Futiisu. - • Audi ,le: Wj«.rljii: /wiiilini Hut unj Strasse
ivirtl M.ir1>j(ti gcn.nnl. — ' Muri'. — I Keilleillt. a. j. U. 169. Brücke, Teich
hreiie. Gr-iK-n >in,l neuer, liiu^ tcrhdru-uiiJtii. — « Vgl. H. .(<(, 17B7 liunsen.
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der Vereidigung des Stadtgebietes. In diesem S
z. B. neben den »uGersten slossen Bonamese, Irlebacb, Husen,
Kiedemo M,J;' neben der Öde 1459,' neben der Ossenau (= Horn-
burg) i .176. 3 Die Reverse seit 1413 bestimmen in dieser Hinsicht
folgendes :
1. Es soll der Hof und Zubehör »nimmer uz der Stat Frankfurt
haut kommen«, auch in keins Ussmcrkcrs oder Edellude oder geist-
lichen lüde hant kommen«.
2. Der Hof soll dem Rate und der Stadt »zu dienste und
bede steen und willig sin und bliben, als anderer burger gude« ;
insbesondere dem Rate stets »offen sin«, der das Recht hat, sich
daselbst »draußen und drinnen ohne »Kosten und Schadcna in allen
Nöten szu behelffen«. Letzteres geht namentlich auf die Befugnis
des Rats, nach Gutdünken Mannschaft und Geschütze auf den Hof
zu legen.'
Der Umfang war sicherlich auf .illen vier Seiten von einer
Hecke umgeben. Diese schioss den südlichen Bundenweg aus, den
südlichen Teil des östlichen Dundenwegs ein.' Letzterer muss somit
einen Durchgang an der Nordostecke des Umfangs gehabt haben.
Der Eingang des Hofwegs war nahe dem Südosteck des Umfanßs.*
Etwa V« des Umfanfis wurden tu einem engeren Bezirk um den
Graben gestaltet, durch Anlage einer Hecke vom Nordosteck des
Grabens zur Nordecke, sowie am Siidrande des Hofwegs.' Der
nonlüstliclic Ted des Umfange«., welchen die geiianniai Wege durch-
zogen, wurde dadurch eine Art Vorhof. In ihm befand sich später
ein Gebäude.*
Die Bunde oder das Hof feld war »von uhrahen Zeiten her«
mit »Gräben, auch B.iumen und Gebüsch« umgeben," d. Ii.
befand sieh auf der Ost- und Westseite, sowie auf dem westlichen
Teil der Südseite, der nicht durch den Umfang gedeckt wird. Sie
schloss den '.uJiiclie'i iir.ii nördlichen lijiukii'.veg ein, den westlichen
las.' Am Diebsweg fehlt sie auf f;ist allen Darstellungen.' Dort
war ein anderer Schutz vorhanden. Der bekanntlich früher zu einer
sehr tiefen Hohle .uisgefalircnc Weg war östlich vom Hoffeld und
gerade vor diesem mit Wasser angefüllt und hatte sogar an letzt-
genannter Stelle eine teicliar[:i:e lir Weiterung, 1 die auch als »Wasser-
zell« erwähnt wird.
Die Schutzvorrichtungen des Umfings und der Bunde zu- Die HofwtLir
samnicn sind nach aussen als eine einheitliche Hofwehr zu be-
trachten, die von der eigentlichen Landwehr unterschieden werden
muss. Diese Hofwehr hatte zwei Durchgänge:
1. Hofweg (23). Dort sah Battonn' nocil »Überreste eines 1h« Durth-
alten Thotes mit Schiesslöcliern«. Den hakenförmigen Grundriss s"«9«-
der die Hecke beiderseits abschliessenden Stirnmauern hat Bunsen
1785 und das Flurbuch. Die Art des Verschlusses ist unbekannt. Der
Standort ist eiwas westlich vom jetzigen Gartenthor. Unbegründet
und ganz ui:waurscl:e:!ilidi isL Ita-oims .in dieses '['hör gctiuipUc
Vermutung, der Hof sei früher mir einer Mauer umzogen gewesen,
die durch die Anlage der Landwehr von 1476 grösstenteils verstört
worden sei. Man wäre vielmehr damals froh gewesen, hätte man
eine solche Mauer v'Orgefi unden !
2. Südlicher Bunden weg. Der Durchgang lag zwischen den
späteren Grenzsteinen 167 und [66. Die Art des Verschlusses ist
auch hier unbekannt.
d. Verlauf der Diebsgrundlandwehr.
Der Ankauf des Kii.iH.iuclisiniK durch die Si.ult 1396 geschah
gewiss in der Abstellt, den sclmn .111 hieb die Sicherheit der Gegend
eriiuhenJen Huf der Landwehr au/u'.vH, ixti. wo er einerseits diu
Neubau einer Strecke ersparte, andererseits als Warte diente. Vom
Endpunkt der Bockenheimer Landwehr zog die neue Linie, den
Abfluss der llufipelle kgleiteiiJ un.i ■■.\u:il auch rc^tiii zierend, zuerst
über die Es.hcrsheimcr Strasse, dann .111 dieser eine Strecke nach
Süden und endlich nach Osten, wu sie am Eck des südlichen und
wis.t'icnen liuiidenwcgs auf die Um:ricdig.ing der Bunde stiess. Vun
' R. ! {17. Jihrli. }) R. i7ii U.lUI.i;; M .KLhnrnsMe. auch
im Norden tine fSaijinr.ilii:. Di^n :s: Üire /i,'e]].i..i]:I.Li! ir.i^licli. — ' Dargestellt
M. I 11 1678 und R. 36. 1714 Klotz; il« idxai MilatJ Ii it- J 7, 1774, — < I. 146,
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neuem begann sie dann im Osten am Diuchj^iiiL; des I lofwvi;* und
herleitete Jie:.er. We.e. w.>lir;.c]ieiiiUc;i ;un Jessen Südrand bis zur
l ; cU'elic:uie: Strasse.' Zwischen diesen beider] Land wehrst recken
bildete die liufweh: eine zweifache Abschlusslinie. Erwähnt wird
die Diebsgtaodlandwehr in der Notiz von 1447: 2 Fuhren Weiden
»von der lantwer by dem Klobelsuchs hoffe off den [Stadt-]
graben solarem:" und vielleicht in der von 1456: «6 m. landes ge-
legen by dem Wobbuchs Holte da die lainyewcre durch gectu [durch
die Äcker!]'
e. Unterhaltung der Diebsgrundlandwehr.
auf, jährlich um Weideiisüirmie setzen zu lassen, »wo des -liier mein
2. [442 heisst es: umeisu-r Vuys befehlen die lantwer urab d eil
K noblauchshof besehen» und ferner »Voys von der Wuitcrbacli
den Graben hinter dem Knobla uchshofe Iltissen ulTwerfTcn«.'
Mit der Landwehr um den Hof sind, wie mir scheint, die beiden Stücke
der Diebsgrundlandwchr gemeint, mit dem Graben hinter dem Hofe
vielleicht nur das westliche Stück, bezeichnet vom Standpunkte eines,
der auf dem Knoblauchsweg (22) oder Hofweg (25) zum Hofe ging.
wahrscheinlich auf das 19 bis 20 Ruten lange Stück Feldwehr am
^eidlichen ßtmdenwcfr. welches der Ht'.clmldirev iilienbar für einen
Teil der Landwehr hielt, weil es unvermerkt in diese übergeht. Die
1 Eteriitit Jer Wilwe Ketirimin Ah. Ait.
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■LTIO Unterschieds Verwirrt. Bald Wellt die I .Jtlilwtll f Midlich ,L1H Hol'
vorbei,' bald nördlich.' Im XVIII. Jahrhundert tadelt Hanau, dass auf
Frankfurter Karten der Hof diesseits der Landweht gezeichnet sei,
iv.ilirend er doeb njen.scits -J-l r Landwehr eadi !-'r:inkii!rt liegt;.'
Sut!; faltigere Darstellungen haben das nichtige.' Die südliche, west-
liche und östliche Feld wehr und als Fortsctzuiu: der letzteren die Ost-
hecke des Umfangs his zum Thür hatten nach allen Darstellungen eine
lie[vic!i[! r e!i-.' lirei:-.- .md irschi-incn JurcliiUis wie eine Landwehr. >
Die westliche und südliche Umfriedig im!; des UmhiiiRS dat;ef:cn
erscheint auf genaueren spateren Darstellungen* nur als Hecke. In
alteren Zeiten aber wird sie sehr breit und ganz wie die Landwehr
dargestellt.'
Ii. Die Zwerchlandwehr.
Die Ostseite der Kntiblauchslandwehr hiess seit dum Bau der
neuen Bornbcimcr Landwehr 147t meist Zwcrchlaudwchr, 1 auch
wo ihr Sitdende neben der StallbiLtüsuilc i;anz .idinial wird. Ihr
ili'rti^o Vorli.uniciisciu beweist die Notiz von tjdS iilleriu CraK
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S!.iH>ur.L'u's ( >alc bei Ja' Luut K e wehre«. ' Vom llofwcg bis zur Stal-
burgsüde ein genauer Riss von Bimsen 1788.- Für den früh aus-
OTtMgaw« südlichsten Teil ist lehrreich Junßmann, Riss des Stein-
wegs 1786.' Hier wird der durch das Ausgehen der Landweht
stark verbreiterte Steinwej; (21) auf seine Osthälfte eingeschränkt,
wobei die an die AuÜeger abzugebende Westhälfte offenbar der
Breite der alten ZwcrchUndwehr entspricht. Der nördlichste Teil
ihres Areals, vom Hofweg bis da, wo jetzt die Eckcnhcimcr 5tnsse
von der Friedhofsmauer abbiegt, war noch im 19. Jahrhundert im
Gelände erkennbar und isl bei Ravenstein' als » Zwerg I andw eh ri
bezeichnet.
2. Die Zeissellandwehr.
Die Zcisellandwehr' zog, das brachfreie Gelände im Zeissel
gegen das Friedberget Feld (im engeren Sinne) abschliessend, von der
Eckenheimer Strasse zuerst nach Nordost, am Südrand des wahr-
scheinlich schon vorhandenen Verbindungsweges (26a), dann gerad-
linig nach Osten zur Vilbeler Strasse (37) und endlich, zwei westliche
Stiten.-.rnw da" lerzt^ren K^lataui, n.ich Süden bis ^eKenübcr dem
Südwesteck der Dicknit.
Ältere Erwähnungen sind: t. 1596 »Weingarten im Zaißle
idtgewehra.i — 3. 1426 «Landwehr bey Friedberger pfor
rabcmi.* Letzteres passt auch auf die Zwerehl and wehr.
Dargestellt ist die Zeissellandwehr auf der Geleitskartc i
2 und auf M. Ja 1678 und damit verwandten Rissen.
3. Die Dicknitlai
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Strasse [— Vilbcler Strasse hinaus, oben auf die Koppel- oder
Hundsweide, unten mit einem Schlüssel' samt der kleinen
Landgewehr auf die Galten stossend. Preis 1700 fl. a 60 Xrn.'
Die Dicknit endete also im Süden nicht in gerader, sondern in
tiL-sufTirlier Linie, d. h. es gehörte zu ihr noch Jus Gelände Midlich
der Bombcimcr Landstrassc (31) ----- No. 279 und 280 des Flurbuchs.
Auf einem undatierten Riss, das Fay'schc Gut betreffend,' ist dieser
■Schhiv>cl'< von einem als » S c Ii i e d - G rab e n 0 bezeichnet™ (i:;i:tn
von der Vilbeler Strasse (27) bis zum Stein 31 der Bornheimer
m'c stas^ei:. und mit deutlicher 1 lervorlicivjn« ihrer ^csiiilTdtcn Linie
auf M. Ia l<>7(4 um: Verwandten nn,h hur? vnv ihrem Verschwinden.
Das Bornheimer l.anerhuch von 1732 kannte noch ihren Verlauf,
denn es verlängerte die Signatur der die Bornheimer Heide Dm-
Gehenden Landwehr über Grenzstein ;i hinaus nach Westen. Dagegen
hat das Flurbuch fälschlich die Beischrift «Landwehr« am Grenzgraben
von Stein 51 zur Bornheimer Landstrasse.
4. Begründung des Verlaufs der Nor dos t Und weh r.
a. Den Ausschluss des Diebsgrnndes, des nördlichsten Teiles
des Knoblauchsfeld es, veranlassten, wir wir sahen, fortirikarüti.scl-.c
Rücksichten.
b. Der Ausschluss der Genend /.wiseheii Vilheler Sirasse und
linridicicner Greiwe beruht wahrscheinlich auf gen'.cir-.amcn Nutzimgs-
rechien mit llornheinl. Die Ilundsweide wenigsten-., die sich mich
jetzt in die Bornheimer Termincy Iiinein erstreckt, war, wie wir
oben sahen, Koppelweide, die Dicknit ursprünglich Wald, nach-
her Weide.
c. Beim Ausschluss des l'rjcd her «er leides sind Cnnihiuiinial-
veiliälmisse weder bekaiLin, hiilIi wahrscheinlich. Auch hätte die
herner Leid die drei Friedber^er Strassen — die Hcl.cnheimer,
iVcimncsheimer und Vilbeler — wigen, die .sich alle in dem Siid-
westwiuiiel des hchies vereinigten. Die Vilheler entsandte dorthin
iliten Verbindungsweg (2ha). Vielleicht wollte man die MugliJiVeit
1 Schlüssel sdisnjlcier Alisa:/ an ein Uruniislüol;. - ' Kopie des Kauf-
briefs. - I In Ackerger. 49.
haben, diese drei Sir.rsw.-n mit einem der Stadt nahen S^I:U=.{;l.- (;in
der Lckenheitner Strasse) sperren üu können, während sonst drei
Schläge nötig gewesen wären, von denen zwei — der an der Ecken-
heimer und der in der Preungesheim er Strasse — sehr weit abgelegen
haben würden.
III. Umgcbung-
Innere.
I. Am eisernen Schlag, Feldnrte rechts und links der
Dort Im das Flurbuch: Nn. 270 »Garten im bösen Lipso, «Garten
am bösen Lips.« Auch jenseits der Landwehr hetsst das Südwestecl
des Dicknitschlüssels »im bösen LipSP (No. 279). Spottname eines
Besitzers.'
1. In der fiofeckc, Feldort östlich vom Knoblauchshof
/wischen diesem und der Landwehr.
2. Am Steg,' Fcldurt ebenda zwischen liclictihciiucr Strasse
und Landwehr.
Der Hirschgarten, durch die Eckenheimer Strasse von
der Zwerchlandwchr getrennt, = Flurb. No. 40. Der ihn Hingebende
Graben war bis vor kurzem noch erhalten.
4. Die kleine Hundsweide, südlich an den Hirschgarien
grenzend, — Flurb. No. 39.
5. Die Klöppel wiese, auch Klippelwicse, /wischen Klippel-
brünncheu und Zcissellandwehr, von letzterer getrennt durch den
Verbindungsweg (•<!.'.)- Auf der Gcleitskarie 1572 ist sie mit einer
stattlichen Hecke umgeben.
IV. Beschaffenheit.
Die Dicbsgrundlandwehr haue ursprünglich einen Graben.
Noch 1442 sollte, wie wir sahen, Voys von der Wimcrb.ich den
Graben, nicht die Gräben hinter dem Ktioblauchshof auf werfen
lassen. Später, vielleicht seit 1476p) bestanden zwei Gräben. 1568
macht der Grabenmtister mit seinen. ') Knechten »Gräben bei der
Marbach am Knoblauchshof«," d. Ii. /wischen dem Hof und der
Eschersheimer Strasse. Westlich vom Knoblauchshcf scheint der
innert, östlich der äussere Guben der junget e /u sein. Hude Gräben
■ S. unten S. 7;, 5. — ■ Rb. I >S6 bei Bart. I, 117.
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«wischen Jen beiden Strassen sah noch Oberförster Vogel [786.'
Von Stein 15N der I::., Itershemiei' Sira-se bis 175 cimMcEi vom Hof
waren sie »sehr lief und die Dist.ut/en |der Ränder rl /.ieuilieh weit«.
Der damals als Austräger beibehaltene äussere Gruben' von 167
am westlichen Bunden weg bis ijS ist jetzt stlir .schmal, aber immer
noch sehr tief.
Der Rest der Nordostland wehr blieb stels cingrabig, wie auch
alle noch folgenden Ah.si.hnuie der Landwehr um die Stade. Bei der
Zw-erchl.indwehr ist ein /weitet Graben nicht bc;:ci:;;t und bei ihrer
es 1779, 1 sie habe »einen schmalen Graben« und 178s, 4 sie habe
Heckent. Der Graben, der im Flurbuch den Zeiss
der ehemalige Landwehr;; raben. lir lauft am äusst
bis 5" 4 -8", Hauptstück zwischen Stein , 7J und 177: ff o" bis 6V 2,
— Zwerchlandwehr'vom Hofweg zur Stalburgsöde: 2° j' 1" bis fc." :'<.>";
der Rest nicht bekam)!. — Die Zeisscllandwchr mass an der hetcu-
heimer Strasse i'G'o", 1 " welches Mass sie ungefähr bcibeliaken haben
dürfte. — Von der Breite der Dick rsst Li rui weil r ist nichts bekannt.
' Bericht toto in. Nov. - ' Acfccrg». Protei., v. 11. Oer. [786. - ' Ber. von
l ».L-rlorniT V<i (! d, i.,. Ott. - • Akt. Aitcreer. Ii. Juni. - - * ]!,»!.■ In, !: , : ,:e
,lc. ^Usc-Iljii.lv.dir .1.1:1 ihre: fWilijjurig. V s. ehirlinch, ivo antl, Spuren
Je: ritiri-iiiiliii IjuicüJci] AhsJinitü. - « tki der Mm-lhiiJii-fji: Staun .weh ein
Teil itt-s Cr.il'ru. von, K)i[i|*'ll-rii:i:icli.-:i .11:. \V. n s<iT schuh haben. - ' Masse nicii
Dunau Riss von 17««. — » Uglb. A. uS No. r, 1784.
- j8 -
V. Beglcitwcgc.
Äussere.
Dieh.sgnuidlandwehr West : nichts bekannt. Dicbsgrundland-
wehr Ost: in der eingrabigen Zeil der Hofweg (2}). Durch die
Anlage des zweiten äusseren Grabens kam dieser Weg mitten in die
Landwehr zu liegen. Diesen Zustand geben mit zweifelloser Deut-
lichkeit -wieder die Geleitskarte von 1572, Bunsen und das Flurbuch.
Gr. R. legt, gewiss nicht richtig, den Weg ausserhalb der Landwehr.
- Zwcrchlandwehr: Eckenheimer Strasse. — Zeisellandwehr West:
Verbindungsweg {26a); Nord: nichts bekannt; Ost: Vilbel er Sirasse.
— Dicknitlandwchr ; am lernen Teil des Abschnitts Bornheimer
Fussweg (29) von seinem Steg bei Grenzstein 91 (= jeuige öst-
liche Mcrianstrasse).
Diebsgrundlandwchr West: ein Weg von der F.scbershcimer
Strasse zum Knoblauchs weg (22)? Ein solcher könnte gemeint sein
auf M. I, t, doch ist die Darstellung sehr ungenau. - Zwcrchland-
wehr bis zum Hirschgarten: nichts bekannt; vom Hirschgarten bis
zum Südende: Knoblauchsweg (22), deutlich auf der Geleitskane; im
folgen. - Zeissellandwchr West und Nord: nichts bekannt; Ost:
Zcissclweg oder »Fahrweg im Zcisse],« der südlich in die Vilbeler
Strasse mündet. Wenn dieser Weg im Flurbuch dem Graben
unmittelbar anliegt, so scheint er später auf Kosten der abgeschafften
Landwehr nach Osten verdrückt worden zu sein. — Dicknitlandwchr:
nichts bekannt.
VI. Wegenetz.
1. Der Abgang des östlichen Wcllcrpfadcs (damals noch Fahr-
Jer Landwehr gelugi, sodass crsicre ein Knie erhielt. Der alle Zug
■icst.md als l-'ussweg weiter,'
2. War der Schlag der Vilheler Strasse geschlossen, so konnte
man durch den der Ecken heim er Strasse in die Vilheler Schneen,
auf dem schon erwähnten Verbindungsweg (26 a), dessen erster
Abschnitt mit dem verlegten östlichen Welicrpfad bis zu Jessen
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Knie zusammenfiel. Die Spaltung der Eckcnhcimcr Strasse in drei
nach Friedberg (uhrende Strassen zeigt deutlich Gr. R,, wo aber
kider Schlag und Landwehr fehlen.
VII. Durchgang».
I, Eschersheimer Strasse {17):
Eingrabige Zeit.
Der Graben durchziehend; (hölzerne) Brücke erwähnt als
Eschersheim er Steg i.|o6'; Scilla;- w:ilu sciieiulidi, wie später,
ausburhalb des Grabens.
Zweigrabige Zeit.
Beide Graben durchziehend. Zwei Brücken. 1573' linden wir ;
eine längere äussere Brücke mit zwei Geländern und eine kürzere
innere uhne Geländer. Die Bohlen beider Brücken laufen den Gräben
parallel. Die äussere Brücke scheint fest, die innere abnehmbar
gewesen zu sein. — 1644 zeigt ein Riss' die äussere Brücke als
einbilde Steinbruck e mit Wangen mauern; die innere lässt er weg;
sie ist vielleicht als abnehmbare Holzbriickc zu denken. - 1718-
sehen wir über beide Gräben eine einzige lange Steinbrücke geführt,
mit 2 Gewölben und Wangenmauern ; wühl aufzufassen als 2 Brücken
Diebsweg wieder erreicht. Sollte der Platz dieses Steges etwa
dicht neben der Brücke sein, sondern erst in dem Eck bei C
stein 163, wo auch jetzt ein Steg liegt? — 1644 7 lag dicht
dir Brücke über jedem Graben ein Steg, bestehend, so schei
aus einem Balken, oder einem Bockenheimer Basalt, wie wir
Basalte noch heute in der Umgehend zuweilen als Stege anti
Der Schlag war vor dem 17. Jahrhundert ein einfa
Drchschlag. Er heisst »Eschersheimer slag« LH9>und
Slandort gleich ausserhalb der äusseren Brücke. Abgebildet :
und 1589." Der Schlaghüter wird erwähnt 1462."
plan von i6jj, wo der Schlag immittelbar vor der Brücke steht, mit
Ibiscf.rift > : bisern Schlag«, aber ohne Stacheln. Der Schlag wurde
1787 beseitigt. 4
Sohickiale. Itl der älteren Zeit war die F.schcrsbcimer Sirasse eine Haupt -
strassc lind ihr Schlag wahrscheinlich ein belebter Durchgangspunkt.
Durch das Bestreben, der besseren Kontrolle wegen die Zahl der
Sirassen v.v verringern, wurde dies anders. Schon 1 \(<i hescliloss
man »den Ksehcrshciincr slag czuczuttin und den slaghudcr 11H die
hudehen zu machen." Ob diese Einrichtung von Dauer war, oder
a'.te Lnidstraßci:^ Der Schlag aber wurde .spätestens seit Anlage der
«Chausseen auf der Vilbeler Strasse ( jetzige briedderger Landstrasse)
verschlossen gehalten iinil nur den benachbarten Müllem der Schlüssel
dazu gegeben. Die l-lscher.shei^ier innssicn ihre br/ctignisse, besonders
ihr bleu, über Cinnhchn und llnclsciibciin nach Frankfurt bringen. Aber
1779' erbaten und erhielten sie einen Schlüssel. 17S4 erfolgte die
Anteil; e, der eiserne Schlag sei ul-rodicr., »Schlag, .Schluy. 1.1 11 1 i Steine,
in welchen alles dies ruhen und befestigt sein .oll«, seien völlig zu
i.miüilc gerichtet. Hierbei erfahren wir, das.. die hiesigen bin weh nei-
den Weg »gar nicht bedürfen iu;d gebrauchen«, sondern nur die
Eschenheimer und die Müller an der (Ursel-) Bach, von der Nied er-
urseter, lischcrsheimcr und Isrebsuialilc. Die MiiÜcrsknechtc ver-
gässen oft den Schlüssel und sprengten dann den Schlag »durch
Anspannen einer Kette mit ihren Pferden« gewaltsam auf, wodurch
■ Snlchc SchLise sind liatifi« .b-ebiklct. ■ ■ ' So licisst Cr noch Hjusilrl..
1608. - i lifl linde sie liierst ift.i in Harb. LH, I), No. Jü'fc 7, - * Fielt.
H-Uhr. ]J. 1=. 12 Rückseite. - ' Bgmb. 1463, F. 9. - t Li. in detil umsi i »iige.
,v ; :u:c.i Scliriitslück. — 1 1. II Umbg. 1566 und 1621. — " All dies aas caicni
Schreiben des Amtmanns Uscntr in Bergen Jti Amtmjun Luiher *u Frankfurt
vom II. Sept. 1771) in Uglb. 40 No. II.
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den Schlüssel mitgegeben halte
rr Eschersheim von dem dortigen
dem Muster der vorhandene
i Warten. Sie
Strasse stehen, wo jetzt der Gr
ünhof ist. Den
ebst Koste
DsnschUß bewahrt das Archiv.'
Doch kam der
,lirun K .
ein Neb.
Anschlag kommt an der lischt
rslitinicr Strasse
• soll Olli
:r pebensbg am Eschersheimer
slago gemacht
r sonst unbekannte Schlag den
inneren Bcglcit-
■47fi errichteten
n der Warte bildet die Geleitskat
den nach Westen ziehenden inn
te einen solchen
eren Bcgleitwcg
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durch des Clobelauchs huff geen, wand |- da ja| die auch von alder
dardurch im gegangen hau«. Die niclisten gemeinen Wege waren
die Eschenheimer und Eckenheimer Strasse, der Hofweg dagegen und
der südliche Bundenweg dienten also von jeher nur dem Verkehr
des Hofes. Auf die beiden letzteren Wege bezieht sich die Bestimmung
des Reverses; "es solle auch keym Ußmann oder lidclluden oder
geistlichen luden olfenunge [Einlass] gegeben werden«. 1435 wurde
»dem uff dein Knoblauchsharle [damals Foyss von der Winierhich |
noch tinmal besonders anbefohlen, »nymands dorch zu lassen Jan
die dienet [des Rates], iß wurde yn dan befollieno. '
Von Brücken an de;i neiden EiiieaiLiicn der ilofwehr, sowie
von der An ihres Verschlusses ist nichts bekannt.
; 8 Warte. Der Knoblauehshof diente auch als Warte. In dieser Ver-
wendung erscheint er oft neben anderen Warten und wichtigen
I.ai]ü'.ve':irdL]L-:lig.'Li!:;eii. wie der Warte zu Riede™, dem Mehlas bei
Niedenau in der Rödelheimcr Strasse (14) u.s.w. 1
Die Warte war, wie vor 1396, so aucli nachher, der steinerne
oder Schlaf: in der Hofwehr?)». ' 1399 »Usst der Rat viel aufKnob-
l.mchshol' machen, wie auch zuvor, auch ein wart darauf setucn».'
Ausgestattet war diese Warte wie die übrigen. Ein Horn wird
IJ97,' eine Scheibe zum Aufzug eines Korbes 1461» erwähnt.
Auf der Warte wird »gehütet» 1427 öfter, 5 1440; »die Warte
oder wacht bestellt" 1428," 1450." Im Jahre 1440 erhielten der
iüiüjl.L-.iclidiol' und der »lTidl-erei.:- iluiini. |aoi iin.le der Altgasse]
je einen Wächter, und spater wurde beschlossen »die Wart von
dem Fridberger torn "ff den Knoblauchshof tun.« 11
Vom Wariniann bestimmen alle Reverse, dass der Hat »itzuod
' ibid. 1435 F. ». - 'Z.B. R1..1J96, K„V. M.XVa, f9 l; Rb. 1401, F. 19;
HO] bei Kgk. a. a. O. 38t). — I Rb. iju* bei Halt. ], 146. - ' ibid. u. Bumb,
1)1)6 Sab. I. Lau. bei Kjt M. XII, IS4. — 1 Rb. I|97. ^. Juli. — ( thron, lila.
104. Es handelt sich wohl um Neubau njer UejuMinr Ji-r alteren Warte. —
! Rb. F. ty. — s ibid. Sab. .1. Kilian. = 7, Juli. — ' Rb. 1.117. — » Hgmb.
1410 F. 10. - ■' Hgmb. 1418 lere a. Oculi. — " Bgmb. 1450, F. 19b. - ibid.
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der Clobclauchs lioff, als der itzund gebuwet ist oder hiernach
s cbuwei oder gemacht wirdet, einen Warrhmann uff der Warthe
oben Ufte- haben« darf, den er nach Belieben »abetun und wider
bestellen« kann. Er soll in einer Kammer oder sonst unter dem
Dache wohnen, aber dem Hofbesitzer, der ihm erlauben muss, an
seinem Feuer zu kochen, keinen Schaden thun. Wie Lohausen mit
Recht annimmt, hatte der Wartmann ausser dem Weg durch den
Haf besonders die Esc hers heimer und Eckcnheimcr Strasse im Auge
zu behalten.
Der Umstand, dass der Wartinann nicht ständig war, zeigt, dass
iler Knoblauchshor die volle Dignität der anderen Warten doch nicht
besass. Unter Umstanden scheint ihn, wie wir oben sahen, der Turm
der alten Friedberger Pforte bis zu einem gewissen Grade ersetzt
haben zu können.
3. Knoblauchs weg (22). Cohausen' erwähnt beim Knob-
lauchshof einen Schlag und einen Steg (eine Brücke?), die beide
vom Rate unterhalten wurden. Ich glaube, beide am Nordende des
Knobhuchswegs suchen au müssen. Dann zog in der eingrabigen
Zeit der (.später innere) Landwehrgraben durch den Knoblauchs weg.
Derselbe Schlag scheint gemeint in einer Nachricht von 1400 über
ein CruriJsiiiL-k beim Kuoi'l.uichnhof »an dem slage newen der
langwcr«.' Nach Anlage de:; äusseren Grabens scheint Schlag und
Steg (Brücke?) als eiubchilich loKgchllcii mi -ein. Die Gclcilsl;.i|-lc
hat sie nicht; der innere Graben scheint am Knoblauchsweg aus-
zusetzen. Doch hat sie hier noch eine Ruhebank westlich neben
dem Knoblauchsweg, die aber (ans Ungeschick! 1 ) 411er über den Hof-
weg gezeichnet ist.
4. Hofweg-Ost (2;). Ist der äussere Graben, wie wir an-
nahmen, der jüngere, so kann erst nach diesen Anlage diu O-tcude
des Hofwegs ein Durchgang gewesen sein, üb der Süssere Graben
über den Hofweg in den stets einfachen Graben der Zwerchland-
wchr zog, ist unbekannt. Die Celeitskarte hat dort einen Schlag,
aber keine Brücke. Eine Kuhe'naiili /nehma d.u l-'iur buch südlich
vi. if. Scilla« an der WeMseitc .l.ir Kckcnlicimcr Strasse, wo noch
heute eine solche aus rotem Sandstein steht.
5. Durchgang bei Stein 177. Die Ecke zwischen der
Dieii'iii-Lindl.iiHKvelir 11ml der 1 \~t: .1111 Kckcnlicimcr Weg errichteten
1 Weilet unten Hos« es »ult dem Imsc.. -- ' Cohiustn, j. a. O. 46. -
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_ < 4 -
heissi noch jcttt «Am Sieg». 1 Es wird also hier ein Seeg aus
dem Hofweg über Jun Auszugraben der Diebsgnnullandwelir u.icli
Korden gefÖhrt haben, vielleicht über erst nach Errichtung der
Landwehr von 1476,
6. Wegekreuz beim II irschgar teil. Heim Nor den Je des
I lirschgartens zweigt sich von der Eckenlieimcr Strasse (istlich die
der Landwehr abbiegende Knnbla-icbwcg ab. /:» Verbindung
üwi sehen Kckenhehucv Strafe und Kuohlau,lisv.eg li.nu- der Graben
der hier besonders .du:] 1 :lI i.:! X« erchlaiulwt.hr einen Steg für bus;.-
gänger, den die Gelcitskarte angibt.
7. Ecken heimer (oder Preungesheimer) Sirasse und
östlicher WeUerpfad.
Älterer Zustand.
Der Graben zog sowohl durch die 1 ick eu Ii eimer Strasse, von
der sich erst weiter uordlid' jie rrjungesheimir Strasse abzweigte,
als auch durch den östlichen VvYllcrplad. Seine Siehe muss der
westlichen Verlängerung der Zeisellandwehr entsprochen haben. Die
Ccteitskarte zeichnet hier eine Bohlenbrückc, ob mit Geländer,
ist wegen des vor ihr stellenden Schlages niclu erkennbar. Einen
Steg hat sie östlich der Brücke Im Wellerpfade.
Der Schlag hcisst: »sUg gen Brüngtßheim« 1451," 14)4;'
»Selilag an der Eckeiihcinier Strasse» 1489.* Er stellt auf der Gc-
leitskarte innerhalb des Grabens.
Den Schlaghilter et wohnen folgende Nachrichten : 143t
schenkte man »4 ß Rudolff dem einen slage Knecht an Born-
heimersirasse |(;| für evu jili.ir scliue von dem slagc gen Urüngili-
heim ix» von evin ganc/eu j.ire ulf und ezu ckli tun«.' Der Kneelu
scheint kurz vorher vom locken heimer an den üoruhciinei- Sclil.ii:
versetzt worden zu sein. Auch 1434 erhielt ein »Knecht« Geld für
ein Paar Schuhe »den slag gen Brüngißtieini uff und GMCzllsließen.a s
Eine Ruheliank innerhalb der Landwehr, parallel derselben,
östlich an der Eckenheimer Strasse hat die Geleitskarte.
Spaterer Zustand.
Wahrend sich seit Anlage der /tissclLmd'.vdir lickeubcimer
Strasse und östlicher Wellerpftd erst ausserhalb der Landwehr
schieden, wollte man seit dem 17. Jahrhundert jeden von beiden
> KlUstErblRe 18*7. — ■ Hb. I F. )B. — 1 ibid. 14|4 F. 41b. - I Chron.
IH b. 1 = '. - *='.
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Wegen besonders sperren. Hierzu verlegte man den durch die
Etkenheimef Sirasse ziehenden Graben nach Norden bis jenseits des
Abgangs des Wellerpfades, fühne ihn durch letzteren und liess ihn
im rechten Winkel auf den Graben der Zwerchlandwehr stossen.
Jeder Weg erhielt nun eine hölzerne Brücke. Beide
Brücken gibt ein Kiss von 1786," der sie als nun brauchbar« bezeichnet.
Die Brücke am sog. ußreiten Wega (21) wird auch sonst 17S6
erwähnt."
Innerhalb jeder Brücke stand ein Schlag. Audi die beiden
Sehlde werden 17SC abgebildet und als »zerbrochen« bezeichnet. >
D;c ^riil.igt ohne die Brücken hat auch ein Riss von 1G90.* Den
Anschluss der Schlage an einander und an die Landwehr scheinen
Planken vermittelt zu haben.
8. Vilbeler Strasse (27),
Älterer Zustand.
Der Landwchrgrabcu zog jus der /eisscl- in die D ick nitland wehr
über die Strasse, südlich vom Abgang der Hornheiiner Landstraße (jl),
wo M. I, ! die Lindwehr hinsetzt. Wieweit südlich, lägst sich nicht
genauer lest stellen.
Eine gelanderlose BohlenbrQcke hat die Geleitskarte.
Der Schlag heisst -'slag an YeKvilcr Strassen« 1337* [401,*
1 |Oj, 7 1427." Er fehlt auf Geleitskarle ; M. I, 1 setzt ihn auf die
äussere Landwehrgrenze, er stand also wohl ausserhalb des Grabens.
Der aPorthener«, der den Schlag »uff und zuzuschltessen™ hatte,
wird 1401' und 140}'° erwähnt. — Knechte hüten am Schlag [397. "
Einen llciligenstock ausserhalb der Landwehr östlich vom
Schlag hat die Geleitskarle.
Späterer Zustand.
Auch hier wurde spater jeder Weg besonders gesperrt. Der
die Vilbeler Strasse durchziehende Graben ruckte deshalb nördlich
bis über den Abgang der Bornheimer Landstrasse hinaus und zog
dann durch diese in Jen Graben der Diel; milamUvelir. Wu der Graben
spater durch die Vilbcler Strasse zog, steht durch Darstellungen genau
fest, nicht so sein Anschluss an die beiderseitigen L.uulwclirgKil'en.
Die Veränderung niuss eingetreten sein nach 1678, wo nach M. I, 1
tute Senric. — I Rb. 1397, F, JS. — * Kb ijui, F. So. — J ibid. MO), F. «■! I". —
' ibid. 14 i7 f. J4. -»■<.-» = I. _» = K
sich beide Strassen noch ausserhalb der Landwehr trennen und vor
1G9O, 1 wo der Schlag der Vilbeler Strasse schon an der neuen
Stelle sieht. (Dur andere Schlag fehlt.)
Die Brücke in der Vilbeler Strasse wird im XVIII. Jahrhundert
erwähnt als »Brückclgcn der Friedberger Landstrasse« " und im Flnrb.
4 Ruten nördlich am Nordrande der Bornheimer Landstrasse ge-
zeichnet die in der Bornheimer Landstrassc gibt der oben erwähnte
gestellt, den der Vilbeler Strasse allein erwähnt als »Schlag in der
Friedberger Landstrassc« im XVIII. Jahrhundert,' dargestellt auf der
Brunnenbarte von 1690. Der der Bornheimer Landstrasse wird
nirgends dargestellt und nirgends mit voller Deutlichkeit erwähnt.
Ich vermute aber, er hicss »Bällschlaga, da Bansen in einem
Risse von 1785' die Bornheimer Landstrasse als »Weg nach dem Bäll-
schlag. bezeichnet. Westlich neben dem Schlag der Vilbeler Strasse
wurde die übermässige Strassenbreite durch eine Planke gesperrt,
9. Bornheimer Fuss weg (29): Steg auf Gclcitsfcartc und
im Flurbuch.
Die Buchwaldlandwehr.
I. Begriff.
Die Buchwaldlandwehr, wie ich den nächsten Abschnitt
der »Landwehr um die Stadt« nenne, [<>li;t ab. :eme (Jrcn/.hnJv.viii-
der Bornheimer Grenze von Stein 31 bis 40. Sie «Messt /wischen
Stein 3] und der »AJuclie« neben der Heiner Strasse (;N) einen
Teil do osthclien r-r,'.c!ihcieii (icl.iude., zwischen jener und dem S.iiid-
w i\l: (52) lIi-m Teil des Riedel hergi, der nördlich vom Siimkves; lie!;l,
gegen den Bornheimer Bucliwald ab. Sic heisst: »hm wer vor Born-
heimer hichwatdc« i.jt)'); 1 »l.mtwer für dem Üornlieimer waldc«
im Gegensatz m der 1476 gebauten neuen Bornheimer Landwehr!'
Die Buchwaldlandwehr scheint die' Grenze vorauszuseUen. Sie
ljuh, ihr entsprechend, zuerst zwischen Stein ;] und ; | vnu Nordwest
' BruDnenlurre. - ' Uglb. 11. No 1 (1751?! - ! ^'. - ' H- 68. -
1 Runib. 1409 F. 4- — 1 Bgmb. 1459, F. 67b u. Hab. ' Bgmb. 1461. -
« Insiizb. Tain. XI, 151,7, F. 10. — ' lettre zn B niWIicli und »ulicli um die
IS.'i nli.im^r Termincy.
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nach Südost; dann bis Stein 59 von Südwest nach Nordost; endlich
bis Stein 40 wieder von Nordwest nach Südost, nachdem sie gerade
noch den Sandweg überschritten hat. Üb sie gerade hier geendet,
uJer noch ein Stück auf der Grenze weiter gezogen ist, etwa bis
zur nächsten Biegung der k-t/teitu, i.tsst sich aus Mangel an Nach-
III. Umgebung.
Im Frasskeller.' So heisst der ganze Abschnitt des Rieder-
bergs nördlich vom Sandweg. Spätere Form auch »im Frost-
keller.«' Der Weg vom Baumweg nach dem Landwehreck bei
Stein i.| lieiä;,; -Siumppwcg im br.iss^ellei'i I jK;. 1 »brasskcLtrpf.kl'
1788;' im Flurbuch uGässchen im Frostkeller«, > jetzt »Musik.uittn-
weg.u Er trennt die I-'eldorte »im Frasskeller unten,« zwischen
Stein 33 und J4, und im Frasskeller oben von Stein 54 bis 40. Im
eisteren lagen 1487 »Keyserhenne's« Güter;' vom letzteren wird S. 69
unter »Wartee zu handeln .sein.
Äussere.
Der Bornheimcr Wald oder der Bachwald. Fr reichte
bis 1522 au die l'iaiikliiirer Grenze zwischen Stein Ii und 40. Im
Zusammenhang mit der Landwehr fanden wir ihn genannt 1409 und
1459. Schon vor der Erwerbung Hornhcims 1475 durften die Frank-
furter Bürger in ihm spazieren gehen' und 14S8 wurden »die jungen
burger« verwarnt, »sich ires weidwergs und spatzierense daselbst
»zu maißen« [massigen]. * Seit 1522 begangen die Rodungen, durch
welche der Wald nach und nach in die Bornhcimer Weide oder
Heide verwandelt wurde.'' t;y; lag ein Wingert »vorm Wald an der
Born heiii> er waid t . . . stosst unden uf die alt landige wehr;« ,0
und 1609 ein Garten an der »Bornheimer Heide, oben uf die
IV. Be.ehuffeol.eit.
Die Buch Wildtand wehr hatte nur einen Graben. Erhalten hat
er sich bis ins ]>j. Jahrhundert zwischen Stein ji und 34. " Ein
nasser Graben hot.md vmi Stein ;i bis 5 1 und vielleicht eine Streike
darüber hinaus.
' Wtgerera.v. 1-187. — * Warb. — !=•'. — ' GrenibeBcbtigung v. 1768 —
I Fliirb. — ' = — ' Bgmb. 1461, F. 95b. — • ibiJ. 14KB, F. 40. - ' Kirchner,
Gesch. Jtr Sudt Fr. 1807, 1, 47g. - 10 [niaub. Tom. XI, 1597, f. 10. - " ibid.
Tom. XV, .605, F. 94b. - '■ Vgl. 1. B. Ulrich, geom. Crundr. 1819.
glduvq; iii iinliek.iiiui, d:>d; Linn etwa von
ergei Strasse (28) dicht neben der Landwehr
w.
VI. Wegenetz.
.sskellcr^issdiLTj ursprun^licii -111 Zusjang zur Berger
es durch die Landwehr geschlossen. Die Berger
e (Si): :
2. Sandweg (32).
Der durchziehende Graben harte ursprünglich eine
hölzerne Brücke, Diese war i.]?; mir.v, 'i/ulinidieiin worden.
Vier »gesellen« pfändeten die Frevler, wofür sie 8 Schillinge er-
hielten. Hierauf bezahlte man »3 ß. 2 h. opperkn echten 3 Mglon zu
1; h. täglich eine brücke by bornheimer slage zu machen.« 1
Erwähnt wird die Brücke auch im Wege Verzeichnis von 1487. Später
war dort eine Stein brücke mit Wunden nunern, dargestellt 17S3. :
Im Flurbuch ist sie als «Bornheimer ßrückchen« verzeichnet.
' Hcp. 437 u. Flurb. — ' Uglb. B. 56. Eb. — ' Bemb. T4J9. — * Bunib.
H17, F. 1] n, s;. — ' Uglb. D. 84, No. B8.
- 6 9 -
Der Schlag hiess: »slag by Bornlieimer waldc« 1396;' »der d« ssi.iag.
nuwc slag vor Bornlieimer holtz« 1398;' »slag vor dem Buchwalde«
1401,' 1.103,* MIC 1 1«';' oburnheimer slaga 1399,' 1427.* '487;*
tArnsbofgei Schlaga lyB;'" nach dein nahen Fcldgut »auf dem
Arnshi^ifjT« :n üornheimer Termmey. — Bekannt ist der Schlag
seit 1596; er ist also mn der Landwehr entständen Abgc'.':'.det ai:f
Gr. R. als einfacher Drebschlag. Ob er inner- oder ausserhalb ile>
(,ra?cns star'.c. ist unbekannt *j.:ir*<>l::i ii-r den . T 0 r t n c :i «in!
erwähn: 1401," 1403," M40 '' Er hat den Schhg fulf und czu czu-
sließeo, '■ hm Knecht huret an ihm 1 *' 1 J97 '* — F.ine Ruhe -
b.ink innerhalb der Brücke südlich aui Wcye zwischen der Brücke
und d™ beiden Wegsteinen No. 9, gibt das Flurbuch. Sie soll noch
in den 60er Jahren des 19, Jahrhunderts bestanden haben.''
Von einer Warte beim Bornlieimer Schlage fehlt während K«In*Waiit.
der ganzen Landwehrzeit, jede Spur. Dennoch sagt Battonn: »die
Hi.nihcimcr Warte stand auf dem Bomheimcrwcg am Ende der
Weingärten.« " Der dortige Platz bei den Grenzsteinen 39 und 40
wäre sehr passend gewesen, doch sind Batlonns Beweise hinfällig.
Denn die von Lcrsncr"' zu 1504 erwähnte «Bornlieimer Warte« ist
die häufig so bezeichnete Friedberger und der »stock gein Burn-
heim,o bei welchem 1350 [Maurer-] «meist er Ort« 20 S verdiente, "°
kann auch ein anderer wehrhafter Bau sein, vielleicht die 1405 ge-
schlossene iSorrilieimer Pforte der Mauer von 1 j 3 3 . 11
Immerhin könnte schon vor der Landwehrzeit am erwähnten
Platze ein steinernes Gebäude gestanden haben. 1356 kommt vor ein
Stück »an burnheimer wege es opposito burnheimer buchholtze in
den steynen murena;" ferner »der aide wingart seu murer«
und eine »vinea dieta uf der rnnren;** 1 1390 ebenfalls eine »vinea«
daselbst.» Diese Angaben beziehen sich offenbar auf die gleiche
Onlidikeit, die am Sand weg zu suchen ist und vielleicht gerade bei
den Steinen J9 und 40 lag. Auch das Heb. Hdschr. JJ., F. 23b
' Brnnb. t i9 6, e. 40. - ■ Hb. IJOS, F. 48b. - 1 Rh. 14m, bei K K k. M. II,
J41. - ' ibid, 140}, bei Kgfc. M. I, 1S9. — 1 Hb. 1440, 1 ; . 44b. — < Chron.
Hl j, 48. - ! Hb. i(99, F.4H. - ' Bemb.1437, F.iiu.lJ. - »L'glb.fl. ;6,Eb.-
» AckcrRcr. N0.492. — " Hb. 14m, bei K E k. M.II, 341. - ibid. 140;, bei Kfl.
M. 1,189. - '' Rb - '4*0, F. 44b, — ■* ibid. — 'i Rb. 1398, F. |Sb. — Rb. 1399,
F. 48. — T Angabe eines Rnnilicimcn 1S99. - '«I, 149. - 'f III, 4:1. —
" Rb. ij[o, bei Hart. a. a. O. — " Hornel, 31 setzt die IMfjlicK- .m .Iii-
S:ns« 1 wischen lirirnlieini und Seckhuii. lldrl kiwHe ini.'ii-l.'ii. eine Warle der
Ludwelu von 1476 gediclii werden. — " Fleh. Hdsclir. ]]., F. 24. — 1 ibid.
F. 17. - " ibid.
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trnjliii;.: S: 11^ l. dünn ■ ^ -, i V. • vi - dt ■ ■■ • . -. ■ i ji .
nt^t jjc:i Bin'.. le rn, dictum eh. Uillcx .wk' muss bierhci gehören
Wenn 14^11 bevchlossir. wird, »liic siege uff der B:irnlitii;iu
Immer u;ddcr su\ leger, wo Sit ver ircltfiti :i.ir.»,' so kjir aii.M-
Jtr.i Sieg ir. de: Hire.tr Strasse ai.ci die Holzbruckt im Sir.iiu.ej!
j;cn!tint <c:n, viellcidi: akr auch dtr S-cg des Homhtimcr bmswees
in der Dickmtlandwehr, di diese sieh leicht j'> Tal dtt Buchwald'
Landwehr Judassen lässt.
Die Lücke.
Vom Sandweg bis zur Hanauer Brücke, wo eine neue Land-
wehr begann, befand sieb eine Lütke. Diese wurde rwisehen Sandweg
und Grenzstein 69 am unteren Riederbergweg (37) erst 1476 durch
eine Landwehr ausgefällt, deren Fortsetzung auf der Bornhetmcf
Grenze bis zu der bereits bestehenden RicdcrfeldUndwehr zog und
dadurch die westliche Strecke der letzteren als Schuraanlaße entbehr-
lich machte.
Zur Erklärung der Lücke beachte man folgende Thatsachen:
1. der Riederbcrg war zu Zeiten des Landwehrbaues nur schwach
gebaut; 2. er war im Osten und Süden
Angriffen wenig!
). er besass dort
Sehetdswald, der
noirlidie Seluu;:\vc:nen,
eis^eiuimten Strecke ist sie heute noch, wie vor Jahrhunderten,
von dichigeslellten, hohen Küstern durchsetzt, der Boden aber, auf
dem sie wächst, durch den früheren Auswurf des versch wundem;;!
Landwehrgrabens von 1476 wallartig erhobt.
Auf der kurzen Strecke zwischen dem unteren Riederbergweg
liciinev Gleim; 11111 Y\'c5(bnicli (Jjs Loch).
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Abfluss des Pfingstborns begleitet. Don war also, bevor das Hospital-
gut bestand und seinen Girtenzaun haue, ein Abschluss durch Graben
und Heeke leicht herzustellen. Nachrichten darüber fehlen.
Die den Riederberg umziehende Hecke haue bis zum Stein 69
wahrscheinlich dieselben mibe dem enden Durchgänge wie die spätere
Landwehr von 1476. Sie sind bei dieser zu besprechen. Ausserdem
führte der untere Riederberg weg Jurch den zwischen Kiederherp;
und Hanauer Drücke zu vermutenden Abschluss. Es wird wohl eine
Ii rücke in diesem Wege über lien Aldlnss des l'iiug-ihirns gdegen
und wahrscheinlich ein Schlag dabei gestanden haben.
Die Riederfeldlandwehr.
I. Begriff.
Als Riederfeldlandwehr bezeichne ich ein System von
Gräben, das von der Hanauer Brücke über die Uicderhöfe zum Main
zieht. Ahe Namen bind: »l.amwer gein Riedeiim LuiS;' »htniwer
im Riederfelde« 1448.* Sie schlicsst das Ricderfeld, die Reiher-
wiese, das Vincenzviertel, das grosse umi kleine Rieder-
bruch und die nächste Umgebung der Riederhöfe ab gegen
das Hospitalgut unterm Allenberg, den Arnstädtcr Acker,
Strecken, am Kiim'gshruch und beim Amsburger Acker am Main,
nach liananisclier Anpassung jedoch auch an der Grenze gesell d.i.,
von Hanau prätendierte äussere Kiedcrhüfer Gelände.
U. Verlnuf.
Bevor wir den Verlauf der Hicdcrfclnbiidieclir betrachten, sind
die gesclücluÜehc!i, t<i|'i>;:i anfisoeu und fiMtif.k.HLiii-.lien Verhält-
nisse der Riederhöfe zu erörtern.
A. Zur Geschichte der Riederhöfe.
Die zum Teil verwickelten Fragen nach dem Ursprung der Höfe
und ihrer Verteilung auf d;e überlieferten liesiui-r baue ich auf Grund
des mir zugans!i,-l:en. d lijha^e der f [ei ren Dr. jung und I-. P.-.djer.i
vermehrten Materials zu einem vurlauliyeii Abschluss gebracht, als
Herr Padjera seine gründlichen Untersuchungen über den gleichen
l.cgeT.Mnd in einem Vorrage veriidentüclne. dessen Lr;:ehnisse in
1 Rt>. 1407, F, 47. — ' Bgiab. 144S, F. 57b.
sehr erfreulicher Weise in allem Wichtigen mir den mcinigcii zu-
sammenfielen. Da der ganze Gegenstand von uns an einem andern
Orte ausführlich behandelt werden soll, so beschränke ich mich hier
darauf, die t'iir die vorliegende Untersuchung wichtigen Frsielmisst
oline nähere Begründung anzuführen.
Während es jet^t nur 2 Riederhöie giht, Jen grossen westlich
und den kleinen östlich der Hanauer Strasse, gab es früher 4. Auf
jeder Seile der Strasse müssen zwei Höfe in einen zusammengeflossen
sein. Leicht erkennt man dies beim grossen Hol", dessen nördliiihcr
und südiklier Teil zwei ganz verschiedenartige Grundrisse (eigen.
Beim kleinen ist die Art der Verschmelzung nicht so durchsichtig.
Im Folgenden bezeichnen wir mit »flofln den nördlichen, mit »Hof II«
den si'ulilcliin Teil des grossen, mit "Hof III « den westlichen, mit
»Hof IVo den östlichen Teil des kleinen Hofes.
Der älteste und lange Zeit einzige Hof war Hof I, der das roma-
nische! hur und die kü peile cntliah. l'rsp'er.dici] \vnkr::cl'.einlieli könig-
licher Meierhof, kam er seit 1 19; an verschiedene Besitzer, zuletzt an
die Frankfurter Familie Frosch. Ein Siegfried Frosch komme vor 1331;
Junge Frosch war Besitzer 1397-1419; Wicker Frosch bis 1426; Engel
Frosch 14a«— 1485. Spätestens seit 1397 war auch Hof II, spätestens
seit 1419 Hof III, spätestens seit 1488 Hof IV vorhanden. Die Um-
fange der neu entstandenen Hofe können entweder auf völlig neue
Anlagen, oder auf Abirenlinngeu von dem viellciju LU-.[iti'iTiglich sehr
grossen Umfang des ersten Hofes zurückgehen. Für letzteres spricht
der Umstand, dass die Landwehr im Jahre 1396, wo mir erst ein Hof
bestand, einen Bezirk umschloss, der von kleinen Abrundungen abge-
sehen, genau der Summe der Umfange der vier spateren Hofe entspricht.
Im Jahre 14S5 verkaufte Johann Forstel seinen Hof II
durch Vermittlung des Rates an das Hospital zum Heiligen Geist.
Der Hof hiess fortan »des Spitals Hof«.
Im gleichen Jahre fiel Hof 1 nach Kugel Frosch's Tode an
Jörg von Helle, der bereits Hof III seit 1474 besass. Dieser verkaufte
am 5. Februar 148S, ebenfalls durch Vermittlung des Hates, beide
Höfe an das Hospital, welches später die Höfe I und II zu dem
grossen UieJcrhol'e vereinigte. Die ersten Bestandet derselben waren
B. Zur Topographie der Riederhüfe.
Nach drei 1419, wie ich annehme über die Hofe I, 11 und III,
vun den damaligen liesit/ei n ausgestellten Reversen gehörte zu jedem
der genannten Höfe: I. »hus., d. h. das Wohnhaus; 2. ohotU, d.h.
der Hoffleek, auf dem Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude stehn;
3. »graben«, der den Hoffleck umgibt; 4. »umbfang«, d. h. das
jedenfalls mit einer [lecke umgebene nächste Gelinde ausserhalb des
Grabens. Also dieselben Bestandteile, wie beim Knoblauchshof.
Dagegen heisst es in einem »Verzeichnis der [dem Spital ge-
hörenden] hoiffe zu Riederun» nach 1492:' 1. »zum ersten hat [hatte]
her Engel Frosch [+ 1485] eyen hoiff[Hofl] und eynen steynen
stock stet mi zu banden Doctorc phetfern [alias Jorg von Helle,
Canialer, docior, genand PfefTer| unndt herrn Gylbrechte von Holt ü-
husen [als Bestände™] unndt ist cyn gcteilig [?] mit dem heiligenn
geistcci [= vereinigt mit dem seit 148J dem Spital gehörenden
Hofe III; 2- "item so hat der Spotal! eynen hoifT mit eynem steynen
stock, mit cym garthen, dryen wyhern | nassen Gräben auf drei
Seiten; gemeint ist Hof IUJ; ;. »item so ist noch cyn hofT u. s. w.«
[genaue Beschreibung fehlt; es ist Huf IV]. Was [419 Haus, Umfang
i;m! Gr:.bui hiess, Ixt.s: i.]')3 steinerner Stock, Garten und Weiher.
Durch Zusammenfassen beider Nachrichten und Berücksichtigung
sturerer Kiste und Juri Geländes erhallen wir von den vier Höfen
folgendes Bild.
a. Vor dem Erwerb durch das Hospital.
H 0 f I : Hoffleek, wie beim alten Riedhof von unregebinissigcr
Gestalt, die im Hurbuch im O., N. und W., jetzt nur noch im O.
und W. zu erkennen ist, geschlossen teils durch die Gebäude, teils
durch eine Mauer. Letzteres im O. und wahrscheinlich auch im S.
Mitten im Hofe stand frei der steinerne Stock, das noch erhaltene
nun, mische Haus. Sein jetzt fehlender tiM lieber Teil enthielt im Unter -
geschoss die Kapelle, oben wahrscheinlich einen turmartigen Aufbau,
wie ihn z. B. die Ode vor ihrem Umbau hatte. 1 Um den Hoffleek
ein Wassergraben. Eingang und Brücke vermutlich im Süden. Den
Umfang werden die spateren Gelandeteile »Ackere, »Drcispit/a, und
»l-'orslergirtcheno ' gebildet haben.
Hof II: Viereckiger HofÜcck und Graben.' üb der steinerne
' Ansicht
L
- 74 -
Stock am Rande stand, wie die andern Gebäude, ist unbekannt.
Mauer? Eingang und Brücke wahrscheinlich im Norden. Umfang
Uicderl-nidis, sowie uSi u Grenze mischen den Stücken »Ackere und
■iGrasLMrtcno und der Lauf det I l.maucr S::wm' nordöstlich vom Thore
des jetzigen grossen Hufes lassen vermuten, dass die Hanauer Strasse
einst zwischen Hof ] und II hindurchzog, uiui erst später das ver-
dächtigt Knie an der Ricdeio: iicke incchtc. I [err l'jdjcra hat auch auf
einem Riss ein schmales »Hütchen« /wischen den alten Höfen I
und II entdeckt, welches auf dem cassierten Strassenzug angelegt
Hof III: Viereckiger Heck. Nasser Graben nur im Westen,
Norden und Süden? (die drei Weiher!). War im Osten HoflV an-
geleimt? Steinerner Stock am nördlichen llofratid. Hr zeigt 157;
einen tiuinartigeii Aultvm.' Eingang und Brücke wie mich jetzt er-
kennbar, im Norden.'
Hof IV: Näheres nicht bekannt. Östlich an III geleimt mit
drei Gräben? Die Umfinge von III und IV entsprechen zusammen
dem i> Kücheng arten« und n Baum garten« des kleinen Hofes.
b. Nach dem Erwerb durch das Hospital.
Höfe I und IL Die Vereinigung der Höfe I und II muss
folgende Veränderungen hervorgerufen haben:
1. Hof 1 verlor die südliche, Hol II die nördliche U in f Heiligung.
Die Gräben zwischen den Höfen wurden ausgefüllt.
2. Beide Hole verloren ihre Hingänge.
3. Der Raum zwischen den I löten win de geschlossen, im Wote.ii,
wie es scheint durch Gebäude, im Osten dordi Anlage der noch vor-
handenen hohen Wehrmauer.
4. Als Eingänge erhielt der neue Elof im Westen ein Pfürt-
chen, im Osten den noch vorhandenen stattlichen Thorbau und
neben diesem nördlich ein s|iiizhoj;i;;cs lMiirtchen, das die Zahl
1493 trägt. Ob der Graben vor dem Thor aussetzte oder nicht, steht
nicht fest. Ein Riss von 1751* hat überhaupt keinen Graben mehr
um Jen grossen Hof.
Höfe III und IV. Der zu unbekannter Zeit aus der Ver-
einigung von III und IV gebildete kleine Ricderhof haue einen
' Ried. 4. — ' M. ], ij, 157; (1605). — I Du grosst Hofthor im Wcsttn
ist ßaiii mo'derD. — * Ried. 4-
DigitizGd B/ Google
Hrosscn, viereckigen Hoffleck mit den Gch'uulen an den Rändern und
ein un \V.issiTi;r:ibi'ii :ml" allen vier Stilen. Von dem nneli erli.i'.ltneu,
nisjiriiiiglu Ii ai I In: III gehörenden s]ijtal-< TliLTweg im Norden
führte Brückl und Wer; zur Hanauer Strasse. Dies zeigen die seit
1751 vorhandenen Grundrisse.
Die Anssengrenze des Gesaiiitumfjngs der vier allen Hofe zeigt
got der Xi>s von 1712, welcher atcr die Landwehr fortlasst. '
C. Zur Weh(h»fiißkeil der Rieder hole.
Wie beim Knoblauchshof, so Hess sich auch zu Riedern der
Ki! von den Besitzern Reverse mit dem bekannten, auf die Gebiets-
Verteidigung bezüglichen Inhalt aosstellen. Wli haben eiuen solchen
von 1 197 von Junge Hiosch Ober Hui I und drei andere Reverse von
i|i9 den damaligen ßeiitzern der Höfe I, II und III.
•1 durch die Landwehr erreich:
1 Die Landwehl am Ostbruch.
Sic umfasst den Graben tu g von Jer Hanauer Brücke bis etwa
Ho Ruten westlich der Rie-d erb rücke ' mit folgenden Teilstrecken:
a. Die Landwehr am Ricdcrfcld, oder der Teil des alten
'iFelilgr.ibcns« /.wischen Hanauer Riiiekc und lieiherviese, von Stein I
bis to am Rande des Ricdcrfcliles. Der Graben ist noch vorhanden
und zum Riederfelde gesteint.
b. Die Landwehr an der Reihetwiesc. Sie zieht, diese
Wiese im Westen und Norden e-mfassend, mitten durch das Brjch
zur» Nord wes leck des Arnsradiei Ackers, darauf ..11 dessen West-
rand entlang ;um Nordwesietk des grussm Ried erbrach-. Der
' Rml I - ■ ».«et r.rtttoiui a\ Te.1 Japnlgcn, I7J0 ■!»
• lledieniTgribcne hcjieUiml mi.l tum v.ij;;;r;iS:n his ; Ruten IKIlich tlc: Riedcr-
brücle gerechnet wird. Uer. Jer Aekerjieii Ii iy/u in L'<;]L>. B. S.(, No. 150, S. jo.
- ,S _
Graben bestand noch 1773" wurde aber 1793' zugeworfen. Auf
einem Hisse von 1801 heissr er »au>:;eirockncrer Heehcncy Graben
zur Reiherwiese gehörig.« 1 Sein Lauf Ist noek lieuie zu erkennen; 1
auch stehen noch einige Grenzsteine an seinem äusseren Rande.
Die Strecken a und b werden — vielleicht zufällig — nirgends
als Landwehr bezeichnet Ich rechne sie aber doch dazu, weil sie
genau wie die folgenden Strecken das städtische Gelände gegen
Ihisjiit.-.lKiit und Arnstädrer Acker abgrenzen und nach ihrer Be-
schaffenheit die Aufgabe einer Landwehr erfüllen. Auch ist von
einem andern L;;naVelirl:mf ;v.iscl:en dem Nord',vesie;k des grossen
Riederbruchs und dem Ricdcrberg, etwa quer durch das Hospitalgut,
keine Spur in: Gebilde zu finden. Dazu kommt, dass die beiden
Strecken von jeher auch die Grenze zwischen Gewann I und II
bildeten.
c. Die Landwehr am grossen Riederhruch rechts.»
Sie lieisst »der I.andwchrgraheii« [750;* oalte Landwehr« I799' im
Geyensatz zu der sie überflüssig machenden Zwerchgrabcnlandwehr
von 1476;" »Zwerg Land Wehr am grossen Riede;-i'ine:i:. llihI >.ilu.
Zwers- l..iuJ Wehr:' im l-'lurbuch. Der Name Zwcrclilandwehr k.mn
nielit ähev sein als 1.(711 und bezeichnet eine I-uidivehr, die innerhalb
der aussersren Linie jenes Jahres »zwercht (quer) durch da; Geljnde
zog. Ihren westlichen Teil, am Amstädter Acker bezeichnet das
Hnrhncli midi besonders, einmal als »Landwehr«, ein andermal als
»Zwei;; Land Wehm, was zu beachten ist. Auch dieser Graben ver-
schwand 179;, isr aber noch jetzt als Mulde erkennbar.
d. Die Landwehr am grossen Riederbruch oben.
e. Die Landwehr am grossen Riederbruch links,
oder der Absehnin des iKöiiis^gr.ikT.sn Ins zum i : ek des kleinen
Riederbruchs.
f. Die Landwehr am kleinen Riederbruch, oder der
»iwerehfjraben gein Riederna' bis etwa 80 Ruten westlich der
Riedcrbrücke.
Die Abschnitte d, e, f gehören 1779 zu demjenigen Teil der
damals aufzuforstenden Landwehr, det nim Brw'h» ijetiatini wird.' 0
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den Bezirk der Uicderhöfe mit zwei Armen, indem sie ihn als
Landwehr vor Riedcrn in der Front und auf den Flanken, als
Landwehr hinter Riedern im Rucken deckte.
a. Die Landwehr vor Ricdern, so genannt 14 jo,' beginnt
am Zwerchgrabcn geht Riedern etwa 80 Ruten westlich der Rieder-
brücke, umzieht den Hofliczirk in einer üinff.icli ^elu-ochenen Linie
so, dass ihre Teilstrecken West, Nordwest und Nord westlich,
Nordost und Ost östlich der Hanauer Strasse liegen, und endet am
Wallgraben, Ausgeschlossen werden durch sie folgende Teile des
alten Hofbezirks; a. ein kleines Stück Land durch die Südhälfte der
Teilstrecke West ; 1 6. eine Dreispitz von dem »Acker« durcli die
Teilstrecke Nord; T- der grössere Teil des Forst ergärtchens ebenfalls
durcli die Teilstrecke Nord;* eingeschlossen eine Strecke der sehr
breiten Hanauer Strasse. Als Grund dieser gcrinlugigen Abweichungen
von der Aussein: renne je:; nc-amten Hol'be/irks verrat sich deutlich
das Streben nach Abrundung.
b. Die Landwehr hinler Riedern, wie ich diesen Ab-
sein liiedem und dem we-iliclien des W. die. iahen-, Hrstercr zieht
vom rechten Rande Je- Biuclits -chr.'t<; zum linken, Jen er bei der
RicJerbnicke erreicht, letzterer bleibt am linken Rande. Bei der
Landwehr hinter Riedern ist naiiirlieli Jie Südseite die Aussei i-eite.
j. Die Landwehr Wallgraben' besteht aus dem Wall-
graben von der Landwehr um Ricdern bis zum Leinpfad. Sic zerfällt
in die Teile; Wallgraben-Nord, -Nordost und -Ost. Sie heisst,
' M. Ii u. Verwandle; aedi ein Riss In Stuck. — 1 Bgmb. Mjn. F. 78.—
i Die- LT^iL'i sidi, wenn ni.in Itie.l. .|. 1—51 niil Ftied. I, 171? vcrjdeiclit. --
• Ried, 4, ijji. UfTenhar Ul liier die IjiiJwelir sruier, als das (iarrdien. Denn
ivie hätte nun djiii komc1n.11 Unnen, naeli f-:m;iiMn|; d,i Landwehr ein Gäridieu
quer über sie aiuele;;eii und d[e llreiipi;/ kunsJeis i.a sclulttii ■ M. 1, (, 11,75; [60 j
lial das Cartdien erd mnci Zaun, i:!:ht aber Jie durch lieh ernle I.andv.-elir. die
■.■ielleiclil Jamals slarlc verfallen war. Die /.lii^keit, mit der -ich da- (iä.idieu
liiert, zjiul ^nid. .1-.. der v. .[.iTd^idi.-ii.V 1,1:1 .kveiirk n' ;;i.- r.dit ^e.leNien :l lie.
womit audl die Überliei etum; srirnn.t. ■■• ' Natu Hurt., prellt der Wailgrjben
.von den kleinen Rieder Hof Iiis an den Holm Sieg am Main..
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— 7 8 -
natürlich mit Einschluss der folgen Jen Strecke, auch llieder-
graben 1 und Landgraben. '
4. Die Landwehr Wallgraben mündung geht vom Lein-
pfad zum Main.
H, Begründung des Verlaufs der Ii i cd u r fe Id lan d w eil r.
t ihre Bcsit innren crv.-ari'en, konnte ich nicht ermitteln,
ischluss des äusseren liiederhöfer Geländes konnte einen
:hcn Grund haben. Eine Landwehr auf seiner Grenze
usgedehm, stark exponiert und umständlich zu llber-
:sen, während die Linie de:; grossen und kleinen Kiedcr-
les Wallgrabens zu einer Sdnit/,ii;ki!;e geradezu einlud,
DigitizGd by Google
- 79 —
Grenzlinie gjh. Nach h.äiiiLiiicl-.tr Anft-siuns; ■. iiLr.pijch dksi: Grenz-
linie Jen Verträgen von 14K1 und 1,-04. Wie jedoch der Ausdruck
'.itmiiihslii;!]« zeigt, hat Frankfurt auch nach 1481 nicht grundsätzlich
auf das äusseri; KieJerhufcr Gelände verzichtet. Es wurde ihm aber
ent im Vertrage von [78J endgültig zugesprochen, l'rocesse mit
Hl flau wegen Hoheit, Termine}', Jagd und Geleit zu Niedern waren
beim Kammeniericht last stets anhängig.
III. Umgebung.
1. Das Birnenwaldchen, ein kleiner Bezirk aussen am
vV-ill graben- Nord, noch heute als au Hallend.: Yei-;ieliiiig zu erkennen.
Oft iLsrjjeslelll. '
2. Der Arnsburger Acker, aussen an der Landwehr heim
Leinpfad.
Auswurfsdistrikt lag auf Strecke a vermutlich, auf b, e, d nachweis-
lich auf der Innenseite. Man sehe für b und c das Flurbuch,' füre und f
den heutigen Zustand mit den teilweise erhaltenen Sieinen, für e und d
beides. Auf b, c, d war der Auswurfsdisttikt verhältnismässig breit,
auf e und f schmal. Beide Grabensciten waren mit Bäumen, besonders
Weiden besetzt.' Der Weidenbau in der liiedetfeldlandwehr wird
öfter erwähnt.* Die Nutzung der Baume stand auf den Strecken
ä, e, f innen dem Ackergericht, aussen dem Hospital zu. '
Haupthindernis war jedenfalls das Wasser. Verstärkt wurde es
auf den Strecken a und b durch den dem Hospitalgut gehörenden
rechten Raudgraben des dnn schmalen Bruchs, wodurch ungefähr
die Wirkung einer zweigrabigen Landwehr vorhanden war, ausser-
dem durch die sumpfige Beschaffenheit der noch schmaleren West-
spitze des Bruchs neben dem Hospitalgarten.'
& Sinn ^Iwri^n AuwiiilMlMriNle -Jim den Baumen an das Ku-p
ltflb.A,u3, No,88, - * Ried 17;,) gibt Jon .ein Stü;k mit Hol« bews
Bruch, an, ein Riss des lä. Jahrh. in Mag«, ij cintn Stt.
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- So -
2, Di« Landwehl an Riedern.
Dit Landfein um RieJern bestand sowohl vor als hinter den
Hofen mmdestens aus Graben und Zaun. Es ist 1471 von Gräben
und Zäunen die Rede, die bei Riedern zu unterhalten sind. 1
Den Ijnd«.'t'inf raten vor Ritotm teure die Hanauer Strasse
in eine westlkhen und einen östlichen Abscharrt. Von ersterem
hat der jetzige Hof bestinder den damals noch übrigen östlichen Teil
um die Mitte des 19. Jahrhunderts zuwerfen lassen. Der «.eithihc
Abschnitt kann nur ein trockener Graben gewesen sein. Der ost-
liehe Abschnitt besteht, wohl mit verringerter Breite, noch jetzt.
Es aar ein nasser Graben, wie ihn noch Risse des iH. ond 19, Jahr-
hunderts* darstellen, doch kann er nach seiner Lage nicht viel
Wasser gehabt haben.
Üer Li-ndwehrgrabcti hinter liicdern, der noch besteht, wir
wegen seiner Lage im Bruch leicht in Wasser zu halten. Sein östlicher,
dem Wallgraben angehörender Abschnitt nahm an der Vertiefung
des letzteren r S ,-8 ieU' und ist heute noch mit seiner breiten und
tiefen Wasserfläche ein unüberschreitbares Hinderniss.
Der Zaun muss normaler Weise den ganzen Innenrand der
Landwehr begleitet haben, In der weniger gefährdeten Gegend
westlich der Hanauer Strasse dürfte er vor und hinter liiedern oft
verfallen gewes
Strasse, 1589' nur östlich derselben
gedeutet. Es scheint ein Palissadenuim gewesen zu sein, wie ihn
der Belageruu^.pbu zwischen Mai» und Guikuihof abbildet, 1 kaum
verschieden von demjenigen, der heute noch an der Ostscite des
Gartens des kleinen Hofes am Innenrande des alten Grabens auf
der Stelle des alten Zaunes entlang zieht.
Auch eine Hecke am äussern Grabenrand wird bei der Land-
wehr vor Riedern ursprünglich vorhanden gewesen sein. Aber auch
sie scheint man nur auf der gefährdete™ Ostscitc sorgfältiger unter-
halten zu haben. Wir sehen sie dort 15% zwischen Hanauer Strasse
und Wallgraben,' 1785 zwischen erstcrer und Weg Riedern- Bechen-
heim (6o) s dargestellt.
> ng Die Unterhaltung der Landwehr um Riedern, und zwar wahr-
scheinlich vor und hinter den Hofen, lag ursprünglich den Hofbesitzern,
1 Mgll. Ii, S7 , I, t
sit? 1 1 aooa - > S. an
7 Gr. R. — * Ri« Junp
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oft still unvollständig tiid^oriimtn Dies war z. B. 1+46 der
hall. Die Rechenmeister sollten deshalb nach den .hurümkn zu
Riedern senden und mit yn reden von der lantwer wegen, die yn
mhoreu solle, die vergee.o' Ebenso 1471, wo de: K.« iKngeln
und andern» saßt" Üess, »versorgen sie das Riden und in kommen
mit graben und zunen niti anders, so wölk der Hai den ufsersieii
slag abethun m Rtfem.ci ' ■ Engel« und die »andern« sind Engel
Frosch auf Hof I (und III?), joh. Fursrer auf II und Wicker Knob-
lauch auf IV. <
Freilich muss es den Hofinhabern oft recht schwer geworden
»in, die Gräben und Zäune in Stand zu halten, da die Irrungen mir
Hanau wegen Grenze, Jagd und Geleit fast nie ruhten und vorzugs-
weise bei Riedern angefochten wurden. Verkaufte doch 1485 Joh.
Furster hauptsachlich deshalb seinen Hof dem Spital, weil wegen
fortgesetzter Angriffe von aussen keine Hofleuie zu bekommen oder
zu behalten waren. 1
■ehr-Wallgrabei
ht die Niederung, v
Südost ab, worauf sie sieb bald verliert. Das Gelinde zwischen ihr
und dem Main bildet eine hohe Räche, die nach beiden Seiten mit
steilem liande abfällt. Vor der Nord- und Kordostseite dieser Fläche
wurde nun in der Niederung vom Ostende des Hofbezirks an ein
Graben gezogen - oder vielleicht eher ein schon vorhandener Graben
in gehörigen Stand geseut. Dieser war leicht in Wasser zu halten.
Sodann wurde von da, wo die Niederung sich r.u verlieren beginnt,
quer über die höbe Fläche ein Graben nach dem Maine angelegt,
der natürlich nur ein trockner sein konnte. Hecken und Bäume
«erden dem ganzen Crabenzug, der ja durch seine vorgeschobene
Lage besonders gefährdet war, nicht gefehlt haben. Der steile Inneu-
rand der Strecken Wallgraben -Ost und -Nordost war wahrscheinlich
von jeher mit (;eMrii;>;i he-wjclisun, Diesen Midieren Zustand ze!«i
uns ein Riss von 1499—15,10.* Hier ist die Landwehr wie gewöhnlich
' In den »Leihebriefena der IV-i;'in.l,T I 1.::ri:jh ■•-ird die Verpflichtung
i.,r Unterhalt!] iir der Landwehr nicht »-.vilim. — ■ Bpnil). 14^6. — S Mglb. K.
;;, I. a;- - 1 S. S. 7a, - ' Mitteilung von ßr. Jung. - ' Mglb. F.. S7, I, 7a.
.1 Bedenken darauf!
i' 1493 Hess
1 besichtigen.
. Man gab daher snäier Jas
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- Sj -
Bewachsung braun Colonen ist und nach dem Main zu, wo der
Graben an Tiefe zunimmt, höhet wird. Dieser Zustand der Land-
wehr war natürlich in fortificatoriscliei- Hinsicht äusserst günstig.
Der Erdwall hat sich bis zur Abschaltung der Landwehr erhalten.
t;8j wird sein Abschnitt neben Wallgraben -Ost »die Landwehrhöhe«
genannt.' Die niirL-tic-! m.i--si Unuissc Je-, i^niwalls auf der Innen-
seile seines Grundrisses zeigen mehrere Darstellungen."
Als man das Wasserleitungsprüjeki endgültig aufgegeben hatte
und daher nichl mehr an der Tiefhaltung des Grabens zu arbeiten
brauchte, besetzte man den Erdwall mit Daumen (und Gebüsch?).
Sil zeigt ihn eine genauere Darstellung von 1751.' Anspruchslosere
Darstellungen der Landwehr lassen den Rrdwall fort und bezeichnen
erstcre mehr oder minder schematis-ch ah Graben mit Bäumen oder
Hecken auf beiden Seiten.*
Von Wall graben -Nord sah ich noch in den 70er Jahren die Joiiijsr
Mulde ziemlich tief und weithin mit teilweise versumpfendem Wasser Zustand,
gefüllt. Jetzt geht sie ihrer volligen Ausfüllung entgegen. Den
Niirdnstgraben verrät noch eine ganz deutliche Hinsenkung, den
Ostgraben nur noch eine meist flache Mulde. Diese zeigt oberhalb
des Leinpfads- noch jetzt eine besonder:, liefe Stell;-, genau wie auf
einer Darstellung von 1 798. 1 Die Strecke unmittelbar am Leinpfad
aber hat man, offenbar um des Hochwassers willen, bei der Ausfüllung
sofort der Umgebung völlig gleich gemacht.
4. Die Landwehr-Wallgrabenmündung.
Die Ausmüiidiir'.:; lies I.smlweiii-jjrak-ii;. nahmen wir oben für Graben,
die Zeit vor 1 5 5 IS wegen des Landen Steges schon aK ziemlich breit
an; nach Ijj8 muss sie bei Jer sehr liefen Ausschachtung des
Grabens erst recht breit gewesen sein ; jedenfalls so breit, dass auf
ihr ein Mainschiff liegen konnte. Denn 1579 versetzt einer ein
»Lege Lastschiff bei der Guten Leute hoff off dem Diubenfnntii,
ein zweites soff dem Snltrfurth« und ein drittes »im Hiedergrabcn
ober dem Plank ho.*
nunn 17S5 in Aclicrger. C. - ■ M. I], i;o von Thomas 17^.
VII, I j73, F. 150b. »Lege LaiJlschilT. = Schilf luni Ziehen fl
... ei:icni he^i:iiinl'.-i zVe;!. .iv.r.J-.vi: lejlg^legr ist?
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- 84 -
Ausserdem war dieser Landwehrabschnitt, gleich dem ent-
sprechen dt ts [vim (hi;lemln>\ durch IM j ii k eil und I 1 fahle geschütäi.
Planten. Auf Planken an der WillgribenmÜndung bezieht sich sicher
die Nachricht von 1444, man solle »die lantwer by guden luden
und cku liyJern im Main beblanckcu und vermachen hissen«'
und der soeben erwähnte Ausdruck »im Kiedtirnraben ober dem
i'hmklie. ; vielleicht auch die Notiz von [408, dass 4 Schilling gezahlt
wurden von »Blechen und Isen an dieblancken in die Lantwer
iu machen,«' «eil kurz vorher die Rede war von Pfählen, die an
der liiedcrfeldlandwehr gestossen wurden, und wahrscheinlich die
von 1438 neyn tag die plancken czu luren gein Riedern czu den
[sie] lantgcwcrde mir eyn [sie] nacheiv ' weil man die Planken tu
Wasser transportierte. Nach der Chronik wurde \ \ »ein Plancken W>
liiedem gemacht ui" die Landwehr.«* Die Stcllimi; dieser l'lanku:
war, wie der Ausdruck»im Riedergrabcn ober dem PUnkhi beweis!,
innerhalb des Grabens,
rrälil«. Pfahl e erwähnen loi;;rnde Nachrichten: 1408 werden «Knechten
bezahlt, um upliele an der lantwer gein Hiedem zustossen«,' und
1415 erscheint eine Zahlung «von [ tag am linpade by Ricdern
dein Mevue und dem Ii ied ergraben f zwischen Main und Leinpfad j un.l
by dem Mcyne [=-■ im Wasser?) die fürte [den Durchgang] zu beslagcn.u 7
Die Masse der Abschnitte Wj11;;i abei; ur.d WaüinjbcnnuiiuhiitL:
rindet man im Flurbuch.
V. Begleit wege.
Nur Östlich der 1 1 .111.1 tief Strasse befinden sich l.iei;kit\\f
Innerer.
r. An Wallgraben-Nord sicher der Heiliggeistpfad (61) auf dem
Rande der Böschung bis zu seinem Übergang über die Landwehr.
Sjl,. (11J sr W-iLpurj!. - 1 U'toii. III J, röj f. - * Kb. 14.7, F. 47. - * Bunib. I4IS-
F. nb. - »Nachricht bei Kgk. M. VII, 35.
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3. An Wjlljjubcn-Nufdoii und Ost ist ein Weg vor i Si 8
möglich. Für sein Vorhindenscin nach 1558 spricht der Umstand,
ujss man im TÜ- Jahrhundert, wo der Steg im lleiliggeistpfad lange
Zen fehlte, aus jenem Pfade Ober die »Landwehr höhe« und den
hohen Stej; nach Fechenheim ging. Der Riss von 1575- hat einen
Weg jauchen Graben end lirdv.aH. zwei Riüc des iS. Jahrhunderts
westlich vom Erdwall.'
1 An der Landwehr vor Riedeln he: den Abschnitten Nordost und
Osi: Nebenweg der Hanauer Strasse (43a) bezeugt t,7S.' 1785. 1
J. An Landwehr Wallgraben: möglich, doch nicht bezeugt.
VL Wugcncti.
Von den Wegen im Ricderfeld wurde durch die Landwehr
keiner völlig geschlossen. Noch nicht vorhanden war der Weg von
der Hanauer Strasse über das V in cenz viertel und den Landwehr-
graben zum Arnstadt« Acker. Letzterer war zugänglich auf einem
Fahrweg vom unteren Riederbergweg aus.« Der neue Weg findet
sich erst seit der Graben Verlegung von 1793.' Der Weg aber von
der Hanauer Strasse am Südrande des kleinen Riedelbruchs führte
wahrscheinlich nur bis zum großen Bruch, ohne dieses und den
L.tndw ehrgraben, wie jetzt, zu überschreiten.
VII. Durchgänge.
,. Hanauer Strasse (,4).
Der altere Lauf der Hanauer Strasse ist im Wegeverzeichnis
und bei den Kicdcrhöfen besprochen. Sie hatte bei Riedern drei
Durchginge, zwei in der Landwehr und einen an ihrer engsten
Stelle bei Hof I.
A, Der innere Durchgang,
a. Die Warte.
Den innem Durchgang zu Riedern hei Hof I beherrschte die
Rieder Warte.
Auf sie bezichen sieh folgende Nachrichten: 1 395 «hielt einNac]
Kiuiil)! Lohn ■!!.] tage zu Riedel 11 zu linden und die \va r te in zu
nemen«; 5 1442 gab man Wenczeln in der lantweri den Auftrag,
3 Pfad (61). — * .] : .ilir*f: -.n: ir.l Ried 3. 1750. -
t. Aderger. Uglh. A. 9g, Ko. 6j. - * Hb. i !?i , F. J 3 , vom 14. Aug.
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□die nachtwach uff der wa rt abcstcllcn... ' Dass dies die nieder Warte
war, wird sich später' zeigen. 1462 bcschloss man «die Rieder-
warte zu besehen;"' 1509 wird beraten »die waein zu Riedern
zu erhöhen.«' Endlich 1775 werden die »Röder, Saehsenhäuscr,
Gallen und Bockenheimer Warte" zusammen genannt.'
Wo diese Warte zu suchen ist, zeigt das erwähnte Höfe-
Verzeichnis aus der Zeit nach 1492. Nach ihm enthielt Hof I einen
steinernen Stock, ndo inne der slaghudere sine wonunge hat.» Da der
Sehlagliiiter ln'ieli-ii wahrscheinlich auf der Wune gewohnt hat, so
konnte man geneigt sein, die«: in dem romanischen Hause zu suchen,
also auf dem von Herrn Padjcra über der Kapelle vermuteten Turme.
Dann wäre aber der Schlaghüter sehr weit von seinem Schlage
einlernt gewesen, den er von Jon .ms jeden hl'.-, nicht ziehen konnte.
.-.maurchelhusa, ,d..u.t kr ,1 ,hr I u.::,nde Schlag
echt hat daher schon lkittunn s die Warte mit der Schnappe
;csetzt. Die Schnappe bildete dann auch den Turm zum steiner-
3ck, sodass das Vorhandensein eines Turmes über der Kapelle,
.tens seit dem Bestehen der Schnappe nicht mehr angenommen
'den braucht. Immerhin kann er früher bestanden haben.
Vm 26. September 1797 heiss-, es, d.iss bis vor wenigen Jahren
diente dem Hofmann als Schuppen, abi
zum hinteren Teile des Hofes. 10 Dieser
»llofthor genannt. Die Decke des lird^e
üuiized b; Cot
^entliehe »(rImii.:: der S d::upjK'; S d.h. die WViiiims; de. Schn.i|>|uii-
wärters. Ei enthielt mehrere Stuben. • Darüber wird Jas Dach
gefolgt sein, denn ein weiteres Geschoss wird nicht erwähnt. Trotz-
Jcm muss das Gebäude ziemlich hocli gewesen sein. Battonn, der
u noch gesehen hat, spricht von einer hohen Mauer' und die
mit dem Abbruch beauftragten Maurermeister bezeichneten es sogar
als Turm.' Schon das Uroxrgeschoss muss hoch gewesen sein,
denn sein Durchgang heisst einmal »das hohe Thor der Schnappe«. '
in der »hohen Mauer« des Gebäudes sah Battonn «noch hie und da
Schiesslöeher.«'
Die Schnappe muss jünger sein als die Kapelle, an die sicEi
■angehängt« ist und als die Hofmauer, die ihr den unregel massigen
Grundriss aufzwang. Da nun die Kapelle aus dem Anfang des
12. Jahrhunderts stammt,' die Hofmauer aber ebenso alt sein kann,
so kann die Schnappe nicht vor dieser Zeit entstanden sein, aber
lach nicht nach 1395, wo die Watte, d. i. die Schnappe, zuerst
erwähnt wird. Battonn' wird Recht haben, wenn er sie zugleich
mit der Landwehr entstehen lasst, doch muss diese dann schon
IJ9S angefangen worden sein.
Das Gebäude der Schnappe gehörte nebst dem Platz, auf dem
es stand, im 18. Jahrhundert nicht dem Hospital, sondern dem ■
AAergerichi,» also der Stadt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die
Stadt, als sie die Warte erbaute, von dem damaligen Besitzer des
Hofes 1 den dazu nötigen Ha unrund als Eigentum erwarb, wie sie
ji auch, als sie den ihr gehörender! Knoblauchshof in Bestand gab,
den steinernen Stock wegen der dortigen Warte sich vorbehielt.' 0
Zur Baugeschichte der Warte.
IJ9S- Erwerbung des Bauplatzes und Bau der Warte durch
die Stadt.
ijoj), Plan die Warte zu erhöhen. Scheint nicln ausgeführt.
178S. Andreas Ludwig, letzter W an mann und Hospital sftirst er
in einer Person f. Seitdem bleibt die Schnappe unbewohnt."
! Hol" un.i Garten
irbeic bis Ende
nterste Gebälk«
berste Teil des
abgetragen.« 1
b. Der innere Riederschl ag.
Beim SüJosieck des Hofes I stand, vielleicht schon vor lirrichtunj;
der Landwehr, tili Schlag, der, als die Landwehr vor RicJern mit
ihrem Schlag cnisi.tnd, zum intievn liiederschlag winde. Der [402'
erwähnte Schlag kann der äussere sowohl, wie der innere sein.
Husaniiiicn erwähn werden beide wo es lieisst, es gebe min
zu Riedcrn zwei Schläge,' und 1459, wo beide erneuert werden.'
Vielleicht war dieser Schlag von Anfang an ein Schlag-
bnum, sicher bezeigt ah. solcher im er erst seil 155», seit welchem
Jahre er sowie seine Wächter oft erwähnt werden. Er lieisst «die
Schnappet: oder »Schneppen, wir sieh aus den He/ciduiiingei! Irr
Jen Wächter ergibt,* und »Sduiappeiisdilag« 1553;' 1605.' Nach
Dargestellt ist er mit Drehpunkt im Westen 1712 und 1774.'
gezogen wurde, ist :it n: Ii nid« aufgeklärt,*
C. Der Wartmann.
Der Rieder Waniuatm und Schlaghutcr scheint in gewöhnlichen
Zeiten den inneren und äusseren Kiedcrschlag versehen zu haben.
Genannt wird er »der am Riedcr slagc« 1440.'' Den 1442 vor-
kommenden »Wenzel in der lantwcr« werden wir später als Riedcr
Wirt mann wahrseheinlieh machen. Seit tjSo wird die rky.c-ichiiiiiig
oSehtiaiipL-rmiamiK üblich. Ihre Varianten gibt üattonn. "
Zur Resialhing Je. Sdinappenm.iniics geborte die Sc liti.l |< p eti -
wiese im Riedcr Walde. Dort verzeichnet ein Riss von 1787" Jic
"ehemalige Schnappen wieso, die von den Grenzsteinen 282 und 2B;
ri.ieh Süden h Jen Wald hineinzieht, i;nJ die »je: /ige Schnappen wiese",
Jie südlich Jer Steine j.7; bis 27; im Walde ciiigcsdilusseu liegt. Y.u
seinen Verpachtungen gehörte es, zu kontrollieren, ob der Hof-
bestander Wein .che:ikte, oder andere KonirakisühtTtrco.iiigen beging.
Die Bussen teilte er mit den H ospital pfleg ero. "
Der llospitalforstcr nutzte natürlich das FÖ rs t e rgä rt ch en.
Vielleicht bewohnte er dort vor der Vereinigung Je-. l ; orsler- und
Wartinanr.sauitc: : ein Hinsehen, als dtwcil Zubehör sieh der Brunnen
> Mglb. F.. ji, L — * SchirlT. Rorahciiiiciberg. 519, - " Ri
1 Ebensowenig Jer oiler ol'i^f 1. lt. Üb. ]$J,i erwähnte Sclinc
Ol auf ihm der SchlagtlOter litlt, so könnlc es die Warte sein -
F. ,|b. - '■ I, 160. - " Ried. 8. — ■■ Mglb. E. S7. I. 1 ■
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am Forsterßärtchcn leichl erklären licsst. Nach Trennung der Ämter
178B bewohnte der Wartm;nn, der zugleich Oiausstee.eldcr;ie;>i.r
war, das gleich au beipiccher.de Guussechauichcn. der Huspi.al-
fonte. iber ein nach iGoj am l ; or«eig3.t<hen errichtetes Föistethaus,
d. Das Chaussiehäuschen.
Es stand im 18. Jahrhundert am grossen Hofe nördlich von
dem 149) «bauten Pförceheo. ' Erbauungszei: ist unbekannt. Du
Hamch.cn war an d.e Hufniacer angehängt und enthielt eine niedere
Stube und eine Küche. Es wird ab unbrauchbar für einen Minn
nur Famdic bezeichnet. Nördlich an das Häuschen siless, gelade vor
der Schnappe und diese vom Schübe trennend, der Hof und an diesen
das Gärtchen des Chausseehluschens, woran sich ein Ganenstück des
Hospitals schloss. Alles dies auf der Stelle des ehemaligen Grabens!'
Häuschen, Hof und Gärichen gehörten dem Aekergericht, also der
Stadt. 1792 sollte das baufällige Häuschen beseitig und ein neues
oder eine Holzhutte zu errichten sei. 1797 genehmigte endlieh
Senat den Bau des Chausseehauses. Dach wurde er erst 1S0J
geführt. 5 Erst jetzt kann das alte Häuschen entfernt worden 1
Ii. Der Süssere Durchgang.
Der Graben der Landwehr vor Riedern zo« durch die Str;
Ms Brücke wird zuerst am 11. Mai tj<(8« ein hoher
(natürlich fahrbarer) Steg erwähnt. Dass sie der Riss von t
fort lässt, ist ohne Hclang, da er auch den zweifellos stets vorhandc
hohen Steg im Leinpfad auslüsst. Jungmann stellt sie 1785
doch ist nicht zu sehen, ob sie von Holz oder Stein.
Nordlich von der Brücke, durch einen Zwischenraum getre
lag, wie der Haspel auf dem Riss von 1575 beweist, ein Steg
. Mai 1198* wurden 17 Gulden
nüi, <kr:SLll'i:L1 UüL'llcn, wie die über
E r das Hinsehen fehlt. - ' Uglb. t
>. ijo8, F. 14 b.
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der äussere Schlag gemein! sein, da beim innern kein Graben durch
die Strasse zog. Wahrscheinlich handelt es sieh hier um die ersi-
iiuli^c l-irrichusn;: dieses Schlipps, der jlsn c:\vas junger wäre, als
die zu ihm gehörige Landwehr vor Rtcdern, - 1415 erscheinen
l : ;Jirbisteii i:\.)ü eim sh^c und pliu-,tcu gein Kicdcrn aifiiret]« und
daraul weitere Kosten »von eim slagc czu Ricdeni zu beslagcn und
mit stoße und mibencken, als ir nu iwene sin, von der stede iscnV
Da wir wissen, dass schon seit 1398 zwei Schläge zu Riedcrn
bestanden, so kann es sich hier nur um Herstellung eines zerstörten
Schlades handeln, und mit grösster Wahrscheinlichkeit um die des
so oft zerstörten äusseren. Seine Neuerrichtung hatte sich wohl stark
verengert, mi dass vielleicht wahrend einer «L-raumen Zeit vor 1,(15
wieder, wie frnher, mir ein Schlag y.w Riedern viirlinulei) war. Als
Im Vertrag von 148t erkannte Hanau den äussersten Schlag
nfliüid! als (,ien,e seiner licreclr.icninicn an. 4 Trotzdem griff es
noch öfter auf weit ergehende Ansprüche zurück und versuchte
besonders sein Geleite bis zum innern, ; ja Ks zum hintern Schlade
auszudehnen. Dadurch war der äussere Schhj; beständig in Gefahr.
Wahrscheinlich um dieser zu steuern, trug sich der Rai 1509 Geplant»
mit dem Plane, hei Hicdern eine Warte auf die Landwehr, Werte,
d. h. auf die Landwehr vor Riedern beim äussersten Schlage, zu
setzen.* Kr wurde nicht ausgeführt, vielleicht mit Rücksicht auf die
händelsüchtigen Nachbarn und m> Hieb der Schlag nach wie vor
den hanauischen Xf['>ii>]'iiii.i!.s<;ehisteii preisgegeben.
Am 26. März 1605 »hat der Graf zu Hanau den äussersten Schicksale
Schlag bei Riedetn verwüsten und umhauen lassen.» ' Genauer erfahren <■•• s.hlng..
wir, des Grafen Leute seien mit ij oder 14 Pferden eingefallen und
hätten »die bestellte Wächter . . . übel tractiret«. Mit «Lärmen,
Blasen und einem Lösung ssehuss« [von Seiten der Wartleute!] seien
«noch bis in die 300 zu Ross und Fuss aus dem nachstgclcgencn
Wald herausgewischto und »zu den anderen gestossen;« der äussere
beschlussige Schlag sei zerhauen worden und samt dem Haspel
1) iiiweggeführt, »die Steine, darin der Schlag gegangen, zerschlagen.«
' Bumb. Mi;, F. }B. — 1 Mglb. E. jj I, 141- — 1 Chron.I, 6. Sept. i(t>>.-
' Rb. 140a. - I ChlPD. Uli ib; I. - ' .Das Huniuer Geleit ging früher bis
' ■■ ■ V ,1 ■ l<- .' II '.. i ■ i: I IV'.:! ic Ii .. M V[
198. - » Ch™. I, i6o ( .
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Am I.März ifo) wurde tili neuer Schlag gcseizt." Audi 1648
rar- Der Riss von 1
B |] UDB . D . ucr Landwehr vor I
Förstergirtchens voi
■ des Schlages, .1111 FörsteTgäitchen
1 Nach Mgll'. A, jfi. I k-i ScFiiin":', ISnmSielnwrbtrg, »9. - 'ibid. — > .Mglb.
H. 57, I, iji — " Riss JungitBim. - iCbran.l, 160;. - • M. 1, j. — 1 Riedl. —
' Clin«. III», ifi(. - ' M. [, Ii. - "> M. 1, 1. - 11 Jungniinn.
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— n
Wappen davon abgenommen, der Stock in Stückt gesaut und letztere
klein gehauen. o 1
l£in Geicitstein bei Rieden ist nicht bekannt.
weil die Landwehr Müd l'ulglicli .»ich die Pforte mit dessen Krlaubnis
angelegt »nd erbaut wurde.» Dazu die Anmerkung: »In einer
Handschrift von 14.10 [die über Battonn nicht genauer bezeichnet] wird
der Wenzelport bey Riedern gedacht.«
Die Existenz einer Wen/elpforte liiedern kann nicln bezweifelt
werden. Doch hicss sie gewiss nicht nach dem Kaiser, sondern
nach einem ihrer Hüter. Dies kommt öfter vor; man denke an den
»Kudregsschlagu' und die »Quiritisjifone« in Sacl Isen hausen. 1 !.\$2 er-
hielt ein in der Landwehr angestellter Wentel die Weisung, die Nacht-
wache auf der Warte einzustellen. Dieser rouss also Wartmaun
und Schlaghüter oder »ruinener« gewesen sein. Iis kann demnach
von der Landwehr und Warte zu liiedem die Rede. Welcher Schlag
war aber nun die Wcnzelpforte? Der hintere kommt nicht in Betracht,
im äusseren gab es keine Mauer mit Schiesslüchern. So bleibt nur
der innere übrig, hei welchem die Schnappe mit ihren Schiess-
5 Charten stand.
Hierbei möchte ich die Vermutung aussprechen, dass die S. 74
berührte Verlegung der Hanauer Strasse in ihren jetzigen Zug erst
nach und gerade infulgc der \\Tcini,L.:iuig der i löfe I und II, also nach
dem Februar 14SS stattgefunden haben dürfte. Vnr diesem Zeit-
punkt hätten wir uns also den iiniiru H-cJerschia;: /wischen Jen
Höfen I und II stehend zu denken.
Seit 141 5 kommt auch ein Hüttchen zu Riedern vor. Das
Bumeislerbuch von diesem Jahre erwähnt es öfters ohne Angabe
■ Hirb., LÜ. D No. 17V,, 4- - " I. »S«. - ' S. 41. - * Sie wird unten
iu besprechen win.
C Die Wenzelpforte.
:dem sagt Baitonn: 1
:n Eingang der Land-
Kaiser Wenzel her,
D. Das Hüttchen.
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fcnstcra gemacht in das »Häusgen beim Riedern Schlag.»' 1440
beschloß man, »dem am Rieder slage ein stclcliin bnwen»,» und
t-147 wurden »die frunde an RieJer geschickt >jczl; buchen
utnb das huschena.* Es handelt sich also um ein Uüttchen mii
Thür und Glasfenster bei einem der liieder Schlage. Solche ScbutZ-
hüitchcn für den SehkghOter fanden wir bei der Galgenwarte, der
Uoclicnheinier Warte und dem Kschershcimer Schlage. Auch bei
der jetzigen Sachsenhäuser Warte befand sich ein solches. ' Oh das
Hünchen zu Riedem beim innern oder beim äussern Schlage stand,
ist nicht zu erkennen. Auf keiner Darstellung kommt es vor. Viel-
leicht war es keine ständige Hinrichtung.
Am Graben hinter Ricdern. südlich der Riederbrücke ist
ein gewöhnlicher lirehschlag durch Darsiel hingen bezeugt Tür [678,'
i 7 [2'und 1751.' Wahrscheinlich bestand er aber schon seit Errichtung
der Landwehr und vielleicht sogar seit der ersten Einhegung des
Rieder Hofbczirks. Der Schlag dürfte den Hofbesitzern, also später
dem Hospital gebort haben, da ich in den stadtischen Urkunden
keine Nachricht über ihn gefunden habe.
Den äussern, innern und hintern Riederschlag zugleich sehen
wir auf den Rissen Ried. 1, 1712 und Ried. 7, 1714 Explicatio.
2. Eschenheimer Pfad (60); ein Steg ist vorauszusetzen.
Nachrichten fehlen. Jetzt dort eine gewölbte Steinbrücke.
3. Nebenweg der Hanauer Strasse (43a + 43b): Steg,
dargestellt 1575." Er fehlt auf den meisten Hissen. Erwähnt linde
ich ihn nirgends. Hat vielleicht nicht immer hcs-.mdcti. War er
t;;8 bekannt ist.'" Vielleicht hob die Tiefer legung des Grabens
:h die Erdanschüttung den Weg vom Osteck der Landwehr vor
fern bis zum Steg, sowie diesen zeitweilig auf und lenkte den
' ibid. t : . 51b. - I S. unten. - « M. 1. ia. - 7 Ried. 1. — ■ Ried. 2. -
I M. I, j. - " Di= Fehlen ml Riss v. tjao [14») Mglb. Ii. i; I, S 72, bewein
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(4)a + 43t). Der Riss von 1575' scheint diesen Zustand d.ir zustellen.
Später muss der Sieg wieder bestanden haben. Denn ein Riss von
1774' bezeichnet an der einsprechenden Stelle den »Orth wo ehe-
dem« - d. h. doch wohl seit nicht allzilanger Zeil vor 1774 -
-ein Steg über die Landwehr ging.«
Von t 7 8; bis 1785 bestand wegen dieses Sieges eitle Comro- C
verse mit Hanau.' Dieses hatte am 17. October 1783 Beibehaltung 1
.1e. Hei'ii'geisipl.H^ u:iJ Leget;;! eines Sie^e-, iiiier die Jor;j::u Land-
wehr verlangt, worauf Frankfurt erklärte, ein Pfad unter [d. h.
südlich von] dem Hof Riedern nach Fechenheim sei zwar herge-
bracht, aber erstens sei er nur für Fechenheimer, die in Frankfurt,
und Frankfurter, die in Fechenheim zu thun haben, zugestanden
und zweitens gehe er über den Hohen Steg. Am Geistpfad sei
ein Steg weder im Archiv verzeichnet, noch den ältesten Leuten
erinnerlich.* Der Hanauer Riss habe ihn dort einseitig gezeichnet.
Ein Steg sei aber dort auch nutzlos, da bei trockenem Wetter die
Landwehr passierbar sei, bei nassem aber auch die Felder unter
Wasser stünden. ' Im letzteren Falle müsse man über die Land-
wehrhöhe [d. h. den Auswurf des Grabens] bis zum Hohen Steg
gehen, wie der Augenschein darlege. Die Fechenheimer hätten
mehrere Fusspfade zur ün S ebfjhr gemacht« Nur einer sei zu dulden
und dieser sei zu fixieren,
Hiermit erklärte sich Hanau am 2. December 1784 einverstanden,
verlangte aber, dass da, wo det zu frierende Wer; über die Land-
Mehr ginge, ein »Steg« oder »anderweitige lirhöhimg« hergestellt
würde, worauf dann Frankfurt am II. December sich verpflichtete,
da, wo der Heiüggeistpfad »anfelosst«, den Durchgang durch die
Landwehr in passenden Stand zu setzen, jedoch unter Verbietung
aller Nebenwege.
Im Vertrag vom 1. Augus: 17S5' endlich wurde bestimmt,
dass Frankfurt den Durchgang so einzurichten habe, dass er auch
bei nassem Wetter gangbar sei, wogegen Fechenheim keinen andern
Fussweg über das Rhederfeld machen darf. Ein Riss vom September
1 M. I, J, — ' Ried. 7. - 1 Mglb. A. 60, IV u. V. - < Demnach wäre
er. wenn min Hm Su J.ilire niriiekT«!inci, ^■-il.'-tcri' lnl.l iucIi 17UO in Abging
fttonimen. — 1 Dir Gegend haben wir S. gl ih tiefliegend gekennzeichnet. —
' Natürlich ist nur gemeint sudlich von den llölcn. — ' Der Vertrag, der die
Abschaffung der rfclil-ni .Unionen l.ji.ilu-ehr be-.liinuit, unveil sie Hanauer Gebiet
berührt, bdriHt nitlit .lie liieJerleldl.ni.kvelir. J.i u.i.h .lem.ell'en Vertrag das äussere
HiiJtiliükT Gc!.u;di; eri,l:.'u!iip 7:1 !-":.ir]kiurl kim.
1785' zeigt denn auch, ebenso wie einer von 1799,' den Heilig-
geistpfad übet die noch nicht aufgehobene Landwehr geführt. So
blieb es bis in die neueste Zeit.
5. Leinpfad (4;). Der dortige Steg heissi » Fechenheimer
Sieg« 1517,1 »der lange Steg« 1540* 1677;' gewöhnlich aber »der hohe
Sieg«.' Da der Leinpfad für die Schiffahrt unentbehrlich war, so
Durch Signatur dargestellt rinden wir ihn häufig, genauer 1798' und
1799." Wie der Steg vor [558 beschaffen wir, ist unbekannt. Spater
ruhte er auf vier sehr hohen Steinpfeilern. Vielleicht war sein öst-
lichster Teil aufhebbar. Die ganze Anlage, die gewiss sehr stattlich
aussah, muss der alten Brücke auf der Ode ähnlich gewesen sein, nur
ohne Dach wegen der Lein reuter. Die vier Pfeiler sind noch erhalten,
obwohl bis obenhin mit Erde angeschüttet. Von der Aft. wie die
Lmgbalken auf ihnen befestigt waren, ist nichts mehr wahrzunehmen
Die Unterhaltung des Stegs lag natürlich der Stadt ob.*
Nördlich vom hohen Steg ha: der Riss von \;r, auf ,eder
Habenseite je einen grossen Stein. Diese sind wohl als »hohe Mark-
steine* auf Bezeichnung der I unkfurtci und Hanauer Hoheit auf-
fassen. S,e stehen bcide.seits einbogen, da, wie wir sahen, vor
.785 nach lumauischet Auffassung die Grenze in de. Mittellinie des
l.andwehtgrabens lief. Der Riss von t i7S ist von Hanau aus an-
gefertigt.
— ' RieJ.9. — > Wtgesteiaung 1. 1(17. —
i.B. Ried. 5 U.7, M. II, 17a v. 1798 u.s.w. -
1. - ' RitJ. 7, Eiplicalio.
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Drilles Kapitel.
Die Ginnheimer Landwehr.
Die Ginnheimer l
s von der Grafschaft
»Item ipsa die Sev
Spätestens 1421 war ihre Verdoppelung vollende:.' Als fast reine
Crcnzlandwehr umzieht sie die Ginnheimer Gemarkung von Siein
156 sn der Bockenheimer Landwehr bis zur Nidda und schliesst sie
gegen Bockenheim, Hausen und Praunheim ab. Offenbar sollte sie
Ginnheim und die Östlicheren Hanauer Dörfer, sowie die Nordost-
seite des Frankfurter Gebiets Regen Angriffe der oÜberhöhischeno
schütz«, wenn diese die Nidda bei Nied, Rödelheim, Hausen und
besonders bei Praunheim überschritten hatten. Für Frankfurt, das
im Norden und Osten schon seine eigene Landwehr hatte, besass
Anlage sind: »lantwer zusehen dem Knoblanchshofe und der Nyde
gein Gynheim« 1407; 1 »lantwer zusehen dem Knobelauchshofc an Byß
in die Nyde, vor Ginheim ußhin« 1442;' beide Angaben bezeichnen
Jen zweifellos feststehenden Anfang der Landwehr auffallend un-
geschickt; »Gynheimcr lantwer» 143?, 1 1.(34. *
' Hb. 1406, F. 40b. - ' Mi. 1411. F. )9 b. - 1 Ibid. 1407. F. -
1 Ibid. 1421, Sab. 1. Sim. et JuJ. — ' Ügmb, 143 ), 1'. 7b. — ' Ibid. 1441.
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- * -
Der von Frankfurt unterhaltene Teil heisst: »der .steile lantwef
nydewendig des Eschersh|eimer] Steges an gein t;mlieiin[er| hole/
wert [=wärts] die margbach abehienc 14(16'; »l.u-.twer by G;:ilu-::i::i
1409," 1427,' 1430;* »lantwcr zu Ginhcimit I4JO, 1 1476/ »ginheimer
lantwer» 1405,' 1410,1 1446,' 1677;'° »nuwe lantwer by Ginheim«
1408", da sie erst 1406 errichtet worden war; »nuwe lantwer 1415;"
■Laotwcbl uff der Marbach« i S9 j;" «die lanrwchr w . . . neben
der Marpach gein Cinhcim zußelit r;il rdie Martpach« ijug -1
Für den Hanauer Anteil kenne ich keine tun* BeieicbnunR.
Nach Erlöschen det foriitj kalorischen Bedcjtung der Landwehr
wurde au unbekanmer Zeit das Gelinde des \ — ... Ante.ls
zwischen Frankfurt und Hanau aufgeteilt. Das FrauUfqrt lufellend«
östliche Stück hiess fortan »die Frankfurter Marbach» 1729 ' oder
kurz »die Marbach. n So 178)" und in anderer Schreibung : «die
Markbacho 1773.'» trst im Verttag mit Hanau 178; ver>
zichiete Frankfurt auf alle Ansprüche an od.t alte Landwehr, o-.t
Mack- oder Mar. Bach gerannt-'.
II. Verlauf.
Bevor wir den Verlauf der Landwehr siMÜdcn:, int t::i Hlkk
auf Gelände und Grenzen erforderlich.
Gdände. Die Marbach fioss von ihrer Quelle auf dem Knoblauchshof
bis Stein 163 nahe an der Eschenheimer Strasse (17) und dann
wieder von Stein 6 der Grenze Ginnheim-Boclienheim bis au ihrem
Eintritt in die Niddaebene ursprünglich in der gleichen Richtung wie
heute. Dagegen muss sie zwischen Siein ilij und 6 früher in gerader
Richtung, etwa bei Stein 134 vorbei, geflossen sein. Darauf weist
eine Senkung zwischen 163 und tJ4 und die Richtung der Acker-
grenzen zwischen IJ4 und 6. Durch die Anlage der »Landwehr
um die Stadt« wurde die Marbach östlich der Eschenheimer Strasse
rektifiziert und dann parallel der Strasse nach Norden geleitet, sodass
sie nun westlich der Strasse als Landwehrgraben beirmhii i h.;
' Rb, 1406, F. 40b. — * ibid. 1408, F. 4jb. (17. Apr. 1409). — 1 ibid. 1417,
F. (6b u, ( a. — * Bgmb. i4io, F.Sjb. - 1 Rb. 1410, F.45b. — ' Cbraa. Ilh, 164.
— 1 Rb. 1409, F. 59. - ' ibid. 1410, F,4jb. - ' Bgmb. 1446, F. IS. — "> Urabg.
van 1677. — " Rb. 1408, F. jo. — " Bumb. 141), F, 5. — 'I Rb, [59; bei
YkL. IWiJir. JJ, i:b. — '< Schreiben Hanaus an den Rat vom ). Juni II2I in
Fast. »Luufw. u. Wirten.. — » Erklärung des Rais vom I). Dtc. IJOä. —
•' Uglb. A, 91 7. - 1 Schreiben Hunoeshagens , Marb. Ken- B- No. 8). -
'i Unibg von .62. - '» U B lb. A, ,1 Z.
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— 99 —
nördlich lief. Vorn Eck bei 15; an wird sie wieder in den alten
Lauf eingelenkt haben. In der Niddacbenc flicsst die Marbach nach
Süden, heissi eine Strecke weit O e h sen g ra be n , dann wieder
Marbach , nimmt bei der Bicgbriicke den Dimmgribfn auf und
geht als Laufgraben in die Nidda.
Hine zweite »Marbach« entspringt nördlich von Stein 8 der
Grenze Ginnheini-liuckenlieiin in Lina» sumpiigen, mit Bäumen be-
standenen Gelände und vereinigt sich mit der Hauptader etwas ober-
halb des Weges Hocken heim er Stras^e-Ginnheim (16).
In Ginnheim entspringt östlich der Kirche eine starke Quelle.
Ihr Ablluss, bald durch andere Quellen verstärkt, biegt unter dem
Namen »der Woog« nach Westen und Süden aus und vereinigt
sich schliesslich mit der Marbach.
iLtwa halbwegs zwischen Ginnlieim und Praunheim zieht von
der Nidda her, aber ohne mit ihr noch zusammen zu hangen, ein
wasserloses altes Flussbett nach Süden zum Woog.
Die erwähnten Wasscrläufe gaben der Ginnheimer Gemarkung Gcd»d.
natürliche Grenzen; im Süden die Marbach, im Westen das alte
rUüibat und der Woog bis dahin, wo er nicht mehr Wald und
Wiese trennt, sondern ganz in das Wiesengelände eintritt. Zwischen
Marbach und Woog aber bot sich ostlich vom Wege Ginnheim-
Hausen (64) der Hand des höheren Ackerlandes gegen die Ebene
als Scheidelinie, die auch von der Grenze benutzt worden ist, westlich
von demselben aber, wo Höhenunterschiede fehlen, scheint die einstige
Ausdehnung des Waldes die Grenze bestimmt zu haben. Der Woog
und die Strecke Woog-Marbach können immer nur Liniengrenzen
gewesen sein. Das M.irl'aduh'LUier) aber und das alte Flussbett waren
zur Zeit der Landwehranlagc wahrscheinlich noch nach alter An
Streifengrenzen, d. h. Landstreifen, die je zwei Gemarkungeil
s-chik-ikn, ;';« von b tili tu L'^neinschaftlich genutzt wurden. Völlige
Aufteilung der Streifen scheint erst nach Anlage der Landwehr statt-
i'L-:pn\licinlin ':|-itcre:i Grcii/.itcuimetii Ginrinciiiis .uTgen Bockcn-
Indem wir nun untersuchen, in welcher Weise die Landwehr r.oaäw.hr-
sich an die gegebenen X.iuiruraizui .t tt, c 1 1 ! 0 werden wir die er- ™Uuf.
wähnten Steinungen öfters als willkommene Orlen tierungslinieu be-
nutzen. Von Darstellungen kommen in erster Linie die Kataster-
lf anen von Frankfurt und den Ortschaften aus der Mitte des XIX. Jahr-
hunderts in Betracht.
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Vom Anfang bis zum Wege Ginnheim-Hausen (64) ist eine
zusammenhangende IToppe] I:iul[ wülir nac Ii zuweisen. Sie zieht zuerst,
das »Ginnheilria R-ldclten" ' einschliessend, nach Norden zum Diebs-
weg; dann an dessen Südrand bis zu seinem Obergang über die
Marbach ; dann diese hinab bis zur Ebene und endlich in flachem
Sogen zum Wege Ginnheim-Hausen. Östlich vom Wege Bocken-
heims Sira.sse-Giimhciin ( ;''0 i ^.t das ]..nuKvi:lir,«i'iil als snlchus weder
auf Karlen, noch im Gelinde erhalten. Doch lassen siel: die beiden
Graben verfolgen. Der innere verrät zwischen Bockenheimer Land-
wehr und Diebsweg seinen Westrand in der Ackergrenze, die auf der
Kaiasicrkarie von Stein 156 über einen anderen Stein zu Stein ; zieht;'
von Stein ]— 6 wird er jetzt durch den nördlichen Weggraben des
Diebswegs, von 6— S durch einen Fusspfld ersetzt; von 8— Ii ist er
zwar verschwunden, aber von 1 1 bis zum Wege Bockenheimer Strasse-
Ginnheim mit nach Westen zunehmender Deutlichkeit zu erkennen.
Etwa 12 R. östlich vom genannten Wege mündet in ihn die erwähnte
andere Marbach. Der äussere Graben ist, in reduzierter Gestalt, ganz
erhalten. Nur zwischen Stein 4 und 6 ist er etwas nach Norden
verdrückt, um dem hier auf die Landwehr verlegten Diebsweg' als
südlicher Weggraben zu dienen. Westlich vom Wege Bockenheimer
Strasse-Gimihcim ist das Landwehrareal auf den Katasterk arten mit
der Bezeichnung »die Landwehr« erhalten, und zwar, wie meine
Nadirne-HiL^cn i'ri;.ik'ii, bis /imi VVV^e lin, keiiheim-Giniilieim (].;)
gar nicht, von da bis zur Ebene ein wenig auf der Innenseite, von
da bis zun: Wege Ginnheim-Hausen (£4) auf beiden Rindern ge-
schmälert. Auch im Gelände sieht man es noch liegen, doch ist es
zwischen dem \\'e.j;e iicickcrJieim- Ginnheim und der Niddaebene bis auf
den inneren Graben vom Bockenheimer Friedhof eingenommen und
kurz vor seinem Ende auf etwa tfi R. von der Main -Weserbahn unter-
brochen. Der innere Graben ist bis JS R- westlich vom Wege
liockenheimer Strasse-Ginnheim verschwunden, weiterhin entspricht
ihm die Marbach bis zur Ebene, der äussere ist nur bis 55 R. west-
lich von genanntem Wtjt erhallen. Zwischen Marbach und Weg
Vom Wege Ginnheim-Hausen (64) bis 27 R. vom Woog am
allen Flassbctl hinauf fehlt die Doppellandwehr. Hier wird die Ab-
' S. S. j. — 1 Jetii Jon ein Pfad In der Ginnerei. — I Schon 1727 hatte
>i;lt Ja Dldiiivtj! .Its Jültflftn-ifuiis ilffl UiiiKvi-lir 1'tiu.itlilisl. inner SJileiNjii>;
des inneren Grabens. L'filb. A, i;: Z.
üi j tzod by Gl
Sperrung erst durch den südlichen Hq^u^u des Gtmibcimer Waldes,
darin durch den Woog, endlich durch die sudlichste Strecke des alten
l'inssk-ues bewirkt.
Vom Ende der letztgenannte Strecke bis zum Wtfic Ginnheim-
Praunheim (65) erscheint wieder eine Doppel land wehr. Der auf den
Kirten und im Gelände vorhandene als »Landwehr« bezeichnete Streiten
enthalt aber nicht das unverkürzte Areal, vielmehr ist beim äusseren
Guben bis Stein 10 |tden r alls die Berme, von da bis zum Wette
Ginn heim -Praunheim vielleicht die ganze Hälfte bis zur Mitte der
G.'itaisuiilc '11 Praunheim ceste;nt, der innere Graben aber ganz zu
den Äckern gezogen.
Vom G" 'iliiin: l'u..:iheim zur Nidda ist als Fortsetzung
des bisherig«) äusseren Grabens noch heute ein Graben eihalien, von
einem innereo ze.gen Karten und Gelinde keine Spuren.
Zu diesem l-andw ehrverlauf verhalten sieh die spateren Grenz- Di* Cum-
«einungen m folgender We.se; ...Ip*,,«,.
Uie Clenze C.innbeim Bockenheim von 1756/ welche das Ginn-
heitner Feldchcn schon zu Bockenheim zieht, erreicht die Landwehr
mit ihrem dritten Stein, Sie zieht von iht zu Ginnheim: von Stein
J— Zj'/t und 3} 1 /* alles bis auf den äusseren Graben; dann, diesen
überspringend, von 2j'/t— 27 alles; dann zurückspringend von 28—30
die Berme des inneren Gratens, bei 30 1 /« diesen selbst; dann wieder
hinüberspringend von jo'/i— 31 alles bis auf den äusseren Graben.
Bei 3 i entfernt sie sich in unreg citri ässiger Linie von der Landwehr,
deren Ende sie aber am Wege Ginnheim -Hausen mit Stein wieder
erreicht, steint zwischen 39. und 40 den vorspringenden. Zipfel' zu
Bockenheim und zieht südlich neben dem I leggrabeit zum Drcmurker.
Auch die Hausener und die Praunheimer Grenzsteinung ziehen den
Hcggrabcn, bzw. den Woog zu Ginnheim. Zu Praunheim jedoch ist
itcsttiiu : der GraK-r. zwischen Wims; und DojipdLmilwchr, sicher
wenigstens in seinem nördlichen Teil, von der Doppellandwehr die
Bernte und zuletzt die Hälfte des äusseren Grabens und vom Graben
zwischen Weg Ginnheim-Praunheim und Nidda die Hälfte.
Es erübrigt noch, die Ausdehnung des Frankfurter und des Hanauer Lnnäwehr-
Landwehran teils sowie der »Frankfurter Marbach« festzustellen. midi»
Der Frankfurter Anteil wird 1406' auf 500 R. angegeben. Frankfurt«
Der damals gezahlte Betrag von 55 f, 11 S, 1 h ist genau der Preis Anteil.
■ Van einer ältere L-,. -klchlj jiuiJl-:; S:e;i:i:n..- «,-l:tir.e:i J : .i- .illcn, irobczeicllnelctl
Stent mischen Stein ti und i) herzurühren. — ■ S.S. 106, 1. — ) Hb. 1406, F. 40b.
für ;oo R., die Rute zu 20 h, den ß zu 9 h gerechnet. Messen wir
500 R. von Stein 156 nach Westen ab, so kommen wir gerade zur
Niddaebene. Nun heissi es aber 1421;' oltem LXXXX lb XVII G
han wir gegebin zu der lamwere zusehen dem Klobelauchs hofe 111
biß in die nyde vor ginlieini ußhin als die nu zwyfeldig ist gemacht
und geburten uns des zu unßem antzal XI' [= 1100] rüden
LXXXXV rüden zu graben zu Uli ß hll y {= je] die rüden, so
quam datz ander geh umb XVIII' j= 1800] wellen von wyden
darin zu legin, so gruben die 1011 Bomheiraer berg datz uberige».'
Die Frankfurter gruben also von den 1100 R., zu deren Her-
stellung sie verpflichtet waren, damals 95 R. Da nun die Ghmhcimer
Landwehr damals schon doppelt war, -» lütte der 1'r.ttiLfuner Anteil
nicht 500, sondern ;;o R. betragen. Er hätte dann bis zu einem
Punkte zwischen Marbach und Wtg C!iivihci:)i- 1 Luisen (65) gereicht,
der zu einem Abschnitt gar keinen Anhalt bietet. Auch müsstc dann
zwischen 1406 und 1421 eine Abänderung der ursprünglichen Ver-
teilung stattgefunden haben. Beides ist unwahrscheinlich. Unmöglich
ist es dagegen nicht, dass im Eintrag von [421 irrtümlich 1 roo Ii.
für 1000 R. geschrieben ist. Ich halte daher an den 500 R, fest.
Der Hanauer Anteil betrüg: auf den Karten gemessen:
Von der Marbach zum Wege Ginnheim-
Praunheim bei Stein 39 83V1 R.
Von Stein 59 um die Spitze zu Stein 40 53 R.
Von 40 zum Woog 60 R.
Arn Woog jio R.
Graben vom Woog zur Doppellandwehr 27 R.
Doppcllandwehr 129 R,
Weg Ginnheim-Praunheim 2V1 R.
Vom Wege zur Nidda 12V. R,
Zusammen ... 688 R.
Nur Hanau hatte 1406 zu bauen' . . . 600 R.
Also bedurften keiner Bearbeitung ... 88 R,
■ Rb. 1411, F. 59b.
■ Gesamtausgaben 90 ff 17 1 oh.
Gnbungtkogten für 95 R. tu 4.9 = $b b 19 S 0 1 0 h.
Also Kosten für Anliluf und Sellen von iBuo Weiden well en 71 ff 17 I 0 h.
und Kasten Tür Antauf und SeKen einer Welle ca. 7'ft Ii.
' Rb. r«o. F. 40b.
- inj -
Diese können nur am Woog gesucht weiden, für welchen sieh
demnach lolgendcs ergtebt:
Gesamtitrecke im Woog 310 R.
Davon unmittelbar verwendbar - - . . 88 K.
Also der Nachh.lfe bedürftig . . . " 2T2 R~
Die •Frankfurter Marbach* endlich iog nach einem
»Augenschein« des Ackergerichts von 1727' mm Anfang bis »über
den doppelten Ginnheimer Steg* im Wege Bocken heim er Strasse-
Ginobein) (.6)| in einem Punlre, der vom Eck am Diebsweg »mil
Schrirten gemessen zirka 159 Rutenu entfernt war. Dieser Punkt
lie ßl etwa 9 R. östlich von Stein 16. zeigt aber heute keine Spur
mehr von der einstigen Abgrenzung. — Dargestellt ist die Frank-
lurter Mirbach am besten auf dem erwähnten Augenschein von 1717;
offenbar viel zu kurz bei Hesler 1678.'
1. »Das Ginnheimer Feldchen«, s. 0. S. ].
2. »Im Diebsgrund«. Reicht westlich etwas über Stein 8
hinaus.
»In der Markbachu, von vorigem bis zum Ginnheimer
Steg, ein Wiescngründchen von den beiden Adern der Marbach durch-
4. »Der grosse Berge
5. »Das Reck» oder Im Rech«.
6. "Am Bockenheimer Weg«, auch »am Schlag«.
7. »Am eisernen Schlag" (s. Durchgänge).
8. "Die Mahräcker«.
9. »Auf der Schindkauto.
10. »Der Ginnheimer Hinterwald". Bestand noch z. T.
im ]8. Jahrhundert, 4 jetzt Feld.
11. »Die Furth wiesen , auch »Falzwicseu.
II. »Der Ginnheimer Vorderwald«. Am Woog noch
jetzt vorhanden.
' Fau, •AcJtergu.-Laodwehr«. — ' M. i ia. - I Die Namen dtr Feld-
und Wildente sind racisl den RavcnsTcinschin und den Kaustci Linen entnommen. —
• Undatierter Marburger Riss.
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- 104 -
13. «Im Pfaffenrath«.
14. "Auf der Nachtweidu, bei Siein 9.
15. »Die Pfingstweid«, südlich und nördlich v
Ginnheim-Praunheim (65) bis zur Nidda.
In Bockenheimer Gemarkung.
1. »Im Eck« bei Stein 4-6.
2, »Am Eckenheimer Steg« (s. 0 Durchgänge«).
;. »In den Simsten«, von Siein 7-8,
4. »Die Markbach«. Am 20. Januar 1629 verkaufte das Dor(
Bockenheim an Thomas von Delfft, Bürger von Frankfurt, und dessen
Frankfurt und Bockenheim und dessen l : rau »Ihr frey ei^emh'imb-
lichcs .1 1 : 1 1 l zi-hcini m:il 'i'ccdfivyes Guth, die Mahrbach genannt,
am Gienheimcr Weg und dem Fraiu hin.ei ] : i:ss]ilaj* angehend, Einer
seilen durch geh endts ein Angewandt und anderer selten neben der
Landwehr hinaufwarf [= nach Osten] gelegen, ungefchr 5 M. Landts
haltend«,' Offenbar handelt es sich 1639 und 1714 um das gleiche
Gut. Es wurde im Westen vom Wege Bockenheimer Sirassc-Ginn-
heim (16), im Norden von der Landwehr begrenzt; die Bezeichnung
der Südgreuze verstehe ich nicht. Nicht zu verwechseln mit diesem
Gute ist die am 2;. April 1330 von Kaiser Ludwig dem Jakob Knob-
lauch und seinen Erben verliehene iigemcinde die do hetret Marpach
und gelegen ist zwischen franckenfurter Velde und eckenheimer Velde«
also das Gelände des späteren Knoblauchshtifs,"
5. «Die drei Brunnen«, Jetzt noch eine tiefe, wasserreiche
Stelle bei Stein 21.
6. «Am eisernen Sc Ii lag" östlich ees Weges Bockcnheini-
Ginnheim (49); s. »Durchgänge",
7. »Der Madacker« westlich an dem Wege Bockenheini-
Ginnheim (49), jetzt vom Bockenheimer Friedhof bedeckt.
■ Kaufbrief djtkrl v.,.i Vilk-I in Fjk. »Adci^T.-Lanihvetir.ci — ■ Mit beiden
Bezeichnungen kann nnr Jl-i Vu- !i,.cnLi::-.-j::LT ^lr-i: ; •-Gir.uhcim (tG) gemeint
sein. — 1 Fase. «A^rgL'r.-l.aridwi'hrt. — * Böhmer 507, Die Noiir isi oben
S. 47 Atim. 4 nachzutragen.
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In Ginnheimer Gemarkung.
8. »Die Bocken heimer Wäldchen« zwischen Stein 31 und
39. Noch je-tzt Reste vorhanden.
9. »Am Ginnheimer Spiessu, zwischen Siein 39 und dem
Drei mark er.
In Hausener Gemarkung.
10. »Am Woogo.
... ..Die Hsnp! wiesen*.
12. »Am Ginnheimer Spiess«.
In Praunheimer Gemarkung.
13. »Die von Klethen Wiese«.
14. »Das Solms-Rödelheimer Wäldgen«. Jetzt ver-
schwunden.
ij. »Die Praunheim er Huthwcide«. Die Stücke 13, 14,
15, verzeichnet R. 66 von [770 und ein Marburger Riss von 178t,
IV. Beschaffenheit.
Eingrabige Zeit.
]. Vom Anfang Iiis zum \Vci;e Gimibcim-Hauscn (64) ist als der
ursprüngliche Graben der innere zu betrachten. Dies ist für die
Hauptstrecke von 6— ;o zu beweisen und deshalb auch für die Strecke
vca Anfang bi<.Ste;ri t « ;l.i)C:ic:tibcl A.;l ervertr nj*ul;;h, «« J:i
Undaehr de; Marbj.h folgt, wurde i;cwi>.s nulit ein besondere: Grauen
neben ihr angelegt, sondern die Marhjil- selbst zum 1 andwel.igiaben
eingerichtet. Dass dies nun der innere war. zeigt sich übel halb des
Weges Uockenhor.ier Stusse (•■r.rtlmx 'it), «o beide Gliben ei-
fi.i.:en ;,r.c, :c r.ccrs znnöen Sle:n 11 und 16 dadurch, dass dutt
der iejiere Graber. dem schart maiüenen Talrand Mgl. SO da 1 . 1 , cic
südliche Berme viel hoher ais die nöidliche lieg:, wogegen der Ju<.seie
(südliche) Graben in ein gleichmässig hohes Gelände eingeschnitten
ist. Unterhalb des genannten Weges aber Messt noch heute die
Marbach, wenigstens von Stein 2) an in der Linie des inneren Grabens.
Von 30—59 endlich widerspricht wenigstens nichts der Annahme,
das* der innere Graben der ältere sei.
Demnach wurde 1406 ein neiicr Graben angelegt zunächst vom
äusseren Graben der Bocken heimer Landwehr bei Stein i$6 zum
Diebsweg und südlich neben diesem zur Marbach. Dieser nahm das
Wasser der Marbach auf und beseitigte so deren bisherigen Lauf von
Stein 156-6. Sodann wurde die Mirbach selbst von Stein £— 30
zum Landwehrgrab« eingerichtet und endlich von Stein 30 zum
Wege Ginnhcim-Hauscn ein neuer Graben Bezogen, der sich viel-
leicht in die Ostseite eines ehemaligen Weges nach dem Ginnheimer
Walde anlehnte.
2. Zwischen Weg Ginn he im -Hausen (S^) und Wog finden sich
Spuren einer Sehutianlage nicht von Stein ;<) bis 40, wohl aber,
wenn wir annehmen, dass hier der Ginnheimer Wild sich in einem
Zipfel nach Süden erstreckt habe, auf den Rändern dieses Zipfels.
Zunächst zwischen Stein 39 und 38 ist keine Grabenspur, wohl aber
ein dichtes Gestrüpp vorhanden, von 38 aber um die Südspitze
herum bis 40 zieht noch jetzt ein mehr oder weniger gut erhaltener
Graben, von dessen einstiger Baumhecke auf der Innenseite zwischen
der Spitze und Stein 40 tili ansehnlicher Ke.s; stehen geblieben ist.
Der Graben von Stein 40 zum Woog ist erhalten, aber jetzt sehr
ganze Grabenanlage zuerst entstand, bleibt unentschieden.
3. Der Woog bestand ursprünglich aus einer Reihe teicharti {
Erweiterungen, die durch schmalere Strecken verbunden war.
Hrstere bilden noch heute tiele, sumpfige Tümpel. Die Ufer si
meist schlammig und schwer zugänglich. Wo der Woog am weites!
nach Westen vorspringt, ist er in zwei Arme gespalten, dazu ;
sumpfigem Gelände begleit
;r Erweiterung und Verl
irelTliclie*, gegen Rein
Praunheim (65) muss der ältere Graben der äussere (westliche ) sein,
weil dieser den unter 4 genannten Graben fortsetzt. Er musstc, viel-
leicht abgesehen von seinem südlichsten Teile, 1406 besonders aus-
gehoben werden.
6. Zwischen Weg Ginheim-Praunhcim und der Nidda gehört
der noch vorhandene Graben der ersten Anlage an, weil er mir dem
äusseren Ende der vorhergehenden Strecke korrespondiert.
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Einlach bhcb die Landwehr stets vom Wege Ginnheini Hausen
tis 27 R. nOidlkh vom Woof;, weil sie hier den Wald berührte. Am
Woog haue außerdem eine Verdoppelung die Sicherheil nicht er-
hobt. Verdoppele wurde du- Landwehr nur von Anfang bis zurr.
We«e Cinnr.eim-Hauseri, wo die Hauptmasse des Ginnlielmer Ac'.ei-
landes in der Nähe laß, und im l-lussiiilchen von 27 R. nördlich des
\Vool;s l'ls '.lim Wc»t Ginriheiin-l'raunheiin. Nördlich von diesem
Wege isi die VcrJomH-lung nitiit erwiesen.
1. Von Anfang bis Stein und 23'/» besteht der äussere
und 5 jeizt auf seinem SiiJrjnJe stehen, jenseits 23 Va ist er ver-
schwunden. Zwischen 30 und 39 scheint er den Phu/ eines früheren
Ik^leiv.ve^s' eingenommen 1.1: h.iben. Reste seiner Süsseren Bcrnie
finden sich noch auf zwei Stellen dieser Strecke.
3. Im alten Flußbett sind ebenfalls Spuren des /.weiten, hier
des innern, Grabens vorhanden, beMinders .im südlichen Ende, wo
auf 32 Ruten die zu den anliegenden Grundstücken gezogene Bernte
mit Baumen und Gestrüpp noch erhalten ist. Wegen des Abflusses
des Regenwassers muss dieser Graben am Südende der Doppelanlflge
in den äusseren Graben hinübergezogen sein.
Vom Anfang bis zur Niddaebene erhielten beide Gräben ihr
Wasser aus der Marbach. Heute fhesst diese bei Stern iS im äussern "
wieder der Graben von ] 1 R. südlich von Stein 38 bis zum Woog,
dagegen konnten die Gräben zwischen Woog und Nied, in Ermangelung
eines natürlichen Wasserlaufs nur trockene sein.
Der innere Graben w;r der breitete jedenfalls zwischen Stein 1 36
and Diebsweg, wo er 1751* alt der damals zugeworfene =g:ussc
Craber." bezeichnet wird, vrelieuh: auch bis Stein 30, wenn man die
aus den Resten zwischen ^tein 11 und 14 sich ergehenden Masse
verallgemeinern darf. Im alten Hessbett nach den Massen der sud-
lieh und nördlich anstossenden eingiabigen Strecken zu schliessen,
muss der äussert Graben der breitere gewesen sein.
, endlicl
und 39,
wieder
wo das
■ S. S. 10B. — » Riss zum Bericht des Ackerger, vom j. Mai 1751 in Fase.
•Ackers er.- Landwehr*.
Als Breite der ganzen Landwehr werden für die »Frankfurter
Marbach« 1717' 4 Ruten angegeben. Dies war, wie Nachmessunsen
auf den Karten bestätigen, das Normalmass für die beiden zwei-
grabigen Strecken. Aus Gründen des Geländes kommen jedoch
sii'liaiv.-ciM; .such grt'^sac lireiit-i vor, 7. Ii. zwisoiien Stein ij und
17, wo die Graben tiefer und daher breiter sein mussten. Für den
Mittelstreifen zwischen beiden Grüben beträft die Durchschnittsbreite
Vielleicht von Stein 30—59 der erwähnte Weg nach dem Giuti-
heimer Wald von der Verdoppelung.
Von Stein 4 — 7 der Diebsweg (48). — Führte von Stein 7 bis
zum Wege Bockenheims Strasse- Ginnheini (16) ein Pfad, wie jetzt,
auf dem Mittelstreifen der Landwehr? — Von Stein 4U zum Woog
der noch bestehende Fahrweg?
VI. Wegenetz.
Die einzige Veränderung im Wegenetz dürfte die vermutete
li^aii:;iiiig des Weges nach dem Ginnheimer Walde durch die Ver-
Jujipchiiij; der Streckt von Stein ;u— gewesen sein.
VII. Durebgflnfie.
1. Weg Bockenheim-Seckbach oder Diebsweg (48)
und Weg Leerbaehbiucke-Esehersheim (16a). Beide schneiden
die Landwehr an derselben Stelle.
Eingrabige Zeit.
Für gewöhnlich scheint nur ein Steg für Fuss^au^cr bestanden
zu haben und nur vorübergehend eine fahrbare Brücke gelegt
worden zu sein. So erhielt 1416 einer 20 h., oder das holtz fürte
an die [Ginnheinierl lantwer, darüber zu legen, die Bockenheimer
steine | liasalt] darüber zu füren gein lionsmese«.' [d. h. über Diebs-
weg und Hselierslieinier Strasse und dann entweder über Eschersheim
oder über Eckenlu'iu: - Prcun^-hcim nach Bonames.]
1 .'li^n^llL'irl lIl- AcUtl'.t. :r: 1_';;i[- r A <>2 7., — * Hamb. I4J5. 1 : - &t>.
Zweigrabige Zeil.
Für die allere Zeil nehme ich zwei Siege für Pussgänger an.
Wenn es, ähnlich wie 141;, auch 1439 heissi, man habe 6 II »keysern
geschenkt [dem Hütcr| am Esthers heimer Slage [= am Eisernen
Schlage] als er die brücke ciu Ginnheim ulT der lantgcwcrile [d. Ii.
auf der Ginnheimer Landwehr] halff machen und alle nacht abcliube
als man die stein gein Bonaniese fürte«,' so haben wir sicher an zwei
provisorische Brücken zu denken. Spater bestanden don zwei feste
Brücken, wie sie der »Abriss über die Marbach« von 1738 zeigt. Der
Durchgang heisst 1767 und 1777' Eckenheimer Steg und wird
von einem Marburger Kiss 1 summarisch mit einem Steg bezeichnet.
Heute ist der innere nördliche Graben verschwunden, der äussere
(südliche) hat eine Steinbrücke.
2. Weg Bockenheimer St r asse-GI nn hei m (16).
Eingrabige Zeit.
Ein Sieg ist anzunehmen.
Zweigrabige Zeit.
Der »doppelte Ginnheimer Stego wird erwähl» in dem
Augenschein vom 18. Juni 1727 und dargestellt auf dem zugehörigen
Riss. 4 Noch 1773 wurden »die zwei Stege am Ginnheimer
Fusspfad* in Tannenholz repariert. '• Jetzi ist der innere Graben fiber-
wölbt, den äusseren überdeckt eine ehemalige Grabplatte aus Sandstein.
Die »Stege über die Landwehr uff der Markbach«,
iu Jenen I59S' Holz geliefert wurde, können sich ebensogut auf
diesen Ubergang, wie auf den des Diebswegs beziehen.
3. Weg Bockenlieim-Ginnheini (49).
liingrabige Zeit.
Eahrbare Brücke und Schlag, beides aus Hol/ sind anzunehmen,
obgleich nicht bezeugt,
Zweigrabige Zeit.
Auch der äussere Graben zog wahrscheinlich durch und hatte
dann eine Brücke. Überliefert ist nichts. Der Schlag am inneren
(nördlichen) Graben war später ein eiserner Schlag und führte
diesen Namen, den die benachbarten l'eldorte bewahrt haben. Er
' Bumb. IJJ 9 , F. jb. - ' Angaben von. ja Nov. 1767 und. 16. Mai 1777
in Fj«. lAckerg«.- Landwehr«. - > Marb. D, llSa, Blatn. - - l-asc. .Ackers«.-
Unik-sti,. und Uglb. A. -)1 Aa. - > Auw^e Jus Crjbi-isitidstcrs Blodi in Uglb.
A. 51 _ * Rb. ij?] bei Fich. Hdsrhr. JJ. i7 b.
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Die gro
vic Dübellöchet
n Jen Wiesen,
raalige Richmn
bWe!
ordlichei
; des Archivs (1589) und entsprechende M:
e des XVII. Jahrhunderts geben im Wege Bockcnhcii
Cinnheim zwei SthlSge an.' Davon isl sonst nichts bekannt.
Bei dem Schlage stand auch ein Heiligenstock aus Basa
Sein Oberteil sieht jetzt bei der Linde östlich vor Ginnheim ;
Wegweiser, wo sich die Wege nach Bornheim und Eseherehei
. We
5. Weg Ginnhei
zog durch, denn ein Ma
baren, Steg. Schlag?
Viertes Kapitel.
Die Bornheimer Landwehr.
Die Dorfbefestigung.
Die Befestigung der nichttimmauu-ii 11 ( Ir.icii.iiceii uiimTit Gijl:._':iJ
bestund meist au-; einem (irjhcn, der jedenfalls am innem, wahr-
scheinlich meist auch am äussern Rande mit einem Zaun besetzt
war. Der Zaun war gewöhnlich eine lebende Hecke oder Baum-
heck c. Wo dies nicht angingig oder unzureichend war, half man
mit Holzvcrzaunung nach. Die ganze Anlage heisst oft Hain-
graben, der aussen um sie heramftlhrende Weg Haingisse. Den
1 Rh. 1611 bei Bali I, 142. — ' Angabe des Herrn Lehrers Ludwig :n
Hod.uiK-.,:!. - i Mark U ijSJ, BUl • u. :. — < = ',- 1 Mjrb. D i)Bj.
Bim
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stattlichen » He y n g rab en « von Praunheim zeigt z.B. ein Ris:
1770'. Kilianstädten ist noch jetzt auf der Nord- und Ostscite
Graten und innerer Hecke umgeben. In manchen Orte», z.
Dörnigheim Hanau erinnert noch heute die »1 1 ainyassei' ar
iVte., der einst um Jen Hains;raben zog.
befestigung, insbesondere der Grabet, später ganz vollendet wurde,
bleibt dahingestellt.
Der Verhüll von /an:! ii:id Graben, da wo sie vorhanden waren,
wurde jedenfalls durch die Lage der Dorfschla^e bestimmt. Von den
2wischcnsi.ccken lässt sich nur soviel sagen, dass nach der Geleits-
brte ein Staketzaim entsprechend dem Pfade zwischen Apfelbaum-
gewann und Friedhof gezogen zu sein scheint.
An vier Stellen führten Fahrwege aus den: Dorfe. Durchgang«
1. Geinhäuser Strasse (28) Nord. Die Gcleitskarte zeigt
hier einen Drehschlag, dessen Achse mitten in der Vorderhand
tiaei wc.'tlul; an: Wege stehenden, zicgclgcdcckicii Häuschens liegt.
Dies Häuschen ist noch vorhanden, es ist das Doppelhäuschen No. 341
und 3jj. In der nördlichen Haltte wohnt das alte Ehepaar Hafer.
Die trau gibt an, frühe, sei de. sudliche Teil des Ilauschens «Hirten-
haus», der nördliche .Schaf et haus« und der Garten nördlich vor
letzteren [der auf ehemaligem Landwehr areal liegtj sei »Schäferei*
gewesen Das Dach ist nach Anssage des Mannes beiden Häuschen
gemeinschaftlich,'
I. Wtp Bornheim-Kiedern (56). Schlag, genannt -das
Flüthörn, also e.n Scl.lagbaum. Em Grundstück »gelegen an dem
.j'.ldor» ermahnen d.e Grk.ir.ccn des l.icbiraucr.stifis * K.::h -etzt
don die »Faltthorgasse«.
3. Gelnbäuser Strasse(i8)S0d. -Der FrankfurtcrSchlaR..
Die Bezeichnung »zu Bornheini am Frankfurter Schlag« kommt
:<-| ; '■■;,:.> D;r Sc!dan';'a:mi :.ta:i.l :ialie dorn. Ab^.in.n der LinvuiLiasse
etwas nach ßornheim zu, wo jetzt an der SOdostseite der Strasse der
ch im i. Seft 1S99. — ' 11».»
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Neubau der Wirtschaft »zum alten Schlagbaum« stein (No. 248).
Eine Ansicht liei Wirtschaft tviiiii ScI'.isijhiuitüi , aber uhne Jen ci clius; -
baum ist in der gegenüber liegenden Wirtschaft (Kühl Wwe) seit
einiger Zeit auf der Wand gemalt.
4. Weidenbornstrasse (46). Am Westende des ältesten
Teiles des Dorfes, wo lünf alte Wege zusammen treffen, darf viel-
lacht ein Schliß vermutet werden. Bekannt ist nichts.
5. Auch ein busiwes führte aus Bornheim kurz vor der Schi.i^-
hütte nach dein Pfade, der ilnvt .111-seii .im Duif/aim cnii.m;; Ktcllt. Es
iiL-::-f.i lo:-. 1.1m S:ic_;ch rieb der hel.-.inv,tcn 1 v i 1 l r L c " 1 1 l : r . .j . die denEintritl
des Viehes ausschloss, während sie von Menschen überstiegen wurde.
Neue Hornheimer Landwehr heisst die Binnenlandwehr, die vom
Eck der Diebesgrund- und Zwerch band wehr JUOl Ostende des Dorfes
Bornheim zieht. Eingeschlossen wird von ihr der grossere Teil des
l ; r:tjbiTj!ei leide-, im enteren Sinne :iiul der Hon:lie : .ii',ci- Termiiiev.
.iiisgesililossen der nördlichste Teil de- ]':ie Jber;;e: leides (der Diebs-
grnnd) und in Bornheimcr Termine? das Wartfcld und das StafFel-
fdd. Namen sind; »die nuwe usserste Undgewere usserhalh Boro-
heim« 1476;' »die nuwe Bornheimet lantwcm 1477,* '479;' "die
nuwe lantwem (oder olantgcwer.) 1476, 1 1477,' 1478,' 1774; 7 »Land-
wehr zu Bornhcinm [476;* ulantiver geill Bornheim« 1480;' »die
Bornheimcr lantwcrn i.(7Ü.'°
Dass der An t jii p u 11 !; t der Landwehr das heb der Dicbsgrund-
und Zwerchlaiulwehr war, fuli;! schon .ms den örtlichen Verhältnisse]'..
Dazu wird es noch deutlich ausgesprochen in der Nachricht von
Die Lantlwehr.
I. Begriff.
IL Verlauf.
1477:" SO Ul
gein dem
Knoblauchsh.
Anschauung,
»han wir
chs he
nufl. e
ißgebt
ven landgowcre
tnd später die
ibi
in hi
Ti
Ei
ig der Eschers-
Bgnib. 1.176, F. ij.
heimer Strasse beginne. Ein Hanauischer Riss von 1774" seilt die
Bezeichnung »Neue Landwehr« schon mischen Eschenheimer Strasse
und Knoblauchs hol" und Baitonn gibt :iri tiner Stelle an, die Land-
wehr sei nuni den Kmol.uich.h ot« genügen und an einer anderen,
sie sei »dich; hinter uVm Knnbhuclishof herum« angelegt worden."
Veranlassung zu diesem Irrtum kann der Umstand gewesen sein,
dass man in spaterer Zeit vom Eisernen Schlag aus die Begehung
und Einteilung der Grenze einerseits nach dem Ober-, andererseits
nach dem Untermain zu vorzunehmen pfleg«-, ' vielleicht auch der
andere, dass die Verdoppelnnjj der Diebsgrundlandwchr mäglicher-
wtise gleichzeitig mit der Anlage oder einer Reparatur der Neuen
litirnliL'imer Landwehr erfolgte.*
Die Landwehr zog zuerst am Westrande der Eckenheimer
Strasse («) 55 R. ™ch Norden, zum höchsten Punkte der Strasse,
dann ziemlich geradlinig nach Osten über die Bornheimer Grenze
zum höchsten Punkte des Eulenberfis, wo jetzt die Warte steht, dann
Vilbeler Strasse (27) untf des Weges Born he im- Preungesheim (55),
dann zum Wege Bentheim-Seckbach (5?) und endlich am Westrande
dieses Weges /um Dorfe, Per Ausschluss des nördlichsten Teiles des
Ftiedberger Feldes kann keinen fortifikatorischen Grund gehabt luhc-ti,
wie die gleiche Erscheinung bei der Diebsgrundlandwchr. '
Die Strecke Bornheimer Grenze-Warte ist bestimmt durch die
Absicht, für die Watte den höchsten Punkt zu gewinnen. Von der
Kreuzung des Weges Bornhcim-Preungesheim mit der Vilbeler Strafe
bis zum Wege Bombeim- Seckbach (J9) bot sich eine natürliche Boden-
senkung dar, die sich jen-.eits Je?, genannten Weges als "die Sulz» bis
zum Bruch fortsetzt. Zudem war die Nordgrenzc der Btiruluimei
Terminey wegen ihrer grossen L'nreijeimassigkeit ab Anhalt für die
Landwehr unbenutzbar. Der Ausschluss des Kothsbergs, auf dem
die Gcrichtssüttu Jl-s >.]!■: ■inheim er Beiges« lag, konnte damit zu-
sammen hängen, dass 1476 der Rat vielleicht nach nicht für alle
Teile der Bornheimer Termine v uli voriger Verständigung mit Hanau
gelangt war.'
- ii 4 -
Doch dürften auf alter gemeinsamer Nutzung beruhende
ll.ir-;v.ii : .i:kc Ansprüche vurL'cksai habere, die ül-ristus auch die
Führung der Dtebsgruridhndwebr beeinflusst hüben können.
Die Festlegung des Landwehrverlaufs im Gelände macht gar
keine Schwierigkeiten vom Anfang bis zur Warte, da für diese Strecke
genaue Risse vorliegen. Auch die Strecke an. Seckbacher Weg unter-
liegt keinem Zweifel. Dort sind sogar noch Steine erhalten. Für
litis /Iwisd teiisi i'ick haben wir mn eine uns- Gusanitd.-.rsteKiiT'.^
von 1772.' Hier gilt es, die Spuren der meist völlig verschwundenen
Landwehr im Gelände zu suchen. Da können wir nun die innere
Landwehrgrerwe bestimmen durch die Nordmauer der Warte, den
zehntfreien Acker und den Feldweg von diesem zum Wege Bornheim-
Prcungcsheim (55). Jenseits des letzteren verUsst uns zunächst jede
Spur. Wenn wir aber den Feldon »im Boden« (Gewann 7) in genau
Midüstlkhcr Richtung durchqueren, so treffen wir auf den Anfang
eines (iiniKiis, der genau in der Mitte der oben erw.llmien Senkung
bis zum Wege Bornheim-Seckbach zieln miil nicrits :i:deres sein kann,
als der Nachfolger des Landwehrgrabens.
Die Hoheitsgrenze von 178; begleitet den äusseren Rand der
l.jnd'.vdir vor. Anditit: bis ■/:.: dem iiitercsianien, noch von 1769 her-
l iihri-nJer, Dr dm.'ii her No. 192, worauf sie sich von der Landwehr
ab nach Norden wendet.
III. Umgehung.
Innen.
Im Weidenbornfeld:
1. Der Eulenberg.
Im Nussbatimfeld:
2. Der Wartgarten.'
;. Der zehentfreie Acker. 1
4. Hinter den Röthen.
5. Im Boden, eine Senkung.
6. Im Sültzcn Ahlen', ein Lck am Wege Rnrnheiiti-Scck-
bach (56).
Aussen.
Im Nussbaumfcld:
T. »Der [>ur War;e] zugehörige Garten an der Landgewehr*.
Flurbuch.
2. Am Wildstock.'
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). Der Schmerbacher Acker, die Landwehr niclil unmittel-
bar berührend.
4. Der Atzelsberg. Seine Höhe hegt in Seckbacher Termine?,
sein Abhang im StafTelfeld.
5. Im Ulmenclauer.
6. Eine nWiistungn, eine »Spitze ausser der Landgewehru
zwischen den Steinen 257 und 258.'
IV. BcscJwffeQhdl
Die Bre.te dieser stets eingrabig gebliebene,! Landwehr wird
1713 für die in Bornheimer Terminey verlaufende Streike auf 2° y
mgefiebrn ' Cirnj-.t Dorste hingen l_i In Strecke i^thch der Watte
fehlen. Westlich derselbe^ setzt nach einem Riss von etwa 1800' das
Areal der damals s:hon abgeschafften Landwehr mit einer Breite
>-n j'/< H ■-• . -m i.ach : : l< 1 .: c:e Xunnaiarcite von 2° j' zunlck-
Illeben, Jic 'ie tii: mm Wij.-t Ijo.-nbcim-LcU'i heim (54) beibehält,
aurauf sie b.i z.:r bratiktVit: (ireefe Jutch Lir.Je/ielu e.f. Jes ;nne-i-r.
hti , \':tv.c,'es i" K" 4" breit ist.
seilt (Ost) mit » =-- Neobinch, auf der Feidseite (West) mit
(Kornamt) bezeichnet. Der erste steht in dem Gässchen zwischen
den Hausem 357 und ;6l, der zweite gegenüber der Mitte zwischen
Haus 434 und 448 (ehem. Aceishaus), det dritte etwa iou 111
randes beträgt jetzC vom ersten dieser Steine 6,20 m, von den beiden
anderen 8,00 m wenigstens. Da nun die ursprüngliche Landwehr-
breite 2° ;' = 9,52 m betrug, so ergibt sich, dass hier der Weg aui
Küsten des l..i!id\vchr,iieals verbreitert worden ist.
In Frank inner Termine;- schwanke:] die bei der Ai'scii.iliunu;
angenommenen Masse von der Bornbcinicr Grenze zur Eekcnheimer
Strasse zwischen 3° 2' 8" und ,|° 4' 0", an der genannten Strasse
zwischen 3° o' 6" und 5° 4' 2". Auf ersterer Strecke ist hierbei sicher
der innere Bestie! 1 , weit, auf letzterer vaiirsdieiiilicli ein 'l'til der ehe-
mals sehr breiter: Eckenlieisncr Strasse /um Landwchrarcal gezogen.
Niehls binden, auch in der hVank furter Termine;- eine LiVsnri.nLjic:^-
Norm alb reite von 2° 5' anzunehmen.
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- II* -
Erhallen ist der Land« chrgrahcn ungefähr in seiner ursprunf;-
liehen Breite, aber mit verminderter Tiefe vom Wege Boroheim-
Seckbach (59) nach Norden m auf 75 R.
Hier betraut der Kanderabsrar.d ungefähr gemessen, kurz ober-
halb des Seckbacher Weges 4m = i*o- kurz oberhalb des
Eintritts der Wasserleitung < m - t'j'2"; einige Meter weiter
oben, wo der Graben m neunter Zeit erneuert «heim, 0,92 m.
Nehmen wir als utspiünglichen Handerabsrand 1° j- an. so verteilten
sich, vorausgesetzt, dass be.de Reimen gleich breil waten, die über-
lieferten z* y Land weh rbreiie folgen der massen :
Innere Be.me : cfy
Ränderabsrand: t'y
Äussere Benne ify
Landwehrbreite: i'y
Aut weitere 117 R. ist an die Stelle des Landwehrgrabens ein
Silimaltr Gra»i.n (jc.reicn, der teilweise als Weg benutzt wird und
am Keldort o.m Bocena aufhört."
Von Stein 177 — >Wi bezeugt für 15119.' Kr enisprithr dem Steg
der Diebsgrundlandwebr bei 177.' Vom Eckenheimer Weg zur
Warte zog noch 1777 ein Weg »hart an der Landwehr hin«, den die
G;\i;u-n:nei:,UT ■<;ir: i:nv(!:;k-[iklit!ie!i Zeilen" /uv WY^bringung des
in der Landwehr gehauenen Holzes benutzten. 4 Dargestellt ist er
schon ij8j s und sein Anfang bei der Warte 17J2. 1 Von der Warte
zum Wege Born heim- Seckbach (;■)) geht Ij8t5 »nhur ein schmaler
l'!i;irives: /wr.dien dei I ..uuLicwelii" nach den Weingärten im Atzels-
berg» d. h. zwischen der Landwehr und da-i.rn Weinbergen. Dar-
gestellt ist er in seinem ganzen Verlauf 1 589, ' 1678* und 1759»
.Sdiduin pn;i -.ein -loyjwenl^lier Teil ein ; denn 17S5 heisst es;
»Iii. existiert ein Fahrweg an der I.ainlwchr vicii SnlzensciiLi!.; [um
Wege Bomheim-Seckbach] bis mitten nach Fricdbcrger Warten. 10
Jetzt ist auch dieser Rest dem Verschwinden nahe. — Vom letzt-
genannten Weg zum Dorfe begleitete der Weg Bentheim -Seckbach
die Landwehr.
' S.Katisrerli.i:iiSo, 1B71H u.Kirten»1z 1 : 2000. — ' Gr. R. — 'S.S. 61.
— * AckeTgcricSilsrnu. ■ r o r -v. id. Mjl :;77. - * Gl. B. - * Domh. LaycrL'u Js.
7 Gr. Ii. - • iL I, u. - ' Kaitc der Schlacht bei Bergen, Scrictenb. Eibl. —
» Act Senat. Scabin. 28. Dcc. 1785.
Zuerst die Eckenheimer Strasse. — Der Begleitweg zwischen
dieser Strasse und der Warte kann gemeint sein in dem Beschluss von
[495 »den weg by der Bornheimer wart die lantwer hin ab
biß inn die alt Straß [= Eckenheimer Strasse] absteynen lassen
und den jhenen, 50 tckere do selbst haben, erstatung turnt,' obwohl
dies auch auf den Äusseren Begleitweg passt. Sein Vorhandensein
fanden wir oben durch die Breite des Landwehrareals und bei der
Warte durch Darstellungen bezeugt. Letzteres ist schon IS72 * der
F;:l. — Zwischen der Warte und dem Fck am Wege Bomhetir,-
Seckbich scheint du Riss vor, 1678' einen solchen Weg zu vet-
tert hnen ; doch ist die Deutung durchaus nicht sieber. Em Teil
cieses Weges schein: heute erhalten in dem schmalen Heidweg
mischen der Noidoitecke des oZeher.t freien Ackers» und dem
Wege Bomheim l'iiungeshe.ni ,'üj. - Endlich vom genannten Eck
bis Bomheim fehlt jeder Anhalt.
Im Wegenetz hat die Neue Bornheimer Landwehr starke Ver-
.:ü;Ti;n^[ ii lu-rvorgeriita!. (i:irv.j,l: h'osscn \vn:d;'r: u'ic l'rcunges-
heimer Strasse (26) und der Weg Boniheim-Eckenheim (54). Die
übrigen Wege wurden als Fahrwege nach einem einzigen Durchgang
bei der Fricdbergcr Warte geleitet; ihre alten Strecken sanken zu
Fusswegen herab. Es kamen somit folgende Zugangswege auf:
A. Für die Eckenheimer Strasse (21).
a. Vom Preungesheimer Schlag erst der Weller pfad (zj), dann
ms diesem der Zugängsweg zur Warte (z;a), der wohl am Süd-
osteck des Wartgartens in den Hauptweg mündete. Einen Weg
Wellerpfad-Warte zeichnet Hesler 1678" und verwandte Risse. Sollte
der Name »Hammeßschlagi. den Preungesheim« Schlag bc-
leichnen, dann bezichen sich auf die Anlage des in Rede siebenden
ZaglE(pwegs zwei Nachrichten von 1490: »die frunde die für
|= vorher] bym Hairuncß.scIiLg gewesi sin, sollen den weg aber-
mals besieh tigen« und später: "den weg an Hammeßschlag besehen
und geyn der wart czu schicken.« 1
b. Von der Warte nördlich an Stein 196 vorbei 2um Weller-
pfad, wo der Weg Bornheim-Eckenheim (54) erreicht wird. (J4 b )'
B. Für den Wellerpfad (aj).
>. Wie bei hi.
b. Wie bei Ab.
C Für den Weg Bomheim-Eckenheim (54).
a. Zugangsweg zur Warte (54a), lyja' »Wartweg«, jetzt
■Dortelwciler Strassen genannt.
b. Wie bei Ab.
D. Für den Weg Bonrneim-Pmingesheim (55).
a. Wie Ca.
b. Zuerst Weg von der Warte zum alten Weg bei Stein 207
(55b), 1677 dargestellt und als »alter iiieimcsheirner Pfad« bezeichnet;*
später Weg von der Warte zum Wellerplad, der bei dem noch vor-
handenen Heiligenstock erreicht wird ijjc), jeizt Chaussee.' Der
E. Für die Vilbeler Strasse (27).
Znr Wegevwlegung lagen zwei Pläne vor. Am 23. Juli 1478
beschloss man »den weg czu und von der Warthe, wie der besehen
ist wyt und enge, den wyden wegmachen lassen«,' und am ;. Sept.
»den weg zur Bornhcimer warte, wie der besehen ist, machen lassen
und den befrieden mit grebena.' Die Ausführung fand spätestens
1500 statt, denn damals wurde auf der Warte gehütet »alß man die
steyn setzet zu der Strassen daselbst*.'
a. Innerhalb der Warte führte man damals die Strasse wahr-
scheinlich so, wie wir sie noch 1772 in rektifizierter Form finden
(27a). Sic verltess die alte Strasse nördlich der Hundsweid, streifte
die Westseite des Frankfurter Wasens und zog mit einem Knick am
Schlinkenweg nach der Stelle des Wartwegs (54a), die der Grenze
zwischen \ij:.sl\inmle\! (Ciewanr. K) iiiul WculinhmifcU (Gewann ;)
gegenüber liegt.' Die heutige Richtung der Strasse (27b), von der
Hundsweide geradlinig auf die Warte zu, besteht seit 177}."'
Di ].l::e-"J O
M? -
zog bis i 773 der Zugangsweg (37c)
n ;:\:-Ll Aii!;il:-;:Lli;s;.-:projeklC. Nach dci
kr Warte zur Kreuzung von Vilbel.
1 (J 7 d) ziehen. Lernen
und demnach Schläge
j »die siege, wie die
md Museeiet)..' Solche
iieh die Eckenbeimer Strasse (21) und vermut-
östliche Wcllerpfad (2;).
Eckenbeimer Strasse (21).
1 Schlag und, da der Graben |
Steg. Diesen Zustand zeig! ganz deutlich die Geleitskarte von 1572;
ferner der grosse Riss von 1589 und die Risse von 1677' und 1774.*
Die beiden letzteren haben auch die Benennung »Eckenheimer
Steg..
Von jener Schliessung der lickenliehr.cr Strasse <;ibi 1768 eine
Erklärung des Rats betr. die Zwerchlandwehr' folgende Darstellung:
»Zu der Zeh, ehe die Stadt mir Wallen und Gräben, wie sie jetzo
ist, befestigt war, ging die Strasse nach Friedberg über die alte
(lasse, dem nunmehr zugemauerten Tor hinaus, neben der Zwerch -
bndwehr vorivv um! durdi die grosse Land w ehr an denjenigen
Ort durch, wo jetzt der Eck enheimer Sieg liegt. Als aber
j.is [ heutige) l'riedberger Tor gebaut und die neuere liefest iguiti:
angelegt war [1628—16)4], nal "™n luc ^ e ' ne neue Landstrasse und
zwar nach der Eriedberger Warte zu gemacht ; die vorhin nach
Eekenheim gegiiri^en, aber, vermittelst Aufwerfung der Gräben,
wo dermahlen der Sieg liegt, gesperrt, aber den Platz der Strass
selbst ohne Veränderung liegen lassen.« Die Breite der nunmehr als
Fussweg dienenden Strasse wird sodann auf ij- 18 Schuh angegeben.
Hierzu ist Folgendes zu bemerken: I. Niehl die Stadtbefestigung
des 17., sondern die Land weh ran läge des 15. Jahrhunderts veranlasste
die Strassenverlegung. - 1, Der Ausdruck »Aufwerfung der Gräben«
gestattet keinen Schluss auf Zweigrabigkeit, für die sonst nichts
spricht. — Dass der Graben an der Kckeniieimer Strns>.L- 11 rsprij!: j; livrli
ausgesetzt hätte, ist schon wegen des Ablaufs des Regenwassurs von
der Warte her nicht denkbar; auch wäre dann [499 bei der Ab-
sdjallijiij! des Sdilugs neben dem Besetzen mit Hecken da? viel
wichtigere Durchleben des Grabens erwähnt worden. Die Sperrung
der Strasse wurde also, abgesehen von der Beseitigung der Brücke,
durch Fortführung der die Landwehr innen und aussen einfriedigenden
Hecken bewirkt, in denen nur eine schmale Lücke für den Steg ge-
lassen wurde.
2. östlicher Wellerpfad (25). Er überschritt die Land-
wehr westlich neben Stein 19t. Steg. Er heisst »Rreunis-
heimer Steg« t $86;' »Preunges.r.eimer Ste fit 177;'; »Preunges-
heimer u»d Eriedberger Steg« 1774'. Stegsignatür 1589.* Hie
(ielej-karte tjji '.a<«i den gaucn Wct; fort, also betand damals
schon nicht mehr der etwa anfangs vorhandene Schlag.
j, Ha^ptdurchgang.
Friedbeiger Wirte.
»amen: »nii« Warthe« t4?8;' »r.wc Warthe gen BninyiSheimo
1478;' »Vilwiler warten 1478;' »Warthe henesit Bortlheimo 1477;*
»nuwe Bornheimer warte« '1478;' »Warte gein Bornheimct 1480;'°
sW.u '.lie zu [iurnbein;- 1 .5 St f 1 ' :ilifirnl:e:ii:er warte 147S-," 14S5, 1.1^7,
1488", 1490," [498," 1499," isoo," 1501," 1502," 1504,™ ijn," später
kam die Bezeichnung »Friedherger Warte« auf, welche geblieben ist.
. <; r . r, - i 8 R g g r
> (.l:,cn. III. 6. - ' Rb. [.178, i-. !4. - 10 HL" I. ;!>!>, ]■'. n-lL-. - " M. IJ«4- —
■< Rb. 1450. — — — '• ligmb. 1499. — Rb. 14991 — " Uglb. A, 92,
S. 1. - '» Rb. ijca bd Fleh. Hdsttir. JJ. 57. - B Le». III, 4". - " Rb. i s n
bei Reh, Hdschr. JJ. t7 L--
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am 2. Dez. 1477 bestellte: man »die (runde, ezubesehen umb eyn
hc czu machen und an welches ende off die nuwe lantwer«'
am 14. Jan. 1478 beschloss man endgültig »als die frunde czu
luvten Warthe yen lSii;:i;jii;litim k-sulien han, dem nachkommen ■
nit czu kostlich machen lalsenc' So begann denn Anfang Mai
Jan.' Betreffend die Arbeits- und Geldleisrungen der Bürger
u beschloss man am 5. Mai: »die pherdc han, sollen mit pherdei.
geschirre dienen, die andern Richen sollen 1 thor [Tuüios]'
a, die andern 9 h., mit den gantz armen sol man sich [unles-
Infinitiv] czu der warte«.* Und am 29. August empfingen die
enmeistet 129 t, »als etliche burger mit iren pherden tind ge-
kommen ezur Bornheimer Warte«.« Der sreinerne Teil, der »Fuss«
des Turmes wird linde Juli vollendet gewesen sein. Denn damals
beschloss man »off die nuwe warte eyn stocke hölzernes Ober-
geschoss] und eyn siecht Dachen [glattes Dach ohne Türmchen, wie
solche in Otiten an der GjIü™- im,! HiKU'iihi'imtr Ward: «m;cii | »d.iriiiT
machen Infstim.' hin guTüilte*- Kric'isi'.mnn i-rludt die Warte zu-
gleich mit de: 1 Hadiscr.lijiiter 1.171, .üs nun hcüircluett, dass etliche
Landherren die Warte »brechen« weihen.' 0
tracht kommenden Genend. Offenbar um ihn auszunutzen, hat man
über jenen Punkt angelegt. — Die Warte steht links vom An-
kommenden.
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Einrichtung. Für die bauliche I- i n ri c h t Li n g füs;en wir dem bei Wolff-Jutlj;
gegebenen Folgendes hinzu.
Der Turm steht wie bei der Gulgcn- und Bockenheim« Warte,
ältesten DarstellnDgen der GalRen- und der Bockenheimer Warte-
zeigen diese beiden liijjeniiimliclikeiti-n. Der Erker im Mantel ist
dargestellt um 1S04 und 181a'
Den t;laticn Helm mit ausgesteckiem Signalkurb zeigt die
Geleitskarte.
Den Brunnen setzt die gleiche Darstellung, unrichtig er weise,
uer. Die Uge
nem Marburg«
□ hl vcin Anfang an ein Schlag-
ats "Schlaf; an der Warte hin-
Der erwähme Schlitz ist jet^t /ummauert, aber die iwei Kragsteine
mit den Ausfresungen zur Aufnahme der eisernen Achse des Schlag-
haums sind erhallen. — Gezogen wurde der Seblagbaum durch eine
Kette, welche aus dem Boden des etwa überkragenden Hobgeschosses
des Turmes (der S c h ü tzc n kam m e r ? s. S. 44) nacli dem inner-
halb des Mantels liegenden kurieren Arme des Schlagbanms ginn.
Diese Einrichtung wird durch die Darstellung der Geleitskarte ausser
Zweifel gesetzt. Die von R ei He n sie in noch gesehene Rinne in dem
vorkragenden obersten Steingeschoss des Turmes diente zur Auf-
nahme dieser Kette. Den gleichen Zweck haue die an entsprechender
Stelle noch jetzt vorhandene Kinne bei der Galgen warte.' Auch bei
der Bockenheimer und Sachsenhäuser Warle wird demnach eine solche
Rinne als einst vorhanden zu vermuten sein. — Die Darstellungen
von i6ji und um [804 geben dem Schlagbaum eine Kette an einem
(reien Ende; demnach wurde er später auch oder ausschliess-
lich von unten gezogen.
Den Durchgang für l''iiv.gj:igei- /wischen dem Iii nfallsp Hock und
dem Südende der westlichen Wun^enmauer der Brücke sperrte ein
Haspel. Auch dies deutlieh auf der Geleitskarte.
liieser Warte so um [804.'
Auch eine Ruhebank -und bei da Warle, liiue neue, steinerne
wurde dort 178K durjh Steiiili.mei Renfert mi- Bockenheim gesetzt. 4
Doch ist ihr Standpunkt unbekannt.
Wo der 151 l gefasste oKamelbotm bei det Bomheimer Warte 1
lag, ist ebenfalls unbekannt.
hin Nebettschlag schloss nach der Gelcitskartc den Eingang
zum inneren Begleitweg. Hs war ein Drehschlag mit Drehpunkt im
Westen und Anschlag jeeeu dieSüdstirn der weitlichen Wangenmauer.
Um den Verkehr auf der gegen ijoo neu angelegten Strasse
zu halten, war diese auch gegen den alten Weg Bomheim-Ecken-
heim (Wartweg) (51), sowie e.cgeO die alte, nach dem Vilbcler Stege
führende Strasse (27) durch je einen Drehschlag gesperrt. Beide
1 Anden W. J, S. fii) U, 100, — 1 II. [(Of Museum. - 1 C. 414; Museum
">i Acttmunn iSio. — ' Act. Ackerger. in Nu. 511 des Rcp. — 1 üb, i;it bei
R*. Hdichr. J. J. 17 b.
— ta< -
Schläge erscheinen auf der Geleitskarte; der erstere wird auch 1678'
und 1732' verzeichnet und heisst »Warth Schlag«.
An die Ostmauer des Warthofs schloss sich, gleich breit mit
dieser und nördlich an die Landwehr oder deren Begleit weg gelehnt,
der (zur Warte gehörige?) »zehentfreie Acker..'
Westlich an der Sirasse (vor 1773) aber, zwischen dieser und
dem Begleit weg lag der Wartgarren. Er reichte 1772 südlich bis
an Jas Knie der Strasse, endete also fast dem »Wartsclilag« gegen-
über.* Schon die Geleitskarte zeichnet ihn, und zwar als Weingarten
mit Lattenzaun, lässt ihn aber, wohl ungenau, nicht so weit nach
Süden reichen.
4. Vilbeler Strasse (27) und Weg Bornheim - Preunges -
heim (55). Steg, genannt »F ilbeler Sieg ■ 1586;' »F ü lbel e r
Steeg« 1677.' Stegsignatur findet sich 1572, 1657, 1677.' Beim
»U'mbgango von 1677 wird die Bemerkung gemacht; »aber der Steg
ist nicht mehr vorhanden«.
Wo die Vilbeler Strasse die Grenze durchschneidet, stand öst-
lich neben ihr, wo jetzt Stein 214 stellt, ein »Hanauer Wild-
lind Zigeunerstock.n* Daher der Name des Feldsorts »am
Wildstock«.
Die Lücke zwischen Bornheim und Riederberg.
Die am Ostende Hornhtinr. .tut'hörcmk Landwehr lindet nicht,
wie zu erwarten wate, am Weitende des Dorfes längs der Geln-
häuser (28) und Bornheimer Strasse (32) (heute Berger- und Arns-
burger Strasse) ihre Fortsetzung. Vielmehr bleibt zwischen dem
Frankfurter Schlag und der Btichwaldlandwehr, obgleich hier die
Anlage eines L.mJwehrgrabens leicht gewesen wäre, aus unbekannten
Gründen eine Lücke. Weder hier, noch an einer anderen Stelle haben
sich, trotz eingehendster Untersuchung des Geländes, irgend welche
Spuren einer Scliutzanlage zwischen Dort "nc lest ig uns ""d RuchwaU-
landwchr auliinden lassen. Der Grund für iiie l'ntL'rl.issiiiig einer
vielleiehi gepl.:iiieii Verbindung mag, wie bei der Lücke am unteren
KicJerKrgweg. Jie v erb. Um: ■■.massige Sicherheit der Gegend ge-
' R. I g. — ' Bornh. Lagerb. — > R. lB, 1771, Framminn. — < Ibid. S.
Ts F. X1L [ A B C D, - ' Umb B . 11H6. — « R. ib. - ^ Üeloits karte; M. 11,
1 ;Sj ; R. :b. - s ](. 1, ,6j 7 UI ,J Riss von J. C. Linding I7jj, Marb.
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- 12J -
Fünftes Kapitel,
Die Zwerehgrabenlandwehr.
Iwdwehr und dem Nordwesteck der RiederfeldUndwehr am grossen
Riede rbru eh.' Sie heilst meist »Zwerchgrabtn; daneben auch iZwerch-
hudwehr 177911 ;* »Zwerg Land Wehr an der Bornheimer Grenze«;'
»Born he im er Zwerg Land Wehr».*
II. Verlauf.
Die Landwehr folgt der Bornheimer Grenze von Sioin 69—72
nach Osten, von 72 — 73 nach Süden. Letztere Strecke fallt in die
nördliche Verlängerung der »Landwehr am grossen Ried erbrach
III. Umgebung.
Das Hospitalgut unter dem alten Berg.
Ädere.
Der Bornheimer Bucliwald, der noch im XV IL Jahrhundert
dort vorhanden war.'
IV. BeKtiaffenheit.
Die Breirc des Land weh rare als, das noch heute im Gelände er-
kennbar ist, beträgt bei Stein 69 auf der Kataster karte' nachgemessen
2 R, verjüngt sich aber etwas nach dem Bruch zu. Der Graben ist
erhalten von Stein 71 — 7), wo er in den ebenfalls erhaltenen Graben
der »Landwehr Grosses liicderbruch oben« umbiegt. Seine heutige
Breite entspricht etwa der äusseren Hälfte der ursprünglichen.
V. Befleltwcge-
Von Begleitwegcn ist nichts bekannt.
' S. S. 76. — ■ Btr. des Ubtrf. Vogel vom 19. Od. 1779 In »Aclerger.-
UnJwehr«; Flurbuch. - 1 Floib. - ' [bii - I Heiler H. 1 u, tfijS. —
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VI. Wegenetz.
Da? Wegenetz erfuhr durch diese Landwehr keine UmgesuUuii!:.
Sechstes Kapitel.
Die Seekbaeher Landwehr.
L Begriff.
Seckbach er Landwehr nenne ich die Grabenanlage, die,
am Bck der Neuen Bornheimer Landwehr heim Wege Bornheim
Seikh.ich (;.)) 1'tyiünenJ. am kunigsiiMicli liin.di/ielii, ii:u heim Nord-
usteck de- Grossen KicduTrik'ks die KieJerkUljiid'.veln- zu erreichen.
Sie begleitet fast durchgängig die Bornheim -Seckbach« Grenze,
welche nur zwischen Stein 147 und 248 der Steinung von 178; über
die Landwehr hinaus bis an den Pfad nach Seckbach reicht. Die
Bezeichnung "Landwehr« findet sich für das Game auf einem liiss
von r 57 j (bzw. 1605),' für den Graben an der Suis auch im Rechen-
buch von 1619.' Der nördliche Teil der Anlage lieisst, da er an
Seckbach grenzt, 1.-133 »lantwere /.u Seckpaclw.' Die Landwehr ver-
wahrt die 1476 noch ausgeschlossen gebliebenen südöstlichen Bestand-
teile der Bornlieimer Tcrniiney, nämlich Koihsberi;, Hochwald, Buch-
waldfeld und Sand, gegen Seckbach und den ausserhalb der Land-
veeh; liegen Jen, i'ch.in iicii von I Isn.iu beanspruchte:) Teil von Hie Jini.
II. Verlauf.
Die Teilstrecken de* Seekbaeher Landwehr sind:
I. Der obere Graben, von der licke der Neuen Bornlieimer
Landwehr (Siein 359) mim NorJnstecl; des Bornlieimer Bruchs (Stein
262). Diesen Graben legte 1-r.inkmrt aul Grund des Hanauer Ver-
gleiches vun [481 neu an. Der Grahcrimeister miij.'.tc ihn »mit der
[Neuen BornhcimcrJ Landwehr auf halten«. ' Seine UnterditeÜvmgen
sind folgende:
3. der Graben an der Sulz, am Südrand der Sulz bis zum
Beginn der Niederung kurz vor -Stein 247.
b. der Graben am Ostrande des Seckbacher Bruchs vom ge-
nannten l'unkt bis Srein 261.
c. der Graben am Eselsfurl, 1 von Stein 261—262 quer über
das Bruch ziehend. »Der Eselsfurt aber ist ein Zwergd.imin, /wischen
dem Seckbacher undi Rornheimcr Bruch, scheidet dasselbe, nach In-
halt des Hanauischen Vertrags [1481] von einander, und ist dieser
Damm 2J R. lang, und gehet der Austräger des Sultzenbrunnen
desselben' am Wcsirande des Bruchs] bis an den Ried graben« [—öst-
lichen Randgraben des Bruchs].'
2. Der untere Graben, am Ostrande des Bornheimer Bruchs
von Stein 262 zum Isurdostcck de- Oo.sse:) KieJerbrudis. ilr ist
der südliche Teil des Königs-, Ried- oder Herrengrabens,
den Hanau schon 1471, als Bomlieim noch nicht zu Frankfurt ge-
hörte, von Seckbach her bis zum Crossen Riederbruch trotz Frank-
furts Einspruch angelegt hatte.
Mit der Erwerbung lion-.hums l.am .iucb dieser Grabcnabsclmitt
in den Besitz des Rates, der nach dem Vertrag von 148t ihn »in
wesen halten« sollte und nach Gutdünken "daruff siege und
slinken* setzen durfte, womit der Graben zur Landwehr wurde.
Die Reinhaltung des untern Grabens scheint der Rat den Born-
heimeni übertragen y.;: lul'tu. Ah diese ] 49S J.imi; saumteil, licss
ihnen der Hat sagen ■ide:i gr.ibeu .111 der Hselsfun zu legen, nJer
der Rat wolle den lassen fegen uff ire belonung«.'
Beachrcnswert ist Jas Verhältnis der Landwehr zur Grenze.
Nach dem U rabgang von 1586 zogen damals die Frankfurter Hoheits-
seeine von Norden her nur bis über den Sublenschlag im Wege
lkirnheim-Seckbach (59); »vorrers« aber, nämlich vom Suketischlag
zum Main — so heisst es weiter — »wird die Gcmark nit durch
' Unibg. v. 16/7. Das dort zunjihst aul .11c Strecke Adlerstee-Eselsfurt
Kvuj;li:'ii!- :-il: c-Hrii t.jr I" i"i t den j;ati/cii cl'uni (lulini. — ' nifi« de:, seln-ncr
Jic EsdstWl. - > Umgang von 167;. - < ScLilinken »clKinte-.L-jiljij b S:'il.i-e
iu bedeuten. Genaueres über dieses Wort bei Grimm. - 1 Bjfmb. 1498, F. 17.
Mar;; oder Sc;iKii:>;un ab^esiiiijert, •■•.Indern tiwd: ^liiben unü aus-
trag er [= Abüugsgrfben] unterschiedena. Der Graben der 5eckbacher
I.aTiilwdii bilje;t liimn.uli /LL^li'icli die Grenze, Erst 1 763 fand,
zunächst zwicken Sul/en-clila:; i:nJ F.rlLr.<;L-a;'cn, in '.vd:li letzterem die
Ti.-rij-.incy Kicdcrn l-eyimu, eine Grenzvcrpfahlung mit nachfolgender
Vcrs'.eimiH);' Mut, wnk-i die Pfähle mul nachher die Steine, da die
ideale Grenzlinie die Mittellinie des Grabens war, '/» R. auf Seckbacher
Gebiet eingezogen wurden. 1 Bei dieser Verstcinung verfuhr man
auffallend verschweuderiM:!), denn die 17 yescuten Sieine waren
samtlich Wappensteine. Ihre Adler dürften die spateren Bezeich-
nungen »Adlcrsteg« und «Adlerwegs veranlasst haben.' Als man
dann 17S5 die ganze Hanauer Grenze von der Biegbrücke bis zum
Main von neuem steinte, nahm man die 17 Wappen Steine heraus
und übergab sie an Zahlung stau (das Stück zu Ii Heller), dem
Bockenheimer Steinhauer RenfTcr, der sie soweit tunlich verändern,
/nr-.ii.-;Llid"iTii und auf die ganze Grenze verteilen sollte.' An die
Stelle dei 17 WappeiiMciue traten nun die 29 Steine von 2.11 bis 269
worunter sich 4 Wappensteine (241, 247, sji, 262) und 1 Drei-
märker (269) befinden. Auch sie standen nach Seckbach eingezogen,
aber nach einer 1785 getroffenen Bestimmung nicht um Vi, sondern
um V. R. Dieses Verhältnis von Landwehrgraben und Grenzsteinen
zeigt der Riss zur Gren/bcMcIniguiii; vom 26. April 1787. 1 Seitdem
aber sind mehr er l- W-ri-iudc ringen cin^errL-tcn. Zunächst ist, seit mir
unbekannter Zeit, der Graben vom Ende der Sulz bis zum Anfang
des Estlsfurts völlig verschwunden und der Qucrgraiicii am I-selslürt
auf ein schmales Grübchen reduziert. Von den Steinen aber stehen
No. 241 bis 247, die die Sulz begleiien, jetzt innc rhalb des dort noch
vorhandenen Grabens, wollin sie in den 70er Jahren nach Übergang
des Grabenareals von Bornheim an Seckbach versetzt worden sind.
Die Steine heissen seitdem 241a, 242a usw. und sind durch Ein-
schiebung der Nummern 245b, 246b, 246c um drei vermehrt worden.'
Von der heutigen Steinung aus betrachtet ist also der Landwehr-
graben von Stein 240 bis 247 auf Seckbachcr, von 247^5 269 auf Bom-
heimer Seite zu suchen.
■ Uglb. E. 77 u. 82. - " Vermutlich von der Mittellinie J« Giabtnj. —
I S. S. ![]. — ' Ein wichet veränderter Stein isl t B. No. 162 am rUedgmben.
Auf ihm ist noch von 1769 her .So. in stehen RerilkbeiK er Iu: also ur>j!n;;i,;LLch
als ersier Stein minrllalh .In SnK-iuLhU-. [re.unden. - > R. 167. — * Vgl. den
Iii» ,ier Suli von Kutaner iSjj, ki Herrn !' e ]J f ;esi:luvuri;i».-ii B,uk in IWniieim
mit der spateren KqlLlstcrfearte-
-- 129 —
in. Umgebung.
Inner«.
1. Der Bomheimer Berg, Galgenberg oder Reins-
berg, zwischen Weg Born heim -Seckbach {59) und Gelnhäuser
Sirasse {28). Es war bis 1485 die Gerichtsstätte der i|j Dorfer. Auf der
Geleitsliarte von ] ;72 ist er mit Winterten bedeckt. Der Zugang zu
dem Richtplatz, wo der Galgen stand, er folgte von der Gelnhäuser
Strasse auf dem nArmcnsündcrwiy«, jetzt KohiL'r.mdstrassc. Gezeich-
net findet sich der Platz noch 1772 bei Frommann. 1 Der an die Sulz
grenzende Teil des Kothsbcrgs heissc jetzt selbst Sulzen.
2. Der Buchwald, zwischen Gelnhäuser Strasse und Esels-
(urt. Teile seines ehemaligen Gebietes sind die beiden folgenden :
j. Das Herren Wäldchen. Bcnncnung nach den Herren vom
Hat ? oder nach den Grafen von Hanau, die es etwa früher besassen?
4. Der Biersack. Bier — mhd. bir, Birne, wie beim »Bier-
grund« in Offenbach.
5. Das Bomheimer Bruch, jetzt auch Ochsenwiese
genannt. Westlich hinter demselben setzte sich früher der Buch-
wald fort.
1. Die Sulz, Sülze oder S Elze später, z. B. 18)6 auch Nacht -
weioV der oberste Teil des allen Königsbruchs, wie dieses im
Vertrage von 1481 deliniert wird. Sie ist 1677 nach Angabe des
»Umbgangs« «eine gemdin- weid;, zM-isdimi Seckbäclier und Bom-
heimer Termine}- gclugcn ; wird von dem Kotzberg so den Born-
heimern zuständig, mit einigen Gräben | I.jiiJw dirgrabeuj 1 abge-
sondert und haben beide gemein ihr Vieh und Schuf darauf zu
weiden«. Die gemeinsame Hut bestand bis ins XIX. Jahrhundert.'
Bei der Steinung von 178; wurde die Sulz zu Seckbach gerechnet
und 1787 ihre Grenze gegen das Seckbacher leid mit 6 noch vor-
- i m- I ^rjl'i i'.inh^L- t L-u.L-i-i:
L
i. Der Sulzenbrunncn, nördlich an der Landwehr, unge-
fähr bei Stein 246. Wird 11.19 ' erwähnt als »der Sulzenbrunnen
beim Landwehr« und erscheint 1678' viereckig ummauert. Noch
jetzt ist dort eine ichwache Quelle. Sein natürlicher Abfluss ging
gerade östlich nach dem Bruch.
Zwischen Sulz und Hselsfiirt hat der Anbau zu unbekannter
Zeit von Osten her den Riedgraben überschritten und einen nach
Süden ganz schmal werdenden Streifen vom Bruch in Besitz ge-
nommen. Dieser Streiten wird 17(11) auf einem Riss als oKraut-
garten» bezeichnet.' Der Rest des Seckbacher Bruchs aber zerfällt
in folgende zwei Teile:
;. Das Seckbacher Gemeindebruch; 1575 Seck-
bacher Weyde;' 1586 die Seckbacher gebruch, das Seck-
bacher Bruch, die Seckbacher Nachtweid;' 1769 Seck-
bach er Gemeinde Wiesen;' jetzt auch die Seckbacher
Kahlbruchwiese genannt. Seine Nordgrenze begann bei den
Umbgängen von 1586 und 1677, 2 R. nördlich von dem unter 2 er-
wähnten AHluss lies Sul^ciibruniicn.v die Siidgrcn/c lieg: etwa-,
nördlich von Stein 252. Im nördlichen Teile dieses Bruchs haben
die D.i Stellungen von r j ur-d td-K einen Teich, in welchen der
Ablluss des Sulzcnbrunnetis mündet, aus welchem aber kein Aus-
dauer nach .lern liiedg: . 1 1 - 1 1 führt. Vini diesem Teiche ist jetzt
zwischen Stein 247 und der le:/:e Rest am Verschwinden. Spätere
Darstellungen lassen den Teich fort, verlängern aber den Abfluss des
Sülzenbrunnens quer über das Bruch bis zum Riedgraben.«
Der I lerrengraben ist der liiedgrahen.
j. Am Schwinden, heim Eselsflltt,
6. Im Erlen.
B, In Riederliiifer Terminey.
7. Das dritte Hiederluifer Feld.
' Fleh llJschr. JJ., ,7. -
> Lt. 165. — ' M. f, j. — i Umbg
Wonlim i;.-'l,biitl Jie'jr. Jie 2 I
• R. i6 S , .76^ u. K. 16;, t 7 « 7 .
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IV. Beso In. iTen fielt.
Der stets einfache Land well rgraben war längs der Suis' in-
folge des starken Gefälles trocken, vom Anfang des Eselsfurts an
aber jedenfalls reichlich mii Wasser versehen. Man vergleiche die
Risse von 1575 und .678. Ob der Graben vom Ende der Sulz bis
zum Eselsfnrt unter Wasser zu hallen war, muss, da er nicht im
Bruch, sondern auf dessen Uferrandc angelegt ist, zweifelhaft bleiben.
Ausgestattet war der Graben an der Silk gewiss ebenso wie
die angrenzende Neue Boroheimer Landwehr, d. h. mit Hecken und
Bäumen auf beiden Rändern. Beide Anlagen erscheinen wiederholt
mit der gleichen Signatur.' Sämtliche Gräben der Niederung er-
scheinen auf dem Riss von 1575" beiderseits mit Weiden besetzt.
Auch auf der Innenseite des unteren Teils des Grabens an der Sulz
hat dieser Riss Weiden, weiter oben aber andere Baume. Auf der
Strecke am Herrenbruch verursachten die Weiden wiederholte Streitig-
keiten mit Hanau. Dieses wollte Anfangs - wir wissen nicht ob
mit Recht — nicht dulden, dau Frankfun auf der äusseren Seite des
Grabens Weiden pflanzte. Am 24 April 1 19 j schrieb Philipp von
Hanau an den Rat »dass wydenstemnie off die lantwere zu Seckpach
Hein unserem theile gesetzt sin, die uns an iir.sem wiesen des
endes schaden zufügen»,' Und t;zR wurden Weidenbaume «by dein
Svckpacher bruch und Eselsfürth, sn Jie von Hornheim hie bevor
gesatzto. bei Nacht [von den Seckbachem] wieder «ausgerauft»,' Da-
gegen linden wir 167; den Rechtsnistlnd. da» der Rat zu Frankfurt
und die Gemeinde zu Seckbach »die Weiden jenseit [ östlich] dem
Graben alle drei Jahr i.mb einander zu hauen., haben.
Eine Heeke an der Landwehr unterhalb der Sulz wird nur
beim Esdsfuft erwähnt. Sie wird den Nordrand oder beide Rander
drs /.werch graben* begleitet haben"
v. Begleltwcg«.
Ein innerer Begleitweg zut; vielleicht v
Strasse zum Ksekhui, iiih/nlalU aber a
(- Wt B i; >
■ Der Abflau <i« Sußenbrunn cm, Jn von stein 346—147
graben Lamml n.11 Lirlich iikIh m IIcImcIii. - ■ ... H. K. :ö,
167S. — I U l |. - 1 Au.wlrt. 14. Apr. 149.J hei KgL, M. VII, 5
I!JB, F. 8b.— ' Hgmb. 1492, F.
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ÄUSS,
EinäussererBcgleitwegi
Seine Fortsetzung über das Bruch z
von IS7S- Sodann lief von Siein
der Gclnhäuser Simse am Uande ,
Er heisst 1677 »der Eusspfadt so
Setzung der 17 Wappens.eine von 1
sich später auf den nach Bornheim 3
Strasse ausdehnte; 1836 Bruehw
fluss des Sulzenbrunnens auf dem
VI. Wegenetz.
Die einzige Veränderung, die die Seckbacher Landwehr im
Wegenetz hervorrief, scheint die Gelnhäuser Strasse betroffen zu
haben. Sie hat spätestens seit Ausführung der 1481 beschlossenen
Landwehr nur noch dem I nssverkehr gedient, falls sie nicht schon
früher wegen ihres starken Gefälles beim Kothsberg ihren Haupt-
verkehr an den Weg Horn he im -Seckbach (59) hat abgeben müssen.
VII. Ihirehgause.
t. Weg Bornhcim-Scckbach (53). Der Graben zieht als
fiiii^-i/uiig des wi-si-oMlicii Liuleiiiien (imIh-iis Jei Neuen liornheimer
Landwehr durch den Weg. Brücke. Noch 1575 als Holz-
brücke gezeichnet, 1 aber zwischen 1575 und 151)11 durch eine
Steinbrückt ersetzt, denn in letzterem Jahre fand eine iiLiefei-Lms;«
statt »am Schlag bej der Sulz uf dem steinen Brückliii daselbst".*
Die Brücke gehörte »privative in Bnmheimer Gemarkung". 1
Der Sclihe; hiess: »shg uinlcii an Seckbach« 14K j »Horn-
litiinerscIil.iHc !jSd;' »Scilla!; liey der Slllzci 1590;* »Sul/ei^cld.!!;..
(Sulizensclllag) Ij86,' i;SS'° und später oft, z.B. bei Thomas 1790
»Siilzcnsdila;:« I7S6;" »Sikensehla;;« 17^;" uSult/cr Schlag« 1677."
Er war, wie der oben erwähnte Rhs" neigt, noch 1575 ein hölzerner
Llrtir-cli'-iii und M.iiul. wenn die Darrel luni; richtig, ausserhalb
' Umbgjiu;. - ' R. üb. - l H. I, j. - ' Cliron. I, IIS; GruDdrl» der
Steinbruch R. )8, 1771. - ' Ach (des Ackeiger.?) wro 13. Sept. .785. - 1 RmIi-
IMig mit Hanau vom |. April i.|Si; s. aurh SdiarlT. Sirjssen der Franlenlurt. -
' L'uilij.jii!» von HS6. — > = : — ' = 7 »Bornhcitlierselilag der Sukrir.. til.i/
gen.« - *> Kg*. M. VII, 187 am buttb. Tum. VIII, F. 8j. - " Hiniuet Graii.
ris» von Zlne* vum J(. OU. 17K6 (Mnb.) - " — - "K. 1677. — « _ I.
der Brücke nach Seckbach zu. Später, seil unbekannter Zeil, ein
eiserner Schlag. Ein Grundstück »links des Eysscrn Sultz Schlagsa
erwähnt iIjs Bomheimer Lagerbach von 1752 und die spiiiere Karle
von Haas hat die läezeitliiiuiii; :»lii\erne Schlugt. Der Grenzriss von
1787 zeiehnci den Schlag innerhalb der Brücke, Eine Ruhebank
ausserhalb der Brücke ältlich neben dem Wege wird 1787 ver-
zeichnet. 1
2. Geinhäuser Strasse (2S). Steg, nördlich neben
Wappenstein 25t,' |6° Ii. vom Nordrande des Seckbach« Gemeinde-
bruchs entfernt.' Er heisst »Steg an der Seckbichcr Nacht-
weide 1586;' Seckbacher Steg an der Nachtwcid 1677; 1
später Adlersteg. Gezeichnet ist et im Bornheimtr I.agerbudi
1732. Von ihm führte bis zur Zeit der Anlage der Quellwasser-
leitung quer über das Bruch zur Fortsetzung der Gclnhäuser Strasse
ein Fusspfad, der den Riedgraben auf dem Enkheiiner Steg
überschritt.
3. Weg Bornheim-Kselsfurt-Mainknie (57). Er trillt.
Jas Bruch südlich neben Stein 2611, überschreit et es aber eist weiter
südlich bei Stein 261, zu welchem er sich in südöstlicher Richtung
wendet. Fand etwa der Übergang ursprünglich bei 2611 statt und
wurde er später nach Süden verschoben? Der Hanauische Vertrag
von 1481 bestimmte ja u. a. auch die richtige Lage des Esel sf urts. «
— Steg über den Riedgraben, erwähnt 1 48 1 , als man nden Maurern
cm Seckbach czu verdrinckeno gab, oeyn steg am Eselsfurt
wydet czu legen da er vor gelegen hat».' Sein Platz ist etwas süd-
lich von Stein 262 zu suchen. Jetzt ist dort weder ein regelmässiger
Steg, noch eine östliche Fortsetzung des Weges vorhanden.
4. Weg Hornheim-Riedern (56) oder Kirchweg, auf
Der Riss von Ij7j gibt eine fahrbare Holzbriickc und ausser-
halb derselben (richtig?) einen einfachen hölzernen Drehschlag,
der 1645 »Kirchschlag« heisst." Jetzt steinerne Brücke.
' Grenzriss vom Aprif. - 1 M;;lh. A. ho, Trm». IV u. V. — 1 Umbgatipe
vi.ii lj(>8u. 1677. — • Uni|. B Jri-. — ■ L'ml.gatij. — * Vgl. Ried. 7. 177,1. F.iplicalio.
- 1 Rli. i-|8i. F. J4' - 1 Fich. fldnäir. JJ. JJ*.
Sieb alles Kapitel.
Das linksmainisehe Stadtgebiet.
Wie auf dem rechten Ufer, so schicken wir auch auf dem linken
der Beschreibung der Schutzanlagen einen Überblick über das Stadt-
Natürliche Beschaffenheit.
Auch auf dem linker Mainufer unterscheiden wir die Höhe
und die Flussebene, Hauptteil der erster«, ist der Sachsen-
hauser Berg. Er steigt im Süden und Osten fast unmerklich aus
der grossen Ebene des Maintales empor, zeigt aber im Westen und
Norden einen deutlichen Abfall, der sich da, wo er dem Main am
nächsten kommt, am Muhlberg, zu einem schroffen Absturz steigert.
Die Linie der höchsten Erhebung liegt zwischen Bischofsweg (l) und
Landwehrweg (2) und weiter nach Osten in der gleichen Richtung.
Der Börnchesgrund teilt den Berg in eine Ost- und eine West-
hälfte. Als westliche FortsctMing zieht sich, vom Sachsenhäuser Berg
durch eine Senkung getrennt, eine viel niedrigere Sanddüne zum
.Mainknie bei Kelsterbach.
Die Flussebene, am schmälsten in der Mitte, wo der Berg
schroff abstürzt, nimmt nach Osten und Westen allmählich an Breite
zu. Zwei prähistorische Mainarme durchziehen sie, das Sachsen-
häuser Bruch, das wir in Ober-, Mittel- und Unterbruch teilen,
und dasSchwanheimer Bruch. Erstcres nähert sich von Osten her
f i ll vs ilem Schönhauser liere;, !■::> es deti I-u-i-i des Mehlheies beinahe
berührt; darauf entfernt es sich wieder, um kurz oberhalb des Roten
Hamms den Main zu erreichen. Es schliesst daher mit dem Berg
zwei Streifen der Flussebene ein, die vom Mühlberg aus nach Osten
und nach Westen breiter werden. Etwas oberhalb des Mühlbergs
hat das Bruch eine nördliche Verzweigung. An zwei Stellen ist der
alte Hussbcitcharakter des Bruchs verändert, schwächer beim Stein-
weg durch das vom Berge herabgeschwemmte Erdreich, stärker
beim Sandhof durch die Geschiebe Jet Königsbaeh. — DasSehwan-
heimer Bruch beginnt beim jetzigen Oberforsthaus und zieht am
Eussc der Sanddüne zum Main bei Kelsterbach.
Folgende Wasserläufe kommen von der Höhe: 1. Die öst-
liche Königsbach, im Unterlauf auch liöd ergraben und
die Senkung tischen Sachsenhäuser Berg und Sanddüne, spaltet
sich zweimal und erreicht den Main, indem sie sich übet das Ge-
schiebe, mit welchem sie das Bruch überlagert hat, ein Ben gräbt.
Nachbargebiete.
Als Nachbargebictc kommen in Betracht für die letzte Zeit der
territorialen Entwiclthmjj die Gemarkungen von Offenbach, Schwan-
heim und Kelsterbach, sowie die südlich an den Stadtwald grenzen-
den fremdherrlichen Wälder, für die frühere Zeit seit Besinn des
Land wehrbau es ausserdem noch Oberrad bis 1.(25, das Kiedhofgelände
bis tjjj und Niederrad bis 1569. Odenbach und Oberrad gehörten
zur Grafschaft Bomheimcr Berg.' Unbequeme Nachbarn waren stets
die jeweiligen Inhaber der Vogtti im Hain und gelegentlich die
Mainzer Bischöfe, denen das Dorf Schwanheim und die Jurisdiktion
über das Schwanhcimer Bruch zustand.
Gebietsteile und Grenzen.
Da das linksmainische Stadtgebiet während der Landwebrzeit
noch in der Entwicklung begriffen war, so ordnen wir die Gebiets-
teile tunlichst nach der Zeit ihrer Erwerbung.
A. Die alte Sachsonhiuscr Feldmark.
Die Gemarkung de- ehemaligen Dorfes Sachsenhausen reichte
um ijjo wahrscheinlich im Weste:] bis an die Konigshach; i:n .Süden
bis an das Bruch und seine Verzweigung; im Osten bis J11 den aus
letzterer kommenden Ahlengraben, den Offenbacher Fussweg (4)
und einen ku.r-.en Quergr.ilvn van diesem ;inn Maine, in ihr lagen
im allgemeinen die kleineren Güter nach innen, die grosseren nach
aussen. Ihre Teile sind:
:r i : ulgc nennen wir die t'silichc Kiti^sImc:! : ItijJururjiieti, die wesl-
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- 1,6 -
I. Der obere Mainwasen, nördlich vom Mainwasenweg ( 5),
U. Der untere Mainwasen, nördlich vom Leinpfad (6).
III. Das Obcrfeld, mit unbekannter Wcstgrenze. Das Flur-
buch lagt hier noch mehrere grosse Güter, doch ist mir über sin
jus früherer Zeit nichts bekannt.
IV. Das Mittelfeld oder Zingelfeld. Weslgrenze wahr-
scheinlich die Oppeniicimer Strasse (9). Grosse Güter daselbst sind:
1. Die Glauburgischen Äcker, zwischen Oppcnheimer
2. Hin Holzhausenschcs Grundstück, Flurbuch No. 211,
nördlich vmii vorigen. Weiteics wird beim Bruch zur Sprache
kommen.
V. Das Unterfeld. In ihm westlich der kleineren Äcker
folgende grosse Güret:
1. Die Hundert Morgen oder die Wallbrunn isch en
Äcker, Flurbuch No. ry ; [268 urbar gemacht; im XV. Jahr-
hunden den Gänsen vn:i W:ülLirutin, im XVIII. dem Frei-
herrn von Wetzel gehörend.'
2. Das Rodebruch, zwischen vorigem, I : raucnweg (j8),
Kmiigshidi und Hrinli. Uriprüiiglieh ebenfalls Wald und
früh im Besitz des Deutschet] Ordens; 1273 als Noval nach
seinen Grenzen genau bestimmt.' Im Hurbudi enthält diese
Gegend j giusie AlLtm ticke, von denen 3 dem Orden,
2 denen von Frankenstein gehören.
j. Ein Deutschherrenacker, Flurb. No. 43, da* Nordwcst-
ed< de-; Unterieide-; li:lk':-.d, ziemlich troiä.
B. Das westliche Wiesen gelinde.
Das westliche Wiesengelände besteht aus dem Sadist: n hau sei
Untcrbruch und einer Reihe von Gütern, meist Wiesen, die an der
ktinigsi'.idi /wischen Fiischofsweg (1) und Frauenweg (jü) l.ings der
alten Mieder Jader Grenze 1 liegen. Wann die einzelnen Güter zur
Sachsenhiusei Gemarkung gekommen sind, ist nicht bekannt. Es
sind folgende:
1. Das Stück — Flurb. No. 18 an der Oppenheimer Strasse. 1
2. Des Deutschen Ordens Lange Wiese, das ganze Unter-
hruch um lösend. Sie erscheint mich 1:75 als »pr.itum Hartum Ji inilmst'
im Besitz des Reidi-mmi-iiT^ai ll.irtimu von Sachsenhausen. 1
1 Ball. I, Vi], 10. - »Ball. 1, Iii- — > Niedert", ümi'litßtiiunii ii*S.
Ulgb. B. 4a, Gggg-, Tom. I. " "
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J. Des Deutschen Ordens Winkelwiese, von der
Kouigsbach umflossen, doch sudwestlich übet sie hinaus bis zum
Mühlen weg (60) reichend.
.(. Der Deutschordensacker := Flurbuch Nu. 5; früher
wahrscheinlich Wiese. S. das Folgende.
5. Die Frankens teiaische Freiheit. Sie erweist sich ;ms
Folgendem als ein altes, schon vor ijjS bestehendes Hofgut.
a. Im Flurbuch findet sieh als No. 6 ein Gelände, weiches die
[iömLiv.Mcli mm Fek der I-.mgt.-n- und Winkelwiese bis bei-
nahe zum Mittelweg (7) berührt und mit einer schmalen
Spitze gegen den Sandhof vorspringt. Ks wird als Franken-
b. 16.68 zieh: die Xicdcrrädcr Grenze vom Main her »umb die
Spitz oder Eck heruutb, wo die Kloische [— ClccischeJ oder
im Frankensteinische freyheil steht ... mit einem
Wassergraben umb fangen 0. liier ist offenbar der Franken-
steinische Acker gemeint. Der Ausdruck «steht" weist nicht
auf das Gelände, sondern auf ein Gebäude, Dieses ist also
mit einem Wassergraben umgeben und steht auf der Spitze
des Grundstücks.
c. 1558 gibt der Orden beim Kammergericht an, die Königs-
bach fliesse durch des Ordens Wiesen bis an das Höfchen,
wu diese die Breite genannt würden. Daselbst neben des
Ordens Wiesen auf der von Gleen Gut hab eine
sind die Winkelwicse und der spätere Dcutschhcricnadicr,
Flurbuch No. 5, der demnach ijjS noch Wiese war. «Der
von Gleen Gut« ist das Gelände Flurbuch No 6, das »Hofchen«
aber der Gutshof, über dessen sjcii.uicre Ligc jedoch aus dem
Ausdruck "bis an das Hofchena nichts zu entnehmen ist, weil
mit »Höfchcnn auch das ganze Grundstück gemeint sein kann.
Die Mlihlc endlich kann nur zwischen der Nordostspitze de*
Stückes No. ; und der Nordspit/.c- der Winkelwie.se gestanden
haben, weil nur hier die Bach zwischen «des Ordens Wiesen«
und «der von Gleen Gut« flicsst.
d. 1318' wird als Ostgrenze der Holz heck angegeben der Weg,
der aus Rudolfs von Sachsenhauseu' Hof, der da lieget
1 Scharff, Dreisith 156. — 1 Schaff, Dreieich 14t. — > Et war Schuhheiu
i»a und starb 1J70, Bjtt, VIT, ij.
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auf der Frauenbach, geht. Auch hier kann nur an No. 6
gedacht werden. Die Lagt »auf der I-'raucnbach« bezieht sich
auf das Grundstück, der Hof selbst kann nur auf der Spitze
gelegen haben, an welcher auch später noch der genannte
Weg (Mühlen weg) vorub erfährt.
6. Ein Stück unbekannter Zugehörigkeit, nördlich neben dem
7. Die Stoekische Wiese, 1727 Henrici, 180J Bernhard
Stock gehörend.
8. Die Frankemteimschc Wiese, zwischen Bischofs weg
und den zwei Armen der Königsbach.
9. nAuf dem Kamthl", Acker am Nordrand des Bischofswegs.
C. Der Wald und seine Teile.
Karl IV. verkaufte 1372 dem Kai den Rest des königlichen
Waldes bei Frankfurt. Die Grenzen dieser Erwerbung liefen folgen-
den» asseu :
1. Vom Kodersteglein der Offenbacher Strasse (18) um die
Ost-, Süd- und Westseile des Waldes und zum Südosteck des
Sehwaiilicimer Bruchs hüirlisiw.ilirscliemlidi wie beute.
2. Von da entweder mit Eiuschluss der Holzheck' westlich,
nördlich und ostlich um diese herum, oder mit Ausschluss derselben'
längs der Mörfeldei" Stusse (37) zur liicdbrückc.
Von da an der Köiiigsbudi zum Bisdiufsweg (1).
4. Am Bischofsweg, der dort später Wald- und Feldmass schied, 1
/in ( l]i]iullicimei Strasse (9).
j. Gegen das lliedhöfer Gelände und das Unterbruch : längs
der Oppenheimer Strasse.
6. Gegen das Mittel- und Oberfeld: am Nordrande des Bruchs
bis zum Sttalenbergcr Gelände. Dass der Wald das Bruch noch ein-
spricht der Umstand, dass der Abzugsgraben der Deutschherren-
mühle, der über das Bruch zum Stadtgraben führte, gerade bis zum
Nordrand des Bruchs von den Demscblierreu, jenseits aber von den
Sachsenhäuser Ciärrncr« s^eie^t werden musslc.'
■ Ihre Graue 1 S. 147. — ■ S. S. jjK. - I S. S. 1)9. - 1 Uglb. A. jj,
A-E. -- 1 Landsclicijeb. I40J.
L'i j tizo-j b, Gl
7- Gegen Jas Stralcnberger ; wahrscheinlich schon längs
Jessen heutiger Grenze.
8. Gegen die Westseite der Oberräder Terminey: vielleicht
schon so, wie die heutige geradlinige Grenze zwischen Sachse ti-
li just/n und Oberrad, Diese bestand nach Seharff schon im XIV, Jahr-
hundert.' Die heutige Sieinutis; ist von 1787.
9. Gegen die Südseite du Ox-mder Ter:u/icv bis zum Rüdcr-
steglein: wahrscheinlich wie heute.
Eingeteilt war der Wald schon 1372 in Lehen, Buchwald e
und Porst. Die Westgrenze des Lehens bildete der Klosterbeer-
heekenweg, die des Buchwalds der Kohlweg.
Bald nach der Erwerbung begannen die grossen Rodungen im
Buchwald. Sic erstreckten sich auf die am meisten nach Norden
■■'.;::> -Irmhilde:! Tale, den Xiederräder Herg im Westen, den
Alten Berg im Osten und den Neuen Berg in der Mitte. Da
sich der Kaiser das Rückkaufsrecht vorbehalten hatte, so bedurften
1, jedenfalls im Anfang, besonderer lirrniichtigLmt;.
[. Der Nlcderrfliler Berg.
Bi«:,o^wcg (■), Welschen Weg (62) und Oppenheims Strasse (.,)
liegt, nenne ich Niederräder Berg, obgleich ich diesen Namen
nur für den Teil südlich vom Bischofsweg belegen kann. Wann
diese Gegend gerodet wurde, ist unbekannt. Im XVIII. Jahrhundert
hatten seine ostlichen Bezirke- Wein steuerwiesen und Kiedhufcr Acker
(letzterer jetzt Louisa) — Feldmass, das Übrige Waldmass, 1 Bis in
die neuere Zeit gehörte die Gegend zur NiedcnäJer Terminey, Der
Grand dieser lirschciming ist unbekannt. Ihr heutiger Waldbcsrand
ist sehr jungen Ursprungs, Im Mittelalter herrschten die Äcker vor.
Teile:
1. Der Niederräder Berg im engeren Sinne, 1 der Vorsprung
ii Bischofs weg.
. Die Dreispitz.
■ren Ackergütern.
Strassen der Fimkeafnrt, ohne Quelle. — ' Flurb. — i S.S. 198.
140 -
II. Der Alle Berg.
Als Alien Berg im weitesten Sinnt bezeichne ich den Teil
des östlichen Buchwaldes ;:e.isc!ieu Liuidwehivee. und Sachsen häuscr
Feld, der nicht zum Neuen Berg gehört. Auf seine erste Rodung
bezieht sieh wnhl das AI |-.(il;'.iii:^-|Tivile^ Karls IV. von 1374 und
die daratl üi.g jrule l'.tr/elHcruns von 6uj Morgen zur Anlage von
Weinbergen.' Die Güter im Alten Berg wurden mit l-'eldmass ge-
messen und waren /.ehempllichiig. In dem später gerodeten Neuen
lierg .il'er behielt 111.111 aas unbekannten Gründen das Waldmass bei.
Auch bestand dort keine Zebempflicht, dafür aber die am Wald-
boden hahende Veri-lliei-.uiii:; :'.:n:i iirückenzins.
e äugen Die Grenze zwischen dem zchempHichtigen Alten und dem
Konto zi; |u;nt freien Neuen Berg konnte icb für 1502 durch Vergleichung
einer Steinung zwischen beiden Bergen aus genanntem Jahre" und
einer Begebung der Grenze- /wischen l-'e]J- und Waldmass von 1646,'
verbunden mit Nach forschungen im Gelände und Messungen auf den
blurlarten ermitteln.* Sic lief vom letzten Steine Jer (JberraJer
Grenze längs iler Landwehr zum Wer.del-weg ; an diesem westlich
hinab zum Wegstein 51; hinüber zum Grasweg im Huppcnackcr (421!);
diesen hinab zu dessen Knie; zurück zum Wegstein 24 des WenfJels-
gebmehene,-. Linie über du, Mühlgraben zum Weystein 2 des Lc.tig-
kautwegs; dann an diesem hinab über den Hei Ii gen stock zur Offen-
baclier Strasse; endlich an dieser zur Quirinspforte am Steinweg.
Durch ihre Unregelmässigkeit verrät .sieh diese Linie als die ursprüng-
liche Grenze zwischen den beiden Bergen und somit auch als die
zwischen Feld- und Waldmass in dieser Gegend. Die späteren Ver-
änderungen dieser Grenze zu Gunsten des bcldmasscs werden beim
Neuen Berg zur Sprache kommen.
Teile des Alten Berges sind:
AA. Das Sachsenhäuscr Oberbruch, von der Straten -
berger Grenze zum Sieinweg. In und an ihm sind hervorzuheben :
I. Der Wolfsgarten, zwischen dem Bruch und seiner Ver-
zweigung.
1. Die I.ahn leben.' Der Bclagerungsplan hat hier sieben Teiche.
1 Fellner, Btitr. 1111 Gesch. da Sudtwaldo, 1B91. — ' Uylb. A. 92 N und ibid.
F. 1. — * Ufilb. N. 84, Nu. IjO. — * A-.lt I1.::;l-,;.i::;- der lieweLsiLiLjULCulL um-
liier verzidMel wer Jen. — > So Jer V ulk sinn hl!, Jic K.irlen mei.i «I.aimlrtetn. ]!.:•
richtige Iii .LeiJlcbeii°. Inj.il/n. Tum, VII, f. nub, 1578 Im »ein morgen wisen
Digitized ay Google
-,. Das Muntbruch, 1404 Kodebruch,' 1411 das lange
btueh* genannt. Es reichte östlich bis zu einem noch vor-
handenen breiten Qiier^rabcn auf der Grenze der Gewanne
II und III, der es von den Lahnlcben trenn!, westlich bis zum
Mühlgraben. Sein westlicher Teil diente später dem XIII.
Quartier als » Bürg erb! eiche«. '
4. Das Bruch zwischen Mühlgraben und Steinweg.
Auf ihm zeichnet der Belagerungsplan Gärten und Wingerte,
sowie fünf Teiche; nördlich neben dem Bruch aber am Stein-
weg einen Wasserhof. Es ist der schon 1381 vorkommende
Hof zum Hude.'
BIS. Das Hohenrodcr Gelände, ein Teil der Feldmark des
r.ech zu «mahnenden Dorfe Hohenrode, det s:ch zwischen
'J.:(.:iip;'t:ri. u.'J N.i-;:f»-i'. I 1L..1 ;-.ie; \Vc>t in-.! Om^oi-h
erstreckte. In ihm befanden sich:
1. Die »Hohcnroder geriet«. PlWenÜnder iwiscl.eu dem
südlichen Kandgraben des Muhlbruchs und dein Mühlgraben,'
1. Der »Hohenrode; born«,» der Btunnen am MQhlberg-
weg beim Hingang des Seehotwegs.
CC Der Niederwald- Seine ursprüngliche N'ordgrenze
war wahrscheinlich das Btuch. Seine Südgtenzc lief vielleicht einmal
Digitizcd öy Google
- I 4 2 -
Strasse (21). Hier wurden r)7'i zuerst die Wingeite angelegt. Die
lic^achim-.j • Mi-.:: Ber^o erstreckt sich auch in die Oberrlder
Tcrminey, was bei der l-'ragc u.ilIi der ur.s] jrün i i c licn GretKe viel-
leicht in beachten ist. Der Teil zwischen Ahebergweg und Gold-
bergweg (17) heisst auch Goldberg.
Der grössere westliche Teil des vom Buchwald bedeckten
Herges erhielt, da er spater gerodet wurde, als der östliche, der
Namen Neuer Berg. Die erste Rodung scheint hier 1376 statt-
gefunden KU haben. Sie hatte, wie heim Alien Her;;, vorzugsweise
die Anlage von Weinbergen zum Zweck. Die Besonderheiten der
Güter im Neuen Berg, W.iklni.iij, Zehnt ("rvi Ii ei: Lind liriickenziu- sin.!
schon erwähnt. Seine Südgrenze ist mit der Zunahme der Undingen
allmählich bis zur heutigen Ausdehnung vorgerückt. Letztere scheint
aber schon im XVI. Jahrhundert im Ganzen erreicht worden r.u sein.
B«- Folgende Teile des neuen Bernes wurden später deni Wald-
spinlnfcung maii entzogen und dem Feldmass zugewiesen :
''msM««''" *' Strich Östlich vom Wendelsweg (19) und Lettigkaut-
weg (22) und
2. der Strich :u'irdlicli Jei Murfeldcr Sirasse (-7) zwischen Stein-
weg (19) und Uruttibrimiu-ciweg (;;), beide spätestens 16.)*;'
3. der Strich östlich vom Mühlkanal vor linde des XVIII. Jahr-
hundens;"
4. der Strich nördlich der Mörfelder Sirasse zwischen Bruch-
brunnen weg und Oppenheimer Strasse ebenfalls vor linde des
XVIII. Jahrhunderts, aber nach 1727, weil damals das Riedhöfer
Viereck noch Waldmass hatte. 1
Di« Die Wingcne des Neuen Bergs bildeten zusammen mit denen
Hüterin 1. des Alten einen einheitlichen Aofskhtsbezirk, der, wie die Wein-
berge des Riederberges, der Hur der Hecker anvertraut war.
iiiiter ücrLicksiL-luijjiui« der nicht aufgenommenen Wege crsclilics-cn
lässt, inlgetide gewesen sein: Nnnirarui des Herges vi 111 derMiii fehler
/.ur Oliail'a.licr Strasse »zwischen St. Wedelirigs Weg und dem
1 C rt a ri 11 nvi^äitn \Vj]J. l,ih> ! : J,ir,i is, i <■](.. Vgl\i. IS. Nu. I(U,
].. 19 - ' Flurb. - J Rurl. mi.l Liicdlk.ler .VU-ibudi 17.17, .Vij.]h. Ii. Kjitcn
-Riwüiof.; s. S. in. - ' Dp.lt>. H. 1*. E 6.
- 143 -
Hivnerweg vor Leck erhüben wiiigcn steet eyn alder stes'iic«;
Oflenbacher Sirasse; Mühlgraben; Seehofweg; Goldbergweg; Ober-
rlder Grenze; Laiidwehrwcg: Oppenheimer Strasse; Mörfelder
Die Bestandteile des Neuen Berges sind:
AA. Das Sachs enhäuser Mitte Ibruch vom Steinweg (to)
m Oppenheimer Strasse (e>). Bei der Aufzählung seiner Teile haben
wir [flr die Zeit nach 1 373 das .uiincnzeiulc Mittel leid n'.ltr.ib-.T.-.c':-
sichiigcn. Es folgen sich also im und am Bruch von Osten nach
Westen ;
1. Der Deutschen Herren »Gar thus«, in einem ummauer-
ten Garten, westlich um Steinwcg, niiiolick um Bruch gelegen,
schon 1372 hek.iuri;.' /m ihm gehörte seit unbekannter Zeil
der angrenzende Teil des Bruchs. Beide Grundstücke ver-
einigt erscheinen im l-'lurbuch als »No. 16, des Deutschen
Ordens Steinwiesea.
2. Der Hof Siegfrieds zum P.iradies, neben vorigem.
»Graben und l-'leciein' anstieg:, 4 Jen ihm aber Karl IV. 7572
111 behahen erbuhte und sogar 1374 urkundlich m Eigen
überliess. Letzterer Rechtstitel stand aber im Widerspruch
mit dem Verkauf des Waides an die Stadt. Daher bemühte
sich 1456 der damalige Besitzer Conrad von Glauburg ver-
geblich, au!" Grüne der er\v.ii:r.-.cn Urkunde zu bestreiten, diu:,
sein Gut im Bruch auf einem Teile des an die Stadt ver-
kaufter. Gebiet Üege. I;r r.iusste iiie L'ilnnde dem Rate aus-
liefern, von diesem das Gut in Erbleihe nehmen und sich
*um Brttcketiüins bequemen.' Das verliehene Stück Bruch
reichte aber »von dem heiligen hufz bifz an das brach«, d. h.
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- 144 -
gebenen »Flcckenu einen Weiher.' Der ganze Bezirk war um-
zäunt. Auf dem Hecke» aber stand später Jer Brom nie»
Hof. Von icitiL-ii Gei'juilen zeig: Jer livlajierungsplan nur
den Hauptbau, und zwar als liuine, M. 1, 17 dagegen ein
stattliches, melirstoelugts, sehidergedecktes Herrenhaus und
im Norden einen Torbau, an de» sich zwei andere Gebäude
erscheint auf diesem Plane trocken, auf M. I, ty mir Wasser
gefüllt. Der ältere Hof Seglncds :i<>:di.;'i de- Uiuclis, fehlt
aut beiden Darstellungen. l:r wird Irüh eingegangen sein.
; Das Lange Bruch, det lange Weiher zwischen Bruch'
.hxiiU'i ,;:id l )|i|iei:l ti :ie- ■'Ii.».- S1-1 ->i..Kja:P:i: i-.i ,: r.n
Strasse scheint 1577 durch eine Mauel verstärkt worden au
HB. Der Streifen /».sehen Windbruch und Berg
In .hm sind hervorzuheben ;
I, Der Zipfel zwischen Stein*ee. Morfelder Strasse und Weg [n,
deutlich «keonbar auf dem Belage! eng splan und M. I, 18;
im I luibuch No. 17. Baumstütk des Ackergerichts.
2 Das Gelinde des spateren Apothekeihofs, »bei dessen
früheren Zustand mir nichts bekannt ist,
j. Das Riedhüfei Viereck, zwischen Mörfeldet Strasse
und Bruch.
4. Das Kiedhöfer Dreieck zwischen Mörfelder Strasse und
Ziegelhüttenweg. Beide hatten, weil zum Neuen Berg ge-
hörig, Waldinass. 1
CC Der eigentliche Berg. In ihm lagen:
1. Das Dorf Hohenrode. Die Gegend nordostlich vom
llainerwcg hiess Hiinerberg oder Mahlberg. Dort
stand lange vor dem Waldk.uif ein Di'H-fdie», Jas hohe
Kod genannt. Weder seine Lage uncli die Ausdehnung seiner
Feldmark, die, wie wir sahen, auch in den Alten Berg hinein
reichte, ist genauer bekannt.
Im Neuen Berg erinnern an Jas Dorf die Namen:
Hoenroder berg' = Muhlberg, Hoenroder Strasse 5 =
Mühlbergweg (13) und die Hohe Radmühle. Seit 1377 liess
der Rat das Dorf abbrechen. Die Kosten werden i J77 und
!)79 verzeichnet.'
2. Die- Mühle zum Hohen Rod, auch Hohe Radmühle
und Deutschher rennt üble genannt, schon im XIII, Jahr-
hundert im Besitz des Ordens.
;. Der Seehof, früher [''ersgarten' genannt.
Der Deutsche Orden kaufte 128} »vivarium seu laciim
apud fontem dictum fersbunic. 1 Dcrl'crsborn speiste den
See. Er gehörte nicht dem Orden, sondern der Stadt, war
ummauert und hatte nur vom Fersbrunnen weg (20) eine
Zugangs treppe* An der Südseite der Ummaticrung war nach
dem Seehof zu vor Kurzem nocli der rot-weiss bemalte
Frankfurter Adler vorhanden. Von der runden, basaltenen
lirunnenfassung liegen Stücke umher. Aus dem See ftoss das
Wasser in dem noch vnrlian Jenen künstlichen Mühlgraben
zur Mühle, wo es in der lernen Zeit des Betriebes (XIX. Jahr-
hundert) ein gewaltiges Rad von obenher bewegte. Der
Abfluss ging Uber die OrTcnbachcr Strasse und — wahrschein-
lich schon im XIV. Jahrhundert, belegt für 1404' — quer
über das Bruch, dessen sämtliches Wasser er abführte, in den
Stadtgraben. — Am unteren Ende des Sees standen spater
zwei Gebäude, der grosse und der kleine Seehof. Letzterer
ist nebst einem Reste des von einer Mauer gestützten Stau-
dammes erhalten. — Auf der Westseite des Seehofsgeländes
(des Fersgartens) stehen noch 5 s.atrlicheGrenzsteine von 1811.
IV. Der Sladtwald.
Der nach den grossen Hudungen übrig bleibende Teil der 1372
eiwoi'.icnen W'ald:l:iche bildet den heutigen Stadt wald. Auf ihn
näher einzugehen haben wir keine Veranlassung.
D. Die Oberräder Terminey.
Das bescheidene Gelände des Dorfes Oberrad wird gegen
Orlenbach durch den R iid e r g r 3 1> e n , Regelt das Stralenbcrger Gut
durch den Lehngraben am Südrand des Bruchs, gegen den Wald
im Westen und Süden durch die bereits besprochenen Linien be-
grenzt. Die Dreiteilung seiner Feldmark ist nicht genauer bekannt.
Im Osten der Terminey lag nördlich am Offenbacher Fuss-
ve S (49) die den Johannitern gehörende Fleschenbarg, Sie ist
' Rb. — 1 LandselieiJeL.. 1,0] L1] ,a 5U!ls t, _ 3 Hau. VII, jj. — ' Fiurb.—
I Unduhddeil.
- n6 -
jetzt verschwunden; doch ist ein sku'.ptiqrier Stein von ihr an einem
Hause am Nordrande der Olietihadter Chaussee östlich von Oberrad
angebracht.
Das »obere Rod«, ursprünglich zum Frankfurter KönigsgtH
gehörig, später vom Reiche verpfändet, wurde 142; mit Einwilligung
Kaiser Sigismunds gegen eine Zahlung an die damaligen drei Pfand-
herren vom Rate eingelöst, Gericht und Dorf zu Oberrad wurden dem
Rate als Rckhslchen übertragen und von ihm beständig »gemutet und
empfangene. ' Nachdem der Kaiser J11 Schultlieiss, Schöffen und
Gemeine des Dorfes geschrieben, sie sollten dein Rate zu Frankfurt
gehorsam sein, bis das Reich das Pfand einlöse,' fand am Sonntag
nach Ostern die Huldigung statt.
E. Das Stralenberger Gelände.
Das Stralenberger Gelände wird eingeschlossen im Osten
vom Rödergraben, im Süden vom I.ehngraben, im Westen
zuerst von einer gestaffelten Linie vom i.elingraben zum Nordrande
der Verzweigung des Bruchs, dann von der oben geschilderten Grenze
des Sachsenhäuser Oberieldes. iis war ein kurmainzisches Lehen. Der
Hol", zu dem die Gerber r.nihle gehört, bestand schein vor i;n, denn
damals erscheint er berd::. ils ■ .1 j'r;.gc::iu:ril'"-> ti.v.tr-.'- verliehen. 1
lieliatiru ist er nach einem Inhaber, I lertwig von Stralenberg, der um
1 i)" nach i : ratikfutt kam, 1 j;6 in den Rat gelangte und 1370 starb, 1
Das Gelände enthielt auf entern Kaum alle zur Wirtschaft
nötigen Boden formen : Ackerland, Wiese und Wald.
Teile:
1. Der Mainwasen, durch den Abfluss der Mühlbach in
einen oberen und unteren geteilt.
2. Das Stralenberger Feld mit Hof und Mühle; Dreiteilung
nicht näher bekannt.
3. Der Stralenberger Wald, auch Junkerwäldchen
genannt, im Osten /wischen Bruch und U int ergraben.
4. Das Stralenberger Bruch.
Zu unbekannter Zeit wurde das Stralenberger Gelände teils der
Sachsen hause r, teils der i)bcrrädcr Terminey zugeteilt. Als Grenze
diente der vom Lehn graben /um Main ziehende Speckgraben,
' Bau. I, 73? nid.Chron, 1,464. — • Mglb. E.47, Neu. — » von Nalhusius-
Ant. I. - < Bali. I,
dessen Entstehungszeit wir ebenfalls nicht kennen. Seinen Wesi-
nnd begleitet Jer Speck weg.'
F. Das Riedhofgelände.
Das Ried In lüiel.'hide erstreek; sich zwischen Unterbruch und
Oppenheimer Strasse nach Westen, wo es in der Mitte von der
k;'ti: ; ;r,ixich, nördlich und südlich von Teilen des westlichen Wiesen-
::e!jndes Litj;r^[!/[ wird. Iis w.ir mit seinem sehr allen Hofe, dessen
Gebäude eist |802 den heutigen weichen niussten, ein Reichs-
lehen, also nicht zum Stadtgebiet gehörig. Der letzte Lchns in haber
war Jacob von Prumheim. Er erwarb 153t das Eigenram an
Hur und Gelinde, verkaufte es aber schon 15J3 an die Stadt."
lieb anders als heute, folgcndermassen : von der Mündung der Königs-
bich nn deren linkem Ufer hinauf bis über den Frauenweg (38);
djmi westlich Liu^LieiifLiJ, um die I -r ;in l-z fn r.tu-i: it r Freiheit und den
DiLiischlier-cnackcr Xo. i .uiszusehliessen ; dann an der Buch, und
»■n diese gespalten, an deren linkem Arm hinauf zur 0|>pei]lic:me:-
Strasse (<)), an dieser eine Strecke nach Westen; dann nach Süden
zur Kreuzung de:. Sandlüiler Sdi.ilmebs ((.2) mit dem Hiscliofswcg (0;
-an letzterem zur MörfeUlev Strasse (27); an dieser zum Südosteck
des Schwann eimer Bruchs; am Bruch hinunter zum Niederräder
lehluiark;;raben; endlich an diesem zum Main oberhalb des Koten
Hammes. Die Inusteliungszeit dieser Grenze ist unbekannt. Nicht
:"s;i:l; litt ist auch, warum sie die Holzheck, die seit 1484, und den
Ke;iirk Niederrädcr ücq; im weiteren Sinne, der stets zum Stadwald
-irlu'.rto, tkkIi mit eiiiMlmcss;. Sp.ir.u- erhdir die Niedcrrader Terminty
eine prasse Yer.indeliU)!;, indem sie Weiten den uitkehen Teil Je-,
.Sehwankemier Ktl:c:is gewann, wahrem! sie im Osten Elolzheck und
Kieiiei i.'ide: Ik-ii; einbftssie. Sn entstand die heutige Grenze. — Die
Strecke Oberforstiistis bildmarki^mben wurde 1719 reguliert.
Vom Dorfe Niederrad besass seil 1 jfi.; hranUun drei Viertel, der bmIIi.
Deutsche Orden ein Vierte L* Der Anteil des Ordens erlosch erst 1842.
Krück P | i | I I Sj.ithbracken kommen Ort«, v.r. -
' Mgll>. E.16. Na Sund So. 11. — > Grem^lieei; ■.-,,,„ ji.l,!,. n:f.M. I i-!K Ii.
gegtbe" werden.
□ igifeed by Google.
Teile:
I. Der Mainwasen, zwischen Leinpfad und Main.
II. Die Niederräder Feldmark mit dem Dorfe Niederrad,
zerfallend in Mainfeld, Bruchfeld und Galgenfeld.
III. Das SandhöferGelände, Ackerland zwischen Main und
Bruch. In ihm der dem Deutscht» Orden gehörende Sandhof.
IV. D ie D eutsch her ren wiese, das Bruch /wischen Sifullinf
und Niedcrradcr Feld, von Heinrich VII. dem Orden geschenkt.'
V. Die Holzheck, IJj8 von König Ludwig dem Orden ge-
schenkt.' Ihre Grenzen waren damals: im Süden die Merfelder Strasse
(27); im Westen Schwann eimer Bruch und Niedenäder [Galgen-]
Feld; im Norden der teutseticn Brüder Wiesen; im Osten der Weg
der aus Rudolfs von Sachsenhäuseii Hol" geht, d. h. der Mühlenwee
((■<>); als» im Westen und Osten die ahe Niederräder Grenze.
Als Karl IV. 1 572 den Wald der Stadt iil-erliess, be.ms]»i'uchie
diese auch die Holzheck als dazu gehörig. Der Streit mit dein Orden
dauerte ühcr ein Jahrhundert, bis er 1484,' dadurch beendigt wurde,
dass der Orden gegen eine Geldsumme die Holzheck dem Kate über-
lief, sich al'cr den Schafirieb In: f-Yankluncr Walde vorbehielt. Die
Grenzen des dciLisciiherrUciuni S.-kaluiirbs wurden damals durch zwei
Reihen sogenannter Sc h ;i fers teilte bezeichnet, die vom Sandhof
zur südlichen Waldgrenze liefen und fast alle noch erhalten sind. Von
der Holzheck lag jetzt nur die Südostecke im Scliaftrieb, der Rest
wurde seitdem von der horsivenvalti;:]^ K i t.mdig gehegt.*
Ackerland lag jedenfalls im Osten. Dort linden wir im Flurbuch vier
Ackerstüeke, die damals mit dem Feldmass gemessen wurden. Ihre
Besitzer sind von Norden nach Süden: das Forstamt (» Sandacker«),
die Fraiikenstciner, der Orden, das I-'orstatm.
VI. Der Niederräder Berg, lir ist oben schon besprochen
worden.
Wege Verzeichnis.
Auch hier beschränken wir uns auf die wichtigeren Wege,
deren Vorhandensein bei der Anlage der Landwehr sicher oder
wahrscheinlich ist.
1 Schaiff, Drei «dl 144. - 1 Ibid. 145. — I Schirff, Dreäefeb, 149. _
- T 4 9 -
A. Woge von Sachs eil hausen.
Geordnet nach ihrem Ursprung au den 5 schon 1350 vor-
binden en Pforten.
I. Von der Pforte am Kulihirtenturm: Ma in was tn w eg (j)
mainaufwärts. Am Steg der Gerbermühlc mit .( vereinigt.
II. Von der Miiblpforte: t. Offenbacher Fussweg (4) zur
Gevermühle und dann all »Apll-lilicc« nach Ottenbach. — Aus ihm:
Mühlbruchweg ( S ) zur Offenbacher Strasse (11).
III. Von der Affenpforte :
1. Weg am Graben (57), zum Mühlbruchweg (j).
2. Steinweg (10), über das Bruch. Aus ihm entspringt am
Nordrand des Bruchs der Fussweg (}o) nach der Mürfcldcr Strasse
(27) zwischen Steinwicse und Stuck 17; an dem freien Platze süd-
lich vom Bruch aber folgende sieben Wege:
a. Offenbacher Strasse (11) = jetzige Landstrasse bis zur
Uuhebank + Oberräder I-usswcg. War bei der Deutschherrenmühlc
bis in die neueste Zeit dem Hochwasser ausgesetzt. — An derselben
Stelle wie a entspringt
b. Mülilbcrgstrassc (12) = Mühlbergweg + jetzige Offen-
bacher Landstrasse. Hochwasserfreier Fahrweg nach Oberrad. Der
Mühlbcrgwcg hicss auch »Stcinwcg». Denn die Sternwarte
an ihm heisst 1426 und 1417 Warte oder Turm "uff dem stein-
weg», die Landwehr daselbst Landwehr am Steinweg.' Auch
Hohenroder Weg? — Die Strecke (rj) vom Abgang des Ober-
riik-r Fusswegs zu dem des Seehofwegs (im) wurde erst 1409 an-
gelegt. 1 — Aus dem Mühlbcrgwcg entspringen:
a. Lettigkautw eg (21) einerseits /.um Wendelsweg (19),
andererseits zur Offenbacher Strasse (11).
^ Seehofweg (12a).
c. Hünerweg (14). Endet jetzt an der alten Scliützenh litte,
wo der Anfang einer Gabelung erhalten ist. 1 Ihre beiden Zweige
;;:[:gL'ii /uniichs: 7.11111 !.ntti^kaulw.:jj. Weiterhin führte der Nord zweig
(15) ursprünglich mit Benutzung des Breulswegs zum Westende
von Oberrad;' der Südzweig (i(i) aber, ehe der Sechofteich (genannt
schon izS;)' angelegt war, mit Benutzung des Querwegs zwischen
Lettig kaut weg und Seehof, zum Goldbergweg (17), den die Alte
' S. iroieti iSsdise:iluusur l.miJwolim. - ' [.jiid^Wideliuch 1409. —
' An der Spitze der Gailling wurden tar einigen J.il-.iin die liesli' eines Heil igen-
üodis aus Baaali beseitigt. — ' Spuren im Gelände. — 1 Damals kaufte der Orden
Jen Set beim hersborn. Bin. VIF, jj.
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Strasse (tS) Fortsetzte. Der Südiwdg war also ein Weg nach Offen-
hielt ohne Heiiiclisiehligtiiig von Obeum!. Noch 171/1 war einer der
Lvide-i Zweige, ungewiss welcher, bis zum Lettigkautweg erhallen. 1
— Alis dem Hünerwey gehi bei der SjlnnzentiLiue der Schützen-
pfad' zum Wendelsweg. Aus dem Gnldbergwcg dürfte der /.um
Hohen Steg führende Weg (171) entsprungen sein.
d. Wetidelswegfjs), nach Dietzenbach. Wird im Walde nach
Abgang des Heusenstamm er Pfades (25) Dietzenbacher Pfad
genannt. Vom zweiten Sandbergsgässchcn oder Allenberg weg bis zum
[.andwehrweg (j) heisst er auch R 0 1 e n k re u zer w eg. Aus ihm
entspringen
ostlich:
,. Fcrsbrunnenweg (,o), zum Goldbergweg;
f. Altebergweg (21) oder »Husen statu mer Wegs'
y. Heusenstammer Pfad (23);
0. Erstes S.indbcrgsgässchen (39a);
p. Zweites Sandbergsgässchcn fjsb);
y. Bcrgcsg rund weg (40), d. h. Börnchcsgrundwcg ; 1487
"Zwergwcg vuin Havnerweg .... und geet uliS. Wcnijclmgi.wegt' ; '
1. R uppe nackc rw eg (41a) + Sch nappborn weg tb).
lirsierer heisst 14S7 »der uln-rsi Zwergweg der Ja geet vom llodcn-
crutz biß uff Slappcnborn durch den Uornchinsgrundo und 1502
»weg der mitten durch den Bornchinsgrund gecto. 1 Den Schnapp-
boruweg setzt fort bis zum breiten Weg der »Zwergweg von
S.Up pen Wi ngert ulicn« 14S7 (41c) und von dort bis zum letzten
Hasenpfad der Schützenhütten weg (4 id). — Vom Buppen-
ackerweg (41a) zieht nach Süden der Grasweg nach dem
Ruppenacker, verzweigt in einen nördlichen (42a), westlichen
(.[2ii), i'iMlielieii (.]je) und sinslichcn (.pd) Ast. Der letztgenannte
heisst 1502 »fareweg im Rupenacker« und bildete einen Teil
der Grenze zwischen den beiden Bergen.'
e. Hainerweg (2;), über die Königsbach (Hainerbrücke) nach
dem »ll.iiiin (Dreieichenhain). — Aus ihm zum Breiten Wog der
Unterste Zwergweg.
f. Breiter Weg (2(1), w: D.iruiMiultcr Limistr.is.ic ; jenseits
llunerwen bis U1T St. Wendlings weg .... er.il is! liycm.ui .lu; p.11 riJen oder
fahren.. — 1 Wd^ttLlnusig i.|S; iiiicts. — ' Wegcven. in Uglb. [i. ;6 l:b; Ugto.
A. 91, f. 1. — ■ ibid. - ' Uglb. A. 91, F. 1.
des Landwehrwegs (2) als Sandbrücken weg über die Königs-
bad) (Sand brücke) nach Langen.'
g. Mörfelder Strasse (27) oder Unlere Geleitsstrasse,
aber die Königsbach (Riedbrücke) und das Königslacher Brünnchen
□ich Geh spitz- Mörfelden- Oppen heim. Zwischen Ricdhof und Ober-
sorsiiiaui bei sie etwas nördlicher als die heurige Chaussee. Sie bildete
die Südgrenze der Holzhcck. An ihr mir, (lieh die Scluiersteine 4— II.
Aus der Mörfelder Strasse entspringen
im Neuen Berg:
„. Grethenweg ():*). - ß- Gr osser Hasenpfad (.,8a), -
r . .Mittlerer Hascnpfad (48b), - J. Unterer Schafhofweg
(44); so genannt bis um 1800, jetzt Ziegdhüttenweg. - Von diesem
geht aus: Letzter H aseti p lad ( )!*), von welchem dann wieder .hls-
gehen: ». Mittelster Schafhofweg (45), 1487 »zwergweg vom
hasenpat der in da*. Ulncrs Syff geet durch die wiesen
. . . biß uff die lantgew erd«,' jetzt durch die Bahn abge-
schnitten. — ,1,1. Oberster Schaf hu f weg 14N7 uler weg von
dem hasenpat U. geet biß nber den santberg aßen uff den weg der da geet
durch das Ulncrs Syffn, d. h. auf den inneren 1 ..niiKvclirbcL^citweL:.'
Am Riedhof:
■.Weg Riedhot'-Ziegelhüne (55). Der Weg, der auf
Hissen von 1678 von der Ziegelhütte durch die Landwehr in den
W.iM /iciit, wo er --.i e Ij Tili: einem Weg von der Warte vereinig'.,'
^Iieint mir unsicher. — ,1. Weg Riedl: u!'- K nu i g s bm 11 nc n (jS). —
/.Weg Riedbof-Oppcnhcini (57) am Ostrandc der Konigsbach-
wiesen hinauf, beim Bischofsweg in die Oppenheimer Strasse.'
Ander Riedbrücke:
a . \VegRiedbrQcke-Sjndhof(toa) + Sandhof-Main(6ob),
Mühlen weg genannt. Line Mühle lag auf der Lrankensteinischen Frei-
heit, eine andere nahe der Mündung der Königsbacti.* — Aus dem Mühlen-
weg: Weg an der Deutschhcrre nw iesc (67) nach Niederrad,
ß. Weg Riedbrücke-Niederrad (59).
?. Weg Riedbr iick e - liisclio f :, weg (jS), /.wischen den
Wein. unerwiesen und der Schwar/en Sieink.uu. Verlauf südlich
'"Um Bischofs weg unbekannt.
(6ja). — f . WegKönigsUcher Brünnchen-Sand'hof.west-
' Ntu-Isenburg emtand erst 169g. — ' Wegeverz. — 1 S. S. IjJ. — * M. I, 1
ncbii Variablen und Vorlagen, — s Ibid. — ' SJuril, Dreieich, I».
I i e Ii e t (63b). Zwischen buidcn spater die Sandhofschneissc. —
y. Weg (6 S J zum Triebwe K . — ä. Kohlweg (64) — Grenze
zwischen Buchwald und Forst. - .. BischoI*wcg (1) und Lind-
wehrweg (2). Emern ist erhalten bis tum Brown Weg; \on
dort hu> fjin Weudelswcg rinden sich Spuren im Wa.de; östlich
vom Wer.delsweg mundet et in den Land wehr weg {2}. Oiesct
.)[ wyh. :.jr e;:i n^ni ^lnT Sctt-iurm .:.> Biscrte ;! c,. >, dc;i ei Ve:
dt; großen Wevel-rctzung am Bornackc: '.cr.assen hat Osihih nur.
WenuV.sweg trji;: dci wscdci e.mjchc Wen bis zan. V;cliweg (50)
den Namen Land w- ehr weg und z;eht dann, sudlich am Hohen
Sandrich vorbei in die Neue Strasse (18). Nichts hindert an-
zunehmen, dass beide Wtgt alter sind als die Landwehr. Nachdem
diese errichtet war, gewährte der Bischofsweg und seine Fortsetzung
den Mainzer Bischöfen eine bequeme, das Passieren der Frankfurter
Landwehr vermeidende Verbindung mit dem I-125 erworbenen Gross-
Steinheim und dem Oberen Stift.'
Am späteren Oberforstliaus:
... Triebweg nach Niederrad (64). — f. MainzerStras5c(j8).
Südlich vom Oberforsthaus:
Gundstrasse (29), zum Gundhof.
Geschnitten w:r.l il : t- Moricider Strasse von dem Sandhöfcr
Triebweg (61), der die Strasse heim Scluiersiein Nu. .| erreicht,
bis N0.7 mit ihr zusammen fallt und sie dann in südöstlicher Richtung,
fortan meist WclsciiiT V.'c^ :;eL-.jnnt, vcrlasst.
Frauen weg (38) Ober die zweitunterste Brücke der Königs-
bach zum Mühlenweg (60b). Von der Affenpfurte zur Oppenhcimci
S:r.i.s.-,e (<>) auch Xiedcrrädcr Fussweg, von da zur Kreuzung
mit dem Niederrädei- Si.ulr.veg (ü) auch Re-aierpiad, nach Aufnahme
des Mittelwegs (7) auch selbst Mittelweg genannt. Der alte Name
Frauenweg ist jedenfalls für den westlichen Teil sicher.' Aus ihm
entspringen :
a. Hederich w eg (jo), westlich vom lirommenhof über das
Bruch zur Mörfeldcr Strasse (27); fortgesetzt durch Grethen weg (;;).
Der Hederichweg entsendet über das Bruch drei weitere Wege zur
Mörfeldcr Strasse: o. Weg östlich vom Brom m enh of (joa) ;
fi Weg durch den Brommenhof (30b); y Bruchbrunnen w eg
(33), am Bruchbrumien vorbei; furiL'cseui durch den grossen Hasenpfad.
1 Der k&riesie Weg von Miim zum Oberer Still war die weiter IQdliCh
duich Jen WjlJ i:chtr.Jt A ^ha-k-nl Lir^r Str.i»c. - ' Genannt 11;; : s.Bjtt.1, 254.
Digitizod by Google
b. Apothekerhofweg (jj) erst in neuerer Zeit »bei das
Bruch. In seine: Vtrljogcrung jeet de: Kuriere Hasirplad (pj)
f. Wen im Graben (j?a) zur OppeDheime. Strasse (9).
IV. Von der Oppenheim ei Pforte.
Oppenheimer Strasse (9) oder Obere Geleitsstrasse
über Bruch und Königibicli (Oppenheimer Brockchen) nach der
Gehspitz, wo sie mit der Unteren Geleitsstrasse (27) zu-
sammentrifft . Die Sirasse ist jetzt zwischen Bruch und Mörfelder
Strasse nach Osten verdrückt, von dort aber bis zur Zicgelhütte be-
seitigt und durch den Ziegelhütren weg (44) vertreten. — Aus ihr:
Mittelweg (7), der auf die unterste Brücke der Künigsbach zielt,
aber nachträglich in den Frauenweg geleitet ist.
V. Von der Fischerpforte (am Ulrichstein) : Leinpfad (6) ttiain-
abwärts über die Königsbach. Aus ihm Nie der räder Stadt weg oder
Fussweg (8), den Mittelweg (7) und Frauenweg (18) schneidend,
über die Künigsbach und südlich am Sandhof vorbei nach Niederrad.
Die wichtigste Sachsen häuscr Pforte war die A f fc n pf or t e.
Denn von ihr konnte man, wenn ;ük- anderen geschlossen waren,
i^.i.icm /.: aller, W [.■(■.£!! gilar.^.'n. Dies .var aber auch der 1-all, wenn
etwa ausserdem olle Durchgäni;i: durdi die Umgrenzung der alten
S.Kh.scnjiauicr Feldmark gesperrt waren bis auf den des Steinwegs;
denn von dem Platze am Südcndc dieses Weges liefen die Wege
:ia:h sämtlichen liicfir.iiijien mit LiM.ie.iili. liei l\e:;e!m:;-.si;:''.cit fächer-
förmig auseinander.
B. Wege von Oberrad.
I. Weg zum Fersbrunnenweg (47).' - i. Weg zum
BreulswegOs)- - 3- Frankfurter Strasse (12). - .».Fuss-
weg nach Sachsenhausen (11). — Die Wege 1—4 entsprangen
gemeinsam am Westendc des Dorfes. — ;. Wingertsweg (48),
jetzt Chaussee, auf halber Höhe zur Alten Strasse (t8). — 6. Offen-
bacher Fuss weg {49) am Fusse der Höhe. — 7. Vieh weg (50)
zum Walde, fortgesetzt als Wolfsweg nach Heusenstamm. —
S. Kirc heupfad (51) zum Goldbergweg oder zum Allenberg weg.'
— J. Schifergasse (52), über das Bruch, dann als Trieb w eg
zum Stralcabergcr Hof. Aus ihm: Weg zum Junkerwäldchen.
- 10. Stralenbcrger Gässchen (53), jetzt Wehrstrasse, nach
den "Wiesen hinterm Durfa und dem Lehngraben. — 11. Speck-
*' e S (54)> VDn dem Weite inle des Dorfes lil'tr im Brucli 211m Maine.
1 Gr. R. und Spuren im Ueländf. - ■ M. 1, 17.
DigitizGd by Google
- I i I -
Achtes Kapitel.
Die Befestigung der alten Saehsen-
häuser Feldmark.
Die alte Sachsenhäuser Feldmark besass, abgesehen von ihre
Ostsspitze, eine deutliche Begrenzung in Ahlengraben, Bruch im
an, Sftdrand des Otfcnhacbcr IWcgs (]). *«i«l«n Ahlcngraben
und Miihlhruch und zwischen Mülilkuehwej; (0 und O lT cidiciuu-i
Sirasse. Trotzdem könnte er auch auf diesen Strecken früher stellen-
weise oder durchgängig vorhanden gewesen sein. Das im Mittel-
alter sehr wasserreiche Bruch bildete jedenfalls auf weite Strecken
vor der Grcnzhcckc ein willkommene Annäherungshindernis.
Die Befestigung des Oberfeldes.
Die ursprüngliche Umfriedig ung, wie wir sie soeben vermutet
haben, scheint am Oberfeld später nicht verändert worden zu sein.
Karte M. I, 17 und Belagerungsplan haben in dieser Gegend Baum-
hecken, die jener L"iiiKricJis»uni; im Ganzen zu entsprechen sei 1 .!.-:!) u-n.
DuivhgliigB.
1. Mainwasciiwes; (:'): Hinci: .Schlag zeichnet dort ein Riss
von 179s; Beischrift; oder Schlag«.'
2. Offenbarer Fussweg (4). Nichts bekannt.
Die Befestigung des Mittelfeldes.
Im Iteclmungsjahr 1377-7B' kommen Ausgaben vor »das bruch
.-/Li Sasseiiliuseti virslahin« (;:n.i!); dasselbe nczn viiin.tcbin«
(inial) und »an Jas bruch czu Savscniiuseiio (7 mah. Uicsc Arbeiten,
bei denen es sich vorzugsweise um hölzerne Planken oder Stakete
gehandelt haben wird, beziehen sich in erster Linie auf das Mittel-
feld und wahrscheinlich auf dcv.cn alte Grenze am Nordrand de-
in der l*olgc erweiterte sich das Mittelfeld durch Hinzuzichuiu:
des Bruchs zwischen Bruchbrunneiiwcg (jj) und Miihlbruchwej; (j),
1 Thomu, M. 11, 17a - 1 Hb, 1577, F. 45.
- rjj -
wobei aber der Verschluss des Steinwegs auf dem Nntdrand des
Bruchs verblieb. Der L"h erlang des «en.uuiten Bezirks vom Wald-
miss zum Feldmais braucht nicht gleichzeitig erfolgt zu sein. Die
neue Hinschlusslinie aber war folgende;
r. Zwischen Lahnlebcn und Mühlgraben: wahrschein-
lich der breite Ostgraben und der Südrandgraben des Mühlbruchs.
2. Zwischen Mühlgraben und Bruchbrunnenweg
eine Einfriedigung, die von der Stein wegjiforte einerseits längs
Olfenbacher Strasse und Mühlbruchweg zum Südwesteck des Mühl-
ind Bruchbrunnenweg nun
S a auf dem Belagerungs-
er erwähnten Pforte als eine, damals aus militärischen
liedergelegte, Mauer, westlich derselben am Steinweg
aber bis zum Brommenhof als Staketzaun, worauf
rt; auf der (älteren?) Darstellung von M. [, 17 dagegen
Eisenwerk notig. Einmal werden 67 kleine und 3S grosse Riegel
zu einer Zingel verwendet.* Eisenwerk wurde 144a von der Ziugel
am Steinweg abgebrochen. 1
Es scheint demnach au einen Verschluss durch Planken ge-
dacht werden zu müssen. Die Zingel am Steinweg wird als ver-
schliessbar erwähnt 1381 und 144a 1 und 14t) wird gearbeitet an dem
Mäuerchcn »an der czingcln 11ydcv.-1.-nJi« saut Wendelin an dem
e..irthusci |Jcr Deutschherreii].' Nach der Zingel liiess das ganze
Mittelfeld auch Zi nge Ifcl d; 6 ein Acker nim Zingelfeld«, der
auf das Bruch stösst, wird 1591? erwähnt. Insbesondere hicss die
Gegend südlich vom Bruch zwischen Steinwei; und lirudihrniniei-
weg noch 1646 .im Zingell,.'
Einen besonderen Einschlug hat ausserdem auf dem Belagerungs-
plan die Gegend zwischen Mühlgraben und Steinweg. Dort setzt sich
einen Staketzaun unterbrochen — bis zu dem vor der Mülilpiur..-
Humb.ll.j2, F.Wli. — I IWd.F. 10b. — ' .SecimJus cinipi.s likitur Jas Zi
leid, >lui jara dsstrii.-.is -Jucdlij Ulis fa-.i:-: d.is MUlclfcldt. Bin. I, li
üb. )ur, canon. F. 12 ..imt 1-lbr. H-Hl..": ^iftr .1:l HiTlLrinm:;; enrieluii; v.
UltllJunatlg einzelner Güler im Mittelfeld ab. - ' Uglb. N. S), Ko. 150.
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- „6 -
liegenden Wasser hol, .im Steinweg aber bis zur AfTenjilnric r.a. h
Korden furr Die Nordst.tc ccs Iverehrch cuvtsJilDssencn V:e:ttk;
lehot skh ao den lernet] Abschnitt des Mühlgrabens und den Siadi
[■r.iber.. Nur Jcr\\\:: ai;iSnJif.u;ie:-.( j:) di.:J;r>r:tl.! J.t Lnimajerun,-
mh ic dner(oi;ht «tstörten) Horte im Owen undWestcn. Auf MI, 17
rinden wir nti im t ),tcn eioen Absciiluss und iwat s:ait der Mauer eine
Hecke, die aber am Ustiar.d des Mühlgrabens lauft. Die völlig« Ab-
-, ^ I : [ i l.-s.'. u 1 1 des Vierecks schein; ;i1mj späteren Ursprungs zu sein.
Erheblich verstärkt wurde die Sicherheit der Gegend westlich
vom Steinweg durch Jas deutsch herrische Gartenhaus mit seinem
ummauerten Garten' und den Brommenhof nebst dem zu-
gehörigen W eih er. Auch diesen Hof konnte der lint vertrsgs-
massig im Verteidigung benutzen," wie er daselbsl z. B. 1426 vier
Tage lang einen Feuerschützcn besoldete »in warnunge czu hudeno.'
Die gleiche Verpflichtung listete auf dem H ynsp e rg i sehen nhus
und stock«, gelegen im »Krauchgarten« neben Brommenhof.* Leider
ist seine Lage nicht genau bekannt. Östlich vom Steinweg spielte
vielleicht der Hof zum Hude eine ähnliche Rolle.
;. Zwischen Bruchbrunnenweg und Oppenheimer
Strasse erhielt die alte Grenze des Mittelfeldes eine vorzügliche
Verstärkung durch die Anlage des seit 1577 bekannten Stautciches,
genannt »das Lange Bruch«. Das Gelände aber südlich vom
Bruch bis zur Mört'clder Strasse, in welchem u. a. das Ricdhöfcr Viereck
liegt, ist auf M. 1, [8, ganz wie der später »im ZingeU genannte
Bezirk, von einer Hecke anheben, die kinf-s Bruchbrunnenweg und
Murfekler Strasse Hs ;nr t )p;ie!ihehicr Strasse läuft, wo sie auf die
dort herunterziehende LiruKvehr snisst. Wie alt diese Hecke ist,
und ob sie vor dem Bau jener Landwehr an deren Stelle Innijs der
üppetiheimet Strasse hinab zog, wissen wir nicht. Dass das I-'eld-
mass in dieser Gegend erst nach 1727 eineefülir', würde, haben wir
Durchgänge.
I. Mühlbruchweg (,-). Der Belagerungsplan zeichnet eine
Bohlenbrücke über den Südrandgraben und einen Schlaf-* an
dessen Kordscitc; dazu eine Steinbrücke über den Nord rand grabe 11.
iiine dritte Drucke über den osi-wtoilidi ziehenden Teil des Mühl-
' M j 11 sr erwähnt n.11, Uglb. A. ji, A-Re. — ' llcvcrs von ijgSin Hiusurk.—
' Rb, i 4 ±6 "ich Fiel), Hdsdir. jj. — ' Revers von l S oj b Hauiurk. — i Audi
auf M. I, 17.
- "57 -
grabens, die durch jüngere Darstellungen' gesichert ist, fehlt auf dem
Belagerungsplan, da der Zeichner den Mühlgraben und den Süd-
graben in einen zusammen geworfen hat.
2. Si ein weg (10). Er zag auf einem hohen, schmalen Damm"
durch das Bruch und lag noch 1807 »um vieles höher, als die Garten
rechts und links«.' Der Damm begann schon beträchtlich nordlich
vom Bruch und war dort im XVI. Jahrhundert rechts und links mit
schützenden Planken versehen.' Näher der Stadt war der Weg noch
1810 am Jassoyschen Garten (Flurb. Gew. II. No. 2) so eng, dass
nicht zwei Wagen ausweichen konnten. Am Wege rechts und links
standen bis 1552 zwischen Aflenpforte und Bruch die zwei Häuser-
reihen der 15p demolierten Vorstadt. Der Abschluss lag am Nord-
rande des Bruchs, wo im Flurbuch die drei Wegsteine No. 17 stehen.'
Weder von einem Graben, noch von einer Brücke ist hier jemals
die Rede.
Ein Schlag am Steinweg wird zuerst 1375 erwähnt als be-
wachter »Rygel«;* ein neuer Schlag 1)92.' Als verschluss-
bar wird er bezeichnet 1381 und 1+12." Später heisst er Pforte.»
So wird 1^55 von der »Affenporten die uHusenstammer porte uff
ungen, die vielleicht vor 1553 zurückgehen, 11 sehen wir ein breites
zviL-kiiickigi;!. GeLüiide mii hohem, abgew.ilnüem S.iueldach. Sein
Platz wird wohl genau zwischen den Wegsteinen 16 und 17 des
Flurbuchs zu suchen sein. Das Obergeschoss ist Fachbau; durch
das Erdgeschoss geht der Torweg, den jedenfalls um ("nicht dar-
^cr,;dl ;■.■[•) Schlag verschloss. Der [645 erwähnte H a s p c I'* stand, je
nachdem wir den Schlag nördlich oder südlich vom Torhaus ansetzen,
entweder im Stcinwcg neben dem Schlage, ouVr in; Fußweg zur Mör-
leldcr Strasse (30). 155z wurde die Pforte mit der Vorstadt ab-
1 t B. Feifiii-, s«>ra.(Jrdr. von l'mi'n:. -- 1 Silurtf, Wegn. — ' Bcrichl
.:■.■! Fiiiiimuiwtrs STtss. - • M. J, lt. Solche l'knilun uhutien ] .aa. ? Ii. den Lindwehr-
v.^v.^ilidi vom grossen MascnptaJ «egen die Virrt it'fimg der t'!]cno[i[^n Sttkihrüdii;.
den an der Sntan
" Schuß; Strassei
- •< Bau. VII, n
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gebrochen, spater aber wieder aufgebaut. Im Mainzer Gclcitsvcrtr, : .!;
von 1584 erscheint sie als Grenze des Geleits aus dem Oberen Stift
fOi Sundespersonen; auch wird dort zuerst der Name Quirins-
pforte' gebraucht, de. seitdem blieb. Das Thor wurde am ). Juli 164;
»samt dem dabei gestandenen Haspel« endgilüg beseitig!. Es blieb
nur der Schlag, unter welchem der Geleitsstein itand, dessen Auf-
findung 1764 Schwierigkeiten machte. Die Stelle der Pforte bezeich-
nete seit (790 eine Sieinpiramide, die r8m verschwand,' um neuer-
dings an eine: anderen Stelle, am Hettelbrunnen, wieder aufgestellt
zu werden. Die abgemeißelte Inschrift ..Quirinspforteo ist wieder
lesbar gemacht. 1 Noch später stand südlich der ehemaligen Pforte
am Westrande des Stein wegs ein Zollhaus. 1 Der (Innige «Wärtern
oder »Gelderlieber« Rurck klagte 1798 zusammen mit den Wart-
mannern über Schädigung durch die französischen Truppen.'
i. I'ussweg zur Mörfelder Sirasse (loa).
1 Weg östlich vom H r o m m e n h 0 f ()oa). mit iniigem
an der Strasse zusammen treffend.
j Weg durch den Btomtnenliof (job) Bei den Wegen
}, 4, s ist keine Sperrung bekannt.
6. Hederichweg {30) und
7. Bruchbrunnenweg fjä)- An beiden Wegen erscheint
auf einem Riss von 1787* nicht weit von der damals noch seht
breiten Mörfelder Strasse je eine wie eine quei gestellte Ruhebank
lanke. die nur russganger vorbeiliess; südlich davon
jhebanlt in gewöhnlicher Weise parallel zum Wege
Der Abschluss am Mühlberg.
Die Sicherheit des Mittelfeldes scheint noch eine besondere Ver-
pforte zwischen Zingel und Berg, in welchem die sieben Strassen mün-
wurde. Bezeugt sind Schläge an allen diesen Strassen ausser an der Mör-
kLier. Soll ;<.\h>eli die Anlage den vemu:tctcti Si'.n; ii.il'cn, 50 ist auch
dort ein Schlag anzunehmen. Die Räume zwischen den Schlagen waren
durch die Einfriedigungen der Guter am Fussc des Neuen Bergs ge-
schlossen. — Vor Errichtuu:; der Saclisenli.'iiLser Liüdwehr gewährten
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Jie Schläge die Möglichkeit, Jie AiskimimcnJeri auf Sjcmuiiiihcii
Wegen ausiuschliessen, ohne die übrigen sperren zu müssen, die
Abgehenden aber, wenn sie die Steinwegpforte durchschritten hallen,
nun Einschlagen bestimmter Wege zu zwingen. Aber auch nach
Errichtung der Landwehr waren die Schläge nicht überflüssig War
die Landwehr unversehrt, so blieb der allgemeine Vorteil in Betreff
der Abgehenden bestehen. Insbesondere aber war es dann bequem,
die Eingänge zum Himer- und Hainerweg, später auch zum Wendels-
weg für Fuhrwerk und Reiter gesperrt halten zu können, seitdem
diese Wege infolge der Landwehr ihre Eigenschaft als durch-
gehend!: Fahrwege vciluren hauen. 1 ■ i i r Zeiten aber, wo Teile
der Landwehr unvollendet, nnch ku schwach, verfallen oder zerstört
waren, was alles nicht selten vorkam, ist die Bedeutung des Ab-
schlusses einleuchtend. Die wichtigste dieser Wegsperren war die
indem zusammen.' Abgebildet um itai.' Stand,»., vielleicht am
Nordwesteck von »Ort Reysen Garten« (1487; bis vor Kurzem
Frau von Villam), wo der Weg nach Osten breiter wird.
2. Hünerweg. Schiaß. Auch er nur mit anderen Schlägen
erwähnt. Abgebildet um Ilioo. 1 Standort wahrscheinlich .1111 Sihlwestcck
von Ort Reysen Garten, wo die normale Breite des Wegs iiegimu,
oder etwas höher, sei Jen We;; steinen Nu. 1.
3. Wendelsweg. Westlich am unteren Ende des Weg. es stand
die St. Wendelins Kapelle.* Schiaß seit [395 bekannt. Damals
wurde er «geplackt" (geflickt)'; 1596 ein neuer Schlag »by sant
Wuidelinge« gehenkt 6 ; t.|ij erst das Schloss, spater Sehlens und
Schlag ausgebessert. 7 Als Schhesser und Wächter an diesem und
einigen NachbarschUgen hatte damals über ein Jahr »Henne in der
1 S. S. [60. - ' Marti. D. 1)8 1, Bim 1. - ' Gr. R. - t Bel.-Pl. -
<Rb. ijpj, F. 16b. — * Burab. ijijS. — T Ibid. 1415. F. 38b.
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dutschen htm Gartenhus« gedient." Seil 1426 war der Schlag mit
einem »brostwern versehen. Auf dem ■■ilirtstgewenie bv S,;i:t
V/ L ']idfU;ig und in Kudolf zum Humbrachts hören (= ISrommenhol)
iiiiisstrii damals zwei FuiiLTscIiützen vier Tage lang »in warnunge
liutcn«.' Zu der Brustwehr gehörte auch eine (oder ein) Schnecke.
r.|;f. verdient einer Loliri »ull' ilnui sneLken i\v sau: Wendeiingt' und
by sant Wende lingo.' Zwischen 1441 und 1477 wird Brustwehr und
Wächter; »der sneckc by s/w.« 13 mal ebenso.' Das Wegever-
y.L-LchnLs von 14S7 erwnluu iv.it eine »porte«, aber die Ik'ii'sti^im.;
bestand fort, denn 1.^2 ersdu-in! ein Wäilitvr »am M n I e 11s n ec k en
by sant Wcndeling«." Der Name bezieht steh auf die nahe Deutsch-
herrenmühle. Abbildungen des Schlages öfter. 7
4. Hainerweg. Einenportea erwähnt das Wegeverzeichnis
von 1-187. Ein Schlag wird öfters abgebildet."
5. Breiter Weg. Schlag. Erwähnt nur mit andern zu-
sammen; abgebildet nur einmal*
6. Mürfelder Strasse. Schiaß? Westlich oder östlich der
Ausmündung der Wege jo und 50a?
Zuweilen weiden mehrere dieser Schlage 7usamrr.er.(iefassi und
nach dem am Wendehweg, ais den. u i;lu g-.tc:i, boeicbnetr 140»
wurden fünf Schübe bei St. Wendeln: gebessert , '* 1415 hatte nun
Ausgaben »von drin siegen by st. Wcndeling rech: czu
fertigen«;" auch bcscbloss ind hütete damals der vorhin genannte
Henne »die siege by sant Wendeliot." Weiche Schläge
edesmal gemeint sind, bleib: natürlich unbestimmt.
Die Befestigung des Unterfeldes.
1. Die Lange Wiese hatte einen nftrdli,
luben Randg;jbe:i urd einen M.r.elgrabcn. Dt
unbekannter Zeit und gehörte dem Rate. uyK
aus dem Lange.. Bruch von dessen »unteren
(),','en'".;mer Strasse und mitten durch das -.j
(Florb.) bis an die Lange Wiese, worauf er s
i SJlla[;uklle lei Kgfc M. IV. 1,7fr. — SRb. 140,3
Ficli. Hilülir. JJ. 6j MJcli Rh, 1411.
md einen süd-
te bestand seit
fem. Ober die
Stück No. 18
Diu tizod by Ce
Nock
7 (Lauge Wie«) und t
r Au:
iträ B cr
der Wiese, wieder mit dem Nordgraben vereinigte. i-f^fi liess der
Orden Hilten des Uates de;i \1 i: ■ l- ; ■ : : .iL-l- u tieter und weiter machen,
um das Wasser aus dem Bruch aufzunehmen, wogegen sich der
Ha: verpflkhicte, Jen Ni>:-Jgrabeu nicht verLdlesi zu lassen, damit er,
falls der Wassergang der Wiese schädlich werde, diesen aufnehmen
könne. 1 Der Südgraben, ün der Ried hofgrenze, ist erst aus spaterer
Zeit be/eugt. - Vim diesen Grüben lii-^i l-ii/il- der Nordgraben das
Unterfcld. Hr war »i'scn seines s:cÜc:i Randes der Zn:;chwemmung
stark ausgesetzt* Die im Stadtreebenbuch 1 377 — 7S verzeichneten
Völlig deutlich 1
,ude
sich der Graben durch eine Baum-
i'iecke. Spatere Darstellungen' «'icluiti: ihn bis zur Kiin-gshach genau
so wie die Sachs cn hau sc r Landwehr. Doch habe ich die ausdrückliche
Bezeichnung als Landwehr nirgends gefunden. Noch 17G5 sah man
den »mit Hecken bewachsenen alten Grabens; zwischen 1766 und
r;6S wurden die Hecken entfernt.*
1. Die Kunifisbach rliesst, wo sie das Untcrfeld begrei-zi,
, E le,ch h
1 Uferi
1 IL.
,n I Iii..
,.h,.,
M. 1.
. A;-sc m.i
1. Oppenheimer St>
graben (Austraget). Kamer
147s.' »Meerfeldet Biutkelch
buch au! de: Westseite der b
Et|;cii das tiefliegende Slütk 1
isflnRe.
- (9) Brücke übet den Mittel-
Tücke der Oppenhennei tiraf/e»,
Flurbuch S;e lag nach dem Flui-
die hiit dutcii eine Mauer
rhuüt war. wahrend MC Östlich
von der Stauiingsanaucr des langen Bruchs begleite; wurde, Ihr Ce-
1 Revers nLlr. Jjs Ki-.idl I ;.;.S. !].ij\L in Nil. ; ! I .L-r Kep. — 1 Ibid. —
1 F. 4J. - 1 Bumh. 14.1», F. 6. — > M. I, i, 1678: Reinhardt, Drrieicber Wild-
li-i-i. i rank/. [74; 1:1:1 Kji:c; litiillrr, K.nle »FurolLin: Driet-iei:« 17-H (Museum), -
1 Md. )u der Btp. — 7 Rb. 147a, F. 71b.
wölbe wurde 1810 um 6 Schuh nach Osten zu verbreitert.' -
Schlag bekannt seit 1409. Namen: »slag by der dutschen hern
wiesen« 1409,' 1415;' «lag an dem langen brach vor Sasscnhusai"
1414;* »slag olT die brücke der oppenheimer strafzeo 147a; 1 «Küt-
hoffSchlag« 1739,* welche Bezeichnungen sieh aus der Nachbarschaft
erklären. Standort am Nordrond des Bruchs. Abgebildet M. I, 17.
- Beim Schlag wird 141s ein Erker erwähnt, wohl zur Aufnahme
eines Hüters. Iis wurden damals verwendet: »j karren leimen tiaselbis
czu dem ercket, st roh in den leimen, ein gebut gerten aus dem
walde den ercker damit czu sticken«.' - liine Planke westlich
neben dem Schlag sperrt die übergmsse Breite der Strasse auf M. 1, 17.
— Zwei Scillase werden vor.iu^:e.ie;/[, wenn es tun litisM »die
siege by dem !;ngen bruch« 1 und 14411 ebenfalls Jet Plural vor-
kommt, ' Stand der zweite Schlag am Sudrande de> Bmchs, wo
»Cnll-I^Clis CJ-> Kn.Jhi.lgel.l'li.u ' i ldtl tlSt kuti VOt dtl
Kreuzung 1r.1t Je: Morleldcr Stusse, ft'o ihn M I. 17 hat. fall* iie
hierin zuverlässig ist? Wollten Jic IJeutsdihencn auf ihre Lange
W.ese, su brauchten sie icdeniills 111;: Jen innren S:l;iag m durch-
schreiten; iie halfen dar.:i gleicb iedi:i eir.e I. nl.hr: Puidlich 10«
Steck lB. Wenn trotzdem la^i edem du;i;liherren" de: Scl.l
zu den Schlägen kierlicii ::nvirtr.;ul wird, iu wird dies wohl hei-sen.
d.lss beide Schläge niil demselben Sdlhi-i-el geschlossen wurden.
2. NieJcrräder Fussweg (S). "Der hohe Steg«'° über
die Königsbach. Erst 1803 eine Steinbrücke."
Frauenweg (jS). Brückt, jedetiL-JIs urspriinglich lud /er 11;"
steinerne zuerst erwähnt C739 als »Stein Brücke am Sandhofs; 1 ' 1761
bei Klotz: iBrückletna. — Schlag?
4. Leinpfad (6). Brücke; dargestellt ,ui: der.sc-lben Rissen,
wie die des Mittelwegs; [739 »Stein Brücke am May»«.'' — Schlag?
an Lrauenweg und Leinpfad zu denken.
• Uglh. A. 17 il 8j. - 1 Uglb. A. 9! M. — 1 Hu
' Ibid. 141.1, F. 6b. — > Rb. M7S, F. 71b; off = in; vgl.
lantwer«. — < No. 1 ; der Rcp, — J = — < Rb. 1450, F. ;
F. 71b.— »Klat1lk-geb.176.lj M.I. 17. — " N0.671 derRtp.—
'i Nu. 61 Jet Rep. — M Riss Bruehgraben, No, Sj der Rcp. - 'i
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- .6} -
Neuntes Kapitel.
Die Saehsenhäuser Landwehr.
I. Begriff.
Die Sachsenhäuser Landwehr beginn: wahrscheinlich am Süd-
osteck des Mühlbrochs, umzieht den Neuen Berg auf drei Seiten
und endet am Südwestes!; des Langen Bruchs. Sie will die grössere
Wirebalfte des Neuen Bernes östlich gegen diu Alten Burg, südlich
gegen die kleinere Südhälftc des Neuen Herges, westlich gegen das
Riedböfer Gelände abschliessen, wobei sie sich aber im Osten nur
inf drei kürzeren Strecken genau mit der Grenze des Neuen Berges
von 1502 deckt. Im Osten undSüdcnwarsiciinmcrBinncnlandwchr.irn
Westen aber, solange djs RieJhüfer Gelände noch nicht der Stadt
.'jliüite, Gieri/landwehr. — Die häufig vorkommenden Bezeichnungen
■bntwer zuo oder »vor Sassenhnsen« können vor 1441, wo es
noch keine Oberräder und Niedcrräder Landwehr gab, nur von der
in Rede stehenden Anlage verstanden werden, doch ist in manchen
Fällen die Miteinbeziehung der Befestigung des Unterfeldcs nicht
ausgeschlossen.
II. Verl nur.
Die Ostseite der Saehsenhäuser Landwehr lässt sich nur mit C
einiger Mühe in ihrem Verlaufe rekonstruieren.
;. Auf der kurzen Strecke vom Bruch zur Oftenbacher Strasse (16) 1.
eine Schutzvorrichtung, die etwa auf der Greil /linie der Gewanne II
und III gezogen wäre, nicht nach ;u weisen. I
2. Südlich der Offenbachcr Strasse bildete die Deutschherren- .
aiiihie mit ihren Gebäuden und ihrem eingefriedigten, vielleicht schon
früh ummauerten Hofe' einen guten Abschluss.
3. Hinter der Mühle stand am Mühlbergweg (11) zunächst eine
Holzwarte, weiterhin, am Oehlerschcn Garten, eine später errichtete^
Sternwarte, oft die zerbrochene Warte genannt." Eine Landwehr am
MDhlbergweg, von der wir keinen Grund haben anzunehmen, dass
sie nicht bis zum Lcttigkautweg lief, erwähnen folgende Nach-
richten: 1427 wurden Fenster geflickt »uff der lantwerc am Stein-
wegi» d. h. auf der Steinwarte, denn der Muhlbergweg heisst auch
' Bel.-Pl. — 1 Siehe •Durchgänge». — J Bumh. 1417, F. 11.
aus der Landwehr treten, so muss zur Zeil der Holzwarie die Land-
wehr auf der ganz kurzen Strecke zwischen Mühle und Holzwarie
auf der äusseren, jenseits der Warte aber auf der inneren Wegsehe
gelegen haben.
Dies kann man sich nach der Beschaffenheit des Geländes sehr
gut vorstellen. Nach Errichtung der Steinwarte hätte nun, um jene
Gepflogenheit zu w .ihren, der 1 .and^h gr.ilen nviseheti den beiden
Warien von der inneren auf die äussere Wegseite verlegt werden
müssen. Dies schein! aber nicht geschehen zu sein, da das Gelände
auf der äusseren Wegseite sofort steil abfällt. In Ermangelung jeder
Überlieferung darf wohl angenommen werden, dass man den Land-
wehrgraben auf der inneren Wegseite beliess, die äussere aber, die
durch den Abhang schon ziemlich unzugänglich war, vielleicht durch
eine Hecke oder eine Planke schützte.
Slrtek(L«ln- 4, Die nächste unmittelbar bezeugte l.andwch strecke ist, wie
kouLnod- gleich zu zeigen, die am Uoieukreuzcrwcg (22). Vom Eck der
""'"""""■Leimkaut bis dorthin zog, wie ich vermute, die Landwehr erst
am Lcttigkautweg , dann am Wcndelsweg westlich entlang. Die
alsdann anzunehmende Zahl der Schlage stimmt mit den Nachrichten
über Schläge. Für einen anderen Lauf der Landwehr findet sich kein
Anhalt, f ür die Landwehr am liotenkrcuzcrwcg aber ergeben sich
die Beweise aus dem bereits erwähnten Bericht von 1502 über Ab-
stdnun.i: der Gien;'..- z wis^icn den beiden Herfen. 1 Es wurden damals
mir da Steine gesetzt, wo die Grenze durch die Felder zog, die
Strecken, wo sie durch Wege gebildet wurde, werden nicht erwähn;,
Jurch den bornchins grund gehet geyn Rade, XTII'/j rüden von
jerselben brücken ein steyn; stehet von derselben lantwere drey
ünel eyner rüden zwischen Wygel Scherer und Contzen Wissen
jevm Stege; und soll alwege vom rat eyn ;teg dar geleget weiden,
iaz der pfad blibe, den Nuwcnberg vom alden zu scheiden». Dann
Seht es über die Steine 10, II, 11 zu Stein 15, der »an ein fare weg
' Fich. Huschr. JJ. 69k - ' Uglb. A, 9 i N.
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- i6 S -
gen. Hupen weg« stösst, an welchem Wege dann die Steine [4,
ij, ifi hinaufliehen. Von letzterem, einem Eckstein, geht es schliess-
lich nüberzwerch Regen dem Cmtzen wege zu Stein 17, welcher
tevn halb rüden von der lantgewer am Roden Crutzcr weg« steht. 1
Der Weg, oder mitten durch den ho rnc Innsgrund gehetec, isi der
Kuppenacker weg (41 a),* wie die Nachmessung der Entfernungen
des Steinlingsberichtes ergibt, der Itupcnweg demnach der süd-
liche Ast des Graswegs nach dem Ruppenacker ( A 2i). Durch einen
glücklichen Zufall haben sich die Steine n und 16 erhalten, ersterer
/;( situ, letzterer neben seinem i'liu/e.' Von ihnen aus lassen sich
aber die Steine 9 und 17 bestimmen, die nahe an der Landwehr
standen. Setzen wir die Brücke, «die im wege liget*, an den Ein-
gang des Ruppenacker\ve,i;s iicJ Iva einen, Jas* S'.tiTi 9 von der Brücke
11% von Stein 10 j>/t und dieser von Stein 11 14'/» W.-R. entfernt
ist,' so finden wir, wenn wir von der Brücke, d. h. vom Südrande
des Ruppenackcrwegs um 1 ;V» W.-It. nach Süden und von Stein 11
um i4'/a + 4 ! /> W.-R. nach Südwesten gehen, westlich vom Weg-
stein 2.1 des Kotcnkrenzerwegh ziemlich gen.iu die Lage des Sieines 9,
bei welchem der Steg dei Grenzpfahles über die Landwehr führte.
Messen wir dann noch '/» W.-R. von Stein 9 nach Osten, so er-
reichen wir den Westrand der nahen lantge werde«, deren Osttaiid
der Roicnkrcuzcrweg bildete.» Gehen wir ferner von Stein 16 um
14V» W.-R. nach Osten, so finden wir nicht weit von Wegstein ? t
den Platz von Stein 17, von dem die Landwehr am Rütenkreozer-
ipe
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heimer Strasse.' Dies zeigen alle Darstellungen, das Flurbuch aber
gibt auch auf der ganzen Strecke die innere Grenze an, die sich
sogar heute mich in Gebinde ■:.]■., A,l:e- iii enze viedach crken:ic:i Uisst.
Ein undatiertes fiistt mit Schrift .ms dem XV. Jahrhundert'" ver-
zeichnet Übcrackerungeu und andere Übergriffe ;iuf einer Strecke,
die dem ganzen inneren Umfang der Sachsenhäuser Landwehr EU
entsprechen scheint. Da der dort genannte Johan uxstat offenbar
mit dem in einer Haus Urkunde von 1439 erwähnten Johann von
Ockstadt identisch ist, so wird die lintstehungszeit des Blattes
Der Verlauf der Sachsen h aus er Landwehr zeigt das Bestrehen
rein durchgeführt, Landwehren an Wegen und zwar an der Innen-
seile derselben anzulegen. Im Osten hat man diesem Grundsatz zu
Liebe Teile des Neuen Berges aus-, solche des Alten Berges ein-
geschlossen.
III. Umgebung
Innen.
1. Die Leimenkau t, im Wege Verzeichnis von 1487 »ley men-
kuten, jetzt Lettigkaut.
2. Das Rote Kreuz. Häufig erwähnt, zuweilen mit dem Zu-
satz oimn oder «vor dem buchwalden. 1 «Alu Wcndelsweg oben
rechts« [alsu der Goetheruh gegenüber) sah Keilfenstein 1862 ein
steinernes Kreuz im Felde liegen. 1 Die Bezeichnung »am roten
Kreuze zog sich weit hinab, reicht der «Roden Crutzcr Weg«
sogar bis zum ersten Sandhcigsgiisschcii (;ya). Das Kreuz stand in
der Landwehr, denn »1430 wird das rote Creuze in der Landwehr
im Buchwaldt vor Sacliscnliauscn geiiuhlcie.* Bei anderen Nach-
richten, die das rote Kreuz mit der Landwehr in Verbindung bringen,
kann auch an die Oberräder Landwehr gedacht werden, die oben
am Wendelsweg begann. — Westlich am Rutenkreuzerweg liegt ein
schmales Stück des Alten Bergs innerhalb der Landwehr.
3. Der Ruppenacker. 1748 liegt ein Grundstück «vor Sachsen-
hausen im Rappen Acker . , . oben auf die Landwehr, unten auf
gemeinen Weg stiu-sendo. Her Ruppenacker liegt zwischen dem
Landwehrweg {2) und den Verzweigungen des Graswcgs im Ruppen-
acker (42 b, c, d); der agemeine Wegs ist Weg 42b und c.
' Anf der Karte zu Dr. Schart)', Strassen der Franken Ii: rl, ist die Liiw. fälsch-
lich vom Bornjeter an nfirJücli der Ojipnill. S:r. nun Riedh.if unJ Hmch e.cfulirl.
— ' Dumh. U. 1-157. — 1 T"l 1. L-i-er UolC v.ieiirercr InJinr K[ll..'.'
in Üaa Gegend 5, ibid. II, 179. — ' Chran. lila, i6j.
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4. Der Bürnchcsßrund. Zieht vom Haincrwcg zum Sochof
(wischen I.'lIüIm lIliai eg n::il S.uulbeig. Den eielf.icli cnl-telkci: Wimen
bewahrt der Berg esgr und weg. Ein Börnchen ist noch jetzt südlich
vorn Hergcsj; rundweg vorhanden, folgende Krev.'iiii innren l'tv.iirjicn
siji auf die I.:u:d\v ehrst recke zw:'-tlii.-ii ! :.unerv-.-e;: Lind Weg 42 c, wo
noch jetzt die Äcker vom Schnappbomwcg (41b) auf die frühere
Landwehr ziehen; [raatzbuch Tum. Va, F. 79 1481: »wingarten im
Grunchensgrunde gelegen . . . stoßen uff die lantgewereo; ibid.
Tom. VII, F. 171b ijto: "Weingut vor Sassenhusen im Borgers-
grund t . . . stoßet oben of die Undgewchtn; ibid 177, F. 28b 1 574:
»Land by dem Schapen h tu :i 11 c n |Sc]inap|>bortiJ . . . stoß oben oft'
die Lindtgewehra.'
5. Im Hexenbaum. Siehe Durchgänge: Hainerweg.
6. Ulners Syff, Alcn, Schafbof, Bornacker. Diese
vier Üer'CLebi-.unLiei: l'c;::eben J-ie'h nach einander aur/das gleiche Gelände.
a. »Das Ulners Syff« hicss die Gegend, wo Oppenheimer
Strasse und Landwebrweg sich kreuzen, wegen ihres Wasserrcich-
nmis.' Jetzt ist sie trocken. Der innere Hegleiiwtg vom Burundier-
eck zur Warle beginnt 1487 »im Ulners syff im tick uff der
Landgewer«.'
b. Der Alen.' So beissl der von der Saclisenhhuscr Landwehr
im Südwesten gebildete spitze Winkel. Um 1459 hat Johan
lixstadt (-— J. von Ockstadt) 118 Ruten auf die Landwehr
stossend »in dem Alne das Richhartz wiß« s und 1466 liefen »Ruin"
morgen wiesen und acker ... au der Oppenheuner Strassen. Im
Alen neben Krebßhe Einen. 1
c. Der Schafbof. Nachdem der Rat einen älteren Schalhof,
Jessen Lage unbekannt ist, 14;, | harte abbrechen lassen, 7 kaufte er
1 Alles bei Kgli. M. VII, .56, 180, 17J. - ' Uhler — Euber, Etiler =
Tapfer. Grimm, Wb. ; SylT = »von Qucllwasstr, .1 .Hier 11, k r Nasse etc. durch-
,.. S eii« Gelände; KruväsdK. Miitelei. aueh ,1er Sei fe, dai Seifen, Jas Seif.
Wei-.i!iJ, Wb. ~ s Das et: «»■.iluitt W«eveT«idliiis. - ' Der (Jjs) Ahl od«
Ahlen. 1. Zwinger zwischen Gebäuden. Weigand, Wb. So noch jct.t in Frank-
furt üblich. 2. In ähnlicher Bedeuluuj! hei Pforten iiflers erwähn, 1. B. Kgk.
M. IV, 71 jus Rh J. Hin gesch Ii»? eil er Winke! im t'.el.iude. So 3) villi ,1er üoru-
..der S eilend. Hj^url,. r. ( «, 1467; Hb. 1490, F. 57b; Bjjmb. l-|0O, F. ;Sb, 19b.
1.1 ■. 1I/1 nm I Jl' ■ ! ■ 11 ■ A 11I 1 I , Ii. Ml'., 'i . !. I< liv ei im 1
Ijndlir. 1 : 10.000; im Praunticinicr Ahl«, l'r.uniheira ; «der Ahlen (Traben., Grenze
iwisel-.cn Sacluenhauscn und Sizilien beiger Feld. — i Undalierles Blau. —
< Hausurk. — T Bf}mb. 1454, F. Job.
□ igitized DyGoOgfe
i.|:>: »funH" morgen l\viesin| und aclers aaey runder geleyctl an der
Oppenheimer straißen im alen neben Krebshennen gelegen», in
der Absieht »nu ein Schaffhoff daruff und by buwen zu laißcnc.'
Dieser heisst 1491 oder schaffe liofi'e vor dem dennenwalde [— alter
Tannenwald südlich am Bischofsweg] inwendig sassenhuser
lantgcwcr«;* 1 579 wird erwähnt die Landwehr beim Schafhofe
zu Sacbsenhausen; 1 161S «die Landwehr bei dem Schafhafeo. 1 Noch
heilte erinnern :m ihn die HiiriuiiKn «im übern, mittlem, untern
Schafhof» sowie die drei Schaf hofwege (44, 4 j, 46). - Der im
1 an d wehr» bezeichnet. Sie waren bis zuletzt Eigentum der Stadl
t.:io vcrschwariiien erst mit der Landwehr, 1 Gleich beim Bau war
beschlossen worden »die buwemei-nrr Millen eyn sieyn dhure an
den Schaihof nucneno.' l;in stattliches Hoftür erscheint in dieser
Genend auf M. [, 17, daneben ein S c h wc n g c 1 bru n n cn, wahrend
Gebäude fehlen. Andere Darstellungen haben nur die Gebäude,'
Aus dem Hoftür führte selbstverständlich ein Ausgang über die Land-
wehr nach der Oppenheimer Strasse. Ein zweiter Ausgang war
auf der Nordostecke zum oberen Sehafhofweg (46). - Eingegangen
ist der Sehafhof wohl 1604, als der Rat eine Schäferei auf dem
Rtedhof errichtete.' Seine Gebäude verschwanden bis auf das Hof tor.
d. Der Bornacker. Das Gelände des eingegangenen Schaf-
1673 sind noch dort in situ. Der nunmehr aufkommende N
Bornacker erinnert an den Brunnen des Schafhofs. Nur der.
gang am Schafhofweg blieb offen, der durch die Landwehr w
geschlossen. Das steinerne Hoftor erhielt sich bis zum Ende
XIX. Jahrhunderts als Ruine unter dem volkstümlichen Manien -
Landwehrmaueri , obgleich es mit der Landwehr gar nicht
tun hat. Bunsen zeichnet am Nordend des Bomackers, näher
Nordwest- als der Südwestecke, dicht an der Landwehr dieser pat
eine Mauer,'' die 1794, als man dort wieder einen Weg durch
Landwehr machen wollte, »das alte Thorgemäuer« , gen
IHll.-' Siäi.irll. Drv:,
Digitizcd by Google
Riedseblag gehalten Dem Volle tjaii es als (Jalgen. Es verschwand
eist Ke^en Ende des XIX. Jahrhunderts. — In dei Mi:ie h;i der
Rnrnacker eine starke Vertiefung.
7. Die Ziegell.Onc, noch heute vorhanden. Zuerst mit
Sicherheit erwähnt 1607: 4 morgen waldmaß . , . bty der Ziegel-
hünen . . (tossen oben auf die jecler zum Uiedhof fieberig und
enden auf die I.indwehre.* 1796 itosst ein Acker cgieich hinter
der Zicgelhuttc im untersten Seh . f hol auf die I. and wehr«,' — Wenn
em undaiieries Ratspreviiki).!' si,'t I);. lern c.v X;ej;e!hütte «cht,
hat der Schafhof gestanden», so lieg; entweder ein Irrtum, oder
eine ganz ungefähre Bezeichnung vor.
S. Der Hnrenbrunnen oder j ungfernbrunnen la R
nördlich der M Urfeld er und östlich der Oppenheimer Sirasse in der
zum Bruch. Erwähnt 1.(29 als Born in der Landwehr vor Sachscn-
hauscni 5 dargestellt Öfter. Noch jetzt dort ein Brunnen.
9. Das Ricdhöfer Dreieck und
10. Das Ricdhöfer Viereck. Beide vom KiedhÖfer Ge-
lände durch die Oppcnhcimcr Strasse und die Landwehr, von einander
durch die Mörfelder Strasse getrennt. Beide hatten, da sie zum
Neuen Berg gehören, noch 17:7 Waldmass.
r. Am Schecrwald, zwischen Weudcls- und 1 laiuerwcg.
2. Die Bettelt ,1 u t, zwischen dem I Inner- und Breiten Weg.
Der Kalk ofen, westlich vom letzter) I lasen pfad. Dargestellt
M. [, 17.
|. Am J 1111 g fern pfa .1 , zwischen Schafluif und Jungfernborn.
IV. Beschaffenheit.
Die {Istseite war steis eingrabig. Der Graben muss west-
1 Act. Forsiamt u. Mir-. 1794. - * Hnusurk. — 1 Fich ildsclir. JJ.
mth JweWgenibl, vom lä. S'ov. 1796. — « Angeführt bei Kgk. VI. 104.
I Lot III, |.
— 170 -
ihr iil'erliüsi.ig erscheinen lassen könnte, hick-^scn ist der Hülien-
uutcr-cliicJ zwischen Weg uuJ Gelände vor .] bis ;on [.ihren sicher
weil geringer gewesen und nicht ausreichend, um ohne weiteres
einen Schutz in gewähren. List die gleichen Verhältnisse liegen
bei der Landwehr am Wege Bornheim-Seckbaeh (59) vor, dort aber
ist das einstige \" ui lui 1 ilLl-ii eines regelrechten ( Uabcns trotz dem
beulen aller Spuren und trotz den heutigen Böschungen i'u^^Lipt.
— Von den abreiten Hecken nr.d I! iisicrhäuinen«, diu sich noch ijS6
reclus und Huts ,11:1 Kutcn'~reiizerwegc fanden, : können die der Wes:-
seite von der äusseren Hernie des l,andwehrgrabcns herrühren. —
Die Süd- und Westseite war zuerst eingrabig, später zwei-
grabig.' Heim südlichen und östlichen Abschluss des liurnaciiers
bleibt die Zahl der Gräben ungewiss,
Sammdiche Grüben der Sachscnhätiser Landwehr waren, ihrer
Lage entsprechend .rocken.
Die Breite der Landwehr ist auf der Ostseite überhaupt und
.ml der Süd- und Westseite für die cingramge Zeil weder überliefen
noch zu ermitteln, Bei den zweig rab igen Strecken schwankt sie
nach lUirii.cn 1 vorn Knien Kren/, /ur Oppenlieimtr Strasse zwischen
4 und 7 W.-R. Ich fand durt beim Nachmessen im Flurbuch ein
Schwanker) zwischen ji/i und l) W.-R., Durchschnitt etwa 7 W.-R.
Ferner gibt ein Bunscnsdicr Itiis folgende Masse au: Strecke westlich
am Bornacker oben 6" 6' 4", unten (." o" o" ; Südstreifen daselbst j° j'
bis 2° 5', Oststreifen 2' 9' S" bis f J' 6"; an der Oppenheimer
Strasse beim Udmacker: im Westeck 4" o' 6", im Osteck 3 0 5' 9";
zwischen Bomackcr und Ziegelschlag 4° 5' o". Zwischen Zicgcl-
schlag und MörfcUcrstrasse ist die Breite nicht zu ermitteln, Jueii
wahrscheinlich vorigem ungefähr gleich. Am Jungfembom 4° 5',
am Bruch 3' 5', beides im Flurbuch nachgemessen.
Von den inneren I.aiidwebrstciuen hat sieh keiner erhalten; hie
waren schon 17N9 meist verloren, so dass Jamals die Grenze von
der Mitte des inneren Grabens bestimmt werden mtisste.'
Von den äussern sind mir 4 bekannt.
I. Ostlich vom Hause Landwehrweg No. 246 in situ.
1. Lag 1S99 ausgerissen westlich bei der Brücke an der Warte.
;. Lag iSyH ausgerissen bei der Ruhebank am letzten Hasen-
pfad, iS.).; westlich vom Wege unten im ehemaligen Steinbruch.
• Wi-geneimmg 1786, — ' Belege: Aci. Forsunit 21. Juni lluasen, Ri.s
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4- Gegenüber dem Hause Landwehr weg 175 nicht weit vom
Ricdschlag in situ, - Alle sind ohne Jahreszahl und auf der Nord-
stite ohne Zeichen; die Sudseue tragt ein Krem Das Kehlen der
[ahicsiahl weist auf eine ilw Sieinuog,
Di« Lage der Graben betreffend bestimmte Bunsen bei der 1 » r
Absteinung der l.andu.ehi zwischen Wendelsweg und Mflrfelder Oi*t™.
Strasse, da wo Sieuie fehlten, 1789 den Abstand der Mitte des
ausieien Grabens von der lusseren Landwehrgrrntc auf 2 W.-K.
| 2. 531 F.-R|, -Jnd 1797 den Abstand der Mltie des inneren
Gubens icn der inneren Land wehrgrenze auf l*/tF.*R. [— 2,666 F.-R.].
Der Unterschied, 0,132 — etwas über '/i»"F.-R, ist verschwindend.
Ob die Breite bcLJ-jr (jr.ibcn. bleich cilcr vur ic'ii.'^n war, liess Bnito der
sich nicht feststellen. Ottoa.
Der an sich wahrscheinlichen Annahme, dass der altere Graben EUimlv«
der äussere ist und bei der Verdoppelung der innere hinzugefügt AM"-
wurde, steht nichts im Wege.
Als äusseret Beglehweg dienten von der Steinwirte oder Holz-
wartc auf dem Mühlberg bis zum langen lirndi MLhll'ei-i.".vei:, Lettis-
kautweg, Landwehrweg' und Oppenheimer Strasse.
1. Auf der Ostseite ist ein innerer ISe;;leinvcg unbekannt.
2. Vom Roten Kreuz zum Riedhtifer Dteieck beschreibt einen
solchen das Wegeverzeichnis von 1487 deutlich, aber in umgekehrter
fingt an »von derselben Kiediuiter »vi an der lantgewerde
[gemeint .ußhin. - hinaus?] biß in das Ecke, der weg 1'/, t
wyta. Das Gut der »RiethofTcr« ist das innerhalb der Laadweh
legene Dreieck. Ihm südlich gegenüber lag also das Gut des H
Lücke. Das Eck ist die Südwestspitze des späteren Bornacker;
b. oder weg im Ubers syff im Eck uff der Landgcwcr .11
Oppenheimer Straß an [— anfangend] biß an die Wart,
rudeu wyta.
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c. «der WC;: inwendig der [.iinl^cwcr, neben dem brcvdcti wt;i
[beginnend] biß vur Jung grefen gut, einer rüden wyt«. Da das
Verzeichnis den Aken Berg mit begreift, so ist das klagen.) tu: :c
Gut an der Oberrädct Grenze zu suchen. Hier geht uns der Wey
nur bis zum Wendelsweg an.
Wenn ferner ib\6 die Ältesten des Ackergerichts, welche die
Grenzen des W.il jmasses besichtigen, nachdem sie den Uotenkreuzer-
weg himuifgegangci: sind, »an der Landwehr her bis zur Zicgelhutte.
durch ihren Schlag [Ziegel schlag] hinaus [auf die Oppenheimer
Strasse] und den Riedschlag [am Jungfernborn] lilneino gehen, so sind
sie jedenfalls bis zum Zievel schla;; den inneren Bcglcilv.cg ?eg.niaen.
Das Flurbuch lasse ihn noch teilweise erkenn«!, Hier, wo die
tfrdliche Grenze d,
r längs der Hofmau
Die Qiiseiie der Sachsen hauser Landwehr schnitt die Zsve.g-
wege des llunerucgs ab, von denen man, wie es scheint, den süd-
lichen {16) eingeben, den nördlichen als Zugang iur Leimlaut fon-
Uestehen hess- An der Gabelung scheint ein Schlag gestanden zu
haben, den ich fCt den öfter erahnten Hohen Schlag halte. Der
i 4 Xi erwähnte Wingert »für Sassenhusen am l.oen sliße«, der
»oben uff Sant Wende lingswegt. stusst ' kann nur am Hüne t weg ge-
legen haben. Da aber der -Hohe Sehlag« um seines Namens willen
n < it am .mrc-m Fuji d :sis \Vt,:cs imstande i I:.iV;i -i-u-, so bh I i
nur das obere Ende fUr ihn übrig. - Die Südseite der Landwehr
hob, jedenfalls 1470, den Hamerweg als Fahrweg auf, so dass nur
der Breite Weg als Fahrweg übrig blieb.' Reiter und Wagen, die
von Frankfurt zum »Hain« | IJreieichenh.ün | wollten, benutzten nun
zuerst den Breiten Weg, von welchem sie ausserhalb der Landwehr
1 Man sehe die Dlrstellungen. — 1 In den Insaubttchero 'A&> und 1469
iKiit M. VII, 15!. 131, 156) und lljusurk. — I Sonoth 17jj, 00 sich die icnsdl,
>!el Landwehr Hexerei tun ühcr i\acr. Hu:l,mJ beschweren.
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b der Richtung der jetzigen Babenhäuser Sirasse nach Osten zum
Hitnerweg abbogen. Der Bau der Steinharte auf dem Mühtbcrg
:i.!ir:c keine Verauderm;;; herbei, dagegen gestaltete man seil Er-
richtung d« jetzigen Warle 1.170 den Verkehr mit Mürfehlen-
Ojipmlieim in der Weise, das;: nun die SciiUsii- der heulen Geleitv
Strassen, nämlich den an der OppenheimeC Brücke, den am Jungfem-
born lind den Riedschlag der Z*-erchlandwchr' schliessen konnte,
indem man vor der Neuen Warte einen Weg vom Breiten Weg
nach Westen in Gaue; brachte, der über die Kimiesbach (Knicke au
der oberen Schweinesteige) nach der KiinigshciJe zog, wo er sich
mit der oberen Geleitsstrasse vereinigte. Diesen Weg hat M. I, 17.
Auch M. I, la hat ihn von der Warte bis zur Vereinigung mit
einem problematischen Weg Hiedhof-Zicgelhutle-I.angcn. Gr wird
.iiieh vtm Ilvese:/: durch :u!e:er.de Nachrichten: 1. 1470 heisst es:
die Oppenheimer porten ofitun und die czwerchslege czutun
und die strafz czur nuwen Warthe czu wisen«;' d. h. die Oppen-
heimer ['fürte, die zeitweilig verschlossen war fr 5 52 zugemauert)
soll zwar geöffnet werden, dagegen wurden die drei üben erwähnten
Schlade (— czwcrchslege) geschlossen und die Strasse von Oppen-
heim nach Mörfelden nach der Warte geleitet. 2. 1472 wird ein
Strafzeit czu steen, den czuczuhaltcn und die lüde czti wisen mit
ireui geschir czu lareu die Strafzeit czu der nuwen lantgewere czuo. '
Hier sollen die Leute, die nach Oppenheim m fahren wollen, auf
der Oppenheimer Strasse nicht durchgelassen, sondern offenbar auf
Jen Breiten Weg gewiesen werden.
VII. Durchgänge.
I. Offenbarer Strasse (11). Schlag, üs werden Kosten
erwähnt: 1411 «von ehn Slage by dem langen liriiche [ -Mühleuhi ucli |
bj der dutsclien herren molen, als man in den Nyderwald gehet,
czubeslahen..;' 14 1 1 »ein stolz czu befzem an eim slage by den dut-
sclien herne; nslofz an ein slag czu Sassenhusen hinder der
dutsclien hern molen«; »von eim slag by der dutsclien
kern molen czu befzem«. ; Standort vielleicht da, wo die Gewann-
grenze die Strafsc schneidet. Von dieser Stelle liegt der eigentliche
Mühlenbau seit Ende des XVIII. Jahrhunderts östlich, früher lag er
' S. S. i«). - 1 Ri»»t>- 1470. F-*4- - ' Hb. M7*iF-7' b ' - ' n " a,h -
f. 3 ( . - s Ibid. i4U, F. 6, 28b, 44b.
DigitizMBy Google
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> Holz war, nt
1 ,■! -er
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e stand »in etni
■Ki Macken«
westlich. ' Dazu pafste sehr gut die Bezeichnung »hinder dir
2. Mühlbergweg (n) Nordwest: Holzwart*.
Namen . »narre an ■lern ouwer. betjie uzwendig Sassenhuseci
iw.ntc in Siswuhcsen« i f;;,' »wa:te uzwendig Sassenhusen«
l)97i* »warte an dem molenbergeo 1404;* »warte hindei der
dunchcn henen molen am nuwenberg« 1109;' «die holczen warti
MIO;' »die huir?en wart gegen Sassenhtseni 141;.'
Sie bestand schon am 18. November \,<)h, in welchem Tage
18 II. ausgegeben wurden, um sie zu »machen«.' Dies wird sieb
auf den ersten Bau beziehen. Am )0. Januar 1 597 wird »smvde-
wergk« an ihr bezahlt, " am r. April erhalt ein Knechi Wochenlnhn,
.Ma.." •- 14 ro erhielt s.t
Scheibe zum Aufzug. 1 ' -
idirnne kein man bliben
mg der Steinwarte 1413 in
heinen Ausgaben für vier
abgebrochen worden sein."-
uch ihr Unterhau war
r Mauern umgeben.
. — Ihr Siandort war »einen Büchsenschüsse naher der Siadr, als der
der spateren Steinwarte." Wenn nun letztere am Ohlerschen Garten
stand," sä) stand die Hoizw.irrc hinter der Muhle, da, wo der Pfad
am Muhlgraben abgebt, wohl eher links als rechts vom Mühlbergweg,
wenn man hinausgeht.
Von durchziehendem Graben und Brücke nichts bekannt.
Ein Schlag bei der Holzwarte rnuss angenommen werden. Er
kann nach Errichtung Jer Sternwarte und auch nach Abbruch der
Hiiiz\Y.trie fiirthL'M.nuki] haben. N'adii iciitcn fühlen,
j. Mühlbergweg (13) Südost. Steinwarte.
Namen: »die steinen wart»;" »stcylien wart vor Sassciihusm
an dem Nuweii bergen 1414;" »nuwe wart uzwenJi^ Sasst-nluistm:
1 Bd.-Pl. - 1 Rb. No. i8. - J Ibid. F. 46b, 48b; ti97, F. 17b. -
1 ibiJ. F. 4!b- - 1 Lmdieheioeb. 1404. - ' Hb. [.109, F. j8. - ' Jtumb. 1410.
Sib. j. GiDi; Bslelning nicht guu sicher. — > Bumb. [41t, F. 48. — J Hb. 1J96,
.Sib. i. Elisa». - ■• Ibid. F. 4J°. — " llitii. F. 46b. - " IbiJ. F. 48b. —
'1 — 1. — " Anrate Jit iT-inifuniT C^jnJieii sjugniubirr Jcm Lr/l'-isilul' von
Trier am 20. Aug 141? in »Aas'vjrtigus« bei Ki;l:. M. X, 17;. — 'i Bumb. 1415,
i : . 48. — t WoHT-JtUlg 5. 71) ohne Quelle. — 1 «In hokzen warte uff dm
boloei 5. Anm. 14. — 's Laadseheideb. 1409. — •' = ". — " Siebe S. 176. —
„ H. _ ■> Bunin, hu, F. Sä .
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u Sassen Imsen« 1426;' »warte
erwähnt wird. 10 Sil? hatte einen Beschreibung
Stdncvlinder, der die eigentliche
8 * 15 ü, für den Aufh.u, d« linW-mci: lieh
.T die i 1 liIttv.it'.-.- ^■.MKiiLl ..'U i:: Y.icl'A '•-i::y;-'l^:i^i-lj L
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Nach Lersncrs Chronik' «arid die Steinwane «auft* dem Mühl-
berg über der T. H. Mühle an dem Ort, den man noch den Nicke!
nennt«. Ein Weg »by sand Niclawefi« kommt 1)85 vor,» wohl
nach einer Kapelle oder einem Bildstock benannt. Ein Feldort "der
Nickel« ist jetzt unbekannt- Es besteht die Ansicht, die Warte habe
südöstlich neben der Einfahrt des Oelilerschen Gartens westlich vom
Wege gestanden, da wo dieser anfängt bergab zu gehen. Dort ragen
aus der Gartenmauer zwei Steinkonsolen hervor, die zur Aufnahme
eines Balkens von irgend einem zur Watte gehörigen Bau gedient
habet) können. Gegenüber fanden sich vor etwa 15 Jahren bei der
Rohrlegnng der städtischen Wasserleitung mitten im Wege Mauer-
reste aus Kalkstein,* die durchbrochen «erden mussten. Ihr weiterer
Verlauf wurde damals nicht festgestellt. Sie brauchen nickt gerade
vom Turme herzurühren. Wie die niedrige Stellung der Konsolen
und die tiefe Lage der Garten ei ngänge auf der Nordostseite des Weges
Durchziehender Graben und Brücke cntüllen, wenn die Land-
.-ehr nicht auf die Süssere Wegseite verlegt wurde. Der zugehörige
chlag wird I42S crw.ihnt: «zwei an t;clr> bannen czun 5 läge by dem
uwen thom; irem ein umbgeh enden slag gehangen» u. s. w. '
Bei der Zerstörung der Warte 1416 verschwanden nur Dach
nd Obcrgeschoss. da der »steinerne Fuss» noch auf dem Bel.-Pl.
1 ziemlicher Höhe und mit glattem oberem Abschluss erscheint.'
>as Obergeschoss wurde nicht mehr aufgebaut, weshalb wohl der
lame »die ezubrochen wart« so fest haftete. Doch hielt man
en Bau so weit im Stande, dass er weiter benutzt werden konnte.
■ F. 70 unter Jit Kul-ril: -Sif.i'.wc-i;». V..i-1ilt wir die Wirte £<:-
mnnt. — * I. 23. — > ftb. i;Ss, F. ;i, — 4 Mitteilung ,ic- IWcti [rncii;n:n-
[.eus .Tieil'iii:.iHit) uiiJ 01'urj!.n1:itr Klinten -lein. - - < Buiiili. ] |jS, Sali. p.SL'vtriii.
* Eben» auf der Ansicht von Bruin (1572 — 1618). - ' Burnb. 141;, F. )6. —
s Bitr. I, 146 nach Rb. i.|i6. Die Holnvjru- int ivalirjdtciaiicb niitn gemeint.
ISeher' gemach! und einem
1437 der Weg »undcr die nu
dem Bau der Neuen Warle, Ii
nute czu Sassen husen abebrei
Jer Markgraf von Brandenburg
berg bey der allen Warthe h
unbekan
|. We
Belagerung 1552 hatte
macht ahn dem Mühl-
üires Yerscliwiiulens
gC-3).' Dur.
5. Bergesgrondweg (40). Ebenso.
6. Ruppenackerwcgf^ta). Der Grabe]
tineBrücke ist für 1502 bezeugt.' Sie scheint a
in der Notiz: mIs sie die brück über die lantgewei
Crutze gemacht hauen«; 7 denn oben im Rotenkrei
iio:t beginnende Oberrüder Landwehr seit 1450 nu
Auf [«
1 Scilla;
ch gemeint 1492
by dem roden
zerweg hatte die
einen Steg.
ti Wendete-, Bergesgrund- und Ruppcn-
jckerwei; bezieht sich die X.icliriclu von r 12S über Ausgaben für
idry Duwe siege gehangen by dem Rodenkrucze, mit slossen,
crappen, ruwisen, ringen, je vor ein 2 ffi«.' Sic wurden im Anschluss
an die Landwehrbauten dieses Jahres errichtet. Dieselben Schläge
Scheinen gemeint 1442. Es sagt einer aus: »daz ich uff sondag zu
abend in dem felde war by den sleegen obenwendig sant
Wende! i ng, da fure sie [die Witwe des Junkers Eberhard von
Heussenstamm | uff eynem karren doit her und reid ir knecht by
iro.' Die Frau kam von [Jeusscnstamm entweder den Rotetikreuzer-
uJer den Ah eil her;: weg ("Husen stummer :>tr;i'V.c<. j :icr,ib gekuren.
7. Grenzpfad zwischen dem Alten und Neuen Berg.
Steg bezeugt für 1502.'°
8. Hainerweg (25)."
liingrabige Zeit.
Ob nur ein Steg bestand, oder eine Brücke mit Schlag
' Bumb. 1416. — 1 ibid. F. 17. — 1 Hb. 1416, F. 68b. - • ]] S mb. [472.
F. 4b. — ' .'■'..■LLL S.in:ll',T.:..;.-.^. , l:..i !;.,!]] ::.n .v.ii! vjir tlin: 1 l.iTd:£;-.ll:-
WniitelMeifi in diesen iTemiindet. — * Ug\b. A 92 N. — ? Buinh. uyj.
F. 96b. - ' Ibid. r4JB. - ' Lide »Fehden« s?, 111. KgkM.il,]}. - ,0 Uslb. A.
93 N. — " Unbekannt in, ob die Zweige des Rupenackerwegj (41a und b)
Siege über die Landwehr hallen.
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Zweigrabigc Zeil.
Jedenfalls zwei Stege, welche, wie auch sonst oft, kurz als
»der Steg" bezeichnet werden. 1487 gehi der Hainerweg »bis an
den Stecke. Der »H eunersteg" in Verbindung mit der Land-
wehr genannt 1,-85, '585, '6*4;' "der Heyner Weeg Steeg« Flurb.
Ein »Haspel» daselbst 1531;* der Weg selbst heisst 1620 »Haspel-
oder Haynerweg«. * — Innerhalb der Landwehrbreüe zeichnet d-ii
Flurbuch östlich am Wi«; eine jetzt verschwundene Ruhebank,
westlich aber ein der Stadt gehöriges viereckiges Plätzchen mit
einem grossen Baum, den die Beischrift als »Hexenbaum« be-
weg und Darmsradtcr Landstraße. Das Plätzchen ist jetzt auf drei
Seiten von der Friedhofsmauer begrenzt und trägt ein Feldschützenhaus.
9. Breiter Weg (26).
Eingrabige Zeit.
Auch hier ist ungewiss, ob Steg oder Brücke mit Schlag an-
zunehmen ist, da man nicht weiss, ob vor 1-170 Ilainer- uni Hiciici
Weg beide als Fahrwege, oder nur einer, und dann welcher, durch
die Landwehr gezogen ist.
Zweigrabifje Zeit.
Die jetzige Warte seit 1470.
husen« 1470;'° jetzt »Sachsenhäuser! oder »lsenburger Warte«.
Vor Weihnachten 146S baten die Sachsenhauser um eine Warte,
worauf der Bescliluss erfolgte, »die Warthe vor Sassenhusen besehen«."
Am 12. Juni 1470 bcschloss man den Bau; am 14. Juni beauftragte
man »die frunde zu besehen die warte die man machen soll, die
da buwemeister sin sollen«;' 1 am 26. Juni bcschloss man, »den buwe
der warte zu S.>--.enh-:scu verJhsjen und nach dem die von S.issm-
luiscn ^emevnlieh bedien: luu, die dieiit auch bitten czu dienen, und
weine nit gelegen 1 h l c/n dienen, y h ( 1:1 den dienst Deinen«.' 1 Am
14. Juli erfolgte der Eintrag der ersten Ausgabe; Ende November
' Kgk M. VII, 1R4IT. mdi Insiubudiem. - ■ Ibid. 166. - I Ibid. 21S. —
I Bgmb. 1470, F. 11 u.ö.- Rb. 1470. — 1 Rb. 1470: 1481, F. w b. — t Hinrark. -
7 H K mb, F, 6.| u. ö. — s Rb. 1471, V. 1). — » KauSUrk. — » Roibictl in Qu.
t Fnakf. Gesch. L 86. - " Bgmb. 1468. F. )6b. — 11 Ibid. 1470, F. 11. -
" Ibid. F. 14.
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wurde die Warte mit. Dielen verschlagen. Vollendet wurde sie 1471;
die Batircchnung ist vom 9. November datiert. 1 — In demselben
Jahre baten die von Mönchen -sie die Warthe czu Sassenhusen be-
sehen czu laßen«, was der Rat erlaubte.' - 1479 erhielt die Warte,
wie die Friedberger, zwei Reichsbanner. - Am i/.Juli 1552 brannte
sie bei der Belagerung.'
Wahrend die drei rechtsmainiscben Warten unmittelbar hinter Starfort,
der Landwehr nach innen ließen, liegt die Sachsenhäuser Warte in
der Flucht der Landwehr. Die Gräben enden an der Ostmauer des
Wartbofs; im Westen beginne der äussere östlich, der innere erst
westlich von der Strasse von neuem. Zog überhaupt auf dem
schmalen Wich südlich hinter der Warte ein Graben zur Brücke, so
war dies nur ein Wasscrabzug, kein Wehrgraben.' Die Warte stellt
nicht auf der höchsten Stelle des Breiten Weges, sondern einige
hundert Schritt nördlicher. Ihr Standort ist offenbar durch den Lauf
der Landwehr bedingt, diese wieder durch den, wie ich annehme,
schon vor ihr vorhandenen Weg (Landwehrweg).
Auch die bauliche Einrichtung die von Wolff-Jung ausführlich Eia.isl.tun9.
behandelt ist, unterscheidet sich von der der drei übrigen erhaltenen
Warten in mehreren Punkten. Der Turm hat einen sechseckigen
Mantel und steht nicht auf oder nahe einer Ecke, sondern lässt
zwischen sich und der nordwestlichen Holecke Raum für das Hof-
thor. Den Grundriss des Hofes bildet ein längliches Viereck. Er
war wie M. I, 17 beweist, früher nach Osten zu kürzer. Auf der-
selben Darstellung ist der Brunnen noch nicht aussen iibermauerr,
sondern zeigt die Rolle für die Ziehkette und das von Reiffenstein
erwähnte kleine Schieferdach. Am Turm ist ein Signalkorb aus-
gesteckt.
Die (hölzerne!) Brücke des äussern Grabens wurde 1493 so Brück*.
gemacht, dass man darüber reiten konnte.' Spater, jedenfalls 177t,
e.re Steinbruche. Der Warte gtgenübet lief später e.ne Mauer an
der Strasse und über die Brücke, mir zuerst bekannt von 1722. wo
sie mit Ziegeln abgedeckt erscheint.'
Ursprünglich scheinen zwei schlossbafte Sc hl ige bei der Sttiäj,,
^ine geitanden zu haben, denn 1492 beisst es »auch siege daran
' lnhi!i luifuhiinn bei WolfT.Juog. - ' K&r,b. 1471. F. 87. - 1 D?e Noluco
*•* üj>e: Umgibt sind Wo.ri-Junx tmJthnt - t Wat meu,i rr'n iii'ii r*M II,
119 mit den Gräben, deren er sich i S4 j ins dem Jahre 1S16 erinntn? —
' B,;mb. 1491, F. 89. - * Abbildung von Zchetider, Museum C. ijoi; M. I, 17
lut Jie Hauer noch nicht.
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setzen und sltrael Peter Moller lafzenn.' Im XVI. Jahrhundert 1 nur
Sohl igbum. ein Schlagbaum, der 1772 und später mir Stacheln besetzt er-
scheint;' Schlitz und Auflage sind noch vorhanden. Der Warte
gegenüber hat M. I, 17 nur den Block für den Schlagbaum und
einen Pfosten unbekannter Bestimmung; seit 1772 steht dort ein
Wacbl- Wachthäuschen , nördlich daneben eine Hütte mit Guckloch
häuiobm. nach Korden.* Ein zweiter Schlagbaum, wie ihn um 1800 die anderen
Warten haben, scheint hier zu fehlen. Haspel unbekannt.
We S mm Zu dem spitzbogigen Pförtchcn neben dem Brunnen fahrte vom
PtBrirtKn. Schützenhüttenwefi an ein besonderer Fussweg neben der tiefer
liegenden Strasse. 1 Sein Übergang in den inneren Begleitweg luue
im Osten eine ausgebogene Stützmauer, die noch am Stück ^2 Je*
Flurbuchs erhalten ist. 6
ia Letzter Hascnpfad (43).
Eingrabige Zeit.
Steg?
Zwcigrabige Zeit.
Doppelsteg anzunehmen. Einen » H a s eil p fa d s te g o ver-
zeichnet das Flurbuch. Ruhebank noch jetzt östlich am Wege
innerhalb der Gräben. 7
11. Schafhof. Ein Durchgang an dem steinernen Thor uiuss,
so lange der Schafhof bestand, vurluiulcn gewesen sein. Nur die
zweigrabige Zeit kommt in Betracht. Fine oder zwei Brücken.
12. Mittlerer SchafhoKeg (45).
Eingrabige Zeit.
Brücke und K c Ii I a walirsclieinlicli.
Zweigrabige Zeil.
Brücke über den äusseren Graben, der innere setzte, wie es
nach dem Flurbuch scheint, aus. — Schlag, öfters Ziegelschlttg
genannt.' Seine Stellung gibt das Flurbuch, M. 1, 1, am Iniieiirattd
des äussern Grabens wahrscheinlich falsch, nämlich quer über die
1 Bgmb. 1491, F. ig. — ' M. 1. 17. - 1 Die Abbildung von Zehender, Mumm
C. 1501. M.I. 17, bat die Mauer noch nicht. — ' - 1 und U c lb, B. 98, Ko. 10).
17S7. - > M. I, 18. — ' Ilies sind uolii Jie t \|jue:B:e ,I.t .uferen Umlassmii'«.
deren sich HcilleiiUciii, 11. 1 Uli Jon Jahre ]R)6 erinnert. - ' Der Weg, J«
auf M. I, [ von Jtr WcjjdhCitti: ruili Sn.i.u Jiirili .'Ä-j L:m,l'.ich; iiclil, ist u:;Vf
gesichert, - » Fieta. Hdschr. J). za 17«; Act. Fonrtimt S. Dec. 1708; Flutb.
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- .81 -
Oppenheim« Strasse. Aur letzterem Risse ist es ein Drehschlag
mi c Kiseiistachcln.
Ii. Mürfcldcr Stesse (27).
Eingrabigc Zeit.
Der Graben wird schon wegen des Ablaufs des Regenwassers
durchgezogen sein. Daher Brücke anzunehmen; Schlag erwähne
[«0 als Schlag »am Riedhoff«. '
ZweigrabigeZeit
Ob beide Graben durchzogen, unbekannt.
Bestand früher eine Brücke, so wird sie fortbestanden haben.
Der Schlag heisst: »Schlag beym Riedhoff« 1592.- weil die
Mörfelder Strasse auch zum Riedhof führt; »Ricdschlag. 1646,'
1737;* »Schlag am Jungfernborn.. 1732.'
Uincn Schlag zeichnet M. I, 1 a, 1678, zwei Schläge M. I, 17.
Die Stellung der Schläge zu den Gräben ist nicht ersichtlich.
Xelintw Kapitel.
Die Oberräder Landwehr.
Die Oberräder Landwehr bildet ein fort in kalorisch es Ganzes
mit den verschiedenen Befestigungen des Dorfes Oberrad. Diese
iiml daher mit in Betracht zu ziehen.
Das Bollwerk.
In vielen Dörfern, z. B. Hochstadt und Miltelbuchen/ bildete
der oft hochgelegene, ummauerte Kirchhof ein Bollwerk, in
lii'ssa: Mitte Jlt hJiL.li a wehrhafte Kirchturm als Bergfried und
Watte dienen konnte. Auch Oberrad hatte ein Bollwerk an seiner
Kirche. 1461 baten die Oberräder nein bolwcrg 1 an ihrer Kirche
' »grab. 1440, F. j. - ' Cli™.IIIa,t49. - 1 Uslb. u. 8.1, No. 150, S, 19. —
' HitJlijfiT Ackert. 1727. — 1 Act. r'omimt, 171 ;. — » Von den ausgegangenen
Dorfe Grubenbcrg i?kT::.il':> i,; nur und] i-Or K'in'liicli aufgehellte,
ummauerte Kirchhof im Hachen Felde vorhanden. — ' Mil Bohlen gcslfltzte
Schäme", vgl Kluge, F.lym. Wörterbuch.
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machen zu dürfen, und der Rat sandte die «Freunde«, um es zu
»lie-chen«, ia er schickte sogar Holz dazu und i Pfund Pulver zur
Verteidigung;' und 1496 heisst es: adalz bollwergk zu Ober Rade
sullcn buwemeister verfallen mit dem holtzen stock und
dachung fertigen«, 1 d. Ii. das Bollwerk soll vervollständig! werden
Jurch einer. hiiLcniet! Wehrbau (Tu tm ?) md dessen Dich fertig
gemacht werden.
Der alte Dorfzaun.
Zaun oder Zäunen umgeben. 1495 ist einer dort durch den Dorf-
graben über den Zaun in das Dorf gestiegen. 1 Wenn i486 der
Iva; be.sdiliesM udeii von Rade sajjm die iren lvii schirmen bynnen
den bannzunen«,* so scheint mit den ßannzäunen eben der Orts-
zaun gemeint.
Über den Verlauf des Dorfzatins zur Zeit des Lau dw ehrbaue 5
von 1441 lasst sich Folgendes sagen. Die Nordwcstcckc des Dorfes
bildete der Glauburger Hof, dessen Mauer dort den Dorfzaun
ersetzte. Vom nordöstlichen Hofeck bis zum Srück Sehäfergasse
scheint der Zaun, nach der Darstellung von M. I, 17 und M. I, iE
und den Spuren im Gelände zu schliesscn, seinen ursprünglichen
Lauf bewahrt zu haben. 1480 hören wir von »wiesen an dem esch-
graben hinter dem dorf gein der kirchen ober«.' Gemeint ist die
ipätcrcn Hauses No. 119 zum Dorfe. Ob aber der Dorf-
atn Ostrande dieses Weges oder etwas östlicher lief, ist im-
s. Da das »Einhorn« und No. 119 noch 1385 die letzten Häuser
iehweg waren, 9 so muss der Zaun im Süden vom Einham
Iwie hinter der Kirche her nach Westen und dann über die
e zum Glauburger Hofe zurück gelaufen sein. - Von der
■elnden Beschaffenheit des Dorfwuneä, sowohl in den älteren.
i Weiufriuaizlasb. M Fich. Huschr. JJ. ;<,. - J O. Gtcir. - ' Gr.-R. _
" CclLjIMtKiJe mit Mainz.
Dnitizod b, Gut
als Jen jüngeren Teilen, gewähren die verschiedenen Darstellungen'
eine Anschauung.
Durchgänge.
Drei Fahrwege führten jus dem Dorfe: Frank furtcr Strasse,
Scliäfergassu und Viehweg. An jedem bland ein Schlag,
1. frankfurter Strasse (12). Der Standort des Schlages
kann nicht weit westlich vom Glauburger Hofe gewesen sein. Ab-
gebildet als gewöhnlicher Drehschlag Gr. R. und M. I, 18.
2. Schäfergasse (jj). P^tz des Schlages am Südosteck des
alten Rathauses (No, to^), wo die Oberräder Grundrisse den Anfang
der Gasse durch eine punktierte Linie bezeichnen. Abgebildet, wie I,
auf M. 1, 18.
3. Viehweg ."(SO). Schlagbaun. zuerst erahnt t{8{ im
gekit aus dem oberen Stift »bis an und bei den Falriegel oder
schlag oben am ende des dorfs Oberrode, nie well obwendig des
Spühauses stehender, gehen sollte, wahrend das Für Stengel rit erst
an der Quirinspforte endigte.' Wenn es 1620 heisst »Behausung
zum Einhorn . . . und dann in dem baufz dem gegenüber neben
dem Schlaghaufz gelegen»,' so ist gemeint das jetzige Gasthaus
Mim Einhorn, das ihm gerade gegenüber liegende Haus No. 1 19 und
das sich südlich daran anschliessende No. III, Letzteres — oder
sein Vorgänger, wird als Schlag haus bezeichne!. In der Tat finden
wir 1771 einen S c Ii 1 .1 g b .1 11 11: /w ischen diesem ihiuse und dem
Sudosteck des Einhams ge/eicliiui. 1 Mi; ik-n Kinheim und No. 119
hörte also 1585 das Dorf auf. Das »Spilhaust, von dem der
Schlagbaum »nicht weit obweiuligc Main:, wird au Stelle von No. wy
gestanden haben. Dort wird um 1575 ein stattliches, mehrstöckiges
Haus, mit abgcwalmtcm Dach abgebildet.' Die Oberräder Grund-
risse von 173) bezeichnen es als ■■Rath hause Es reicht nicht bis
"Ii Südostecke des Grundstücks und springt mit seiner Südwestecke
Uber die Fluchtlinie von 107 (G.lsiIühis zur Sniuie) vor. Seine Stelle
nimmt jetzt, mit gerader Front und die ganze Südseile des Grund-
siiicks füllend, das Anfang des XIX. Jahrhundert- gebaute alte Schul -
bans ein. Zu dieser Lage des Sj>:e)h.u;scs stiinnit die Notiz von
i6n.( »wiesen hinderm Spilhaus«, die bei Jeu »Wiesen hintern: Dorftr
■ Gr.-R., M. I, 17 u. 18; R. 17; Timm« GrJr, - ' Orth, RckUjmcsscn
">> nach Rb. 1 ifi.| — 1 Obcrr. Wehrs ein Usb. F. too. — ' Rhs Obcrr., R 77. —
' «. V 17 «. *
zu suchen sind. 1 Es folgten s
Spie] Ii aus, Rathaus, Schul haus,
dem Dorf. So jedenfalls das Si
jetzt »Wehrstrasse«, nach
pfad zum Goldberg weg. Beid
überschritten haben. Vielleicht g;
d Hoffeldstra
Darstellungen fehlen.
i Dorfgraben auf Steie-
rl der heutigen Wellen-
Die Landwehr.
I. Begriff.
Im Osten schlicsst sich ;in die Sadi v.'uhjunT die ObeiT.tiier
Landwehr. Sie zieht als Rinnenlandwehr vom Knien Kreuz in einen)
Haken bis in die Nähe des südlichen Oberräder Dorfzauns und dann
wieder vom nördlichen Üorfz.iun zum Lehenfiraben. Von derSachscn-
liäuser Tenntney schlicsst sie da; östliche Dreieck, von der Ober-
räder nur die kleinere Westhälfte ein.
II. Verlauf
ende beim Hinhorn durchgeht.
Von dem weiteren Verlauf, den keine Darstellung verzeichnet,
sagt 1775 Orth,» indem er beweisen will, l-'rankfurt besitze viel
Gelinde jenseits seiner Landwehren, »dass die Landwehr zu Oberrad
vom Wasserhof [Stralenberger Hof; gemeint ist von der Grenze des
Stralenberger Geländes] an mitten durch das Dorf, in welchem auf
beiden Seiten noch viele Häuser stehen . . . ziehet«, und ein alter
Oberrädcr' hat von seinem Vater gehört, dass die Landwehr früher
bis an das [ Stralenberger] »Geländ« gegangen sei. Nach Orth's An-
gabe könnte man meinen, die Landwehr sei vom Wcndelswcg in
ununterbrochenem Laufe bis zum Lehengraben gezogen. Dem wider-
spricht aber die thatsadtlich vorhandene Lücke, die ohne gewaltsame
1 Obcrr. GMtrven. F. iS. — ' M. [, 17. - » O. Gwt. — ' HcsoiiJcrs
M. I, 17. - i Ami. zur Franltf. Reformation, lern V, ;r;. - s Ernst Ccorp I.
gegenüber dem Pfarrhaus, am 16. Juli ujoo.
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sowohl das südliche, als auch das luudhciic La:idwchr.<uick zu seiner
Zeit auch im Osten Hauser neben sich gehabt habe, nämlich die
späteren Dorferweiterungen an Wingertsweg und Schäfcrgassc. Ein
Blick auf die Oberräder Grundrisse legt den Gedanken nahe, den nörd-
üi-lit!) Abschnitt der Landwehr in der Ochsenwiese zu erkennen,
die hinter dem Grundstück des Hauses Na. 105, wo wir nach Aus-
weis von Rissen den Dorfzaun vorüber ziehen liessen, nach dem
Lehengraben läuft. Mit dieser Annähme stimmen folgende Nach-
I. Zwischen 1518 und [618 werden sehr oft Grundstücke in
Ji'r Schafergas-e erwaluu, die 1 1 L i_- Landwehr bcrujii ijjT. ' ! { i n i n u liegen
in der Schäfcrgas'sc »an« oder »neben der Landwehr«; andere stossen
.■bin -.eil«, andere 'muten», wieder .uulere «oben auf die Landwehr«.
Bei der vorletzten Gruppe, bestimmte den Ausdruck der Lauf des
Lehengrabens, bei der letzten das Ansteigen des Geländes von der
oberen Schafe rgai.se nach der Ochsenwiese. Eins der beschriebenen
Grundstücke lässt sich sogar genau festlegen. Das »hufs und hof-
nebenn Clel'zenhcn und uff der andern sitten nebenn der gemein
lang wer" kann nur das Haus Schafergasse No. 1 auf Grund-
stück 152 sein, so dass wir in Grundstück [53 mit Haus No. 5 das
l'iijMULiti des Clefseiihcn -m erkennen haben. Auch die Notiz von
1599: »Behausung gelegen ui einer sehe gegen gemein I.angwchr,
auderseit Jacob T.übcr, stofzt unden nf Jacob Lewenn' muss sich
auf Schäfergass c 1 beziehen, Ja kein anderes Haus gegen die Land-
wehr steht.
Andere Grundstücke werden beschrieben 1 als an und un-
gefähr an der Wesehbach liegend und die Landwehr berührend.
Die Wesehbaeh heii'st 1720 genauer »Schafergässcr Wcsch-
L'achs und ■> S c I: a f e r ^ ä s s e r flach" r.nd lLc ij^u ::i -j ! uicii-j it'
ein Gm uichi, wie angesehen wird, Lir-ieii auf den Lehengraben und
mukidi ij(S, -- J Wehrsduflsb. — • Rnies lllw. ISudi. Wcidgjng belr. ~-
> Üben, ünshcfi isSd.
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oben auf die Wöschbach siosscn könnte. ' Alles wird verständlich
durch die Annahme, die Wöschbach sei früher vom Brunnen vor
klar die Angabe von i J 1 8 : »wiesenn und gartten und stofsen Briden
uff das liehen gut und owen uff die weschbach und uff der
anderenn syttenn neben der gemein langwer«.' Sie würde sich
bezichen auf Stück 133 nebst den dahintcrlicgcndcn Stücken iGS usw.
bis zum Lehengraben, die dann ijiS noch ein eiu/iges langes Be-
sitztum neben der Landwehr gebildet hatten, dessen Osigrenzc noch
1733 ' bis in die Nähe des Lehengrabens ununt erbrochen zu erkennen
ist, während sie 1833* schon Lücken hat.
3. Endlich kommen Grundstücke vor auf den »dorr en wiesen a
oder auf der «dor-, dorr-, dörr- oder Dorn wiese« welche
auf die Landwehr stossen. Vermutlich gehörten sie iu den aWiesen
hinter dem Dorfn ' wc.tlicb neben Jet Ochsenwiese.
Die Betrachtung des (itundris^es legt die Vermutung ruhe, dass,
als man den Plan zur Landwehr machte, das Dorf östlich nur bis zum
Viehweg reichte. Dann konnte eäe I..ui.l\v;lir o'me l'nterhred'.iiiie,
bis zum Lehn graben wichen und hi-.nich:e nur einen Schlag beim
■■nalcren Sjiielh,;!» IXo. Ki.(). Die Ah.ii:ile:i;i'.i. T des iir:.jvu['^!ie!iei!
Planes könnte mit tier zögernden Ausführung und det inzwischen
eingetretenen Ver^issenim: des Dorfe--. / 1 j s:t 1 1 1 1 1 1 u n hängen.
III. Umgebung.
Innen.
In Sachsenhäuser Terminey.
1. Im Alten Berg. 1531 liegen Weingärten «im alten berg
jii S.iJ Ikenhausen neben dem Keller Im tetitsclieil I laus, su>i(>e:i imdeii
auf Hans Kellern und ziehet! off die lantgewere«. 1
In Oberräder Terminey.
2. Im Alten Berg. Portsetzung des vorigen.
3. Im Rübenfeld.
4. Im Mitternachts- Acker, sehr häufig in Verbindung mit
der Landwehr genannt. Der Personenname Mitternacht findet
sich in Wehrschaftsbudiern zwischen ifioj und 1618.
- i8 7 -
5. »Uff der Gesellen-Ecke«, wo Landwehrweg und Vieh-
weg rusammen treflen. Dort sollen 1491 die Bäume auf der Land-
wehr abgehauen werden.'
6. »Im Hcrrenwäldchen«.
7. »In den allen Steiukauteno.
8. »Im alten Kla sha nscnstcg".'
9. »Auf dem Sandliügcl«.
10. »Am Hohen Sieg«.'
11. »Im Metzelet«, o:'t tun Landwehl zusammen genannt.
12. »Am V.ehwega. 1442 werden die Landwebuns-tÖsser »an
dem l'ehepadte« genannt;' Ohne Datum kommt wir ein »acket
an dem fchewege det da Iii an det lantgewerdde«.*
Während das Landwehrgelände heute vom Wendelswcs (*Ö
bis zur Neuen Strasse (23) durchweg vom Walde begleitet ist, zu
dem es gezogen ist, wechselten dort im XVI. Jahrhundert Wald
und Feld in folgender Weise:'
t. Ein Stück Feld, vom Wendelsweg nach Osten zu.
2. Ein Stück Wald, von dort bis etwa zum Viehweg.
3. Die Gern: Hu rüder,* iihtlidi vom Vidiweg bis 211111 Walde,
in den schon damals det »Teller« eingriff.
4. Der »höh Sandt Mg«, 1 das Dreieck zwischen Viehweg,
Neuer Strasse und verlängertem Landwehrweg. Die dortigen Äcker
wurden 1726 dem Fnrstami überwiesen" und sind seitdem zum
Walde gezogen.
IV. BcheEi äffen hell.
Vom Wendelsweg zum Hohen Steg bestanden zuletzt zwei
Gräben. Bis in die Nähe des Viehwegs sind sie noch heute ziem-
lich gut erhalten, von da bis zum Hohen Steg auf den Oberräder
Grundrissen gezeichnet. Der äussere Graben verläuft sich dort in
den inneren gerade oberhalb des Steges, etwa 137 F.-R. vom Dorfe.
Von da bis zum Dorfe geben diese Risse nur einen Graben. Im
Widerspruch hierzu erklären Vogel und Dick in einem Gutachten
vom 2, Sept. 1772, dass nur für die letzten 60 K., »vom Fusssteig
nach OlTcnbach bis Oberrad« ein einziger Graben bestehe. Der ge-
■ ISgmb. 1491. F. 1). WO auch ilic üesellcnäcker. — ' S. Durchgänge. —
1 Bgrob. .441, V. 57. - 1 Oben. Kirtiien™, Mgli.. E, 17 n. 6. - i S, M. !, 17. -
* Ibid. und Stbirff, Drcickh 174. - > Ibid. — * Oben. Grdr.
Digitizod by-GtXlgle
den Gewannrissea ist da nur eine Ad: er grenze. In dem Landwehr-
abschnitt nördlich vom Dorf, für welchen die Überlieferung fehlt,
ist deshalb auch über die Zalil der Gräben nichts bekannt. Fraglich
bleibt, ob der Wasserlauf, der später ostlich am Hause 109 über den
Sehulhof und die Ochsenwiese das vom Viehweg kommende Wasser
abführte, mit dem Landwehrgraben etwas zu tun hat.
Bei der doppelgrsbigen Strecke ist der Abstand des inneren
Grabens vom inneren Landwehrrind etwa? unrcgeltnässig. Bei der
einsilbigen Strecke südlich Oberrad lag nach den Grundrissen der
Graben näher am inneren Rande.
Wo beide Gräben erhalten sind, ist der innere bedeutend tiefer
linj breiter und macht den Eindruck Je* i Luiptgrabcns. Hierdurch
und durch die Art, wie beim Hohen Steg der äussere Graben sich
nach dem inneren hinüberzieht, wird die Vermutung nahe gelegt,
dass der äussere Graben erst später hinzugekommen sei. Damit
stimmt auch, dass östlich der Schee mal dschneise der Landweheweg
Messungen der U.sdiv Jirbrcite vor. Sie entspricht im ganzen der
Südseite der Sachsenhäuser Landwehr. Von jenem Punkt bis zum
Hohen Steg beträgt sie, auf den Oberräder Grundrissen nachgemessen
9 F.-R. Von da an allroählig weniger, am Goldbergweg nur noch
3 F.-K. Von dort zum Dorfe fehlt ein Blatt. Auf den Obcrrädcr
Gewannrissen gemessen beträgt die Breite des in das Dorf vor-
springenden lindes !<'.', die der Ochsemvicse ohne den Ik^iei', vvci;
jV» F.-R.
V. Bcglcllwcg.
ealdsel
der Verdoppelung hat man vermutlich westlich der Scheerwald-
schncise von innen. Östlich von aussen einen neuen Graben hinzu-
Befugt. Beim Viehweß aber wählte man statt der Einschliessunp.
Verdickung des Wegs nach Osten. - Nördlich vom Dorfe ist ein
jusfertr lieglei'.wej; inibekannt.
Digitizcd by Google
- IS) -
Innerer.
»Es zieht an der gar./i'n Landwehr, wo sie an die Güter sliin 1 .,
von Oberrad bis Wendelsweg ein schmaler Fusspfad zwischen der
Landwehr und den Fcldgütern hin«. ' Sein unterer Teil ist der
iTh ü rc hespfadtu,' wohl benannt nach einem Thürchen im
späteren Dorfzaun. Hr ist jetzt mit der Landwehr verschwunden,
während der Teil vom Oberräder Forsthauj zum Wendelsweg noch
besieht. Auf den Grundrissen ist der Pfad nur vom Goldbergweg
zum Hohen Ste;; gezeichnet, doch folgt daraus nicht, dass er nicht
früher südlich weiter zog. Auch den nördlichen Landwehrteil be-
gleitet innen ein Pfad, die fettige Wehmwsse.'
n man meist nach der »Alten Strasse« (iS), zeitweilig abet
ich der »Neuen Strasse« (a 3 = Wolfsweg) abbog.
VII. Uur-iliKÜntt*:.
Wendelsweg (22).
Bezogen zu sein. Denn am I. Mii dieses Jahres beschwerte s
Mainz, »dass man die lantstrafse by dem Roten Crucze vergwl
heue«.' Demnach wurde, wahrscheinlich kurz vorher, der Landwe
Kraben durch den Weg gezogen und dadurch der Fährverkehr
Der Schlag entstand mit der Landwehr 1441-42. Die Sem
Iti u. Bumb. Y: b>. An letneret Stelle tanii audi ein Schlag jii Jer Üit
'ci!c der .Sjdi^eiih.'niHer l.jii.KvL'iir |remer<H sein.
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- IJO —
Zweierabige Zeit.
Beide Gräben zogen durch. Der Doppelstest wird bezeugt
durch die !slachricht vors 1593, dass Holz bezahlt wurde zu Stegen
über die Landwehr an dem roten Kreuze' und abgebildet auf dem
Grossen Riss von 1591. Erst 1792 dachte man wieder daran, den
l'ahrwci; hi:riisstcllcn. J
2. Altebergweg (21).
Eingrabige Zeit.
Der Altcbergweg haue an seinem unteren linde, beim Vers-
born einen Schlag. Nach der Chronik' wurde [447 »ein Schlag am
i : ersborn gesetzt«. Auch da; WegcvL-r/eklii'.:;, von i.jSd erwähnt ihn.
Lr hatte offenbar den Zweck, Heiter und Wagen zurückzuhalten,
seitdem dieser Weg nur noeii als lus-iwes: i!jk1i diu Landwehr ging.
Neben dem Söhlige st und zwischen Allenberg und Wendelswcg
eine Ruhebank; die jetzige ist von Stein. War nun der 5chlag von
1447 der erste, so kann der Altcbergweg bis dahin die Landwehr
noch als Fahrweg durchzogen hüben, ab srsit Aussetzen des Grabens
oder mittels einer Brücke, bleibt dahingestellt. Seit 1447 bestand
gewiss nur ein Steg.
Zwiigr.bigt Ztii.
Doppelsteg, genannt »Clashan s en steg«. Weg und Steg
bestanden noch ijiS, Iis las; d^ns.s'.s ein Wingert »im rnwenn Felde
.... zesigt mit dem owersten ende uff den weg der da zeugt zu
Classenlsenß Steg*, 1 Spätestens seit 1733 bestand der Steg nicht
mehr und endete der Weg da wo heute (Grundrisse). Der Feld-
nrtsname otm Klashcnscnstcg« besteht noch. Der Name des Sieges
geht gewiss auf den Clcssen Hans zurück, der 1571 als Anlieger
in dieser Gegend vorkommt' und dessen Haus an der Landwehr wir
oben kennen lernten. Der Steg wird oft in Verbindung mit der
Landwehr genannt. 6
5. Weg zum Hohen Steg.' Der Weg bestand noch 1518.
Damals sticss ein Grundstück tunden uff den weg der geet zum
1 Fleh, Hshdsr. JJ. 17b sucls R. 151)1. - ' Vonrelisaig vots Suduenh,
liurfjiro jii Jen Hit. üepi. 1791. — ' lila, 163. — < Oberr. Url, - s Oberr.
VVdirjMain.k Va;!asi[ci! -.ia.l: ClafeoliEiss — sjifl; Cleliliennen — 1559; CloG-
licnzen - null 1600; CLmÜliesinci - 1C1;; K Iii..] 11.1s™ ssij; 17;). - t 2. B.
11'iLTr. /.imkcli r;-,'i. W<.!ir<d:]U;li. if'i;. ü;,n.i- Verzeichnis ab ]öoo, S. 119. —
1 O. Grdr.
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hoben stegn, es zog also vom Allenberg weg herunter. Spätestens
1753 isi der Weg verschwanden. ' Der Steg wird in Verbindung mi:
der Landwehr genannt 1559 und 1604.' Et ist einfach, da dicht ober-
halb desselben der äussere Graben aufhört. 1 Abgebildet auf den
Überräder Grundrissen mit Beischrift, sowie auf einem Vogelsehen
4. Goldbergweg (17). Ste^. Abgebildet auf den Grundrissen
mit Ruhebank östlich vom Sieg an der Südseite des Weges,'
Wahrscheinlich hicss er nach seiner Lage der ^Niedere Steg".
Die Notiz m Viertel 8 R am Niedernsteg neben Beruh. Müller"
gehört dann hierher.'
Die Zingel.
Vom Dorfaaun wie von der Landwehr ist zu unterscheiden
»die Zingel« oder »di e inge In«. Die öfter vorkommenden
X.L.hrichivn über sie sind so alt wie die Oberräder Landwehr. Im
November i.(.}0 wird beschlossen. dc:i I i';n. , i r.ni .nlic r i ! e- : 1 1 Kie.ucl |
czu czingelna zu geben;' auch 1.(78 erhalten sie Holz zu Hügeln,*
und [48; gab der Rat »denen von Rode aspen czu befestenunge
Endlich 1492 will man »den von Oberrode eyn alt zingel zu be-
sehen, einen eingeschlossenen Kaum vor einer Burg oder Stadt, be-
sonders vor einem Thor. Man sehe die Hinsel vnr dem lachen
heimer Thor bei WollT-Jung. Heute noch nennen die Oberräder
/.il.üeinein den vor dem allen Dürfende am Einhorn liinauizicl'.eiulcii
Viehweg »die Zingel«, ohne zu wissen warum, liier standen
aber am jeizi.neii Dürfende, westlich an die Landwehr selcht», zwei
Schläge, und am Eingang zum Wingertsweg stand ebenfalls ein
Dorfausgang am Einhorn zum Schlagern Wingertsweg und von da
Dorfausgang rine regelrechteste!. Auf eine solche Anlage glaube
ich die Nachrichten über Zingclu beziehen zu müssen. Genauer
1 Ibid. - ' Oben-, Zinsheit u. Oben. Goiervtrs., S. — ' O. Grdr. —
• O. Qm. u. Kilasterlrirte. - i Auch Kloo, Hcgeb. 1764 <•■ Vogel, Riss 1BB1.
1.1, 1.1 it SAvpgsi M. I, 17 u. IS. - ' ÜL'Crr. liurichub. :\cl. Ul'err, iSl-l März 10. —
1 Bgmb nio, V. .(7b. - I IbiJ. 147K. - ! Ibid. 14SS, F. Jb. - ™ ibid. 1491.
kann der Verlauf der Sp erstrecken zwischen den Schlagen natürlich
nicht angegeben werden. Beachtenswert ist, das* die erste Erwähnung
der Zingel mit dem Bau der Oberräder Landwehr jilnchzeitij; ist,
was vielleicht mit der Lücke in der Landwehr zusammenhängt.
Durchgange.
SebiBge. i. Vichweg. Unbekannt, oh ursprünglich nur ein Schlag.
Um 1600 zwei Schläge, gleichmlssig dargestellt von M. 1, 17
11. iS u. Gr.-R. Der innere ein einfacher, der äussere ein thür-
artiger Drehschlag. Soviel sich erkennen lässt (s. besonders
M. f, iS), steht der erstere zwischen dem Land wehrende und
Stück 1 an der noch jci/t vurtuinleiie:! m.niier. Stelle des Wesses,
der letztere an der Nordgrenze des Stückes" 459 C. Westlich neben
Haspel, dem inneren Schlag ein Haspel. Vielleicht war in gewöhnlichen
Zeiten der innere Schlag geschlossen, der äussere offen, so dass
Fussgänger ohne Öffnung des ersteren durch den Haspel aus- und
M«u« n . eingehen konnten. - Auf dem Riss von 1771 fehlt der innere Schlag
(zufällig?), beim äusseren ist die Thür fortgelassen, aber rechts und
links von ihrer Stelle sind steinerne Stirnpfeiler, von welchen je
eine Mauer hinter den Häusern 102 und 104 auf eine beträchtliche
Strecke nach Westen und Osten zieht, in gleicher Flucht mit der
Nordgrenze von Stück 459 c. Beide Mauern begegnen schon auf
den Grundrissen von 17)5; die östliche reicht dort nicht über den
Weg hinaus, was aber auf Rechnung der nachlässigen Zeichnung
koinnten kann, die westliche sehen uir gerade reich in die Land-
wehr einschneiden, worauf leider ein Zielband das Wciieie icrdeck: .
Hu». - Wen vor dem äusseren Schlag steht am Scdosteck des Vieh-
Baal we j, s un j j er Ai [f .„ Strasse auf M. I, 17 und 18 ein Heiligen-
M Utk cii'Ci in 'he A te S:i i^si webende": Hand (M I. iK) und
de: Beischrift «tuen: Hindi« (auf 17 und IN), welche Bezeichnung
dort als 1 lurr.amc nocii besucht. Dieser »ste:nc:iic I leilitien-tnc'*"
war die Gtcr;e für das Nürnberger Geleit.' im Viehweg aber stehen
Preai™. ('7 u"J 'B). ehe d:e alte Sirasse abbiegt, drei starke Pfosten,
vielleicht um das rasche Kintretcn vieier Reiter in der. schmalen
I l>-lüwL'-- / 1 \frl:.:i.kri; Die (i-iindris^e :i iii-jn: d;:;i erwähnten
lltilii.vn^tn.k nocj 1 ;ien kluneren, beide ohne Hand, wogegen an
der Nordosieckc ein hölzerner Wegweiser mit der einen ufiand" in
die ahe Sttasse, mit der andern den Vichweg hinauf weist.
Di ].Ii:üg !:.■ O
Wacht haus.
zu welchem der Rat Holz gib.' Doch bleibt ungewiss, wo es stand.
der Zingel hinaus. Gegen 1600 fehlen zwar noch gegenüber
Einhorn die zwei Häuser, welche spätestens 1610 dort er-
;nen,< aber es steht schon je ein Haus ausserhalb der Schläge
cli |am WingertsweK und nördlich an der Schäfergasse. Der
n zwischen Einhorn und Nord grenze von Stück 4;^ C ist schon,
heute, mit Häusern besetzt, und auf jener Grenze läuft ein
er Dorfzaun, teils als Hecke, teils als Holzzaun zum äusseren
wegschbg.' In diesem Zaune muss neben der Landwehr das
ürchena gestanden haben, nach welchem der Landwehr-
r t77t ein Schlag am Wingensweg, wo jetzt die Neufville-
Die Fortsetzung der Landwehr im Slralenberger
Gelände.
Der nördlichste Abschnitt der Oberräder Landwehr hatte im
Stnlenberger Gelände nicht, wie unzuverlässige Darstellungen an-
zudeuten scheinen, eine gerade Fortsetzung bis zum Main. Eine
solche scheint auch entbehrlich, da die dortige Gegend ohnehin
zwei Schutzlinien besass.
1 Bgmb, 1461, F. gb. — ' R. 77. — 1 Bgmb. 1495. F. 60b. — * Oben-,
Wdindultab, F. 199, )0. Okt. 1610. - I HL I, 17. — * Kgt. M, VII, 111 jus
liujtih. ifo). - ? Obtir. Erbrinjvtn. Mglb.E. 17, N. 6. - « Riss. Oberrau, R.77.
- 19-1 -
1. Die innere Schutzlinie, gebildet durch Leiingraben,
Strahlenbergcr Hof und Zwischengräben vom Hof zum
Lehngraben and Main. Da der Hof von seinen Besitzern im eigenen
Interesse gegen Osten verwahrt wurde, so bildete er auch fiir das
Stadlgebict eine Sperre zwischen Bruch und Main. Ein Revers in
der üblichen Form, der im Sicherung der Stadl dem Rate Rechte
auf dem Hofe einräumt, während er dem Besitzer bestimmte Ver-
pflichtungen auferlegt, ist von 1448 bekannt.' Den Hoffleck umgab
ein breiter Wassergraben' mit Brücke im Westen. Den Raum
zwischen Hof und Lehngraben schloss ein aus letztcrem kommender
Graben, der die Ost- und Nordseite des Hofs ais äusserer Graben
umfloss, und dann zwei zusammenhängende Teiche bildele. Diese
speisten die Mühle. Ein tiefer Graben führic das Wasser von letzterer
zum Main. Die Hofgräben und Teiche waren noch 1901 fast ganz
mit hohen Bäumen besetzt, die damals nur zwischen Hof und Lehn-
graben fehlten. Zwischen Mühle und EIuss befindet sich, wie einst
auf dem entsprechenden Raum am Gutlcuthof, ein Wäldchen.
Durchgänge.
1. Triebweg-Schäfergasse (5a). Brücke. Schlag aus
späterer Zeit nördlich vom Graben begrenzt. 1
2. Weg nach dem Junkerwäldchen. Brücke. Schlag?
3. Triebweg (52). Brücke zwischen Hofgraben und Teich.
Schlag?
4. Offenbacher Fussweg (4). Steg. Östlich vor ihm ein
Heiligenstock. *
H Die äussere Schuulinic, gebildet durch Lchngraben
und Rüdergraben. Ersteter hatte das nasse Bruch hinter sich und
war jtJofall^ fr.'.her viel tiefer jnd -.wi^et reicher als jetzt. Letzterer
Die Spitze zwischen beiden Gräben war ausserdem vom Walde
ausgefüllt. ^ ^
Offenbacher Fussweg (4) oder Apfclallec. Brücke. Schlag
unbekannt.
1 Hiusurtundcu. - ' Zum Folgenden vgl. Thomas, Gmndr. 1790 und
O. Gut. iSjj. im Gelände ist fasl alles ltwühiio rrfu fo^hclsiclu-nJti Zei.l.-.rnii,
noch eckeanbar. - ' Bin aus dem XVIII.O Juhrhuiiden. - ' Hot«, FnuAf.
W.lÜr in: Archiv.
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Elftes Kapitel.
Die Niederräder Landwehr.
Wie im Osten die Oberräder, so schlieft sich im Westen die
Äderrider Landwehr an die Sachsen haus er Landwehr an. Indem
sie vom Bornacker in einem Haken zum untern Ende der Deutsch-
herrenwiese, und von dort vermittels ihrer Fortsetzung zum Sandhof
und vielleicht zur Königsbach zog, umschloss sie in Sachsenhäuser
Terminey das Riedhofgelände und das westliche Wiesenbau de, in
Niederräder Terminey (alte Begrenzung!) den Niederräder Berg
msser semer Südspitze und die Holzheck. Vielleicht auch das Deutsch-
oraemsbaumstück No. 8.
II. Verlauf.
Die Niederräder Landwehr zerfällt in folgende Teile:
1. Die Zwerchlandwefir zieht vom Bornacker zum Rande
des Königsbachtales, beginnt dort nach Süden umzubiegen und hört
dann plötzlich auf. Ihr in Akten und Rissen' häufig vorkommender
Xame würde auch aufdie ganze Anlage passen, da diese quer zwischen
vorspringenden älteren Befestigungen liegt. 1581 heisst sie »die
alte Landwehr am Schafhof«* im Gegensatz zu der damals
neu errichteten westlichen Strecke.
2. Die Lücke, bis zum Wege liiedbrückc- Oppenheim (58).
Ihre Ursache wird der historische Teil erörtern. Hätte man sie aus-
gefüllt, so wäre die Landwehr vermutlich erst östlich längs dem Rand-
graben nach dem Bischofsweg und dann an oder nahe von dessen
Nordrand über das Tal der Königsbach gezogen.
3. Die Tannenwaldlandwehr vom Westrande des Weges
Riedbrücke -Oppenheim (58), dem Eck der Steinkaut, nördlich am
Biscliofsweg zur neuen Wiese. Diesen Anfangs- und Endpunkt gibt
der Darmstädter Geleitsvertrag an. Seit Anlage der jetzigen Mörfcldcr
Strasse, die etwas südlicher zieht als die alte, reicht sie nur noch bis
zu jener.' In dieser Ausdehnung iM sie jetzt noch im Gelände er-
1 l. Ii. Uglb. B. 41, No. 46; Flurb. — ' DarmstäJttr Geleitsvertng. -
I Klon, Rix über SdMftrieb I7j| in H. 6$i; Thoraii, Grandr.; Riss tum Ver-
kauf Sttin.klüt ,8ul, Uglb. D. 19. No. ä .
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Landwehr n!L nadi ihrer Lage am Tannenwald bezeichnet wird. Im
XVI. Jahrhundert inissl sil' auf einem Riss, der aber il llj /eichnmi''
iler Lasidwirlir l-l; l.i-.-,; , »die mv I amdgeveliro im XVIII. »die
alte Landwehr« ohne Beziehung auf «int jüngere. So liegt 172s ein
Itiedhiifer Acker »zwischen der Holzheck und der alten Landwehr«,
ein Linderer Acker »zwischen der Oppenheimer Strasse und der alten
Landwehr vorwärts der Buchschcer«. 1
4. Die Holz h ecklandwehr. So bezeichnen wir am passend-
sten den Landwehrabschnitt zwischen Mörfelder Strasse und Dcutsch-
liL-rrcii'.'. lese, dir ■ jSn zuerst durch cir.e Furche bezeichnet, dann mit
zwei Gräben in Angriff ^eiuumnen, abet bald darauf von Gegnern
an vier Stellen wieder geschleift wurde. 1 Die Lurche begann wahr-
scheinlich nicht, wie man aus dem etwas ungenauen Ausdruck des
einen Berichtes entnehmen könnte, an dem Schlag im Xiedcrr.idcr
Stadtweg (S), Mindern erst am Nicdesr.ldei Feldniarkgrabcu, entweder
da, wo er nach Norden umbiegt, oder etwas weiter überhalb. Denn
der (doppelte Graben« begann nach einem anderen Bericht nicht an,
sondern "nicht weit von demselben Schlag. Auch wird die Furche
nicht weiter als bis zur Mörfelder Strasse gegangen sein, weil jenseits
derselben der Bischofsweg der Landwehr als Richtung diente, also
keine Furche nötig war. Andererseits wird da, wo die Furche ge-
zogen wurde, die Landwehr nicht auf die Niederräder Grenze gelaufen
sein, sondern ostlich derselben, wobei unbestimmt bleibt, ob sie die
schon 1501 erwähnte 4 Neue Wiese ein- oder ausschloss oder durch-
schnitt. Der Mittelgrabcn dieser Wiese vom Konigslacher Brünn-
chen zum Lck des l'eldmarkcrabcn- scheint am besten dem Lauf der
Landwehr zu entsprechen.' Der Feld mark graben sollte jedenfalls, einen
Teil der Landwehr bilden. Wo er kurz vor dem Stadtweg nach
Westen abbiegt, zog aus ihm ein Graben nach Norden, der am ge-
nannten Wege aussetzte, um nördlich desselben aufs neue zu beginnen
und in den Weiher der Deutsdiiieirciiwiese zu ziehen. So glaube
ich nämlich die Angabc verstehen zu müssen, dass der genannte
.eshinilis Ijfn. 'Mwl im Archiv.
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— 197 -
,-. Als Fortsetzung der Landwehr betrachte ich Jie N'ordgrein-.e
Jer llolzheck bis zum Sandhof. Hier fällt der Waldboden mit hohem
Sttilrand zum Bruch ab. Dieses aber war zum grossen Teil, wie
jetzt noch an seinem Westende, von einein tiefen, sumpfigen Weiher
■■edeckt, an Jen sicii östlich bis ;.u\:i S.nuho!" bruciii^e. von Gräben
.|i.ircl;.^iL : Liiu Wiesen anschissen. 1 I lierjnrcii w;ir die lloi/lieck vo:i
Norden her unzugänglich gemacht.
6. Weiterhin bildete der Sandhof mit seinen Wassergraben
einen Abschlug.
7. Wenn endlich zwischen Samihuf nnj Ki'iuk.-.ki.h ;e:nais eine
Ai'iperrnn:.' vorbanden war, so dürfte sie am einfachsten auf der
Westgrenie des Bauinstücks No. 8 am Ostrande des Weges Sandhof-
Main (7) von der Xnrdostspit/e de; S.inJhofs nur ISriickc Jei krauen-
wegs (38) gezögert sein.
III. Umgebung.
In liiedhöfer Termine;',
t. Die Sohl.wiese. 1
In Sachsenhätiser Terminey.
2. Die Stockische Wiese 1803. (1727 Henrici.)
). Die Frankensteinische Wiese.
In Niederräder Terminey (alte Begrenzung).
4. D i e Weinsteuer \ei cse 1727. Später Saebs-.r'.ii.iüser
Bau m stücke,
Geleitsvertrag genannt. Basaltbruche, jetzt zum Park Louisa gehörig.
6. DieDre i spitz zwischen Steinkaut, Landwehr und Mor kider
Strasse, früher Äcker enthaltend' aber 1759 mit Eichen usw. besät.*
Bei Thomas 7790 erscheint sie bewaldet wie heute.
7. Das Königslacher Brünnchen, nördlich an der (alten)
Mörfelder Strasse, einst Mittelpunkt des »Wäldchens» und durch
die vielen dort sich treffenden Wc ; ;e Sch.mpUu rv,;en Verkehrs.' Vor
einigen Jahren von roher Hand zerstört.
■ M. 1, 171 Thora», Criindr.; undatierte Riis (um 1800) bei Herrn Ober-
f'irsi« Hau 5, Cnldslcin. - 1 Die FeldorlE I—; s. hei Hi:,l.,-ii, Ki.i J ( -i iüeJli.
GtÜnJ« |8oa (.Sentl.). - 1 It. 6j«.-< Kinn. - 1 Sthjrfl, Wege.
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- i 9 8 -
Aussen.
In Sichsenhäuser Terminey.
[. Auf dem Kamchl, Äcker an der Zwerchlaitdwebx 1
2. Die Ochsenwiese.
In Ntederridcr Terminey.
1. Der Niede.rlder Beig. Das Gelinde sfidlich vom
Hisc i.if.ii.1,:. i'ü Weiter an-tci^crd von der Komi'sbacl h.,
nahe an drn Welschen, Weg (^2) reiche, halte ich für den vor.«
nirgends jnteit.irnr ■■t-nder. »KiederiaderBerg«, AikN i,enri,eR
l.rhetpiini;en Berge, wie der benachbarte .SpiclnunnsberK. 16011
kommt vor ™ Wingert » vor der Landtgewehr im Niederroder-
bergo' ur.d ifoj Winnen »von der Landwehr im Niederrodel ■
berg . . . stoßen unten uf die. i.andgewehru. 1
Im Buchwald.
4. De rTannenwald, südlieh am Bisehofs weg zwischen Nicder-
räder Berg und Kohlweg, meist der alte genannt, zum Unterschied
heide »gegen Mitternacht uff der alten Dennwaldt«* und 1480
wird die Landwehr »vor dem Denncnwald« errichtet, der auch
einmal »Dannenhöltzleino heisst. Auf dem Marbur^er Riss steht
»Dann wald a südlich von »new landgewem. Die Niederräder
Gtenibegehung von 16(18 nenn zwar noch »den alten Dahunen-
wald.« fügt aber hinzu, »worinn die thannen Bäum mehren theil
vom Rcitli ausgetilgt, und itzo insgemein die Buehscheer heißt«.
So noch jetzt.
IV. Beschaffenheit.
Zwerch-, Tannenwald- und Holzhecklandwchr waren zweigrabit;,
erstere sust unbekannter Zeil, die beiden letzteren jedenfalls seil 1 ;Ko.
Die (irat-tn der Z-.verckhr.dv.-.br ?ii:d Utters dargestellt. Die der
T.iniieiiv.jldhniVAL'ji- sind mich im Gelände zuerkennen. VoniStcin-
kauteneck bis ainn Welscher Wer., ■,«! die Mordhälfte der Landwehr
zur Louisa gehört, deren Zaun auf der Mittellinie der Landwehr
steht, ist der innere Graben Im Park erhalten; der äussere, durch den
Ausbau des tiisclnilst.-c;/. vcrschwumlu), licet unter der nördlichen
Kinne des l-'ahidanmis. Die Siidhälfte des Mittelstreifens bedeckt jetzt
' FLurbncta. - ' K K t. M. VII. inS nach Inanb. - I Ibid. im. — < Wald-
Iviifliunji I ;?J, Ufill'. A. 91, A. z.
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der Fussweg. Vom Welschenweg aber bis beinahe zur Chaussee
sind beide Gräben deutlich erhallen.
Über Breite und Lage der Gräben kann ich für die Zwcrdi-
Undwchr keine Masse angeben ; bei der Tanncnwaldlandwchr schliessen
Jie etwa 6' breiten Gräben einen etwa l° 2' Waldmass breiten Mittel-
Dic Breite der Zwerehlandwely beträgt, im Elurbuch nach-
gemessen PA W.-R. = 8 F.-R., an der Ecke, wo sie umbiegt, etwas
mehr; die der Ta n n c n w al dl a nd wc Ii r nach meiner (mit höchst
unvollkommenen Hüllsmiitdn vorgenommenen) Messung im Gelände
mindestens j R. Waldmass.
V. Beglcllwege.
Äusserer.
Bei Zwerch- und Holzhccklandwchr fehlend, bei Tanncnwald-
lindwehr der Bisehofsweg.
Innere (fehlen).
VI. Wegenetz.
Der Weg Riedhof- Oppenheim (57) wurde durch die Zwcrch-
Ijndwehr geschlossen. Hätte man die Lücke an der Königsbach aus-
gefüllt, so wäre wohl auch Weg Ricdbrückc- Oppenheim (58) als
[■'ihrwei; geschlossen worden, Er ist auch ohne dies südlich des
Bischofs wegs eingegangen.
VII. Durchgänge.
1. Oppenheimer Strasse (9). Noch innerhalb der Landwehr
mündet in die Oppenheimer Strasse der Wcj Riedhof-Riedschlag ([£),
EingrabiRe Zeit.
Auf Durchziehen des Grabens und Brücke weist nichts. Der
zuerst 1490 erwähnte Schlag muss mit der Zw erc hl and wehr, also
1426 entstanden sein.
Zweigrabige Zeit.
Auch jetzt von einer oder zwei Brücken nichts bekannt. Schlag
Namen: »der usser slag« 1490;' «der eusserste Schlag«
ijSi;" im Gegensatz zu dem Schlag der Unterfeldland wehr; im
^'fi.liL'ii CiegensstK «der ent Sciil.i;;^ lj;>')' 1727 öfter, wobei der
S;iilag im Juni; feminin! als »Kicdschlagu unterschieden wird;* Ziegel-
' HaunitlL, Scliifhof. - ■ Dar
Mglb. E, 16, Nd. 11. - « Ibid.
rig. - 1 Rtedhofer Ackerb.
stillag 178;' und 1792* weyeil der ti.ilicn /ie^elliiilte [nicht zu ver-
wechseln mit dem Ziegeistiii js; jui Minieren Schaf hofweg (4S)]i
»der alle Geleitssehlag* 1792;' "Jer Geleitsschlag« 17931'
und abends uff und zuslielSen«. Das Flurbuch hat den Schlag nicht,
aber rechts und links von seiner Stelle eine Mauer auf der inneren
Landwehrgrenze. Von Schlag und Mauern jetzt keine Spur. -
Ruhebank innerhalb der Landwehrbreite an der Nordseitc der
Strasse, erst 1899 entfernt.
1. Sandhöfer Schaftrieb (fiij. Hin Durchgang muss hier
wegen des Weidegangs gewesen sein. Auf einen Scilla« daselbst
kann sich die Nachricht der Chronik' beliehen: »1.(52 wird wieder
ein Schlag am Dennwald gesetzt«, wenn die Tannenwaldlandwehr
nicht erst 1580 entstand.
j. Mörfelder Strasse (27). Ober den hier beabsichtigten
Schlag genaueres im historischen Teil.
4. Niederräder Stadtweg (8). Graben setzte aus. Schlag.
»Ahn dem Orth [= Waldecke] gegen Niederräder Terminey [Feld-
mark!] gleich -ihn dem Waldlein LliolzheckJ zwischen zwei Gräben,
mit denen das Wildlein und etliche daran liegende Wiesen und Äcker
des orths befriedet, uff einem gleichwohl nicht sehr branchlichen
fahrweg so durchs Wäldlein gehet* | Niedert. Stadtweg] haben die
Forstmeister [vor dem 6. Juni] 1580 »einen umbgehenden
duppelen Schlag oder Werrc, das Wäldlein mehr bei nacht
der heimlichen Holzdieb halber, damit zu verschließen gesem«."
Dieser Düppelschlag war wohl von gleicher Bauart wie der äussere
Schla« am Viehweg. Er wurde »durch einen neclist dabei gesessenen
' Nachbauern zu Niederrad m gebürltchet Zeit verschlossen und ge-
öffnet«." Schon am 1. Juli 1580 wurde er zerstört."
1 Uglb. B. 98. No. 8.». - • Ibid. No. 116, Tom, L - J Ibid. - ' Denk-
s.-;i:ih bc:r. die lic\v:rti:j.itu;i[j; J t , kiudbül's. — ■ Thora.«,' (irundr. — « Dunsen,
ifiss Horn .ick Cr. - ' Molb. E. 16, So. 21, L. III. - > H.msurk., Sd.jfhof. —
» Chno, Ida, i6j. — " Supnlicaiio. - " Ibid. — ■■ Ibid.
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Anhang.
Berichtigung
m den Abschnitten »Die Bochwaldlandwehr* und »Die Lücken,
S, 66—71. Bei Abfassung der genannten Abschnitte war mir keine
Nachriehl bekannt, aus der hervorginge, dass die Landwehr vom
Smdweg bis Stein 69 am unteren iiiederbergweg schon vor 1476
bestand. Ich liess deshalb für die Zeit vor 1476 die Lücke schon
am Sandweg bei Stein 40 oder 43 beginnen. Eine solche Nachricht
hat sich aber seitdem und zwar für [454 gefunden. Ich nehme des-
halb nunmehr an, dass die ÜiidiwiLiilhnihvelir gleich anfangs bis
Stein 69 reichte und die Lücke erst hier begann. Demnach ist der
Test der genannten Aiisdui;:te fönende: rusf.en umzugestalten, bezw.
ZD erweitern.
Die Buchwaldlandwehr.
I. Begriff.
Die Butliwaldljndwehr, wie ich den nächsten Abschnitt
der »Landwehr um die Stadt« nenne, folgt als reine Grcnzlandwchr
der Bomheimer Grenze von Stein ;i bis 69. Sie schlieft zwischen
Stein }l und der »Aduche« neben der ßerger Strasse {28) einen
Teil des östlichen brachfreien Geländes, zwischen jener und dem
untern Riederbcrgwcg Jen Riedcrbcrg gegen den Hornheimcr Uuch-
wald ab. Sie heissr: »lantwer vor born hei me r buch waldeu 1409; 1
•lantwer am Kiedcrberge« 1454;' nlantwcr für dem Bornheimer
waldeo 1459;' »Bornheimer lantwero 1461;' »die alt landtgcwehro
1597 s im Gegensatz zu der 147t. gebauten neuen Bornheimer Land-
wehr.' — Der Abschnitt von Stein 47 bis U) licissc »Schatz
[= Scheids] wildUndwehr« 1797.' - Die Landwehr im
liiederberg wird Öfters erwähnt im Wege Verzeichnis von 1487.
II. Verlauf.
Der Verlauf der Buchwaldlandwehr scheint überall durch die
bereits vorhandene Grenze bestimmt worden zu sein.
' liumb. 14119, V. |. - 1 Hb. 1454^.64. — ' Bgmb. t«j, P. tfiiLtcfk —
* Bgnih. ]j6i. — ijnsiub. Tom. XI, l>97, !■'. ». — ».Leiter,.- ni« m.rjlicti im,!
ösliiih um ilic lioniliciratr Tenniiicy. — '■ lluriclit des OK-rfiirslers Vogel.
hergs nördlich vom Sandwey. Spätere Form auch nim Frosi-
keller.» 1 Der Weg vom Baumweg nach dem Landwehreck bei
Stein 34 heiss: "Sumippwc:; im Frasskdlerr! : |S-, 1 »Fr.iäskcllcrpfadu
1788;* im Flurbuch ■Gassthen im Frostkellcr«, jetzt >. Musik amen -
weg«. Er trennt die Fcldorte oim Frasskellcr unten», zwischen
Stein ;3 und 34, und »im Frasskcllcr obenu von Stein 34 bis 40. Im
enteren lag« 1487 »Keyserhenne'sci Güter, 1 vom letzteren wird
S. 20; unter »Warteci zu handeln sein.
1. Der Scheidswald, von Stein 40 oder 47 bis 69. Die
Bezeichnung findet sich zuerst 1544.' Schon 1503 berührte in: Rieder-
berg der Wald nicht mehr überall die Landwehr, denn Rorbacli
beschreibt seineu dortigen Weingarten als gelegen »zwischen mein,
ßemliarts waeltgen und der Landgewehr».'
Aus.ere.
1. üer Bor oheimer Wald oder de r Buchw.,ld. Er reichte
urs;vungln.l' ?win.l.n Sti-Iri Ii i;r
d A9 überall an die Frankfurter
Grenze. Irr üusnmineiihanj' mit c
r Landwehr fanden wir ihn j;e-
r.annt 1409 ond 1459- Schon vor
der Erwerbung Bombeim*. 1.175,
durften die Frankfurter Bürger ,n
hm spazieren gehen* ond 1488
wurden »die jtwgeu burger. ven.
spiuieren-.» da<.elbs< »zu maiflenc
mlssijjen |* Seit 1521 begannen
die Rodungen, durch welche der n
ach Sudwest vorspringende Teil
des Bucbwalds nach und oich in
die Bornheimer Weide oder
Heide verwandelt wurde.'" 1(^7
ag e.r. Wingert -vorm Wald an
der Bornheimer w«idt . . .
tosst unden uf die alt lande-
gewehr.;" und 1609 e.n Garten
in der »Bornheimer Heide,
oben ol die I.an dtge wehr, s
ossend," — Von dein »ßorn-
heimer walde h.nder dem R.
handelt das Rechenbuch von 1480.'
Auf Rodungen von ihm gellen
die folgenden Feldnne zurück.
2. Der Arnsburger oder das Arnsburger Gut, zwischen
Landwehr von Stein 43 bis 47 und Kappeswiese einerseits, Sandwcy
1 Wegfvcri. t. 1487. - J Flurb. — 1=1. — ' GrcnibciichtiguriB v. 1 73g.
-1-'. - IDr. Jung. — ' Uli. Fr. Gesch., ], 411. — > Bfinlb. 1461, F. 90b. _
* ibid. 143S, 1\ 40. — 10 Kirchner, f,«J]. ik'i SUiL: Fr, 1807, 1, 47a. — " lllsalzb.
Tom. XI, 1597, F. 20. - " ibid. To«. XV, 1609, F. 94b. - 'i F. 44b.
und Klickerbahn andererseits.' Der liinHau.i; mm S.miiweg bei Stein 43
hiess »Arnsburger Thor.' Die Geleitstarte hat iiier ein zwei-
flügeliges Thor mit Überschnelle.
3. Der Sand von Stein 47 bis etwa 58. Nach ihm wird der
Sindweg benannt sein.
4. Der Judenkirchhof; erscheint 1772 (R. 38) zwischen
Stein j8 und 61 neben der Landwehr.
IV. Beschaffenheit.
(was darüber hinaus.
V. Begieltweg.
Unbekannt. Doch kann von Siein 38—39 die Berget Strasse (28)
iii;:u ntlen i!cr L.uidwdir u'u.-utcn sein.
Ein innerer BeL;k-i:wi;s; l'Jiltu i-w i st ii^-ji Stein j[ und }.|, sowie
Kwischcn (.1 und 69; vorhanden war er zwischen j4 und 61.
zwischen ].( und 40 ist er 1487 bezeugt als »der weg vom born-
heimer schlafe [am Sandweg] den fraßkeller innen ufT [— neben]
Jcr lantgewcT«.' Zweifelhaft bleibt jedoch, ob der Weg vom Born-
heinier Schlage bis zum Eck bei Stein 34 durchging und dann in
das Frasske Herrischen mündete, oder schon vorher endete, in
welchem Falle er vielleicht eine Verbindung zum Sandweg haue.
■ Bomb. Lagerb. 17p. - * Fronunann, Grandr. von Homh., 1771. -
1 1. R. Ulrich, geoin. CrunJr. 1S19. - * Btp. jS; u. Flurb. - > Uglb. B. 56, Üb. -
Für die zweite Miiijichkeii spricht diu Ikv.cichnuni: des Fiasskellcr-
gässchetis als ssuimppweg« 1^87. Man sehe auch das Flurbuch.
Von Siein 40 bis 61, d. h. vom Sandweg bis zum Riederberg-
W«g(js)i besteht noch heute der aliornheimer Land wehrweg«.
Erwähnt wird er 1454, ko »die frunde» bestellt werden »zu den:
wege umb die lantwer am Riederberge« .... zu sbeschena 1 und
im Wegeverzeichnis von I4K7 als oder weg am alden berge uff
der lamgewer biß ulT den nuwen weg« [---- Sc he idswald Strasse].
Die Notiz endlich von 1460 1 »cyn weg ulf der lantwer für dem
Bornheimer wall abezustdnen« wird am einfachsten auf den »Born-
licimer Landwebrweg« bezogen, kann aber auch den Beglekweß am
[-"rasskeller mit begreifen.
VI. WegeneU.
War das Frassktlicv^L'.sdicti ursjirüiglijli ein Zugang zur Berger-
strasse, so wurde es durch die Landwehr geschlossen. Diu lier;;er-
strasse aber sank, wenn nicht schon mi sicher jeut zum Fuss-
wey herab.
1. Berger Strasse (28): Steg, abgebildet auf der Gcleitskartc.
2. Sandweg (ja).
Der durchziehende Graben haue ursprünglich eine hölzerne
Brücke. Diese war 1427 mutwillig »ztlbrochena worden. Vier
»gesellen« pfändeten die Frevler, wofür sie S Schillinge erhielten.
Ilicr.utf bezahlte man »; [V Ii. o|ipcrl.necluen ; t ,1 1; L od zu ij h.
täglich eine brücke by bornheimer siage zu machen«. 1 Erwähnt
wird die Brücke auch im Wege Verzeichnis von 1487. Später war
dort eine Steinbrückc mit Watigen mauern, dargestellt 1783.' Im
Flurbuch ist sie als »Bornheimer Bruckchens verzeichnet,
ig. Der Schlag hiess; aslag by Bornheimer waldet IJSfi; 1 "der
nuwe slag vor Bomhcimci holt/«; 1 »slag vor dem linchw.iklci.
1 Uglb. 1). 34, No. HS. - > Bumb. 1506, F. 40. — ' Hb. 1598, F. 48b. —
1 Bb. 1401. bei M. II. 541. — " ibid. 140t, ki Kgk. M. I, sBy, — ' Rb. 1440,
F.44b. - " Chron. Uli, 48. - 11 R*. 1399, F.48. - " llume. 1417, F.aju.;]. -
'1 Uijlb. lt. ifi. Eb, — » Ackerger, No. 492.
Di j.i.:l"J !:.■ Co
Grabens stand, ist unbekannt. - [alirlulm für dm »Portner« wird
ttwJhm i |OT,' i.|Oj.' 1440.' Er hat den Schlag »uff und czu czu-
slieBen.' Ein Knecht hütet an ihm 1398,' — Eine Ruhe-
bank innerhalb der Brücke südlich am Weg« zwischen der Brücke
und den beiden Wegsleinen No. 9, gibt Jas Flurbuch. Sie soll noch
in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts bestanden haben. 7
Von einer Warle beim Bornheim er Schlade fehlt während KabuWula.
der ganzen Landwehrzeit jede Spur. Dennoch sagt Battonn; »die
Bomlieimer Warte stand auf dem Bornheimerweg an: Ende der
Weingärten^. 1 Der dortige Platz bei den Grenzsteinen 39 und 40
wäre sehr passend gewesen, Joch sind Battonns Beweise hinfällig.
Denn die von Lersner* zu 1504 erwähnte »Bornheimer Warten ist
die häufig so bezeichnete- 1 1 idü'cr.^r und der »stock gein Burn-
hcinM, bei welchem 1350 [Maurer-] »meist er Ort« 20 ff verdiente,'"
kann auch ein anderer wehrhafter Bau sein, vielleicht die 1405 ge-
schlossene Bornheimer Pforte der Mauer von 1333."
Immerhin konnte schon vor der Landwehrzeit am erwähnten
Platze ein steinernes Gebäude gestanden haben. 1 J jG kommt vor ein
Stück »an bumheimer wege es opposito burnheimer buchholtze in
den steynen murenn;i* ferner »der aide wtngart seu murer«
und eine »vinea dicia uf der miiren;«" 1350 ebenfalls eine avinea"
daselbst." Diese Angaben beziehen sich offenbar auf die gleiche
Örtlichkeit, die am Sandweg zu suchen ist und vielleicht gerade bei
Jen Steinen 39 und 40 lag. Auch das einmal vorkommende Stück
"dictum Santgrahe, situm vor den «■ingenen .111 dem wege gen
Pfade 4
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7. Pfad bei Stein 58.
8. Pfad bei Stein 61, jetzt als bortsetatiiii; des Röderbergwegs
viui gebraucht. Die Pfade 7 und 8 gibt ein Riss von [788.' Ob
die Pfade 4 bis 8 alle zur Landwehrzeit Stege hatten, ist unbekannt.
Auf alle mit Steden versehenen Durchgänge der ßuchwaldlandwehi
bezieht sich der Beschluss von 1461 »die Stege uff der Born-
heimer lantwer widder legen, wo sie vor gelegen Iimb."
Die Lücke
zwischen Altenbergsteg und Hanauer Brücke.
Zwischen dem Ende der Buchwald Landwehr bei Stein 69 und
der nach unserer Vermutung an der Hanauer Brücke beginnenden
Äiedert'-.-ldlatidwehr wurde erst 1.176 eine Verbindung hergestellt
durch Anlage der Zwcrchgrabcnlaiidwehr von Stein 69 bis 72. Diese
trifft aber die Rie.lLiIcldlatuiwehr weil ostlich von deren Anfang,
wodurch der westliche Teil derselben fortan entbehrlich wurde.
Vor 1476 dagegen war zwischen Stein 69 und der Hanauer
Brücke die Landwehr tatsächlich unterbrochen. Trotzdem kann
damals der Plan einer zusammenhängenden Anlage bestanden haben.
Ware er ausgeführt worden, so hätte, da die bereits vorhandene
liiedcncldlandwehr das Gelände des späteren I kisjualguts ai:ssc]iloss.
nur der Abfiuss des Pfingstuoms und der untere Hand de. ItieuYr-
hei^i als Verbuhlir.ic in Betracht kommen können. Dass nun i^erace
ilicie Strecke unausgeführt aSieb, erklärt sich vielleicht aus ihrer
weni;; ausgesetzten Lage und dem gleichzeitigen Vorhandensein aus-
reichenden Schutzes. Denn sieher war der Riederberg an seinem
unteren Rande von Alters her mit einer Hecke umgeben — der noch
jetzt vorhandenen Baumhecke zwischen Stein 62 und gedachten
wir schon, sie setzt sich noch jenseits Stein 69 eine Strecke weit
fort — und auf der kurzen Strecke zwischen Kicdcrberi? und Hanauer
Brücke macht die Annahme einer Heeke längs dem Abfluss des
Plu-.^thirns keine Schwierigkeit. Ob der [Jurehyn:: des unteren
Hu-uVrWrnmv.' ,hiu::i .iieselbe einen Scilla;: li.ire, Meiln d.il:iii::esiell t .
Historischer Teil.
Allgemeines.
Ein Blick Hilf die Karte lässt vermuten, ibss ilie verschiedenen
Landwchrlinicn nach einander entstanden sind und zwar um so Stüter,
je weiter sie nach Aussen liegen. Dies bestätigen die geschichtlichen
Nachrichten. An die Landwehr um die Stadt reihte sich zuerst da-
durch den Zwerchgraben die Hecke des Ko.k-rhcrp und die westliche
Hieccrk'id'iU'.Cwclir; durch die Sachsen häuser Landwehr die Be-
festigung des Mittelfeldes, durch die Oberräder die Ostseite der
Sachsenhäuser Landwehr. Wäre die Niederräder Landwehr vollendet
worden, so hatte ein gleiches Schicksal die Westseite der Sachsen-
häuser und den grüssten Teil der Utiterfeldlatidw ehr betroffen.
Sämtliche in einer Zeit vorhandenen i'ie.sscrstcn Linien sind als
ein einheitliches Wehrsystem zu betrachten. Aber die zurück-
geschobenen Landwehrteile [allen deshalb nicht sofort dem Vcr-
scliwinJen iiiilieiin, vielmehr erh.tlten sie sich im allgemeinen, durch
ziemlicher Zähigkeit nicht nur, wo die äussere Linie nicht fertig
Schon vor der Zeit der eigentlichen Landwehren gab es Wehr-
anlagen, die dem u,lek\ieu Xwixkv dienten. Sie sind daher als Vor-
stufen der Landwehr zu betrachten. Bei den Landwehren selbst aber
lassen sich, solange sie ihrer ursprünglichen Bestimmung gewiss
verwendet wurden, drei f-ntwk-kl'.iri!;ss'-jk-:i unterscheiden : die Zeit
der einfachen Graben und Holzwartcn, die Zeit der Doppclgräben
und Steinwirten und die Zeit des erweiterten und umgestalteten
Landwehrsystems. Nachdem dann der ursprüngliche Zweck der Land-
wehren fortgefallen war, inline für diesdneü noch eine Zeit des
Nachleben;, in welcher >ic forstwirtschaftlich verwendet wurden, und
schliesslich die Zeit der Abschaffung. Unsere geschichtliche Be-
trachtung wird daher in sechs Kapitel zerfallen.
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Erstes Kapitel.
Vorgeschichte der Landwehr.
n Frankfurt in si
ig in der Haupts
wähnt. Da die neue l'nmUnner Mauer den grüßten Teil des Be-
zirkes der Garten einschloss, in welchem zahlreiche Höfe lagen, so
war für die unmi'.teltaiv Sicherheit ILirs erste ausreichend gesorgt.
Aber die drei Stadtfelder und das Sacliscnli.luscr Feld Wieben nach
wie vor feindlichen liiul'allcii preisgeben, Ihr Schutz stellte sich
i der zweiten llallic des Jahrhunderts als d
heraus. Man suchte ihn wenigstens teilweise zu erreichen, indem
man rech tsmainisdi den Niddailiiis. linhsmainisch den mittelsten Teil
des Bruches befestigte.
i Utcrraiidern d.ihinlloss, i
lant wcrung e wegen geyn Meiuzeu.' Der Rai verständigte sich
also in Petterweil mit den Nachbarn über die Sicherung des Land«
gegen Mainz. — Am t j. Februar i J75 liess man dann öden furt von
Nideheo verschlagen, wobei der Gutleutliofbeständer zwei Fuhren
Pfähle dorthin schaffen musste. = Gemeint ist offenbar die Furt beim
Dorfe Nied, die, nach der Beschaffenheit des Flusses, gleich unter-
halb der jetzigen Brücke zu suchen ist.
Trotz wiederhoher von Karl IV erlassener Landfrieden steigerte
sich die allgemeine Unsicherheit von Jahr zu Jahr. 1377 raubten die
Falkcnstciner und die Cronbcrgcr der Stadt 163 Kühe und ] j Kälber
nebst anderem Vieh. Vergeblieh setzte der Rat für die Einliefet eng
der Rauber 100 Goldfiulden ans. Als dann ^78 auf Karl IV Wenzel
gefolgt war, erreichte die Verwirrung, besonders in der rheinischen
Gegend, ihren Höhenpunkt
Dieser Lage entsprechen gleiclveiti.ee beträchtliche Ausgaben
"zu der lantwcrungc an der Nydchc. 1 Ihre Summe isi 14,- B
5 4 Ii. Die näher bezeichneten Posten sind, abgesehen von uI2 boden
kalkes«, der wahrscheinlich beim steinernen Unterbau der Brücken
verwendet wurde, Zubehörstikke zu 4 Schlagen, nämlich:
.| Ketten und 16 Schienen, jede Kette mit 4 Schienen . 2 ff;
4 Zapfen und 4 Ringe, jeder Zapfen mit 1 Ring .... 1 ff.
Mal der Schlag am Stein weg ais bewachter »rygel« erwähnt und
1 377 wurde das Bruch — wohl vom M-.ihltiuch bis zur Oppenheimer
Strasse — »verschlagen» und •vermacht«. Es handelte sich um die
spater ndic Zingeh. genannte Befestigung. Im gleichen Jahre wurde
die Stützmauer am untern linde des grossen Teiches, der ndas Lange
Bruch« heisst, gebaut. Dieser Teich bestand also schon vorher und
damit auch der das Wasser Je: selben ;::;r König bacli abführende ßrucli-
graben, der das Unterfeld einschliesst.
III. BedrangniBsc der Stodt ™n 1879-1889.
Das folgende Jahrzehnt war für Frankfurt reich an Bedräng-
nissen. Die LandfriedensveilniTulliiuyeit des Frankfurter Reichstags
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villi 137') hinderten nicht die Versciiärfim.n i!n Gi'^ihjul' zwischen
der Stadt und ihren Feinden. Iis bildeten sich Adetsgcsellschiften,
wie der Löwenbund, »die unter dein Vorwand der Selbst-
vi-riL'iJi^iiiis; die ull t?t_-m uhi c Sicherheit bedrohten«; Grimberg war
geradezu «in Watlenptatz des weitcrauischcn Rauhadels«. 1380 bc-
rannte der Löwenbund die Stadl und nötigte sie zur Herausgabe
zahlreicher Geiseln von den festen Schlössern. Auch 13S1 erschienen
Jiese Räuber. Am hj. Autjust erhielt ein Knecht Lohn, oder andert-
li-Lii-t daii: uli" dein Sieii;wt;;e zu Sassenlinseii die zyii!;eln uff und
zu sloz, aili die lewen ym lande waren«.' Die Zingel mit ihrem
Schiige war also damals in gebrauchsfähigem Zustande.
Der Bund, den Frankfurt nach dem Abzug der Löwen mit den
sechs rheinischen Städten schloss, brachte zwar einigen Erfolg den
Wet.eraucm gegenüber, und die Heidelberger Einigung von [38;
sijieite den Frieden bis 15 SS. Dann aber brach der Kampf um so
hetiisjer los. Auf die Demüti!;ung der schwäbischen Städte bei
Di'liuiu'cn am 23. April und der rheinischen bei Worms am (.. November
15S8 folgte am 14. Mai 1389 die Besiegung der Frankfurter durch
c:e Lronbcrj^er bei Eschborn. Sie belastete die Stadt nicht nur
mit der Verpflichtung zur Zahlung von 730011 Goldgulden an Corn-
berg bis zum 1. März 131)4, sondern vermehrte auch noch die Zahl
ihrer Feinde.
In der nun folgenden schweren Zeit, in welcher Rudolf von
Sjcbsenhansen 1398- 1408 zum zweiten Male das Schult hei ssenamt
XacliMdem hatte man
3 Fehden oft gefährdete
3attonn) die Ost- und die
Die Wehningen dieser Zeit ausserhalb der Stadtmauern be-
standen auf dem rechten Ufer nur aus den mit je einem, zum Teil
auch mit je zwei Schlügen befestigten Niddab rücken und den
»verschlagenen« N idda fürten. Auf dem linken bestand die Zingel
mit dem Schlag am Steinweg. Üb aber auch die Oppenheimer
Strasse und der Miihlliruchweg schon Schlade halten, bleibt ungewiss.
■ Rb. tjSl, 51b.
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Zweites Kapitel.
Zeit der einfachen Gräben
und Holzwarten.
Erst sdi ij'jj kann von ui^uudni; Landwehren die Rede sein.
Die von J39J— r.|i; entstandenen A : 1 Li l; ■,■ : ] weisen noch die grüsMc
Hinfachheil : einfache Grtlxn, hölzerne Warten, hölzerne Brücken;
zur Sperrung diente der einfache Drehfchlag ; Wenzels Privileg von
IJ9K zerleg: diesen Zeitraum in zwei Abselmitte. Im ersten entstand
der östliche Teil der Landwehr um die Stadt, die Sachsenhäuscr
Holz warte und wshricr.chilich Jlt A'.-sdihiis a;si Mahlber^; im zweiten
wurde die Landwehr um die Stadt beinahe vollendet, worauf der Bau
der Gtonheinier, der eines Teiles der iiockunheimer und der erste
Versuch zur Niedert. uhr Landwehr folgte. Auch zu diesen Landwehr-
arbeiten wird Rudolf von Sachsen hausen, der erst 1412 starb, in
naher Beziehung gestanden haben.
A. Die Zeit vor Wenzels Privileg.
s östlichen Teils der Laudivelir um diu Stadl.
1195-1398.
Dank der guten Finaiizwinscluft Je- R.uei >u,nd die Hi]cdi : :iui;;
:. Marz 139;, also ein Jahr vor
hl. Da tauchte auch zum erstell
gentlichen Landwehr auf. Am 11. Januar
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res Jahr fiel a
r Landwehr al
litdem cm kleines Areal mm Wartenbau und am S. Juni 1396 kaufte
rden Knoblauehshof und lies* dort sofort Arbeiten an Graben und
IrDcke vornehmen.' Auch die hölzerne Galgenwarte wurde spätestens
396 errichtet. Nachdem dann im Oktober während einer Woche
ksserungsarbeiten, 1 jedenfalls an dem seit 1393 ausgeführten, nicht
ehr ausgedehnten Teil der Landwehr suttüL-funJeii hatten, erhielten
m 18. November [die Baumeister] Heinrich von Holzhaus™ und
igfried von Speier aus n. & ß 2 h., »zu der lantwere umb die stad
u graben«.' Man besann am Obermain und nahm zunächst die
licderfeldlandwehr in Angriff. Hierbei musste vom 28. November
is zum 25. Dezember jeden Wochentag ein Knecht zur Sicherung
er Arbeitenden hüten. All dies ergibt sich aus folgenden Einträgen
5. .im 2; Dcc: »10 ,H B h eim knecht dese Wochen zu Hicdcrn
zu linden als man die laniwer grabet«. 1
Im Frühjahr 1 597 kam dann die BuchwaldUnd wehr an die
Ittihc. Auch biet wurde zum Schutze der Arbeit gehütet. Am 2. Apr.
zahlte man »XII ß einem knechte von seß dagc [=• 28. März — 2. Apr. |
uff eime bäume im Bornheimer Walde zu sitzen und die in der
Lanl wer zu behudetla,' und am 1., Apr.: »VIII ,1 VIII h eim knecht
V tage [= 10.— 14. Apr. | uff eim bäum im ha ru Ii c i m er iloltz zu
hei-« e;- iini :S. Apr.: "XII Gulden lun wir geliebeti Sifel von Spire,
Heime zu J Linau we und Henne Gerhard zis der laniwer umb die
Digitizcd öy Google
- =M -
Das Rechenbuch für 1397—98 enthält zahlreiche Ausgaben für
Landwehr. Ihre Summe berechnet Kricgk' auf 59 % 3 ß, die Zahl
der i^raliencn Ruten aber, Ja einmal für <J i e Rute der niedn^e
Preis von u h bezahlt wird, auf 894. Die Gegend wird nirgends
ingegeben. Da« es sich aber um die Nordostlandwehr handelt,
hl mir aus fallenden Gründen wahrscheinlich: I. Weim wir Kriegs
zwischen den Notizen über den Landwehrbau wird einmal der «lag
an Velwilerstrassena ' erwähnt, ein ander Mal' Futterkosten für das
Pferd eines »Reinhard Goldsmid» von Friedberg, adaz man im
nam, daz er durch die lantwer gezogitl hatte.« Der Frevler harre
offenbar auf dem Wege von oder nach Friedberg die durch die Zeisid-
landwehr und an der Zwerehlandwelir hinauf ziehende alte Fried-
berger Strasse (11) umgangen und sein Pferd irgendwo durch die
neu angelegte [Knoblauchs-, Zwerch- oder Zeissel-] Landwehr ge-
führt.
Im Spätjahr 1397 linden wir im Rechenbuch seit dem J. August
häufig die Rubriken: »zum buwe den |sic| lantwer u f ( zu w e rffen
und zu rumentt; »die lantwer uf fzuwerf fen« ; »von der lantwer
uffzuwerffen und zu rnmeti und duffen«; «zu rumen und zu
duften In derlantwer.o Sie bezeichnen deutlich die ersten Arbeiten,
besonders das Ausheben der Gräben.
II. Der Absehlii89 am Moniberg.
Fusse des Mühlbergs kann in diese Periode fallen. Jedenfalls wird
der Sehlag am Wendelsweg 1 395 und 1396 erwähnt.
III. Bau der Saehsenhauser Hollwarte,
139S.
Die Sachsenhäuser Holswart
Stück der Sachsenhäuser Landwi
Fehlen aller Nachrichten fraglich.
B. Die Zeit nach Wenzels Privileg.
[398—1411.
Die Landwehrarbeiten der letzten Jahre verfehlten nicht, die
Feindschaft der Nachbarn zu erregen, die ebenfalls Befestigungen
' Kgk. M, 15a. 609, — " IIb. 139;, F. 38. -
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j.irmnhe. wie lerrc und wev: sy wollen; sich desto b.ls zu LvLihcu
und zu befrieden . . . doch uns und dein Siehe unschedelicheriB.'
IV. Bau des westllslien Talle« der Landwehr um die Stadl.
I »I-1404.
Gestützt auf dieses Privilegium nahm man im Frühjahr die
LiiuiivcluarbL-uen wieder auf, wie die liimraye in: Rechenbuch »in
Jer lantwer zu arheiden« wehten. In den fol ; ;eu.:cu [aliicn wird leider
tiieniah: die tiefend ariitcyebcu. Uoch kann es sich nur um den
Neubau der westlichen Landwehr um die Stadt und um l-r-jjt'.zunsjcti
des Östlichen Teiles handeln.
Im Rechnungsjahr 1 19K — 99 wurde 2 Wochen lang an der
Landwehr j-ej; r a h e n , dazu in .](•- TaLtclähucu an ihr {,'earbt itei,
endlich drei Norschc' .ui;;c..cliatft und »bestallen« sowie eine
Schüssel (zum Essen) in die Landwehr Reliefen. Die Ansahen
Jalu; betrugen nach Jen) Rechenbuch 39 iE 24 ,1 22 li. s
Ausserdem wurde am U. Mai ej-jN zu KieJern der ansserste
Schlag liehst B r ii e k e errichtet c und 1 599 auf dem Küo'.'lau.ii-Iuif
die Warte erneuen.'
.!;■■• Ucchtnhuchs bis zun) 2;. Januar 1 |Oo in i> Wochen an der
Jietraii ilcrselhcu aieU Kriegt einmal' mit 768 ;6 ,i 17 Ii, ein
anderes Mal mit 77 5 iS ,'1 an."
Von der nächsten Xeit sagt die Chronik: »ijoj und etliche
vorige Jahre ist sehr viel an Jer Landwehr gearbeitet worden™, und
»140.1 wird mit der Landwehr fortgefahren.! '
Noch nicht ausgebaut wurden in die-vr Zeit ieilenfali- die Strecken
wischen Stein t)Z und 113 und wahrscheinlich die Strecke Steylach-
Uödelheimer Strasse. 10
■ 1)97 «richietcn die Vilhclw eine ZollstJHe mii Wjll und Grabt» und
utilitn J.'a Hill cisl an. j!< [ : r.müurl mit Hanau unu Crontwe. einen Hund
'.-Viks Kirchner. — ■ l'riviIectLt-n, S. ;;|. — > F. 4Kb. — * Nursc oder S.wlic
»inj hOlmc Schaufeln, die mit Eisen K--elil.i;;en anJ. mil »Kruclicrl« versclic-n
™dcn, w.ii wiederhol! v.ii-Ni-inmr. iMirtuihm- ran lk-m> Ii. I'aJjcra.) - s Kgli.
H. L 144. 146. — «S.aa. — f S.61. - 1 Unk. H. U»I(, ij j. A-i?. — ' Oiron. HU
- 2lC -
hr bildet eigentlich kein Glied In der Kette der rechlsmainischen
idwehren, sondern nimmt eine einzigartige Stellung ein. Von
■ dem Bau vorangehenden Plänen und Verhandlungen, aus denen
1 etwa die besonderen Gründe für diese Anlage entnehmen Hessen,
nichts bekannt. Vor dem aj. Oktober, an welchem das Rechen-
Ii die Ausgaben verzeichnet, waren ;oo R. von frankfur tischer,
■ von hanauischer Seite gegraben, also die Landwehr in der I laupi-
iic fertig.' In den folgenden Jahren wurde das noch fehlende
geführt. Am 9. Juli 1407 erhielten die Rechen
1 Heil
■1 Holi'h.u
i Heinrich Wyss.
lind die 5 Dämme die durc
1 deren Außenseiten ernst*
als Auflagen für die Sic,
Is der Giunhei
ei Dämmen
die Rede.
Am S. September 1409 bezahlte man « 1 IC von vier pherden,
als Drutman, heneze herdan,' Johan zu hanau und wigel widenbnsch
geheissen wurden zu ratslngeu von der lantgewer wegen, als man
zu Redelheim uberkomen ist zu machen. n 6 Da es keine «Landwehr
zu Rödelheim« gab, so kann nur die Borken heimer Landwehr ge-
meint sein, deren Hauptdurchgang bis 1434 die Rödelht im er Sirasse
war. Am [2. April 1410 laute! dann der Eintrag der Rechenmeister:
tjfl. [= iSB] ..zu der lantwerc- eu Bockinheim zu graben.
' Rb. 1406, L-. job. - • Ibid. 1.107, F. 12. - J Ibid. F. 40. — ^ Ibid. 1408,
!■. 19. - 1 Ibid. F. 4! b. - s Hb, 1409, F. 69.
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.ils uns bescheiden was zu machen, und wart das verdinget
die rude umb 4 englisch« 2S h]. ' Es wurden also gegrab.
ijVi R-
Das uratslagen» «heim auf besondere Schwierigkeiten zu weisen.
Nun grenzen die Strecke zwischen ßockcnhcmier Strasse und
Leonhardsbrunnen von Stein 92—113, = ungefähr 170 R., die sog.
■Äcker vor der Warte«, deren Zugehörigkeit noch in spaterer Zeit
/.wischen Frankfurt und Bockenheim schwankte,' Von dieser Strecke
wird wohl damals der grÖSSte Teil gebaut worden sein.
VII. Versuch zur Unlerfel diu ud weh r.
sehen«,' und am 26. Dec. ..12 ß 1 h Eftkrugen von 2 lagen, als
man meinte eine lantwer vor Sassenhusen czu machen und
sie die Königisbach abgegraben hatten, unt als man anheben
wolde und ifz die von Sassenbusen nit meinten Ctulyden, d.m
sie meinten recht czu der buche czu han:«.*
Beide Notizen beziehen sieh ,ml' die gleiche Sache und besagen
folgendes: 1. Der Rat beabsichtigte im Walde vor Sachsenhausen
eine Landwehr zu machen. 2. Heinrich Herdan und Henne zu Hanau
besahen vorher die Onlichkcir. 3. Vor Beginn des Baues grub mau
die Königsbach ab. 4. Ms man die eigentliche Land weh rarbeit be-
ginnen wollte, erhoben die von Sachsenhausen Einspruch unter Be-
rufung auf ihr Recht zu der Bach.
Eine Landwehr an der Königsbach gab es an zwei Stellen:
beim Bornaeber den Anfang der Niederräder Landwehr und beim
Sandhof das Ende der Unterfeldland wehr. Die von Sachsenbausen
aber sind das bekannte Minisicrialengeschlechr, dessen Besitzungen
limcli Erbschaft 1426 an die von Cleen und 1 521 an die br.mken-
steiner kamen.' 1358 besass der Schultheis Rudolf von Sachsen-
binsen,* dessen Denkmal im Dom noch vorhanden ist, beim Sandhol
Jen Huf an der Königsbach, der später die iTankenstcinisehe Freiheit
Iiicss.' Auch haue König Ludwig ipy der Familie das Recht ver-
1. F.E7. - - Bumb. wt, F.45b.
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- si8 -
liehen, an der Küniesbaeh Weiher und Mühlen anbiegen. ' Eine
dieser Mühlen stand auf der Frank enstemischen Freiheit, die andere
die Familie die ififrS in Fr.-.nkcni.tcmischeni Ijesitz bcl'u: dliche Wieset
die durch jenen Weg von der städtischen ( khsenwlesc getrennt
wird. Vertreten war die Familie 1411 durch zwei Brüder, Rudolf,
der, wie bekannt, zweimal Schidlhciss von Frankfurt war und 14(2
siarb, und den 141; als Schultheis! von Coblenz verstorbenen
Die Ableitung der Koni s^ii.ith konnte denen von Sachsen-
hausen an beiden Stellen unbequem sein, besonders aber beim Sand-
hof, wegen der Mühlen. Dass man nun 1411 schon an den Bau der
Ableitung des Wassers dienlich war. Der Wald, der erwähnt wird,
kann nicht die Holzheck sein. Vielleicht ist aber die Annahme gc-
stattet, dass der östliche Teil des Sandhöfer Feldes damals noch mit
Wald bedeckt war.
Der Einspruch derer von Sachsetilut^eu half nur für Jen Augen-
blick, Später bestand am Unterlauf der Königsbath eine Landwehr
und die Mühlen waren schon im XVI. Jahrhundert verfallen.' Viel-
leicht wurde die Landwehr soiiar hak] nach ienem Hnsnrucli errichtet.
Dem: icliiui im Juli 14t: mussie ein Fischer eine Zeit lau;; - Knechte
mornnis auf das linke .M.iiiiufer übersetzen »die [antwer zu besehen
in diesen Warnungen.«»
main bei Riedern. Es fehlte ihr wahrscheinlich noch die Strecke
Sleglach-Rödclheimer Strasse, und am Südrande des Roderbergs war
sie durch eine Hecke ersetzt. Auf dem linken Ufer v.og die Be-
' RAhmer, L'rk.: s-«l. Scharrl', Drck'ich 155. Stil 1470 liaitt Jcr Dcimthc
Orden ilic Kütiigsbacli vnn lientn run Clecn in KrEihcsttnd. - 'S. S. ijS. -
i Bau, VII, 17- - 1 Sdiaiit =■ »■ O. - > Hb. 1412, 2. Juli.
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Wirkte der Ahschluss am MühP.'eri; he.miJers durch de» mit Brust-
wehr versehenen Schlag am Wendelsweg. Drei Warten verteidigten
die rechtsmainische Landwehr: diu luilzcnic Calgemvartc , der
■Steinerne Stock« des Ktioblancbshofs, der die Hsehcrsheimer und
die- Hckcnhcimcr Strafe — letztere Jamal.-, d i l.- I [a'jptstr.iäsc nach I-"ried-
berg — beherrschte, und die gemauerte Uieder Watte, lirwähnt werden
sie als die 1 Warten am 18. Juni 1396. 1 Links v.jin Maine stand
die Sacli;eiilüuset Hub: warte. Sämtliche Warten heiisen wiederholt
die Warten.' Zu den Warten kamen rechtsn.aimsch 6 bewachte
Schlage. En Schlag wird zum ersten Male erwähnt an der Rödel-
eiwähnt 1391) die 7 Schläge von Sachsenhausen, deren Ver-
teilung nicht leicht ist, 1406 der Oppcnheimcr Scilla;; und t,|il der
Schlag an der Dcutschherrcnmiihk.
Drittes Kapitel,
Zeit der Doppelgräben und Stein warten.
I4I)-I470. biw. 117"-
Mll dem zweiten Jahrzehnt des XV. Jahrhunderts beginnt für
die Landwehren die Zeit der kräftigsten Entwickhing. An die Stelle
des einfachen Grabens tritt jetzt in der Regel der Doppelgraben;
die dem Feuer und der Fäulnis ausgesetzten Hollwarten werden
durch dattelhafte Steinwarten ersetzt, deren Welircil'.ricLtinüe:]
auf der Höhe der damaligen Bcfcstigungskim-t -.tehen. Der Diebsdila:;
wird bei den Warten vom Schlagbaum abgelöst, die HolzbrückeE
daselbst durch gewölbte S tei n br ü ck e n.
1. Bau der Sae-lia^nhäuner Steinwarte und Anfang der Sachsen-
N'oeh vor dem 20. August 1 |ij wurde der Bau der steinernen
Warte am Mi'ilil'.ieti: heiioimen ' luul im gleichen Sommer die
•Uli. ii?6, F. jj[>, jSb. — 'Ibid., F. 46b, li^S, F.»b; 1 599, F.4& — 'S.S.175.
geblich dem Erabischof au beweisen, dafs die Warle dringend not-
wendig gewesen und nicht als bnrgikhei B.m au betrachten sei. '
Auch Jakob Brun, Johann von Horhausen und der »Schreiber
Heinrich.., die am 26. August »gein Coblenze zu uns. Herrn von
Trier« geschickt wurden, »siiicn prüden zu erczclcn von der nuwen
warthe wegen uzwendig Sassenhusen«, erreichten nichts.' Viel-
mehr muteten die Leute des Erzbischofs in der Herbstmesse dem
Rate von neuem zu, er solle die Warle .tut vollen buwcil«. Als
nun auch im Oktober ein gütlicher Tag zu Wesel erfolglos blieb,
scheint sich der Rat an König Sigismund gewendet za haben.
Wernhcr: »da die von Frankfun mit mancherlei Feindschaft beladen
M:in;li!:i]ii;: Lim jedoch aucli jetz: nicht /ti Swride, und -1) forderten
die königlichen R.i:e beide l'.uteieii zur rLJ - ] i l L^:i l^iuruiehnr,::
ihrer Beschwerden auf.
Inzwischen verlor der Rat keine Zeil. Schon 1.113 hatte er an
Stelle der offenbar eingegangenen hölzernen Galgemv.irtc J.is dortige
»porlliusa provisorisch zur Warte einrichten lassen.* Jetzt lieschloss
er, auch hier eine Steinwarte zu bauen. Die Ausführung geschah
/wischen Mitte Juni und linde September, 1
In seiner Beschwerdeschrift vom 21, December führte dann der
Hat aus: Gaste und Kaufleutc und andere ehrbare Leure von Frank-
furt und Sachsen hausen seien nur McSszeii beraubt, gefangen und
getötet worden. Deshalb habe er auswendig Frankfurt und Sachsen-
hausen Gräben, Landwehren und Warten bauen lassen, wozu er vom
Reiche Freiheit habe. An solchem li.uie habe ihn der Frzhlschot"
1 Verhmuil. mit Tri« bei Kgk. M. 10, 177. — ■ Hb. 141 i, F. 70b. — 1 Scharrl.
Drciciih )i. — * Bumb. i.iij, F. gib. - »S, 5. jj.
schaften von Falkenstein und Martuenberf
r, der niclus Triftiges zu erwidern wufste
ic Zerstörung vun Dörfern und Wilden
mit der Aclitsesecutiun gegen Wernber:
:nbcrg, unter Carl IV. rechtfertigten. An
erdofipeliing der Giilgen
vom GutleuiW bis zum At.lan« da Stebach kii verdoppeln. Die
Arbeit wurde nach dem Bumeisterbnch 1 in der Zeit vom 8. (?) April
bis 17. August mit zwei Unterbrechungen ausgeführt. Zuerst
arbeitete man vom 8. (?) bis 13. April "an der nuwen' lantwer, als
man die von den gudenluden i.tflnn zwyfeldig machte vot der
nuwen warte hin«;' dann vom 23. (?) April bis n. Mai, Ja am 4. und
11. Mai die Arbeiten an der Landwehr den Zusatz haben »als man
i) zwifeldig mxhtea;* und endlich vom Juli bb ). biw.
t;. August; denn am i;. Job heisst es; »als man in der lantwer
»ider anhube aagraben, vortei zwyfeldig zumachen, all sie
angehaben wazn' und am ). und 17, August; »als man si wider
twifeldig iiuchtc als M Mgcfuben waa>.*
Am ig Mai nahm man die S. ;i eiwjhnicn Wei:ei cunjeiuiigeii
vor und ebenfalls im Mai beschloß man sdie Stege an die lantwer
ruLrc», all n..-.ii darüber ie^en wol'ic«.'
' Hjmb 1411k 1 II ; — ' IJj* \n:c in J>r I n.Jurl.r >\l Vcidnpff lune,.
- m u nih 1.114. F. Hb. - MI...L ms. F. I «. 4 - Iftid I ihh. •IM.
I. iSb u l.t> - ' I0.J f. 1; an »reicht Uj.clig...ge(
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üass der neuangelegte Graber der innere war, geht daraus
llervur, d.lss dieser bei der Warle aussetzt und bei der Siei/iadi
nach dem seine gerade K[lIi;iiii!; iiciheiiahendeu äusseren Grabe«
abbiegt.
Längs der Sieglach blieb die Landwehr steis eingrabig un,l
jenseits derselben wurde sie wahrscheinlich zum ersten Mal
angelegt. Andi enisnridii den ;<■) K.. die de' innere Graben ;;wibdieii
Gutleuthof und Steglach im Flurbuch misst, die Summe der nach
dem Buraeisterbuch 1 bei der Verdoppelung gegrabenen Hüten. Es
wurden nämlich gegraben:
bis ZI
98
78V1
Ii. Mai
19
27. Juli: 10+23+16 1 =
49
zusammen jfijV» R-
Ausser der Verdoppelung wurden an der Galgen feldlandweiir
atidi Lrgiin/migen vtirgciiü'uinen. Kosten der Landwehr »vollen
uzztigrabetio erscheinen mit verschiedenen Zusätzen wie »by der
warten am II. Mai;' »wo ez not isto am 18. Mai:* «als ez gelassen
waso am 5. August; 1 nby der nuwen warte ... als ez gelassen warte
am 24. August.'
Diese Ergänzungen können sieh entweder auf den neuen, inneren
Cranell beziehen, oder auf den äusseren, oder auf beide. In beiden
letzteren Knien wäre die Galgcnfeldlandwchr bei ihrer ersten Anlage
nicht ganz fertig geworden.
Endlich wurden nach dem 2;. Mai 100 Weidenwellen in die
Landwehr gelegt' und am 20. Juli »planken by den gudenluden in
den meyna geschlagen. 8
IV. Bau der Landwehr von der Steglacli zu Stein 82 an der
Rödelhei mer Strasse.
1411—16.
Zwischen 27. Juli J,|IJ und 21. Mir/. wurde gegraiicn
und gearbeilet bei Rudolfs zum Humbraeht Büschen, bei
' Bumb. 1414. F. SIb, H'-„ F, |, if.b, iSb. - 'Die ™c Zahl isi nicht
er.v.is dir i.s Ii. air.i;;= ['■-■ i-ei.ie^ .in.icr.i /..ihiei. mi: Je:Q /j.sjli '„.n;!: i:i
der linlwer 111 B rat™, sisiJ Mdin tbesiljUs Hol .Ii. hä der ersten een-.iane
Jojil'L-luiii; c.i !imel:ci:. - J UmiiK 1 (I,. F. J. — < Ibid. F. j. — 1 Ibid. F. ;<>l.
- 'Ibid. F. 1 S . - 'Ibid. F. 7. - "bid- P- 'S-
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Rudolfs zum Humbricht Wiesen und am Bockcnlieimer
Wäldchen.'
Zuerst wurden zwischen 27. Juli und ;. August neben liudulfs
/um llumbraclu wiesen ulihin' 1; U. gegraben. Später war dort
iijs Waigel hinderlich. Daher erscheinen am 21. Si.-]i;t-[]i L'l-t Kn-tcu
«00 drin rüden die lantwer yn dem loche [=- loche] by Rudolfs
/um lhiiv.br.idu wieben voln nugrabcn a!s r/ gelassen wart, als
nun vor waßer nie ;;raben mocliie. ! Darauf arbeitete man »by
Rudolfs zum Humbracht büscheno in den Wochen vor dem
17. und 24. August, i.|. September, j., 12., i~. Oktober, 2. u. 5. No-
vember* und endlich »by der Bockenheimer weldchemi in den
Wochen vor dem 5., 12., 27. Oktober, 2,, 9., 23., ja November,
7. u. 21. Decembcr, 4., 11., 18. Januar, 1. Februar und 21. März.'
Am letzteren Tage zahlte man noch BIO ß von zwon rüden als man
die lantwer by der bockenheinlcr weldclien scmcncii halte und ge-
graben als man zwo rüden weniger fände«. Die Arbeilen an den
Büschen und am Waldchen sind im Bumeistcrbuch teils besonders,
leils zusammen aufgeführt.
Angenommen nun, es reicht da* Ikickenheur.er Waldchen von
Siein 82 bis u 5 (= rj 7 R.), Rudolf zum Humbradus Wiese von
n 6j bis 16 R. südlich nach dem Dammgral
I-.uiJ'.vcm-.itci
nd (= 16 R.), und Rudolf zum Hurabiachts Büsche
enze zwischen den Stücken des Flurbuchs 18 u. 33c
halten wir, wenn wir die Masse im liumeisteil'uch
An den Wiesen 13+3 =
An den Büschen allein . .
Am Wäldchen allein . .
An Büschen und Wäldchen
im Flurbuch.
Ifi Ii.
Nun sind von den rr6 R.
dem Wäldchen .
ij 7 _tos = 52 R.
104— 40 = 64 »
116 R.
'S. S. 15, 16, J7. — 'Buinb. 1415, F. 19. — » Ibid. F. z8b. - 1 Ibid,
F. Hb, 2 ( . 27b, IT, pb, j6, 17. - 1 Ibid. F. jr, jib, 36, (7, je, 41, 4z, +4, 4s,
*fl*t 49b, 54.
- t24 -
Folglich wurden gegraben:
an Jen Wielen .... 16 Ii.
an Jen Büschen 40+64 = [04 1
.1111 Waiddien loj+ja = 157 n
■ 377 R-
Die besprochenen Arbeiten beginnen an dem Punkte, von
welchem an die Landwehr später wieder doppelt war. Man ist des-
ll.llh i'etlcn;!, sie als Vcrdoppcliülgsaibeitai auf/n fasse». Nur fällt
dabei auf, liass die Verdoppelung g.ir nickt erwähnt war, wühlend
dies doch bei der kurz vorhersehenden Verdoppelung der Galgen-
fcldlandwchr geschah.
V. Arbeiten au der Bockenheim er I.uinlwchr zwischen
Sic In sa und ise.
Im Fiühjaht 1416 wurden von Stein 81 wahrscheinlich bis 15S
Weiden in die Laudwehr gestoisen. Dies geschah Anfang Mai!
oby kuw idi enss'.agc ,' jwischen dem IJ.p) und 2t. Marz »by
bockenbeitner siege,' wo ipaier die Warte stand, und zwischen
Mar/ ~nJ iS Aj n. ,m de: gm l:e . :i.er weve". 1 letztere-, in
17 Tagelöhnen
Wann der nördliche Teil der Ca Igen le '.dl arid weh:, sow ie die Hocker.-
hi-.mei und d;e Diebsgrundlandwehr, welche alle spater zwe-.gtabig
waren, verdoppelt w-rden, ist unbekannt. Die h:i:geiiir::nc Strecke
ist noch 14t;' eugicivg gewesen, »am n;jn bu; dem Aus-huc-
häuser Land I 1 Ii J i c- Arbeit,
nie!» wie es reclusiuaiiiisci) geschalt, ii.kIi Unten, sondern in Tage-
lülineli. Nach dein l!;iiiieistcrbu..h wurden bis zum 1. Februar ijiC,
für »grabe» und arbeiden« bezahlt:
an •Knechte« >7ijV'
an »Cleßeheii« .... 4;
an oGlymc« 49
zusammen . 1847V1 Tagelöhne.
1 Uumb. 1415, F. (>b, - "Ibid. F. jj. — 1 Ibid. F. Mb. — * Ilmub. 1442, F. 6ab.
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Die Knechte erhielten als Tagelohn i.| h. Cleßchen und Glyme
warm offenbar das, was man später "Grabenmeister« nannte. Sic
kommen in gleicher Verwendung auch rechtsmainkch vor. Sie er-
hielten höheren Tagelohn, ersterer 17—20 h, letzterer sogar einmal
4 Englisch = 2« h, ein anderes Mal 5 Englisch = 35 h.
Wein wurde für die «Gesellen- bezahlt: einmal für 2 Wochen,
zweimal »als man die lantwer verdingte« ; dann zwei Zahlungen für
Krüge. Auch für Schippen und Hauen, sowie das Stählen der
letzteren kommen Ausgaben vor. Fuhren von Holz »als man das
in die lantwer lehn erscheinen mit dabei, einmal 400 »Rebut«
Wellen.
Die Länge der Saclisenhäuser Landwehr, von der Deutsch-
Mannes auf die Herstellun
n Teil kann ausgeführt v.
Kaum waren in Sachsenhausen die Arbeiten begonnen, so traten
auch die trierischen Einsprüche wieder hervor. Doch ließ sich der
Rai, wie das Bum eist erb uch beweist, dadurch in seinen Bauarbeiten
nicht hindern. Auf einem gütlichen Tag zu Oberwesel, am 6. De-
zember, erklärte dann Trier, man habe gehört, Frankfurr habe in
Wemhers Herrlichkeit und Wildbann »unierstanden zu graben«.
Wenn so, so solle man »tedingen«. Als sich Frankfurt auf seine
Privilegien berief, erklärte der trierische Vertreler, diese seien be-
kannt, der Erzbiscbof wolle sich aber selbst beim Konig rechtfertigen;
bis dahin sollien Warte und Landwehr liejjai Heiben. Aber der
Rat fuhr auch jetzt fort zu bauen und erklärte u, 3,, Warten und
Landwehren zu machen sei ihm vom Kaiser ncon firmieret!:. Dieser
habe die »Warte vor Frankfurt« (Galgenwarie) selbst besehen und
danach an den f-rzNscIii'i ^schrieben. Wernlier jedoch bestand nach
wie vor auf uuv erz ither bI-xi'Uhl:" (ScIkiJuat-.-.u). Nun gebot
5'nisnnind von Constanz aus dem Erzbiscbof, unter Hinweis auf die
l'rL'.'i'.i'jlidn, Frankfurt nicht zu hindern, und dieser scheint Gehorsam
versprochen zu haben.'
1 Brief Sigismund! an Wemlicr vpn. 10. Mai 1416.
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Trotzdem erschien Wernher im Frühjahr 1416 vor Sachsen-
hausen, brach die Warte und zerstöre die Landwehr,' letzteres ver-
mutlich in dci (!i's;aul <lu:i" Wartf. Dies tunfs geschehen sein nach
dem 2. Februar, wo im Bu meisterbuch die Einträge über Landwehr-
bau aufhören, und vor dem 10. Mai, wo Sigismund wegen der Zer-
störung an Wernhet schrieb. Zu seiner Rechtfertigung schrieb
Wernher später an den Rat, da er keine Kcrung erhalten, so habe
er Landwehr und Warte selbst abgethan. Der Rat aber schickte nun
den Stadtschreiber Heinrich von Geilnbusen zum Kaiser nach Lundmi,
und am 10. Mai schrieb der Kaiser gleichzeitig an Wernher und den
Ras. lirsterem gebot er, unter Mißbilligung seines Wortbruchs,
keinen Schaden zu thun, bis er zur Entscheidung nach Deutschland
komme, letzterem aber »auch kein ncwung« [Neuerung] mit Wernher
anzufangen.' »Man verstand den Wink« und verschob die Vollendung
der Landwehr auf günstigere Zeiten (Kirchner). Die Warte wurde
zwar weiter benutzt, wenn sie auch keinen neuen Helm erhielt, die
I.audwilir.irk'itt'ii aber wurden in Sacliseuliausen erst 142(3 wieder
aufgenommen. Wernher von Trier, der unerbittliche Widersacher
der Landwehr, starb zwar 1418. Doch die allgemeine Unsicherheit
dauerte (ot; und tutun nur /u, als 1.119 der [Insstteriltrkg ausbrach.)
Aber weit entfern:, an die Anlage neuer .Schutzwehren oder die
Ergänzung der begonnenen zu denken, bat am tB. Juni 1410 der
rv.1 fai- k\'iüaj; Sii;; mui d um Ju I rlj-ajrti«, ar. 0.11 vorhandenen]
Wanben u lansuehren zu machen und sie zu gebrauchen, auf
dafs sie, der Pilgerer und der gemeine Mann, desto sdurmln.!:ci
Zuflucht gehaben mogeno. Mit weichein Erfolge, ist nicht bekannt.
VII. Verdoppelung der Ginnticiroer Landwehr.
Erst mit dem Jahr .421 kam wieder Lehen in den Landwehr-
hau durch die Verdoppelung der Ginnheimer Landwehr. 1
Vni. Anfang der Niederrüder Landwehr.
Am 26, Oktober 1426 erscheinen Kosten für »2 fuder wyden
czu der nuwen lanigewere, als man czu Nyderrnde ange-
'WolrT-Jiin E und SchiriT, Dreieich ( i ff. ohne Quelle. - 'Kirchner. -
' 0A111 ib. Aug. i.|.-<> iiliiTl irl licrtra;ii t« Vllh-l ,itm <e.i:leelM' gegenüber diti
Kauitiiaim lleele. Die Sl.kWLJjU-11, die auf Mm l.iuerlen. selten durch
den ! ; !eis. iv.riu: iln; u:eder iiiid braelaeti iiiti euch I-'t.i rufen, wo er am 19. Aus.
vor dem Bocfcenheirner Thor emhauniet wurde- (Kirchner). — > S. S. 97.
hüben hat*. 1 Da die Tannenwaldlandwehr erst 1581) entstand, so
kann nur die Z werthland wehr gemeint sein, deren Fortsetzung
ja in Niederräder Terniiney verlaufen sollte. Diese ist also nach vor
dem genannten Dattim gebaut und mit Weiden bepflanzt worden.
Auch der Riedschlag bestand demnach damals sehen. Der weitere Bau
derNicderräder Landwehr unterblieb bis 1580 aus unbekannten Gründen,
IX. Vollendung der Sachse obauser Landwehr.
1416 -14511,
Darauf wurde in den 3 Rechnungsjahren von 1426—1429 die
Saclisenhäuscr Landwehr vollendet.
Rechnungsjahr 1426 — 1427.
1. Zwischen dem 1. und 7. Dezember wurden ;i'/t rüden lant-
were gegraben ußwendig Sassenhusen by dem roden Crucze,
die rude czu 5 ß*.'
2. Bis zum 3. Mai 1427 wurden in Sachsenhausen, ohne :ük-re
Bezeichnung, 480 It. zu dem gleichen Preise gegraben. Auch Schmiede-
arbeiten werden öfters erwähnt, Weiden in die Landwehr zu setzen
4mal; einmal auch eine Zahlung an Meister Conrad zu Sachsen-
hausen tvon slahen [Schlägen] und anderes zu machen zu der
iantwere zu Sassenhusenu.'
Rechnungsjahr 1427 — 1418.
Das Bumeisterbuch von 1427 enthalt, zwischen dem [4. Januar
1427 und dem 1. .Mai 1428, 5; auf Landwehren bezügliche hinträge.
1. Nur einer, vom 24. April 1428, bezeichnet eine bestimmte
Strecke. Es wurde damals Wein bezahlt »den by dem Riethoffe
in der I an tg c w e rdeu. Man denkt am einfachsten an das durch das
Kit: j!: ij für Ge^nde ziehende S:uck i'.vi -.d:cv. üriiei; ,;n,l Xi.'^eüiült. ir.v,:;-
Welchc Arbeiten dort vorgenommen wurden, erfahren wir nicht.
Auf den Bau dieser Strecke bezieht siel) auch eine vor 1484 erhobene
B-.hjL'.y e:\k iVs !(ied;-.o:'i:]h;ibe]^' Heylmann von Prumhciui sjie
von Frankfurt haben ime an dem Rietholl', der des Reychs ey^enthuiti ist
und sin lehen sy, gegraben und ime da midde das sine gesmelet und be-
schediget, fordert darumb solichs widder in wesun zu bringen und zu-
machen und ime sinen schaden zu keren« u. s, w. — Der liat verlange
genauere Angabe und erklärte, wenn er beim Kiedhof habe graben lassen,
■so were das beschehen an den enden und des der Rat das zu ihun wol
macht gehabt haben. Heylmann solle die Sache vor das Reiche rieht
1 Bumb, 1416; f:hion. lila, 164 hcksi es: =>i.| 2 6 wurde die IjiiiIwvIii j;e-
Küi-en ii: S'ltJcrrjJ«. — ' Bumb. [ 126, R ~ ' Ibid. ötiecs. - ' A^.a i'midi.
caaa Frankf., Mglb. H. 16 No, j.
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- m8 -
bringen. Auf einem Tage zu Hanau 1..4S4 wiederholte Heylinann seine
Beschwerde deutlicher. Der Kit habe mit der I.^mlv.-ulir seinen Vorthcrn
durch das ihre gegraben. Seine Ekern hätten, wie er noch, Äcker in-
mul ai:v.vi:iiih<; der Landwehr sii-!i;ibt. Iii seien von dem I.andwehrbau
Forderungen hergebracht, von denen »tiye dheyn abtrag geschehen
sy«. Es scheint sich um hn^diädigungskostcn bei Anlage oder Er-
weiterung der Landwehr zu handeln. Der Rat erkannte auch jetzt
die Forderung nicht an, erklärte sie für eine »alt erloschen Sache«
und verwies Kläger an das Reich«. Hier huren die Akten auf.
2. Von den übrigen ji Einträgen sprechen 35 von der Land-
von der Landwehr. Da aber die Beziehung auf Sachsen hausen von
einigen Einträgen der zweiten Gruppe gefordert, von den anderen
zugelassen wird, so ist sie bei allen wahrscheinlich. Es wurden aber
»gegraben« : '
a) mit Bezeichnung Sachsenhausens . 650»/. W.-R.
b) ohne Bezeichnung Sachsenhausens . Ijg W.-R.
Zusammen . 789V» W.-R.
Als Kosten Tür die Rute werden angegeben einmal 5 1 /, ft einmal
k ß, zweimal 8 fj; letzteres, weil es »etzwas harter zu graben« ge-
Berg besteht. Ausgaben tür Schmiedearbeit erscheinen 7 mal, für
»Bickel« und »Hauen« zu machen öfter. 1 Dornen und Weiden kommen
wiederholt vor, die Landwehr zu »bestecken«. - Das Steine-
brechen' spielte eine gewisse Rolle. Es war zur Anlage des Grabens
notwendig und erforderte namentlich den Gebrauch des »Eickels«.
Eine besondere »Ergezunge« für die Steinbrecher wird Folio 59b
erwähnt. — Ausser den eigentlichen Arbeitern wurden auch »Opper-
knechte*' verwendet, die }.\ Tagelötine erhielten, an der Landwehr
zu Sachsenhausen zu arbeiten, und 73*/« Tagelöluie, daselbst zu
»fegen«. Mit enteren) können Jio Arbei-.ei; pre t-i l. : n : ;ei:i, die nicht
Grabungen waren, wie das Bepflanzen mit Weiden und Dornen, mit
letzterem das Aufräumen nach Sdihe.s der Arbeit (. : ) — Dass die
Landvehrarbeiten vor feindlicher Bedrohung nicht ganz sicher waren,
beweisen die 5 Tagelohne für nKnechte«, d. h. bewaffnete Diener
des Rates, die für die, »die da gruben in der lantgewerc« hüteten.
1 Einmal hcissl es ptzu macliena. — 1 F. J2b Aesjj;iL"j I L": r einen . v.ur-.cln: .
— 'Steine »ui der lantwer vor Sassenliusen crna)!:i: auch Ho. 1437 Öfter. —
'Von operarü. Ha lull ani; er. Sit: liiUttta eine Zunft 11:1 J i;e(iiirteii zu den Bau-
handwcrlteru, spielten aber eint untergeordnete Rolle. Bücher, Bevöllernng 1, S, 95.
- 229 -
Rechnungsjahr 1428 — 1429.
Am JI. Juli 1428 besahen die Baumeister odic lantgewerc und
sle^e«. Dass die zu Sacii: tiu^'ui.i: f,T:iium :.i:nl. ergibt sich aus dem
Folgenden. Nach dem Bunicistcrbuch von 1428 wurden gegraben:
[. mit Beieicluiim;: von Sadisenhausen :
»am langen Brüchen (1 Item) iS R.
■vor« oder »zu Sachs enhanseno (5 Items) . . 584 »
ebenda die einem Lohne von ]K fl entsprechen-
den (1 Item) ) »
zusammen . m R.
•. ülniL'Ki.viicliiH::)^ von Sj,1i-i. , :iI:.i-.]m , ii:(ij I: eins) 1215 R.
dazu die einem Lohne von 2 % 2 ß 8 h ent-
sprechenden (1 Item) ■ 7 ;
Gesamtsumme .' 1625 R.
Dafür, d«s die Arbeiten unter 2. ebenfalls in Sachsenhausen
stattfanden, spricht, da.ss hiulig ; ■ 1 1_- L ^ 1 1 u.idi Ai:;;.ihe der gegrabenen
Ruten Kosten für Stein fuhren folgen , sowie die teilweise hohen
Lohnsätze, die dem steinigen Boden des Sachsen haus er Berges ent-
sprechen. Es wurden iüi:ilitii Mi^.'iuli: i';i(;i-|'ili[]e bezahlt:
j h . . . , 1 mal I 20 h .... 2 mal
12 h . . . . 10 mal i 24 h . . . . i mal
16 h . . . . 1 mal | (78 h H 6 ß . 3 mal
Im Sommer 1429 erscheint die Sachsenhäuser Landwehr als
vollendet, denn am 17. Juli wurden bezahlt «2 S von 8 pherden, als des
Rades IVundc die nunc lantwer vor Sassenhusen sahen, siege daran
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Diese können ^ich nur beliehen auf die SachsenhSaset Land-
m.I.i. die '/.wen il.H.O'.itlir und J:c L':iit; !cIJ1.i:iJm c "h Njh :-.«:
aber, bei*, mit den bekannten Verdoppelungen,
die L'nterfeldlandwebr .... 480 F.-K.
die Sachsenhäuser Landwehr . 195; W.-R.
J,c Zwerchlandwebr . . . . ^ 60 W.-K.
Es bleibt also ein Übcrsdiuss von 29861/1-25)2 = 454V« R.
Dieser kann nur daraus erklan werden, dass nicht jedesmal
gleich bis cnc'giltigen Tietc L't'^'r.iL- u[i, sondern a:i der. L?leic!;ei'.
Strecken wiederhole gearbeitet wurde, was besonders bei dem
steinigen Huden des Neuen Bergs nicht auffalle. Angaben über tiefer
machen oder »vollen graben«, wie wir sie bei der Galseiil.ni Jwdir
wiederholt fanden, fehlen hier wutil nur zufällig.
X. Arbelten an der Hausener Landwehr.
14)1.
Zwischen 18. Oktober und 29. November 1451 rinden wir
Arbeiten an derllauscncr Landwehr,' wo man grub und Brückte
XI. Bau der Huekenheimer Warte.
Es folgte min von Juli I4J4 bis ebenda 14J5 der Bau <icr
Hoekenheimer Warte. ' Durch sie wurde die grns.se Strasse "rieh
Nordwest nicht nur ihrer Bedeutung en;.piee!iei:il erheblieh gesidien,
sondern auch vom Uödelheimcr Weg (14) auf den Bockenheimer
Weg (15) verlegt.
XII. Hau der Oberrfidcr Landwehr.
Das »obere Rod«, iirspiiing.ich zum 1 : .uihfurter Konigsgut
gehörig, später vom Reiche verpfändet, wurde 142; mit Irmwilhgeng
Kaiser Sigismunds gegen eine Zahlung an die drei Pfandherren vom
Rate eingelöst. Gerieht und Dorf in Oberrad wurden dem Rate
als Hcielislehcn übertragen und von ihm bestandig "gemutet und
' Fe] J- W.i^n:!-.-:: /i: "n V vw,'-^ 1 ; :;\i.v;\ . 2 Pi:ill'. 14;2, 1\
«walin: v.irJ diu Hausen« Landwehr such im Weissfr.-Zinsb. 1480 bei Fich-
Hdschr. JJ. 04. Itircn Verlauf könnt« bisher weder die Bemühungen des Herrn
I.clirtrs l.uJwii; Ii! üoiiciiktini. n.vl] meint ti;;t:ien S'.i;:i(,>rscliniie.cii fcsblJIcn.
Zeig sie e;-.v.i j-.e" dtr N"iir L !- oder .lur Si';.!i:re:i.Te .1.'" [liii'i-r.er Termine*- vnn c\-:
Nidda iu[ Ciiiinheinier Landwehr? - ' S. S, 4).
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empfangene' Nachdem der Kaiser an Schultheis:, Schöffen und
Gemeine des Dorfes geschrieben, sie sollten dem Kate zu Frankfurt
gehorsam sein, bis das Kcicii das i'l'.md einlöse,'' i.uul .im 14. April
die Huldigung statt.
Erst im Jahre 14511, in welchem man aus Furcht vor den
Böhmen eiligst die Frankfurter »Walle« baute , taucht auch der
früheste Plan zur Oberräder Landwehr auf, in dem liatsbeschluss vom
26. Dezember »mit dem schalt [heissj cm Rode von der lantwer
czu reden«.' Im folgenden Jahre wurde zunächst die Instandhaltung
der | Sachsen häuscr] Landwehr angeordnet durch den Beschluss vom
18. Oktober ndie anstosser von der lantwer . . . »nezueteiehenen
und ine graben befehlen czu machen«,* darauf aber am 21. No-
vember [die K.ithfi L-iniilk- ! U.ksud, der Forstmeister .Sti.iltn;ieiger
und Hans Krisdtr heauftriigt, »ober Rode in die lantwer c/.uSei^eii
und czu graben ezubesehen«. 1 Zur Ausfuhrung schritt man nicht.
J436 wurden wieder einmal »die frundc« sammt den nbuwe
meistern« beauftragt, die lantwer czu Rode czn besehen.« Dass es
auch jeut nicht zur Ausführung kam, mag damit /is-.aiuir.eiil: äugen,
dass seit dem unglücklichen Ausgang des Hussitenktiegs mit der
Unsich.erhei: der Strassen »die Kühnheit vornehmer und geringer
Häuber wuchs« 7 und deshalb als dringendstes Bedürfnis die Stadt-
befestigung von Sachsen hausen erschien, vor der wieder die Land-
wehr zunächst zurücktreten musste.
Das Jahr 1440 /eigi ein toimalirei'.des Seh: wanken. Nachdem
am 8. März wieder einmal in Aussieht genommen war, »die
lantwer by Oberen liade [zu| machen,* folgte am 24. April der
Beschluss: »die lantwer czu Saflenhuscn [also wohl auch die Über-
räder] underwegeu ezulaßen und daß gelt an Saßenhuscn czu legen«, 5
aber schon am II, Mai wieder der andere : »die lantwer vor Sassen-
Imsen ntYen wo die ingefil'en sy«. " Frsr als zwischen dem j. und
21. Juni der »heubtiiunn I.ndewi:; und herren buwemeistem ange-
wiesen wurden, »die lantwer Kinder Rade« zu "be.velien«, " scheint
man sich wirklich zur Ausführung entschlossen 7.11 haben. Nach der
Chronik'" fand sie 1441 statt. Wahrscheinlich ward damals nur ein
Graben angelegt.
■ Bau. 1, iv} nach Cbren. I, 464. — • Mglb. E.47 Na 12. - ' Bgn.b. 14,0,
F. 10S. - * Ibid. I4J(, F. 49b- — 'Ibid. F. sj. - 'B B rab. 14JÄ. — ' Kirchner. -
'Bpob. I4J9, F. 77b. - 'Ibid. F. Söb. - "Ibid. um, F. J. - " Ibid. F. 14b, -
'-"Cbion. lila, 164.
En der Zeit von der Errichtung der C
zum Bau der Sachsen haus er Warte 1470, Wl
Stellen der linksmainSschen Landwehr Arbeit
Besonders ist das Jahr [444, in welche
falle der Armagnakcn die Festungswerke
vermehren beabsichtigte, ziemlich reich an I
1. Am 9. Juni sollen die Freunde nebst
[der uns schon bekannte Hauptmann] . . .
und Nidder Rode . . . besehen«.' — 2. An
by Nider Rode, als er das eigentlich verrechent hat, vor brot,
wyne und anderes".* — J. Am 3. Oktober wurde bezahlt »1 * 9 ,*
umb brot u. wyn den angehorigen luden, als sie gegraben u. ver-
hecket han by Niederrode«.' ^Graben« oder »graben und
lantwero bedeutet soviel wie Landwehr. Mit ograben u. lant-
wer C7.u Niederrode« kann auch hier nur die Zwerchlindwehr
gemeint sein. Iis fand also zuerst eine Besichtigung der OberrJder
und der Zwerchlandwehr statt, worauf die Arbeiten an beiden Orten,
sowie an der Unterfeldlaudwehr beim Sandhof ausgeführt wurden. —
4. Die »lantwer by Gudenluden und czu Ryder u im Meyne« lies*
man obeblencken und vermachen". ' — 5. Die »czingcln und
Im Jahre 1 \.\b war l i i c_- l_'u Sicherheit s:' tiross. lias. ein ( ~.ird i t;.i ■ ,
der als Gesandter des Basler Concils nach Frankfurt reiste, aus-
>;e|iliiiide[[ wurde. r.|.j>; wurde an der UiitcrfeldLuidwelir sowohl
bei der Ljupen Wiese ab auch bei der Königs;:.'.; Ii ^c.irbeitct. Dort
wurde der Graben geräumt, hier Flanken gesetzt und die Brücke
am Mittelweg gebaut, sowie wahrscheinlich an diesem und am Lein-
pfad je ein Schlag errichtet.' — 1431 schloss man den Fahrweg am
(, F. S7- -
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roten Kreuz, 1457 wurde ein« Herstellung der Landwehr am Sand-
huf nötig. — In: Mainzer Erzbistum sstruit Klicim die [..indwehr t \^:,
den Feind von weilcrem Vordringen iitsdialicii ':i h.ibcn. nSifridus
de Hohenwiseii üig.H ii Waitm.mi: | den ! r.in^ kirter Hauptmann | usipic
ad fossam wulgariter (sie) dictam die lantwer vor Sassen-
husen et cepit captivos etc.«'
XIV. Übersieh!.
Auf dem rechten Ufer blieben die Landwehrlinien die gleichen,
doch war jettt die »Landwehr um die Stadt« vom Gutlcuihof zur
Eckenheitner Strasse und ebenso die Ginnheimer Landwehr ver-
doppelt. Auf dem linken zog seit 1430 eine zusammenhingende
Undwehr vom Untermain zur Oppenheimer Brücke und von da
um den Neuen Berg bis zur Offenbacher Sirasse oder zum Bruch.
Sie war doppelt von der. Oppenheim er Brücke zum Hainerweg. ' Seit
Bei den Warten werden zunächst die hölzerne Galten- und Sachsen-
häuser Warte durch steinerne ersetzt. 1418 werden rech tsmaini seh
die 3 Warten erwähnt, 1431 die j Warten und die Sachsen ha user
Warte. Nachdem 1434 die Bocken heim er Warte hinzugekommen,
werden 1435 auf dem rechten Ufer die 2 Warten, Knoblauchs hof
und Ricdcrn zusammen genannt. Ebenso 14511. Die 5 bewachten
Schlage auf dem rechten Ufer bestanden zunächst weiter; sie heissen
1432 die j äusserten Schläge. Seit dem Bau der Bockenheimer
Warte gab es deren nur 4, die seit 1435 häufig z. B. 1440 als die
4 äusserten Schläge erwähnt werden. Nachdem aber 1462 der
Eschenheimer Schlag geschlossen war, gab es nur noch 3 äusserst
Schläge, erwähnt 1462. Auf dem linken Ufer war der Oppen heim er
Schlag ein bewachter Schlag. Bei der Sachsenhäuser Landwehr ist
kein bewachter Schlag bekannt. Besonders erfahren wir nichts vom
Breiten Weg. Dafür behielt der Schlaf; unten am Wendelsweg seine
Bedeutung bei. Der Schlag am Wendelsweg in der Oberräder Land-
wehr bestand nur von 1441-1450. Der mit der Zwerchl and wehr
entstandene Riedschlag gehörte zu den unbewachten Schlägen.
r. Geich. I, iS; = Lersn, [II, )fij. — 'S. S. uy.
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- 254 -
Viertes Kapitel.
Zeit des erweiterten und umgestalteten
Landwehrsystems.
1470, brar. 1476-1648.
Bor 11 Ii ein: eine Umgestaltung, Durch diese erhielt es seine ciid;;t.iki::c
Lorm. Link ^.11 i.ii ni •.cl) lvj;;ir:si 1! : r L-'i ni^f^t :i' in iiij schon mii dem Bau
der Oberräder Landwehr 1441, abgeschlossen aber wurde sie erst
durch den Hau der S.idiserlniiMT War 10 1.1711, reclusmami^b voll/u;;
sie sich erst durch den Landwehr- und Waricnbau von 1476, der
durch die Seckbacher Landwehr 1481 eine liryänzung erhielt. Von
da ab wurde nichis Neues mehr geschaffen, abgesehen von dem fast
ganz misslungencn Versuche, die Niederräder Landwehr zu vollen-
den. Dagegen war man etwa bis zum Ende des dreissigjährigen
Kricps, wenn auch mit abnehmendem Eifer, bemüht, die früher ge-
schaffenen Landwehren in vertcidiguiigsfähigem Zustande zu erhallen.
In der Zeit von 1440— 1500 z. B, kommen nach Kriegk im Rechen-
buch fast wöchentlich Ausgaben vor für Tagelöhnc von Arbeiten
in der Landwehr.
In den kriegerischen Verwicklungen des XVI. j.ihrluiudiTtr.
bewährte sich die Landwehr, da wo die Zahl der Verteidiger der
der Angreifer ungefilhr entsprach, immer noch als wirksamer Schutz,
sobald ihr aber grössere Truppcnniassen resaii'ff'er traten, versagte
sie vollständig.
I. Bau der Sachse nhQuscr Warte. Umgestaltung des links-
malnl sehen LandwehrBystems.
147a
In den nahezu hundert Jahren seit dem Ankauf des Waldes,
hatte sich der Neue Berg fast ganz mit Anbau bedeckt. Ihn zu über-
schauen und mit Signalen zu versehen, war von der ganz im Osten
gelegenen Steinwarte aus nicht möglich. Dieser Mangel und die
hantigen IScLisiipir.iien durch die Leute der Wildbannherren wird
die Sachsenluuscr veranlasst haben, im Dezember 14(18 den Rat um
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eine neue Warte tu bitten,
sicherte er sich aus Furcht
Kaiser Friedrichs. In einem Privileg vom m März erklärte dieser
mit Rücksicht auf die »Kobercy und beschedigungett sowie die
exponierte Lage Frankfurts: ■darum so hassen und empfehlen wir
euch .... das ir in und ausserhalb der statt Frankfurt und Sassen-
hausen, audi sunst umb und by euch, wo und wie weit euch da
füglich und notdurft sein heduiicket, untwern warten sieg thurn
gteben eynfeng und ander hevestigung machet pauet aufrichtet eyn-
fabet vollfuret, auch Strassen und wege, die euch darezu bequem-
lichen beduneken, ordnen und weiset, damit unser und des heiligen
iciclis s:rass die benannt statt ir und ander desicrhas versichert sein
mugen, und ob euch yemands an solichem i
understund, euch daran nit irren lasset«.
Jetzt beschloss man, am 12. Juni, den Bau der Warte und zwar in
der Landwehr am Breiten Wege, von wo sie, nur wenig nördlich unter-
halb der höchsten Stelle dieses Weges errichtet, ihr Schutzgebiet
und das Vorgelände vorzüglich beherrschte. Der Bau begann vor
dem 14, Juli 1470 und endete vor dem 3. November 1471.
Gleichzeitig müssen Landwehrarbeiten vorgenommen worden
sein. Man denkt am einfachsten an die Verdoppelung der Landwehr vom
Skinerwcs: bis z-.mi I lulien Sie;; i'ei Ol cvt ihL [lirin entspricht, ilass diu
Landwehr bei der Warte 1.172 »die ntiwe Land^ewer« : genannt wird.
Ungenau aber berichtet die Chronik: 1 111470 wird die Landgewehr,
bei'orab die Neue Wart, . , mit grolseiu Widerstand sehr vieler
umliegender Grafen und Herren . . umb Oberrad und Sachse:ili,v.:;ei:
bis :ri den Riedhof fjefOhteiB und Lersner:* 01470 ts: die l.andgewehr
uc Obenad gebauet wordeon.
Heide Na:l r . h:ei ."w .Lcn der Schein, ;ls sc; die ganze
Strecke von Obenad bis zum Langen Bruch 1470 zum erstenmal
mgelegt worden, während sie doch, wie wir wissen, längst bestand.
Suber aber ist, dass durch den Bau der Sachsenhluser Warte
Jis hnhsma.nisclic I.andwthrsystcin eine gtundn.l t Umwandl oc;
erfuhr. Schon seit durch die Anlage der Oberräder Landwehr die
' Saud dirciü. in> Breill. Weg one prorisoriKhe Holrwim? Aon. Rc|>
Fr. it hcjst es »A. 1470 spct-ia s^iispchaunj ewoitui \if.:ei, mm ligne»-
Dal Abbrechen der Schalen van der alten Warle 1471. das wir S. 177 auf die
sUc v.tin-.aric bc.roeai, fasii iitllucln besser hierher. — ' Rb. 1472. F. 71 b. —
'lila, 47- 6j*
ganze Ostscite der Sachsenh.luser I.an Jv.elir eiu'-ebrlich jv.orj -
war, bildete der L.iTulivchrvug vom Leina: graben bei Oberrad 1 bis
Liiir i, ") p[- lliI: iriii : t r BriiL^i.- und von ilurt bis zur Mftinhmj; dir Künigs-
haeii, da die XieJen-aJer Landwehr nicli: 1'a-tL' war, eine einheitliche
äusserstc Schutzlinie. Diese erhielt jetzt durch den Bau der Wane
ihren Haupteingang in der Mitte, nach welchem sich in Anwendung
des kaiserlichen Privilegs ausser der Oilcnbacher alle Strassen, ncii-
weilig sogar die nach Oppenheim 1 zusammenzogen. Neben diesem
Haupteingans bestand im Osten nur der Schlag am Oberrj'Jer Viehweg.
Ihm entsprach im Westen der der Mörfeldcr Strasse. Obgleich
dieser für den Verkehr nach Oppenheim und Mainz ausgereicht
hätte, so konnte er doch den Gebrauch des benachbarten Schlags
der Oppenheimer Strasse auf die Dauer nicht unterdrücken. Auf
der langen Strecke aber vom Viehweg bis zur Mörfelder Strasse
führte, wenn man vom mittleren Schafhofweg absieht, ausser dem
Breiten Weg kein Fahrweg durch die Landwehr.'
Kaum hatte die Arbeit an der Warte begonnen, als die Graien
Ludwig von Isen bürg -Büdingen, Philipp der Ältere von Hanau und
Kuno von Solms als Wildbannherren und bald auch Graf Gerhard
von Sayn Einstellung verlangten und die Stadl für den Weigerungsfall
mit Fehde bedrohten.' Der Rat aber beschloss, mit dem Bau fort-
zufahren und »die lüde mid dienern und wherem zu versehen. Es
wurden 200 Gewappnete aus den Handwerken ausgehoben, und zu
Hauptleuten bestimmt »der heubtmann Gerlach von Lonsdorff, evn
burgermeister Arnold Holczhufz und Walther der junge, Peter Becker.«'
Nach einem erfolglosen Briefwechsel des Rates mit den Grafen
liclier: Befehl -um Ki.ire.ssen der Wart
Grafen von Isenburg Hin trag ihue.
von Brandenburg erhielt den Auftrag, 1
Genauere bei WcJff-Jmig, - I Bgrab,
de, Sad. für die nMwmdigo. Schrift,
Kaiiiscnluine:! iialhei« .in Mc Inisurl. K.m<!ei, w
l.mgcu nutcilifjK rcrsöiilLilikcii™ giebt d.1
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Friedberger Warte, llmgcs
n keuff and auch das sloß
f späteren Homburg oder
nis, das Dorf und Gerichl zu Borabeim mit Zubehör, »so von uns und
bringen.«* Nachdem dann am 20. April die »(runde» bestimmt
worden waren, "die in sc czunge zu Bumhcim zu iiemenn,' wurde
am 12. Oktober Bornheini« mit ;o Reisigen und 200 zu Fuss auf
kayserliches Mandat mit Gewalt zur I kiUiLHuii.' L^.wuiiycn in Gegen-
wirt der Verkäufer . . . Darauf haben samt dem Gencin 49 Personen
geschworene' Die Einzelheiten der Zahlungen enthalt das Rechen-
bach von 147;.
x. Erlangung eines neuen Land well r p ri vilegs.
Gleich am 21. November desselben Jahres zog der Rat in
Erwägung, »die lantwere umb Bornheim czu füren machen lassen«.'
1 S. j u. 4. — 1 Rgmb. 14», F. (j. — 1 Ibid. t". job. — • Ibid. 14)8, F. 68.
— J Qu. F. G. I, 187. — ' Ibid. — ' Chron. Uli, 49, — I Hgrob. 1475, F. 4J b.
Da man hier
man 1476 am
erwerben, do
28. Mä
Man wünsch
um nicht du
e offenb
eh die I
das es Bornheim czu gude gesehen.'
indwehrprivUeg allgemeinen Inhalts,
ung Bornheims die Aufmerksamkeit
auf die Gegnerschaft Philipps von Hanau' zu lenken. Es begaben
sich nun als Sendboten des Rats Dr. Geltliub und Schreiber Lndwig
Waldecke zum Kaiset mit dem Auftrag, »einen gebotbrieff die
lantwerc zumachen von derkeiserlicl.cn Majestät ußzubrengen«.'
Inzwischen verhandelten »doctor Jörge Heel gSt Flieder«, der
damals einen der Höfe zu Riedern besass,* und Wenzel von Gleen
mit Philipp von Hanau auf zwei gütlichen Tagen zu Bonames und
zu Frankfurt, bei denen man aber »ganü one eide gescheiden ist.»
Der Rat fürchtete deshalb, er möchte von Philipp »angefochten wer-
den«, und legte seinen Sendboten die eifrigste Betreibung ihres Auf-
trags dringend an Herz, »damit wir diesen sommer v.a der lantwere
mögen griffen«. 1 Darauf richteten diese an den Kaiser eine Bitt-
schrift. 1 Nachdem zunächst »der wilden sweren läuff« gedacht ist,
»die leyder allenthalben und in sunderheit sein [= sind] an den
linden, da ... . Franckfuit gelegen ist«, sodann der Landwehrprivi-
legien früherer Kaiser, deren Inhalt citiert wird, und endlich des vor
kurzem erfolgten Baues der |Sachsci
dringende Notwendigkeit hingewiesen
»zu bevestigung der stat semliche b:
oder verhindert werde«, so wird der Kaiser gebeten, dei
einem Brief zu versehen, der zugleich bestimme »ob .
lieber Eingriff] geübt und der rat mitsampi anderen dl
stand tün, deshalber sich ichtes [= etwas] begehen *
der Rade damit nit gefrevelt oder mißhandelt hettl
von yemants verbietung geschehe, das der Rade dar u
■were stille zu sein oder auffzuhoren, sunder , . .
arbcythen graben lassen und soliches vollenbrcngen
er es mit Recht furgenommen, für e. Keis. gnaden .
[= gerechtfertigt] wurde«. Am 16. Mai erschien d;
■Rgnib. 147s, F.fiSI.. — > !).■, B^-: .i:uki-: il,T T.iiik- I :.i:i.i-.i-Mi,ii?.cn:iLT S
1 Schreiben des Hjis 3n die gen. Sendboten, Mglli. F.. ij, III. — ' S. S. 7:
— : Alles dies aus dem erwähn™ Raissclireibetu — < Mglb. E. ij, III,
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— *39 ~
lidics Privilegium, das die früheren Privilegien in vollem Umfang
bestätigte und dem Wunsche des Rates gemäss jeden Versuch zur
Hinderung bedrohte. '
3. Hau der Bornheimer Dorfbcfcsiigung.
Sofort machte man sich an die Ausführung, indem man sieh
zunächst der Bornheimer Dorf bc fest igung zuwendete. Am 28. Mai
beschäftigte sich der Rat mit der Frage, »wie die siege czumachen
und in Bornheim czu setzen sin und auch ein grabe umb das dorff
zu machen syer;' dies soll »besehen« werden. Der Zusatz »hat man
machen lassenr. bezieht sich offenbar auf das Besehen an Ort und Stelle.
4. Bau der Bornheimer- und Zwerchgrabcnlandwehr.
Dann kam die Landwehr an die Reihe. Am 2J. Juni wurden
fünf Ratsfrunde dazu bestimmt, »die Bornheimer landwer abeezu-
messeiw. 1 Der Bau der Landwehr, d. h. das Aufwerfen des Grabens
erfolgte unter starker Beschleunigung und Aufbietung aller Kräfte
am Dienstag den 23, und Mittwoch den 24. Juli. Hierzu berichtet
Berhard Rorbach: »Anno 76 in crastina Marie Magd, que fuit tertia
feria et quarta feria sequentes scilieet vigilias Jacobi waren myne
herren des Rades frunde mit der gemeinde uli, arm und riche zu
pherde und zu fues, und mit allen iren dorfen, die in dienste arbeiden
musten, zumachen die nuwe usserste landgewere usscr-
lialli Bornheim und spisseten mine herren die II tage so ge-
wapnet, und arbeiden die die [entstellt statt »an der« ?| landiii. -.verde
for das ersf« auß werfen, auf fünfzehn hundert niannn.* Gleich-
zeitig war der Knoblauclishof und die Ossenauwe [= Bornburg]
amit geschuzüc bot eil 0 um! es Inn etat jujI!' i:; liebem Inill" : knechte.«'
l!ii-.' Arbeit aber bezieht sich auf die Anlage der Landwehr vom
\yrJtrJe der Xvcidilandwchr bis zum Nordende von Bornheim.
Fast drei Moihu 1 'ptur, Mittwoch den 16. und Donnerstag
den 17. Oktober -wurde der Z werchgraben angelegt. Denn gleich
nach der oben erwähnten Notiz fährt Rahrbach fort : »Anno 76 ut
supra ipso die saneti Galli et die sequenti secundaric ineepta fossa
J jccnduiis vom Bruche heruf. in diesem graben fand man silbern
phenge der ich noch han.it'
' Mglb. E. Ii, III. — ■ Brjmb. 1*76, F. 8b. — ' Ibid. F. ij. — 4 Bernh.
Rahrbachs Notunina iti Qu. F. G. ], 187. Auch bei Uran. 1, j, 11; 1, 10. -
1 Bpnb. , ,;6, F.ilb. -'Fehlcrhrti: Wii\k-: S -*L- .restrNadirkht i-a Lersn. !, 1,12,
u. Chron. V, 1476. Bei Kgk. M. ;<), J;H nach Fkh. ohne Qjielfaiaiijij'lic bieissi
«: •fing man an iu mauern am Graben vani Bruch huriLf«. lljr, Mauern kann
sieh nur auf die Brücke im unisrn Riederbtrgwef; beliehen.
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Von den Dorfleuten, die zur Arbeit an der Landwehr ver-
pflichte! waren, kamen die Seckbacher [alle oder einzelne?] ihrer
Pflicht nicht nach. Man beschloß daher am 22. Oktober »die von
Seckbach, als die nit gegraben han in der nuwen lantwere und
ungehorsam worden, sie für den Rat [zu] bescheiden«.'
5. Beschwichtigung des Isenburgers.
Auch für die Sachsenhäuser Landwehr war das Jahr 1.176 be-
deutungsvoll. Als Diether von Isenburg »zum andern male« zum
Erzbischof von Mainz gewählt worden war, schenkte der Rat am
16. November dessen Bruder, dem Grafen Ludwig von Isenburg,
den wir bereits als Gegner der Warte kennen, tOO fl. mit der Bitte,
seilen Unu :11er gtgtr. J:t Sjökim .uicr Warje j?ii.ne!;«i. Ludwig
ant«o:;ete, sein Bruder habe auch mit ihm von der Sache geredet,
und wenn der Rat (tue was ihm |l.udwig| heb sc:, so wolle er
desgleichen thun '
6. Küsten des Landwehr baues.
Die Aufgaben für die Land wehrar bei ten von ij.76 sind im
Rechenbuch vou 1477 verzeichnet, Hort beim es
r. am 7. Juni »21 ß der K leserlichen] Majestät] und in die
canczeÜey für djs |>r;vileg und mandat geben lantwere
2. Am 2. August:
*. »688 « 18 ä ! h hau wir uügeben von der nuwen lant-
pewerd gein dem clobelaucbs hoffe über an bynußen ufWndig des
rforffs Borahleim] gein dem bomhf«,mer| geriebte l— Kotbsberg]
zu biß an den awerchgraben des Riederbruebs |= »Landwehr am
grosser. Kitderbruch obens) 2U graben und zu machen,
b. und für coste nemeliehen tu % (4 .1 d \\, für win, hror,
HiMCh, boitcr, >to;kn;ot :ii andere pruvis;«n, ah der :a; 3 tagt
mittag und gein nacht nud gesp:set hat, nemelichen des ersten tags
t4jB menn«hen mit dci Ran frunden, off d;e 60 pherde, tj lauff-
kr.cJuc -:id d;e -ttu;;cn .;iu.ci.di;; und jßwindig den hardwcrkvrn
in der Aldenstat, N'uwenstat und Sass[enhusenJ und auch uß des
Rat«, dorffen mit bu;hsen^thu:zen und andern tags und nachts ufT
dem Clobelau:hs hoffe und Ossenauwe [= Bnrr.burg] und auch
nachts in hude ort detselbeti lantwcre. Und den andern [Tag] oti
1 Bgmb. 1476, F. J9- — ■ Rb. 1476, F. 4ib.
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dit 2170 mennschen zu fuß und zu pherde inwendig und ußwendig
Frankfurt mit tags und nacht5 hude als vor geschrieben] steet, als
die dem Rade golichc zwene tage gedienet hau.
c. Und Jan IE <j ß j h /11 lajielrme : 211 graben, wyden olT
bitwure 211 ittzen, auch tags und nachts 0" den vor::-! enar.r.tt-i; I
2 Husen und der lantwere zu huden sclir[ibcrn f] , kuchengestnde,
hcinnlern, die wisser zu drinken zugefurt han, und anderes inhalt
ein« verzeichenis also # gezeichen[t] ;
d. und dann 174 iE 18 ß 2 h von der vorg[c nannten] lantwer
Jieffe r zumachen, gamze ußzubereiden und ferrig zu machen.
Darzu so sin schuppen, biekel, bauwerj und mancherlei' anders
uß dem bruckehoffc kamen.
Darzu die furrhe allenthalben umb die stat, obe sich etwas
Bewerbet von dem von hanauwe oder erhübe, die zyt bestall und
besehen worden».'
Das unter c erwähnte Verzeichnis ist erhalten. Es ist ein läng-
»Herrn Hcntz Wevssin !><>(n,y hnrnlieim.. wachten, bis zu »der maydr,
Ja spület und andere arbeit ine der kuchenn verrichtete; es ist
die Rede von einer ßottclly und von Ausgaben für lirot, Spillinge,
Birnen, Fleisch, Stockfische, Heringe, Butter, Wein und Ratswein.
Das Rechenbuch berichtet ferner
3. am 25. August: »5 rl han wir geben von bcfclhe des Rates
Job. von Kebel [einem Ratsfreunde] umb sine Bissige muwe und
arbeit, so er geton und gehabt hat mit zytliehem bywesen [= Dabei-
sein], zusehen, anwisen und heißen die arbcidlude [= den Arbeits-
leuten Befehle erteilen] in der nuwen lantwer und in ander des
Da die Bornheimcr Landwehr in einer völlig angebauten Gegend
angelegt wurde, so wurden viele Äcker von ihr durchschnitten, wie
dies noch deutlich das Bornheimcr Lagerbuch von 172; zeigt.
Dadurch wurden Enteignungen und Entschädigungen der Besitzer
notwendig. So zahlte man am 1 1. Dezember 1479 »10 fl dem huß-
comenthur und brudern gcmeynlich des Düt schmiß czn Frankfurt
' F, 44. — ' Mglb. E. 18, Ha 14 in Kauen "Landwehr und Wimm
Hb. 1476, F. 44b. - 4 F. 46b.
von solichs vergrabens irer eckern, als der Rat in tnachunge der
lantwer gein Borrjheim czu abegraben laßen hat«,' worüber der
Orden am 7. März 1480 quittiert. 3
7. Bau der Friedbergcr Warte.
Erst am 2. Dezember 1477, als die Landwehr fertig war, über-
legte man, wo man die Warte hinsetzen wollte. Der Beschluss zu
ihrem Bau wurde am 14. Januar gefasst, der Bau selbst von Anfang
Mcii an ausgeführt. 1
Die Ausfuhrung des Dorfgrabens aber kam nicht in Gang.
8. Umgestaltung des rechtsmainisch en Landwehr-
systems.
Die Land wehr bauten von 1476 bewirkten im nordöstlichen Teile
der rechtsmainischen Landwehr vom Nordendc der Z wer chland wehr
bis zur "Landwehr Grosses Riederbruch rechts« eine grosse Ver-
:iiuier!::i!:. Die innerste SehlHzlinie bildeten nunmehr die ßornheimer
der bekannten Lücke südlich vom Dorfe die Buchwald Und wehr von
5tein 4; bis 69 und endlich von da an der Zwerchgraben. Durch die
Bornheimer Landwehr wurde die ganze Zwerch-, Zelssel- und Dicknit-
landwehr, sowie die westliche Buchwaldlandwclir bis etwa Stein 43,
durch den Zwerchgraben die vorausgesetzte Hecke am Südrand des
Rüderbergs und der westliche Teil der Riederfeldl and wehr in die zweite
Linie gerückt Der Zwerchgraben kürzte auch den Verlauf der Land-
wehr ganz beträchtlich ab. Die neue Warte aber zog den Fahrverkehr
nach Vilbel, Preungesheim und Eckenheim und z. T. auch den nach
hsdierslieim an sich. Sie bildete fortan den Hauntdurchgang im Nord-
Osten, wie die Bockenheimer Warte im Nordwesten. Seitdem man
aber nach Kckenheii» übe: die l : rie,]li-i!:e:', nach lisehcrsheiin über
diese oder die Bockenheimer Warte fuhr und den Kekenheimer Weg,
der die ahe Fricdberger Strasse gewesen war, zum Fussweg machte,
schlössen hielt, wurde die Warte auf dem Knoblauchshof nich/mehr
benutzt. Dies war schon einige Zeit vorher nicht mehr der Fall
gewesen. Demi während der Hof imcli \.\y> unter Jen Warten vor-
kon.n.i, werden 147: nach dem Bau der Saclisenhäuser und vor dem
der Friedberger Warte nur die 4 Warten erwähnt, unter denen
'Rb. I.|7t), F. ,)}. — 1 Uglb. B. 56 NN. Die Dciiuclilieimi l'«;issen 17S-,
Im Winfcld iS Morgen. S. Vergleich mit Kioiu. - >S. S. 111.
- Hi -
man nur die Galgen-, Bockenheimer-, Rieder- und Sachsenhauscr
Warte verstehen kann. Die rcchtsmainisehe Landwehr haue nun
endgültig die 4 grossen Durchgänge hei der Galgen-, Bockenheimer
und Frictlbergcr Warte und zu Riedcm. Daneben hesianden als be-
dachte Schlage fürs erste der Schlag an der Eclienheimer Strasse
oben, der am Nordende von Bornheim und der äusserste Schlag zu
Riedern. Diese 3 sind gemeint, wenn 1480 von den 3 äussersten
Schlägen die Rede ist.
9. Anfeindung der beiden neuen Warten.
Es konnte nicht ausbleiben, dass die binnen wenigen Jahren er-
folgte. Errichtung von zwei so trotzigen Bollwerken wie es die Sachsen-
hauscr und Fricdiviger Warte waren, den Groll der land weh rfeind liehen
Nachbarn aufs Neue anfachte. Im Frühling 1479 erscholl das Gerücht,
dass »die czwo nuwen warnen . . , von ettlichen lau therm) gebrochen"
werden sollten. Die beiden Warten wurden deshalb mit Knechten
besetzt und diese mit Wein und Käse versehen ; auch hatte Bcchtold,
der Maler, für beide je ein neues Reichsbanner anzufertigen.'
Wegen der S.ichsenhäuser Warte und Landwehr insbesondere
haben sich die Streitigkeiten mit Isenburg bis zur Auflösung Je
Reiches stets erneuert. So 1488 und 1494. In letzterem Jahre be-
schwerte sich Ludwig von Isenburg bei Kaiser Maximilian, dass
:-:r::kl'i:tt i:i seinem \ViL:h.;:ii: und I lerrüeLkeii wider seinen Willen
eine Warte gebaut habe, und der Kaiser etlicss am 28. Juli an die
Frankfurter ihn, ungiaublidie Gebot »dass ir solch [>aw wider umb
abe tue».' Aber die Stadt vermochte auf Grund des Privilegs tum
20. März 1470 ihr Recht zu erweisen und die Absicht des Isenburgers
wurde auch diesmal vereitelt.
III. Bau der Seckbacher Landwehr. Vollendung dea rechts-
!.|8..
Dass man die Scckbachei Landwehr nicht gleich 7.176 anlegte,
hatte vielleicht seinen Grund in den noch nicht zwischen Frankfurt
und Hanau abgeklärten Besitzvcrhältnisäcn dieser Genend. Wurde
doch das Königsbruch, welches vom Wege Bomheim-Seckbacli bis
'um grossen Riedcrhruche reichte, noch von Frankfurt und Hanau
gemeinsam als Weide benutzt.
1 Bb. 1.179, F. 25b, j.ib, 46. — ■ Urkunde ohne Beiciclinung.
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- 244 —
Der Bau dieser Landwehr aber beruht auf einer Rachtung
zwischen Frankfurt und Hanau vom 4. April 1481,' in welcher auch
die Aufteilung der Grafschaft Bornheimer Berg endgültig geregelt
wurde. Dort wird folgendes bestimmt:
1. Vom Königsbruch fällt der Teil nördlich vom Eselsfurt an
Graben an auf der rechten Seite des Bruchs vom Eck der Bornheimer
Landwehr tum Fselsfurt und längs diesem in den Königsgraben.
3. Auf dem unteren Teil des Königsgrabens darf der Hat nach
Gutdünken Schlillken und Schläge anlegen, d. h. ihn als Land-
wehr einrichten. Auch hat er ihn »in wesen« zu halten, was für
den oberen Teil desselben Hanau thun muss.
4. Den bereits bestehenden Schlag »unden an Seckbach«
[= Sulzenschlag] dürfen die von Frankfurt zu ihren »nodal unge-
verlichen gebruchen«.
Schliesslich folgt noch eine allgemeine Bestimmung über alle
von Frankfurt bis dahin ;;ein.i:li:en J.an J\vi-lir.UiLii.'u:]. »Auch sollen
die gemachten graben, lantwere, warten, siege und infenng
gruntlichen, gentzlichen und fruntlichen vertragen, verricht
und i'eeiuiyt si:i, Minder alle «everJe, Joch der K. Maj. und dem
Heil. Hiebe sin obtrkek msJ Kechi Iii t behalten.«
Ob die durch diesen Vertrag verstatteten Gräben sofort oder
erst später ausgeführt wurden, ist nicht bekannt. Für letzteres scheint
der Umstand zu sprechen, dass es am 20. November 1 :Sü heisst, =»Jic
(runde b> das König&bniehe und den Esellsfurt machen p] die
greben und wiesen zu machen besehen«' und am 30. Oktober
1489 "den graten an Eselsfort anheben und nach Jude (— >laut|
de: Kachtungen machen laißen. 1
Die Seckbacrur Landwehr fia'> Je*' reil;t'mauii$:hcn System
die 'etile Vollendung. Die j aussersteu Schlage, die z B. 1490
r>;"-.i:::i-n:o, i;nd m-nmelii der Schlag der Fe ke:i h eiiner S::ass.c
oben, de: Sulzcnschlag und der äusserte Schlag zu Rie-
dern. Als dann 1499 der ei\\\;li;)te Sehl:;: ,1er 1: ekeiikeuier Strafe
einging, gab es nur noch 2 äussersre Schläge, die z. ß. ijoa
genannt werden.
■ Mglb. E. n n 47. — 'BRmb. 148«, P. 71b. — 'Ibid. 1489, F. job.
Arbeiten im Graben der Ejdsfurt midi ibid. 1491, F. i>.
Dn t::o-j by C
IV. Arbeiten an der Bornheimer Durfbsfestigung.
14B1-148S.
Audi die Frage der Bornheimer Dorfbefestigung kam 1481
wieder in Fluss. Am 18, Dezember wurde die Angelegenheit oBorn-
beim czu umbgraben« Arnold von Holzliauscn und zwei anderen
zugewiesen. 1
Am 30. November 1482 zahlte man sogar denen von Bornheim
24 ff 7 ß 3 h »von 300 rüden iin«evcilicl] eingraben czu eym anfang
und ine czu liebe, als der Rat in meinunge was, das die menner evn
lantwer umb das dorff [= Dorfgraben !] graben suldeno.'
Ds:u.ils jicschwerte sich Herr Stumpf! von Tettingen «weil loLii-ir
Graben Ihme durch seinen 13aiim-Gancn gehen würden.'
Ein Anfang scheint aber 1481 oder bald darauf wirklieh ge-
macht worden zu sein, denn am 24. August 1484 beabsichtigte man
zu iratslagena, ob man Bornhcim forter vergraben wulle». '
Ob der Graben jemals fertig wurde, ist unbekannt. Doch scheint
Bornhcim bald wenigstens einen Zaun erhalten zu haben. Am
20. Januar 148; heisst es, »mit den von Bornheim reden, einen
czunc umb das dorff czumachena.'
V. Die Landwehr in den Kriegen des 16. Jahrhunderte.
Galgenthor den Frankfurtern sieben Frachtwagen wegnahm, die
er nach der Ebernburg brachte, so beweist dies nichts gegen die
L'.iujicjil-.cit der Landwehr, Ja der Stad:li;uin:niann Jakob von Cron-
btrg gegen seinen Wuhlthätcr nichts ernstliches thun wollte.
Dagegen hat die Landwehr [546, als Frankfurt auf Seiten des
Schmalkaldischen Bundes gegen den Kaiser stand, auch einem nicht
wich iiichen Geyner gegenüber ihren Zweck vollständig erfüllt, weil
.Cun^ende Sireitkraiie zu ihrer Besetzung vorhanden waren. Graf
Maximilian von Büren wollte dem Kaiser, der vor Ingolstadt ein
festes Lager bezogen hatte, 4000 Heiter und lüOuo Fussknechte aus
Bgnib. 1481, F. 4(. — ' Rb. 1431, F. 42. — 1 Lersn. I, I, 2!. — 1 Bgmb.
Mandern und Geldern zuführen. In der Absicht, sich l-'rankfurts zu
bemächtigen, halte er unterhalb Mainz unbemerkt den Rhein über-
schritten. Darauf zo £en sich die nm rechten ■ Rheinufer lagernden
37 sclimalkaldisclit-n l-lilmlciu. inner denen sich auch ein frankfurti-
sches befind, eilig zurück, um die frankfurter Landwehr zu besetzen.
Samstag den 2S. August standen in der Landwehr »37 fcndlin wol-
geruster Knechte und ca iooo Pferde« zur Verteidigung bereit,'
wahrend die Wälle und Stadtmauern von den Bürgern besetzt waren.
ganze Stunde war das Gemperlein »geklenkt« worden.' Sonntag
den 29. August »des morgens zwischen 8 und 9 uhren haben sich
die Probenter widerumb gegen des relchs kneclit [= die Frankfurter]
in schaimutzels weis zur lantgcwchr gethan, das man abenn.'.ls
das Gemperlein klenget; sie aber haben alsbald abgelassen«.' Endlich
»Montags um 6 uhrn ist wider lermen worden, dass die feind sich
an zwaien orten, nemblich an der Bockenheimer und Fried-
berger warten genehet und mit ernst versucht den unsern die
Landwehr abzutringen, aber sie [die Angegriffenen] haben sich
gegen inen [ihnen] dermassen gesetzt und gewerr, dass sie iren
5. Die Belagerung von IJS2-
Die Abwehr des Grafen von Büren nennt Battonn mit Recht
den letzten Dienst, den die Landwehr der Stadt geleistet. Denn bei
der Belagerung von 1552 zeigte sie .•.ich gänzlich unfähig, die grossen
Heerestnassen auch nur im geringsten aufzuhalten. Am 2S. Juni
war der kaiserliche Überst von Haustein in die damals zum Kaiser
haltende Stadt eingerückt, während die Gegner, Kurfürst Moritz
von Sachsen und seine Verbündeten, aus dem oberen Stift plündernd
am linken Mainufer herabzogen.
Schon am 1 3. Juli erschien ein reisiger Zug vor der Sadisenhäuser
Warte. Sofort wurden vom Turm drei Schüsse mit dem Doppclhnkcn
abgegeben, worauf das Glocklein (Gemperlein?) ertönte. Die Frohner
am [Sachsenhäuser ?] Walle härten es, schlugen Lärm und liefen zur
' J. Mcndcnbacli in Qu. F. ü. D, yyj. -
- I ). Mendenbjdi in Q, F. C. II, (07. -
F. G. II, JOI.
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- 247 -
Pforte f= Affenpforte?]. Die Feinde aber zogen mit dem erbeuteten
Jas die l-'mliiurhcitur- | andere Arbeiter als diu vorhin gei!annlc]i?|
im Walde gemacht hatten, und dem Wartenhuter als Gefangenen ab.'
Der schlimmste Tag aber war für die Landwehr der 17. Juli.
Die Verbündeten hatten den Main uberschritten, In der Frühe des
17. nahmen sie Bergen. Darauf haben sie »gleich anfangs, weil die
wachten [Wachen] nicht zum besten versehen gewesen und die
liauptleut nicht vermeinet, dass der feind so nahe, etliche reisigen
in der Friedberger Wart durch die lantgewehr [am Vilbeler
Steg?] herein streifen lassen, und dann 5000 Stück Viel, geraubt von
der Bornheimer Heide«.' Jetzt schlugen der Kurfürst von Sachsen
und der Landgraf von Hessen zwischen Stadt und Gntlcuthof ihr
Lager auf, das sich über die Galgen- und Bockenheim er Warte zur
Friedberger Warte zog, und richteten bei der Bockenheimer Warte
an den Landwehrgräben Pferdestalle ein. Markgraf Albrecht von
Btandcnburg-Kulmbach aber ging bei Oberrad auf einer Schiffbrücke
wieder auf das linke Mainufer und besetzte, ebenfalls nicht durch
die Landwehr aufgehalten, den Mühlberg, wo seine Laufgrüben bei
der alten Steinharte und der Dcutschhcrrcnmühlc herabzogen.' Um
S Uhr Nachmittags wurde die Galgen warte von den Feinden »ange-
iDndtfl * und am selben Abend »brannten die Belagerer die Sachsen-
liluser Warte ab..' Die Bockenheimer und Friedberger Warte aber
blieben verschont.»
Es folgte nun die z-itagige Belagerung mit der wiederholten,
besonders für Sachsenhausen so verhängnisvollen Beschiessung.
Als endlich am Abend des 2. August die Nachlicht von dem
am 3t. Juli abgeschlossenen I'assauer Frieden eingetroffen war, zogen
die Sachsen und Hessen sofort ab, der Brandenburger aber erst am
•j. August, nachdem er das linke Maiinifi-r gründlich verwüstet hatte.
Obgleich nun die Landwehr in diesem Kriege der Stadt nicht
nur nichts genützt, sondern sogar durch die Stützpunkte, die sie dem
Feinde bot, erheblich geschadet hatte, so wurde doch gleich nach
dem Abzug der Bedränger eine gründliche Herstellung derselben
' M. LebaqJcr in a F. G. H, 405. - ■ Hcuhin, ibid. II, 419. - ' Be-
ligenmgipbin. - < N'euhaus j. O. — 1 Lorsn. I, jgj, — 1 Filsch Lersn. II, r, j6j
K) lynd auch in der Belagerung alle die Warthen oder W«hl-lJlQrn ausge-
brannt«. - 1 M. Arnbach in Qu. F. G. II, ;o6.
Aus Gründen, die uns nicht bekannt sind, sah sieh im Frühjahr
1580 der Rat veranlasst, endlich an die Vollendung der Niederräder
Landwehr, dieses Schmerzenskindes unter den Landwehren, heranzu-
treten. Er bcschloss zu diesem Zwecke i. die Errichtung eines Schlags
am Niederräder Stadtweg, 2. die Furtsetzung der zwciiir.ibigt'ii
Zwerch lind wehr bis zum Niederräder Feldmarkgraben. Auch wollte
man an der Mörfeldcr Strasse einen Schlag errichten, der als Geleits-
grenzc für die untere Geleitsstrasse dienen sollte. Ein vorläufiges
Abkommen mit dem Landgrafen von Hessen- Darmstadt' bestimmte
für den Fall der Errichtung der geplanten Landwehr, dass ndero
turi tiiclic gnaden das gcleidt bey dem schlag, so wir in dieselbige
Ncwe Landtwer beym Riethof ' zusetzen fürhabens sind, wenden
lassen wollen«.
Noch vor dem 6. Juni errichteten die Forstmeister auf Befehl
des Rats den Schlag bei Niederrad, den Lauf der Landwehr aber
bezeichnete man — wohl nur zwischen Mörfelder Strasse und Feld-
tnarkgraben — durch eine Furche. Kaum war dies geschehen, als
der Mainzer Schultheis? zu Schwanheim den zu Niederrad ' anwies,
dem Rare zu sagen, er solle Landwehr und Schlag wieder abschaffen.
In gleichem Sinne schtieb am 6. Juni der Mainzer Hofmeister und
Amtmann zu Höchst, Hart mann von Cronberg der Ältere, auf Befehl
seines Kurfürsten an den Zollschreiber RudollT Emmerich zu Höchst,
der Kurfürst habe den neuen Schlag bei Niederrad selbst gesehen
und vernommen, »dafz von dannen« ein forche bifz ans Dannen-
höltzlein* gezackert, vielleicht daselbst her ein Landtgewehr zu
machen«. Hierdurch werde «der weg [Stadt weg] und die gclcits-
strafsen [Mürfelderstr.] an mehr urten so tag wie nachto versperrt.
Es sei dort niemals Landwehr oder Schlag gesehen worden. Deshalb
solle sich der Zollschreiber zu den zwei Hurgurnieisteni bcuebiüi
und Abschaffung von Schlag und Landwehr verlangen.
Aber der Rat liess sich nicht einschüchtern. Er schob zwar
die Ernchtur.g eines Schlags ;.n der Mürfelder Strasse noch hinaus,
]er Fcldmartigraticjis. - ' .. Ii i !■. ,:r . i ,i. im: M.i I ■■■[ , .:r.i'A.- und Hischolswtf;;
n dort gib Innerer der Landwehr die Richtung.
- 249 -
bvgisn aber sofort mit Jem Bau der Landwehr. Die Chronik jagt:
»Mittwoch den rj, Juni, Anno i;8u hau man vor Sac Ikenhausen
bindet dem RiedhofT vor dem. Dcnnenwald die Landwehr von dem
Orth ahn es [— von dem Eck an, wo esj vor alters damit geladen
worden zu volefu.en angefangen*.'
Nach dem Geleits vertrag mit Datmstadt vom Jt. Mai Ijol
rechte die neue Landwehr von der Steinkaul bis zur Neuen Wiese,
das Südusteck der Steir.kaut. [st die An,;abc der Chronik genau,
so haue 1580 die Zwerc bland wehr bis an dtese Ecke gereicht und
die Luche wate erst später entstanden. Viel wahrscheinlicher ist,
cass die Lücke alt isi und l süo aus denselben Grunder. urTer^vljwi:
wurde, wie früher. Von der Holzheckl and wehr halte ich es trotz
meiner Annahme auf 5. 196 für zweifelhai":, das:; ;:e jemals über das
Zacken der Furche hinaus gekommen ist.
Erst am 21. Juni antwortete der Rat Hartmann von Cronberg,
sein Ansinnen sei befremdlich, da der Rat auf Grund von Privilegien
handle und Niemand in seinem Rechte behindern wolle, »sondern
sollen beide, der allbereit gemachte Schlag [vor Niederrad] und do
wir einige mehr inn der Newcn Landtgewehr setzen wurden, aller
gebür nach den durchbegerenden zu tag und zu nacht unversperrt
sein«. Nachdem dann die Errichtung des Niederrader Schlages mit
den häufigen Holzfreveln begründet ist, heisst es weiter, wegen der
Landwehr habe man sich mit Hessen verständigt. 1
Aber diese Erklärung »hat nicht verfangen wollen«.' Die Ant-
wort darauf war die Zerstörung des Schlages von Niederrad durch
die Leute des Kurfürsten. Am 1. Juli ■früe gegen tag hat herr
Daniel Erzbischof und Churfürsi zu Mainz den Newcn Schlag
abwendig Niederrad . . . abhauen und niederreifsen lassen«. 4
Seine Leute hieben den Schlag ab und zu kleinen Stücken, brachen
das Eisenwerk ab und nahmen es mit; einiges fand sich später im
Graben. 1 Es geschah dies aber »durch ein jrross aozahl Volks, davon,
wie man ungcveilich dafür gehalten, bis 200 zu Fuss und .|o zu
Pfordt gewefzenn , . . und haben sich etliche unier Inen verneinen
lafzcn, wenn sich Ihr einer von Niederrad uff der gassc schenn lafz
'Chron. I, ij8ü; Lersner I, 1; saßt, <!it LmJwelir sei ani'sworfcii o-orden
«U [= wo] es gemangelte — • Brief im Archiv I. Seinen Inhalt cnvjjmt auch
die Supplicaiio. — ' Supplicaiio. — > Chron. I, 1580. — 1 Supplicaiio.
oder ufü dem li.uif/c ijehe, woilcn ;.;e eir. !;e;;eii i!i::cii :.ie ;.:;;m;
und den Flecken anzünden«. 1
Hierauf iciclitc der Rat durch seinen Syndicus beim Kammer-
richtcr eine »Supplicatio pro citatione in causa turbatae ponessionis«
ein. 1 Diese führte aus, da die Stadt das Recht habe, einersei:s In der
] lol/keck »alle, acut;, jiiri'iitii.'iiiini.s allein zu es erdeten« und ins-
besondere das Wäldchen durch Gräben, Hegen und Schlüge gegen
Hollfrevel zu schützen, andererseits Landwehren u. s. w. zu errichten,
so sei weder gegen die Aufrichtung des N'icdcriäder Schlages, noch
gegen die der Landwehr etwas einzuwenden gewesen. Es wird so-
dann der Streit mit Mainz bis zur Zerstörung des Schlages [ein-
schliesslich) erzählt und zum Schluss der Kammer rieht er gebeten,
an den Kurfürsten, sowie die Schukhcisscn und Gemeinden zu
Scii-.vji:heioi, Sossenheim und lhich-i' eine »Cit.tiiuu in communi
consueta forma* ergehen zu lassen. Aber die Supplicatio wurde ab-
geschlagen,*
Mittlerweile hatten sich aber auch die Wildbannherren geregt.
Nach ihrer Auffassung wollte Frankfurt 1580 «die unbefugt angelegte
| S.iehienlüiiscr] Landwehr um ein gar merkliches vergrössernn . . .
»unter dem Schein einer Landwehr sich in die Dr deich weiter ein-
schleichen 0 und solche Kinsjriiic omit dem Deckmantel einer Land-
wehr colorieren. 1 Die Grafen Ludwig und Wolfgang von Isenburg
sandten daher an den Rat ein Schreiben, worin sie unter Berufung
auf ihre Gerechtigkeiten geltend machten, es würden durch die Land-
wehr alte Strassen gesperrt.' In ihrer Antwort 1 beriefen sich die
frankfurter auf ihre Privilegien und erklärten, durch die neue Land-
wehr wurden keine alten, offenen Strassen versperrt, »sondern plciben
die gewonliche La nd straf zen ahn jrenn gepurenden ortenn nichts
desto weniger olfen, wie hie vorcii, defsen sich ulf den Augeti-
selicm' jie/ogcnn. Von dieser Antwort nicht befriedigt, »haben die
Wildbannherren die Landwehr wirklieh niedergeworfen und 111-
schleiffen lafsen.' Am 30. April 15S1 »als man einen Armen Sünder
zum Richten " nach Nicdcrrad geführet, ist man gewahr geworden,
an der Zerstörung des Schlages beteilig.. - « Auf der Rückseite des Zttieli
.Abgcsclllagen in eons. !(. Febr. 8... - : Buri, behauptete Vorrechte etc., Fft 1714,
Ii) 11, Gründl. GejcninfornMiion jjjS, Tu] II. S. j 5 6. - 6 Büri, Vorrechte Ii}.
- 'Buti, Gegcntnf. Anbec n. - «Kitt aAu-c^chehis hat sicli nocli nicht
fluiden. — ' Buri, Gc e rti;n(. III. S. t.S (mein Su !) - 10 Der NiedenÜdcr Gl\gtn
stand auf dem Gj1;;c:i:^.! ^d-At-Mlich vom Schlage.
dafz Graf Ludwig und Wolff zu Isenburg, Graf zu Büdingen santi
Hanau liobcnhaul'zen, durch derselben Unterthanen, deren wie man
bericht ein gross anzahl gewesen sein soll, dieselbig Naehi die New
LuiJtgcwchr umb den Dennwaldt hcrumb ziehendt an vier ortenn
schleiffen und einwerffen haben lassena.' Wo die vier Stellen
waren, is: jeizr nicht mehr zu erkennen, vielleicht la:id .-.p.iter che
Anlieferung statt.
Vom Verhalten Frankfurts nach diesem Gewaltschritt sagt die
.Jtpierisdic Seite, die Stadt habe «nicht das geringste tüchtige ein-
gewendet, viclwcuiger die Xicdcrreissung zu ahnden gesucht, sondern
es bis auf den 1 1 1- l: 1 1 l; o: 1 T.ig Jai'ev l: criT kILc :i bewenden hifsen«.'
Frankfurter Nachrichten sind mir unbekannt. Kirchner sagt; 1 oder
Rat, dem es nicht an Processen fehlte, liefs für jetzt die weiuus-
sehende Fehde ruhen«, So blieb die N-ederr.ider Ijndwchr eine
Raine und als thitsäeblicb lückenloser äusserst« Abschluß im Westen
d:e alte Linie Bornackej-Oppeoh eimer Brück cKunig&hichmundung
'jraehen.
Von den Schlafen der Nicdenader Landwehr bestand nur der
Ricdschljf; weiter. Ihn bestimmte der Vertrag mit Darmstadt vom
l. Mai ti8t unter Aufhebung der Unterschiede mischen gewöhn-
ücbem und hüistengclcit als Gele;tsgrenze für die obere Ccleit>-
strasse. Das fremde Geleite sollte atsser-, das städtische innerhalb
■:cs S;!il.-i:e* halten. Dass man damals auf die lirr:c!itc,ng de. Sc'.ilages
an der Mörfelder Strasse noch nicht verzichtete, zeigt derselbe Vertrag,
wo es, nachdem die Ricdbrückc als Geleitsgrcnzc für die untere
(leieiissirasse fi-sti;esti!(i worden ist, lieisst, der Rat wolle »Jen
Schlag, so vielleicht in obgemelden duppelen Graben [Tannen-
hndwehrj möchte gesetzt werden, so oft yemandt dadurch zu be-
hievten were, zur belmf sulehe* gleyd;-, uu versperret lassen«. Aber
Jcr Schlag wurde niemals errichtet. Auch von einer ilcr:;tcl:u:ig
des Schlages vor Niederrad ist nichts bekannt.
VII. GrOHaen Herste] !un Bearbeiten vor dem SOjfihrlgen Kriege.
15B1- 161B.
Der verunglückte Ausbau der Niederräder Landwehr ist die
letzte Erweiterung des Frankfurter Landwehrsystems. Zu ferneren
Erweiterungen trat keine Veranlassung ein, da sich cIlIs Stadtgebiet
1 Chron. 1, i;3l und kuti lila, 164. — 1 Buri, Gegeninf. a. a. O. Anl. ij.
- I Nach Buri, litE^ninf. U, S. 5.
- 2J1 -
nicht mehr vergrösscrtc. Von den Unterhai tungsarbeiten aber, die
nach 1380 sogar noch in firiisscreiv. M.issstabc vorgenommen wur-
den, sind die wichtigsten folgende:
1. ifiio zahlte man 358 fl., worin I fl. Weinkauf, »Bernhard
Zieglern, Seegräbern ... die Landwehr von der Galjjenwarie an
bis an den Ginheimer Steg 6 Schuh tieff" und 6 breit auff beiden
Seiten auszuwerfen und auszugraben«. Es waren 1071 R., die R.
zu 5 Batzen;' und 161 1 demselben 171 fl. »für 513 R. in der Land-
wehr vom Ginheimer Steg bis an den Eisern Schlag, Graben
aulfzuwerfleno ; 1 auch hier, wie aus dem Preis von j Batzen die
Rute zu berechnen, beiderseits 6 Schuh breit und tief.
2. 1619 wurden 198 1 /' K- Landwehr beim Schafhof »auf-
geworfene und ausgeräumt, wahrscheinlich östlich vom Zk-^clsc!'.!^;-
ebenso 375 R. von der Sachsenhäuser Warte bis zum Schafhof.'
VIII. Die Landwehr im drelssigj ährigen Krieg.
■ £18—1648.
In dem nun folgenden dreissigpliriL^n Kr.ci: h;u die Landwehr
sicherlich militärisch keine Rolle mehr gespielt. Dagegen war sie
manigfacher Schädigungen ausgesetzt. Nach Kriegfc wurde sie «an
manchen Stellen verschüttet« und unter den Watten hatte die Fried-
berger das Unglück, am 6. Oktober 1634 von den Kroaten in Brand
gesteckt zu werden. Die Herstellung erfolgte 16)7.'
Von dem Werte der Warten aber als Ausblicks- und Signal-
stationen in Kriegs- und Friedenszeiten war mau noch überzeugt.
Nur so erklärt es sich, dass man noch 16.14 ällen Ernstes daran
denken konnte, beim Eisernen Schlag an der Eschersheim er Strasse
1 .. r 1: 1 .1 1 .:< I . ..11 . 1 1 ' Ii:." I. i ... Mi.
HJscIir. JJ. natu Rb. - i WoIlT-Jung II, 9.1. - I S. S. 61,
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Fünftes Kapitel.
Das Naehleben der Landwehr
als Forstobjekt.
i6ja— 17B5.
I. HOsk blick.
V 0 r 164S.
Je mehr die ursprüngliche Bestimmung der Landwehren infolge
der veränderten Wrliältui'i-.t' i h t 0 11 Sin:] verlor, desto rascher vollzog
sich ihr Verfall. Die Bäume wurden nicht mehr gebückmässig ver-
schnitten, das Nachpflanzen der Hecken, das zeitweilige Neuausheben
der Graben kamen mehr und mehr ausser Übung. Nur als Forst-
objekt nahmen sie noch das Interesse der Behörden in Anspruch.
Dies hatten sie schon von Anfang an neben ihrer eigentlichen Be-
stimmung gethan. Sehr häufig wurden, wie wir sahen, auf den
Landwehren Weiden gepflanzt, besonders an wasserreichen Gräben,
wie denen der Scckbachcr Landwehr. Der Weidenhau wird oft er-
wähnt ' und bildete oft den Gegenstand von Streitigkeiten. Von den
Ni.v.richti'u über forv.iicl'.e Nutzung der Landwehr in den vorher-
gehenden Perioden mögen nur einige hier Platz linden:
144t ist die Rede ov-on wyden wellen, an der tantwera
gefallen.'
1491 sollen die Bäume auf der Landwehr null' der Gesellen-
Ecke« abgehauen werden. 1
Die Forstmeister rechnung enthält im Jahrgang von Johanni 1581
bis dahin 1582 unter der Überschrift »Ausgaben die SadistuiiL-.user
Lnttgewchr zu hawent neun Itcms, von denen das letzte lauter
MUWnbereideii von 8 wochen«, Gesanitsumnie 39 fl. 23 ß 8 h; und
im folgenden Jahrgang dij tagclolin uff der Landtgewchr am Schaff-
en!]' [die jiüisjeti liäinuej 1. tischnai denn und öfter die Notiz "Wellen
uff der Landtgewehr zu hau-eno.
' 1, Ii. 16a «in de; schwamm Kütilcn hg«, J. Ii. in Je; Uoiktniii'hutr
Landweb von Sicin 65—8; oder 8>. — ' Hb. 1441. — I Bgmt. 1401, F. 43.
.648-1?*}.
Der drassigjlhrige Krieg hat gewiss die Landvehr auch in
forstwirtschaftlicher llmsid-.t stark k^ch.uligi. Doch mag sich der
Schaden allmahlig wieder ausgeglichen haben. Im i8. Jahrhundert
begegnen wir dann häufiger energischen Massnahmen zur
Aufbesserung des Holzbestandcs auf der Landwehr.
So wurde 1727 bei einer Waldbesichtigung für nötig befunden
»die alte Landtgewehr [=* Tannenwaldlandwehr] ... neu auf zu
vürsten lasen und dann diese und die Förster Ecker gegen der
Holtzheck über' nächst der noch übrigen lehren blicken wieder-
umb in die heg zu legen, so baken die Früchten von erstcren ab
und es sich tuhen lest.o '
Auch wurden Teile der Landwehr in Bestand gegeben. Die
»Frankfurter Marbach« verlieh man 1729 auf 20 Jahre an Georg
Lindheimer, Bürger und Viehhändler und Christoph Fries, Bürger
Landwehr auf beiden Seiten mit •Weyden oder anderen zur Be-
holzung tauglichen und dasigenorts wachsenden Bäumen, auf ihre
Kosten zu bepflanzen. Die »Raidcln- erhalten sie umsonst aus nder
Stadt Landwehr». Die Bestinder dürfen nicht umackern und dergi,
müssen Eingriffe anzeigen und wenn ein löbliches [Rechcney-]Amt
die beiderseitigen Graben wird neu auswerfen lassen, selbige auf
eigene Kosten unterhalten. Die Sache scheint aber nicht lohnend
gewesen zu sein. Dann schon 1732 baten die Beständer um Ent-
lediguug, aber vergebens. 1735 baten Fries und zwei Vormünder
der Lindheimer'schen Kinder um Entlassung von der mit dem Acker-
gericht — an welches inzwischen die Verwaltung der Landwehr über-
gegangen war — getroffenen Verleihung, da sie nur Schaden gehabt
hätten. (Ende der Akten.) 1
Jedenfalls scheint der luvstli^'.e Zustand der Landwehr vor Aus-
bruch des siebenjährigen Krieges nicht gerade besonders schlecht
gewesen zu sein. Um so schlimmer wirkte dann der Krieg. »In
diesen unruhigen Zeiten hatten die Feld- und Holzdieb, welchen
man . . . nicht genug aufpassen konnte ... in allen Land wehren
■ aUreiKilii« s. ,S. 197. — ' l'slb. Ii. Ii, i). .1, C. 5. - ! Uijll.. A. .;; 7..
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- *55 -
die meinen Baume nach und nach gestohlen«. Zu "Nachrinanzungcnii
hatte man »wegen sonstiger Arbeit keine Zeil«; auch war »der Tage-
lübu zu theuer, ingleichen keine Bäume ohne grosse Kosten herbei-
zuschaffen«. So war nach dem Kriege an manchen Stellen der
Landwehr «beinahe nichts als hohle Weiden, Hasel hecken und
Dorneno übrig.'
III. Seit dem siebenjährigen Krieg.
Unter diesen Umständen kann es nicht auffallen, dass in den
Dem gegenüber machten sich aber die Interessen der Anlieger geltend,
die mit grosser Entschiedenheit zuerst die Abholzung und endlich
die gänzliche Abschaffung der Landwehren verlangten, in diesem
Kampfe blieb zunächst die r'orstvcrwaltung Siegerin, häufig gestützr
auf die bei Behörden und Bürgerschaft noch lebendige Anschauung
van der militärischen Notwendigkeit der Landwehren.
i. Aufforstung der Zwerchlandwehr.
1767-1768.
Den ersten Gegenstand des Kampfes bildete die Frankfurter
Zwerchlandwehr." Sie reichte damals nur noch vom Nordosteck
der St.ilkui-jjsi'idc bis einig!- K . vnilieh der KiHi'.'l.iiiclislimdwehr. Ihre
Siidspirze, .schon auf der Geleitskarte 1572 recht dünn, war seitdem
von den rechts und links angrenzenden Wegen ganz aufgesogen
worden, das nördlichste, zwei Morgen haltende Stück aber hatte man
ger.tunte Zeit vor 1767 nach Abbau und Verkauf des dort anstehenden
Lehmes in einen Acker verwandelt und gegen ; tl jährlichen /ins
dem Grabeumeister in Bestand gegeben. Auf dem ungefähr 10 Morgen
hallenden Rest der Zwerchlandwehr hatte 1667 das Ackergericht die
wenigen noch übrigen wilden Bäume abhauen lassen und wollte nun
das Stück mit einigen hundert Rüstern bepflanzen und [auf der Ost-
seite] mit einem »lebendigen Zaun« versehen. Nachdem die Zu-
stimmung der bürgerlichen Collegien* und die Genehmigung des
'Bericht der Deputierten zum Ackerger. vom 11. April 17*8 in ■Aclrerger.-
Lindw.i. — 'S. -S. 5}. Die der folgenden Darstellung zu Grunde liegender] Akten
»(finden sich in Fase. iiAckergaiclii-Undwch». — I Es sind dies das seit 1612
bestehende Kolk-;; dt: aNcunei'-, die :i. .1. die su.lii.Jien Ii -.\liriii: u;.-:l ^1 i'n.l.-i
hit:en, und djs im Anfang des Iii. J;,:,-,;,,.,^,!.; p^;],., freue Kollep; der »Kin-
iii]Jrün(iiyerp, einer s;.indi|;en Yi-tirellMg der Bi
R»tes erlangt war, begann die Bepflanzung. Hierbei wurde ein Teil
des Eekenheimer Weges, der sich auf Kosten der Landwehr über-
mässig verbreitert hatte, mit in die Heye gezogen.
Da richteten am 3 o. November die Anlieger der Zwerchkndwehr
an Jen Rai d.Ls CcmiJi, v;n <i;-: Re]d.mxLii:;: Ab:t;ii'J zu nehmen.
Da:, kürzlich vollzogene Abhauen der alten Bäume sei zwar zu be-
gossen, weil sie durch Schauen, Wurzeln, Raupen, Spatzen, Raben
i:nii Gc ; ir;ü.:l c'c:i l'elil ji'itcrn mit Schaden gebracht hatten. Dagegen
würde durch die begonnene Aufforstung und liinzäunung oder sonn
auf der Landwehr hergegangene Fussweg auf die [ostlich liegenden]
Felder der Ackerbegüterten getrieben« werden.
Hiergegen machte das Ackergerichc, auf das inzwischen die
Aufsicht über die Landwehr übergegangen war, vom Hat zum Bericht
auij-eüjviSert, folgendes geltend: die Küster sei ein Baum, dessen
Wurzeln am tiefsten unter sich und am wenigsten auf der Oberfläche
des Bodens hergingen. Sonst würde man sie nicht so hiuBg bei
Gärten, Wiesen und Weinbergen dulden.' Die Landwehren, deren
Gel. Inde cirsi !;-. , .:;e:i GtlJv;r::i:;i!ii- vmi den Besitzern abgetreten
worden sei, mr.sstcn »ach der. »ssiM.rlidici! KcMMitiencn« erhalten
werden. Das Bedenken aber mit dem Zaune sei um so mehr liin-
f.illiL', ;ils die seit dem Bau der l : riedberger Warte zum l'cldwcu
liLTiib^f drückte lickeuhciuier Strasse die für einen Milchen Weg ganz
übermässige Breite von 15—18 Schuh habe.
Der Rat liess sich überzeugen, und die Bepflanz.ung wurde be-
schleunigt.
Aber am 30. Dezember wiederholten die Anlieger ihre Vor-
stellung: Die Bepflanzung werde »mit der Zeit einen Aufenthalt vor
Schelme, Diebe, Rätiber und Huren gesiiidel. auch ein reeeptaculüm
für Spatzen, Raben, Raupen und andere Insectcn abgeben«. Auch
die Landwehr bei der Galgenwarte sei nein Schlupfwinkel vor Spitz-
buben und ein Tummelplatz der Huren bishcro gewesene und sei es
noch, und es könne nicht fehlen, dass durch diese Anpflanzung der
Aufenthalt Tür Räuber u. s. w. vergrössert werde, »wie denn das
allda stehende steinerne Kreutz' eine Anzeigen sei, »dass schon
in dasiger Gegend Menschen ermordt und allda begraben liegen,
derenthalben auch diese Zwerglandwehr vermutlich ausgehauen und
Hellte gemacht worden«. Auch würden sich in dem »bey 10 Murgen
bauenden Wäldgen dereinst Füchse, Hasen und Feldhühner ansiedeln
und den Müssiggängern Gelegenheit geben, mit ihren Hunden die
Felder zu vertreten. Dagegen könne dieser District, nach dem Muster
des nördlichen Abschnittes in Ackerland verwandelt, »ohne einen
kreuzer kosten daran zu wenden, alljährlich und mehr Gulden
Pacht gebem nachdem man zuvor noch aus der daselbst befindlichen
«Leimen Erdet etwa hjo fl. erlöst haben.
Diesen Anschauungen der Ackcrbegütcrteii suchte ein Druck-
blatt' weitere Verbreitung in der Bürgerschaft zu verschalten. Iis
stellt zuerst die Frage auf: Was ist vorteilhafter, die Bepflanzung
fortsetzen, »Graben machen und Hecken ziehen», oder die 4 Morgen
iin welchen der beste und schönste Laimen stellte erst »vor Laimerl
zu graben« verlehnen und dann zu Äckern machen, das übrige aber
gleich zu Äckern machen? Dann verwirft es die Bepflanzung als
»eine gern einschädli che Untern ehmunge, weil sie Gelegenheit biete
für Diebsbanden, die sich in Haufen von 100 und mehr dort ver-
stecken »und Raub und Mord in denen Höhlen und Gruben ver-
üben können«, wodurch »gleichsam vorsetzlich eine zweite Hasel-
becke wie bei Obermerle in der Wetterau, im Angesicht der
.Stadt und selbst auf deren eigenem Gebiet errichtet« werde. Endlich
rechfertigt das Druckhlatt die Abschaffung der Zwcrc bland wehr damit,
dass sie nicht wie die «grosse Landwehr«' wegen der »Limiten mit
denen benachbarten Herrschaften« unverändert bleiben müsse.
Vom Rat am z, Februar 1768 zu nochmaligem Bericht auf-
gefordert, erklärte das Ackergericht, in voller Übereinstimmung mit
den vorher befragten bürgerlichen Kollegien am it. April, die
ßaumzucht sei jeder anderen Benutzung vorzuziehen; das vorzeiten
dem Grabenmeister aus Kot und nur provisorisch verliehene Stück
müsse nach Ablauf der Leihe, alle übrig™ der Landwehr entKOjje'icii
Plätze aber baldmöglichst wieder zur Landwehr gezogen werden ;
die Bedenken wegen der Kosten seien unbegründet, vielmehr seien
aus den Lochern für die Bäume hinlänglich Steine gewonnen worden,
um einen 4 Schuh breiten Fussweg längs der ganzen Landwehr an-
' »Gegeneinanderhilluni; des Schadens. IL 5. w., Vorstellung der Acktr-
Uegüturlen 211 die Hirr.i-tMiui Kulliflitit, verlissl vnn Advocal Rost, Linda lim.
HcMj.ne ;cm IScricht Jcs Aclicrgcr. v. II. Apr. 17(18. — ■ d. k die l.andivchi um
.In Uamniniese zur Bornheinier Grenie, zwischen Stein 6; und 192.
Endlich kam eine aus dem Haie gewählte Deputation in ihrem
Gutachten vom 10. September zu folgendem Scliluss: Die Land-
wehren sind zu erhalten, weil sie von verschiedenen Kaisern privi-
legiert und durch die Stadt-Reformation ' sowie kaiserliche Itesu-
lutioncs begründet sind, auch weil sie dem gemeinen Wesen zum
Sthuu dienen. Die dann gepflanzten Baume bringen Nutzen. Die
Vorstellung der Acker begüterten ist daher nicht zu berück nichtigen.
Wo Rüstern stehen, bleiben sie; d:c Stücke aber, «o die Baume
a ■>,;<•, ;.i:,g.'i Miii!, " i\i n<er d:e (u Ackerland angelegte
y.wttc:il.e.!wchr" v.ml -neuerdi'.ii;s mit Blumer besetzen und i:!c;(li-
falls bestens mannten;eren zu lassen«. Die bürgerlichen Kolleg.cn
sollen künftig derartige Vorstellungen abweisen
Dies wurde /um Baiibcsil.iuu tihojtn und die /«c:it;l .njui-hi
alsbald mit Küstern, Cappeln und iSibjrischen ErbsenMumern
besetzt '
2. Aufbesserung der Landwehr von Oberrad bis zur
Langen Wiese.
Seit 1773 wendeten die Behörden auch der linksmamischen
Landwehr ihre Aufmerksamkeit zu. Um dem überall in Frankfurt
auftretenden Holzmangel abzuhelfen, hatte das Forstamt nicht nur
im Walde Pflanzungen gemacht, sondern auch »Bedacht genommen,
die mehrcntheils ruinierte |!inksmainischej Landwehr, welche nie-
mals von einigem Nutzen gewesen, vors künftige in etwas ertrag-
licheren Stand zu setzen-. Nach einem von den beiden Oberförstern
Johann Vogel und Hermann Dick in ihrem Gutachten vom 2. Sep-
tember 1771 entwickelten Plane wurde an der ganzen Landwehr von
Oberrad bis zur Langen Wiese mit Einschluss der Zwcrchbndwehr
fürs erste als wenig wertvol'. jesgesiiiitde:) Jas im Ii. lange, sehmale
und steinige Anfangsstück bei Oberrad und das 20t R. lange «an-
noch mit gar nichts bewachsene« aber demnächst zu ('eplkin/ende
Endstück vom Zicgelschlag zur Langen Wiese, auf dessen letztem
Abschnitt zwischen der Mörfcldcr Strasse und der Langen Wiese
der Hiedhofbeständer den neuen Graben ■ meist zu Aclter gezogen«
hatte. 1 Der Rest wurde in 10 Distrikte geteilt, die je nach dem
Boden verschieden behandelt wurden und von denen jährlich einer
zum Abtrieb kam.
' = das von Joh. Fichard E >- c vcrfasslc Gesetzliudi. -- ' Bericht de! Oberf.
Vogel vom 19. Oktober 1779. — ) llnrl l.iij üiurrlull' der Landwehr du uRiedhrtfa
J. Geplante Bepflanzung der rechtsm a in isch en
Landwehr mit Obstbäumen.
Nicht lange darauf, am 2$. Oktober 1774, stellten dann mehrere
l!t^'.Ui.'rii; in Betreff der rechtsmainischen Landwehr beim
AJ-nTLjtjTi.l!! unter WiiJuriiohir!:; der bekannten Argumente von der
Zwccklosigkeit und Schädlichkeit der Landwehr folgenden eigen-
artigen Antrag: Alles Hol? und alle Domen werden entfernt, die
Gräben neu ausgestochen und mit ihrem Auswurf die »Brustwehren!
erhöht. Statt der Weiden und anderen ■wilden Holzes« werden
»fruchtbare Bäume« gepflanzt. Die Obst- und Grasnutzung wird
verliehen. Die Hecken werden den Pächtern überlassen. Dafür
sollen diese das Auswerfen der Gräben und Erhöhen der Brustwehren
dauernd besorgen. Das Aerar kann somit die Besoldung eine
Grabenmeisters ersparen und statt dessen einen neuen Schützen
anstellen,
Eine Ratskommission prüfte diesen Vorschlag, lehnte ihn aber
entschieden ab, indem sie im Gegenteil empfahl, »mit den Land-
wehren nicht die mindeste Veränderung vorzunehmen, vielmehr die
Ackercommission anzuweisen, -auf deren Unterhaltung in gutem und
gehörigem Stand ein beständig wachsames Auge zu haben«, und
der liat erhob dies am 8. Dezember zum Bcschluss.
Hatte man somit den Plan einer Obstkultur auf der rechts-
mainischen Landwehr für immer abgetan, so wandte man sich um
so eifriger der forstlichen Aufbesserung derselben zu.
4. Aufbesserung der rechtsmainischen Landwehren
(ausser der Zwerchlandwehr).
1779-1781.
Schon 1775 hatte Oberförster Vogel über den Zustand der
:-.:,:i'.:.:]biii:ischen Landwehr Bericht erstattet. Doch wurden zunächst
keine Massregcln ergriffen.
Am 3t. August und 1. September 1779 besichtigte dann Vogel
im Auftrag des Ackergerichts nochmals die Landwehr vom Gutleuthof
zur Schlaghüuc in Bornheim und vom Hohen Steg zum Bassom-
l'ierre'schen Hof [jetzt Neuhof | an der Eckenheimer Strasse. In
■Line:-) liericht an das Ackergericht teilt er erstere Strecke in 17,
letztere in 9 Stücke und beschreibt von jedem den Bestand, Dann
ichlägt er vor, die ganze Landwehr zu vermessen, in Schlage ni
•T
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- zfo -
[eilen und diese im Hauverlahreti nii; N.lc 1 1| !Ln 71: \<cwa\-
schiften. Zur Sicherung eines rationellen Forstbetriebs soll der »LanJ-
v. ehr- Aufseher« darauf achtet], dass in der Landwehr weder Vieh
fast alle Jahre beim F.rbscn reis erholen und habe das Abdürren zahl-
reicher Stämme zur Folge.
Die Vogel'schen Vorschläge fanden zwar Billigung, kamen aber
nur langsam zur Ausführung. Denn erst 1781 beauftragte das Acket-
gcrieht Vogel, die >in der Landwehr auf der Stadt Frankfnrt Seite
stehenden «wilden Obstbäumen und übrige abgingige Kappstümmel,
d. h. ehemalige Gebückhiiinii^ iinii ahe Kappweiden, zu zeichnen
und zu nummerieren. Vogel beding demzufolge die Landwehr am
4. Dezember mit Landamts schreib er Dictz und den beiden Graben-
meistern [Grabenmeister liiehl und «Neben- oder Heigraben meisten
Hans] vom Gutleuthof bis zur Friedberger Warte und am 5. mit
Grabenmeister Riehl vom hohen Steg herauf. Er fand 78 ver- |
schiedene Obstbäume, davon 26 zwischen Gutleuthof und nGallen-
wartc* und 35 zwischen Bocken heim er und Friedberger Warte; j
Kappstümmel standen überall. Die Obstbäume sollten verkauft,
und dann, dem Vorschlag von 1779 entsprechend, Massnahmen fut
bessere forstliche Ausnutzung der einzelnen Land wehrteile getroffen
werden. Die Vorbereitungen hierzu im Frühjahr 17S2 warfen in-
teressante Streiflichter auf den verfallenen Zustand der Landwehren.
Unter der Brücke des eisernen Schlags war »das Gewölbe mit Grund
ganz zugellösst« und zwischen diesem Schlag und der Bockenheimer
Warte «sowohl zwischen den zwei Gräben als auch auf den beiden I
äusseren Seiten fast gar keine Fläche, wo der aufgehackte Grund,
ohne in die Gräben zu fallen, liegen bleiben könnte» ; ein Hacken
und Ansäen aber »neben den Äckern beyderseits der Gräben« schien
■ wegen det Schäferei« aussichtslos.
Ober den weiteren Fortgang der licsserungsarbcitcn sind mir
keine Akten bekannt.
ge weide
:h Holz
— i6i -
Sechstes Kapitel.
Die Abschaffung der Landwehr.
17S5— i8ia
Der Zeitraotn der sj sie malischen Abschaffung der Landwehr
M^inni mir dem Jahre i~8j, erstreckt sich aber infolge Mutiger
IVrci^rfihuntcr. Jurci; d u Kr e;:serei:.Tiisic S;s iSiu Kit;;»«
nicht zu vergessen, dass einzelne Teile der Landwehr schon viel
xaher abgescharrt, worden sind, und zwar reehtsmainisch das Sudcnde
cer Zw.crchbndn.cli:, d;c DicknitlandWbr und kleine Stücke neben
c:: (ialgun- ur.ö Höckelheim.': Watiu. lin"»smii'"..s:li J:C Ovsote
■■ vichsenirluscr l.;njv.uhr. J.i l'-.i . c . .tijv. el ■ die ■ ..
rlescr Veldmarkbclesuguiv und Tc;'.e du: Oberrod« I-andwehr.
Doch empfiehl: ei sich, ihre Beseiiigunj'. mit den grossen Abschaffung"
seit 1785 zusammen zu behandeln.
Unsere Darstcllim;: bc-jln-.ir.ki sich auf das Schicksal der eigent-
lichen Landwehr» reck eu, indem sie darauf verzichtet, auch von jedem
Schlag die Zeil seines Eingehens nachzuweisen. Wegen der Warten,
die mir ihren Schlägen im Dienste der Chausscegcldcrhebung ver-
wendet wurden und dadurch die Landwehren noch lauge überlebten,
verweisen wir auf Wolff-Jung. Über die Kettung der Warten durch
Schöll von Ohlenschlager 1H0S und Klübers Fürsprache für dieselben
1026 findet man genaueres in den 11 Mitteilungen« Bd. III, z6y
Erster Abschnitt.
Abschaffung der rech tsmaini sehen Landwehren.
I. AbaiiiatluiiK der grussen Landwehr' von der Darum wies« hin
Hontheim nebst der Zwerehlanüwehr.
A. Das Ganze.
Am 26. März 178; schloss Frankfurt mit Landgraf Wilhelm IX
von Hessen-Hanau' gleich nach dessen Regierungsantritt einen Vcr-
irag, welcher samtliche zwischen Frankfurt und Hanau schwebenden
Streitigkeiten wegen Grenzen, Jagd und Geleire endgültig beilegte
' .Grone Lind w du. Iiciss! i:i Jiosc! Zell luiiNi; die .Streike vom Gutleulliol
Odo ton der Dammwiee bis Bornlieim; .kleine Landwehn die Strecke von der
Etknhtimer Strasse mm -ra«n RieJerbucli. - * Seit 1760 Graf, dann Fürsi
von Hanau, seit dem Tode seines Vaters [-"riedrkh. Anfall;; 1785 Landgraf.
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und eine neue Grenzsieinung bestimmte. Diese wurde 1787 aus-
geführt. Die Steine, von Ken IIa- in Dackenheim gclicferi, sind innc»
mit F, aussen mit HH, auf den Seiten mit 1785 und der Nummer
bezeichnet und stehen noch.
Über die Landwehren aber bestimmte der Vertrag Folgendes:
Die Keichsstadt verpflichtet sich, »nach vollzogener Grcnzabsteinung..
ihre Lau dwehre, welche in denen dermaligen veränderten Zeiten
ganz ohne allen weiteren Nutzen ist, vielmehr bis daher ein Zufluchts-
ort für die Jagdcxccdenten und sonsttn gefährliche und liederliche
Personen, auch denen Gewächsen und Früchten schädlicher Tiere,
Vögel und Insekten gewesen ist, von dem Sulzenschlag bey
Bornheim an . . . bis an die Bockenheimer Warte schleifen
und den Boden auf eine unnachtciligcrc Weise benuzzen — sodann
von gedachter Bockenheimer Warte bis an die Dam-
Wiesen [zu Stein 65], wo gedachte Landwehrc des Wasser-Abzugs
halber nicht wohl ganz abzuschaffen ist, in derselben alle Domen
und sonstiges niedriges Gesträuch ausrotten, dagegen selbige blos
mit hochstämmigen, wenigstens 10 Fuss hoch von unten aus-
geschneidelten Bäumen bepflanzen, auch diese so halten und behauen
zu lassen, damit deren Äste nicht über die anglänzenden Ländereyen
hervorragen.«
Dieser Vertrag wurde am 1. August von Kaiser Joseph II.
ratmeiert, welcher dazu bestimmte, »dass weder in Absicht der Land-
wehr, noch anderen Gegenstände, die geringste Veränderung vor-
genommen werden, sondern alles so bleiben solle, bis die oAus-
steinung der Landes-, Jagd- und Hoheitsgrenzen bewürket« und ein
»Riss mit Beschreibung« gefertigt sei.
Die im vergangenen Winter in der Landwehr begangenen Hab-
frevel legten die Besorgnis nahe, dass alles Holz gestohlen würde.
Daher bcschloss der Rat am 15. November auf Befürwortung der
Schöffen, die Landwehr von der Dammwiese bis zum Sulzenschlag
abholzen, verschleifen und umrotten zu lassen.
Gegen die sofortige 'Ausführung dieses Beschlusses erhob am
17. Dezember das Ackergericht Bedenken aus der Schwierigkeit der
Holzabfuhr bei dem bestellten Zustand der Felder. Diese beseitigten
aber die Schöffen am 28. durch Hinweis auf die die Landwehr be-
gleitenden und durchziehenden Wege und committierten die Sache
abermals dem Ackergericht zur Konferenz mit den bürgerlichen
Kollegien. Aber es dauerte bis Anfang Oktober 1786, ehe sich diese
nach einer nochmaligen Konferenz einverstanden erklärten. Nachdem
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nun wiederum eine Besichtigung staugefunden hatte, bestimmte das
Ackergericht am 13. Oktober, die über 66 Eichenstämme seien dem
Biuamt KU überweisen, die r; Birnbäume seien zusammen, Jas librige
ü.'l.i .ibcr diMriiitwei-e m versteigern, wobei den Käufern auf ihre
Kosten das Ausmachen der Wurzeln und das Vergleichen der Gräben
zufalle; endlich sei auch die Landwehr vom Sulzenschtag bis Born-
heim abzutreiben. Alles dies genehmigte der Rat am 17. Oktober.
Nachdem nun die Landwehr in Distrikte geteilt war, begann
die Versteigerung des stehenden Holzes am 2. November bei der
Deshalb beschloss das Ackergericht am 4. November, die Abtreibung
wieder selbst in die ilnnd zu nehmen. Doch gelang es mich am h.,
einen Distrikt einem Prcungcsheimcr, und einen andern mehreren
Jl.irrilieieiern uiiiti der Reeniigiin!; vom 2. Xnvcmbcr /u überlassen.
Inzwischen hatten verschiedene liegutcne den Wunsch geäussert,
die auf ihre Güter stnsscndcn I.andweliricik Uullich r.u übernehmen.
Hierüber, sowie über eine Vermessuni; und Steinung der Land-
wehr zum Gutachten aufgefordert, machte am 2. Dezember der Stadt-
eeunicter Ph. Chr. Bimsen in einem Bericht an das AckcTgcriclu
folgende Vorschläge ; Die Landwehr solle den Austösscrn nicht pro
-Grenzsteinen zu wenigstens Vi Mutten abgegeben werden, damit
nicht, z.H. in HonihcimiT Termine;, 1 , eine weilläuligc Messung und
Aiissteiniing i.ov.ie Xeiibc/eicbiiiiiiii und lie-.c!ii ei':iim;i im Bornheimer
Giiterbticli nötig und damit die l'rage vermieden würde, wie mit den
fremden Stiftsgiitcrn als Aiif.rnssern nu verfahren sei, Jenen doch fernere
Acquisitioncn untersagt wären. Sodann miissieri die Stiicke zehentfrei
sein. Denn wenn gewisse Distrikte an der Landwehr den Zehenten
Jn milde Stiftungen gäben, so entstehe die heikle Frage, ob diese
Stiftungen auch von den dazuerworhenen Landwehrstiicken den
Zehnten zu bekommen hätten. Den Zehnten aber von jedem Stück
apart zu heben, sei bei der Auflehnung der 50 -|i> Murgen Land-
wehr auf mehr als 2 Wegstunden umständlich und kostspielig. L'm
ferner die planierte Landwehr an der Hanauer Greive liegen Ueber-
gtifle der Aufstösser und Ncbenlä'ger zu sichern, sei Messung del
breite gegenüber jedem Grenzstein und Abpflöckung oder Absteinung
nötig. Zur Ermittlung der Breite aber müssten die Anlieger die ein-
•i'M.igigen Dokumente oder Steinbücher produzieren, die dort ver-
zeichneten Ackersteine aufdecken und bei eingebogenen Steinen den
hii:ziig durch ein Grabdien anzeigen. Dies könne in 10— 12 Tagen
geschehen ; in weheren 4— j Tagen könne dann die doppelte Be-
rechnung und Aufrcissung der neuen Äcker stattfinden. Zur neuen
Steinung aber von Stein 66 an den »Hammelfangs Heiden« bis zum
Dreimärker 191 brauche man ca. 110 billige, ordinäre grosse Wacker-
Die bürgerlichen Kollegien erklärten sich mit diesen Vor-
schlagen Bunsens einverstanden, soweit sie sich auf Abstellung und
Kisslcgung bezogen, über die Verwendung der Landwehr aber be-
hielten sie sich ihre Meinung vor.
Um nun für die Steinung und Kisslegung einen Voranschlag
aufstellen zu können, beginn B Unsen am 6. Januar 1787 mit 2 Acker •
geschworenen die Landwehr von der Bockenheimcr Warte bis zum
eisernen Schlag. Hierbei zeigten sich viele der Stücke, in welche die
Landwehr inzwischen zur Abholzung eingeteilt worden war, noch
i)]iU;ri]liri, l'i-i den meisten dagegen waren die Dornen und Bii.che
entfernt und die Bäume gefällt, aber liegen gelassen. Von den mit
einem Kreuz bezeichneten Land wehrst einen auf der inneren Seite
li.uter: sidi /.war viele ucl'uistieii, .ui sehr vielen Stellen aber fehlten
sie. Hier galt es, durch Aufmessen der Güter die Landwehrbreite zu
finden, bevor die Vermessung begann. Da aber die Landwehr be-
sonders auf der Stadtscite eine sehr winkelige Grenze hatte, so be-
sichtigte sie Bungen noch einmal mit einem Ackergeschworenen.
Hierauf veranschlagte er am 8. Januar 1787 für seine Arbeit an
Stcimmg, Messung und Kisslegung 50 fl. Das Ackergcricbi ge-
nehmigte die Summe und erteilte schliesslich Bunseu nebst 6 Ackcr-
geschworenen den Auftrag:
1. die Landwehr von den Dammwieset! bis zum Sul>;C[isch!.:.e
abzupflücken, ab^usteinen und in Riss zu bringen, damit
mau in Zukunft »von der bisheriger. c r geitiHdien Lage': dieser nun
in Feld zu verwandelnden Landwehr «eine Urkunden erhalte, «um
sich bei Verpachtung 11. s. w. danach richten zu können* ;
2. den Teil, welcher in Frankfurter Gemarkung liegt, in S-Jel-.j
für Neubruch einzuteilen und ein Güterbuch darüber anzulegen. Ali
Vorarbeit für Bunsen sollten die Ackergeschworenen einstweilen die
Revision der Landwehrsteine vornehmen.
Am 22. Januar 1787 wurden drei Preungesheim er beauftragt,
das Stück Landwehr von Stein 65 bis 82, wo das Holz auf Kosten
des Ärars über der F.rdc abgehauen, zu Wellen gemacht und ver-
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kauft worden war, nach Ausgrabung des Wurzclholzes hi vergleichen
und zu künftiger Benutzung ganz eben zu machen, wobei der eint
[äussere J Graben zum Abfluss des Wassers bleiben sollte.
B. Die grosse Landwehr in Frankfurter Gemarkung nebst
Zwerchlandwehr.
Bunsen nahm zunächst, an der Dammwiese beginnend, die
grosse Landwehr in Frankfurter Gemarkung in Angriff. Ihre äussere
Grenze war gegeben durch die Grenzstein« mit Hanau, die laut Ver-
trag von 1785 vor Kurzem gesetzt worden waren, die innere wurde
bestimmt teils durch die aufgefundenen alten Landwehrsteine, teils
durch Aufmessung der Nebenläger nach den GQterbüchern, zum
Teil unter Zuziehung der Besitzer. Es wurden 39 Stücke gemacht.
Darauf wurde die Landwehr von den Ackergeschworenen abgepflückt
und von Bunsen vermessen. 1
Jetzt kam auch die Zwerchlandwehr an die Keine, deren süd-
liches Ende neben der Sralburgsöde, wie wir sahen, bereits zwischen
i)72 und 1767 verschwunden war. Schon am 4. November 1706 hatte
Herr »Neuner« Diefenbach im Namen der bürgerlichen Kollegien
beim Ackergericht den Anirag gestellt, da die grosse Landwehr ab-
gehauen sei,' auch die Z w erch landwehr, die bis gegen den Weg
an dem von Stalburgs Hof reiche, als zwecklos, uneiuträglkli, min
dem Diebstahl noch mehr ausgesetzt, aufzuheben, das Holz zu
verkaufen und das Land zu verpachten oder zu veräussern. Die
Schöffen waren damit einverstanden, verlangten aber vorherige Riss-
Icgung. Es fand sich auch ein Riss des secl. Lieutenants Söllner, 1
der nach Prüfung durch die Ackergeschworenen noch zutraf und
vom Rate für's erste an Stelle eines neuen genehmigt wurde.
Nachdem nun am 14, November der Rat beschlossen hatte, die
Zwerchlandwehr ebenso zu behandeln wie die grosse Landwehr,
wurde ersterc in 8 Schläge geteilt und auf den 29, Januar 1787 die
Versteigerung des Holzes angesetzt, wovon die Hanauischen Dorf-
schaften und der Grabenmeister benachrichtigt wurden. Die Holz-
Uuftr sollten die Gräben nach Anweisung verschleifen und die
Wurzeln herausnehmen. Aber nur die Schläge 1 — 3 fanden Käufer.
Sit brachten zusammen 17 fl. Der Rest wurde für jj fl. an Johann
Körber und einige Eckenheimer überlassen.
' Bunsens Riss in ras:. »Acker«».— Landwehr«. — ' Dies war damals noch
mihi ganz der Fall. S. S. 164. — ■ Der undatierte Riss kam 1904 im Archiv 1
™der zum Vorschein.
Am 23. März mach«: sodann das Ackcrgcricht den Vorschlag,
die grosse Landwehr in Frankfurter Gemarkung nebsi der Zwcrch-
Undwehr zum Zweck der Verpachtung als zehemfreies Neubrach-
land baldigst dem Kornamt zu überweisen, damit noch die Bestellung
Mattfinden könne. Ueber die in Bornheimer Gemarkung liegenden
Landwehnlismkte aber, »durch welche die angrenzenden Äcker
durchziehen«, behielt man sich -nähere Communication nach ange-
kommenem Riss und genommenem Augenschein» vor. Die bürger-
lichen Kollegien sind itami: ein verstanden und sehen der beregten
oCommnnicationii entgegen. Für die Absteinung der genannten Land-
wehrstrecken lieferte wieder der Bockenheimer Steinhauer Rentier
79 »Schiedsteine«, 3 Schuh lang, 1 Schuh über Erde, die innere Seite
mit +, wie die alten Landwehr« eine, die äussere mit NB|= Neubruch J
bezeichnet; das Stück mit Fuhrlohn auf den Platz zu 38 Kreuzern.
Ein Ratsbeschluss vom 5. April verfügte dann die Überweisung
der abgeholzten und orogerotttten grossen Landwehr bis zur Born-
heimer Grenze nebst der Zwerchlaodwehr an dis Kornamt zum
Zweck der Verpachtung, worauf Bunjcn mit den Ackergeschwoienen
d.eGre-üpunkie der Z werchl andwehr unter Zuziehung der west-
liehen Angrenzet feststellte. Es fanden sieh hierbei 5 alte Land* ent-
steine. Dann wutde die üweichlandwehi abgepflückt, ahgesum:, ge-
messen, gezeichnet und von Norden nach Süden in 5 Stucke ein-
s ,«ii, •
Am 13, Juli endlich gab das Ackergericht den Geschworenen
des Met zgerband werks auf, das Amtsverbot bekannt zu machen, das^
kein Metzger hei 10 Reichstil. Strafe jut den urbar gemachten Land-
wehrstücken treiben und hüten dürfe.'
C. Die grosse Landwehr in Bornheimer Gemarkung.
J. Abschaffung der Südspitze.
Wie die Geleitskarte zeigt, ist schon vor 1572 das südlichste
Stück der Bornheimer Landwehr von dem S, itt besprochenen, die
ursprüngliche Sch!:i;:l:i4te ersetzenden fün.d'.en, an welches sich
■ p.iter ii(':ril!iel: ;i:i Gärtche:i .in.dilift.-.. eii^ei)(niir;ien worden. Haus
und Gänchen entsprechen dem Stück 53 (früher 161).
1 Bimsen, Ri» .kr '/.wach l.i iiii well r i;?B in nAtkcrjrcr. — Landn-rhr. —
1 Weil dir Ne Li bru dl Stücke bradifrci waren.
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Zwischen und 1S01 muss auch das Landwebistüct zwischen
Stick ü (Sihtaghütte) und jt bereit', beseitet und mit dem spateren
Stu» j; vereinig' worden sein, Denn :n: Bomheimer Lagerbuch
lim 175; reiche Jic ljr.dw.ehc nucli bis lue Nordgrenzc von Stück
(damals 161).
j. Abschaffung von zwei Lan d w eh rstü ck c hen bei der
Fricdberger Warte.
1787-
178t trat der Wartmann und Chaussecgeldcrheber Ehringer auf
Jit l-rLt-Libiir^cr Warte um Überlassung von zwei Stückchen Land-
wehr »links und rechts 1 von der Warte«, ersteres )7 ' s /« R., letzteres
«1 M. 6Vs R. haltend, zur Benutzung. Er will die Umrottung und die
Verzänqimg übernehmen, welch letztere »zur Verhinderung des Aus-
: der reutenden [Reitenden] sehr nützlich sein werde«. Das
Ackergericht war am tS. Oktober damit einverstanden, besonders
wegen der »zur verhüthung allerley Unterschleifs und Umfahruug
der Chaussee-Station nützlichen und nöthigen Verzäunung«, befür-
wortete aber erst am 25. Juni 1787 die Überlassung »als ein Be-
',i'liii:ri::sstück insuhiige, bis etwa »i-ui Ein rit hiim;- .kr Cluussir
Geldern Erhebung überhaupt andere Veranstaltung gctrofTen werde»,
was der Rat genehmigte. Das westliche Stück grenzte an den
Westrand der Strasse und war noch vor kurzem als Gärtchen erhalten,
das östliche, den »zehntfreien Ackero begleitend und ebenso lang
wie dieser, ist auch noch heute zu erkennen.
4. Abschaffung eines dritten Stuckes am Stidende.
ttoi,
1801 verkaufte das Landamt dem Bornheimcr Joh. Hafner für
|ü fi. «Vi Morgen Landwehr oben an der Schlaghütte zum Hofraithc-
platzu.' Dem Masse nach muss es die Strecke sein nvisdiui liem
heutigen Gässchen (■= No. 49) und Stück 52, also entsprechend der
östlichen Hälfte der Stücke ;o + ji der Katasterkarte.
' für den htaautgeherTdeal — * Uglb. A. j 11 24.
j. Abschaffung des Restes der Bornheimer Landwehr.'
iloi.
Bei Gelegenheit des 1 l,if:]cr':>cka> Gesuches haue das Landarm
den Wunsch zu erkennen gegeben, auch den Rest der Bornheimer
Linöve/ir lossti.cl'.lagen, nwenn man anders über die ehemalige
BeJcnklichkeir, den Platz der nun abgeholzten Landwehr auch für
die Zukunft kenntlich zu halten, sich hinwegsetzen und zum Verkauf
schreiten wolle, wobei freilich die Eigentümer der angrenzenden
Äcker sich vor allem melden und so die Spuren dieser alten
aus dem Mittelalter sich beschreibenden Festungswerke
nach und nach verschwinden mogteno.
Dem entsprechend erklärten am iK. l-'cbruar die bürgerlichen
Kollegien, der Rest der Bornheimer Landwehr sei zunächst onoch-
mals zu messen und abzusieben, sonach je eher je lieber ganz oder
stückweise an den Meistbietenden zu verpachte n «- Die Vermessung
und Steinuni; wird wohl alsbald erfolgt sein.
D. Die grosae Landwehr nebst Zworchlandwohr in Zeiipachl.
17S7 beiw, 1801—1609.
Nachdem die Vermessung und Steinung der grossen Landwehr
von der Dammwicse bis zum Häfner'schen Garten mit Einschluss
der Zwerchlandwehr vollendet war, was für den Abschnitt in Frank-
furter Gemarkung schon 1787, für den in Bornheimer Tcrnimcv erst
1601 eintrat, wurde die genannte Landwehrstrecke, natürlich mit
Ausnahme der bereits früher vcr.iusscrttri Teile, in Zeitpacht
gegeben. Dieses Verhältnis dauerte bis 1809, in welchem Jahre
z. B. als "Zeitpächter« der grossen Frankfurter Gematkung erscheinen :
1. Frau Elise von Bcthmann, 2. Gastwirt Ameis, Bürger, fünf
E. Die grosse Landwehr nebst Zworchlandwohr als
Metzgarweide.
Dank den Fortschrilten im Landbau war allmahl ig an die Stelle
der alten Dreifelderwirtschaft das l-'rticliiwechselsystcni getreten, das
die jährliche Reinigung des gleichen Grundstücks gestattete. Iiifuige
davon lag es nunmehr im Interesse der Besitzer, den Weidegang
von ihren Feldern fernzuhalten. Zwischen den AckecbegOterteu
Frankfurter Seite und dem löbl. Metzgerhandwerk, das für seine
' Uglb. A. s » 14.
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- 269 -
Stechhämmel die Weide nicht clubehren kotinte, kam daher am
10. April 1803 ein Vertrag zu Stande, der die Jahrhunderte lang
beobachtete Brachordnung aufhob. Durch diesen Vertrag wurde
der, Metzgern das Recht entzogen, auf den } Stadtfeldern in regel-
mässigem Wechsel zu weiden, wofür ihnen das Landamt am ij, Mai
als bleibenden Weidebezirk ein für allemal eine Reihe von Gelände-
Mücken anwies. Zu diesen gehörten nicht nur die Mainwasen ober-
halb Frankfurts und Sachsenhausens, das Vintenzviertel, die grosse
und kleine Hundsweide und die Pfingstweide, sondern auch die grosse
Landwehr vom Dammgraben bis Bornheim mit Ausnahme: 1. eines
Distrikts nördlich von der Bockenheimer Laudstrassc, der an den
Wartmann verlehnt wurde, 2. der zwei Stückchen bei der Fried lvri.'e:
Warte und 3. der drei veräusserten Stücke am Südende bei Bomheim.
Das den Metzgern angewiesene Gelände durfte weder zu andern
Zwecken benutzt, noch verkauft, sondern nur gegen anderes Weide-
land von gleicher Güte durch Vertrag vertauscht werden.
Es wurde bezeichnet mit Steinen, die die Inschrift
MEZGER
WEIT
1K09
tragen und von denen noch viele erhalten sind.
Die Erbpächter der Landwehrstücke aber wurden für die Ein-
lasse an Ackerland durch die Acktrbei?iitcr:tn entschädigt.
F. Verkauf der grossen Landwehr nebst Zwarchlandwehr.
Aber die neue Einrichtung bewährte sich nicht. Die Nutzung
J':s Weidelands war durch seine Länge sehr erschwert, Schätii::-m s;i:i :
ik-r ;iii:.[ ossenden Grundstücke wegen seiner Schmalheil unvermeid-
lich, und es fehlte an Ein- und Austrieb wegen. Daher bat schon
18m die Metzgerinnung durch das Ackergericht um die Erlaubnis,
Ja ein einfacher Tausch unmöglich sei, die Land wehrstücke in Bom-
lieimer Gemarkung »an die Bornheimer Nachbarn gegen einen von
diesen zur Erwerbung eines gleichen Weideplatzes dem Metzgerhand-
werk zu entrichtenden Summe abtretten" und mit den Stücken in
Frankfurter Gemarkung entsprechend verfahren zu dürfen. Über die
neuer wo rbenen Gelände sollte die Stadt ebenfalls die Oberaufsicht
baten. Das Ackergericht befürwortete die Bitte, und der Senat be-
richtete darüber an die Grossherzogliche Generalcommission zu Hanau,
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- 2 7 " -
welche am 22. Oktober dem Senat eröffnete, dass die Erlaubnis
eventualiter zu erteilen sei, wenn die Metzger zuvor angilben, welches
.indere Gelinde ihnen verbindlich zugesagt sei.
Diese Bedingung wurde erfüllt, und der Verkauf find stau.
Hierbei wurden lür d:e Stücke I — )J ;n I ranldurtcr Gemarkung pro
Morgen ; Ii :6 kr., für die Sticke 1 — 11 m Itarr.hiiivcr Gemarkung
; H, kr, durchschnittlich erzielt. Von der Zwcrcblandwehr in mir
cc: Preß i::c!ic .■lÄ.-.rr.i Vt;:ii Sc rctischla,: ;u:'uj.fts alicb der (>:jbc:i
auf 14; K. erhalten, auf den eisten 80 R. sogar nahezu in der alten
Tiefe und Breite,
II. Absah nffimg der GJnnheimcr LuiKhv^lu .
I7»I,
In dem Vertrag mit Hanau vom 26. März 1785 heisst es nach
dem über die grosse Landwehr gesagten: »VI. stehet die Reichsstadt
Frankfurt ab von ihren Ansprüchen auf die alte Landwehr, die
Mark- oder Mar-Bach genannt, wie solche von der Gegend des
eisernen Schlags durch die Bocken heim er und Ginnhcimer Felder
nach dem Niddafluss zu läuft, aber in neueren Zeiten von ganz
keinem Nuzzcn weiter, vielmehr denen Feldlluren, wodurch sie gehet,
höchst schädlich isi, und lä'ssr solche an die Grafschaft Hanau über«,
d. h. Frankfurt tritt seinen Anteil an der Ginnheimer Landwehr, die
sog. »Frankfurter Marbach« an Hanau ab. Der ehemals Ftankfunei
Anteil wurde abgeholzt, der Jusscre Graben zum Abf.uss der Mar-
bach ganz, der innere teilweise belassen, sodass der Landwehr
Charakter dort noch heute sehr deutlich iit. Von der Abschaffung
des hanauischen Anteils ist m:r das Nähere nicht -lekannt. Aul dem
■;:>;-|-;!{;i ihtjir Afsi .-. ;i doii!.'t:i /ä sc Inn tt'toj! u"i! N:d.!j ■ihe;
iet?t noch teilweise Baume vom ehemaliger, inneren Granen
III. Ahseliaffung der kleineu Landwehr von der EckanhelniBr
Stranse zum grossen Riede rbruch.
(786— i8oj.
1. Allgemeines.
Als am 4. November 1786 die bürgerlichen Kollegien im Ein-
verständnis mit den Schöffen die Abschaffung der Zwerchlandwehr
gut hiessen,' verlangten sie gleiche Behandlung für die Landwehr
»von der Friedberger Chaussee zum ehem. Bassompierre'schen Hofe,o
d. h. die ZeisselUn d wehr, und für »die von der ßomheimer
■ S. S. 165.
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Heide gegen Riedern ziehende Landwehr», d. h. die Buchwald-
und Z werchgrabenland wehr. Für beide Strecken wurde Riss-
legung, für die zuletztgenannte Strecke, sowie für die ganze Frank-
furt- Bora heimer Grenze Steinung gefordert.
Am 23. Februar 1787 besichtigte das Ackergericht mit zwei
Schöffen und zwei Deputietten der bürgerlichen Kollegien die Land-
wehr von der Eckcnhcimer Strasse bis zum Bruch [Stein 72] und
entwarf Tags darauf folgenden Plan: I. Die Strecke von der Ecken-
beimer Strasse zu Meermanns Thorweg, die Meermann kaufen will,
ist zu messen und in Riss zu legen; 2. von jenem Thorweg zur
Sandwes [Stein 31-40] ist den Anliegern das etwa schon angeeignete
gegen Kauf oder /.ins zu überlassen; 4. zwischen Sandweg und Bruch
[Stein 40-72] das wenig vorhandene Holz von Vogel zu taxieren
und mit Bedingung der Graben vcrschleifung käuflich oder unent-
geltlich abzugeben.
2. Abschaffung der Zeissellandwe.hr.
1787 und später.
Der Handelsmann juh. Meermann wünschte schon seit November
1786 die neben seinen Gütern beginnende ganze Nordseite der
/.^-clLnidwehr von der Eckenlieimer Strasse zum Ackeriierichts-
acker ' neben der Friedlicher I.andstrasse. womöglich mit dem darauf-
gehenden Holze zum Eigentum zu erwerben. Es wurde ihm am
2j. Juni 1787 vom Ackergericht eröffnet, dass man ihm nur den
neben seinem Hofe liegenden Teil von der Strasse bis an das
Wild'sche Grundstück = iV* M. 2"/« R. nebsi einem Plätzchen vom
lirciten Weg, beides zchent- und brachfrei, gegen jährlichen Grund-
zins mit dem Rechte Mauern, Zäune und Gebäude darauf zu errichten,
überlassen wolle. Dies bestätigte der Rat.
Mit der Ostseite der Zeisscllandwehr wurde, wie das Flurbuch
ausweist, nach dem Plane vom 23. Februar 1787 verfahren.
3. Abschaffung der Dicknitlandwehr.
"S97-
Als man am 4. November 178t die Abschaffung der Landwehr
'tischen Ecken heim er S:;,ihse und Bruch plante, war die Dicknit-
landwehr längst nicht mehr vorhanden. Sie war, wie auch bei
' Dieser all «TbI der eliemils sehr breiten Strasse« war trieb- und bmeh-
Ireier Neubnich; Fssj. Ackerger. j(a, 17B0.
- 2~]2 -
der Begehung vom 2j. Februar 1787 erwähn: wurde, am 17. August
1697 an Joh. Fay verkauft worden. Der Kaufbrief isl S. 54 abgedruckt.
Der Graben der D ick nitland wehr hat als »Scheidgrabeno noch
eine Zeit lang bestanden.
4. Abschaffung der östlichen Buchwald- und der Zwerch-
grabcnlandwehr (von Stein 40—72).
17B7-1785.
Am 17. Februar 1787 besichtigte Vogel die Strecke zwischen dem
Sand weg und dem grossen iiiederbruch und teilte sie ui:u San.: weg Iht
in 5 Stücke. Auf den drei ersten [Stein 40—61] fand er ca. 10 Rüstern,
sonst wenig Holz, darunter viele Weiden und Heckenholz, auf dem
vierten [Stein 61-69] '7 dicke Rüstern, «zu Schade für Brennholz«.
Dort stehen solche auch jetzt noch. Am 2. März wurde auf der Srrcckc
Sandweg— Bruch das Hob versteigert; ji 1 Born he im er Nachbarn a
erstanden es für 87 fl. Diese hauen den Graben mit dem Auswurf
n: vergleichen, ausser von Stein 40—45 [zwischen Sandweg und
Landv. ehrv.egj und von Stein 69 — 71 | Zwerchgraben], wo er zur
Wasserablassung bleiben musste. Dazu, wie zur Abtreibung des auf
ihre Gefahr stehenden Holzes, wurde ihnen Frist bis zum Jahres-
schluss gelassen, damit sie es bei müssiger Zeit verrichten könnten«.
Im Sommer 1787 fand dann die Aussteinung der Bornheimer
Grenze vom Dreimärker 192 zu Stein 269 am Erlengrabcn mit den
noch stehenden 93 Steinen statt, und anschliessend daran die
Steinung der anliegenden Landwehr.
Erst im Herbst 1788 konnte man der Verwendung der nun-
mehr abgeholzten und gesteinten Landwehr zwischen Sandweg und
Bruch nahe treten. Bei der zu diesem Zwecke am 27. Oktober an-
gestellten Besichtigung teilte das Ackergericht das Ganze vom Sand-
weg herab in 11 Stücke und bestimmte über dieselben, vom Bruch
k-iiinricsid, folgendes; Stück 11, von Stein 72—69 = Zwerdi^r.ibtii,
wird dem Hospital als Eigentum gegen billig Tum' {le^cben ;
Stück 10, von Stein 69 — G8 neben dem Holz hausen sehen Weingarten
[Flurb. No. 10], Herrn von Holzhausen; Srück % von Srein 68 bis
über (A hinaus, dem Anlieger Petsch [Weingarten Flurb. No. j],
wenn er es wünscht; die Stücke io und 9 gegen jährlich zu be-
stimmenden Grundzins. Der Rest, bestehend aus den je etwa 1 Morgen
haltenden Stücken 8—1, bleibt Eigentum der Stadt und wird temporar
vergeben.
Als man hierüber 1 Instruction« bei den bürgerlichen Kollegien
einholte, erklärten diese am 15. Dezember, es sei weder etwas zu
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verkaufen [Stück n !] noch auf Grundzins zu geben [Stücke in und 9!],
vielmehr seien alle Stücke an die Meist bieten den in Temporalbestand
i. die Leihe dauert 6 Jahre; 2. die BeStänder haben das Und ins
Ebene zu bringen, von Gesträuch und Wurzeln zu reinigen und in
guten Bau zu stellen; 3. die Absrcinung zu belassen; 4. ihre Stücke
nicht mit angrenzenden Stücken zusammen zu bebauen, sondern in
ihren Furchen zu lassen; j, keine .Nlcliuratioiisvergütung zu be-
anspruchen; f.. die Stücke sind zelientfrei und dem Viehtrieb nicht
unterworfen, daher jährlich benutzbar; 7. das Bestandsgeld ist jährlich
pränumerando an das Kornamt zu entrichten. — Die Bcständer der
Stücke 1 {neben dem Sandweg) und i. (Zwe teilhaben) hatten
ausserdem den Graben zu unterhalten. Heute ist nur noch der
Zwerchgraben von Stein 71-72. aber in verengern Zustand, erhalten.
;. Abschaffung der westlichen Bu eh w ald la nd \v e hr
(von Stein 11—40).
1788— 18t)}.
Zuletzt kam der Reil der Buch waldland w eil r von Stein
31 bis 40 neben den Feldorten uFrasskcller unten« und »Frasskeller
oben» zur Aufteilung. Hier hatten, wie eine Besichtigung im
11. August 1788 ergab, zwischen Stein 51 und 34 [alle?] 6 Anlieger'
bereits Übergriffe gemacht. Es fand sich je ein alter Landwehrstein
mit Kreuz 7/8 R. vom Graben in dem östlich am Bornheimer Fuss-
pfade liegenden Falk 'sehen Garten [= Flurb. 230] und in Brunner 's
Garten 1 zwischen dem Fusstifad nach dem Frasskeller und der ßerger-
strav.se. Dadurch winde die imu/re I.aisilwcliT^ren/e verraten. Dagegen
war zwischen Stein 34 und 40 kein Übergriff vorhanden. Dort war
es möglich 11 Anlieger mit Landwclirare:il 7.11 verseilen.' Zwischen
dem S . Januar und 9. Februar 1789 fanden dann vier Verkäufe statt
■u : ,T S ll>. B. jfi, M c,
Midien. - ' Im Flui
-.: <!li:.^ Jiivli hier .i.iL'Te l'j:
Inzwischen war do:-. auf der Landwehr von Stein Si -y) der total
Wrp», ieui Musikanienwcg, angelegt worden. Da dieser nur den
westlichen Teil der Landv. ehrbre.le neben den Grenzste.ncn in Anspruch
nahm, so war neben ihm ein Slreifen übrig, der ebenso wie die
gante l.andwehrbreite vun S'.ein ij— abgegeben werdeo könnt
geschah |eizi Auf Grund eioes ftatsbeschlu-.sjs ioir. J,.n;
verkaufte das Ackergericht 5 R. ;i Schuh nördlich neben Stein ;6 an
den Bierbrauer Jakob Scher lenz!; i zur Vergriisscnirsi; seines daneben
liegenden Grundstücks |= l'lurb. 18], den ganzen Rest aber, zu 600 fl.
den Morgen, an die übrigen Anlieger.
IV. AbsshuffHOB der QalgcnfclUlBDdwcrir.
Die erste SlIiiiüIitiiii» eihilir ,lie ( ^■1;;ciiIi , 1JIjik1ui1i; viellei.li!
schon ziemlich lange vor 178;' durch die Einrichtung des Wart-
gärtchens südlich an der Strasse auf dem hier stark nach Osten
vorspringenden Landwehrgeläncle. Südlich davon eigneten sich, eben-
falls noch vor 1785, die Wartlcutc ein zweites Stück auf dem inneren
Landwelirgrahen an und machten darauf einen schattigen Gang und
eine Kegelbahn für ihre Bicrgistc. Dieses zweite Gänchen wurde
178; dem Wartmann Bracht auf seine Bitte auf 1 Jahr unentgeltlich
überlassen, sollte aber dann wieder zur Landwehr gezogen und «ge-
hörig besameto werden. Doch scheinen beide Gärtchcn im Besiu
der Wartleute geblieben zu sein.
2. Abschaffung der Strecke Gutleuthof-Galgenwarte.
1801.
Nachdem am 27. April 1801 auf dem Gutlcuthof alles bis auf
Almosenkastens, dem der Hof seit 1531 gehörte, angesichts der
' Versicherung Jet AeltetHöelraurenen in einem Hcrichi des Ackcr<;mchts
iJ Stnituni vom 7. Februar 1785. Die Gänclien im besten auf EL 171.
DigitizDd t>y Google
grossen Herstellungskosten 1 am 15, Februar 1802 an den Rai
die Bitte,'
r. das Guilcuthofsgcländc in mehrere Erbbcstandsgüter zu teilen;
2. 40 Morgen vom lloiyluLLsen'sdieri llellerhof einzutauschen;
j. die Landwehr
a. vomGutlcu[liiil>!ir(,jli;iin\:iM('ciri^-|)liL^s]iilules»Sdiä| , er-
glrtchenSH im Gutleuihof
b. von der Galgcnwarte bis zum Ende der Helle rhof ick er
an den Hellerhof billig zu verkaufen. Dieser Landwehrkauf ist Hor-
hausen so willkommen, dass er, wenn er zu Stande kommt, auf die
noch zu besprechen di.-n L.indw elir.ins;irüche seiner Vorfahren ver-
zichten will.
Auf die beiden eisten l'unkte der Bitte ging der Rai nid«
ein.' Audi der Land wehr verkauf an Holthausen kam nicht zu Stande.
Dagegen wurde aus dem Landwehrstück Gutleuihof- Warte der sog.
aLandwchrackcre gemacht und als zehm- und brachfreies Grund-
stück zu 24 Ii. jährlich in Bestand gegeben.
Nun suchten die Deputierten und Pfleger für den Gutleuihof
durch die Zeitung einen I-jUIicm injei. V.a den »vorzüglichsten (Jon
currentemt gehörte der mecklenburgische Baron Ferber, dem dann
auch der Rat am II. März 1803 den Erbbestand nebst dem Bürger-
recht zuerkannte. Sein Leihebrief isi datiert von 1803. Am 20. Februar
1804 erstand Ferber auf der Versteigerung den Landwchracker auf
j Jahre zu 114 fl. jährlich. Er zahlte aber nur die Zinsen für ein
Jahr. 180J verlangte er die eigentümliche I 'herljssullg des Land-
".ehrackers gegen Abtretung von tV" Morgen an der Griesheimer
Grenze, wohin der bisher zwischen Gutleuihof und Grindbrunnen
befindliche Setundacker verlegt werden sollte, 1 starb aber darüber. 6
Ferbers Nachbar war Gogel geworden, als er von ;enem ehemalige
Cutleuthofsäcker kaufte, um daraus sein Gut zu machen. Auch zu
einem ihm gehörenden Weg zwischen den zwei Gutem kaufte er
Land von Ferber.
5. Abschaffung der Strecke Galgenwarte — Siein 65.
Etwa 60 R nördlich vom Hellerhof begann die Steglach, ein
ungefähr j Morgen grosses -.umphiies l.el.inde. das bis zur Damm-
■ S. S. Ii. — • Gullentliofaktcn No. III. — > Anlage B iu vorigem. -
1 Ebensowenig auf den elekhzeiuj; erwogenen Plin, den Riedhof in parzellieren. —
>S. Bei. PI, — »Seine Witwe, iftoo und 1810 mehrfach wegen rnetsrindigen
Zinws gemahnt, t™ am ij. Februar 1810 ntn llerjl^etiung iler Pueril auf jo Ii.
- 27« -
wiese reichte. Auf der Westseite wurde sie von der Landwehr, auf
der Ostseite von einem Graben begleitet, der mit der Landwehr
nichts zu tun hatte. Die Landwehr blieb an den beiden südlichen
Dritteln der Steglach stets cingrabig, erst am nördlichsten Drittel
hatte sie wieder zwei Gräben. Im Nordende der Steglach befand
sich ein ovicreckigter Platz, welcher mit einem besonderen Graben
umgeben» war. Seine »ursprüngliche Bestimmung!! war 1809 adurch-
aus problematisch« und ist es auch jetzt noch. Dargestellt ist er 1790
auf einem Plan von Frankfurt von Hoch steter. ' Die Steglach ge-
hörte schon seit alter Zeit zum Hellerhof. In dem Kaufbrief über
diesen Hof von 1453 erscheint sie auf der einen Seite von der Land-
wehr, auf der andern von privaten Gelinden, aber nicht wieder von
der Landwehr, begrenzt.
Nun behaupteten 1752 die von Hobhausen, der Graben ostlich
an der Steglach mit dem daran befindlichen Gehölz gehöre zum
Hellerhof, während ihn das Ackergerichx Tür einen Landwehrgraben
erklärte. Eine gerichtliche Beschwerde deren von Holzhausen wurde
1779 und 1781 abgewiesen. Als dann 1793 der 1 Icllerhofbcsiänder
an jenem Graben wieder viel llnlü gefüllt und das Ackergericht ihm
dies verboten hatte, wurde die Sache am Ji, März na Scabinatu
:111s Gericht verwiesen«. Der weitere Verlauf der Sache ist mir nicht
zugänglich, doch war sie 1809 noch nicht entschieden. Damals wurde
sie von einer Ratscommisslon von neuem aufgenommen und nach
nochmaliger Untersuchung folgendet Vergleich vorgeschlagen: Holz-
iuusjii erkennt Jen IrjL'ücheii Graben an der Ostseite der Steglacl)
j!s Ingenium der St.idt :m, dagegen verkauft diese .111 I IuIzIijusl-ii
zum Hellerhof die Landwehr von der Galgenwarte bis zum Schwarzen
Gelen Loch [d. h. bis Stein 65], haltend 14 M. 33 R. 50 Sch. zu
2131 fl. 40 kr. und das darauf stehende Holz zu 1616 fl. 24 kr.
Unter den Gtünden zur Empfehlung dieses Vorschlags heisst es u. a.,
dass die Landwehr ein Unterschlupf für Landstreicher und l-'eldfrevler
sei. Gegen die Abtreibung derselben hatte ein Gutachten des Amts-
rats Dietz Anstände üur Sprache gebracht, die aus der Grcnzdi Heren z
mir ehemals Kinnuiin/, jem Nassau-Usingen herrührten. Worin diese
aber bestanden, war damals aus den Landamts- und Ackergerichts-
.ikten nicht /u ersehen. Sn wurde Jet V er gl eich 5 Vorschlag In allen
Instanzen angenommen und am 28. December 1809 das Vergleichs-
protokoll ausgestellt, gezeichnet: Moser, fiirstl. spec. Commissar bei
1 Scnckenb. Bibliolli.
dem combinierten Land- und Kornamt und Ackcrgcricht und Georg
von Holzhausen; bestätigt von »Eminentissimus (Dalberg) am jo.
Januar 1810c
V. Absehe fTii iiK der RlederfeldJiindwehr.
Über die Abholzung der Riedcrfeldtandwehr stehen mir keine
Daten zu Gebote. Sicher ist nur, dass auf den Abschnitten c. «am
gössen Riederbruch links«, und" S. ..am kleinen Rieder-
fcrucho am 23. September 1 797 noch die Weiden standen.'
Als 1793 vom Mittelgraben des grossen Ricdcrbruchs ein Graben
diagonal durch d.is Visiceiuvium-l h.il-1i dem Feldgraben gezogen
wurde, kamen ausser den das Vincenzviertel umgebenden Gräben
mch die Abschnitte b. andcrReiherwiesc«, wenigstens bis zum
Amstädter Acker und e. »am grossen Riederbruch rechts« in
Wegfall und wurden zugeworfen. 1 Dasselbe Schicksal erfuhr der
Abschnitt d. um grossen Riederbruch obena zu unbekannter
Zeil, vielleicht bei der Grcnzsicinung 1787.
Noch vor 1798 wurde der Abschnitt Wallgraben-Ost, viel-
leicht auch -No rdost, bis auf eine vielleicht aus Mangel an Material
zu erklärende Vertiefung, ausgefüllt. Der hohe Steg, von dem Battonn
sagt, er habe aufgebort, »als der Graben daselbst ausgefüllt wurde»,
bestand 1798 auch.'
Vor Mitte des 19. Jahrhunderts verschwand von der Westhälftc
des Grabens vor Ried er n der westliche Teil, nach dieser Zeit
beseitigte der jetzige Hofbeständer auch den ostlichen.
Alle übrigen Grabenabschnitte blieben erhalten; besonders auf-
fallend im Gelinde war wahrend des ganzen 19. Jahrhunderts der
Abschnitt Wallgraben Nord.
VI. Ahseh.iffittiB der Seckbacher Landwehr.
Wann auf der Seckbacher Landwehr die Hecken und Weiden
verschwunden sind, vermag ich nicht anzugeben. Von den Graben
hat sich der längs der Sulz bis gegen linde des 19. Jahrhunderts,
teilweise sc hlucht artig gestaltet, deutlich erhalten. Jetzt ist er
stark eingeschränkt; der vom Eck der Sulz zum Königsgraben ist
nach der Setzung der Grenzsteine von 1785, welche 1787 stattfand,*
iugeworfen worden; der Königsgraben ist fast unverändert erhalten.
' Uglb, A, 98, No. 88. — ' Atlirrgcriclitsj^ot. vom 7. Juni 179) in Uglb.
-V9B.N0.6l. - ITlion...-., Mv.lmuvirii^licr i'l.m v,.:r. MaLmUiss 1798, M. II. 170. -
' Vgl Km mr steimmg der Sulzemveuk s. Män 1787 In Mglb. A. 6u, IV u. V,
- >?« -
Zweiler Abschnitt.
Abschaffung der I in ksmai irischen Landwehren.
I. Abschaffung der Ostselte der SaefaKnhftuser Landwehr.
Die Ostseite der Sachsenhäuscr Landwehr wird zum lernt
natürlichen Verfall überlas
und wie die Sachsen Ii äuser Feldmar'
nur gesagt werden, dass sie wahrscheinlich längst vollzogen waren,
als gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts die Abschaffung der eigent-
Strasse und K ii n ■ p ■ sh.i l h | d i r 1 1 1 1 ; : r .1 i ■ u n- ' ... ■ 1 iKv c- 1 1 r- [ wissen wir aus Akten/
dass er von jeher dem Rtiie gehört hat, aber schon 1765 sich in
völligem VcrtaU befand, während er noch auf dem Hesler'schen Riss
von 1678 > mit derselben Signatur wie die übrigen Landwehren he-
zeichnet erscheint.
1 S. S. 14a — ■ AclicrHerithi^jkicn betr. »Ableitung des Wassers durch ito
D. Ordens Linge Wiese« in No. |ll der Rep. - I M. L n
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IV. Abschaffung der Landwehr an der Oppenheimer S
1788 bat der Riedhof beständer durch Jen Schöffen StalburR
das Ackergericht um Oberlassang der an sein Gelände [Kiedhöfer
Viereck] grenzenden Landwehr zwischen der Langen Wiese und dem
Ricdschlag, d. b. hier dem Schlau der Mörfcldcr Strasse, 1 als Ersatz
(ür einige zum Wald geschlagene Riedhöfer Äcker. Es wurde ihm
im 9. Juli der Bescheid: da die Landwehr [«. dieser Teil der
LandwchrJ vom Forstamt abgetrenm und an das Ackergericht ge-
geben werden solle, so habe dann dieses das weitere zu verfügen. 1
Die Überlassung an den Riedhof wird bald eingetreten sein, denn
als 179B die Landwehr zwischen Mürfcldcr Strasse und Zicgelschlag
zu diesem Hof gezogen werden sollte, war von jenem Abschnitt
nicht mehr die Rede.
Abschaffung der Landwehr Mürfclder Strassc-
Ziegclschlag.
Nach 179S.
Etwa 10 Jahre später, im Herbst T78B, wurde der Plan ge-
i'.isit. Jus Ricdliof^d.inJc zum Zweck besserer Bewirtschaftung in
mehrere kleine Höfe zu zerschlagen. Einen interessanten Riss zu
dieser Verteilung entwarf G. Bunsen, wohl vor i8oi.' Die Zer-
^hljjjuny unterblieb, da der Hof 1802 an Freiherrn Moritz von Bcth-
mann verkauft wurde.
Am 30. Juni [758 ersuchte das Land arm das Forstamr, auf der
Landwehr zwischen Mürfeldcr Strasse und Zicgelschlaj; und auf der
Zwcrchhndwehr das Gehöli und Gesträuch weghauen und abführen
zu lassen, damit beide Stücke mit dem zu zerschlagenden Kiedhof-
gelände an die Käufer überlassen werden könnten. Das erstere Stück
muss bald darauf wirklich zum Riedhof gekommen sein.' Denn
auf dem Bunsen 'sehe 11 Riss, der beide Stücke zum Hof zieht, erscheint
111 .!..' /^cihiLlti' ■■Mir.k ■k , m l'k'.ll^l '■'■^■xA:r-
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- 280 -
e- herein abgeholz;, die Avcre bland wehr aber noch nicht. Gleich-
zeitig wurde auch die Oppen he im et Strasse neben jenem Land-
wehrstück aufgehoben und ihr Areal ebenfalls zum Riedhof geschlafen.
Dunsen zeichnet sie gar nicht mehr. So entstand damals zwischen
Mörfeldcr Strasse und Ricdschlag der sonderbare Strasscnzug Zicgcl-
hiittenweg + Oppenheimer Strasse mit dem doppelten Knie im
ehemaligen Ziegelschla;;.
j. Abschaffung der Landwehr Ziegelsehlag-Riedschkg
nebst Bornacker - Nord und Ost.
Schon 1794 geschah an der Südwestspitzc der Sachsen hauser
Landwehr eine Veränderung, indem »Frau Lindheimerii", die Be-
sitzerin Je^ Bornackers, um dorthin bequemer als auf dem Feldweg
(obersten Schaf hofweg 1 w gelangen, beantragte, in der Gegend, wo
das alte Thor-Gemäuer steht, einen Weg über die Landwehr
machen zu dürfen. Nach Verständigung mit den bürgerlicher,
Kollegien wurde ihr gestaltet, den Weg durch das Forstamt machen
bezog und sich das Recht vorbehielt, ihn, »wenn es die Notdurft
erfordert, wieder zur Landwehr aufwerfen zu lassen».' Der Weg
ist auf einem Faustriss von 179K gezeichnet. 1
Das dem liornacker anliegende grosse Gelände der Ziegel-
hiittc besass Lieutenant Erff. Dieser wölkt 179s gegen seinen
Acker am Läubchesbusch,' der am Waldrande zwischen Forstantls-
äckern lag, die drei Landwehrstrecken Ziegelhütte-Bornack er, Bom-
acker-Nord und Bornacker- West" eintauschen, bezw. den über-
schuss dieser Landwehrstücke kaufen. Die Sache wurde seit dem
17. Oktober 1798 verhandelt, aber durch den Widerstand der
bürgerlichen Kollegien stark verzögert. Am 27. Juli [799 wieder-
holte Erff seinen Antrag. Da er inzwischen auch den Bomacker an
sich gebracht hatte, so hielt es das I-'orstamt am 1. März iBou für
vorteilhaft, auch die Landwehrteile nördlich und östlich vom Born-
acker pro prt:iü UNSiioni:. .m Urft zu geben. Aul Antrag der btirgär
liehen Kollegien wurden aber auch die Ncbenläger von Landwehr
Bornacker -Ost, nämlich Mathes, der den nördlichen und seine
Schwester Wittib Münch, die den südlichen der zwei anliegender
Äcker hatte, befragt, ob sie sich am Kaufe beteiligen wollten. Als
sich beide am 15. März bereit erklärt hatten, die östliche Hälfte des
■ Forslaiulaktcn Ii. März 179,1. - ' ""d. 1798, in. Noi'cmbtr. - • Flurb.
SudBcnh. II. 6ü, No. ;4", b, c, i. - " S. S. 168.
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Landwehrstreifens zum Taxpreis zu übernehmen, wurde am ig. Ober-
förster Vogel beauftrag!, die 5 Land wehist ücke abholzen zu lassen.
Mach dem neuen Projekt kam die Osthälftc des Land weh rstreifens
Hcrn.kki r-Osi an Mathes und Münch, gegen Zahlung, die West-
hälfic desselben aber, sowie die Land weh rstrecken Bornacker-Nord,
■Süd, -West und Bornacktr /.iej^lsclila): :ui lirfT" und zwar z. T. gegen
Abtretung des Ackers am Laubchesbusch, z. T. gegen Zahlung, alles
als Eigentum ohne Lasten, aber mit der Verpflichtung, nachdem das
Holz zur Disposition des Forstamts abgetrieben sei, die Stümpfe zu
entfernen. Am j. April wurde die Sache vom Rate genehmigt und
der Vollzug dem Forstamt committiert; am 24. Mai ward Fällung,
Verkauf und Abfuhr des Holzes, ebenso die Vermessung erledigt,
und es fand der Eintausch des Ackers am Laubchesbusch statt, der
sofort mit Laubholz angesät, aus dem Flurbuch gestrichen und zum
Walde gesteint wurde. Der Landwehrverkauf an Mathes und Münch
wurde am 7. März 180: vollzogen.
Aber die ErrTschc Tausch- und Kaufaction hatte noch ein
Nachspiel. Am 14. Juni 1802 beschwerte sich ErlT beim Ackergericht
darüber, dass seinem Vetter und Mandatar Justizrat Hoffmann, als
dieser auf dem Ackergericht um Zuschrcibung der verkauften Land-
wehrstücke an Erff gebeten, entgegengehalten worden sei, durch das
Stück Landwehr Bornacker-Nord sei ein Weg [als Fortsetzung des
obersten Schafhofwegs zur Oppenheimer Strasse] vorbehalten. ErlT
protestierte hiergegen auf Grund der Akten und mit Hinweis auf
den Vugcl'schcn Riss, der diesen Weg nicht habe. Vom Ackergericht
zum Bericht aufgefordert, erklärte Bunsen am i j. September, als er im
December 1798 beauftragt worden sei, die Landwehr für Erff abzu-
messen, sei allerdings die Notwendigkeit berührt worden, den
obersten Schafhofweg nach der Strasse durchlaufen zu lassen, wo-
durch der Dung bequemer auf die im obersten und mittelsten Schaf-
hof liegenden 5tücke gebracht werden würde, und er habe die
Weisung erhalten, diesen Weg eine Feldrute breit liegen zu lassen.
Vogel habe ihn nicht auf seinem Riss.' Bald darauf verkaufte Erff
sein Gut bei der Ziegelhime an den Bürger und Handelsmann
Schwanz. Hui ur.tr iio;hir.alip;en W-rkariiikiiiL; Je:. AckiTL.'crich:s im
27. September mit Hoffmann als Vertreter F.rfTs und Schwanz als
Käufer des ErftVhcn Gutes erklärte sich Schwanz nach Zureden
hercii, vnn seinem Anteil an dem Land wehrst tick Bornackcr-Ost das
■ Der ButttttTscbe Riss Ii« ihn.
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erfordert] cht Areal zu einem Wege vom obersten Schafhofwcg nach
dem Landwehrweg für 200 II. den Morgen an das Landarm abzu-
treten. Der Weg wurde gemacht. Das dazu abgetretene Stück betrug
nach Bunsens Messung am 29. September 28 R. 53 Sch.
.,. Abschaffung der Z we rch land we h r.
1798-1801.
Wie wir sahen, sollte schon 1798 bei Aufstellung des Parzel-
i in \t<^ planes dem Uiedhof aucli die Zwc rchlandwchr zugewiesen
werden.' Südlich neben ihr, gegenüber der Salpeterliüttc, haue später
der Handelsmann Bhrmann [im Feldern »auf dem Kamel«] Land ge-
kauft, um eine Ziegclbrcnncrci mit 2 Öfen anzulegen, von denen
womöglich einer mit Steinkohlen betrieben werden sollte.' Ehrmann
wollte nun 1793 die nach Vermessung von Joh. Daniel Claus 24 R.
98 Q Sch. kleines Decimalfeldmass haltende Zwerchlandwehr unter
Überlassung des Holzes an das Forstamt hinzukaufen. Das Forstamt
war einverstanden, aber die bürgerlichen Kollegien erklärten, »dass
Stadt den Bedacht nehme und wohl gar von der Landwehr jenseits
Sa c hsenhausen dazu verwenden müsse, an eine Veräusserung eines
Teils derselben nicht zu gedenken sein. Dem entsprechend entschied
der Hat am 16. September 179,1, dem Ehnninn sei tu eröffnen, odass
man jetzo nicht tunlich halte, auf seinen Antrag Rücksicht zu nehmen".'
Schliesslich kam die Zwerchlandwehr doch an den Ricdhof, zu dem
sie jetzt noch gehört.
V. Abiwriuftung der Landwehr Weiidelsivcg-Bornrwkci-.
1787-1809.
Die Abschaffung der Hauptmasse der linksmainischen Land-
wehr vom Wcndelsweg bis zur Südwestecke des Bornackers vollzog
sich, mehrmals unterbrochen durch die kriegerischen und politischen
Ereignisse, gleichsam in 4 Akten in der Zeit von 1787 bis 1809.
Unsere Darstellung derselben beruht hauptsächlich auf den l-'orstamts-
und Ackergerichtsakten.
I. Seit 1787.
Als man sich 1787 mit der Revision und Ausmessung der Stadt-
gemarkung und der Errichtung neuer Flurbüchern beschäftigte, kam
' S. S. J7g. — ' Sdion frillicr bestand liier cinq Ziegelei. Ei wird ein Zieglcr
Ferti erwähnt. - 1 L'glb. B. 41, Na. 46.
auch die künftige Verwendung der linksmainischen Landwehr von
der Oberräder Grenze bis zum Längen Bruch zum eisten Mal zur
Sprache. Auf Grund einer Begehung der Waldgrenze und Landwehr
von der Oberräder Grenze zur Mörfclder Strasse durch das Acker-
gericht, den Oberförster Vogel, den Oberförste radjuneten und 2
Ackergeschworenen am 29. April, wobei man die Landwehr nach
dem Walde zu meist, nach der Stadl zu bereits nirgends mit Steinen
versehen fand, schlug das Ackergericht vor, die Strecke Ober-
räder Grenze- Wendelsweg zu dem angrenzenden Walde
zuziehen, den Rest aber abzuholzen und den anliegenden
Feldeigcntümern zehentfrei gegen Zahlung zu über-
lassen. Erst am so. Juni 1788 befürworteten die Schöffen [der
»Senatus 5cabinorumii] diesen Vorschlag und forderten dazu Vermei-
dung der Vereinigung zehentfreier Stücke mit zehentpfiiehtigen,' Be-
messung der Stücke auf mindestens einen Morgen und Versteigerung
derselben entweder zum erb eigentümlichen oder, wie es auch mit
der Landwehr gegen 1 Linau goilielien sei, bestand; weisen Besitz.
Nachdem dies am 24. Juni vom Rate gebilligt war und eine
weitere Besichtigung durch Ackergericht und Forstamt mit Zuziehung
der bürgerlichen Deputierten stattgefunden hatte, erklärten die letz-
teren am i;. December beim Ackergericht und Forstamt, das fürst-
liche Haus Isenburg habe bei Gelegenheit des [seit Jahrhunderten
seh webenden!] Jjgdprocesses die Wegschaffung der Landwehr ver-
langt und mit deren Bewirkung gedroht. Es sei daher bedenklich,
an der Landwehr irgend etwas zu ändern, bevor jene Schwierigkeit
auf dem Rechtswege oder gütlich beseitigt sei. Auch ein wohl da-
mals verfasstes undatiertes Gutachten an den Senat für Beibehaltung
der Landwehr führt aus: da die Landwehr von jeher so heftig be-
stritieu worden sei, so dürfe man sie nicht freiwillig abschaffen.
Auf die Erklärung der bürgerlichen Deputierten antworteten
die Sern".'l"r:i .1 r - 1 j.inin; ; ySy : (iren/sirem gelten mit Isenburg
seien unmöglich, da die Grenze ausgesteint wäre; der noch an-
hängige Process aber wegen der Extension des Wildbanncs werde
durch die Landwehrfiage nicht berührt. Die Grenzen der Landwehr
möge man immerhin erhalten, diese selbst aber müsse abgeholzt
werden. Denn nicht nur habe sie, wie die Druckschriften bewiesen,
seit lange gegen isenburgische Übergriffe keinen Schutz geboten —
müssten doch die Bürger, welche jenseits der Landwehr auf ihren
1 Kinc solche Vereinigung kraiiiu- im litrcich des Alrcn Berges in Herrath!
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Feldern arbeiteten, Hunde und Flinten mitnehmen, weil sie durch
die Landwehr von den übrigen abgesondert seien, — sondern sie
bringe such ökonomischen Schaden, weil sie die Morgen- und Mit-
tagssonne entziehe und, meist mit Dornen bewachsen, Frevlern, so-
wie schädlichen Tieren und Insekten Zuflucht biete. Dagegen bestehe
[Iii: Aiisicin, J.isj ibs FoiM.mit gegen den Übertritt des Viehes aul
die Felder und gegen Eingriff in den Wald an diesem oallmählig
eine Wand aufschlagen und erwachsen lassena solle. Die Ansicht
der Schöffen fand am 27. Januar die Genehmigung des Rates.
Trotzdem wurde die Landwehr zunächst noch wie ein sorg-
[altig zu konservierender Teil des Waldes behandelt. Am 2. März
beschloss das Forstamt die Abtreibung der Stüclte 5 und (,,' wo
noch ein paar tooo gemischte Wellen ohne Nachteil gemacht
werden könnten. Auf 1 bis 4 seien in den vorigen Jahren Wellen
gemacht worden, die Stocke seien aber wieder sehr fjni angeschlagen.
Inzwischen bemühte sich Bunsen, im Interesse des Flurbuches
die Begrenzung der Landwehr festzustellen. Bei einer Besichtigung
am 22. Juni zeigte sie sich an verschiedenen Plätzen überwachsen;
mehrere Steine waren nicht zu finden, andere auf der äusseren Seite
vom Ackergericht einseitig gesetzt worden. Hierzu bestimmte das
Forstamt: wo Steine fehlen, seien sie im Abstand von 2 R. von der
Grabenmitte zu setzen; das Überstehende sei abzutreiben, das Fehlende
hinzuzuziehen; die einseitig ^csetiten Steine aber von Vogel zu
revidieren und auf der Innenseite mit 1 ; A (Forstamt) zu bezeichnen.
Am 29. Juni konnte Bunsen berichten, seine «Generalaufnahme
der Sachsenhäuser Termine}-« sei bald fertig, doch sei ein »geo-
metrisch richtiger Aufriss vom Ganzenet unmöglich, wenn nicht die
Landwehr vom Wendclsweg zum Riedschlag entweder abgeholzt
oder an bestimmten Orten wegen der Winkel durchhauen würde.
Als die Sache an die bürgerlichen Kollegien kam, zeigten sich
diese wieder ganz einseitig von Bedenken wegen Isenburgs und von
forstwirtschaftlichen Erwägungen beherrscht. Ihre Deputierten er-
klärten am 14. August, das Mandat Maximilians vom 2$. Juli 1494,'
welches von Frankfurt die Beseitigung der Sachsenbäuser Warte
verlangte, komme den isenburgischen Ansprüchen zu statten, und die
leiten seien derart, dass man den Holzanbau auf alle Weise fördern
' Die Nummern h-zichcn sich ael' ilic Kiotciluisfi iltr Landwehr in 10 bezw.
11 Distrikte mm Zweck der forstlichen Ben irischahung nach dem Plane vom
1. September 177:. Wo beginn die Zahlung? — 'S.S.liJ.
Es
ifeM. !)■•■ Laadwehr so dabei nicht abzuhobte
u Gehölz »soccessive. nach der vom Forst*
chtung wirtschaftlich zu benutzen.
Hierauf icrsank die Angelegenheit in en
> war die erste 7ei: Jet französischen Revolot
:en, sondern vielmehr
■rm gen offenen Ein-
dreijährige Kuh«.
2. Seit 1791.
fcrst 1792 kam die Sache wieder in Fluss, als am 17. September
;8 Sachsenhäuser Bürger eine Vorstellung an den Rat richteten be-
treffs o Wegschaffung der höchst schädlichen Landwehr.« In dieser
wird, unter Hinweis auf die Abschaffung der Frankfurter Landwehr
und den Vorschlag dirs A.kLV-cridus vom April 1787 zur Abschaffung
der Sachsenhäuser Landwehr vom Wendelsweg bis zur Murfelikr
Strasse ausgeführt; da die Sachsenhäuser Landwehr nicht, wie die
Frankfurter, durch Felder, sondern durcli Weinberge, Baumstücke
und Gemüseländercicn gehe, so seien die Nachteile durch Abgang
von Licht und Sonne, wodurch stärkere Maifrüste bewirkt würden,
i.uwie durch Vü:;t] und Insekten, weil grösser. Ferner erschwere
die Landwehr den Schützen das Länfangen von Gesindel und Feld-
dieben und verursache den aussen Begüterten Unkosten durch Fuhr-
lohn, da nur zwei Fahrwege, an der Warte und am Ziegelschlag
[hier = KiedschlagJ hindurch führten. Ihr forstlicher Nutzen sei ge-
ring, weil das alle 8—10 Jahre geschlagene krüppelige Holz nur zu
lirbsenrcisern und Wellen brauchbar sei. '
Die Vorstellung -wurde am 24. September von 127 Hur^orii
pr.isL-ntR'rt, worauf der Rat am 2j, ein Gutachten von Ackergericht
und Forstamt verlangte. Dies Gutachten kam, so scheint es, nicht
mehr zu Stande, wie denn überhaupt die bald darauf eintretenden
kriegerischen Vorgänge — am 22. Oktober Einzug Nemvingers, am
2}. die Auflegung einer Contribution von 2,000,000 iL, am 27. Ein-
zug Custine's, am 1. December Sturm auf das Friedbcrgcr Tor —
und die weltbewegenden Ereignisse der folgenden Jahre die Ange-
legenheit der Sachsenhäuser Landwehr abermals zu einer langen
Ruhe verurteilten.
Verteuerung de« FOrawhiKtwfi oe.« von. ,(,. Dezember .79., in Uglb* D. i %
Sa. I, hülst et, die [S:irii5enhäii5er| Landwehr sei auch kein Schur? lür die
Weiden, dl der Weidgang seil mehreren huraleil Jahren nicht über die Gärten
hiiuujrciche.
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— 286 —
,. Sei. 1798.
Die Friedenszeit zwischen Napoleons italienischem Feldzug und
dem Krieg der zweiten Koalition liess auch die Landwehr frage wieder
aufleben. Im März beschwerten sich der Ei nun d fünfziger Herr Stock 1
und Georg Hartmann von Sachsen hausen, dass an ihren Gütern das
Gehölz der Landwehr fast Vi R. Ubergewachsen und dadurch der
Weg auf ihre Güter gedrängt sei. Die Güter sind, wie das Folgende
zeigt, nahe am Wendelsweg ausserhalb der Landwehr zu suchen, der
Weg ist der Landwehrweg. Oberförster Vogel bestätigte die Angabe
und fand ausserdem »weiter herunterwärts nach der Warte zu, be-
sonders an der alten Schanze.., auch Gegenden, wo, im Gegen-
teil, der Weg ganz in die Landwehr »getrieben war, so dass die Land-
wehr Steine über dem Weg nach den Gütern zu standen». Die hier
erwähnte »alte Schanze» ist diejenige, welche zwischen WenrJels-
und Hainerweg dicht am Landwehrweg lag.' Vogel wurde hierauf
am 30. März beauftragt, in der erstgenannten Gegend die »Dornen
und Hecken» wegzuräumen, an der alten Schanze aber den Weg
nach den Steinen in die Güter zu treiben.
Durah diesen Zwischenfall scheint die Sache wieder in Fluss
geraten zu sein. Denn an: M.Juli brachte eine Deputation von
Saebsenhäuser Bürgern das Gesuch vom 17. September 1792 beim
Forstamt wieder in Erinnerung. Die alten Gründe wurden wiederholt,
und nun gar über ij — zn Schuh Schotten geklagt.
1799 wurde dann die abzuholzende Landwehr auf 7522 Ii. taxiert.
Bald aber geb. neu der k^imiende K.uliuonskrieg und neue starke
Kontributionen, sowie die Unruhen der folgenden Jahre von neuem
Stillstand.'
Frst 1H02 trat ein Ratsgutachten vom 5. März der Sache wieder
näher. Das darauf bezügliche Forstamtsprotokoll vom S . Mai fand
ich nicht in den Akten. Am 17. Juni empfahl dann der Rat, nachdem
er ein Gesuch der Oberräder um Aufteilung der Landwehr am Vieh-
weg bewilligt hatte, dem Forstamt, einen gleichartigen aAntrag wegen
Ausreutung der Sachsenhäuser Landwehr, die nicht an den Wald
stössei« einzubringen. Aber es geschah nichts, und so wiederholten
die S.idiMTih.iu^-v am 29. November in einer mündlichen VorsieHim;;
beim Ackeigericht ihre Wünsche aufs neue. Jetzt kam man ihnen
■ Die .Stock bebe Wiesci S. S. iß. — • S. Plan Thonus 1790. — 1 Eine
Ansicln der Sachienlijuser Wjrte von »arden um [öco (Museum C. 4)47) 7cigl
noch westlich da. von iKihrn iSjumcu iibcrr.i^K- l.in.Swchrj-ebüich.
wenigstens insofern enrgegen, als man der Wegenot durch Öffnung
der Landwehr am Hasenpfad, Hainerweg und Wendelsweg für den
Fährverkehr abhalf. Auch eine vermittelnde Ansicht über die Land-
wehrfragc kam damals in einem Gutachten zum Wort: der mili-
tärische Charakter der Landwehr — so wird ausgeführt — ist un-
jweifelhaft; sie kann noch beute den Feind aufhalten, «Da indessen
hiesige Stadt den Verteidigungsgeist so ziemlich verloren hat und
der . . . Wald auch Vorteile genug zur Verteidigung verschaffet,
so möchte die Landwehr . . . keine so grosse Notwendigkeit seino.
Trotzdem isr ihre Abschaffung bedenklich, solange der Rechtsstreit
über die Ausübung des Wildbanns [bis vor die Tore Sachsenhausen]
schwebt. Denn ist die Landwehr einmal abgeschafft, so kann sie
nicht mehr errichtet werden. Die ökonomischen Gründe der Petenten
freilich sind hinfallig. In forstlicher Beziehung aber ist die Landwehr
der Verbesserung nicht nur fähig, sondern auch bedürftig, denn bei
dem steigenden Holzmangel muss der Holzbestand eher vermehr!
werden, und woher soll man die Frbsenreiser nehmen, die der Wald
nicht liefert? Nach alledem ist es zweifelhaft, ob Ausrottung oder
Beibehaltung besser ist, Abschaffung wäre allenfalls für die Zwerch-
landwchr und die Strecke Xicgclhütte-Hurenbrunncn dem Forstamt
zur Prüfung anheim zu stellen.
Jetzt trat wieder eine längere Pause ein. Erst am 30. August
1804 erstatteten die Deputierten zum Forstamt dem Rat folgenden
Bericht: Die von den Sachsenhäusern ehedem für die Abschaffung
der Landwehr vorgebrachten Gründe sind sämtlich hinfällig. Denn
einmal ist langer Schatten unmöglich hei der Richtung der Land-
wehr von Ost nach West und ihrtr Bewirtschaftung als Niederwald
mit lojährigem Abtrieb. Das Gehölz Ut »mehr einem englischen
Bosket ähnlicher als einem Walde, was es ehedem vorgestellt hat«.
Sodann isr Gesindel seit der Atmsführung der Deputierten keines
beobachtet worden, endlich sind die Unkosten für Fuhren beseitigt,
da nunmehr am Hasenpfad, Hainerweg und Wendelsweg die Stege
weggeschafft, die Gräben ausgefüllt und Fahrwege eingerichtet sind.
Dagegen sprechen für die Erhaltung folgende Gründe: 1. der Bedarf
von 30—40000 Erbsen reisern. Zu diesen liefert die Landwehr einen
starken Beitrag, der durch nichts ersetzt werden kann, seitdem das
(iDldMciner Wäldchen abgetrieben ist. Nach Abschaffung der Land-
wehr würden die Sachsenhäuser und Obcrrader alle Reiser im Walde
stehlen; 2. der Bedarf des Bauamts an Faschinen, zu denen man
die Hegen nicht ohne ein Forstverbrechen heranziehen kann; 3. der
— 188 —
Bedarf an einigen tausend Wellen; 4. der steigende Holzbedarf im
allgemeinen, der jede Verminderung des Waldes verbietet und tun-
lichstc Vermehrung dringend erheischt. Die vor einigen Jahren er-
folgte Abgabe eines Vii M. enthaltenden schlechten und exponierten
Stückchens Landwehr in der Oberri'der Gemarkung war eine Aus-
nahme. Die Landwehr ist also höchst wichtig und unentbehrlich,
zwar nicht mehr zur Verteidigung, woran man im letzten lang-
wierigen Kriege [dem zweiten Koalitionstrjtsl o'^ 11 gedacht hat,
wohl aber als Anhang des Waldes. Sie ist daher zu erhalten und
vom Forstami ferner zu benutzen.
Unbeirrt durch diese Ausführungen hielt der Rat am Gedanken
der Abschaffung fest und kommittierte am 25. September Acker-
gericht und Forstamt, nochmals mit den bürgerlichen Kollepen tu
konferieren und diesen die Bitte der Sachs enhiluser, aber auch die
Bedenken wegen Isenburgs mitzuteilen. Wären dann die Kollegien
einverstanden, so sei Abnutzung, Grenzberichtigung und Aussteinung
durch Steine mit Nummer und L W vorzunehmen und ein Aus-
steinungsprotokoll anzufertigen; endlich sei von Ackcrgcricht und
Forstamt ein gemeinschaftlicher Bericht über den Modus der
Überlassung einzureichen,
Hierauf erneuter Stillstand während der ereignisvollen Jährt
1805— 1807.
Erst 1808 wurde die Landwehrsache wieder aufgenommen.
Inzwischen hatten sich, in Folge der Hinrichtung der primatischen
Regierung seit dem •). September*! 806, durchgreifende Änderungen
in der Verfassung und den Ämtern vollzogen. So war 1807 da.s
AtktTg triebt und das Korn amt mit dem Landarm unter dem Namen
Landrentamt vereinigt worden. Im Frühjahr iS:>8 bcschiiftiite
man sich viel mit der Frage, wie die Weidgerechtigkeit zu Gunsten
der Forstwirtschaft eingeschränkt werden konnte; hinsichtlich der
Sachsenhauser Landwehr aber war der etwas sonderbare Plan auf-
getaucht, aus Warte und Landwehr zusammen ein kleines Gut zu
formieren.
Am n, April stellte ein Gutachten des Forstamts mit Bezug-
nahme auf den Katsbeschluss vom 25. September 1804 folgende
Sätze auf:
1. Da die Landwehr bisher vom Forstamt verwaltet wurde und
diesem ihr Ertrag zugeflossen ist, so soll auch der Erlös aus ihrer
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— 2&? -
Vcräusserung dem Horstamt zu Gute kommen und nicht der Ab-
lösung d;r WL-idiji.TtikiHkk'it.
2. Der Plan, aus Warte und Landwehr ein Gut zu bilden, ist
j. Eine neue Taxation der Landwehr ist nötig, da seit 1739
4, Preise Bestieg*. Ad.
4. Die Angrcn/.i'r sind zu fragt-n, ob sie den neuen Taxpreis
zahlen wollen. Wenn nicht, so findet Veräußerung an die Meist-
bietenden statt.
Hierauf schlug am 22. April die fürstliche Generalkommission
in einem Bericht an den Fürsten Primas betreffend bessere Kultur
ia Unterwaldes vor, die Weidegerechtigkeit durch Ablösung ein-
zuschränken und die Kosten der Ablösung ausser durch eine extn-
.>r.:: n.ii- c I [üb.t;:liui:i T durdi Vuriiusserung einiger wenig nutzbarer
Teile des Stadtwaldes oder vielmehr der zu demselben gerechneten
■sogenannten Landwehren, zu bestreiten. Die Einrichtung von
Warte und Landwehr zu einen, Gütchen aber erklärte auch dieser
Bericht für unpraktisch, weil der Käufer viel für Urbarmachung an-
rechnen müsse.
Am 22. Juni beauftragte "dann die fürstliche Generalkonimission
den Senat, von Horstamt und Landamt entweder ein gemeinschaft-
in Erbrecht zu überlassen, 2. ob die benachbarte Landwehr zur Watte
za schlagen oder mit dem Stadtwald zu vereinigen, 3. ob und wie
der Wartmann abzufinden sei. Hierauf forderte ein Senatsbcschluss
vom 28. Juni gemeinsamen Bericht des Land- und Horstamts.
Inzwischen Übergaben am 17. August die Ackergeschworenen
dem Forstami ihre Neutaxation der Landwehr. Das Areal betrug
J7 M. I Viertel 22 R. j8 Seh-, der Taxwert 8721 fl. 15 kr.
Es wurden nunmehr am 27. August die Laiidwehrinlieger auf das
Forstamt geladen und gefräst, ob sie die ihren Ackern angrenzenden
Landwehrstücke zum Taxpreis kaufen wollten. Am ja erklärte sich
ein Teil derselben dazu bereit, während die anderen, freilich ver-
geblich, den Senat um Gewährung der Taxpreise von 1739 baten.
Aber das Horstamt verlangte die Unterschrift aller.
Auf die weitere Hrage, ob jemand die Warte samt der Land-
wehr als Gut kaufen wollte, meldete sich niemand; das Forstamt
hielt daher nur noch die Vermietung der Wartgebäude mit Aus-
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schluss der Försterwohnimg für aus sieht svoll, besonders wenn ei
Schenkwirtsdiaft dazu komme.
In dem nunmehr' erstatteten gemeinsamen Bericht li
Land- und Forstamtes werden zunächst die eben erzählten V<
gänge erwähnt. Darauf machte das Forstarat folgende Vorsehläj
i. Kur ein kleiner Teil der Landwehr, für 2-; Kühe genügend,
Angrenzern zum Taxpreis verkauft. Das Kapital wird zum Ankauf
von Stadtobligationen verwendet, die beim Rechneiamt solange zu
hinterlegen und zu verzinsen sind, bis sich ein passendes Ersatz-
objekt zum Ankaur findet, z. ß. Grundstücke, die sich mit dem Walde
verbinden lassen. Gelingt ein solcher Ankauf nicht, so sind von dem
Getdc ausserordentliche Kulturen zur Besserung des Waldes -la
machen. 3. Die Übernahme der Lieferung von Wellen, Erbsenreisern
und Klotz- und Stockholz bedeutet zwar für den Forst einen
Verlust ; dieser ist aber nicht gross, weil die Landwehr als Wald
wegen ihrer Form und gefährdeten Lage auch bei strengster Auf-
sicht nie so viel einbringen kann, wie ein gleichgroßes mit dem
Wald vereinigtes Stück.
Das Landamt aber, in welchem, wie erwähnt, das Acker-
gericht aufgegangen war, wünschte, dass die Warte, deren schönes
Gebäude ursprünglich .zum Aufenthalt der das Messgeleite eingeholt
habenden bürgerlichen Cavalliere und deren Bewirtung« gedient
habe, als Landgut veräussert weide. Dieses könne sich leicht nach
und nach durch die billigen Äcker jenseits der Landwehr vergrössem.
Der Wartmann, der nur noch die Funktion habe, »einen Notschuss
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in den Meist bittenden entweder als Eigentum oder in Erbleihe ab-
gegeben. Findet sich kein Liebhaber, so sind sie auf 6-9 Jahre
meistbietend in temporale Pacht zu geben. In beiden Fällen isl dem
Besitzer der Viehtrieb in den Wald nicht zu gestatten, falls er ihn
nicht schon als Bürger haben sollte.
2. Die Landwehr vom Wendelsweg zum Riedschlag, ausser
einem Stück zur Erweiterung der [Darmstädtcrr] Chaussee ist an die
Anlieger nach Massgabe ihrer Feldstücke zum Gesamt tax preis von
8721 iL abzugeben unter den Bedingungen der Abtreibung, Urbar-
machung und Verbindung mit ihren Grundstücken.
3. Der Erlös ist bis zur Acquirierung anderer Realitäten durch
das tvechnciamt zum Ankauf von Obligationen zu verwenden, die
Zinsen zu den ordentlichen Gencraleinnahmen zu liehen.
: resp. dem
er am 22. Jur
m Fotstverstät
Der Erlös i
Demgemass gab am 22. Juli das Landrentamt dem Forstami
auf, das Gehölz mit Ausnahme der grossen Buche [des Hesenbaumes] 1
am Hainerweg, die zur Bequemlichkeit der Feldbegüterten bleiben
soll, zu Klaftern aufmachen und versteigern zu lassen und darüber
Protokoll einzureichen. Die liolzverstcigerung fand am 17. November
statt und ergab nach Abzug einiger Unkosten 432 11. 4J kr. Das
Landwehrgelandc aber vom Wendelsweg bis zum Riedschlag wurde
an die Anlieger »nach Massgabe ihrer Endstücke« verkauft. Die aus
der Landwehr gemachten neuen Feldstücke tragen in den Kaiaster-
karten des XIX. Jahrhunderts die gleichen Nummern wie die an-
liegenden alten, jedoch mit dem Zusatz des Buchstaben B. Mit der
Warte endlich, die man nicht veräusserte, wurde mir das kleine ihr
östlich anliegende Landwehr stück verbunden, welches jetzt noch als
Wart|;jrten dient.
TL Abschaffung der Oberrflder Landwehr.
I. Abschaffung der Lindwehr Lehengraben -Oberrad.
Wann und wie die Landwehr zwischen dem Lehengraben und
Überrad beseitigt wnrde, ist mir ak teil massig nicht bekannt. Auf
den Rissen Mit? und 18 um 1600 fehlt sie schon, auf den Ober-
rider Grundrissen von 173 3 erscheint an ihrer Stelle vom Lehcn-
.urabeii bis zum nbcr-.ti.ii Tai der Seh.ifei g.issu ant einzige Lm^f
Wiese, die spätere Ochsenwiesc. Sie ist noch ganz unberührt bis
auf ihre Nordwesteckt, auf welcher das schon auf M I 17 und 18
vorhandene Spielhaus, später Rathaus gebaut ist.
2. Abschaffung der Landwehr am Vichweg innerhalb
des Dorfes.
Vor '7)J. .
Das Landwehren de, welches vom äussetsten Schlag am Vichweg
und der später neben demselben errichteten Mauer nach Norden in
das Dorf hineinragte, ist auf den Rissen von 173-5 mit einem Hause
und einem nördlich davor liegenden Ganchen besetzt. Auch der
Riss von 1777 hat dieses Haus, wenn auch in ungenauer Stellung.
Es ist das 1614 als »das gemein h irden ha uß«,' 179S als "Hirtcn-
wolimmg« = bezeichnete und in letzterem Jahre seiner Lage nach ganz
genau bestimmte Haus, das bald darauf verschwunden sein muss, da
es im Flurbuch schon fehlt. Dort gehört das Landwehrende zu dem
benachbarten Grundstück 439 C.
3. Abschaffung der Landwehr am Wey land'schen Garten.
>799-
Neben dem südlichen Oberräder Dorfzaun lag ein grosses
Hd Dunsen 'sches Ackergut |Flurb. No. 439 C], dessen Schmalseite
in der Breite von etwa 19 FR. oder 15 WR. auf die Landwehr stiess.
Auf diesem Landwehrteil hatte 1732 der Oberräder Schulmeister
Griesinger kraft eines l:m; AüUaile Je:: Schorn v;in I k>!;;hausei:
»ersehliehencno fvitsctmclusums vom 1 5. September 1739 gegen Zins
ein Haus mit Garten anzulegen jngefirgm, I-r haue dadurch nach
der Aullassimg des Klägers nicht nur eine in Kricgs/ciien gefahrlichc
I.ini.Kvelireiu/leliLir.!; Seg.nigen. ■(indeiii auch d-.-is Thiirehespfad ' Ji-m
' Utcrr.Wclirscluftsb. F. 177. — ■ FontamlSJÜiten vom II. und 14, Juli 1758,—
' S. S.
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Gebrauch enmigen und Jen Vieliweg so vcrcni;i, »Jass weder eine
Herde einet Her Je noch ein Gesdiirr einem Geschirr auswckliemr
konnte. Landamt und Pors tarnt nahmen auf Ratsbefehl die Sache
in Augenschein und stellten dem Rat anheim, den Griesinger für
den etwa schon begonnenen Hau zu entschädigen. So wurde Jas
Stiich Landwehr erhalten.'
Als dann 1797 dieselben i Idtzluuseii'sclieii Äcker ausgesteint
wurden, hatte Bimsen zwischen diesen und dem 'l'lu.vcjiesjil.; J c:!ii_;e
fehlende Steine ohne Vorwissen des Forsumtä setzen lassen. Obgleich
er sich auf einen Prdcedenzfall berief und erklärte, die Steine nach
der für die ganze Landwehr angenommenen Norm von FR. von
der Mitte des inneren Grabens gesetzt zu haben, mussten die Steine
herausgenommen und alles wieder in Jen früheren Zustand gebracht
werden. 1
Nicht lange danach kam das Hilkhausen' sehe Gut an P. C. Wey-
lanJ, Frankfurter Bürger und Tabak sfabri kante 11 zu Obctrad, der
i'trcits die Clause [I : lurb. ^J9a] und Jas westlich angrenzende Sliick
[Flurb. 459b] hesass. Er hatte die Hulzhauseu'schen Acker in einen
Garten verw.uniek und wunichie nun i:n Stju:n:er 179S, um Sieine
dortbui (ahrer. zu lassen, mter das Stück Landwehr, welches ober-
halb Oberrad oächst der Hirter.wohnung ' an seinem Garten« herzog,
einen Weg zu machen. Dieses wurde ihm :n der Breite von 10 Schuh
gestattet.*
Im Herbst bat dann Weiland auf Anregung des Foistamts um
die weitere Liiauhiiis, ilas .me.rrnzeiidr Sli.sk 1. inJwckr nebst Jem
-•<:: ierlau!e::dc:i 1 eil Jes 1 hj::l;e;^ :;Jes n. jaul 1:1 V. .: Ii uii, Skil-
auf die in den Beschlüssen vom 24. Juni 17SS und 17. Januar 17H9
au. gcs|;ru. hene, n.ir noch Je: Zustimmung der bürgerlichen Kollegien
harrende Ansicht des Rate* betreffs Abschaffung der hnksmaimsch.cn
Landwehr, glaubte das Forstamt am tu, Augost 1799 die Erlaubnis
erteilen zu können D;e Üer.elm gai.' ö-jrcl Jen Ra! fand am ij.
der Abschluss des Kontrakts aol dem Forsurme am 14. August statt
4. AI 1 I . der Landwehr an »Herrn Kellerst
Grundstück.
Am 2.\. April tSot kaufte Herr Keller 19 R. ;o Schuh Land-
wchrgtliind, wahrscheinlich das Stück neben Weyland, auf welches
' Mglb. E. 48, N'o. 6. — ■ Forsiaiiusaliien jo, August 1797. — ' S. Ak v,->n k c
Nummer. — * Fnistamtialitcn it. und 14. Juli 175g. — 1 Ibid. 1795.
J.is ^ciiLiiuiic Miss ji.ii.st. Der l'reis war zuerst, »nach dem Verhältnis
wie Herr Weyland dergleichen ebenfalls erhalten- hatte, auf 65 B.
24 kr. angesetzt, dann aber auf 30 fl. reduziert worden.'
Vorschlag, »Jas In die Oberrädci- Gem.uku:)« hiiiem? icheiide«, nach
Messung des Oberförsters Vogel von 1799 2 M. >U W R. haltende,
»Stück Landwehr bis an den Wald, das fast durchaus mit geringem
Gesträuch bewachsen und diesen Boden je näher Oberrad, desto
sandiger und schlechter!! sei, in drei Teile zti teilen und an die An-
lieger zu verkaufen. Hierbei sollte der Thürchespfad beibehalten und
von dem übermässig breiten Viehweg die Übergriffe auf die Land-
wehr unter Setzung von Grenzsteinen rückgängig gemacht werden.
Das Fofstamt, welches den Vorschlag billigte, sich jedoch die Ab-
räumung und Verwertung des Holzes vorbehielt, bat im Einver-
ständnis mit den hurporlkhen Kollegien den Rat, die Landwehr im
Werte der Güter, d. h. zur Taxe von 200 fl. pro Waldmorgen, ver-
kaulcn zu dürfen, verwahrte sich jedoch j^oh jede weitere Mehmälerung
des Waldes. Die Schöffen fügten noch Aussteinung der abzugebenden
Landwehr durch Steine mit Jahreszahl und L W und Aufnahme
eines ins Archiv zu legenden Aussteht ungspro 10 koll es hinzu.' Darauf
;;aichini;;te der Rat alles am 17. Juni, und die Ausführung fand statt.
6. Abschaffung der Landwehr zwischen Viehweg
und Wendelsweg.
Die Landwehrstrecke Vieh weg- Wendelsweg grenzte durchweg
an den Wald, seitdem das Dreieck zwischen Wendeis-, Bischofs- und
Landwehrweg aufgeforstet war, was nach 1600 geschehen sein
muss, da die Risse M I 17 und 18 hier noch keinen Wald haben.
Seitdem 1802 das angrenzende Stück am Viehweg und 1809 die
Landwehr westlich vom Wendelsweg aufgeteilt war, hatte auch die
Strecke Viehweg- Wendelsweg ihre Rolle als Landwehr ausgespielt.
Da sie aber einen Teil des Waldes bildete, so blieben die Gräben,
wie bei der Tannenwaldlandwchr, unausgeführt und bieten daher noch
heute ein deutlichen ßiiJ der .dten \Ve!iraid:ige. Von den Gebückbäumen
standen noch viele zu Coliauscn's Zeit. Jetzt sind sie verschwunden.
1 Foratamtukteu 1801. — J Ibid. iBo; und Uglk. A. s
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Anhang.
I. Steinungcn der Landwehr.
Die Nachrichten über Steinlinden der Landwehr, die mir be-
ginnt geworden sind, sollen hier kurz zusammengestellt werden.
1. Am 9. November 1415 wurden bezahlt »3 8 6 ß 6 h [der
/) =*■ 9 h. gerechnetl] umb 100 und 7 margstein iglichen für 6 h.,
und hat man die sieben dar inne gelassen, die lantwer vor der
stat zu steinen. Item 25 fl von 5 t'cncn diu -ulbi-i steine zumren.«'
Ferner am y>. November: »34 ß 4 h. umb 65 Marksteine zur lantwer.«'
Rechnet man den Stein ebenfalls zu 6h., so musste der Gi'^niijuvr;
;j jt € h. betragen, er betragt aber 22 h. mehr. — Am 18. April [4 i(<
heisst es: 119 ffi han wir gegeben den gesworn, als sie die lantwer
steinten, daz aller Dienlich wissetc, wie nahe er derb; eren [pflügen]
mochte«.'
2. Am 37. Marz 14.15 wurden bezahlt 110 ß von zweie Fürthen
1 oft" die lantwer [welche?] und greben [Stadtgräben ?|
3. Kurz nach dem t(~, Oktober 1459 wurde beschlossen »die
dazu bestimmt »die lantwer für dem Bomheimer walde widder zu
steinen.« 7 Es fand also eine Ncustcinung der Buchwaldlandwchr
statt, ßci dieser Gelegenheit unterließ man auch nicht »eynen .weg
uff der lantwer für dem bornheimer walde [= Bornheimer Land-
wehrweg (+ Bcgleitwcg am b'rasskeller iiiiui?)) ilvz List einen.«'
4. »1462 ist die Landwehr abgesteinet worden...' Welche?
5, Am 5. Dccember 1467 bcschloss man »umb die lantgewer
[»eiche?! die SIe 5" wyder offrichten laßen und fortcr also steyn
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umb, und lut 3 Tag dar mit umgangen.«' Innere Sicinung, wahr-
scheinlich vom Langen Bruch zum Wendclswcg = yo6 Ii. Siehe das
Folgende.
7. 148,- wurden n2 S den geswumen geben umb steine zu
setzen vom Rodenkrutze bis in das Gerichte und Termincy zu Ober-
rode V Wahrscheinlich auch innere Swinung vom Wendelsweg zur
Zinjjel = 594 R. oder zum Lehngraben = 659 R. Die für 6 und ;
Von diesen älteren Steinungen hatten sich gegen Ende des
XVIII. Jahrhunderts noch viele Steine erhalten. Sic sind alle ohne
Datumzahl und Nummer und tragen auf der Ausscnscite ein gerade-
stehendes gleicharmiges Kreuz +.
Am 18. Juni 1727 fanden sich auf dem Frankfurter Anteil der
Ginnheimer Landwehr nur noch 3 Steine. '
Am 6. Januar 1787 fand Bunscn zwischen der Bockenheims
Warte und dem Eisernen Schlag auf der inneren Seite noch viele
Stück Flurb. i W und dem Ackergerichts-, spater Komamtsaek«
Flurb. 33.
Nach dem j. April 1787 fand Bunsen an der Zwerchl and wehr
5 Landwehrsteine. Sein Riss der Zwerchlindwehr von 1788 gibt
deren nur 4 und zwar innen. Der etwas frühere Söllner'sche Riss
Am 29. April 1787 fand Bunsen die linksmainische Landwehr
von der Oberlider Grenze mir Miirk'Sder Sii-jsm: «nach Jens W.i'.ik 1
■ zu meist, nach der Stadt zu beinahe nirgend 3 mit Meinen vench:;'..
Am 11. August 17S8 fanden sich bei einer Besichtigung der
Bumhcinier Grenze zwischen Stein 31 und 34 2 innere Land-
Ich selbst habe von allen diesen Steinen noch die 4 auf S. 170
naher bezeichneten auf der Ausscnseite der Landwehr zwischen
Wendeis weg und Bornacker gesehen.
Sic sind samtlich von Basalt und nachlassig behauen. I— 3 sind
oben abgerundet, 4 schliesst gerade ab. Vielleicht liegen zwei ver-
schiedene Steinungen vor.
is Rb. -
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8. Von einer Steinung vor 1727 zwischen dem Hospitalgut
unter dem Aken Berg einerseits und den. Rechneiaml, dem damals
noch die Landwehr unterstellt war, andererseits land ich 2 Steine,
, . .. . . $OP - . . - RECH , . .
auf der emen Scue nut , uf der andern m,t ^ benennet,
zwischen Siein 69 ur.d 70 .Uli Zwerchgr.ibcii und zwischen Stein 7:
und 73 an der Landwehr »Grosser Riederbruch rechts.*
9. Von einer anderen ebenfalb vor 1727 von den gleichen
Koritr.iiieiüeu fernen fand ich 3 Steine mit $©P und RA. Sie
stehen: 1. an der «Landwehr am Rhederfeld» ; 1. und 3. an der »Land-
wehr an der Reibenwiese«. Der letzte tragt oben die Nummer 15,
10. Auf eine Landwchrsteinimg von 177; schliesse ich daraus,
dass ich 4 Steine gefunden habe, welche auf der Vorderseite
auf der Rückseite je die Nummern 14, 19, 14, 33 tragen. Es fand sich
No. 14 nördlich vom jüdischen f-edho: auf einer nach Osten zum
Siein 3 der Bornheimer Grenze verlaufenden Ackergrenze;
No. 19 .im SüJwcs'.eck des das ehem. PidvcrniajM/in himer dem
Friedhof umgebenden viereckigen Platzes, ausgerissen;
No. 24 im Fischerfeld, etwa 30 R. südlich von dem das kleine
Riederbruch begleitenden Wege als Ackergrenze;
No. westlich am Landwehrgraben der Reiherwiese aus-
gerissen.
Die Steine 14, 19, 24 sind sicher verschleppt, 33 könnte neben
seinem ursprünglichen Standort liegen. He/ng sich die Steinung aul
die Riederfeldl.mdwirlir ■.tun Main herauf?
alten Berg nnd Ackcrgcricht. Gefunden habe ich einen Stein mit
einerseits $BP, andererseits ( fi an der Landwehr »Grosses Rieder-
bruch linksu kurz vor dem Eck, wo das kleine Bruch beginnt.
beschlossen war, besteUie das Ackergericht bei Renffer in Bockenh,
für die Steinung der grossen Landwehr vom Dammgraben bis
Bornheimer Grenze mit Einschluss der Zwerchlaudwehr 79 Schied-
steine, die aussen mit -f-, innen mit Nß [Xcubruch] bezeichnet >
Sic sind aurdem Bunscn 'seilen Risse einge trugen bei der grossen Land-
wehr von Stein 65—19Z, wo diese die Grenze bildet, und bei der
Zwcrchl and wehr. Von diesen Steinen habe ich noch 12 in situ
gesehen, 4 von ihnen haben das stehende Kreuz, wie die allen
Landwehrsteine, 8 das liegende X. Die vier der ersteren An
standen
1. gegenüber Stein 18;;
2. gegenüber Stein 189;
;. gegenüber Stein 192;
4. .111 der Zwerclilandwchr innen, im Weggraben e'twa jo H.
nordlich vom Fricdhofportal ; es ist der zweite von Norden der von
Bansen I7S8 eingetragenen.
Von den 8 Steinen der zweiten Art sind Süssere Landwehrsteine
1, 24 R. südlich von Stein 65;
2. I R. Östlich von Stein 65;
;. und 4. zwischen Stein nj und 120 am Ginnhcimcr Stadtweg;
innere Landwehrsteine:
5. gegenüber Stein 66;
6. gegenüber Stein 80;
7. gegenüber Stein 8; auf der Ecke;
8. gegenüber Stein 90, j R. davon;
9- an der Zwerchlandwchr nördlich von dem vorhin genannten.
Der Sinn des liegenden Kreuzes ist mir nicht bekannt. Vielleicht
hat man die vorhandenen alten Steine mit +- benutzt und ihnen
NB aufgcmeisselt, den neuen aber zum Unterschied das liegende
Kreuz gegeben.
Ij. Von den S. 269 erwähnten, 1809 gesetzten Metzger-
weidsteinen sah ich z. B. an der Boctenheimei Landwehr mich
folgende:
1. ungefähr 30 R. südlich von Stein 6j;
2. gegenüber Stein 66;
3. gegenüber Stein 71;
4. gegenüber Stein 73 ;
;. gegenüber Stein 76;
6. gegenüber Stein 79;
7. gegenüber Stein 81.
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II. Berichtigungen und Zusätze.
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— loa -
S. 1 19, 1. it- V 1 .-- 1- lic- ; i> inlan?-- h ij i : .1 11 . ; ■v..hr..-:iei r ilk-h eine Knicke, sictn-;
tili SlI.I.Il:- Se le Al'.eli.nhi.^ [e..h.iji:i l 7.[e rii.iri -.. :i-n. 14,^; i[.'.iii am z.|. .\r.r I
l,e:.c]ive[ie ] ' ! 1 1 M | .] . v.u. !].la.l.i Jaultet, mia-, die i-.T.d'-e .Uli: liamnian siij.e
;:etr,ie,.'e.i ■.in,- ;:c.viy. ..erde Je; Nu»cn LliiMtr. .earl und dinneii 111
| i.u I 're::i:i!<--l<.iine; [ViiL-] ahe- dl; e^ler 1 1 :,■ ; .k 1 i .- h fi 1 1 ..:h.J;:i,
tarte rtwSe Miet erst an,«.
S. X. ju u
gmssf Ritt villi 1)77 liabe« ciiie fahrbari lln
selben e-ii.e-i e.nfaehcii h,.lM.iieii 1) ;e hiscll lag.».
S. I17, Z. ((. Ii"i;;e llimu: liti-nJ.1 .Iis Ulfiet Harb. So. H itC.lifrie-J
viiii Ck-ens Wiese«. Revers betr. das I_aii, ; e flieeh, !i,i[iit in N.>. jii der Rejv..
S. IJ1, Z. II lies: .Neue Slrasac (■!.>.
S. lü, Z, 7 und 3 streiche von iwo. bis .msininicnlrifli...
S. 168, 2. 1J SUR «Nordenda lies: .Weslrando.
S. i;o, Z. lz u.V.: ...vcstiieii« lies- Mödlich..: Z. stall ..SüjMrcifctt« -
.1 Kl. 'Iii irr . K tl « S.|.|-,i'e:v, - „\.::.\t::eiV:i,.; / > , -'.II! .Westedll -
»S.id.,e.i,ck., 1 .:.m „O.uvl.. - »Nur Josteck..
^ S. ijj, z. J (i6a) Ober die
::i ds-i l'r) ."..Den in
best ndge* ss von a„:.,-i.. .m. u < iv-,ai.,.:i: m 14. Mar, H^ifyä
1. 1 1 . : ■!. 1.1.' I I 1 |] n [ =1 laßen; v
hin uf'eil lide-n da. cd-.i Leinen i.r.i vs i liii-r briiiir..:!. aneli
passr niebt auf die Nei.e War!-. .1:1 iKnen Weg. wolll at
am Millllberi'Ht'i' Vei n.i:'-i;:i ,.1'ele: M. ...ler uMillelil» 11: ie-.c:, i.n.l dir
Müller der Deiilschhcrrcnmüiile gemein».
S. 187, Z. 1 bis j jeh,
.tz. Ii«: bis .11.; f.. 1
von 17-1 !■,!■[ ..it .Vaae.i, ;i;i,; ie.cht das Haus 11
,iie I r,ll.!*itr •<■,!■.: !i:i I l.i.hedi rei.k. I n.lmii
narli Nnr.tMi. d,.::, leblt .Mi il.ui. aa: .kr ,:„d d:e l'i
l| I r I s dl I
S. ijj, Z. Ii rieh »verde A'... seliieb: ein: i,A-j( ,!e:;i \v[edei ief S cfiindcncD
Iii. I i. I ,1
II neben 'llaus in; ran ei::.:!.
Mause bedeekl, die nördliche, die bis über Hins IO] hbunsreldn. isi frei.
S. 106, Z. 1 von unlcn lies: .Der uiHei'.- ii-. .ierbei^-.ie? idieiul dort einen
S.iil.i,: i;e!i.,!-1 <u iuKi:.. An: 2S. Oktni-LT i W i ralibe iv..lii « 1 j 17 Jakob Klobe-
l.n:;:: .i.-iii ;i:iii;.-:i ::r.i ![■■::!:. .:: ..■:: .ies Ode:, v.i: .-.,e::' .le-ei: ;i: ::i:.el.e:i
.... de,, i-,:iV..I,e:i Rheder.. .:.:.! 'e' ei:-, v„r dein l>rL=]:e ur,,:.
das Hole . ... als in der r.id da, l-ei,.|l,,,: i.atl.-. (Hb. [;oi H. 56s.) Die
Wli.reerle "L-ei:, l'.ie.lern» in.i ^ie de. K.-.-.leraer^.. •■■ei^.e .■.!!..::■. UM Glider, ye.-a
( We^tver.-. 1.1^;) — oi ere:. lli.ee. aeie-.-. e.: .:reUe.-l v. üMLe:]. I>er eii:e Seil.i;
flllii: ::K.l Jl.l ..■.■■[! Jlei: Ai:ij::l' Jvv ',V,'j... D.i. a .i...:i ;i::ii, ,::,. In. In.
n den Bucltwald aiebenJc Koni« '
ii ,i!eil,iTi Iii. 1.1 ■: fLul) mm l'i . 1 I .111 iii, I' 1 1".| "« e:'. 11, 1 ■
deo ■.vi-iu'erie-i ni :.re:l:. J.ei^'T. ;>.-r ^.veile .-..-':i I.,-; m.:i:,I il.n v..l:l a.n Anian-
.l e:es \\'e^es. .1.1 vo die ,:1,.i:!:M!ra..e* ■..i'-r -.[.t.: J jm-: e. I.erei.ter konirnr.
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Zur Erinnerung
Senalor Dr. Emil von Oven.
1817—1903.
Von Sudtirehiw Dr. R. Jung.
In dem am IJ. November 1003 im 87. Lebensjahre dahin-
geschiedenen Senator von Oven hat unsere Stadt das lelulebende Mit-
glied des Senates, den leti liebenden Bürgermeister der Freien Stadt
Frankfurt verloren. Ein Stuck Alt - Frankfurt ist mit ihm iu Grabe
getragen worden und auch ein Stück Geschichte unseres Vereins. Den
reichen Verdiensten, welche sich dieser ausgezeichnete, von allen seinen
Mitbürgern und Mitarbeitern hochverehrte Mann um unsere Sladt und
um unseren Verein erworben hat, sind wir es schuldig, wenn wir den
M.njk'.-jjrn unseres Vereins ein Bild seines langen Lebens, seines viel-
veriweigten Wirkens im öffentlichen Dienste wie in der Tätigkeit unseres
Vereins iu entwerfen versuchen.
Die Kaufmannsfamilie von Oven ist mit dem Urgrossvater des
Senators, Friedrich Wilhelm von Oven, .76] aus Gelsenkircherl hier
Vater des Senators war Johann Christian von Oven, Teilhaber der
Firma Seelig und von Uvea, die Mutter war Luitgarde von Oven, die
Tochter des früheren Verwalters der Frankfurter Deutschor Jens-Kommende
und Horkammerrates Georg Anton Rosalino.
Heinrich Anton Emil von Oven wurde am 1. April 1817 als erstes
Kind seiner Eltern in Frankfurt am Main geboren. Für die Toleranz,
die im damaligen Frankfurt im Jubeljahre der Reformation herrschte,
ist es bezeichnend, dass der streng katholische f,rossvater Rosalino bei
der Taufe durch den Pfarrer Anton Kirchner, den Geschichtschreiber,
Pate stand. Schon im fünften I-ebensjahre verlor der Knabe den
Vater i die Mutter konnte das Geschäft ihres verstorbenen Mannes nicht
der Kinder widmen. Die Aussicht auf Stipendien veranlasste sie, ihren
ältesten Sohn Emil an Ostern 1815 in die unterste Klasse des städtischen
Oyiii:i.!>,iiims eintreten iu lassen; er war der erste seiner Familie, der
fllr einen gelehrten Beruf erzogen werden sollte.
Emil von Oven hal die Klassen des Gymnasiums in neun Jahren
glatt durchlaufen. Die leinen Jahre seiner Schulzeit und seine Studien-
jahre fallen in eine bewegte Epoche deutscher und Frankfurter Geschichte.
Als Gymnasiast hat er die Folenbegeisterung, das Hambacher Fest, das
Frankfurter Attentat vom 3. April 1833 erlebt, als Student die rigorose
Unterdrückung aller freiheitlichen Aeusserungen auf der Universität ge-
sehen. Das Frankfurter Gymnasium, damals noch im alten liarfüsser-
kloster, wo jetit die alte Börse und das Denkmal für die deutsche
Einheitsbewegung sich erheben, stand damals unter der [>ietis tisch er
Leitung des Rektors Voemel; mit seinem gani einseitig altphilologisch
betriebenen Unterricht, in welchem alle anderen Disziplinen neben
Latein und Griechisch nur ganz mangelhaft gelehrt wurden, war es
keine Mustcranstalt; es genügte den Anforderungen, die man damals
modern nannte, in keiner Weise, wie wir den Lebenserinner Linien de«
Grafen Adolf Friedrich von Schack, der mit dem jungen von Oven
eine Schulbank drückte, und denen des wenige Jahre jüngeren Willibald
Iieyschlag, des fiteren ILillcn-ci Tiicnlo^en, leicht entnehmen kbnnen.
17 jährig wurde von Oven an Ostern 1834 mit dem Zeugnis der Reife
mm Studium der Rechte nach Heidelberg .m l.is- n - Rektor Voemel
bescheinigte ihm : »Betragen, Fleiss und Fähigkeiten bewährten sich in
allen Fächern des Gymnasialunterrichts als sehr gut . . . auch wird
demselben bezeugt, dass er sich nie demagogischer Umtriebe verdächtig
gemacht hat.«
Aus Mangel an Mitteln war der Abiturient nicht in der läge,
sogleich die Universität zu beliehen; bei den dürftigen Verhältnissen
der Mutter niusslen erst die nötigen Stipendien aufgebracht werden,
ihm den Besuch der Hochschule zu ermöglichen. Mit den Empfehlungen
seines Lehrers Professor Herling und des Pfarrers Anton Kirchner ge-
lang es, die Mittel zum Studium zusammenzubringen, und im Herbst
1 S m bezog von Oven ftlr drei Jahre die Heidelberger Hochschule.
Ihr gerade Dir die Jurisprudenz hervorragend ausgestalteter Lehr-
körper war damals, wie Erich Mareks in seiner Festrede von 1903
näher ausgeführt hat. beherrscht von einem »massvollen, nicht so sehr
rückwärts, als vorwärts gewandten Liberalismus, indem sich bereits dem
liberalen ein gewisses historisches Element beigeselltem Thibaut und
Schlosser wnren seine bedeutendsten Vertreter, Der junge von Oven
war seiner ganzen Natur nach kein Sturmer und kein Dränger; dem
massvollen Liberalismus, den er in seinen Studienjahren kennen lernte,
ist er unter den verschiedenen politischen Wandlungen während seiner
Mannesjahre bis zuletzt treu geblieben, von Oven hat sich nicht auf
das Studium der Hechle beschrankt; ausser den juristischen Kollegien
hat er mehrere hcsi hichthrhe gehurt; seine Lehrer sind Thibaut,
Zachariae und Mittermaier lUr die Rechte, Schlosser und Sachse ftlr die
Geschichte gewesen.
— IIP —
Bald nach der Vollendung seines jo. Lebensjahres, im 6. Studien-
im 30. Juli 18J7 als Doctor juris utrinsqiM promoviert Er kehrte
nach Frankfurt zurück, um sich dort auf sein Staatseiamen vor dem
Frankfurter Stadtgericht vorzubereiten ; nur dadurch war die Zulassung zur
Advokatur iu erlangen. Es fand am 10. Februar iBjS statt; das Stadt-
gericht erklärte sich damit »wohl zufrieden«; am j. Juni 1838 wurde
von Oven unter die Zahl der Advokaten aufgenommen und leistete am
Hl
d.e Abschaffung dei Wandei
Iahte d.e Gesamtheit am b«
Ze.i der verknöcherten /er
tissung. Ende 1B30 »urdi
folymtmische Cesellul.aft
Wi.l en er bis in die lettte
MiigHn! geblieben Dt,
Die kleine Praxis, die Sorge lut Mutter und üewhwülc nöi'gte
tu so manchen Arbeilen, deren sich dei angehende Rechtsanwalt von
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und Mniieit ai.s<|>rach und au>h die Auf-
■e.ntn sih*eren Unkosten Ihr den rVull.ng
t Wirkungskreis für temc Kräfte« - dabei
en. I>ei Verfasser bekannte. damit in dei
uffienommen. m deien gemeinnuuigeui
■it seine» Lehtns ein hervorragend tatiges
heute nicht leicht unterziehen wird. 1840 Übernahm von Oven die
Neuordnung des Archivs des Allgemeinen A unosenkast e ns ; diese Arbeit
eröffnete ihm einen guten Einblick in das Wesen und die Verwaltung
einer grossen Öffentlichen Stiftung, sie befriedigte sein Interesse an der
Geschichte seiner Vaterstadt durch die Bekanntschaft mit bedeutungs-
vollen Urkunden topographischen, wirtschafts. und kirch enges chichtlichen
Inhaltes. Die Ordnung dieses jetzt dem Stadtarchive einverleibten
Stiftungsarchiv es beruht noch heute auf der Arbeit von Ovens.
Er hatte diese Privalarbeit eben begonnen, als sich ihm die ge-
wünschte Aussicht bot, in den Dienst der Stadt einzutreten, allerdings
noch nicht als festangestellter Beamter, sondern vorerst als Hilfsaktuar
beim Land verwaltungs- Amt mit 3 Gulden Diäten für jeden Arbeitstag.
Am 1. Juni 1840 trat er diese Stellung an; es war der bescheidene
Anfang einer 6rjährigen Ijiufbahn in der stadlischen Verwaltung. Am
Ii. Mai 1843 trat von Oven in der gleichen Stellung als Aktuariats-
gchilfe 1 um Land- Just iiarat Uber; am J.November wurde bei der Wahl
eines Land-Justizamtroannes, einer neugeschaffenen Stellung, die goldene
Kugel für ihn gezogen. Diese mit zooo Gulden besoldete Stelle
bekleidete von Oven bis zu seiner Berufung in den Senat.
Auch diese amtli< he Stellung liess ihrem Inhaber Müsse, von Oven
ist in den 40er Jahren als Assistent der Polytechnischen Gesellschaft
und als Mitglied des evangelisch -lutherischen Gemeinde -Vorstandes
hervorragend tätig gewesen. 1849 — 1850 war er als Vizesenior dieses
Gremiums in erster Linie bei der Ausarbeitung einer neuen Gemeinde-
Verfassung beteiligt und hat den Bericht der dafür niedergesetzten
Kommission verfasst. Im Jahre 1K4J wurde er als Suppleant in die
Gesetzgebende Versammlung gewählt, ohne die Gelegenheit zu finden,
als Ersatzmann zur Arbeit einberufen zu werden.
In der lokalen Bewegung des Jahres 1848 ist von Oven zunächst
nicht hervorgetreten. Am zj- Oktober wurde er als Mitglied in die
Verfassungsgebende Versammlung des Freistaates Frankfurt gewählt; er
hat sich hier weniger als Redner, denn als arbeitendes Kommissions-
mitglied, besonders in einigen die Landgemeinden betreffenden Fragen,
bemerkbar gemacht. In seinen A'ln.tiriiTii^njrn hifi: i;r fes; zur j;e-
mlHigten Partei und ist, als der radikale Entwurf der Verfassung ab-
genommen worden war, am 19. Dezember 1849 mit seinen Gesinnungs-
genossen von der Minorität ausgetreten. Die Abstimmung Uber den
Verfassungsentwurf hatte die klare Scheidung der liberalen Partei
gebracht; von Oven hatte sich mit Jucho, Mappes, Varrenlrapp u. a.
der gemässigten l'artei, den Gothaern, wie sie nach ihrer Stellungnahme
zu den allgemeinen deutschen Fragen genannt wurden, angeschlossen;
er war auch dem im Juli 1X41; ^-gründeten Patriotischen Verein bei-
getreten, dem Sammelpunkt der »konservativ -liberalen« Elemente, wie
sich anfänglich die Gothaer im Gegensatz zu Reaktionaren und Radikalen
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nannten. Im Herbst 1850 wurde von Oven wieder und zwar als wirkliches
Mitglied in die Gesetzgebende Versammlung gewählt. Er hat sich dort
als nichtiger Arbeiter in den Kommissionen bewährt: Cr war hauptsachlich
iq wirtschaftlichen Angel egenheiter) und in Fragen, welche die Land-
in den langwierigen Verhandlungen um die Reorganisation der Ver-
fassung ist er damals ebenso wenig wie spater hervorgetreten.
Durch seine amtliche Tätigkeit, durch seine Mitarbeit in der
Constituante und in der Gesetzgebenden Versammlung hatte er sich
eine gründliche Kenntnis der stadtischen Verwaltung erworben, in seinem
OTHUlieheii Auftreten hatte er sich als massvoller, der Mittelpartei an-
gehörender und weder nach rti-his, noch als links verletzend aultretender
Politiker erwiesen. So war es nicht auffallend, dass bei der nächsten
Ergänzung des Senates sich die Blicke der Wahlmänner auf seine
Person richteten.
Da die Senalswahl vom z. Dezember 1853 eine gewisse politische
Bedeutung in der lokalen Geschichte beanspruchen darf, so ist es nicht
überflüssig, etwas ausführlicher auf sie einzugehen.
Die Bewegung der Jahre 1S48 und 1849, in welche auch die
Hlligerschaft der Freien Stadt Frankfurt hoffnungsfroh eingetreten war,
hatte für die liberal und demokratisch gesinnte Mehrheit mit einer
herben Enttäuschung geschlossen. Was die Bürgerschaft in jenen beiden
(ihren errungen halle — pulüische Amnestie, unbedingte f'rcislrciheil,
in-ic Berechtigung zu öffentlicher Vereinigung, staatsbürgerliche Gleich-
^icllun^ der Landhewuluier, Heisassen und Israeliten — war in Gefahr,
■■.'i der i'.iTc-nl;rcchcrulL'n Kcakiii.n wieder genommen zu werden. Am
i=. Dezember 1S40 halte der Reichsverweser sein Amt niedergelegt;
1'.- litM-häfte der ehemaligen Reichsregierung tibernahm die Bundes-
ZenlriUtommiaion, bis am u. Mai 1851 der alte Bundestag wieder-
kehrtc. Nach der Wiener Kongrcssukte : ;l -liürtiT. Sirciiigkeiten Uber
Änderungen der Frankfurter Verfassung zur Kompetenz des Bundes;
dass dieser die neue Verfassung, welche die Verfassungsgebende Ver-
sammlung, die sogenannte Constituante, mit grosser Mehrheit beschlossen
■nl'.c, pje nehm igen werde, war vollständig ausgeschlossen, zumal es von
allen Korporationen, deren Rechte durch den ullraradikalen Entwurf
geschmälert wurden, Protesle regnete. Nicht nur um ein Einschreiten
des Rundes zu verhüten, sondern auch aus offener Gegnerschart gegen
den Inhalt des Entwurfes weigerte sich der Senat, ihn der Abstimmung
rler Bürgerschaft zu unterbreiten; er machte am j. Januar 1850 den
Verhandlungen des oft wild bewegten lokalen l'arlamentchens ein Ende,
indem er ihm den Sitzungsraum verschloss, und berief die Bürger zur
Neuwahl der in der alten Verfassimg vorgesehenen wichtigsten Bürger-
Vertretung, der Gesetzgebenden Versammlung, um mit dieser das Werk
der Verfassungsrevisinn vorzunehmen. Da die Demokraten, welche die
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grosse Me
DialiZO'J Ey Co
lalsergflnzungswahlen beteiligen, bis eine
ii- Y i;i 1. 1 55 ungs frage abgestattet hatte; da
ig im Interesse der Geschäfte als dringlich
t nach. Die Wahl wutde auf den a. De-
'ahlherren auferlegten Verschwiegenheit nichts in die
Bei der Vornahme iweier weiterer Ratswahlen am
ermochten sich die Mitglieder des Konklaves nicht iu
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:l an kam wieder etwas Leben in die, wie es schien,
sumpfte Verfassungsbewcgung j es so]] aber nicht behauptet
dieser Fortschritt gerade den neuen freisinnigen Sctiais-
ine Jahre bis zu den Grenzen der Menschheit fuhren dürfen!
Senator Dr. von Oven schied nach seiner Wahl als von der Horger-
haft gewählte' Mitglied aus der llescE^eliendeu Versammlung aus,
ünt.zcdtj. Cot
185s bekleidete er das Ami des jtingi
ilteren Bürgermeisters. Er ist auch *U eingehet Senator mehrfach als
»tirdiger Repräsentant der höchsten städtischen Behörde aufgetreten,
wie 1859 beim Festmahl des Schillerfesles ; bei der Enthüllung des
Schillerdenkmals am 9. Mai 1864 übernahm er es in seiner Eigenschall
als älterer Bürgermeister mit würdigen «'orten in die Obhut der Stadt.
Von den amtlichen Stellungen, die von Oven als Senator einnahm,
ist die als Chef der städtischen Baubehörde entschieden die wichtigste
gewesen. Als um die Mitte der 50er Jahre die Verfassungsstreitigkcitcn
iu Ende gingen, als der Aufschwung des Handels und Verkehrs eine
raschere Ent Wickelung der entschieden suruckgebliebenen kommunalen
Einrichtungen erforderte, begann für das letzte Jahrzehnt der Freien
Stadl eine Epoche der Reformen und Neueinrichtungen, deren hastiges
Tempo seltsam abstach von der Langsamkeit, mit der die ersten vier
Jahriehnte die kommunale:! Arbeiten eciurderl hatten. Immer mehr
1:111 in dieser letzten t'eriode der freistadtischen Zeit die Tätigkeit de
Baiiamts in den Vordergrund, in dessen Vonitl Herr von Oven iSfii
den allen Schöffen von Ctlndcrrodc ablöste. Hing üiirti die Initiative
iu den einzelnen Unternehmungen in den meisten Fällen von hervor-
ragenden Mitgliedern der Geset/gehenden Versammlung und nicht vom
Senate aus — filr die Fortschritte auf dem Gebiete der Hygiene sei
nur an die Verdienste \"a;remr.!|i|.s erinnert! — und ist es schwer fest-
zustellen, welchen Anteil der Olef der Baubehörde an den einzelnen
Arbeiten nahm, so darf doch behauptet werden, dass ihm an der ver-
'■i r.dniii.illcn Forderung, an der rasrhen Durchführung der neuen Bauten
ein besonderes Verdienst gebührt, denn min hätte ihn sonst nicht so
lange an der Spitze dieser wichtigen Behörde belassen; um ihre Be-
deutung zu erkennen, braucht man nur auf die ihr in dieser Zeit
gestellten Aufgaben hinzuweisen : Verbreiterung von Strassen und An-
legung von Verbindungen zwischen grossen Strasse ni Ilgen, Eesiedelung
der Aussenstadt in planmilssiger Heliauung, Ufer- und Brucken bauten,
Anlegung von Eisenbahnen und Telegraphen, k:i-r. lisicrung und Wasser-
versiirfi'jnf;, Krrii.-htu.np; von vier ^Lhulecbäutien u. i. Wenn das liauami
im Frühjahr 1866 die (lesamlkosten für die in Ausführung begriffenen
wie für die in den nächsten fünf Jahren in Aussicht genommenen Bauten auf
etwa Millionen Ciililuri veranschlagte, so wird niemand dem Amte
und seiner Leitung den Vorwurf machen können, dass man es an der
nötigen Rührigkeit habe fehlen lassen.
Diese Epoche raschen kommunalen Fortschrittes wurde durch die
Ereignisse des Jahres 1866 unterbrochen. Sie riefen den Senator
von Oven zu anderen Arbeiten ab. Da er Vorsitzender der nach dem
Ausbruche der Feindseligkeiten errichteten Einqi 1 ar Ii erungs -Kommission
war, so trafen ihn die Unannchui1i< hielten, mii weichen nach dem
Einrücken der preti*i.U< heu Truppen das Muatticrgcsilinft verbunden
war, in erster Linie. Als die Verhandlungen Uber die NeugeMnlinnj:
der städtischen Ycr!-.:iltni.;;c Mitte August in Kerlin begannen, reiste von
Oven, der unter den jüngeren Senatoren die grösstc Geschaftskcnntnis be-
no, als Beirat des Vorsitzenden des Senats Syndikus Dr. Muller dorthin
ab und blieb zwei arbeitsreiche Monate in der preussischen Hauptstadt.
Ihm fiel die Aufgabe zu, die höheren Beamten der Ministerien, welche
mit den Frankfurter Angelegenheiten befiiw-i wurden, Uber diese zu linter-
nötigen Akten und BUcher, arbeitete er eine ganze Reihe von Denk-
schriften Uber die verschiedenen Zweigt der süuitisrhen Verwaltung und
Uber den Zustand der städtischen Finanzen aus, welche den ersten
Verhandlungen Uber die neue Verfassung der Stadt und deren Stellung
in der preussischen Monarchie zu Grunde gelegt wurden. Von beiden
Seiten wurde seine Tätigkeit in ehrendster Weise anerkannt. Am
9. Oktober berief ihn der Minister Graf zur Lippe zum Hilfsarbeiter
im Justizministerium auf unbestimmte Zeit, aber mit Beibehaltung seiner
Frankfurter Kollegen im Interesse der Stadt wie in seinem eigenen
herzlich Glück wünschten, nicht angetreten-, er ist Ende Oktober nach
Frankfurt zurückgekehrt und durch einen besonderen Dank des Senates
Nachdem die Einverleibung der Stadt in die preussische Monarchie
entschieden war, war die nächste Frage die der Trennung des st.iitiirheii
■■ml Fi.idtisrhen Vermögens. An den Vorarbeiten und an den ersten
Verhandlungen Uber diese Angelegenheil mit dem Ziviladministrator
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- xr -
i. Patow und dem Zivilkommissar i. Madoi war Herr von Oven ais
Im April 1867 gehörte er wieder zu den Kommissaren des Senates,
einem Be voll mach t igten der Staitsregiening Ober den ersten Entwurf
zu einer Trennung des staatlichen und stadtischen Vermögens zu ver-
handeln hatten. Dieser Entwurf wurde vom Senate wie von der Bürger
der Regierung zu weit entgegenkommend, abgelehnt, wie die städtischen
Kommissare selbst ihren Kollegien cni]ilol]kn hatten. An den im Oktober
Herr von Oven nicht mehr beteiligt*
Am 1. Juli 1867 ubernahm von Oven die Geschäfte des durch
den Rucktritt des Senators Forsboom verwaisten jüngeren Bürgermeister-
amtes. Am Ji. Januar 1868 wurde er als besoldeter Stadtrat auf u Jahre
in den neuen Magistrat gewählt, der am 29. Februar die Vernaliim:; der
kommunalen Angelegenheiten übernahm. Dass sich unter den besoldeten
Mitgliedern der neuen Behörde nicht weniger als vier ehemalige Senatoren
befinden, denen man vorwarf, in den vorangegangenen Verhandlungen
nebligen Wei.e gewahrt zu haben, enegte den Unwillen eines grossen
lieh dieser seiner Bedeutung
Diajtized Oy Google
wnhl hewussl; er war Moli darauf, als lel/tubcrlebender Senator '.in:
Burgerm eisler der Freien Stadl, als letzter Vertreter der ehemaligen
Souveränetat seiner Vaterstadt begrusst tu werden.
Uns aber war er mehr! Unserem Verein war er ein Mitglied, ein
Freund von unerschütterlicher Treue und Anhänglichkeit. In ihm leite
der historische Sinn seiner Generation, der Euler, Stricker, Stciti,
Creiienach, Kriegk, der Generation, welche unseren Verein gegründet
hat. Bereits 1854 war von Oven Mitglied der Gesellschaft filr Frankfurts
Geschichte und Kunst, aus welcher drei Jahre später unser Verein
hervorgegangen ist. Wahrend dieser von Anfang an das Interesse des
Publikums durch Öffentliche Verhandlungen und Werbung gewinnen
wollte, beschränkte sich die Gesellschaft darauf, alle paar Jahre ein
Heft ihrer Zeilschrift, des Archivs für Frankfurts Geschichte und Kunst
herauszugeben-, der arbeilenden Mitglieder waren nur wenige, der bei
tragenden auch keine grosse Zahl; der Mitgliederkreis der Geselliehlfl
war ein aristokratischer, etwas ängstlich auf hervorragende Amtsstellung,
höhere Bildung und grosseren Besitz beschrankt; in der Mitgliederliste
der Name des Herrn von Bismarck -Sc hönhausen), dann die zahlreichen
Doclores juris und Lerne der hohen Finam auf. Unter den Mannern,
traten und welche wir im weiteren Sinne als die Gründer des Vereins
betrachten, linden wir auch den Namen des Senators von Oven. Erst
von 1859 ab erscheint er, soweit sich das aus unseren Protokollen fest-
stellen lässt, als ein regelmässiger, häufig an der Diskussion sich be-
er in den Vorstand ein als Ersatz ftlr den kurz vorher verstorbenen
Senator Gwinner, den auseeicic'ir-.ttcn Kenner der Frankfurter Kunst-
geschichte. Seitdem hat ihm jedesmal die Hauptversammlung das Mandat
erneuert ; als ihn der Vorstand am 1. April rSg; an seinem So. Gchuris-
I.L];u zum Khre-i:iili!lii:d ■:: '.Li n 11 innsste ::i ..'Uiin^-ailLi.w aus dem
Vorstand ausscheiden, wurde aber auch fernerhin mit benit-:n.l:M- Stimme
äusseren Zugehörigkeit zum Verein.
Wie er innerlich mit uns lebte und strebte, das ist uns allen in
frischester, dankbarster Erinnerung. Soviel er auch in anderen Vereinen
von wissenschaftlichen, kirchlichen, gemeinnützigen Zwecken tätig war
— mit der Zahlung eines Beitrags hat er es selten bewenden lassen —
für uns hatte er immer Zeit und Müsse. Unsere Vereinsveröffentlichungen
verdanken ihm eine Reihe nicht sehr umfangreicher, aber gediegener
Tätigkeil hervorgegangen, aus Gutachten, die er Uber s.hwicrij;c Frscim
der Vergangenheit zu erstatten hatte, n ie Uber das geistliche Palrunals-
recht der Stadl an Dorfkirchen der Umgebung oder Uber die Fischerci-
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die äussere Geschichte des städtischen Theaters in den Jahren 1751- 187a
ist seiner amtlichen Befassung mit dem Neubau des Opernhauses und
dem Theaterbetric-b entflossen, wahrend andere, wie die Statistik der
/:cenj,'eriic.ndc 15:).; !7'7- K rieL.5'.usfuie;;n 'kr Stadt in der
Franzeisenzeit 1792 — 7373, die Geschichte der Brilckenkai>elle ihre Ent-
stehung lediglich dem historischen Interesse des Ver lässer.s verdanken.
In keiner Beziehung zu unserem Verein und zu wisscrisciiafilir-hcn Siinlicn
steht sein bekanntestes Werk : die Sammlung der Gesetze, Statuten und
Verordnungen seit 7S66 — eine nach Anlage wie Durehfuhrunc; nicht ge-
rade .duckliehc Arbeit. Seine zahlreichen Beitrage zu dem Sammelwerke
Frankfurt a. M. in seinen hygienischen Verhältnissen .md Hinrichtungen
(Frankfurt i3Bi) sind wiederum aus seiner amtlichen Tätigkeit an den
Von ihm geschilderten Einrichtungen und Anstalten entstanden. Von
sonstigen Arbeiten sei noch eine tibersichtliche Darstellung des Frank-
furter Partikularrechtes in Holtzendorffs EncyklojKi.lie erwähnt. Nicht
allzuhaurig hat uns der Vielbesr-h aiti-tc durch Vomage, sehr oft aber
durch kleinere Mitteilungen in den Vereinssitzungen erfreut : ich eric.ncrc
nur daran, dass er wenige Tage vor seinem 80. Geburtstage uns einen
Vortrag tlber die Entwickeln!!- der freisUcItisclien Verfassung hielt, in
vollkommener Frische des Geistes und belebt dun h eine Reihe eigener
F.rlebnissc und Erinnerungen. Auch an unseren Sommerausflllgen hat
er häufig Teil genommen und mit uns als beinahe Sojähriger die N.ing-
wMle des Altkönigs erklettert. Die Aufzählung seiner Verdienste um
unseren Verein wäre unvollständig, wenn ich nicht daran erinnerte, wie
er in seinen amtlichen Stellungen als Chef der Baudeputation wie der
Kommission für Kunst- und Altertumsgegenstilnde unsere llcslrdiiiiigai
der Denkmalpflege auf das zuvorkommendste jsfflrdcri hat. Als wir
ihn im Jahre 1001 zu seinem Sciialorcnv.iljil.ium bcduckii'unscliten, dl
hat er in schlichten Worten dem Verein für alle Anregung gedankt,
die ihm durch lange Jahrzehnte in dessen Kreis geworden war, und hat
mit dem Wunsche geschlossen: Vivat, ercseat, floreat in honorem nrliis
— er wachse, blähe und gedeihe zu Ehren der Vaterstadt!
Mit diesem uns ehrenden Wunsche unserem verewigten Senators
von Oven darf dieser Nachruf schliessen! Das Gedächtnis dieses alle-
zeit treuen Mitgliedes, des Mannes von reichem Wissen, von freudiger
Arkeits^rafi. voller Bescheidenheit in der Wertung des eigenen Ver-
dienstes, voller Milde in der Beurteilun; fremder Leistung, die Erinnerung
an die liebciisivflrdigc. dir! ir< htgdiielenilc I 'cisünlichkeit wird in unserem
Kreise nicht vergehen!
\
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Verein für Beschichte und Altertumskunde
.Frankfurt a. M.
Grachäftlidic Mitteilungen.
f. Bericht über diu Tätigkeit des Vereins im Jahre 1901.
Knlaiicr in .1« Hmptmsjmnilutitf am Januar iijoi.
vom 9. Dezember 1K99 tieschliMcntn neun Sul/unj; genehmigt hallt
ist der Verein am :S. April itjoi in das Vereinsren ister eingclrage
wurden. Di« gedruckte neue Satzung ist allen unseren Mitgliedern ii
Okiuber 190: itigCKndet worden. Möge das Leben unseres Verein
unter dem neuen Rechl ebenso gedeihen wie unter dem alten)
jahrigen Haupt Versammlung vorgenommenen Wahlen aus den Herren
Dil!'., Traut, der Ausflugs-Aussi huss aus den Herren Pndjira, Prliisiir,
Thomas, Harnmiran, Kehr, der Biblioihets-Aussehuss aus den Herren
Jung, Htuer, Traut. Die laufenden Geschäfte des Vereins besorgte .in
dessen Geschäftsstelle im Archiv der Vorsitzende.
1) Frankfurts Politik im dreis5igjährigeti Kriege 1613— 1631. (Dr.
B. Traut)
2) Die Frankfurt« Stadtverwaltung zur Zeit des Fürsten Primas.
(Dr. R. Jung.)
3) [lie Kicder Hofe. (E, Fadjtra.)
4) Die Landwehr im Rieder Feld! {Prof, £. Eiliuür.)
5) Der Handel zwischen Frankfurt und Lothringen. (Dr. A. Dilti.)
Dipzcd by Google
Uigitizod by Google
- XX' —
n Regierung in Winbac
Herren Seldau. Antkts und MMUr in Darmsudt als Geschäftsftihrei
aus unserem Vorstände Herr Prot \Vo!ff % - als Beisitzer mgehOrtn.
Über die wissenschaftlichen Verhandlungen der Freilinger Tagung des
Verbandes wie des Gewinn eieius — auf beiden waren wir durch Herrn
Architekten Thomm vertreten — ist im Korres|>ondenzblatt des Gesaml-
ifereint eingehender Bericht erstattet worden.
Die im vorigen Jahresberichte ausgesprochene Hoffnung, dass dir
staatlichen, j.rovinii.ilen und kommunalen Behörden den Historischen
Digiiized b/Coogli
- XXI* -
Kommissionen in Wiesbaden und Marburg, den Vereinen in Darmsiadt,
Wursburg und Frankfurt die nicht im r )L -:t-Ji r lilln ln-n Mittel -tu dn Heraus-
gabe eines historischen Karle nwerk ci Uber I les.en- Nassau, Waldei k,
Hessen und A Schauenburg bewilligen werden, ist bis jeut nur iu einem
Weinen Teile in Erfüllung gegangen; gerade von denjenigen Behörden,
von denen die j,Tüss:en l!eiir;i^e erwartet werden dürfen, liefen noch
keine Zeichnungen vor; wir hoffen, das durch deren Zuschüsse im
Laufe des nächsten Jahres das Zustandekommen des wissenschaftlich so
bedeutsamen Werkes gesichert wird und mit der liearbeilung begonnen
»erden kann.
Zu den Gesellschaften, mit denen wir in S ch r if tenau s t auscb
■ sieben, sind im Hsrtrlif sjalnt- hin zugetreten:
Ifadische Histcrisrhe Kommission in Karlsruh!,
Muhlhäuser Altertumsvercin in MMkaustn i. TA.,
Verein für Geschichte und Altertumskunde in II oben* uliern in
Sigaaringfa.
Die Schriften der beiden Icl/.tgeuaiinlcn Vereine werden von uns
an die SLadtbibliothek abgegeben. Platzmangel im Stadtarchiv, wo
. unsere Bibliothek vereinigt mit der Handbibliothek de* Archivs auf-
genullt ist, hat den Vorstand ver.mlas«!, einige t;rn;j|ien inscrcr Ullchcrei,
besonders zur Geschichte est- und norddeutscher Landschaften, der
Stadlbibliothek tu überlassen. Mit Dank haben wir verschiedene Ge-
schenke an Ulli hern /.u verzeichnen: wir nennen hier nur das Werk
Über den Österreichischen Limes, weh lies uns die KaiscHiiiie Akademie
der Wissenschaften in Wien zusendet, und das Sehaerersrhe Werk über
die Abtei Kberbach im Rhcin^m. welches wir dem Kg!. ]'icii:si-ahcn
Kultusministerium verdanken.
Mit gciicmendeni I Linke .in die ii.iuiiiclitn Behörden fei schliesslich
erwähnt, dass die Um erstutzu n g vo n Mk. 1000 aus städtischen
Mitteln, der wir uns seil 1895 erfreuen, auch fUr die Jahre 1901— rgc.5
uns wieder bewilligt worden ist.
Digilized by Google
Einnnhmp. II. Reclinungs-Abs;h
IMI
An Kassa- Konto
An Mitgliederbeitrag-Konlo
1 De/
^ ' LS 1-11 ^ 6
11 ' K ezoEene"asterr 11 a 5 ol.osvo
11 1850(1. Okt)
SSO 86
■•IV
Zinsen von Werlpapieren
27 i 80
An Frankfurter Gewerbakase
■
Konto-Korrenl A. -Konto
SM
An Sparkasse -Konto
um
An Subventions-Konto
UnlerBllll/.ung der städtische
Behörden fllr
Digiiizcd &/ Google
- xxiii- -
Jas Jahr 1901. --\.u«gnl>e.
M
Pf.
M. Pf.
] Per Verlag-Konto
IM
~
Satt und Druck des Archiv für Frankfurts
Geschichte und Kunst, III, Folge, Rand 7
2 in;)
M
Satt und Druck Uber römische Funde in
Heddernheim und Zeichnungen dazu . .
2M
liÖ
2014 HO
Per Ausgrabungs-Konto
K4 II
Per Bibliothek-Konto
Ankauf von Büchern und Zeitschriften . .
143
ITA ! 85
Per Gewerbekasse
Konto -Korrent A.-Konlo
i
.1100 | -
Kl
400 Exemplare des Korrespondcniblattes der
20
Vertretung des Vereins bei der Generalver-
Loka] miete
nI
"■v
Drin karbeiten, Anzeigen
20.'i
Erhebung der Mitgliedsbeiträge und Aus-
M
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! Eintragung ins Vereinsregister
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1 Vereinuiiener
1232 ■ 27
Per Effekte n-Konto
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gekaufte M. iidc— 31/1% Hess. Staatsrente
I1H5 05
Per KaHaa-KoUto
1159 l'J
Jl ' ! "" r ' 17
Emil Padjera.
V.l. Kaisenfülircr.
Digiiizod t>y Google
III. Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1902.
Erstattet in .!li ILiuiUvur-.umnl.mi; .1111 i*t. Jjnujr inor.
Dti Henrhi über das jj. Ose ha fts jähr onsete« Vereins darf mit
der er fit j Iii: Inn I es:st:llunK l>i'i;:nnin. dass w;r uns der »aihnnilcn
V j 1.1 und 'IV.ln.i me ■ --.res Mitglieder, des -t'j> aften I ^iikjoks unserer
■ ssensehaftlichcn Arbeiten rilhmen können
Der Vorstand besur.d naih den in der vorjährigen Haupt-
Versammlung erlogen Hahlen aus den Herren:
Otto Lern!/, Direktor des Hisior;Sthen Museums.
I): jtr, Aitxandtr Oi'tt, Reehlsan*alt.
Professor Otto Donncr-ven Kithttr, Maler,
Professor Dr. phU. Otto Heuer , Generalsekretär des Freien
De 11 [sehen Hoch Giftes,
Dr. phil. Rudolf Jung, Sladtarchhar,
Professor Dr. phil. Isidor Kr at au er, Oberl ehrer,
illlhtlm Mappes, Kaufmann,
Hr. phil. Htinritk voa iV.ilhusius-iVtinstrdt, Jlililmtliekar.
Emil Padjtra, Rentner,
Professor Dr. phil. Eduard Pllissiir, Oberlehrer,
Professor Dr. phil. Alexander Kita, Oberlehrer a. D.,
Dr. rer. pol. Gottlieb Schnapper- Arndt , Privalgelehrter,
Christian Ludwig Thomas, Architekt,
Professor Dr. phil. Georg Walff, Oberlehrer.
Ausser diesen Mitgliedern wird Herr Senator Dr. Emil von Oven
mil beratender Stimme zu den Vorstandssitzungen eingeladen. Vor-
fitzender nar Herr Dr. Jung. Stellvertreter de* Vorsitzenden Herr
Professor Wulff; das Amt des ikhriftf uhrers bekleidete Herr Mappcs,
das des Kasse nfllhrers Herr Padjtra. Der S lmflli ih;nj;s - Aumi Ihiv
bestand aus den Herren Jung, Donner, Riese; der Orts-Ausschuss aus
den Herren Padjtra, DieU, Traut; der Ausflugs -Ausseh USB aus den
Herren Thomm, l'iliisitr, Hammerau, Kohr. Olhs; der liiKLr.lieki.-
Ausschuss aus den Herren Jan/;, Htutr, Traut. Die laufenden Vereins-
geschäftc erledigte der Vorsitzende »an der Geschäftsstelle im Archiv-
Ans dem Vorstande haben diesmal* satzungsgemäss die Herren
Donnrr-ivn Rithtfr, Mappes, ivit Nitlhuiiui und Riist auszuscheiden.
iecbnung lies laufenden Jahres
Herren Biraann Mental und
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«rm.-misi iicin (iehiele dimii i'ilr immer mil unseren: Vereine verbunden.
Wir gedenken schliesslich noch eines Jubiläums, das unser Senior, Herr
Senator Dr. von Oetn, am >. Dezember beging: an diesem Tage waren
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5<> Jahr« vergangen, seil Herr van Oven in den Senat der Freien Stadt
gewählt wurde. Der Vorstand hat diese Gelegenheit nicht vorübergehen
lauen, ohne dem ahm, allvcrehrten Herrn seinen Gluckwunsch und
seinen Dank für sein langjährige« Wirken auch für unseren Verein aus-
zusprechen, zu dessen Grundern wir ihn zählen dürfen.
Von den Veröffentlichungen unseres Vereins ist im abgelaufenen
Jahre Il-iU^Ik]] die fünft i; I .iefer im» des von uns in Gemeinschaft mit
dem Architekten- und Ingenieur. Verein herausgegebenen Werkes »Uie
Baudenkmäler in Frankfurt a. M.< ersehienen; sie enthält die hervor-
ragendsten l'rivatbaulcn und die alte Juden-Gasse: Bearbeiter sind die
Herren Stadtarchivar Dx./ung und Architekt Dr. Huben. Die Sr.hluss-
licferung des Werkes wird im Laufe des Jahres 1903 ausgegeben werden.
Wir erinnern die Mitglieder daran, dass ihnen Vertrags massig das Recht
zusteht, das Werk zu so"/« lies Ladenpreises (jede Lieferung also EU
Mk. 3. — ) direkt von dem Kommissionsverlag, der K. Th. Völckersc.hen
Bachhandlung, zu beziehen. Leider konnten wir den Mitgliedern im
abgelaufenen Jahre keine besondere Verein svereflcntl ich ung bieten; wir
haben ihnen ausser dem «blichen abgeschlossenen Jahrgange des Kor-
ie*l:riilii.''/.li]ättls der WesnU-uls. her. /eil? clirifl fllr 190t nur noch
Dr. Quillingl kleinen Fuhrer durch das Historische Museum zugehen
lassen, von der Ansicht geleitel, dass die Verbreitung der Kenntnis
über die Bestünde unseres städtischen Museums durchaus zu dem Kreise
unserer Aufgaben gehört. Von den Veröffentlichungen unseres Vereins
befinden sieh zur Zeit nicht weniger als drei im Druck. Wir nennen
in erster Linie Orntifnidi Arbeit über das Wirken des KönigslieutenanLs
Grafen Thoranc in Frankfurt 1759—176; während der Besetzung der
Stadt durch die Franzosen, gcwl'KCTNiasscii die lokale Ergänzung zu
ileru trefflichen, geschichtlich wie kunsl- und litte rarhistorisch so be>
deutenden Werke von Dr. Marlin Schtibart Uber den KCnigslieutenant,
dem Goethes Schilderung in Wahrheit und Dichtung zur Unsterblichkeit
verhnlfen, dem aber auch die lüuitischc Geschichtsschreibung für seine
aufgeklärte Verwaltung während dieser bedeutsamen Epoche einen Ehren-
platz anzuweisen hat; diese Schuld einzulösen, is! der Zweck der Arbeit
unseres Ehrenmitgliedes Dr. Grettftni. Oli wir sie im laufenden Jahre,
in dem sie sicher vollendet w«d, noch ausgeben werden, ist fraglich;
vielleicht dienl sie erst als Vereinsgabe für 1904. Als Veröffentlichung für
dieses Jahr haben wir die Festschrift bestimmt, die wir dem Historischen
Museum zur Feier seines 35jährigen Beslehcns widmen wollen. Mi!
reichem Tafelschmuck ausgestalte!, wird sie mehrere Arbeiten zur Ge.
schichte der stadtischen Sammlungen und des Museums, zur Erläuterung
einzelner Gegenstände desselben und zur Frankfurier Kunstgeschichte
Iringen, ein, wie wir hoffen, nach ihrer äusseren Ausstattung wie nach
ihrem Inhalt würdiges Zeugnis des Interesses, das wir an dem Werden
und Wai h«tn unseres vaterstarltischeu Museums nehmen. Auch der
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S. Hand der III. Folge unserer Vereins Zeitschrift, des Archivs für frank für 15
Geschichte und Kunst, befindet sich bereits im Druck; er wird unter
anderen Arbeiten die wertvollen und mit allgemeinem Interesse auf-
genommenen Forschungen des Herrn Professor Dr. PeUtsitr zur Orts-
beschreibung der Frankfurter Gemarkung und der Landwehren um die
Stadl veröffentlichen; wann der Band von uns ausgegeben werden
lärm, steht noch nicht fest. Ausser der Festschrift wird Ihnen natürlich
auch der Jahrgang 1503 des Westdeutsrhen Korrespondenzblattcs in
diesem Frühjahre zugehen.
In den 9 wissenschaftlichen Sitzungen, welche wir im
Vereinsraume der Kunstlergesellschaft abhielten, hörten wir folgende
Vortrage:
r) Das neue Frankfurter Urkundenbuch und seine Bedeutung fllr
die stadtische Geschichtsforschung, (Dr. H. von Natbuhit.)
2) Frankfurter Hochsehulbestrebungen 1384-, 866. (Dr.A./»*ffO
3) Die Bestandteile des Frankfurter Stadtgebietes um 1500. (Pro-
fessor Dr. E. PeUtsitr.)
4) Die Sachsenhäuser Klubbisten zur Zeit der französischen Re-
volution. (Dr. K. Jung.)
5) Das Frankfurter Zinngiesser- Handwerk. (Dr. A. Dills.)
6) Das W i Hemer- Häuschen auf dem Huhnerweg und seine Erinne-
rungen. (Professor Dr. O. Heuer.)
7) Hügelgräber der Bronzezeit im Kranichstcincr Park. (Hofrat
F. Kofltr in Darmstadt.)
8) Ein neu entdecktes römisches Gräberfeld in Frankfurt Hin-
gebung. (Dr. F. Quillitig.)
9) Wie hiess die Römerstadt bei Heddernheim? (Professor Dr.
A. Fi/sc.)
10) Bericht Uber die Generalversammlung der deutschen Geschichts-
vereine in Düsseldorf. (Professor Dr. G. Wolf)
Ausserdem veranstalteten wir in Gemeinschaft mit dem Arehilcktcn-
«nd Ingenieur-Verein und dem Freien Deutschen Hochslift am 16. April
einen besonderen Vortragsabend, an welchem Herr Architekt Dr./ Hülsen
unlcr Vorführung zahlreicher Lichtbilder Uber die Ausgrabungen der
Berliner Königlichen Museen in Milet (Kleinasien) sprach, an denen
der Vortragende beteiligt war.
Wie Ihnen bekannt, bringt das Koncspondenzblatt der West-
deutschen Zeitschrift regelmässig Berichte Uber diese Vorträge, welche
die Redner zur Veröffentlichung in demselben dem Vorstände tur Ver-
fügung stellen. Von den oben genannten Vortragen sind unseres Wissens
der des Herrn Professor Heuer Uber das W i Hemer -Hau sehen im Feuilleton
der Frankfurter Zeitung vom 31. Januar 190s, der des Herrn Hofrats
Ke/Ur im Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde, Neue
Folge, Band Iii, Heft i abgedruckt worden; der des Herrn Dr. Diel;
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(Iber die Frank Furier Zinngicsser wird in unserer Festschrift Fllr das
Historische Museum erscheinen.
Dur Jahresbericht darl diesmal von 7 Verci nsaiisflügcn sprechen,
für welche dein rührigen Anslluj;s-Aussi hu:s ein besonderer I >a:ik ircbilh,:.
Am s6. März nachmittags wurde das unter Leitung des Herrn Dr. fjailli»;
bei Praunheim aiilymierkli: römische (Ii abi-rfcld be-ichtigt. Am 3. Mai
nachmittags nahmen etwa jo Herren und Damen an einem AtMiuge
nach Kllsselsheim und S(i]f«rt teil; FUr die Führung im Schloss Russe lsheini
litkI Ircundtiche Aufnahme in seinem Besitztum hat uns Herr Freiherr
S,ch.-nJ?rf-{'trna zu Dank verpflichtet. Am 1. Juni vormittags
besichtigten wir unter Führung der Herren Thomm und Dr. ffammiran
die Kingwälle am dem I lilhnerbcrg bei Kronberg. Am äi. Juni nach-
miliar fuhren etwa (10 Herren und Damen nach Höchst, woselbst FFerr
Dr. Hillstn im Bolongaroschcn Haus, Herr Dr. SucAitr und andere
Mitglieder des dortigen Altertumsvereins im Schloss, Museum und in
der Jus:imtskiri he die Führung ubernahmen. Der einzige Tagc:au;l1 a,:
am 31. August galt dem Otzberg und dem Schloss Nauses. Am 34. Sep-
tember naclimillafis wurde unter ['tlhriing de:. Herrn l'rnt'es-or l'/liuur
der Östliche Teil der rcchismainisc.hen Landwcbi begangen. Am Nach-
mittage des iH. Oktobers endlich wurden unter Führung unseres kor-
respondierenden Mitgliedes, des Herrn Baiiratcs JuceM, die neuen Bauten
auf der Saalburg und ilie römischen Hcirungsanlagen in Betrieb be-
lichtigl | leider war gerade dieser letzte Aus Bug vom Wetter sehr wenig
begünstigt.
An den Alts grabun ge n , welche im Berichtsjahre in der Stadt
und ihrer Fmgebmnt vor ticuoimiicn wurden, waren wühl viele Mil-]l..-:k r
unseres Vereins, aber dieser direkt nicht beteiligt. Im Auftrage der
städtischen Kommission Fllr Kunst und Altertumsgegenstände durch-
Forschte unser Vorstandsmitglied Herr An hitekt Thomas beim Abbruche
der Frasskeller -Mauer am Krautmarkt den Oebäudcschutt nach frllh-
romanischen Werkstucken, die dort Verwendung gefunden hatten; im
gleichen Auftrag deckte er die Stelle eines römischen CutshoFcs mit
Hemchsftigebäade in der Oberen Wiesenstrasse auf, worüber er in
unserer Festschrift f:lr das Museum au.fuhiüch licrichlen wird. Die
AuMecktlOg des «mächen Totenfeldes, welche Herr Dr. Quilting unter
Beistand zahlreicher Altert umsfrennde ausführte, brachte dem Historischen
Museum einen wertvollen Zuwachs ,111 t iraherfunden ; des Herrn Dr.
QaiUing und der Herren, welche ihn in der Ausgrabung unterstützten
und welche die Geldmittel dazu zur Verfügung stellten, in Dankbarkeit
iu gedenken darf dieser Bericht nicht unterlassen. Die Spenden für
diese Atbeilen. die das lebhafteste Interesse unserer Kinwohners.hari
finden, rlnsseii iu so reii hem Masse, dass von den von uns dir slautis. heu
Kommiision fur und Altertumsgegenstande zur Verfügung ge-
slellren izr. Mark mir die Hälfte zur Verwendung gekommen ist.
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Von dem Verband »est- und suddeutscher Vereine dir
römisch-german ische V o rsr hu n g , dessen <li L-aj^Llii L- lt Veibantls-
tig mil der Düsseldorfer Generalversammlung zusammenfiel, ist nichts
iu törichten, was die Interessen unseres Vereines näher anginge. Mil
ilcm Gefühle tiefer Trauer sei auch hier erwähnt, tlass der Vorstand
des Verbandes, zu dem von unseren Mitarbeitern Herr Prof, Weif ge-
frört, eines seiner hervorr^gtmls-eu Mitglieder, einen der erfolgreichsten
l'iuniere der rtjmisoc -gentium ■.■heu l'tjrsehHüg, l'rofessor Dr. /-t/ix llrttittr
m Trier, durch den Tod verloren hat. Wie Ihnen bekannt, hat die neu
jcgrtlndetc romisch -germanis che Kommission des Kaiserlic h
Deutschen A r ch aeo 1 0 g i sc h c n Institutes am i. Oktober 1901
ihre Tätigkeit begonnen. Wir haben allen Grund, uns der Errichtung
dieser Keii lisbchorde und insbesondere ihrer Ycrleeun); in unsere Stadl
iu freuen; wir hoffen von ihr eine tatkräftige Mitarbeit auf dem von
uns wie von unseren Nachbarn-reinen seit Jahren ::iii besonderem Kii'er
;c|lieg;cn gemeinsamen Kt rs.-hnngsex-bictc. tler Aufhellung der deutschen
Homerzeit. Wir wünschen der Tätigkeit der neuen Behörde alles Gluck
und versprechen ihr treue Kameradschaft. Zweifellos wird auch die
I-erscbuTi- in unserer Gegend, in unseren] Gebiete durel: sie eine neue
Belebung erfahren. Um sie besser iu konzentrieren und zu organisieren,
haben sich die städtische Kommission ftlr Kunst- und Alterlumsgegen-
<uinde sowie die Vorstände des Vereins fllr das Historische MuseiiTii
und unseres Vereins zu gemeinschaftlichem Vorgehen bei klinüi.iicii Aus-
grabungen in der Stadt, ihrem Gebiet und ihrer Umgebung verbunden.
Sie haben eine aus den drei Vorsitzenden, je einem sachkundigen Mi--
gliede nmi dem Muscumstlireklni- ho-'.eacnde Kommission eingesetzt und
derselben jährlich bestimmte Mittel zu Ausgrabungszwecken angewiesen;
liirse rriiiki'.tner Ausgrabungs-K rimmissi.ui win! fortan alle diese Arbeiten
Übernehmen, welche die drei Gremien bisher, wenn auch in voller
Einigkeit, doch nicht immer in richtigem Zusammenhang unlernommen
hatten; auf diese Weise wird endlich eine planmassige. von wissen., haft-
lichen t lesiehtäjiUnklcn geleitete llurchi.irr.hung unseres Grundes und
lie.le.ns narh und nach zu Stande kommen. Ilie Kiud.-f.li.ke ,;us ihrer
Tätigkeit fallen natürlich unserem Historisehen Museum zu; doch ist
:!:e Ausgrabung von solchen durchaus nii ht der leitende Zweck fllr die
Kommission; ihr steht die «■issensrharilidie Erforschung, die Erkenntnis
unserer ältesten Kulturepochen in der ersten Linie.
Mehrfach hatten wir Veranlassung auf dem Gebiete der Denkmal-
pflege tätig zu sein. Unsere Verwendung ftlr die schönen Decken-
-emälile im Rinde- 1 .aiais/i welche unter dem ['ostbetrieb raseh ihrer
Zerstörung entgegengehe«, hat (he Ober].. ist. hrcktiun in kurzen Worten
ihgewiesen; sie teilte uns mit, »dass die Instandsetzung und fernere
■) Vgl. Wölfl und Jung, Die Baudenkmäler in Frankfuri a. M., Bd. IL
- xxx- -
Erhaltung der ihrem Verfall entgei;cnL:clictii[en Deckengemälde nichi
beabsichtigt wird«. Mit diesem lakonischen Bescheid durften wir uns
nie Iii zufrieden geben; wir wandten uns an den Konservator der Kunst-
denknuUer in Berlin mit der lütte, auf die- Reichipcatbehörde in unserem
Sinne einzuwirken. Auf unsere Eingabe ist uns noch keine Antwort
geworden: wir hoffen, dass der Zerstörung jener Gemälde Einhalt getan
werde und dass auch die Ueii lislicliiirde sich zu den Grundsätzen der
Denkmalpflege bekennt, welche die l.andesbehordc mit so lobenswertem
Eifer jetzt (iberall betätigt. Ein weit grösseres Entgegenkommen haben
uns die städtischen Behörden erwiesen, als wir für die Erhaltung des
Hofes der Galluswartc, der der Anlegung eines Geleises der Strassenbahn
,.u in Opfer fallen sollte, und für die Erhaltung des Inneren des h-en-
häuser Wartturmes eintraten, in welches ein Entluftun gs.se hlot der
städtischen Kanalisation eingebaut werden sollte. Die Beseitigung des
Hofes der Galluswarte hätte den ganzen Charakter dieser mittelalterlichen
IVehranlage vernichtet, denn der Hof ist ein integrierender Teil der
Warte; der Sachsenhäuser Wartturm ist der einzige, dessen Wehrein-
richtung im Inneren noch erhalten ist und das ciniige Beispiel einer
solchen V erleid igungseinrichtung in gani Deutschland. Unsere Einsprache
gegen die Pläne, die man gegen diese beiden Watten hegte, ist nicht von
allen Seiten beifällig aufgenommen worden; wir sahen uns veranlasst,
in dem einen Falle unseren ablehnenden Standpunkt in einer Zeitungs.
erklarung iu vertreten. Noch haben die städtischen Behörden in beiden
Angelegenheiten nicht endgültig entschieden; wir haben aber allen Grund
anzunehmen, dass die Entscheidung in unserem Sinne fallen wird.
Es ist lebhaft zu bcgrllsscn, dass endlich auch der Regierungs-
bezirk Wiesbaden zu seiner Kommission zur Erforschung
und Erhaltung der Denkmäler gekommen und in der Person
unseres Mitbürgers und Mitgliedes, Herrn Professor Luthmir, ein Kon-
servator für den Beiirk ernannt ist. In einer vorberatenden Konfcreni,
welche am 13. Januar 190; unter dem Vorsitze des Herrn Ohe rpräsi den teil
in Wiesbaden (liier die 1 irganisation der Denkmalpflege in unserem lliviik
beriet, war der Verein durch den Vorsitzenden lerirelen. Das cifrculii-iii'
Ergebnis dieser Vorberatung ist die von dem Kommunallandtage dureli
Beschlnss vom 17. April 190a gebildete Bezirks- Kommission, erfreulich
auch deshalb, weil der Wiesbadener und der Frankfurter Altertümsverein
wie bei der vorberatenden Konferenz, so auch in der Kommission ver-
treten sind; zu ihren Mitgliedern sind von unserem Vorstande der Vor-
sitzende und Herr l'adjtra ernannt worden, freilich nicht in ihrer
Eigenschaft als Mitglieder unseres Vorstandes. Von der neuen Kommissinn
und dem neuen Konservator dürfen wir hoffen, dass sie auch für unser
Interessengebiet segensreich wirken werden, und dass wir in dem Kampfe
um Erhallunp wert vi .11 er il.uultnkin ilrr an ! leiden einen kräftigen Rückhalt
haben werden.
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V. Bericht über die Tätigkeit des Vereins im jähre 1905.
Der Vorstand bestund nach den in der Hauptversammlung
vorn =9. Januar [903 erfolgten Waiden a.ü 1'oli.rniien Herren:
Otto Cornill. Ilirck-.ur des Ilistorisrhsn Museums,
Dr. jur. Altxandcr Dittz, Rechtsanwalt,
frofussor Ottn ]),»ir./r-vcn Ri.httr, Maler,
Professor Dr. phil. Otto Htutr, Generalsekretär des Freien
Deuts dien Hochstifts,
Dr. phil. Radolj /ans, Stadtarchivar,
Professor Dr. phil. Isidor Kratautr, Überlehrer,
Willulm Mappts, Kaufmann.
Dr. phil. Heinrich 7111 A~alii:<:.i;u-A~rit:sliJl, Bibliothekar,
Emil Padjtra, Rentner,
Professor Dr. phil. Eduard Ptlissitr, Überlehrer,
Professor Dr. phil. Altx-ander Rita, Oberlehrer a. D.
Dr. rer. pol. Göttlich Stknapptr-Arndl, Privatgelehrter,
Christian Ludwig Thomas, Architekt,
Professor Dr. phil. Giorg Wolf, Oberlehrer.
Den Vorsiti führte Herr Dr. fang, dessen Stellvertretung Herr
Professor Wolf, Schriftführer war Herr Mappts, KassenfUhrer Herr
Padjtra. Den Schriftleilungs - Ausschnss bildeten die Herren Jung,
Donntr, Riat; den Orts-Ausschuss Padjtra, Dittt, Traut; den Aus-
flugs Ausschuss Thomas, Pt/issitr, Hammtran, Kobtr, Oths; den Biblio-
Wolff, Pt/issitr, Sthnapptr- Arndt, Donner. Die laufenden Ve"reins-
geschafie erledigte der Vorsitzende an unserer Geschäftsstelle im Archiv-
Die Amisdauer der Herren Kratautr, Padjtra, Thomas und IVolf
als Mitglieder des Vorstandes ist abgelaufen. Da sich diese Herren
zur Annahme einer neuen Wahl bereit erklart haben, so glaubt der
Vorstand Ihren Wünschen entgegenzukommen, n enn er Ihnen die rt ieder
wähl dieser in der Arbeit unseres Vereins vielbewfihlten Kräfte un-
maßgeblich empfiehlt.
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- XXXV -
Die Jahresrechnung ist von den Herren Kerl Sihuihherd
und Philip;' Peuly geprüft worden; das Ergebnis wird Ihnen nachher
der Hen- Kassen Iii hrer vortragen. Wir schlagen Ihnen die Wiedennhl
der beiden Herren als Prüfer der Jahresrechnung für 1904 vor, sowie
der Herren Revisor Hermann Menlzel und Kaufmann Fri/drick Kohr
als ErsatzprUler.
Die Zahl unserer Mitglieder ist im Laufe des Jahres auf 367 ge-
stiegen; 11 Mitglieder sind ausgetreten, 11 weitere gestorben, wahrend
31 Mitglieder neu eintraten. Von denen, die im Laufe des Jahres 1003 uns
durch den Tod entrissen wurden, nennen wir als einen der Mitgrtlnder
unseres Vereins den Buchdruckereibesitzer August Oslrrritlh-Laurin,
dessen typographische Anstalt von jeher unsere Vereinszeitschrift und andere
unserer Si:hrii'tcn gedruckt hat; wir gedenken ferner des Architekten
Friedrich Satunvtm, der in früheren Jahren ein beliebter Mitarbeiter
und Besucher unserer Vortragsabende war, und des Konsistorialrates
und Pfarrer Dr. Wilhelm Bant, der bis in seine lernen Lebensjahre
uns ein treuer Freund und früher auch ein eifriger Mitarbeiter gewesen
ist. Wir gedenken schliesslich unseres am 117. November im Alter von
mehr denn B6 Jahren Heimgegangenen Ehrenmitgliedes, des Senators
Dr. Emil van Oven, der uns von der Gründung unseres Vereins an bis
in die letzten Tage seines langen Lebens mit Rat und Tat eine uner-
schütterliche Treue erwiesen hat. Es würde den Rahmen dieses ge-
schäftlichen Berichtes weit tibersteigen, wenn wir an dieser Stelle seiner
Bedeutung und seinen Verdiensten um unsere Stadt sowohl wie um
unseren Verein gerecht werden wollten. In der ersten Sitzung nach
dem Hinscheiden dieses hochverehrten Greises hat der Vorsitzende ver-
sucht, den Mitgliedern ein Lebensbild dieses Mitbürgers zu entwerfen,
mit dem ein Stuck Alt-Frankfurt und auch ein Stuck Geschichte unseres
Vereins zu Grabe getragen worden ist. Heute wollen wir uns darauf
beschranken, den herzliehen Dank für alles, was er für uns als allezeit
eifriger Förderer unserer Vereinsbestrebungen, als erfolgreicher Forscher
auf dem Gebiete der vaterstädtischen Geschichte getan hat, zu wieder-
holen, einen Dank, den wir in den Blattern und an seiner Bahre bereits
in der Öffentlichkeit ausgesprochen haben. Lassen Sie uns unsere Toten
des Jahres T903 durch Erheben von den Sitzen ehren!
Von Veröffentlichungen unseres Vereins ist im Berichtsjahre
die .Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens des städtischen
Historischen Museums in Frankfurt a. M.o ausgegeben worden und
ausserdem, wie üblich, der Jahrgang 1001 des Korrespondenzblattes
der Westdeutschen Zeitschrift. Dass wir der Festschrift einen Umfang
und eine äussere Ausstattung gegeben haben, wie wir sie unseren
sonstigen Schriften nicht geben können und dürfen, wird gewiss Ihre
Billigung gefunden haben; unser Verein ist auf das engste mit dieser
schönen städtischen Anstalt verknüpft, wir haben ihr unsere eigene
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Sammlung anvertraut, sie liefert uns fortwährend ein reiches Anschauungs-
material fitr unsere Arbeiten; unser Verein und das Museum wirken auf
dem gleichen Gebiete, ein jeder auf seine Weise, eintrachtig zusammen.
Bei der Feier am iS. Juri Uberreichte der Vorsitzende dem Chef der
dem Museum vorgesetzten Behörde das Widmungsesemplar der Fest-
schrift, sprach der Anstalt in kurzen Worten Glückwunsch und Dank
aus und schloss mit dem innigen Wim« lic laneren Zu.-auiriicnw-irketii
an der gemeinsamen Aufgabe: die Erinnerung an Frankfurts reiche
Vergangenheit allezeit unter der Bürgerschaft lebendig zu erhalten.
Wtr sind jetzt endlich in der l-age, unseren Mitgliedern eine langst
angekündigte VeiöTfclulicliuri;; als Vereinspja'lie für das laufende Jahr i}04
darbieten zu können: die Arbeit uni eres Ehrenmitgliedes, des Herrn
üeaeimer: Ard-.ivratcs Ur. Grufettns in Schwerin i. M. Uber das Wirken
des Königsliculenanls Grafen Thoranc in Frankfurt 1759—176». Wir
hoffen, mit dieser Veröffentlichung nicht nur der lokalgesohichllichen.
sundern auch der Goel he- Forschung einen Dienst zu erweisen; gehün
doch der Königslieutenant zu den Persönlichkeiten, die von bedeutendem
Einflüsse auf den jungen Goethe gewesen sind und deren der alte in
Dankbarkeit sich erinnert hat. Allerdings der Goethe- Forschung in
weiterem Sinn — denn der Knabe Wolfgang Goethe spielt in der
amtlichen Tätigkeit Thorancs keine Rolle. Mit gebührendem Danke
sei erwähnt, dass das Freie Deutsche Hochstift im Goethchanse, das ja
mehrere Jahre das Quartier des Königsliculenanls gewesen ist — wie
zu Beginn, so auch zum Ab-.iihiis der Drin kicgun:; uns wiederum einen
namhaften Kostenbeitrag bewilligt hat. Ausser der Grotefendschcn Schrift
wird den Mitgliedern airci; der jetzt abgeschlossene Jahrgang 1903 de!
Korres]iondcn:;b1jttes der Westdeutschen Zei'.j.hrift zugehen.
Im Drucke befindet sich der 8. Band der dritten Folge unserer
Vereinte itSL hriil. des Archivs für Frankfurt", (i csdlichte und Kunst: CT um-
fasil die s:> s;ciI:cL;ecen wie interessanten lii].ü-r.i[)h: sehen und historischen
Forschungen des Herrn Professor Prlissirr Uber die Gemarkung und die
Landwehren um Frankfurt und Sai hsenhausen und wird auch das uner-
läßliche kartographische Material enthalten. Der Band, welchen die
Arbeit des Herrn Professor Pilissitr füllen dürfte, soll 19a; ausgegeben
werden. Die sechste und letzte Lieferung des von uns in Gemebsctuii't
mit dem Architekten- und Ingenieur-Verein herausgegebenen Werkes
• Die Baudenkmaler in Frankfurt a. M.« wird voraussichtlich gegen
Ende 1004 erscheinen.
In den 10 wissenschaftlichen Sitzungen, welche wiederum
im Vereinsraume der KllnsUerge-ellschafi stattfanden, wurden folgende
Vorträge gehalten:
1) Frankfurt und die Stadtebtlnde im Mittelalter. (Prof. Dr.
O. fftutr.)
2) Das Sachscnhäuscr Gebiet um 1500. (Prof. Dr. £. J'rlissirr.)
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3) Franz von Sickingen und die Reichsstadt Frankfurt 1515—1513.
(Dr. W. Lühe.)
4) Die Ablösung der ewigen Zinsen der Geistlichkeit zur Re-
formationszeit in Frankfurt. (Dr. W. Luit.)
5) Das reguläre Militär der Reichsstadt und Freien Stadt Frankfurt.
(Dr. S. Jung.)
6) Der Buchhändlct Friedlich Christian Schwan und seine Tätigkeit
in Frankfurt 1704—1765. (Dr. R. Hering.)
j) St adtschultheiss Friedrich Maximilian v.Günderrode 1753—1814.
(Dr. X. Jung.)
8) Senior Dr. Wilhelm Friedrich Hufnagel 1754-1830. (Pfarrer
Dr. H. Dechen!.)
9) Senator Dr. Emil von Oven 1817—1903. (Dr. £. Jung.)
10) Das römische und vorromisehe Praunheim. (Prof. Dr. G. Wolf.)
m) Die heutige Denkmalpflege mit besonderer Beziehung am
Frankfurt. (Bezirkskonservator Prof. F, Luthmer.)
Die von den Vortragenden verfassten kunen Berichte Uber die
einzelnen Vortrage werden fortlaufend im Korrespondeniblatte der
Westdeutschen Zeilschrift abgedruckt. Es ist uns nicht bekannt geworden,
diss einer dieser Vorträge im Wortlaute abgedruckt worden ist; mehrere
derselben (z. B. Nr. z und 4) sind Auszüge aus umfangreicheren Arbeiten
der Vortragenden, welche noch nicht im Druck erschienen sind.
Im Sommer und Herbst unternahmen wir 6 Ausflüge, die sich
sämtlich zahlreicher Beteiligung erfreuten; des Ausflugs -Ausschusses und
besonders der Bemühungen des Herrn Prof. PtUttitr für die Vorbereitung
und Durchfuhrung dieser Ausflüge werde auch an dieser Stelle dankbar
gedacht. Am 3. Mai wurde der erste Tagesausflug nach Hanau, Philipps-
rulle und Wilhclmshad unternommen ; am Z3. Mai folgte ein Nachmittags-
iLsflug nach Gross- und Klein-Sleinheim, an welchem sich nicht weniger
ils 86 Personen beteiligten. Der zweite Tagesausilug führte uns am
14. Juni nach den beiden Reifenberg und 111 den Ruinen der Burg
Haltstein. Das Ziel der dritten am 13. August unternommenen Tagesfahrt
*ar die alte Reichsstadt Friedberg mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten.
Am 9. und z6. September folgten dann zwei Nachmittagsspaziergange;
der erste galt Seckbach und Betgen, der zweite der Besichtigung der
Riederhöfe und der dortigen Landwehr. Allen den Herren, die sich
uro Fuhrung und Erläuterung verdient gemacht haben, spricht der Vor-
stand seinen herzlichen Dank aus und bittet sie, diesen Ausflügen, der
Betätigung des Vereinslebens zur Sommerszeit, auch fernerhin ihre Mit-
hilfe zuwenden zu wollen. Der erste fUr Marz oder April vorgesehene
Ausflug im neuen Jahre wird uns, wie wir hier schon bemerken wollen,
™,-,u^ir.litlu:]-, nii:ht ins Freie und nicht nach auswärts führen; er soll
□er Uesichtigung der Innenrilumc unseres neuen Rathauses und der wieder-
hergestellten Prunkräume des allen Römers gewidmet sein.
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- XXXVIII* —
Wie Ihnen bekannt, h^hcr. <':'.<: die: hiesigen, an Aus g rabu ngen
interessierten Körperschaften, die städtische Kommission für Kunst- und
Altcrtumsgegenstände, der Verein für das Historische Museum und unser
Verein sich zu gemeinsamer T:üi«keit vereinigt and eine besondere
Kommission mit diesen Arbeiten betraut. Die Ausgrabungen im Früh-
jahr galten der Villenvorstadt und dem Totenfelde in Praunheim; Uber
die Ergebnisse derselben hat der Leiter der Arbeit Herr Professor Hilf,
in einer Vercinssilzung Bericht erstattet. Die Arbeiten im Herbst und
Winter erstrechten sich auf die eigentliche Kämerstadt Heddernheim;
die gante Anlage des Torbaues der purta principalis sinislra wurde
aufgefunden, ein Stuck des Praetorium^ aufgedeckt und ein doppeltes
Längenprofil durch die ganze Römerstadt aufgenommen; das wichtigste
rechteckigen Erdlagers nördlich vom Steinkastell, einer der grössten
rU:ni.;rhcr. fi^le -v.g-.inc.cn au;' ro htiriicr.iäi.-licni JJci.ii;:'., d,is als passageres
Lager aus der Zeit des Chattenkriegs anzusprechen ist. Das Nähere
Uber diese äusserst ergebnisreiche Arbeit wird Ihnen hoffentlich dem-
nächst in einem besonderen Vortrage dargelegt werden. Den Beamten
des Tiefbau -Ami es. welche dort eine Gas- und Wasserleitung legten und
dabei die Ausgrabungen verständnisvoll forderten, sowie dem mit der
Überwachung der Arbeiten beauftragten Assisienten des Museums, Herrn
Wtlckir, sei auch hier für ihre Mitarbeit herzlich gedankt.
Von unserer Tätigkeit auf dem Gebiete der Denkmalpflege
ist zunächst zu berichten, dass die im vorigen Jahresberichte ausge-
sprochene Hoffnung auf unversehrte Erhallung der Galluswarte samt dem
Hof aufgegeben werden muss. In einer an Ort und Stelle abgehaltenen
Konteren-, an welcher die technischen Vorsteher des Tiefbau-Amtes und
desF.lirklriiiiäls-und Bahn-Amtes, der Bezirkskonservator und von unserem
legung des Hofes Auskunft gibt«.
Ein besseres Schicksal, als der vorjährige Bericht befürchtete, ist
dem stolzesten Furstenpalast unserer Stadt, dem Thum und Taxis-Palais
beschic-den: ti wird lULt Voraussicht nach in den Besitz der Stadt
- XXXIX- -
übergehen und in seinem Kunstwert erhalten bleiben. In einer Konferem,
zu welcher der Herr Oberbürgermeister Vertreter der an der Erhaltung
des Gebäudes interessierten Vereine geladen hatte, wurde die Absieht
seiner Zerstörung entgegengehenden Palast durch Ankauf für die Stadt
iu retten, allseitig mit lebhafter Freude begrtisst; im Palais sollen solche
städtische Ämter untergebracht werden, deren Dienst bei rieb das Gebäude
nicht schadigt; einige Zimmer sollen mit Erinnerungen an die Zeit aus-
gestattet werden, da von hieraus Deutschland regiert wurde, also an
die fünf Jahr lehnte von 1816—1866; die Wiederherstellung der Innen-
räume soll dem heimischen Kunstgewerbe lohnende Aufgaben bieten.
Heilen wir, dass der schöne Gedanke mr Ausführung kommt und
unserer Stadt eines ihrer werlvollsten Baudenkmäler aus reichsstädtischer
Aus dem Kreise unserer Mitglieder sind dankenswerte Anregungen
an uns gekommen, mit der durch den Zollbetrieb immer bedrohlicher
werdenden Verwüstung des Karmeliter- Kl osters uns zu befassen und
dafür zu sorgen, dass der Rententurm durch Freilegung seines unteren
Teiles sein altes charakteristisches Aussehen als Festungsturm der Main-
front wieder erhält — in beiden Angelegenheiten werden wir uns
Die neue Denk mal]) (lege- Kommission für den Rcgierr]n^sl:rr;irh
legenheit gehabt, sich mit Frankfurter Fragen iu befassen.
Das Zustandekommen des Historischen Kartenwerkes Uber
Hessen -Nassau, Crossheriogtum Hessen und Aschaffenburg, welches wir
xmi in chnfilich mit den Historischen Kommissionen in Marburg und
Wiesbaden und dem Historischen Verein in Wurzburg hcrau.-^^bci]
wollen, ist immer noch nicht gesichert, da sich ausser anderen Kon-
tribuenten, aur die wir hoffen, auch die Grosshenoglich Hessische
SUatBregierang Uber ihre finanzielle Beteiligung immer noch nicht
erklärt hat.
Auf der Generalversammlung des Gesamt! ereins der Deutschen
Geschichts- und Altertumsvereine in Erfurt waren wir durch Herrn Pro-
fesaor Welff vertreten, Fragen von besonderer Bedeutung für unseren
Verein sind dort nicht zur Erörterung gekommen. Wir machen auch in
diesem Bericht auf das sehr inli alt reiche Korrespondenzblntt des Gesamt-
vereins aufmerksam; der Abonnementspreis betragt jährlich nur 5 Mark;
bei Bezug von mindestens 5 Evemiilaren ermässigt er sich auf 3, bei
mindestens 30 Exemplaren auf i Mark.
Den Vereinen, mit denen wir im Sehr ift e n au sta usc h stehen,
sind im abgelaufenen Jahre hinzugetreten;
Dttmold, Geschichtliche Abteilung des Naturwissenschaftlichen
_ XL* -
Hannovir, Verein für Geschichte der Stadt Hannover,
Alitau, Kurländische Gesellschaft für Literatur und Kirn«,
Sektion fllr Genealogie, Heraldik und Sphragistik.
Die Veröffentlichungen dieser Vereine werden von uns an die
Stadtbibliothek abgegeben.
Wenn wir auch nicht ohne Befriedigung auf die Tätigkeit des
Vereint im abgelaufenen Jahr taiuckblir-en dürfen. so Bollen wir uns
fangreichere Tätigkeit entfalten könnten, zumal in Veroffentlif hungen
aus dem Gebiete unterer St ad; geschiente, «n dass a-jrh der. Mjljj ieden .
die sich nicht an unseren Siüjngen beteiligen können, mehr geboten
weiden kann. Der Vorstand befass; sich itr /«it mit der Erwägung,
ob der Verein nicht, wie das die lokal gescbicbüich eo Vereinigungen in
andnen Städten tun. ein Mo natsb .att herausgeben soll, welches aussei
den geschäftlichen Mitteilungen kleinere wissenschaftliche Arbeiten in
rascher Folge bringt, die etwa alle swei Jahre erscheinenden Bände
unserer Vereins! eilschrirt von diesen kleineren Aufsätien entlastet und
für die umfangreicheren Arbeiten frei macht. Der Votstand glaubt,
dass ein solches Monatsblatt das Interesse der Mitglieder immerfort
wach erhalten und die Vereinstätigkeit heilsam befruchten wird. An
Stoff und an Arbeitern fehlt es nicht, wohl aber an Geld! Da wir auf
eine Erhöhung der städtischen Unterstützung nicht hoffen dürfen, so
lassen sich die fehlenden Geldmittel nur durch die Anwerbung neuer
Mitglieder gewinnen. Wir bitten deshalb die Angehörigen unseres Vereins
nach Kräften dafür sorgen zu wollen, dass unser Kreis sich vergrößert ;
nur so kann unsere Tätigkeit nach innen wie nach aussen gesteigert
werden, nur so können wir den vielen an uns herantretenden Aufgaben
gerecht werden I
I £ i 1 1 II ; 1 1 1 1 1 1 • ■ 1 1 .
VI. Rcdimin^-Av
.n Kassa-Konto
Harb [islaml
An Mitglioderbeitrag-Konlo
hresbeitrage der Mitglied« . . .
An Effoklen-Konto
irkaufle M. 1200.— j'/i'/o Hess, Staats-.
anleihe
nsen von Wertpapieren
An Sparkasse-Koiilu
Zahlungen
An Frankfurter Geworbekaese
Konlo-Korrent A-Konlo
Zahlungen
An Subvontions -Konto
ntcrstUtzung der stttdt. Behörden 1903/04
An Verlag -Konto
""erkaur von Veieinsschtiften . . .
An Konto: Historisches Kartenwerk für
Hessen-Nassau, Hessen elo.
Zahlungen
An Subvention s -Konto
nlersttltiunj; des Freien Deutschen Hoch
stifis für Herausgabe det Btleie Thorancs
Dipzcd by Google
- XLI1I- -
Jas Jahr 1905. .Ausgabe.
■
M.
1':
M.
i'i.
1 Per Bibliothek-Konto
ELi Ankauf von Büchern und Keilschriften . .
OS
21
05
113
05
Per Kommission für Herausgabe der Käu-
fer Verla Konto
, Honorare für die Festschrift für das hislor.
Museum
; ■ Zeichnungen und Lichtdrucke
| Sau und Druck der Festschrift
joo Abzüge: Die rechlsmainische Landwehr
Frankfurts
Per Frankfurter Gewerbekassc
[ Konto -Korrent A.-Konto
1 Per Invontar-Konto
j | i Gummistempel
a
75
Per Hono rar- Vo räch uss-Konto
Per Unkosten-Konto
1 Beitrag zum Verband sUd- und westdeutscher
\ Eintragung des Vereins .'
:<■..> Kxcuipkrc (ks KorrL-SMmdcnzblaltes .
fiO
[ Kosten bei Ausflügen
W
[ Protokolle der Generalversammlung zu Erfurt
SO
1 Einkassieren der Mitgliederbeiträge und Aus-
7<l
40
1 Vertretung des Vereins bei der Generalver-
{ Sammlung in Erfurt
100
! Druckarbeilen
63
60
; Schriftliche Arbeiten
40
I Kleine Ausgaben
46
1241
Per Kaasa-Konto
303
71
r.4
P-Dan&cr 190}. ^
mil Padjera,
d. Zt. Kass
DigitizGd b/ Google
VII. Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1904.
Erstaun in der Hauptversammlung im 16. Februar 1305.
den in der vorjahrigen Haupt Versammlung volliogenen
Wahlen setile sich der Vorstand aus folgenden Herren zusammen:
Olli CorniU, Direktor des Historischen Museums,
Dt. jur. Alexander Dilti, Rechtsanwalt,
Professor Otto Dentur-von Rithttr, Maler,
Professor Dr. phil. Otto Heuer, Generalsekretär des Freien
deutschen Hochstifts,
Dr. phil. Rudolf Jung, Stadtarchivar,
Professor Dr. phil. Isidor Krrtcaucr, Oberlehrer,
Wilhelm Mappcs, Kaufmann,
Dr. phil. Heiiirieh von Nathusius-Ntimttil, Bibliothekar,
Emil Padjera, Rentner,
Professor Dr. phil. Eduard Pelissier, Oberlehrer,
Professor Dr. phil. Altxandir Rita, Oberlehrer a. D.
Dr. rer. pol. Göttlich Schnappcr-Arndl, Frivatgelehrter,
Christian Ludwig Thomas, Architekt,
Prof. Dr. phil. Georg Wolff, Oberlehrer.
Das Amt des Vorsitzenden bekleidete Herr Dr. Jung, das des
Stellvertreters des Vorsitzenden Herr Professor Wulff; Schriftführer war
Herr Mappet, KassenfUhrer Herr Padjcra. Der Schriftleitungs-Ausschuss
bestand aus den Herren Jung, Donner, Riese; der Orts-Ausschuss aus
den Herren Padjera, Dielt, Traut; der Aus flugs- Ausschuss aus den
Herren Thomas, Pelissier, l'adj/rj. K<<btr, Otfo; der Bibliotheks-Aus-
schuss aus den Herren Jung, Heuer, Traut; der Vortrags- Ausschuss au(
den Herren Wolff, Pelissier, Schnapper-Arndt, Donner. Die laufenden
Vereinsgeschäfte werden vom Vorsitzenden an unserer Geschäftsstelle
im Archivgebäude erledigt.
Die Amtsdauer der Herren Dictz, Heuer und Pelissier ist abge-
laufen ; Herr Dr. Schnapper- Arndt ist im I.aufe des Berich [sjahra
verstorben. Herr Professor Dr. Heuer rnuss im Hinblick auf seine
Übersiedelung nach Homburg v. d. H., die ihm kaum gestattet, an den
Vortragsabenden Teil zu nehmen, auf eine Wiederwahl verzichten. An
Stelle der beiden letztgenannten Herren schlagen wir unmassgeblich die
Wahl der Herren Muse ums -Direktorial -Assistenten Dr. Otto Läufer und
Rudolf Weliker vor, an denen der Vorstand zwei in unserem Verein
Direktor Otto Comill sein So. I^bcnejahr. Die Verdienste dieses Herrn
um unseren Verein wie um alle Bestrebungen der Krankfurier Altertums-
kunde und Denkmalpflege sind so bekannt und allgemein anerkannt,
diss wir unsere Mitglieder nur mit diesen Worten daran ia erinnern
brauchen. Der Vorstand hat Herrn Direktor Cornill, der diesen Tag
in voller körperlicher wie geistiger Frische und vor allem in freudiger
Schaffenslust feiern durfte, zum Ehrenmitgliede des Vereins ernannt; der
Digitizod by Google
- XLV1* -
les hat bei der Gratulationsfeier in der Wohnung
ics ihm mit wenigen, herzlichen Worten des
■r Ernennung uberreicht, für deren kUnstltnschc
trchileklen Dr. Hülsen zu besonderem Dankt
cliüpfui
Westdeutschen Zeilschrift erhallen. Im lau
der drillen Folge unserer Vereins/.eilsehri
Oeschichte und Kunst zur Ausgabe gela
üblichen Mitteilungen geschäftlicher Natu'
; im abgelaufenen
.Scheimcn Arrfiiv-
ken des Königs-
schienen und hat,
der wissenschaft-
.ersehoben werden, da der Bearbeiter dieser Lieferung, Herr Architekt
Dr. HÜIstn, wiederum auf mehrere Mimate zur Teilnahme an den Aus-
grabungen der Berliner königlichen Museen in Milet (Kleinasien) be-
Ypreink'iingen, sondern auch der beiden stadtischen Anstalten, des
Museums und des Archivs, auszubauen, denen die Pflege der geschicht-
lichen Erinnerungen der Stadt obliegt.
- xLvir —
Wir hielten im abgelaufenen Jahre 10 wissenschaftliche
Sitzungen im Lokale der Kunstlergesellschaft ab, in «-eichen folgende
Vorträge gehalten wurden;
i) Frankfurter Kleiderordnungen im Mittelalter. (Dr. O. Laafir.)
!) Die Handelsbeziehungen zwischen Venedig und Frankfurt.
(Dr. A. Dittt.)
j) I-andgraf Philipp der Grassmutige und die Reichsstadt Frank-
furt. (Dr. R. Jung.)
4 ) Das stadtische üteuerwesen vor 300 Jahren. (Dr. F. Bolir.)
5) Der k. k. Feldmarschall Johann Hieronymus zum Jungen
1660—1731 und die Frankfurter Patrizierfamilic zum Jungen.
(Dr. H. v. Ifatkutius.)
6) Frankfurt um Vorabend der Wahl Karls VII. (Professor Dr.
J, Xrmautr.)
7) Die Verbündeten in Frankfurt im November tSii, (Professor
Dr. f. Kraiautr.)
8) Die Frankfurter Landwehr im XVII. und XVIII. Jahrhundert.
(Professor Dr. E. Prlissür.)
i)) Die Abschaffung der Frankfurter Landwehr. (Professor Dr.
B. J'riissiir.)
m) Die neuesten Ausgrabungen in Heddernheim. (Professor Dr.
G. Mlf.)
it) Die Festung Königstein. (F.. Padjira).
Von diesen Vortragen ist unseres Wissens nur No. 7 in der ge-
haltenen Form in den Frankfurter Nachrichten abgedruckt worden;
No. 4, 8 und 9 behandeln einzelne Abschnitte aus grösseren Werken
dtr Verfasser, die noch nicht im Druck erschienen sind. Über alle
diese Vorträge finden Sie kurze, von den Vortragenden herrührende
Auszüge im Korrespondemblattc der Westdeutschen Zeitschrift, Jahr-
gang 11104. Den Herren, die sich uns foi Vorträge tut Verfügung ge-
stellt haben, sei hiermit unser herzlichster Dank ausgesprochen.
Dem Architekten- und Ingenieur- Verein haben wir für die F.inladung
III einem Vortrag des Herrn St:nlir.il S:l.,i;in:a)tri tlhei 1 leiinutschutz zu
danken, an dem mehreie unsere! Mitglieder Teil nahmen-, den in diesem
Vortrag ausgesprochenen Wünschen, die sich mit den unseren in Bezug
auf die Denkmalpflege so nahe berühren, können wir nur besten Erfolg
wünschen.
Im Laufe des Sommers, während dem die sonstige Tätigkeit des
Vereins ruht, hat unsere AusHugi-Kommisaion vier Ausflüge veran-
staltet. An dem ersten (15. Mai) beteiligten sich etwa 100 Personen;
sein Ziel war die Ruine der Feste Königstein, die uns Herr E. Fadjtra
an der Hand von bisher zum Teil unbekannten Planen sachkundig er-
littene; ein Gang Uber Falkenstcin nach Kronberg beendete am Nach-
mittag den gelungenen Ausflug. Am Nachmittage des 1 1. Juni besuchten
- xLvm* -
wir unler Führung der Herren Blatlncr vom Römer -Bau bureau das neue
Verwaltungsgebäude und daran anschliessend unter Führung des Herrn
Dr. IMsin Teile des allen Römers; etwa aoo— 300 Personen benutiten
diese Gelegenheit, den Neubau kennen iu lernen. Der drille !\a&i i
am j6. Juni galt den Sehenswürdigkeiten des Städtchens Babenhausen,
Schloss mit romanischer Halle, Kirche, I'alriiierhauser, S ladt befestig ung;
an diesem Tagesausflug nahmen 37 Mitglieder und Damen Teil. Am
10. August Nachmittags wurde- ein Spaziergang Uber liinkelstein nach
der Schwcdenschanze und Schwanheim unternommen. Den Herren von
dem Ausflugs -Ausschiiss und allen denen, die sich um Vcrar.M ili m;
dieser Ausflüge oder um Erklärungen bei denselben verdient gemacht
haben, sprechen wir hiermit unseren besten Dank aus.
Auf Bitte des Vorsitzenden führte am Vormittage des I. Oktober
Herr Major Schramm aus Metz einem engeren Kreiso von Altertums
freunden auf der Saalburg die von ihm hergestellten Nachbildungen
römischer Wurfmaschinen in Tätigkeit vor; vorher hatte ein Gang
durch die Saalburg unter Fuhrung des Herrn Geh. Baurales Professors
Jacebi, unseres korrespondierenden Mitgliedes stattgefunden. Da sich
an dieser Veranstaltung aus begreiflichen Gründen nur ein engerer Kreis
beteiligen konnle, so war es uns nicht möglich, alle unsere Mitglieder
daau zu bitten. Die Herren Major Schramm und Geh. Rat Jatobi haben
sich der freundlichst von ihnen übernommenen Aufgabe in einer Weis;
entledigt, welche die etwa 30 Teilnehmer zu tiefem Danke verpflichtet hat')
Auch im abgelaufenen Jahre hat die von der stadlischen Kotii-
rnissirjn Air Kunst und Altert umsgegenst linde, dem Verein für das
Historische Museum und unserem Verein niedergesetzte Ausgrabungs-
Kommission eine rege Tätigkeit enlfalten können. Unser Vorstands-
mitglied Herr frotessor IVcljf berichtet darüber;
Die Arbeiten erstreckten sich während der Monate Februar und
März des Jahres 1904 auf das Prätorium des Domitianischen Kastells
und die Nordscile des jjni^ri T-'.riilagers, deren Feststellung infolge der
unerwarteten Unregelmässigkeiten des Grundrisses dieser Teile sehr
schwierig und zeitraubend war. In den FrUhlingsmonaten und wiederum
vom Septembei an nahm die Aufdeckung der bei der Verfolgung der
u cäUiciiu des ^cn^nriuri l,;u;i;rs angeschnittenen ausgedehnten Töpfereien
aur dem grossen Acker des Gastwirts Westerfeld ausserhalb des Nordlores
der Römerstadt Zeit und Mittel völlig in Anspruch. 14 Töpferoren von
verschiedener Form und Grösse werden auf engem Räume aufgedeckt
und neben ihnen Reste der Belriebsan lagen und der zwischen den
Töpfereien und der RÖmerslrasse nach der Saalburg gelegenen Gebäude
ans der ersten Zeit der römischen Herrschaft untetsucht und sorgfaltip
') Vgl. (Iber diese römischen Geschütze, welche dem Kaiser Wilhelm II. für
die Saalburg vun ,1c: Ccclli.-LLl't i:;r [.cihM:!.?i-cl.-_- (Ic sei lichte und AlteTtumszuöJr
cewidmcl wurden, deren Jahrbuch Band XVI.
Digitized b/Cl)Ogl
- IL' —
auf dem für das Jahr 1904/05 gepachteten Teile des Ackers im Früh-
jahr fortgesetzt werden. Aber bereits jetzt sind ihre Ergebnisse für
unsere Kenntnis der Geschichte der romischen Okkupation und der
materiellen Kullur unserer Gegend in jener Zeil von hervorragender
Bedeutung. Unier den Fundstucken sind von besonderem Interesse
die in den Öfen und in den neben ihnen befindlichen Gruben fllr raiss-
versehrt, teils so gefunden, dass sie aus ihren Bestandteilen wieder
zusammengesetzt werden konnten, und so licmlich den gesamten Bestand
eines proviniial römischen Haushaltes vom Ende des II. Jahrhunderls
an keramischen Küchengeräten erkennen lassen. Zum ersten Mal
konnten auch gewisse Typen der roten Sigillaraware als Heddemheimer
Hohnlich reiche Ausbeute der Grabungen ist im Historischen Museum
untergebracht, wo sie demnächst systematisch aurgestellt werden wird.
Diejenigen unserer Mitglieder, welche sich fllr die Ausgrabungen
auch ausserhalb unseres engeren Arbeitsgebietes interessieren, machen
wir auf den ersten im Frühjahr rgo5 erscheinenden Bericht der Rümisch-
Karmelitcr- Kirche ein günstiges Schicksal walten wird. Unserem Vo
schlage, den unteren Teil des Rententurms freizulegen und ihm dadurc
das alte charakteristische Aussehen als Fes lungs türm wiederzugeben, i
DigiiizodBy Google
V
forschung, welche vom 6. bis 9. April in Mannheim stattfand, waren
wir durch Herrn Professor Dr. Hilf, auf der vom 9. bis 11. August in
Danzig abgehaltenen Hauptversammlung des Gesamtvereins der
deutschen Geschieht*- undAltertums vereine durch den Vor-
sitzenden vertreten. Auf beiden Tagungen, »eiche von der erfreulichen
Blute und der eifrigen Arbeit dieser Vereinigungen zeugten, sind be-
sondere Fragen, die unsere Interessen naher berührten, nicht zur Kr-
or:er^ng Bekommen.
In den Verharr:. sngen Uber das historische Kartenwerk fer
iipwrr. Sasiau, {jrosf.heringlun Hessen. Walder k und As. hi^ti:'. ri
ist leider kein Fortschritt 111 eri.eltn gewesen, so das*. d;e hislorivhen
üimaw.nwn um! Vereint, »eiche dieses «ei't unternehmen Wullen
dem Umerne'im^n Abitand nehmen soll, da ohne die nnantwlle Unter.
Burk/barg, Verein für Geschiihte, Altertümer und Landeskunde
des Fürstentums Schaumburg-Lippe;
Donauwörth, Historischer Verein für Donauwörth und Umhegend,
Friidbtrg, Gcschichts- und Altertumsverein,
Htilbronn, Historischer Verein,
Tubini:tn. Schwäbischer Albverein.
L
Digiiizcd &/ Google
Jos J.ihr 1904.
Bibliothek-Konto
Per Verlag-Konto
Honorar
Sali und Druck von Soo F/iemplarri
Königsleutnant Graf Thoranc. . .
Zahlungen ....
Per Sparkasse -Konto
Per Unkosten-Konto
400 Exemplare des Korrespondcnibtell
Beitrag nun Vi-s !).n-..l mii!- und wtV.riirnlv i:ci
Vereine
Elektr. Beleuchtung .
Einkassieren der Mitgliedsbeiträge und A
tragen der Vereinssdirift
Beitrag zum Gesamt verein und 15 Protokoll«
blau
Druckarbeiten . . .
Schriftliche Arbeiten
Kleine Ausgaben . .
Per Kassa -Konto
Barbestand ....
k
ische Landwt
= Aussetzen des Crabcns;
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